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Beschreibung einiger mit Electricitt hoher Spannung mittelst des Telephons angestellter Versuche.

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XI. Besclti*eiBung eiiaige~?nit E7ecti*icitict 1 t 0 7 ~ r ~
Simmazmg mittelst des Telephons rc~ageste77te~
T%rsitche; 'L'OIL Leomlturd TT'ebe,..
~
Die iin Folgenden besrliriebenen Versuche erscheinen
mir zwar in ihrer augenhlicklichen Form noch nicht viillig
geeignet, gewisse unten anzudeutende Folgerungen mit
Strenge daraus zu ziehen; dennoch glaube ich, dieselben
niittheilen ZLI sollen, da sic 1) an und fur sich ein gewisses
experimentelles Interesse hahen! 2) clazu dieneii konnen.
eine Reihe von Fehlerquellen bei Whnlichen Untersucliungeii
anderer Physiker z u verhiiten! 3) eineu neuen Bew-eis grbexi
fur die Brauchbarkeit cles Telephons zur Erlrennung sch~vacher periodischer Ladungen eines Leiters der Electricitat
und 4) dazu dienen lriinnen , dkjenigen von H e l m h o 1t z .
H e rmi g K o o s e n I) u. a. ausgelienden Vorstellungen experiinentell zu erliiutern, welche man sich iiher die electrischen Bewegungen innerhalb eines Inductionslrreises
und eines in denselben cingeschalteten Electrol$en zu
hilden hat.
Verbindet inan die beiden yon den Kleminschrauben
eines Telephons kommenden Drahte mit den Stellen A
und E eines oder zweier Leiter. so wircl in der Telephonleitung so oft eine Bewegimg von Electricitat eintreten.
als clie Werthe der in A und E vorhandenen electrostatischen Potentiale verschieden sind. 1st E heispielsmeise
ein Punkt der Erde und A ein solcher eines Leiters der
Electricifat! so wird bei periodischen. schnell aufeinandw
folgenden Aenderungen des Potentials in A aucli eine
periodische, in gleichem Tempo erfolgende Electricitgtsbewegung innerhalb cler telephooischen Leitung vorhanden
sein, die bei geniigender Schnelligkeit und S t k k e als ein
im Telephon gehiirter Ton wdirgenommen wircl.
Solche in schnellem Tenipo erfolgende periodisclie
.
1) Popg. Auu. CL. p. 61. p. 433. l8i3. Ried. Ann. 11. 11. 5bG. i S i 7 .
33 *
516
I..
PVeber.
Ladungen wurden bei den folgenden Versuchen entweder
durch eine lnfluenzelectrisirmaschine oder clurch einen I n ductionsap pnrat hervorgerufen. Bei Anwendung der erstern
waren dann die Conductoren so nahe gestellt, dass ein
schneller Fnnkenwechsel erfolgte, oder es war in die von
dem einen Conductor fuhrende Leitung ein Funkenmikrometer mit eng gestellten Spitzen eingeschaltet, wallrend
der andere Conductor zur Erde abgeleitet war. Der angewandte Induc’cor war ein kleiner Siemens’scher Apparst,
dessen Inductionsrolle, aus vier Abtheilungen bestehend,
einen Widerstand yon ca. 3000 S.-E. besass. Der primare
Stromkreis wurde durch eine aus sechs Elementen bestehende Tauchbatterie gespeist. Die Plntten wurden nur
gerade so weit eingetaucht, bis die Feder des Interruptors
zu spielen anfing. Als Reagens auf die durch den einen
oder andern Apparat erxeugten periodischen Ladungen
diente ein gewiihnliches Telephon. Die von den Klemmschrauben desselben wegfiihrenden beiden Kupferdrahte
und specie11 ihre freien Enden seien mit CL uiid e bezeichnet. Die Hohe des in1 Telephon gehiirten Tones entspra.ch
immer der Hohe des direct yon der Influenzmasehine oder
dem Neef’schen Hammer vernommenen Tones. Die wesentlich der Beobachtung unterliegende Starke werde ich durch
folgende Bezeichnungen angeben. Der Ton sei genannt :
s e h r s t a r k , wenn derselbe im ganzen Zimmer horbar;
s t a r k , wenn derselbe schon zu horen war, ohne dass das
Telephon fest ans Ohr gedriickt murde; m a s s i g , wenn das
Telephon fest ans Ohr gelegt werden mnsste, um einen
kraftigen Ton zu hijren; s c h w a c h , wenn unter derselben
Bedingung nur ein schwacher Ton zu liijren war; s e h r
schw a c h , wenn eine gespannte Aufmerksamkeit d a m gehorte, urn noch einen Ton zu horen.
Noch sei bemerkt, dass aknstische Tauschungen iiberall,
mo es niithig schien, dadurch ausgeschlossen wurden, dass
die zum Telephon fiihrende Leitung in ein zweites Zimmer
fiihrte, in welchem die Influenzmaschine oder der Neefsche Hammer nicht direct gehort werden konnten. Die
L. Weber.
51i
liierbei eri'orderliche Sssistenz wurde mir von H r n . stud.
B. X a r s t e n bereitwilligst geleistet.
Waren zwei Ableitungsstellen zur Erde nothwendig.
so wurden dazu die Wasserleitung und eine am Institute
befindliche Blitzableitung benutzt.
1. V e r s u c h . Der Draht e war zur Erde geleitet;
a wurde an eine beliehige Stelle eines der geniilierten
Conductoren der Influenzmaschine gesetzt. Der gehorte
Ton war s e h r s t a r k .
2 . V e r s u c h . Wurde der Draht e bei derselben Anordnung ganz beseitigt, so hiirte man noch einen m a s s i g e n bis s t a r k e n Ton. E s genugte also zur Ableitung
der hier auftretenden hochgespannten Electricitat die Leitungsfahigkeit der aus trockenem Tannenholze bestehenden, mit der Hand gehaltenen Holzfassung des Telephons.
3. V e i*sIIc h. E i n Conductor der Influenzmaschine
war zur Erde geleitet; der andere war mit Einschaltung
eines Funkenmikrometers zu dem einen Ende einer ca. 1 m
langen, 3 mm weiten, mit destillirtem Wasser gefiillten
Rohre abgeleitet. I n das andere Ende der Rohre wurde
Dralit a getaucht, mahrend e zur Erde abgeleitet war.
Der Ton war m i i s s i g bis s t a r k .
4. V e r s u c h . Bei derselben Anordnung wurde die
mit Wasser gefiillte Rijhre ersetzt durch eine mattgeschliffene, schmach angefeuchtete Glastafel von i 7 cni L h g e
und 97 cm Breite. Die beiden Ansatzstellen des Dralites
a und des vom Funkenmikrometer kommenden Drahtes
lagen in diagonal gegeniiberliegenden Ecken. Der Ton
war m a s s i g bis s t a r k .
Wurde in den TJersuchen 3 und 4 der Draht e ganz
beseitigt, so war der Ton s c h w a c h .
Dieselben Resultate ergaben sich, wenn der Inductionsapparat an die Stelle der Influenzmaschine gesetzt
wurde.
5. V e r s u ch. Die beiden Endklemmen des Inductionsdrahtes am Inductor seien mit PIund P2 bezeichnet. Es
wurde entweder PI oder P2 zur Erde abgeleitet. Der
518
L. Weber.
Draht a murde resp. an P2 oder PI angesetzt. Draht e
lyar ziir Ercle abgeleitet. Der Ton war s e h r s t a r k .
Entfernte inan die Platte des Telephons, so war,
wie bereits yon G. K a r s t en1) mitgetheilt, ein m t i s s i g e r
Ton hiirbar.
Wurde nach Einsetzung der Telephonplatte der Draht
p beseitigt, so war noch ein s t a r k e r Ton horbar.
6. V e r s u c h . Der Pol Pz war nicht abgeleitet; voni
Pole PI war ein ca. 2 m langrr Draht abgeleitet, dessen
freies Ende p1 in ein Stativ eingeklemmt wurde; das freie
Encle u des vom Telephon kommenden Drahtes vurde
dem Drahte p , frei gegenuber gehalten; Draht e war zur
Erde abgeleitet. Die Starke des gehorten Tones variirte
mit der Entfernung der Endpunkte p , und a. Betrug
diese Entfernung nur einige Millimeter, so war der Ton
s e h r s t a r k . Bei einer Entfernung von 1,7 m war noch
ein s e h r s c h w a c h e r Ton z u hiiren.
Die Richtnng des Drahtes p , sowie des Drahtes LL mar
rechtwinkelig zur Axe der Inductionsrollen.
7. T e r s n c h . Der Pol Pz var zur Erde (Wasserleitnng) abgeleitet. Ich stellte mich, das Telephon mit
der Hand ans Ohr haltend, in etwa 2 m Entfernung vom
Inductionsapparate in der Verlangerung der Axe der
Rollen auf nach der Seite des Poles .PI
hin. Das Telephon
hatte nur dnrch den zur Erde (Blitzableitung) gefuhrten
Draht 6 eine Ableitung. Beruhrte ich sodann mit eineni
Finger der das Telephon haltenden Hand die freie Klemmschraube des letztern, so mar ein s c h w a c h e r Ton horbar,
der sich schnell verstkkte, sobald ich den andern A r m
zum Inductor hinstreckte. Das Telephon selbst wurde
senkrecht gegen die Axe der Inductionsrollen gehalten
mit Riicksicht auf den Veryuch 9.
8. V e r s II c h. I n dem einen Beolnachtungszimmer
ivurde der Pol Pz zur Wasserleitung abgeleitet. I n dem
zweiten Beobachtungszimmer, in welches ein anderer Zmeig
~-
~
1) Telephonsirene; Schrift d. naturn. Ver. Xiel 1879. Beibl. 111.
p. 531.
I.. FVeber.
519
cler Wasserleitung fiihrte, war das Telephon, dessen Draht
e mit dieser Wasserleitung verbunden w a r ; Draht a wurde
entfernt. Beriihrte ich die freie Klemmschraube mit einem
Finger, so war ein m a s s i g e r Ton vorhanden.
9. V e r s u c h . HBlt man in der Niihe des Inductors
ietwa 1 m entfernt) ein Telephon ohne jeden Zuleitungsdraht, so hort man je nacli der Entfernung einen s c h w a c h e n bis schr s t a r k e n Ton infolge magnetischer Induction, sobnld die Axe des Telephons nicht senkrecht gegen
diejenige der Inductionsrollen ist.
10. V e r s u c h . Zwei Drahte von genau gleicher Lange
(etwa 2 m) wurclen mit einem Ende zusammengedreht und
gemeinsam in die eine Polklemme des Inductors gesetzt.
Die anderen Enden fiihrten zu den beiden Klemmschranlien cles Telephons. Der Ton war m a s s i g . Derselbe verschwand, sobald eine der !l’elephonklemmen mit der Hand
beriihrt wurde.
Der Erfolg war genau clerselbe, wenn die zusammengedrelitm Enden an eine beliebige Stelle der Conductoren
der Influenzmaschine gesetzt wurden.
11. V e r s u c h . A n die Pole PI und Pz des Indnctors murde je ein Draht angesetzt, dercn freie Enden p1
und p , i n einer Entfernung yon etwa 40 cm symmetrisch
zum Inductor durcli isolirte Stative gehalten wurden. Vom
Telephon war D r a h t e zur E r d e geleitet. D a s freie Ende
des Drahtes a mnrde zwischen p , und p , immer rechtminkelig zur Verbindungslinie derselben hin nnd her bewegt.
In der S a h e von p , oder pz war der Ton s t a r k ;
riickte a ungefihr in die Mitte von p , und pa, so wurde
der Ton s e h r s c h m a c h .
12. V e r s u c h . Die von P,und P2 kommenden Drahtenden p , und p 2 wurclen in die diagonal gegeniiberliegenden Ecken einer 38 cm langen und 32 cm breiten Glasschale getaucht, welche mit destillirtem Wasser gefilllt
war. T o m Telephon fiilirte Draht e zur Ercle. Das Ende
CI wurcle his auf ehvx 5 mm den Enden p , oder p , genahci t;
520
L. H'eber.
ohne in Beriihrung mit dern Wasser zu treten. Es war
kein Ton horbar.
13. T'ersu ch. Bei derselben Anordnung des vorigen
Versuches wurde das Ende a in das Wasser der Glasschale getaucht. Der Ton mar m a s s i g . Derselbe wurde
btark, wenn a i n die Niihe von p , oder p , gehracht wurde.
Wurde dagegen n ungefahr in die nilittc zwischen p , und
p , etwas naher nacli p , herangehalten, so wurde der Ton
plotzlich s e h r s c h w a c h oder schien initunter ganz zu
uerschwinden. Die so bezeichnete Stelle in der Glasschale
liess sich bis anf einen Spielraum von 1-2 cm genau feststellen. Ich werde diese Stelle im Indnctionskreise als
den neutralen Punkt bezeichnen.
14. TTersuch. Wurde p , so weit a m dem Wasier gezogen, dass seine Spitze eben die Wasseroberflache heriihrte, so riickte der neutrale Punkt naher nach y, heran.
15. V e r s u c h . Um die Lage des neutralen Punktes
hei einer wesentlich nach e i n e r Dimension ausgedehnten
Wassermasse zu untersuchen, wurde der vorige Versuch
in folgender Weise abgeiindert. Zmei Glasriihren R, und
R, von der gleichmassigen Weite von 5,3 mm und der
/ fiirmig gebogen. init
Lange von SO cm wurden \
destillirtem Wasser gefullt nnd durch zwei Stative horizontal, symmetrisch und rechtwinkelig zur Axe des Inductors aufgestellt. Die dem Inductor zuniichst gelegenen
Enden dieser Riihren seien r1 und r r ; die abgewandten
el und p2. E s wurden durch zwei symmetrisch gebogene
mit T~ verbunden.
Drahte p 1 und p 2 PI mit r1 und
Dahei tanchten die Enden p 1 und p , bis zur Biegung der
Rohre etwa 2 - 3 cin ins Wasser. E s wurde ferner das
Ende a des Telephondrahtes mit zwei gabelformig angesetzten dunnen und blank geputzten Kupferdrahtcn a1 und
a? versehen; u1 wurde in das Ende el der Rohre R,. ct2
i n das Ende p2 der Rohre R, getaucht. Endlich war
Draht e des Telephons zur Erde abgelcitet. (Gegenuber
dem Versuche 13 war hier also nur die mit Wasser ge~
L. W e t e r .
521
ftillte Glasschale ersetzt durcli die in den beiden Rolireii
vorhandeiie Wawerqaule).
Der Ton war i n a s s i g , wenn beide Drahte u1 uncl u ,
gleich weit in el und p2 eintauchten; derselbe murde seh;.
5 c h w a c h , wenn u1 etwa bis zu 40 cm Entfernung den1
Ende p , genahert wurde, Tviihrend uz, bis zur Biegung des
Rohrenendes pz. eintauchencl. ron y2. die Entfernung v o ~ i
70 cm hatte.
Die als Verbindungsstiick zwischen 4, und p r aufgefassten lieiden Drahte u1 und cc2 spielen in diesem Versuche offenbar genau dieselbe Eolle \vie das in die Gltisschale des Versuches 13 getauclite Drahtende a. Die Verschiebnng der Endpunkte ul und u2 gegen p , und p , entspricht der Verschiebung des Punktes a in der Glasschale.
Trat also bei den Entfernungen von resp. 40 nnd 70 cin
ein fast vollstandiges Vemchwinden des Tones e m , so
wurde dies als die neutrale Stellung der Drahte u, und uL
zu bezeichnen sein.
16. V e r s u c h . Bei dem Versuche 15 zeigte sich der
Pol P, als der schwiicher wirkende, da die neutrale Stelle
ihm am nachsten lag. Durch successive Vertauschung der
Rohren R, und R,, sowie durch Umkehrung der Stromrichtung des priniiiren Stromes ergab sich, dass die grossere
Nahe der neutralen Stelle nach P, zu nicht einer verschiedenen LeitungsfAhigkeit des in den beiden Rohren vorhandenen Wassers oder einer Berorzugung e i n e r Electricit'atsart zuzuschreiben, sondern lediglich eine Eigenthuinlichkeit des Inductors sei, deren genauere Ergriindung
wegen der Unzuganglichkeit der Windungen des primiiren
sowohl, wie des secundaren Stromes nicht moglich mar.
17. V e r s u c h . I n der haordnung des Versuches 15
blieb alles ungeandert. E s wurde aber an den Pol P2
ausser dem nach r2 fuhrenden Drahte p e noch ein anderer
Draht angesetzt , welcher ziir innern Belegung einer sehr
kleinen Leydener Flasche fuhrte. Die aussere Belegung
dcr letztern war zur Erde abgeleitet. Hierdurch wurde
die neutrale Stelle in der Weise verschoben. dass u2 bis
522
I,. Webel..
auf etwa 5 mm dem Drahte p , geniibert werden musste,
wklirend ctl in derselben Entfernung von 40 cm verblieb.
Eine ahnliche W irkung wurde erzielt, wenn die Leydener Flasche durch zwei 25 qcm grosse, durch ein Glimmerblatt isolirte Platten ersetzt wnrde.
18. V e r s u c h . I n den Versuchen 15-17 machte es
fur die Starke des gehorten Tones keinen Unterschied,
wenn die Drahte u1 und u2 mit der Hand beriihrt wurden.
19. V e r s u c h . Die Verbindungen zwischen PIund T , ,
sowie zwischen Q,, Q% und dem Telephon waren wie in
Versuch 15 hergestellt. Dagegen war zwisclien P, und r2
clas als Condensator wirkende Plattenpaar des Versuches 1 7
in der Weise eingeschaltet, dass die eine Platte mit dem
Pole PZ und die andere mit rz durch einen Draht verbnnden war. Hierdui-ch trat eine Verschiebung der neutralen
Stelle ein, dergestalt, dass a, in der Entfernung von 40 cm
blieb, x%hrend u2 in die Entfernnng von 33 cm gebracht
werden musste.
20. V e r s u c h . Anstatt des eirien Paares von Platten
wurden successive noch vier andere Paare cascadenformig
zwischen PIund r1 eingeschaltet. 61ieb dabei a, in dem
Abstand von 40 cm, so war die neutrale Stellnng vorhanden,
wenn a2 die Abstknde hatte von:
70, 33, 27, 25, 24, 22 cm,
bei Einschaltung von resp.:
0,
1, 2 .
3,
4,
5 Plattenpaaren.
21. V e r s u c h . Sobald zwischen Pz nnd r2 die Condensatorplatten eingeschaltet maren, trat bei Beriihrung des
Drahtes u2 mit der Hand eine Verstarkung des Tones ein.
22. V e r s u c h . Bei der Anordnung des Versuches 15
wurde das destillirte Wasser in der Rohre R, durcli sehr
schwach mit Schwefelskure angesauertes Wasser ersetzt.
Die neutrale Stelle ergah sich, wenn a1 in die Entfernung
von 70 cm und a2 fast bis zu nnmittelbarer Beriihrung mit
clem Drahte p , gebracht wnrcle.
L.
Wder.
523
Bezuglich der vorstehend bescliriehenen Versuche glanbe
ich mich auf folgende wenige Bemerkungen beschranken
zu konnen.
a) Die Versuche 1-5 demonstriren in bequemer Weise
die magnetisclie lnductions?aliigkeit abfliessender Reibungselectricit&t.
b) I m besondern zeigen die Versuche 3 und 4 eine gewisse Unempfindlichkeit solcher electrischen Strome gegen
eingeschaltete sehr grosse Widerstande beziiglich ihrer
telephonischen Wirkung.
c) Die Versuche 6 uncl 7 zeigen die grosse ReactionsFahigkeit des Telephons auf Influenzwirkungen.
d) Die Versuche S und 9 zeigen die MGglichkeit, aber
auch die leichte Vermeidbarkeit zmeier bei den iibrigen
Versuchen etwa denkbarer Fehlerquellen.
e) D e r Versuch 10 entsprang der BFsicht, mittels des
Telephons Stellen verschiedener oder gleicher Spnnnung
a n einem und derkelben Conductor aufzufinden. W i e aus
cler sich leicht bietenden Erklarung clieses Versnches hervorgeht, scheiterte jene Absicht an der ungeniigenden
Isolirung der Holzfassung des Telephons.
f ) Versuch 11 zeigt die Neutralisirnng zweier gleichzeitig auftretender Influenzwirkungen.
g) Die Versuche 13-15 geben die von D u B o i s R e y m o n dl) mitgetheilten Versuche in abgeanderter Form
wieder.
h) Ueher die in Versuch 16 hesprochene Erscheinung
wage ich nicht, mich hestimmter zu erklaren. Bei Anmenclung eines grossern Inductors mit besonders gut isolirtem Inductionsdraht schien eine gleichmassige Wirkung
der beiden Pole anfzutreten. Da dieser Apparat indessen
keinen selbstthatigen Interruptor besass. so musste von
dessen weiterer Benutzung abgesehen werden. Uebrigens
zeigte sich bei dem in den obigen Versuchen benutzten
1) Vntersuchungen. Bd.
Galvanismus. 11. 1). 641.
I. 11.
429.
Vgl. auch G. W i e d e m a n i i ,
524
L. Webel..
Inductor die schwachere Polaritat des Poles PI mit ~011liommener Constanz.
i) Zur Erlilarung des eigenthumlichen im Versuche 17
auftretenden Resultates wird folgende Vorstellung der Electricitatsbewegung im lnductionskreise festzuhalten sein.
Bei jedem Indnctionsstoss wird ein bestimmtes Quantum
freier Electricitat nach den heiden Polen PI und P, hingetrieben. Diese Quanta El und E2 gleichen sich theils
durch riicklSufige Eewegung innerhalb der Inductionsspirnle, theils durch gleichgerichtete Bewegung innerhalb
des Schliessungsbogens aus. Hierbei tritt die besonders
von H e r w i g hervorgehobene Verzijgerung der Bewegung
beim Uebergang in den Electrolyten ein. Der Versuch 17 wurde sich demnach so erklaren, dass der init
dem Pole P, verhundene Condensator eine erheblich vie1
starkere Verhiigerung an der Stelle p , bewirkt, als bei p ,
stattfindet.
k) Die Versuche 12 und 18 zeigen, dass die an den
isolirten Polen des Inductors aixftretenden hohen Spannungen freier Electricitit auf eine ininimale Grbsse herabgesetzt werden, menn der Inductionskreis auch nur durch
einen ungemein schlechten Leiter geschlossen mird.
1) Zur Erklarung des Versuches 21 muss offenbar angenommen werden, dass die von dem Pole P2 herriihrende,
zum Telephon gelangende Electricitat von hoher Slsannung
ist und deshalb durch Handberiihrung abgeleitet werden
konnte, wkhrend die von dem Pole PI kommende Electricitat inindestens aus einem nicht ableitbaren, also niedrig
gespannten Theile von Electricitat bestand. Diesel- Versuch, verglichen mit Versuch 19 und 20, zeigt daher eine
Neutralisirung zweier Electricitatsmengen verschiedener
Spannung. Es geht also hieraus als wahrscheinlicli hervor,
dass in einein nur durch Vermittelung eines Condensators
mit dem Pole eines Inductors TTerbundenen Electrolyten
nur Electricitst holier Spannung auftritt, wiihrend in einem
durch metallische Leitnng init dem Pole des Inductors
Terbundenen Electrolyten jeclenfalls eine Electricitatsbe-
H. I$eriu<q.
525
wegung von geringer Spannung auftritt, vorausgesetzt, (lass
in beiden Fillen eine Ableitung des Electrolyten zur E r d e
ermFgliclit ist. Die genannten Versuche scheinen daher
die Annahme zu bekraftigen, dass die Rolle eines Electrolyten in einem lnductionskreise nicht allein in einer condensatorischen Wirksamkeit der Molecule, sondern auch
in einer mirklichen Leitungsfahigkeit besteht, welche letztere
entweder als electrolj-tische Convection oder als rein galvanischer Vorgang aufgefasst werden muss. Der Versuch
22 scheint diese Ansicht erheblich zu unterstutzen.
K i e l , Mai 1879.
I m Junihefte der Annalen l) theilt Hi”. L o r e n z einen
Versucli mit, wonach er an zwei Terschieden dicken (1 mm
und 2,2 mm) Eisendrihten nahezn gleiche Extrastrijme fand,
nnd hebt den Widerspruch hervor, worin dieses Resultat
zu einem gelegentlich friiher yon rnir an Eisenstaben gefundenen2) steht. Z u r Erklarung fugt er hinzu, dass die
von mir direct an einem Galvanometer vorgenommene
lllessung der Extrastrome nur unsicher h i t t e ausfallen
konnen. Diese Erklarnng diirfte Hi”. L o r e n z indessen
wohl kaum fur eine geniigende gehalten haben, wenn er
bedacht hatte, dass nach meinen Angaben die entsprechcnden Messungen mit derj enigen Empfindlichkeit gemacht
sind, womit ein kleiner Drahtwiderstand bis auf &, resp.
3&,u seines Werthes bestimmt tverden kann. Man vergleiche z. B. analoge Messungen des H r n . B e e t z ” , der
1) Wied. Ann. VII. p. 185. 1879.
2) Pogg. Ann. CLIII. p. 122. 1874.
3) Pogg. Ann. CXXVIJI. p. 206. 1866.
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