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Bestimmung der Schwingungsrichtung des Lichtthers durch die Polarisation des gebeugten Lichtes.

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315
I a n p i n io audcre Zuckerarteii (‘rraubcnzuclter ?) uni. Zwar
lehreu die Versuche von D u b r u n f a t i t ’) und I ’ a s t e u r ’),
dai’s das Product der Eiiiwirl\iiiig vou Siiiireil auf Milchzucker bei Behandlung init Salpetersiiure iminer nocli Sclileiinsiiure liefert. Andererscits lchreii sic aber auch, dafs jeiies
Prodoct je nacli der Behaiidluiigsweise verschiedeile Eigcascliaftea habeii kaon, uiid lielern ltciiiestvegs den Beweis,
clai’s SalpetersYiire daraos neben Schleiinsiiure iiiclit auch
>vesentliehe Mengen Zuckcrsaurc crzeoge. Mati darf dalier
wohl annehmeu, dah indein dic Salpeterssare eineii grobeii
‘l’heil Miiclizucker zu Schleiins~ureoxyclirt, sic ei~ienantfcren klciiieii i i i Zucherarteii uuiwandelt , welche durcli Salpeterslure ziiniichst i n Zuckersiiurc iibergchen. Uie gleiclizcitigc Bilduiig der Sclrlciins~urcund Zuckersiiure bci Eiiiwirkung der Snlpetersiiurc auf hlilchzuckcr erkliirt sicli liicrtlurcli liiiclist einfach.
.f)ie Frage, ob die Sch~vimgungeu des Lichtathers seiikrecht
gegeii die Polarisatioiisebenc oder it1 derselbeii liegeri, ist
trotz ihrer grofseii theoretischen Bedeutung bekaiiiitlich noch
nicht eiitschieden. Halt inaii die verschiedeneu Gruiide 211sainineii, die fur die eine oder d i e aiidere Anuahine sprechen, so wird inan iiur zwei von diesen eiiie weseiitlichc fiedeutung fur die Entsclieidung der Frage beilegcn konnen,
D i e Versuchc Jntniii’s iiber die Rellexion ties Lichtes von
1) Cuiiipt.
rend.
2 ) Curiipt. rend
T.42 (1856) p . 228.
T.42 (1856) p . 347.
316
durchsichtigeti Kiirpern und die Po1;irisation des gebcugteii
Licht es.
Die erstereii Versuclie sind bisher n u r durcli die ,411ilahnie, die Schwingungeii seyen senkrecht gegeii die Polarisatiousebeue, erklzrt worden. illlein der Beweis ist iiicht
entscheideiid , wcil bisher die Hypothese eiiier plutdichen
Aeiideruiig des Ilrecliu~igsverli~l~iiisses
aii der Granze d e r
bcideu Miltel allen Iierechnungen zu Grunde gelegt worden
ist, wiihreutl iiiaii, wie ich i i i einer Abliandlung iiber die
KefJexioa des Lichtcs beweiseti werde I ) , die Ji1 ui i n’sclieu
Versuchc durcli die Fresii el’scheii Foriiielii fur die Re
tlexiou uitd Refraction des Lichtes all& rollstiiiidig erltliiren hauu, atigenoiiiiiien, dafs dicse Formelii fur eiiie iuiendlich lileiiie Veriitiderung des Brecliiiiigsvcrlraltiiisses gultig
s e ~ e t i ,iiiid dal‘s eiii allmiihlicher Uebergang beider Miltel
s ta 1Ifi lid c.
Es frngt sicli iiiiit , ob die F r e s u el’sclicii Fortnelu fiir
eitie uueiidlich hleiiie Veriiiideruiig Jcs ~rc.cliiiiigsverhii1~iiisses wirltlicli gennu #tie siiitl, und o b sich dic: Foriticlit
nus beiden Voroussetzuiigen iibcr die Lagc tler Sc1i.tvirigungsrichtwig ciitiicliuien lnsscii, zwei Frageii , die ich in ciuer
dritt e t i Abhilndlt11tg beant worten werde.
D i e Ilreliung der Polarisntioiisebene dcs Liclits (lurch
Beuguug fuhrt uns eincn andereii M’eg zur 13.stiinmung
der Schwiiiguiigsrichtiiiig. S t o k e s hat vor inchreren Jahrcii
den tiiatlieinatisclien Bcweis dafur geliefert, dal’s die Polarisationsebene des polarisirten Liclits durch Beugung gcdrehl
wird. Man hat aber mit Kecht eiriige Zweifel gegen die
Kichtigkeit seiner Resultate gehegt, weil er das Problem
der Diffraction nur uiivollstii~~dig
geldst hat, u t d ich hnbe deshalb gesucht durch andcre Methoden, fur melclie ich in der
Elasticit~~slelire
iiberhaiipt die griirste Anwciiduiig gefuiideii
habe, die volls~andigeLiisung des Problems herbeizufiiliren.
Wenn eiue Wellenbo~vcguiigeiiic Oeffnitng iu einer festeii E b e n e durchdringt, werdeii Welleri zu beiden Seiteii
der Ehene voii der Oeffnuiig ausgehen. Die Bemeguiig in der
E b c n e der Oeffnuug ist iiiclit bekauut, wogegen sic dadurch
I ) lm
niclisleii
HCIIG
317
hestiiniiit ist, dafs die Suiniiie der Componcntcn Jer einfallepden und der reflectirten WeIIe den Coinponenten der
durchgelassenen Welle gleich siad , und dafs die normalen
und tangentiellen Druckkrsfte auf beideii Seiten der Ebene,
die mit der Oeffnung zusammenfdlt, in jcdern Punkte gleich
grofs sind. Es seyen dic Coinponenten der einfallendeii
Welle durch u, v, w,die cler durchgelassenen durch u,,n ,,w ,,
uud die der reflectirteii durcli u,, n 2 , 20, bezeichiiet. E'erner fitlle die Coordinatenebenc (y, %) mit der Oeffnung zusaininen.
Die erstere Bedingung giebt nun fur x = 0
2d+U,
- u , =o, U f - v , -w* =o, W + W , -w, =o . (1).
und init Hiilfe diesel Gleichuugen erhdt man leicht aus
der zweitcu Bedinguns fur x = O
d(?+?l:%)-
dx
~ ( w+ w ,- - l cI
,~- = 0, ~( v f v.
* - - o1.
-J- - 0 (2).
dx
dx
Sind die cinfallenden Wellen Lichtwellen , so ist
und man wird den Gleicliungen ( I ) und (2) geniigen dnrch
die Aiinahine
woraus man ersieht, dafs sich keiiie Verdichtuugswelleu bilden werden.
Bas Gesetz der Bewegung ist durch die Differentialgleichung
die alle Componenten befriedigen miissm, ausgedriickt, indem w die Fortpflaiizungsgeschwindigkeit , t die Zeit bedeutet.
Dime Gleichung ist, wie man leicht ersieht, befriedigt
durch den Ausdruck
9" (16 t
I
-rf
'
3 18
svvelche Functioii f b , wenn die Integratioiisgainzen sicli nuf
die GrSnzen der Oeffnuiig beziehen , aulsertleln dic Eigenschaft besitzt, dafs der nach z genommene Differentialcocfficient derselhen gleicli cp (zn t, y, s) wird, ivenn x von eiiieiii
positiven Werthe in Null iibergeht und der Punkt (yz)
sich innerhalb der Oeffnung befindet. Wenn z von einein
ncgativen Werthe in Null iibergeht, wird der Wertli des
Differentialcoefficienten
cp (wt,y, s), und wenn der Punht
(y a) sich aufserhalb der Oeffnung befindet, mird cr plsull
fur x = 0. Durch Differentiation namlich des Integrals i n
Rezug auf 2, geht z = 0 als Factor ein, wodurch alle Eleinente des Integrals verschrvinden, die nicht zngleich T= 0,
d a s heifst y = p, 5 = y geben. Also erhalt iiian, wenn x
positiv ist und der Punkt (yo) sich innerhalb der Granzen
des Integrals befindet:
-
und fiir x negativ
Fuhreii wir nun auch audere Functionen eiii Yf,X , @&,
YJl,X I , die in derselbeu Weise von deli respectiveil Functionen I+, x, y , , y , , x, abhangig sind, wie (1) von y, und
setzen wir
indein die Functionen F und F , so gewtihlt sind, daCs
--+-+-&dv,
dw
du,
ax
rly
319
glcich Null wird, also
Dcit Componenten fi?, v9, w , der reflcctirten Welle
gebcn wir dieselben Werthe wie u , , v , , w , , iiur jst zu beiiierkcn, d a t in den ersteren x iniiner negativ, in dcn letztereii positiv ist.
Nehmen wir an, was nachher bewiesen werden kann,
flak innn habc
so erhnlten wir mittelst (1) fur x
=0
- u , = u - 2 y S P , w t , y, z ) = O
U+U,
( w t , y, z)=O
27+9* - 9 , = v - 2 7 p ,
- w , =w-231, ( w t , y, z) = 0
2U+W,
unti mittelst ( 2 ) fur x = 0
- dd- ur- 2 q ( w t ,
d(u+u*-u,)
dX
d(v+v2ax
y,z;)=0
vd -dv -22p(wt, y , z ) = O
ax
I
i
.
. .
*
(fi)
(9).
Alle Eedingungen sind hierdurch erfiillt, und die Functionen
9,rp,, y u. s. w. bestimmt. Man wird nun auch ohne
Schwierigkeit die Kichtigkcit der Gleichungen (7) beweisen
kiinnen.
Das Problem der Diffraction ist also vollstandig durch
die Gleichungen (5), (6), (8) und (9) geliist. Gehen wir
nun zu dern besonderen Falle fiber, dafs die einfallende
Lichtwelle eine ebene sey, so sind die Componenten dnrch
die folgenden Gleichungen bestimmt;
u=$C,
indeln
v=vC,
u,=<c,
c=
cos k ( z o f - u z - - b y - c 5 )
n E - + b ~ + C ~ = 0 , u*+b7+c'L-
1.
320
Ferner sucbcu wir i)ur die Bewegung in eioeni Punkte, der
i n schr grofseni Abstande hinter der Oeffnung dcs Schirmcs licgt, zu bestiinmen. W i r nehinen also T sehr grots
a n , rind indem wir durch 0 den hbstand des betrachtcten
Punktes votn Aiifangppuiikte der Coordinaten bezeichnen,
setzen wir
T = 1/ s2+(y --@)?
+(s -7j.l = 0 m p -n 7,
indeni
-____p=1/z?+y2+a2,
m=L, n=r.
Q
c
Ferner wird Z 2 +m2 + a 2 = 1 gesetzt, indeln I, v z , n die
Cosinus der Winkel sind, die der gebeugte Strahl tnit den
Coordinntcnaxcti bildct. Man findet nun wegen ( 9 )
rp (tot, y, z ) =:,. a k 6 sink (zu t - by ca),
und dadurch
(I) = 1 n k 6S,
-
-
w0
Sucbt nian anf diese Weise die Werthe der verschiedeneu
Functionen, die in ( 5 ) eingehen, so ergiebt sich
~1
u,
to,
= + k (a+l) [t=;A
2 (Z{+mg+n<)]
S
( a t 0[~l-~(z2+m~+nj)]s
=+ k ( a + t )
[<-%
( Z $ + ~ ~ + n j - ) ]S .
Diese Ausdriicke gelten auch fur die von der Oeffnung reflectirten Welle, hier ist aber 1 negntiv. Fur einen Punkt
in der dem einfallenden Strahle entgegengesetzten Richtung
also sind alle Componenten der
ist zuin Beispiel a+Z=O,
Bewegung hier gleich Null.
S t o k e s ist zu deniselben Resultate gekommen, obschon
er die reflectirte Welle iiicht berucksichtigt und das Problem nicht vollstandig gelfist hat. L e g man eine Ebene
durch den einfallendeen und den gebeugten Strahl und bezeiclmet man durch a den Winkel, den die Sehwingungen
des einfallenden Strnbls mit der Normale dieser Ebene
32 1
macht, durch a, denjenigen, den die Schwingungen des
gebeugten Strahls mit derselben Normale macht, und durch
(9 den Beugangswinkel, so findet man nun auch leicht mit
Stokes
tg a, = cosptga,
was von der Gestalt und SteIIung der Oeffuung unabhiiugig ist. Die Schwingungen werden also nach der Beugung
durch einen verticalen Spalt oder durch ein Gitter steiler.
J e nachdem es nun die Versuche ergeben, ob die Polarisationsebene durch die Beugung verticaler oder horizontaIer wird, werden die Schwingungen parallel oder senkrecht
zur Polarisationsebene stehen. Es darf indessen nicht anker Acht gelassen werden, dafs mathematisch vorausgesetzt
ist, der Schilvl sey eine Ebene, die nicht milschwingt und
kein Licht von den RInderu reflectirt.
Die Versuche, die bisher angestellt sind, lassen die
Frage noch unentschieden, denn wlhrend S t o k e s durch
Versuche mit verticalen Glasgittern fand, dafs die Polarisationsebene durch die Beugung horizontaler wurde, erhielt
H o 1t zm a n n dagegen durch Versuche mit einem Rufsgitter
das entgegengesetzte Resultat. Urn eine endliche Entscheidung herbeizufiihren, babe ich daher eine Reihe Versuche
mit verschiedenen Gittern angestellt.
Das durch einen Heliostaten fixirte Sonnenlicht lasse ich
durch eine Sammellinse ins Zimmer fallen. In einigem
Abstande vom Brennpunkte fangt eine kleinere Lime die
Strahlen auf und seudet sie fast parallel durch das an einem
verticalen Theilkreise in einer Rahre befestigte polarisirende
Nicol'sche Prisma. Ein Zeiger mit Nonius giebt an dem
Kreise den Winkel an, den die Polarisationsebene des
durchgelassenen Strahls mit dem Verticale macht. In einem
Abstande von ungefahr 7 Meter fallt das Licht auf ein verticales Gitter, das auf einem Tischchen in der Mitte eines
horizontalen Theilkreises befestigt ist. Dieser Kreis ist mit
einem horizontalen beweglichen Fernrohre versehen. Vor
dem Objective ist ein doppeltbrechendes Prisma von Bergkrystall angebracht, das den polarisirten Strahl in zwei
Poggendorffs hnnal. Bd. CXI.
21
322
gegen einander senkrecht polarisirende Strahlen theilt.
Dieses Prisina lafst sich uin die Axe des Fernrohrs dreheu.
Im Allgemeinen wird inan also zwei horizoiitale Streifen
des gebeugten Lichts von verscbiedener Helligkcit im Fernrohre sehen; durch Drehung aber des Nicols oder dcs
dopyelthrechendcn Prisrnas kiiunen die Intensitaten der beiden Bilder einander glcich gemacht werden.
Die Versuche sind nun gew.vi)hnlich in folgender Weise
angestellt: das Nicol'sche P r i m a wird gedreht bis die Polarisationsebene 45" mit der Verticale macht, und dns
Fernrohr wird so eingcstellt, dnfs der verticale Fndcn des
Feriirohrs durcb die zwei leuchtenden Punkte geht , und
der horizontale in der Mitte der beiden horizon talen' Streifen
des gebeugten Lichts steht. Nachdem das Fernrohr urn den
V\Tinkcl p gedreht ist, werdcn die beiden Streifen dnrch
Drehung dcs Bergkrystalls auf gleiclie Intensitat gebracht;
das Fernrohr wird wieder auf On zuriick gcfuhrt und das
Nicol nun gedreht, bis das eine Bild viillig verschwunden ist.
Ergiebt sich iiun fur das Nicol'sche P r i s m der Winkel S (oder S=!= 90" oder 8 +- 180" ) so ist die Polarisatiorisebene urn S Grade gedreht , vorausgesetz?, dafs dns
Licht diirch die Beugung nicht elliptisch polarisirt wordcn
sey, und weiin S positiv ist, so ist die Polarisationsebene
horizontaler geworden.
Auch habe ich oft S ziierst bestiinmt wid iiachher den
Beugungswinkel p, fur welchen die beideu Streifen gleich
hell sind.
Es kauii indessen ein Fehler einlaufen, auf den ich erst,
nachdeni ich lnehrere Versuche angestellt hatte, aufinerksam geworden bia. W e n n iiliinlich zuin Beispiel der obere
Tlieil des Gitters ein starkeres Beugungsbild als der unterc
giebt, so wird, wenn auch das Gitter das Objectiv gain
deckt, was immer der Fall war, das obere Beugungsbild
zu hell. 1st nun dieses Bild horizontal polarisirt, so wird man
S zn grofs findeu; ist es vertical polarisirt, so wird S zu kleiii
gefuuden. Zu einein vollstludigen Versiiche gehort daher
323
noch ein anderer, in den1 der Bergkrystall um 180° gedreht
wird; dann wird das MitteI der beiden Werthe von 6 der
wahre Werth seyn. Beriicksichtigt man dieses nicht, so kann
man besonders bei Rnfsgittern bedeutende Fehler begehen,
und ich vermuthe, dafs es eben solche siiid, deren H o l t z i n a n n sich schuldig gemacht hat. Er beobachtete namlich
mit eineln Rukgitter schon bei einer Beugung von 20" einen merklichen Helligkeitsunterschied der beiden vertical
und horizontal polarisirten Bilder. Einen solchen wird inan
freilich gewohnlich bei jedern Rufsgitter wahmehmeo, denn
sie haben alle den genannteu Fehler: das obere oder das
untere BiId wird heller erscheinen, gleichgiiltig aber, wie
die Polarisationsrichtuug ist. Mit einein vollig genauen Gitter wiirde Hr. H o ltzin a n n den kleinen Unterschied, der
wirklich stattfindet , nicht beobachtet haben konnen.
Meine ersten Versuche stellte ich rnit Goldgittern an
(1000 Streifen auf den pariser Zoll). Es zeigte sich, d a t
das unter 4 5 O mit der Verticale polarisirte Licht nach der
Beugung zwei Bilder gab, von welchen ich keins durcli
Drehung des Bergkrystalles zum Verschwinden bringen
konnte, was sich noch deutlicher zeigte, wenn das Gitter
schriig gedreht wurde. Es mufste also das gebeugte Licht
entweder elliptisch polarisirt oder zuin Theil in natiirlichcs
Licht verwandelt seyn. Dah das erstere der Fall war, ersah ich daraus, dafs sich elliptisch polarisirtes Licht in geradlioig und circnlar polarisirtes durch Beugung verwandeln lick. Wenn ich namlich das unter einen Winkel a
polarisirte Licht durch ein Fresnel'sches Parallelepipeduin
gehen liefs, dessen reflectirende Fliichen 45" mit der Verticalen machte, konnte a so gewahlt werden, d a t das
eine Bild im Ferorohre ganz zum Verschwinden gebracht
werden konnte, oder auch so, dals die beiden Bilder beiui
Drehen des Bergkrystalls stets dieselben Intensitaten hatten.
Durch Messungen auf die Ietztere Weise iiberzeugte
ich mich, dafs das Phlinomen im Wesentlichen dasselbe ist,
wie bei der gew6hnLchen Reflexion an einer poIirten Metallilache, indem die Wirkung des durch die Oeffnungen
21
*
324
gebeugten Lichtes verschwindend klein ist gegeii diejenige
des von den Randern reflectirten.
Ich verfertigte mir nun verschiedene Rufsgitter. Geschliffene Gllser wurdeii durch Rauch von Kampher berufst , nachher init einigen Tropfen Terpentinal behandelt,
wodurch der R u k auf Glas fixirt wurde, und iiur in zolllange Streifeu (2,5 , 10, 16 auf einem Millimeter) anf
einer Theilinaschine eingetheilt.
Mit diesen Gittern nahin icli keine elliptische Polarisntion wahr. Ich fand fur die verschiedenen Gitter keineii
merklichen Unterscbied in den Resultnteii und beschranktc
mich daher das Mittel aller Versuche init allen Gittern anzugeben.
W e n n das Gitter senkrecht gegen den auffallenden Strahl
war und der Rufs gegen das Fernrohr gekehrt, wie es in
den Holtzmann’scheu Versuchen der Fall war, so fniid
ich die Drehung b der Polarisatiousebene aufserordentlich
gering, und ich besclirankte mich dahcr diese nur fur eineii
einzigen Beugungswinkel (65O ) genau zu bestimmen. Die
Polarisationsebe~~e
des auffallenden Lichtes war, wie iu alleii
folgenden Versuchen, 45‘) gegen die Verticale geneigt.
Es crgab sich nun als Mittel fur p= 65O
s = 10 5 2 .
Die Polarisationsebene war also sehr wenig horizontnler
geworden. Fur einen griifseren W e r t h von p fand ich,
dafs 6 kleiner wurde, was mich anfangs sehr uberraschte.
W u r d e das Gitter umgedreht und der R u t senkrecht
gegen den einfallenden Strahl gekehrt, so ivnr dagegen die
Drehung der Polarisationsebenc in derselben positive11 Richtung grtiker, uud ich fand fur p = 6 5 O
6 = 12’ 30’.
Diese Resultate stimmen also weder mit den Versuchen
H o 1t z m a n n’s, uoch mit den iiiichsten Folgerungen , die
aus der Theorie hervorzugehen scheinen. Ich glaube indessen, sie in folgender Weise erkliiren zu kirnnen.
Wenii das Licht zuerst durch das Glas und nachher
durch das Rutgitter geht, ist der Vorgang nahe derselbe,
325
wie wenii sicli der Rufs im Innerii des Glases berande, was
man auch daraus schliersen darf, dafs keine Refleiion an
der Grjlnze zwischeii Rufs und Glas stattfindet. Die Beugung geschieht also ini Inneru des Glases und nachher wird
der gebeugte Strahl gebrochen, indeln er aus dem Glase
heraustritt. Es sey PI die Beugung iui Glase ( p die beobachtete) und n das Brecliungsverbrltnifs des Glases, so wird
sin /3 = n sin p , seyn. Durch die Brechung wird die Polarisatiousebeiie wieder gedreht und sie wird verticaler. bngeiioniiiien nun, dafs die Schwingungeu senkrechf gegen die
Polarisationsebene se-yen, so wird die durch die Beugung p ,
bewirkte Drehung der Polarisationsebene, die wir 8, nenlieu wollen, durch die Gleichung
tg (45
8,) = cos p,
bestiinint seyn. 1st also S die Drehung der Polarisationsehene nach der Brechung an der anderen Glasflache, so
erhiilt niau mittelst der Fr e s n e l’schen Formeln
-
Das inittlere Brechungsverbiiltnifs n wurde durch Versuche
iiber den Polarisatioiiswiiikel bestilnmt uiid ich fand
log n = O;lH886.
Fur P=65O ergiebt sich nun S = 2 O ll’, was mit den Versuchen, die S= l o 5 2 ergaben, gut iibereinstimmt. Dafs 6
lileiner wird, wenn P grdfser, was die Versuche zeigfen,
ergiebt sich auch aus dieser Berechnung.
1st dagegen der Rufs gegen den auffallendeii Strahl gekehrt, so wird das Licht sogleich, bevor es das Glas erreicht
hat, gebeugt, und geht erst nachher durch die beideo Glasfl8chen. Man hat dann
n o r a w fur p= 6 5 O sich S = 1 6 O 2’ 30” ergiebt.
Die Versuche gaben hier entschieden einen kleineren
W e r t h , was darauf hindeutet, dafs der Vorgang nur annaherungsweise der angenoinmene ist , inden] die Beugung
des Strahls nur zum Theil auch im Innern des Glases vor
a=
beobachtet
l?=
berecbnet
9O6' 12O3'
300'
4954'
6.56'
7.43'
20m! 3.64'
60 31'
7.37'
go 65' 1 2 O 92' 1S0O'
2024'
327
berechilet ist, indeni :p der Winkel ist, den der auffallende
Strahl, : p , derjenige, den der gebrochene Strahl mit der
Normale des Gitters bildet, wahreud die Beugung im Innern
des Glases gleich p, ist.
Man sieht, dafs die Versuche recht gut mit der Bercchniing iibereinstiinmen, doch gebeu sie aIIe eine zu kleinc
Drehuug. W a s auch der Grund dieser Abweichung seyn
mag, die Versuche sprechen jedenfalls entschieden zu Gunsten der Anoahme, dals die Schwingungeu seokreclit gegen
die Polarisationsebene siud, da im entgegengesetzten Falle
der Werth vou 6 negativ und viel griiker seyn wurde.
Ich untersiichte ferner die Beugung durch berulsste Metalldrahtgitter. Wenii sie viillig schwarz und matt berukt
waren, gaben sie aber ein viel zu schwaches Beuguugsbild;
sie wurden daher durch eiuen Tropfen Terpentiniil , der
iiber die berufsten F#den gefubrt wurde, glatter gemacht.
Auch miifsten die Gitter ziemlich fein und besonders sehr
genau seyn. Einige Versuche mit einem Gitter mit 200
Drzhten auf den pariser Zoll (die Dickc der Drahte war &")
das gleiche Winkel init dein auffallenden Strahle und der
A x e des Fernrohres machte, ergaben aunaherungsweise folgende Resultate:
,5=
d=
j
I
250
loo
1
350
16O
I I 1 1
400
I
20°
I
450
25O
500
I
30°
I
550
35"
Die Drehnng ist positiv, aber viel griifser 31s die Berechnung giebt. Die Polarisation des gebcugten Lichtes zeigte
sich indessen auch ein wenig elliptisch, woraus zu ersehen
war, dafs die Reflexion am Metal1 durch den Rufs nicht
ganz beseitigt war. Als ich es versuchte das Gitter wieder
zu berufsen, verlor es leider etwas an Genauigkeit und
tvurde unbrauchbar fur weitere Versuche dieser Art. Es
ist inir nicllt gelungen init audern Drahtgittern zuverlassige
Resultate zu erbalten ; es liegen cigenthumliche Schwierigkeiten darin, die Reflexion an den Randern zu beseitigen
328
und zugleich ein hinlinglich grofses und scharfee Beugungsbild zu erlangen.
Die erhaltenen Resultate sind indessen nicht ohne Bedeutung, weil die zu grohen Werthe von B leicbt durch
die elliptische Polarisation eine Erklarung finden kdnnen.
Nimmt man nzmlich an, dafs der Phasenunterschied der
verticalen und der horizontalen Componenten d sey, und
dafs 6, die Drehung seyn wiirde, wenn keine elliptische
Polarisation stattftinde, so giebt eine leichte Rechnung
Also wird 6 ilamer gr8fser als 6, seyn, die Vorzeichen
beider bleiben aber dieselben.
Da die Versuche b positiv ergaben, bestatigen sie jedenfalls das schou erhaltene Resultat: dafs die Schwingunyen
des Lichtiithers senlcyecht gegen die Polarisationsebene sind.
Kopenhagen den 28. Juni 1860.
-
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