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Bestimmung des Spannungscoefficienten und der Differenz des Ausdehnungscoefficienten und Spannungscoefficienten der Luft.

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4. B e s t i m m u n y des S~crnnunyscoefficientei.L
u n d d e r D i f l c r e n x d e s Ausdehnuiayseoefficierzte~a
u m d S ~ a n n u n g s c o e f f i c i e n , t e nd e r a f t ;
vom W i l h e l m W o f f r n a m m .
Um den Spannungscoefficienten der Luft mijglichst genau
zu bestimmen, sind von mir Versuche angestellt worden mit
zwei J o l l y 'schen Luftthermometern , von denen sich gleichzeitig das eine in siedendem Uampfe, das andere in schmelzendem Eise befand.1) E s zeigte sich hierbei, dass, will man eine
grossere Genauigkeit erzielen , man die Beobachtungen unahhangig machen muss von den Schwankungen des Luftdruckes.
Es wurden daher weitere Versuche angestellt mit einem Luftthermometer, wo das gewohnliche offene Quecksilberrohr durch
ein Barometerrohr B (Fig. 1) ersetzt ist, sodass nun die Luft
im Luftthermometer nur unter dem Drucke der Quecksilbersaule im Barometerrohre stand. Die Schwankungen des Luftdruckes konnten jetzt nur noch den Siedepunkt des Wassers
beeinflussen. I m Anschluss hieran wurden weiter Versuche
angestellt mit einem Luftthermometer, welches die aus Fig. 3
ersichtliche Abanderung zeigt. Die getroffene Abanderung ermoglicht es, fur dieselbe Luftfullung den Spannungscoefficienten und auch zugleich den Ausdehnungscoefficienten fur
nahezu constanten Druck zu bestimmen. Dadurch, dass man
dann deli Ausdehnungscoefficienten und den Spannungscoefficienten einander zuordnet, die dieselbe Beobachtung fur siedenden Dampf gemeinsam haben, vermag man die Differenz beider
Coefficienten sehr genau zu bestimmen.
Das Folgende zerfallt in:
I. Bestimmung des Spannungscoefficienten der Luft.
1. Beschreibung des Apparates.
2. Bestimmung der Constanten des Luftthermometers.
3. Beobachtung.
4. Berechnungen.
1) W. I1 o f f m a n n , Progr. der P f e i f f c r 'schen Erziehungsanstalt.
Jena, Ostern 1896.
.lusdelinzcngs- und Spannunyscoefpcient clw Luf ‘t.
225
IT. Bestimmung der Differenz des Ausdehnungscoefficienten
und Spannungscoefficienten der Luft.
5. Beschreibung des Apparates.
6. Bestimmung der Constanten des Luftthermometers.
7. Beobachtung.
8. Berechnungen.
111. Resultat der Untersuchung.
I. Bestimmung des Spannungscoefficienten der Luft.
1. Beschreibung des Apparates.
An das cylindrische Olasgefass 7’)
(Fig. 1) ist eine zweima1 rechtwinkelig gebogene Capillare angesetzt, die am anderen
Ende in eine 15mm weite Glasrohre ubergeht. Oben in G
befindet sich die vielfach angewendete Spitze aus dunklem
Glas. Die Rohre ist in eine eiserne Hulse eingekittet, welche
bei H den Hahn mit den bekannten zwei Bohrungen hat. Die
eiserne Hulse steht durch den Schlauch C in Verbindung mit
dem Metallstuck A. Dieses ist mit dem Stativ durch den
Schieber IJ verbunden; es lasst sich ausserdem mittels der
Schraube J mikrometrisch verschieben. Die in A eingekittete
Glasrohre B ist bis zu der aus dunklem Glase bestehenden
Spitze in K uber 80cm lang. K hat 25 mm Weite. Die
Rohre B ist gestiitzt durch die Holzleiste H,die am Schieber L
befestigt ist. I n der Blechhulse N lasst sich die Rohre B verschieben , sodass die mikrometrische Schraube J ungehindert
wirken kann. Mit dem Metallstuck /I steht ferner die Glasrohre E in Verbindung. Das Metallstuck enthalt einen Dreiweghahn, durch welchen B, C, B nach Belieberi miteinander
verbunden werden konnen. Der am Hahn befindliche Hebel
lagst sich herausnehmen, sodass ungehinderte Drehung in jeder
Richtung stattfinden kann.
Man verbindet B mit B, schiittet in E Quecksilber, nimmt
E vom Stativ und hebt so weit, bis Quecksilber durch den
luftdicht schliessenden Glashahn P tritt. Dann schliesst man
den Hahn P’ und senkt E. Das Quecksilber sinkt dann in B,
und man bewirkt durch Gegenschlagenlassen des Quecksilbers
1) Die gebrauchten Luftthermomctcr besteheu aus Jenaer Normalglas.
15
Ann. d. P h p . u. Chom. N. F. 6G.
W. Hoffmann.
226
gegen die capillaren Verengerungen , dass oberhalb derselben
kleine Quecksilbermengen liegen b1eiben.l) Man senkt dann E
so weit, dass das Quecksilber unterhalb der Spitze im Vacuum K
sich befindet. 1; G kann man von
B oder B aus Quecksilber eintreten lassen.
Beim Gebrauche lasst man
aus E soviel Quecksilber in B; C, B
eintreten, dass das Quecksilber fast
bis zu den Spitzen reicht und lasst
dann nur noch B , C, G in Verbindung. Einen Theil des Schlauches C bringt man zwischen zwei
Brettchen ; durch Zusammenschrauben dieser Brettchen bez.
Lockerermachen und mit Hiilfe
der Schraube J vermag man dann
zu bewirken, dass das Quecksilber
die Spitzen in G und K fast beriihrt. Man stellt dann den Faden
im Fernrohr auf die Mitte zwischen
Spitze und Spiegelbild ein, eiue
Einrichtung, die bereits C h a p p u i s
mit Vortheil nngewandt hat.4 Vor
dem Gebrauche ist es zweckmassig,
dus Quecksilber durch die beiden
capillaren Verengerungen treten zu
lassen, urn etwaige Luftblasen iiber
die capillaren Verengerungen zu
dr8ngen. Von Zeit zu Zeit lasst
man dann ferner das Quecksilber
durch den Hahn P treten.s)
Fig. 1.
1) Vgl. W. O s t w a l d , Hand- u. Hulfsbuch zur Auefuhrung physicochemischer Messungen, p. 92. Leipzig 1893.
2) Travaux et Memoires du Bureau International des Poids et Mesures. Tome VI. Paris 1888. (htudes sur le Thermombtre 2t Gaz et Corn.
paraison des ThermomAtres A hlercure avec le Thermomhtre L Gae. Par
M. P. Chappuie.)
3) Es ist naturlich vortheilhaft, wenn das Vacuum K recht gross ist.
Ausdehnungs- und Spannungscoefficient deer Luft.
22 7
2. B e e t i m m u n g der C o n s t a n t e n d c s Luftthermometers.
Um das Volumen V des Gefhses des Luftthermometers
zu bestimmen, wurde dasselbe leer und dann mit destillirtem
Wasser gefiillt gewogen. E s ergab sich das Volumen
P = 565,453 ccm.
Die Bestimmung des schadlichen Ranmes von M bis zur
Glasspitze in B (Fig. 2a) geschah mit Quecksilber. Man lasst
vom Glasblaser eine sehr enge Capillare F G (Fig. 2a) ansetzen, sodass G wenige Millimeter hoher ist, als die horizontale Capillare des Lnftthermometers. Die Endflache muss,
wie in der Fig. 2 b ersichtlich, abgeschriigt sein, damit kein
Quecksilbertropfen hangen bleibt. Durch ein kleines Stiickchen
Schlauch kann G nach Belieben mit dem Trichter L verbunden
werden. Man entfernt, nachdem
das G e f h in einen Glashafen rnit
Wasser gebracht ist, durch Erwilrmen etwas Luft aus dem Gef h s und verbindet G rnit dem
Trichter. Dann schiittet man
Quecksilber in den Trichter, und
es fliesst d a s Quecksilber bis znr
Miindung der Capillare in das Gefass. Durch Klopfen mit einem
Holzstbbchen hindert man, dass
sich in D eine Luftblase festsetzt.
Sobald Tropfen in das Gefass fallen, schiittet man den Trichter
moglichst ohne Erschiitterung (urn einen moglichst unzerrissenen
Quecksilberfaden zu erhalten) aus.
Urn das Volumen des schadlichen Raumes zu bestimmen,
muss man bewirken, dass das durch Erwarmen des Luftthermometergefasses verursachte Ausfliessen des Quecksilbers mdglichst langsam stattfindet. In den mit Wasser gefullten Glashafen, in dem sich das Gefass des Luftthermometers befindet,
wird ein gefiillter Heber gestellt, welcher durch Losen einer
Klemme in Thatigkeit tritt. Man erwarmt das Gefass, dtrs
Quecksilber steigt bald bis G, und man fangt die Tropfen,
wenn das Quecksilber am anderen Ende bis M gekommen ist,
auf. Man erreicht dies leicht, indein man einen Moment,
15'
228
Fir. Hoffniann.
wahrend man das Auffangegefass untersetzt, bei G mit dem
Finger zuhiilt. Man lasst jetxt schnell den Heber fliessen und
nimmt die Flamme weg. Man erreicht dann meistens, dass
das Quecksilber auszufliessen aufhort, wahrend noch die Spitze
in Quecksilber taucht. Man lasst das Gefass etwas iiber die
Halfte yon Wasser entleeren. Man setzt jetzt eine kleine
Flamme unter und erreicht so, dass nun drts abermalige Ausfliessen langsam stattfindet, und man ohne Miihe das Auffangegefitss entferncn kann, wenn die Glasepitze eben aus dem
Quecksilber heraustritt. Um den Meniscus gut zu erhalten,
klopft man mit einem Holzstabchcn gegen die Rohre. Die
Bestimmung lasst sich leicht mehrfach wiederholen. 1st der
schadliche Raum auf diese Weise bestimmt, so 13isst man die
Capillare bei 3’ abschneiden.
Die aufgefangenen Quecksilbermengen wogen:
23,273 g
23,255
23,301
23,272
~-
Mittel: 23,275 g Quecksilber von 20° C.
Das Volumen des schadlichen Raunies
1,
-
237275
=
13,596.(I - 0,0001818. 20)
1,718 ccm.
3. B e o b a c h t u n g .
Untersucht wurde trockene, staub- und kohlensaurefreie
Luft. Die Fiillung erfolgte an der Quecksilberpumpe, die
Reinigung von Staub durch Filtriren durch Watte, die Befreiung von Kohlcnsiiure durch Kalilauge. Man bringt das
Gefass des Luftthermometers abwechselnd in siedenden Dampf
und in schrnelzendes Eis. Der Siedenpparat hat unten am
Kochranm ein Wassermanometer, welches etwaigen Ueberdruclr
des Wasserdampfes anzeigt. Siedeapparat und Eisapparat sind
von den iibrigen Theilen der Apparate durch Asbestpappen
getrennt. Die Quecksilberkuppen des Luftthermometers und
Barometers wurden mit einem Rathetometer abgelesen, welches
0,03 mm abzulesen und 0,Ol m m zu schatzen gestattet.
Ausdehnunp- und Spannungscoefficient der Luft.
229
4. B ere c h iiung en.
Es sei:
F das Volumeii des Gefasses des Luftthermometers.
D, das Volumen des schadlichen Raumes des Luftthermometers.
If die auf O o reducirte Quecksilbersaule, unter deren Druck
sich die Luft im Luftthermometergefks befindet bei der Dampfbeobachtung.
Ho die entsprechende Grosse fur die Eisbeobachtung.
3 @ der Ausdehnungscoefficient des Glases.
t die Temperatur des siedenden Dampfes.
t, die Temperatur des schadlichen Raumes bei der Dampfbeobachtung.
t% die Temperatur des schadlichen Raumes bei der Eisbeobachtung.
Bezeichnet man mit up den Spannungscoefficienten, so ist:
odp
=
wo
A==
H-Ho+L+H3flt
t ( 4 L)
-
PI
V(1
H
+ a t,)
9
bl Ho
-___-
V(1 i atz,,
*
Die Werthe, die Quecksilberhohen auf O o reducirt, sind fiir
Beobrchtung I
t = 99,527, tz = 21,296, te, = 20,ZO.
Beobachtung I1
H = 993,032, Ho = 729,80,
H = 992,82,
Ho = 729,791,
t = 99,485,
t, = 22,14,
tz, = 18,20.
t, = 20,38,
te, = 17,31.
Beobachtong I11
H = 993,089, Ho = 729,781, t = 99,594,
Hierbei ist:
V = 565,453 ccm,
L I ~=
1,718 ccm, 3 f = 0,0000241.
Es ergiebt sich dann:
I. up = 0,003670 64
11. ag = 0,003 668 97
111. ap = 0,003669 11
Mittel: u p = 0,003 669 57
W.Hoffniann,
230
11. Beetimmung der Differenz den Auedehnungecoefflcienten und
Spannungecoefficienten der Luft.
5.
Beschreibung den Apparates.
Um die Beziehung zwischen Ausdehnungscoef~cientenund
Spannungscoefficienten kennen zu lernen , ist es nothig, den
Apparat so ahzuandern, dass man mit ihm sowohl den Ausdehnungscoefficienten als den Spannungscoefficienten zu bestimmen vermag. Man ersetzt don Glastheil iiber H (Fig. 1)
durch den Glastheil Fig. 3. Die Birne 7,lasst man so gross
machen, dass die im Luftthermometer abgeschlossene Luft sich
nahezu unter demselben Drucke befindet, wenn
1. die Luft bei 0"bloss bis zur oberen Spitze (in P,)steht,
2. die Luft bis zur unteren Spitze (in u,) steht, und 7
in siedendem Dampfe, 7, in schmelzendem Eise sich bebndet.
Fig. 4.
Sieht man von Correctionsgrossen ab, so muss
u ist der Ausdehnungscoefficient der Luft.
Die Rijhre unter der Birne 5 muss durch das Blechgefass Fig. 4, welches lange Fiisse besitzt, hindurchgesteckt
werden. I n die mittlere Oeffnung des Blechgefasses wird ein
Gummistopfen wasserdicht eingefuhrt, der die Capillare unter
der Birne V, umschliesst. Diese ruht d a m auf dem Qummistopfen. Das Rlechgefiss dient zur Aufnahme von Eisstuckchen,
urn V, in Eis zu packen. Unten hat dasselbe zwei Rohren,
urn das Wasser ablaufen zu lassen. Der Boden ist von der
sein.
dusdehnungs- und Spannungscoefficient der Luft.
23 1
gezeichneten Form, urn nach der Spitze in v1 visiren zu konnen.
Auf das Blechgefass wird der Blechcylinder B aufgesetxt, wenn
maxi V, in Eis packt, derselbe wird entfernt, wenn man die
obere Spitze in u beobachten will. Das Blechgefass muss man
nach unten und nach der Seite mit Asbestpappen umgeben.
Am Dreiweghahn bei A (Fig. 1) wurde noch eirie Rohrung
angebracht, die es ermoglicht, die oberste Schicht von dem in
B eintretenden Quecksilber abfiessen zu lassen. Das Rohr B
wurde gegen die aussere Luft durch ein Chlorcalciumrohr abgeschlossen.
6. B e e t i m m u n g de r Constanten des Luftthermometers.
Um das Volnmen des Gefasses V (Fig. 3) zu bestimmen.
wurde dasselbe leer gewogen, dann mit destillirtem Wasser
gefiillt und in einem Wasserbade von Zimmertemperatur stehen
gelassen. Dann wurde die Temperatur des Wasserbades gemessen, und das Gewicht des Gefasses + Wasser bestimmt.
Auf O o reducirt ist P = 622 426 cmm.
Das Volumen der Capillare bestimmt men, indem man
dieselbe mit Quecksilber fullt nnd Lange und Gewicht des
Quecksilberfadens bestimmt.
Um das Volumen der Birne Fl zu bestimmen (die obere
horizontale Capillare ist noch nicht mit dem Luftthermometergefass verschmolzen), wird unten eine Capillare (vgl. Fig. 2)
angeschmolzen. Man regulirt die H6he der Ausflussmiindung
so, [lass Quecksilber aus der Birne bis etwns oberhalb oder
unterhalb o ausfliesst. Das Fiillen cler Rirne mit Quecksilber
geschieht, indem man einen Trichter mittels eines Schlauches mit
der Ausflussoffnung verbindet. Dann halt ein Gehiilfe die obere
Capillare mit den1 Finger zu, der Schlauch wird entfernt und
die Ausflussoffnung schnell mit dem Finger verschlossen. Dann
lasst man das Quecksilber bis N heraus und fangt dann auf.
Birne und der untere weite Theil sind mit Hiilfe von Leinwandbeutelchen in Eis gepackt. E s ergab sich fur O o
V, = 167 124 cmm.
Die schadlichen Rilume bei den Glasspitzen wurden bestimmt, indem man die unten angeschmolzene Capillare so bog,
dass die Ausflussmiinduiig etwas oberhalb des betreffenden
schadlichen Raumes sich befitnd. Der Apparat wurde rnit
232
W. Hoffmann.
Quecksilber gefiillt , die obere horizontale Capillare mit einer
Compressionspumpe verbunden, und das Quecksilber bis zum
Ende der Glasspitze vorsichtig herausgedruckt , aufgefangen,
gewogen und so das Volumen berechnet.
7. Beobachtung.
Die Fiillung mit trockener , staub- uiid kohlensaurefreier
Luft geschah ebenso wie in der schon vorher angegebenen
Weise. Die Anordnung der Apparate war jetzt etwas geandert.
Neben dem. Luftthermometer befindet sich ein mit Millimetertheilung versehener Glasmaassstab , den man mittels Loth
senkrecht stellt. Neben dem Glasmaassstab befindet sich ein
Barometer , dessen Riihren an den Beobachtungsstellen ca.
23 mm Weite haben. Es sind Glasspitzen angebracht, welche
ea ermbglichen, die Quecksilberkuppen im Fernrohre ebenfalls
einzustelleii durch Einstellen auf die Mitte von Spitze und
Spiegelbild. I) F u r den Glasmaassstab wurde bei Dampfbeobachtungen a19 Temperatur die mittlere Temperatur der Quecksilbersaule des Barometers, bei Eisbeobachtungen die mittlere
Temperatur der Quecksilbersaule des Luftthermometers benut,zt.
F u r die zwischen Luftthermometergefass und Birne befindliche
Capillare wurde ebenfalls die mittlere Temperatur der Quecksilbersaule des Luftthermometcrs benutzt. Es diirfte sich bei
Wiederholung der Versuche vielleicht empfehlen , auch den
Glasmaassstab und die Capillare mit Thermometern zu versehen. Das n i t Ocularmikrometer versehene Fernrohr ist ein
Theil eines sonst auch als Kathetometer benutzten Apparates.
Wegen der langen Quecksilbersaulen ist man, um grossere
Temperaturdiflerenzen zu vermeiden, genothigt, im ungeheizten
Zimmer zu beobachten.
8. Berechnungen.
Es sei:
P das Volumen des Gefiisses des Luftthermometera bis
zur Marke (Fig. 3).
Vl das Volumen der Birne zwischen den Marken.
L, das Stiick Capillare zwischen V und V,.
1) Fur den Bau des Barometers hat ein im Bureau international
in Park befindlicheu als Vorbild gedient.
Ausdehnunys- rind Spannungscoefficient der Luft.
233
v das Volumen von Marke bis obere Glasspitze.
vl das Volumen yon Marke bis untere Glasspitze.
b1 = b
4-2).
I$o die Hohe der Quecksilbersaule bei der Eisbeobachtung,
auf Oo reducirt.
H die Hohe der Quecksilbersaule bei der Dampfbeobachtung, auf O o reducirt.
tz, bez. t, die Temperatur der schadlichen Raume wahrend
der Eis- bez. Dampf beobachtung.
t,, bez. t, die Temperatur fur die Capillare wahrend der
Eis- bez. Dampfbeobachtung.
t die Temperatur des siedenden Dampfes.
3 /3 der Ausdehnungscoefficient des Glases.
Wir bezeichnen mit up den Spannungscoefficienten, dann
ist fur die untere Glasspitze, also bei der einen Beobachtung
Y in Dampf,
in Eis, bei der anderen Beobachtung Y uiid
in Eis:
<
H-Hot
UP =
$ (H-HO)+L,+H3pt
~ { H ~v,- ~ ( H - H ~ ) - Lt)
--,
WO
Wir bezeichnen mit a,, den Ausdehnungscoefficienten,
dann ist, wenn bei der eiiien Beobachtung Y in Dampf, 5
in Eis, die untere Glasspitze beobachtet wird, bei der anderen
Beobachtung, Y in Eis, die obere Glasspitze beobachtet wird:
wo
Es fanden statt drei Beobachtungen der unteren Glasspitze, Luftthermometergefass in Dampf, Birne in Eis ; drei
Beobachtungen der unteren Glasspitze, Luftthermometergefass
i n Ris, Birne in Eis; drei Beobachtungen der oberen Glas-
W. Hoffrnamt.
234
spitze, Gefass in Eis. Bezeichnen wir die Beobachtungen fur
Dampf mit B,, Bz,B,; die Beobachtungen der unteren Glasspitze fur Eis mit u l , u 2 , u3; die Beobachtungen der oberen
Glnsspitze fur Eis mit o l , 0 2 , 0 3 , so ergiebt sich fur:
D,H =892,72,
t, =7,35,
t,
D, H = 892,055,
t, =7,28,
t, = -
Dampf
1.
2.
D,
D,
3.
o3
4.
D,
5.
n,
6.
D,
Eis,
obere
Spitze
Eis,
untere
Spitze
-
8,82
+ 7,95
- 8,385, b,, = 758,10,
t = 99,930.
9,12+7,81
= 8,465, b4, = 749,74,
2
t = 99,620.
- --
2
~~
0I.
aP
a,,-a,
dusdehnungs- und Spannungscoefficient det
AUs den ersten drei Werthen ergiebt
sich als Mittel
Aw den folgenden drei Werthen ergiebt
sich als Mittel
-
(I,
01,
hft.
235
- u p = 0,00000111
- u p = 0,00000 136
Mittel: 0,00000 123
Man sieht, dass D,,B,, B, wenig Einfluss auf a, -ap
haben. Dagegen sind die Eisbeobachtungen von grossem Einfluss. So erhalt man durch die grosse Abweichung von us
folgende Werthe:
Dampf
Eis,
obere
Spitze
Eis,
untere
Spitze
7.
D,
8.
np
08
%
%
9.
D,
08
u,
03
0,OO 367 036
0,OO 366 768
0,OO 367 214
0,OO 366 445
0,OO 366 178
0,OO 366 629
0,OO 000 591
0,OO 000 590
0,OO 000 585
Wie schon erwahnt, ist der Werth ug fehlerhaft, namlich
etwa 0,2 mm zu gross; wahrscheinlich tragt mangelhafte Beleuchtung daran die Schuld.
Die mitgetheilten Beobachtungen fiir die Bestimmung von
a, - a, sind nur a h Vorversuche zu betrac.hten. Es sol1 hier
kein endgiiltiges Resultat angegeben werden, sondern es sol1
nur gezeigt werden, dass das Luftthermometer in der angegebenen abgeanderten Form wohl geeignet ist, die Differenz
von Ausdehnungscoe fficienten und Spannungscoef ficienten eines
Gases genau zu bestimmen. Durch die Zuordnung des Ausdehnungscoefficienten und des Spannungscoefficienten, denen
dieselbe Siedepunktsbestimmung zu Grunde liegt , werden die
Fehler der Siedepunktsbestimmungen fiir die Differenz beider
Coefficienten fast eliminirt. Da die Eisbeobachtungen mit nur
geringen Fehlern gemacht werden konnen, so erhiilt man also
die betreffende Differenz sehr genau.
111. Reeultat der Untersuchung.
Urn den Spannungscoefficienten eines Gases zu bestimmen,
benutzt man das Luftthermometer in der zuerst angegebenen
Form. Dadurch, dass man die Beobachtungen durch Ansetzeii
eines Barometerrohres unabhangig macht von den Ychwankungen
des Luftdruclres (nur der Siedepuiikt des Wasserdampfes hangt
236
JY. Hoffmann. Ausdehnzrngrcoefficient etc.
dann noch vom Barometerstand ab), lasst sich eine grosse
Qenauigkeit in der Bestimmung des Spannungscoefficienten
erzielen.
Um die Differenz von Ausdehnungs- und Spannungscoefficienten zu bestimmen, benutzt man das Luftthermometer
in der abgeanderten Form. Durch das Anbringen der Birne 7,
(Fig. 3) kann man Busdehnungs- und Spannungscoefficienten
mit demselben Apparat fur dieselbe Gasmasse bestimmen.
Durch Zuordnung der Werthe, welche die Siedepunktsbestimmung gemeinsam haben, erhalt man die gesuchte Differenz der
beiden Coefficienten sehr genau.
J e n n , Physikalisches Institut d. Universitat, Juni 1898.
(Eingegangen 29. Juni 1898.)
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