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Betriebserfahrungen bei der chemischen berwachung von Schnellfilteranlagen.

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962
Egger : Betriebserfahrungen bei der chemischen Uberwachung vou Schnellfilteranlagen
[a
n ~ ~ ~ $ ~ ~ f & ~ &
diesle Methode auch dort Veswendumg finden. Eine Anhge in So'erahaja ist die enste gewecsea. Dort wurde,
zwecks Erh6hmg dles Wasservomates, dais Wasser mittels
'reis des
Schellfiltcation gereinigt umd dam ahloriert. In letzter
Tagl. AnlageFertigArt des
Menge kosten
gestellt
Name
Z8eitilst abw wiad'er die Erweitierung eii'mr Quellemadage
pro cbm
W assers in cbm
im Jahre
Pf.
G.-M.
besch1ssse.n worden, weil das Flui3wasser 'einen mhleahten
Gesclhniiack zu hnbea s&letint.
Batavia
In d'er Stadt Makas,sar (Qele'bes) wmde die ensbe langArtes. W.
altere Leitung
1877
mmte Sandfiltrationsanlage, mit naahberiger Oh,lorbehandQuellw.
1923
neue
,,
Soerabaja
lung, 1923 volledet. Naheres uber die Resultate ist noch
11 750 35000001
50
1903
Quellwasserl. .
nicht bfekannrhgegeben.
1R4OOOO~
50
FluBw.
1922
FluOwasserl. .
Es Bind zur Zeit no'ch mlanche Fwgen der tropisehen
1913
Quellw. 12 000 1 830 0001 15-M. 1.Semarang . . . .
Wa:s:serverso'rgungschw.ebenrd, und ein ausgedsehntes StuBandoeng . . . . 1911 bis Artes. und
Quellw. 16 000 3 000 O O O /15-M. 1 , l O
1922
dium darubes 'bkibt d'er Zukunft voirbehlten. Zu diesem
3 600 1 0 7 0 0001 15-60
Quellw.
1918
Pasoeroean . . .
Zweck erriohtete man 1922 ain Forschungsinstitut fur
2 550 1 3 4 0 0001 10-35
1908
Medan. . . . . ,
Wass'er- und Abwmsserfragea i n d m Niihe von Batavia,
40
1915
1960
670000
Malang . . . . .
Grundw.
600
2300001
35
1890
Cberibon . . . .
das den hygilmi'sohien Behordm unbersteht. Elin'e, der
Quellw.
500
410 000' 15-75
1921
Tandjong Karang
wjchbigsben Fmgen betrifft die Wasserverso8rrgung der
1200 1000 0001 25-75
1923
Menado . . . . .
landhiahen Ortsc,hafben. Dort ist die Verwendung vcn
FluBw.
3 000 4 000 0 0 0 , 25-75
1923
Makassar . . . .
Chlor aasgeschlossen, und es gilt also, seine Methode aufEs sind v,ier Systemie \rerwendet woden:
zufinden zur Rieimigung d!eis F1ui;lwiwers in e'inter eBn1. Fur die bted,eutelnd.erenHafien, wo ausge'zebicichnetes fachem und billigen Wleise, welchie der Eingebonene selbst
Wasser eine hygienisohe und okonolmiische Notwendi'gk'eit anwenden kann, und die bei moglichst wenig Male
danstellt, hat man durcihw,egmtiiirliehe Quellen verwendet, und Kosten zuverlasisig und gefahrlos arb&&, ohlne Miigdie oft weit von der Kiiste entfernt im Gebirge ent- lichkieit Nder B~ed~nh-aohti~gung
der Rie,sultate dter djer Vlerspringen. So entnimmt di.e neue Wasser1,eitung Batavias giftung s'einer Orbgenossen! Die Frage Sst mhwierig,
(welchte auch seinen Hahen Tandjmg Prioli ,spe,ist) ihr ab'er mia'n kam vor eiinigen,Jahren durah die Vlerwendung
Wasser einem Quelllengebitetauf dem Abhang ,des B'ergea von Atzkalk der LGsmg um 'einen sclhritt naihmer. Nach
Salak, etwa 60 km sudkioh dies Stadt. In ainem halb,kreis- Hinzufiigung von letwa 100mg p. 1. ka,nn namlich das
formigen Graben werden jetzt setwa 350 wc/1 gesammielt Flufiwalss~ervollko'mmien klar filtniert werden, und das
und in &nem 20 Zoll Mamesmannrohr maah d,er S b d t Filtrat erweist &h als nlahiezu steril, auoh w e m dais F~LIRgefiihrt. Dais Gefaille von etwa 300 m zwang zam Ban mass.er mdt Oholera- ode,r Typhmkleimen siehr stark
zweiier Entlaistungsbehalter, wodurah der Druck in dmen infiziert war. Der Is'ehr kPeine1 Kalkubersohuf3 1 ~ 1 1 i idurch
l
Rohnen auf etwa 10 Atm. gehalteo we:rden kann. Einige Kohhlensaune odelr sogar durcrh f'einverteilte Luft leioht
Kilomierber bevo'r die Stadt lerreicht wird sammielt sich das heaeitigt werdiem Man darf hoffen, da13 die LBsung der
Wasser in einern groDe,n Behalter a m Beton, UTlhi uon Fwge i n dieser Ricrhtung zu fi'nden win w5rd. [A. '126.1
dort a m wird es in zwei R a v e n der Stadt zugefulhrt.
Anidelre grofllelre Stadte, wie Soerahaja, Semairang, Betriebserfahrungen bei der chemischen
Medlaln, Pasoe,roean, b'eautzen ein aihnlichies Vierfahren.
Uberwachung von Schnellfilteranlagen.
Der Zustand in Pasoeroean ilst bemerkeeswelrt, incsofsrn
Von F. EGGER,Stuttgart.
dort di'e Quell'e eine ssolclh@Ergiebigkleit hat (2,4 cbm in
der Sekunde), daij deir grofite T d zum Antrileb von Vo'rgetragen auf de r Hauptversammlung 1926 des Vereins
deutscher Chemiker in Kiel in de r Fachgruppe fur WasserWaaserturbinen benutzt werden kann, welcbe da,s iibrige
chemie.
Warsses naah der Sibaldt treib'en.
(Eingeg. 29. Mai 1926.)
2. Die S h d t Bandoleng, im Glebinge mast-Jams, und
Auch fur Deutschland gewinnt die Trinkwasserbereieinige Ortsahaften 'in d e r Nabe Perwenden retiahe a&tung ans Oberflachenwasser immer mehr a n Bedeutung.
sische WasservorraPe aus etwa 50 m Tieffe. Dias lsehr neine Die Sbadt Stuttgart bresitzt bauf ihrem Neckarwasseranerli
Wasse'r steigt mit groi3er Ktraft empor. In den letzten B e r g eine nach dfen Planen der Bamag-Meguin-8.-G. erJahren hat ,die Sbadt a w h einige QuelBe~nzur Trinkwarsser- baute Schnellfilteranlage fur 30 000 cbm T.ageslte,istung,
versorgung mit hle'rrangezogen. U h r d,iNe ganze Kolonde die unter Vorklarung d'es Wassers mit Aluminiiumsulfat
zerstmeut findmetman ,cine groi3el Zahl klednier arbeisischler arbeitet. Auiierdem wird seit Jahresfrist i n beiner VerBrunnmen fetwa 600). Dile mldffitien aber geben nur ,nooh suchsanlage ein Teil des sogenannten ,,Seewassers" gewenig Wassler oder ,s'ind versalz'en..
reinigt, das aus Stauseen im, Rotwildpark oberhalb Stutt3. Ein,e drit6e Methode iist die Sammlung deis G.rund- garts stammt. Die chlemische Zusammensetzung beider
nlasisers miitbells esiner Sickerrtihrenanlrage, wie sile in Wass'er ist durchaus verschlieden, das Neckarmsser ist
Chwibon (Java) geiibt wrird. Ein groeeres Stuck Land ist hart und durch industriellme und hausliche Abwasser nioht
dort fur 'die Wa8sslerversorgu!ngreserviert, abler daas geisam- unerhbeblich verunreinigt, wahrend wir b'ei dem Seewasser
melte Wassler ist von sahl'eohtier Bes&affelnheit, und die ein relativ weiches, kaum verunreinigtes Wass(er vor uns
Anlage wird daher bald erneuwt werden.
haben. Ober di'e Lmeistungen bei,der Anlagen im Vaergleich
4. Flui3wawscerfiltration. Diese Arbdtswei:se ist no& zu den Langsamfiltern sol1 hier auf Grund der chemIsch.en
ziemlich neu in dmer Kolonie. Des Fluijwasser ist fast iib'erall rliberwachung b'eriohtet werden. Di'e Bewiihrung dler techstark tlersohmutzt und. fiihrt grofle M q e i n von braunem nischen Einrichtungen, die im Gas- und Wassierfach 1924,
cd,er rotem Ton, zum Teil kolloidal gel6st. Langsame Sand- Heft 40/41, eingebend beschrieben sind, hat Direkfiltration erfordlert daduroh eine standige fachmannische tor L i n k vom' Wasserwerk auf der Hauptversammlung
Aukicht. Eis hat lslioh gezeigt, daf3 die Saadmoblerflacihe des Verein:s deutscher Gas- und Wasserfachmanner
sehr Eeicht verletzbar :ist, untd dai3 das Hlerumkriechen (Danzig, Juni 1926) besprochen.
Vorversuche hatten ergeblen, daD bei 'einem Alumikleiner Tierohen, w,elohe dile V e r l e t z q berbedfiihnen, h s t
njoht zu vermeiden ist. %it ab'er tauah die warnilem Lander niumsulfatzusatz von 60 mg/l geniigende Reinigung erfur das flulssigie Chlor zuganglich geworden sind, konnte wartet werden konnte. Die mutmaDliche Aasflockungszeit
Obersicht der wichtigsten Trinkwasser1 e i t u n g- e n i n N i e d e r 1 a n d i s c h - I n d i e n.
___
I
I
1
99
,I
39. Jahrpang 1,261
Egger: Betriebserfahrungen bei der chemischen Uberwachuag von Schnellfilteranlagen
des Aluminiumhydrosyds wurde zu 21i2-4 Stunden erm.ittelt, nied'er'e Temperatur v'erlangsamt die Keaktion.
Es wurde versucht, die Anl'age auch ohne Sbsitzbecken zu betreiben. Es zeigte sich, dafJ dies b,ei nicht
zu triib'em Rohwass'er zur Not moglich war, wenn man
duroh erhohten Fallmittelzusatz auf den Schnellfiltern
ein'e dichte Filterhaut bild'et und erst die spater, nach
Einstellung des Fallmittelzusatzes, ablaufenden Filtrate
verwendet. Die ersten Ablaufe enthalten nicht unerhebliche Fallmittelniengen, was wir namlentlich dann b'eobachten konnten, wenn wir stalt Aluminiumsulfat Eisensulfat zusetzten.
Der ansch1ieDend.e ordnungsgematie Probebetrieb
sollte die Brauchbarkeit der teclhnischen Einrichtungen
priifen und feststellen, inwiew,eit man, ohne den Reinigungserfolg zu vermindern, die Abslitzdauer und den Fallinittelmslatz verringern konne.
Unsere Unt'ersuchungsmethoden sind d'er durch den
Aluminiumsulfatzusatz im Wlasser eintretenden Urnsetzung angepafii, die sich folgendermafien vollzieht:
Al, (SO,)n + 3 Ca(HCO,), =3 CaSO, -I- 2 Al(OH), +- 6 CQ,.
Die Cahonatharte des Wassers geht zuriick, die Gesanitharte bleibt unveriindert. Sulfate und freie Kohlensiiure nehmen zu. Die Eestimmung d'er vleranderlicheii
Werte in Roh- und Reinwasser wird uns alle wiinschenswerten Aufschliisse lief,ern. So konnen wir aus der Zunahme der Sulfate den Fallmittelzusatz berecheen. Die
Vollstandigkeit der Ausflockung 12Dt sich a u s der Sulfatzunahmle und dem Harteriickgang erm'itteln. 1st die der
ersteren 'entsprechende Harte grofier als der festgestellte
Harteriickgang, dann mui3 Unvollstandigkeit der ALEflcckung angenommen wer,den. Die Be'stimmung der
freien Koh1,ensaure unterrichtet uns iib'er die aggressiven
Eigenschaften dses Wassers; zur Orientierung kann hierbei auch noch die Wasserstoff -1onenkonzentration herangezogen werden. Den Reinigungserfolg wird man zweckmai3ig am Permanganatverbrauch mlensen. Die Bestimmung der Clhlorzahl nach Froboese ergab keine bess,eren
Vergl~eichemoglichk~eiten.Im iibrigen haben Priifung der
aufieren Beschaffenheit dles Wassers und seiines Geschmacks das Bild zu vervollkommnen. Wir haben vor
kurzem in der Chemikerzeitungl) d'ie von uns als
zweckmai3ig erkannten Uberwachmgsverfahren mitgeteilt, ich m d mich dlarauf beschranken, auf die V,eroff entl'ichung hinzuweisen.
Auf Grund d'er i n d e r ' e h n angedeuteten Weise durchgefiihrten Unbersuchungen kamein wir zu dem Ergebnis,
dafi es zwecklo's ist, d'en Fallm~itbelzuslatzwesentlich i i h r
20 mg/l zu sleigern. Verminderung ist gleichfalls nicht zu
empf,ehlen. Weder die aui3:ere Beschaff enheit noch der
Permanganatvserbrauch erfahren bei einer Erhohung ents p r e c h e d e An,derung. Die reinigend,e Wirkung scheint
sehr msentlich von aui3eren Umstanden, wie Temperatur
und Sonnenstrahlung, wahrend des Aufenthlaltes im
Nieder~chlagsb~ecken
abzuhaagen; hier kann nur lango
Jahre andauernlde Untersuchung endgiiltig Aufschlui3
bringen. Durch Schnellfiltration wiad bessere Wirkung
als dureh Langsamfiltration erzielt. Es gelingt laber auch
hier nicht, den in hohen Sohichten gelblichsen Farbton des
Wassers vollkommen zu beseitigen. Die Klarh,elit entspricht allen Anforderungen. Einem Kaliumperma'ngan,atverbrauch im Rohmss'er von im Mitt,el 15,5 mg/l und den
Grenzwerten 7,8-34,8 mg/l, stehen im SchnelIfiltrat nach
20 mg/l Fallmittelzusatz die Zahlen 9,4 bzw. 4,i-16,4 mlg/l
gegeniibler. Bei 'einem auf 40-50 mg/l erhohten Zusatz
fanden wir 10,O mg als Mittelwert und 6,9-14,O mg/l als
Grenzwerte. Weitere Erhohung blieb ohae ,entsprechende
Wirkung.
_~ Ein auf 10-15 mgjl verm'inderter Zusatz ergab
Vgl. Ch. Ztg. 50: 167 [1926].
I)
963
als Mittelwert 10,O mg, w a r e n d 'd,er niedterste Wiert bei
6,4, der ho'chste b'ei 15 mg/l lag. Fur Langsamfiltrat gelten
die Zahlen 10,2 bzw. 4,2-18,7 mg/l. Das durch Einwirkung von Chlorwasser in der Kalte festgeskllte Chlorbindungsvermogen, das im Reckarrohwasser 0,3 mg/l
betragt, geht im Langsamfiltrat auf 0,13 mg/l herunter.
Wahren'd so die Wirkung von Schnell- und Langsamiilt,ern als mindestens gleichwertig anzuaehen ist, werden
durch die Schnellfilter nur rund 90 % ,der Bakterien
zuriickgehalten, so daiS d,as Schnellfiltaat vor seiner Verwendung dmer Entkeimung duroli Chlorgas unterworf'en
werd'en m d . Die guten Erfol,ge, die mian mit der Chlorgasb.ehandlung emielt, sind allgem'ein beliannt, so dafi es
sich eriihrigt, h'ierauf naher einzugeh'en. Das bei uns
iibliche Verfahren zur fiberw,achung der Adage ist in der
Chemierzeitung z, beschrieben.
D i e Ergebnisse bei der Reinigung de,s Se'ewassers
d'ecken sich im groiSen und ganzen mit denen beim Neckarwasser. Die stark,ere Verunre,inigung des ersteren durch
Huiimsstoff'e macht sich in einem gelblichbraunen Farbton
d'es sonst sehr r e h e n und weichen Wassers bemerkbar.
Der P,ermanganatverbrauch betragt im Mittel 21,l mg/l,
als niederste'r Wert wupden 152, als Hoch'stwert 25,2 mg/l
gefun'den. Durch 20-30 mg/l Aluminiunisulfat gelingt es
nach Schnellfiltmtion den Permanganatverbrauoh auf
12,s bzw. 8,2-22,7 mg/l heaabzudriicken. Eine Erhohung
des Zusatzes bewirkt keine entsprechende Veranderung;
wir fanden bei:
40-50 mg/l Zusatz Kaliumpermanganatv'erbrauch 13,8
bzw. 7,9--17,s mg/l
60-80 mg/l Zusatz K a l i u m p e l r m ~ ~ ~ a n a t v . e r b ~ a11,9
uch
bzw. 9,7-14,6 mg/6.
Einen gewi'ssen Einflufi iibt sein ,erhtihter Zusatz allerdings doch aus, indlem dieschon'beigeringeren Zusatzenvon
gelbbraun nach lichtgriin iibergehzend,e Farble des Wassers
weiter verbessert wird. Der Unterschimed gegeniiber dem
Langsamfiltrat fallt bei d'em Seewasser btesonders deutlich in di,e Augen. Fur Langsamfiltrat fandlen wir in1
Permanganatverbrauch als Mittelwert 17,3 mg/l, die
Grenzwerte b,etrugen 12,O und 20,5 mg/l. G.eschmacklich
i'st die Verbess'erung bei d,em Seewasser sehr deutlich.
Bei dem Neckarwasser gel'ingt es nioht immier, den mitunt'er schon im Rohwasser vorhandsenen beriichtigten
CarboIgeschmack vollkomm~en zu entfernen. Hi,er wird
wohl nur F'ernhaltung alier ph,enolhaltigen Abwasser bzw.
deren Reinigung im Emschterfilter Besserung bringen.
Versuohe sind im Gange, durch geeignete Beluftung den
Geschmack des Wass.ers weiter zu h,eben. Wir werden in
der nachst,en Zeit versucben, neph~elom~etrische
und colorinietrisch,e M,essungen, sowi'e Untersuchungen mittels des
Interferometers zur Festst'ellung d,es Reinigungserfolges
heranzuziehen. V'ereinbarungen uber einh,eitliche Untersuchungsm(ethod,en, ahnlich wie man sie in Amerilia getroffen hat, sind hier noch erforder1,ic.h.
Die Ergebnisee der Vorwersuche hinsichtlich d'er Ahsitzdauer wurden durch den Probeb'etrieb bestatigt. Verbleibt das Wavser weniger als 2 Stunden im Njiederxhlagbecken, so tritt nicht genuge2ndse Reinigung ein, die
Schnellfilter werd'en durch das mitgefiihrtbe Aluminiumhydroxyd zu rasch verschmutzt. Durch Vergleich der
Unt'ersuchungen von Neckar- und Seewasser zeigt sich,
dai3 hoh,ere Carbonatharte die Ausflockung begunstigt urid
dai3 freie Kohlensaure sie verzwert. UnerlafJlich fur
rasche und vollstandige Ausflo'ckung ist gute Durchmischung von Rohwasser und Fallmittel. In d'er Regel
diirfte, wi'e b'eim N'eckarwasserwerk, die Pumpenforderung hierzu geniigen; bei der V.ersuchsanlage gelang es
erst nach Einbau eines Riihrwerks, die Schwieritgkeitea zu
?)
Vgl. Ch. Ztg. 49, 397 [1925].
9 64
Zeller : Zur Behandlung von sogenannten Rush-cases
beseitigen. Man wird unvollkomniene Ausflockung bei
norrnalern Fallniittelzusatz, guter Durchniischung uiid
einer Absitzdauer I cn uber 2 Stunden kiaurn beobachten.
Auf die Einhaltung des Fallmittelzusatzes wird man
achten, einmal, um unnotige Kosten zu vermeiden, dann
aber auch, weil ein erhohter Zusalz eine Zunahme der
freien Kohlensaure init sich bringt. Die Anlagen im
Wasserwerli Berg arkeiten so zuverlassig, dail, groEere
Schwankungen, als 5 m g / l uber und unter der beabsichtigten Menge iin allgenieinen nicht vorkomnien. Derartige geringe Differenzen sind aber auch behnglos. Bei
einern Wasser, u i e dem Neckarwasser, dessen Carbonatlrarte rumd 12 D. H., und dessen Kohlensiiuregehalt
so gering ist, dai3 man von einer hinsichtlich der Bicarbonate ubersattigten Losung spechen kann, wird man auch
bei eineni relaLiv hohen Fallmiittelzusatz agressive Eigenschaften im Reinwasser sehr stelten feststellen konnen.
Selbst Fallmittelzusatze von 80-100 mg/l erzeugten nur
kis zu 4 mgjl aggressive Kohlensaure. Bei dem Seewasser
dagegen ist groiiere Vorsicht n6tig. Seine Carbonatsaure
betragt 9 D. H., es weist mitunter schon im Rohwasser
bis zu 4 mg,1 agressive Kohlensaure auf. Die Ausflockung
geht infolgedessen hier langsamer vor sich. Durch den
Einbau des Huhrwerks trat so weitgehende Entgasung ein,
dat3 wir auch hier in1 Reinwasser, selbst bei hohen Fallmittelzusatzen, nur ganz schwach aggressive Eigenscliaften
festzustellen hattsen, wahrend vorher, selbst durch geringe
Fallmittelzusatze, recht erhebliche Mengen aggressiver
Kohlensaure gebildet wurden.
Die Werte fur die Wasserstoff exponenten, d i e wir
mit deni Doppelkeilcolorimeter nach B j e r r u m X r r h e n i u s erniittelten, dienten uns zur raschen Orientierung iiber die mutmafilichen Eigenschaften des
Wassers. Bei dem Neckarwasser lagen die pi,-Werte
zwischlen 7,64 und 7,84, im Heinwasser wurden 7,55-7,70
gefunden. Es waren also aggressive Eigenschaften nicht
zu erwarten. Die oben erwahnte Feststellung im Seewasser wurde auch durch die Wasserstoff-Ionenkonzentration bestatigt; wir fanden hier fur das Rohwasser
7,4-7,i5, in1 Reinwasser gingen die Werte auf
5-7,6 herunter.
Fassen wir dmie Ergebnisse zustammen, so zeigt sich,
da13 die durch Vorklarung und Schnellfilter erzielte Reinigung abgesehenvon der schlechteren bakteriellen Wirkung,
nicht geringer ist, als bei den Langsamfiltern. In keinem
Fall geht der Permanganatverbrauch uin mehr als etwa
40"" zuriick. Dabei ist es nicht zweckmafiig, den Fallmittelzusatz uber 20-30 mg/l zu steigern, da die Kosten
der Steigerung nicht im Verhaltnis zu dem dadurch erzielten Erfolg stehen. Unbedingt mufi gute Durrhniischung von Rohwasser und Fallmittel gefordert werden. Die Absitzdauer soll nicht unter 2'12 Stunden betragen. Bei weichen Wassern mit relativ hohem Gehalt an
freier Kohlensaure ist der Einbau eines Ruhrwerks sehr
x u empfehlen, da ein solches das Wasser entgast, so daG
die Reaktion beschleunigt wird. Die Anlagen in B e r g S t u t t g a r t , die von der Bamag gelliefert wurden,
haben sich, an den chemischen Priifunigen gemessen,
durchaus bewahrt.
Unser Bestreben geht dahin, durch geeignete Beluftung weitere geschmackliche Verbesserung des
Wassers zu lerzielen. Wenn es gelange, die Wasserreinigung durch einen Aluminiumsulfatzusatz in der
Sandschicht der Langsamfilter zu bewirken, oder das in
der bisherigen Weise erzeugte Aluminiumhydroxyd nicht
durch Schnellfilter sondern durch Siebbandrechen zu entfernen, so daiS das gereinigte Wasser Lanmgsamfiltern zugefuhrt werden konnte, lief3en sich noch erhebliche Ver-
$5
- Neue Apparate
[
Zeitsehrift f u r
angewandte Chemie
billigungen der Betriebskosten erzielen. Bis jetzt sind
un3ere Versucbe, die wir mit einern Drahtsieb Nr. 250
von 0,06 mm Maschenweite und mit Filtertuchern angestellt haben, ohne Erfolg geblieben. Beide lassen anfangs
iuviel Flocken durch, setzen sich aber dann rasch zu, so
daii eine zu geringe Filtergeschwindigkeit erzielt wird.
Die weitere Verminderung der Absitzdauer durch
raschere Koagulation des Aluminiumhydroxyds ist gleichfalls einle noch zu losende Aufgabe. Auch die Wirkung
von Kaliumpermanganat zur Zerstorung der den unangenehmen Fisch- older Garbolgeschmack erzeugenden
organischen Stoffe ware zu studiepen. So bietet sich trotL
aller bisher erreichten Erfolge noch ein weites Gebiet
fiir die Betatigung des Chemikers in der Trinkwasserbereitung.
[A. 137.1
Zur Behandlung von sogenannten
Rush-cases.
Von Patentanwalt Dr. jur. Dr.-Ing. 0. ZELLER,Hamburg.
(Eingeg. 15. Mai 1926.)
Zu der Bemerkung des hollandischen Patentanwalts Dr.
W. IV e s s e 1 in Nr. 19 auf Seite 591 mochte ich folgendes mitt eilen :
Dr. \Xi e s s e 1 hat Recht, weiin e r sagt, an der genaiinten
Stelle sei ein kleiner Irrtum in der Veroffentlichung des
Kollegen M e s t e r n unterlaufen, daB also tatsachlich die bekanntgemachte Anmeldung erst dann neuheitsschadlich ist,
weun auf sie ein Patent erteilt worden ist. Diese Fragen sind
gar keine Streitfragen und sie sind in der Literatur daher auch
einheitlich bleantwortet. Dr. W e s s e 1 schneid'et damit eine
andere Frage an. die in der Literatur noch nicht beantwortet
ist, und die auch Dr. M i c h a e 1 i s in seinem praktischen Handbuch des amerikanischen Patentrechtes vorsichtig umgangen
hat. Die Frage ist die, ob die Patenterteilung auch dann neuheitsschadlich ist, wenn weder die Anmeldung als solche d r u c k s c h r i f t 1 i c h bekanntgemacht wird, noch Patentschriften gedruckt werden, wie es z. 3.bis zum l. Oktober 1925 in Italien der
Fall war, und die Frage ist weiter auf das deutscbe Recht anqewendet : 1st die Patenterteilung als solche neuheitsschadlich,
also ein Zeitpunkt, welcher wesentlich vor de r Veroffentlichung
der Patentschrift liegt, oder ist erst die Veroffentlichung der
Patentschrift als solche neuheitsschadlich? Vom deutschen
Ytandpunkte aus haben w ir das allergrofite Interesse, nur die
Veroffentlichung de r Patentschrift i n V e r b i n d u n g mit der
Patenterteilung als neuheitschadliches Momcent anuuerkennen,
und das ist auch de r tiefere Sinn dles amerikanischen Rechtes.
Denn es soll das in Amerika nicht patentiert werden, was unter
Versaumung de r Zwolfmonatsfrist als Erfindung dort angenieldet, aber in einem Auslandsstaate schon vor Erteilung dles
amerikanischen Patentes druckschriftlich vorveroffentlicht u n d
patentiert war. Wurde dieser Standpunkt vom amerikanischen
Amte in einer Entscheidung einmal nicht vertreten, so wurden
ohne Zweifel eine grofie Anzahl wichtiger ameriltanischer
Patente von Deutschen nichtig sein.
Mit Rucksicht auf die Unsicherheit dieser Rechtslage
empfiehlt es sich, bei nicht innerhalb der 12-Monatsfrist in
Amerilia eingereichten Anmeldungen unbedingt die Patenterteilung der entsprechenden deutschen Anmeldung soweit hinauszuziehen, daB auch diese Erteilung spater als die Erteilung des
amerikanischen Patentes liegt. Erst wenn diese Praxis von allen
Beteiligten jahrelang eingehalten worden ist, w a re es vielleicht
zweckmaBig, spater einmal eine entsprechende amerikanische
Entscheidung herbeizufuhren.
[A. 114.1
I
Neue Apparate.
Lbsetrichter.
Von G. F e s t e r , Santa FB.
(Eingeg. 11. Mai 1926.)
Die meist im Laboratorium zur Hemtellung lronzentrierter
Losungen verwendeten Siebeinsatze oder Beutel kranken an
dem Nachteil, diaB in d e r B'eruhrungszone zwischen der kon-
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