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Bibliothek und Photokopiestelle des Gmelin-Instituts in Clausthal-Zellerfeld.

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a-Furfurylmercaptan, einer der wiehtigsten Duff stoffe des gerosteten
Rpffees, wird unter der Bezeichnung ,,Coffee-Captan" von der Cargillc
Scientific Inc., New York, in den Handel gebracht (wasserhell, Kp.,, mm
55-57O, in zahlreichen org. Lsg.-Mitteln loslich, H,O-unloslich, 1:1000000
verdunnt Kaffeegeruch, sonst zwiebelartig). Die Verbindung wird nicht
nur als neuartiger Duftstoff, sondern auch u. a. - da der Preis vermutlich
sinken wird - als Polymerisationsmittel und Vulkanisationsbesehleuniger
empfohlen. -Bo.
(643)
aber die Fixierung des Kohlendioxyds bei der photosynthetbierenden
Pflanze konnen jetzt A. H. Brown, E . W. Pager und H. Gaffron genaueres
mitteilen. Das Fixierungsprodukt ist wasserloslich und befindet sieh in
einer kleinen, etwa 1,7% der Trockensubstanz ausmachenden, Fraktion
,,B", wie an mit markiertem I4CO,, nieht l a g e r als 40 min gefiitterten
Algen (Scenedesmus) gefunden wurde. Diese Fraktion ist chcmisch und
thermisch stabil und wird wedex von fermentativen noch von Atmungsprozessen angegriffen. Sie laOt sich in zwei Fraktionen aufteilen, von denen
nur die grBOere, die 75% des markierten CO, enthat, genauer untersucht
werden konnte. Es laOt sich zunachst nur aussagen, daO sie weder ein Kohlehydrat oder ein Phosphorsaureester eines solchen ist, noch eine Aminooder Ketostlure, auch keine Siiure des Stoffwechselcyclus odcr deren Phosphorylierungsprodukt. Die kleinere Fraktion ist noch nicht eingehender
unteraucht, aber es scheinen sich die gleichen Angaben machen zu lassen.
Das markierte CO, wird im Dunkeln nicht gegen normales ausgetauscht,
wohl aber wird es bei Lichteinwirkung umgewandelt in Kohlehydrat bei
An- oder Abwesenheit von weiterem CO,. Man mu13 deshalb annehmen,
daO dieser Stoff das Zwischenglied darstellt zwischen dem primBren Dunkelfixationsprodukt und dem Endprodukt der Photosynthese. Der Vorgang
und die Produkte der Dunkelfixierung sind streng zu unterscheiden von
dcnen der Lichtbindung, sie stehen in keiner direkten Beziehung zueinander. (Photosynthesis in Plants 403/22; 423/36). - J.
(640)
Alanin init I3C in a-Stellung stellten J . Baddiley, G. Ehrensvdrd und
H. Nilsson her. Zunachst wurde a-Cyan-P-phenylacrylsaure mit 82 %
Ausbeute aus NaC*N, ClCH,. COONa und C,H,*CHO dargestellt und
dureh Erhitzen mit Cu-Pulver darauf mit 85% Ausbeute C,H,-CH =
CH-C*N erhalten, deren Hydrolyse durch Erhitzen mit NaOH-Losung
die freie Sfure ergab (Ausbeute 82%). Nach der Methode von Gilman
und Van E d ) wurde iiber die Lithium-Zwischenverbindung das Keton C6Hs-CH=CH-C*O-CH, sehr rein mit iiber 90% Ausbeute erhalten
und daraus w i e iiblich das Oxim dargestellt. Reduktion mit Zink-Staub
und Benzoylierung nach Harries und de Om2) fiihrte zu C,H5-CH =CHC*H (NH-CO*C6H,)-CH,in 40-45% Ausbeute. In 55-65% Ausbeutc
ergab sich daraus Benzoylalanin dureh Oxydation mit Calcium- oder
Barium-permanganat, woraus naeh Paseu und MulZen3) reines D- und
L-Alanin erhalten werden konnte. Die Methode diirfte nach entsprechenden Abwandlungen auch fur andere Aminosauren brauchbar sein.
(J. biol. Chemistry 178, 399 [1949]). -Bo.
(694)
Neomycin, ein nenes Antibiotikum, wurde von Waksman und Zeckevalier bei der Suche naeh einem gegen M. tuberculosis wirksamen Antibiotikum, das nicht die Neurotoxizitat und die resistenzhervorrufende
Eigenschaft des Streptomycins aufweist, isoliert. Es wurde aus eiqer
Streptomyces-Art, die mit Actinomyces Eradii verwandt ist, dargestellt.
Es ist nahezu ungiftig fur Tiere und lie0 bislang keine Resistenzbildung
erkennen. Seine Anreicherung crfolgt durch die gleiches Adsorptionsmethoden die fur das letztere entwickelt wordeq sind. Es ist basisch,
wasserloslich, hitzestabil und in vivo gegen viele Gram-positive und
-negative Bakterien wirksam. (Snience [New York] 109, 305 [1949]).
-Mai.
(666)
Tomatio, ein antibiotisch wirkendes Glykosid aus Tomatenblattern
isolierten Th. D. Fontaine, G. W . Irzcing jr., J . B. Poole und S. P. Doolittle. Das Aglycon Tomatidin entsteht leicht durch Sfurehydrolyse unter Abspaltung eines Tetrasaeeharids. Die wirksame Substanz ist das
Aglycon, das mit Solanidin nicht identisch ist. (Arch. Biochem. 18,
467/75
(671)
. r- i 9 4 s.. i ~- J.
1) J. Amer. Chem. SOC.55, 1258 [1933].
') Ber. dtsch. chem. Ges. 36, 2997 [19031.
a) J. biol. Chemistry 136, 335 119401.
Zur Identifizierung von antibiotischen Subsfansen bcnotigtr man
wenn es sich um die Bestimmung mehrerer Antibiotiea, etwa in einem Konzentrat, handelt - neben geeigneten Standardstirmmen die entsprechenden
Antibiotioa als Vorgleiehssubstanzen. P. G. Stansly arbeitet ohne reine
Substanzen und vergleicht die Wirksamkeit der Konzentrate an Originalstammen gegenhber spezifisch resistenten Stammen, die mit den betr.
Antibiotica aus den Originalstammen erzeugt worden sind. Wenn der Resistenzfaktor ( = hemmende Konz. beim resistent. Stamm: hemmende
Konz. beim Originalstamm) festgelegt worden ist, IfBt sich nicht nur der
Prozentsatz der einzelnen Antibiotiea, sondern ungefhhr auch ihre Menge
bestimmen. Verfugt man uber Original- und resistente Btamme fur alle
bekannten Antibiotiea, so l g t sich iiberdies ohne weiteres zeigen, ob eiu
noch unbekanntes Antibioticum vorliegt. Daa Verfahren kann wie daa
bisher ubliche nicht verschiedene Antibiotica mit gleichem Wirkungsmechanismus unterscheiden, da die resistenten Stamme meist nicht so
spezifisch resistent sind. Die Fehlerquellen, die sich durch ein Mutieren
der Stamme einstellen kannten, sind gegeniiber dem alten Verfahren verdoppelt, da zur Identifieierung jedes Antibioticums zwei S t h m e erforderlieh sind. (J. Bact. 55, 721 [1948]). -M.
(650)
Uber eine quantitative mikrobiologbohe Bestimmung von Vitamin B, 2,
die auch in Anwesenheit von Thymidin und anderen Desoxyribosiden
spezifisch ist, berichten H. Yucowitz, L. C. Norris und G. F. Heuser.
Eine Spezifitat hinsiohtlich der Desoxyriboside ist nicht unwiehtig, da
Leberkonzentrate nach Shiwe bis zu 1 % Thymidin enthalten kannen.
Zur Abtrennung der Desoxyriboside wird die papierchromatographische
Methode benutzt, die schon yon Winston und Eigen, sowie von Cdhbertson und Smith zur Trennung verschiedener B,,-aktiver Substanzen
herangezogen wurde. Wahrend diese Autoren ein Abklatschchromatogramm auf Agar hergestellt haben, das zwar anf e i n e r Platte a l l e aktiven Substanzen erfallt, aber quantitativ keine hohen Anspriiche erfullen kann, bzw. nach der Plattcnzylindermethode arbeiten, die ebenfalls
weniger genau ist, iiberfiihrt die neue Yethode einzelne Abschnitte des
chromatographierten Papierstreifens direkt in Testr6hrchen mit fliissigem Medium, die der g e n a u e n t u r b i d o m e t r i s c h e n Bestimmung unterzogen werden. Lactobacillus Zeichmannii dient als Teststamm; ein
n e w s Testmedium wurde entwickelt. - In Leberpraparaten mit bekanntem BIZ-Gehalt wurde, selbst nach Zugabe groPer Thymidin-Mengen
(bis zu 700 x mehr als B19) B,,-Werte mit cinem Fehler von max. f 4%
gefunden. (Proc. SOC. exp. Biol. Med. 71, 372 [1949]). - Mb.
(697)
Bei Einwirkung von UV-Licht oder Sonnenstrahlen aui DDT entstehen bei Gegenwart von Luft 4,4'-Diohlorbenzophenon, bei Abwesenheit der Luft 2,3-Dichlor-1,1,4,4-tetra-(p-chlorphenyl)-2-buten.Dadurch
wird die Toxizitat erheblieh verringert. Die Giftigkeit bleibt nach Versuchen von E. E. FZech bei Snspensionsspritzlaugen l b g e r bestehen
als mit Emulsionen. (J. Amer. Chem. SOC. 71, 1034/35 [1949]; J. Econ.
(702)
Entomol. 42, 164/55 [1949]). - J.
Polymethyl-aeryle a18 VbcosftPs-Index-Verbesse~r nud Stoekpunlderniedrlger schltigt W.van Horn vor. Relativ kleine Mengen von
Polymethyl-acrylen verbessern den Viscositats-Index von Schmierolen
wesentlich, ohne die ViBcosit&t stark zu erhohen. R e bleiben bei der
Pridung in Maschinen bestandig und konnen auch mit geeigneten leichteren Fraktionen als Motoren- oder Maschinenole verwendet werden.
Durch ihre Stockpunkt erniedrigenden Eigenschaften, die 8ie unter
den verschiedensten auBeren Bedingungen behalten, erleichtern sie die
Herstellung von kombinierten Sommer- und Winterblen. (Tagung
Amer. Chem. Soc. 1948). -Lu.
(706)
Brennendea Petroleum IH4t sich haufig mit Tetraohlorkohlenstoff nioht
lbschen. Daher wurden wirksamere Loschmittel gesuoht. 0.C. uqd C. mZis
fanden im J o d m e t h y l einen Stoff, der besonders gut geeignet ist. Die
anzuwendenden Mengen sind vie1 geringer als bei ,,Tetra" und 86 lassen
sich mit Tetraohlormethan nicht losohbare Briinde von Petroleum, Ather,
Methylalkohol u. a. damit lbschen. (Nature 161, 402/03 [1948]).
-J.
(619)
Literatur
ZusammenschluU der beiden Chemischen Zentralbliitter
Nach Mngeren Einigungsverhandlungen, um deren Zustandekommen
sioh Herr Prof.-Dr. Dr. h. c. Otto Buyer, Leverkusen, besondere Verdienste erwarb, haben sich die beiden Chemischen- Zentralblatter zusammengeschlossen. Es wjrd also ab 1. 1. 1950 wie friiher nur ein ,,Chemisches Zentralblatt" in der alten traditionellen Form erscheinen. Der
121. Jahrgang (1950) wird wiederum die gesamte chemische Weltlitera.
tur vollsthndig berdcksichtigen und sich wie ehedem durch die Zuverlassigkeit seiner Register auszeichnen.
Das Zentralblatt wird nunmehr herausgcgeben im Auftrag der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, der Akademie der Wissenschaften zu Gottingen und der Gesellschaft Deutscher Chemiker yon
Prof. Dr. Muzimilian Pfliicke. Chefredakteurc: Dr. Eugen Klever und
Prof. Dr. M , Pfliicke.
Der B e z u g s p r e i s fur den Jahrgang b e t r e t dem schr wesentlich
crweiterten Umfang entsprechend DM 250.- einschl. Autoren- und
Patentregister zuzuglich der Kosten fur das Sach- und Formelregister.
B e s t e l l u n g e n mu6 dem Wilhrungsgebiet der DM-Ost sind an den
Angew. Chem. I 62. Jahrg. 1950 I Nr. 1
Aksdemie-Verlag Berlin, aus dem Wirhrungsgebiet DM-West an den
Verlag Chemie, Weinheim/BergstraSe, zu richten.
Bibliothek nnd Photokopiestelle des Gmelin-Instituts
In Clausthal-Zellerfeld
Das Gmelin-Institut fur anorganisehe Chemic und Grenzgebiete in
der Max-Planck-Gesellschaft zur F6rderung der Wissenschaften verfiigt insbes. dank der Zuwendungen seitens des International Advisory
Couneil on Beilstein and Gmelin der International Union of pure and
applied Chemistry, des Compendia Committee der American Chemical
Society sowie weiterer vor allem auslandiseher Institutionen von 1946
ab l a u f e n d iiber 145 F a c h z e i t s c h r i f t e n . Davon sind 97 auslfndisohe
Fachzcitsehriften.
Interessenten erhalten in regelmaOigcn Abstgnden Zusammenstellungen uber den jcwciligen Stand der Zeitschriftenstelle der Bibliothek.
Die Bibliotheksbestiinde stehen samtlichen I n t e r e s s e n t e n BUS den
Kreisen der Forschung und Technik in den Raumen des Gmelin-Instituts
Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr, Sonnabends von 8 bis 13 Uhr zur
33
Verfiigung. D a wicderholt auswiirtige Besucher zu mehrt&gigig.cn Arbeiten nach Clausthal heraufkommen, wird in diesen Fallen um vorherige Mitteilung gebeten, um den Bibliot.hcksgaqt.en Quarticr auf ihre
Kosten beschaffen zu konnen.
Ein Entleihen von Zeitschriftenuummern nach auoerhalb ist nicht
moglich, da die Bestande vor allem fur die Arbeiten am Gmelin-Handhuch standig zur Verfiigung stehen miissen.
Dagegen fertigt die P h o t o k o p i e s t e l l e d c s G m e l i n - I n s t i t u t s
Intercssentcn auf Wunsch sowohl Photokopien 61s auch Mikrofilme gegen
llcrechuung an. ( 1 Seite Din A 4: -.75 DM; 1 Seite Din A 5: -.60 DM;
1 Scitc als Film (Leiea-Format) -.lo DM).
Mitteilungen und Anfragen sind zu richten : Gmelin-Institut, Claus1 hal-Zellerfeld, Altenauer Str. 24.
P.
[ G 731
Buchbesprechungen
Robert Wilhelm Bunsen. Lebensbild eines deutschen Naturforschers.
Von Georg Lockemann. ( GroBe Naturforschor, Herausgeg. von Dr.
I I . W. Frickhinger, Band 6. Wissenschaftliohe Verlagsgesellschaft
m. b. H. Stuttgart 1949. 262 S., 7 Abb., 1 Faksimiledruck, Stammtafcl, Ahnentafel und Ahnenliste. Halbl. D M 9.50.
Georg Lockemann, der sich als Historiker der Chemie eines guten Nam m s crfreut, h a t mit der fur ihn bezeichnenden Sorgfalt und Umsicht
ein wcitvcrstreutes Material gesammclt, gesichtet und zu einem wohlgelungenen Lebensbilde Bunsens zusammengefugt. Lockemann hatte
Gelegenheit, Einsicht in die noch in Familienbositz befindlichen Briefe
Bunsens zu nehmen und hat sic woidlich genutzt. Nach don gebotenen
Prohen kann man nur wunschcn, daB unter Zuruckstellung aller der
ublichen Skrupel und Bedenkcu, dicse kostbaren Dokumente eines Tages
unkwtriert zur Veroffentlichung gelangen. Uber den Wert der von
Loclcemnn geleisteten Arbeit kann kein Zweifel bestehen. Er wird unter
andcrem durch die Tatsache gckennzeiehnet, daB hier zum ersten Male
Bunsens Geburtsdatum richtig angegeben wird: es ist der 30. Mars 1811
(nicht der 31.). Gut herausgearbeitet ist das spezifische Verdienst Bunsens hei der Entdeckung und Bewiihrung des spektralanalytischen Verfahrens, begriiBenswert sind die schonen hiographisehen und bibliographischen Zusammenstellungen im Text und am Ende des Buchcs. Druckfehler sind zu berichtigen auf den Seiten: 104, 117, 121, 128, 146, 154,
158 und 185. ZweckmaBig wiire es, auf S. 110 s t a t t , , J . J. Thomsen"
licber eu setzcn: Julius Thomsen. Auf S. 158 schiene es mir richtiger zu
sagen : daB durch die Bunsen-Kirchhoffsehe Entdeckung die bisherige
Astromechanik zu einer wirklichen Astrophysik gemacht und daB dieser
zugleich eine Astrochemie zugesellt wurde. Eine Neuauflage wiirde durch
IIinzufiigung cines Sachverzeichnisses neben dem bisherigen NamensH. Schimank.
[NB 2051
vcrzeiehnis gcwinnen.
Die chemische Emissionsapektrolanolyse, von W. Gerlwh und E. Riedl.
Verlag Johann Ambrosius Bart, Leipzig 1949. 3. Aufl., 154 S.,
DM 10.50.
Die 1942 erschienenc 2. Auflage der Tabellen zur qualitativen Analyse
ist schon seit Jahren vergriffen. Es ist sehr zu begriihn, daB es die Verf.
und Verlag unternommen haben, das Buch neu erscheinen zu lassen.
Da die 3. Auflage ein unveranderter Neudruck der 2. Auflage ist, liegt
die Frage nahe, ob ein solches Verfahren gerechtfertigt ersoheint. Die
Tabellen haben sich in ihror Anlage auBerordeutlich bewihrt. Das Prinzip, von jedem Element nur eine beschrhnkte Auzahl besonders starker
und giinstig liegender Spektrallinien anzugeben und gleichzeitig auf dic
moglicherweise storenden Linien anderer Elemente hinzuweisen, erleichtert die qualitative Auswertung von Spektralplatten auBerordentlich.
Gegenuber den iiblichen Wellenl&ngentabellen ist die Nachschlagearbeit
vie1 geringer, besonders d a die Angaben iiber die Starke der Linien aus
der Betrachtung von Spektralplatten stammen, auf denen diese Linicn
wirklich nebeneinander abgebildet waren. Es darf nicht vergessen wcrden, daB gerade die Angaben iiber die vergleichsweise StBrkc von Spektrallinien von den Aufnahmebedingungen oft wcsentlioh abhangig und
deshalb unter Urnstanden nicht ganz sicher sind. Die hierdurch bedingto
Unsicherheit ist jedoch bei einer Analyse unter Zuhilfenahme der Tabellen
von Gerlach und Riedl ganz wesentlich geringer als bei dcr Benutzung
einer ublichen Wellenliingentabelle. Da auch die Zahl der aufgcfiihrten
Elemente keiner Erweiterung bedarf, so liegt der Umfang des Buches
fest, und man kann sagen, da13 die 2. Auflage sowohl in ihrer Anlage als
auch in ihrem Umfang keiner Anderung bedurfte.
Das Buch ist auf deutsche Verhaltniase zugeschnitten und begriindrl,
sich auf Spektralapparate und Anregungsbedingungcn, wie sic in Deutschland z. Zt. ublich sind. Zwaifelsohne ist bei den Gitterapparaten, wie sic
hauptshhlich in USA benutzt werden, wegen ihrer groBcn Dispersion dic
Frage der Koinzidenz eine wesent,lich andere. Es ist jcdoch trotzdcni
anzunehmen, daB das Buch auch d a noch ein wertvoller Ratgeber scin
kann. Es besteht kein Zweifel, daO die Tabellen als Standardwerk iibcrall
wieder begruBt werden.
W .Seith.
[NB 2091
Einlilhrung in die Chemie tar Stndierende teohnlsoher Bernte, von J . Meyer.
5. Hirzel-Verlag Stuttgatt 1948. 4. Auflage, 325 S., 23 Abh. 9.60 DM.
Die chemische Ausbildung der Studierenden technischer Rerufe ist
gegenwartig Gegenstand grnndsatzlichef Diekussionen. Dabei legen Ingenieure Wert auf die naturwissenschaftlichen Grundlagen ihres vielseitigen
Studiums. Das Lehrbuch von J . Meyer kommt diesen Bestrebungen insofern entgegen, als sich seine .Gesamt-Disposition von der beinahe zwangslaufigen Disposition einfiihrender Lehrbuoher fur Studiereude der Chemic
kaum unteischeidet. Auch es will vor allem die allgemeinen Grundlagen
der Chemie vermitteln. Das Inhaltsverzeichnis nennt im crsten Teil die
wioht gsten Begriffe und Gesetze, im zweiten und dritten Teil die wichtigsten
nichtmetallischen und metallischen Elemente. Erst bei der Durchfiihrung
der einzelnen Kapitel kommt die Eigenart des Buohes zur Geltung. ifberall,
wo AnlaB besteht, wird die Beschreibung der Stoffe und ihrer Reaktionen
sofort bis eur technischen. Anwendung fortgesetet. So sohlie5en sieh beispielsweise schon an die Chemie des Sauerstoffs Kapitel uber Verbrennung
uud Heizung, IndustrieBfen, Schadenfeuer, Flammen, Atmung .(Luftzufuhr
i n Wohn- und Arbeitsriiumen) an; auf die Chemie des Aluminiums folgt ein
Kapitel iiber (oxydisohe) Baustoffe, auf die Chemie des Eisens ein Kapit.el
iiber teohnisches Eisen, tiber Korrosion u. s. f. Der laufende Text ist in einem
einfachen, leicht lesbmen Stil gesohriebcn; dies ermelicht dem Autor die
Aufzshlung eines erstaunliah groBen Tatsaohenmaterials auf engem Raum.
Allerdings bringt die Art der gedrangten Darstellung auoh einen gewissen
Nachteil mit sioh. E r besteht darin, daB die Stdff-Lehre an einigen Stellcn
einen mehr naturkundliohen als naturwissensohaftlichnn Charaktei erhalt.
Dcm zukiinftigen Ingenieur kann nioht slles vorausgesagt werden, was er
an Stoffkenntnissen brauchen w i d . Wiohtig ist fur ihn, da5 er sich - ahnlioh wie der Chemikerim 1. Semester - in der Entwicklung und ubertragung
der Orundbegriffe iibt, damit er mit ihrer Hilfe sptiter selbstbdig zu neuen
stoffliohen Problemen Stellung nehmen kann. Hier Wt dss Buoh einen
didaktisohen Wunsch offen. Aber im Ganzen ist es geeignet, Studierende
teohnisoher Berufe, deren Aufmerksamkeit erfahrungsgemH5 duroh das Interesse an A n w e n d u n g e n bestimmt wird, rechtzeitig auf die Notwcndigkeit einer griindliohen ohemisohen Ausbildung hinzuweisen. Das Buch wird
seinen Zweck wahrscheinlich danu am besten erfiillcn, wenn es in Verbindung mit einer anschaulichen Experimentalvorlesung benutzt wird.
R. W. KohWiitter.
[NB 1281
Einfiihrung in die Atomphysik, von W . Finkelnburg. Springer-Verlag,
Berlin-Gottingen-Heidelberg 1948. 339 S., 195 Abb., DM 28.--.
Das vorliegende Buch entspricht zweifellos einem dringenden Bcdiirfnis. Es h a t sich zur Aufgabe gesetzt, alle Problems dcr Atomphysik in
einer wissenschaftlich vollkommsncn Form zu bringen, abcr doch so,
da13 auch der interessierte Nicht,physiker nicht von vornhyrein durch
ihm unverstindliche mathematisehe Formulierungen abgestoDen wird.
Nach einem allgem. Uberblick iiber die Frage nach der Existena und
iiber den Aufbau der Atome werden in den Kapiteln I11 und IV die
Struktur der Atomhiille und ihre GesetzmaDigkeiten ausfiihrlieh auseinandergesetzt. Hier gelingt es dem Verf. in vorbildlicher Weise, dcm
Lescr die komplizierten Probleme der Termsystematik vollstandig und
iibcrsichtlich klar zu machen. Auch die quantenmechanische Atomtheorie ist so dargestellt, daO sie dem durohschnittlichen Experimentalphysiker oder Chemiker vcrstandlich sein sollte, der bei den moisten andereri Darstellungen durch zu groBe mathematische Schwierigkeiten abgestoDen wird. Verf. geht dabei meist so vor, daB er angibt, welche
Voraussetzungen bei einem mathematischen Problem hineingesteckt
werden und bringt dann, ohne auf die oft sehr verwickelte Zwisohenrechnung einzugehen, das Resultat, dessen physikalisohen Sinn er diskutiert.
uhcr einige kleine Versehen, zum Beispiel, daD von eincr Totalrcflexion
an einer Metalloberflache die Rede ist, die prinzipiell unmoglich ist, kann
man dabei hinwegsehen.
Gegeniiber der.Darstellung der Atomhiille fallt das folgcnde Kapitel
iiber die Physik der Atomkerne etwas ab. Man kann natiirlich nicht auf
54 Seiten eine erschopfende Darstellung der Kernphysik verlangen, doch
vermiDt man in diesem Kapitel versnhiedcne sehr wichtige Tatsachen, Anleitung zum Praktikum der analytkehen Chemie, 1. und 2. Teil. Prakzum Beispiel die innere Umwandlung von y-Energie in Elektronentikum der qualitativen Analysc (143 S., DM 6.50), und Ausftihrung quastrahlung.
litativer Analysen (127 S., DM 5.40). Von Prof. Dr. S. Walter Souci.
5. Auflage. Verlag J. F. Bergmann, Miinohes 1949.
Auch sind eine ganze Fleihe von Fehiern unterlaufen, von denen einige
angcfiihrt seien:
Das Studinm der qualitativen Analyse ist ein Weg - und vielleicht
Die schematische Darsteilung des Zyclotrons in Abb. 119ist irrefuhrend;
die Masse des Protons ist mehrfach mit der Masse des Wasserstoffatoms einer der zweokmiiBigsten - die Reaktionen der Stoffe kewenzulernen.
verwechseit; die Beschreibung der 8-Spektren ist unrichtig; bei der Zer- Das Unterrichtsprinzip von Volhard war es, dies dadurch zu erreiohen,
strahlung eines Positrons entstehen nicht ein, sondern zwei Quanten.
daB der Student zu Versuchen angeregt wurde, deren Beschreibung und
Das folgende Kapitel behandelt die Molekularphysik. Hier wird die Dcutung er selbit ohne weitgehende Hilfe duroh das Praktikumsbuch zu
Systematik der Bandenspektren sehr iibersichtlich dargestellt. Am BohluD finden hatte. Dieses Unterrichtsprinzip maoht es dem Studierenden nioht
wird die wichtige Frage der ohemiechen Bindung besproohen. Das letzte kleicht, vennittelt ihm aber dafiir, sofern er ernsthaft mitarbeitet, ein sehr
Kapitel bringt in einem verhiiltnismDBig knappen Uberblick die wesent- solides Wissen. Das Praktikumsbuch voq Souci (1. Teil)ist eine Fortsetzung
lichen Punkte aus der Physik des fliissigen und des festen Zustandes dcr dor Auleitung von VoRard, und der angehende Lebensmittelohemiker und
Materie.
Pharmazeut, fur den das Buch vorwiegend bestimmt ist, wird von ihm
Im ganzen stellt das Buch eine reoht erfreuliohe Bereioherung unseres ebenso grtiudlich zu eigenem Denken angeleitet wie Oeqerationen von
Fachschrifttums dar, und es ware erwunscht, daB sioh nicht nur Studen- Chemikern vor ihm durch dag Buch von Volhard. Theoretisohe Erliiuterunten der Physik, sondern auch solche der Nachbargebiete, insbes. Chemi- gen erleiohtern dem Anfbger das Duroharbeiten des Buohes. Da diese
[NB a041 theoretisohen E r g h m n g e n nur kurz g e f d t eein k6snen, rue en allerdings
ker, mit ihm besoliiiftigen.
W. Riealss.
34
Angew. Chem. I 62. Jakrg. 1950 I Nr. 1
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