close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Bittere Nobelpreise. Von Alfred Neubauer

код для вставкиСкачать
Bcher
herigen Untersuchungen werden Bausteine fr eine Theorie der Zitierungen
entwickelt und die Auswirkungen fr
die Forschungsevaluierung diskutiert.
Schließlich werden Impactdaten als
zus"tzlicher und unabh"ngiger Indikator im Peer-Review-Verfahren behandelt. Anhand von Fallstudien des Autors
wird diskutiert, inwieweit Bewertungen
auf der Basis von Impactdaten mit der
Einstufung durch Fachgutachter korrelieren.
Bibliometrische
Verfahren
eignen sich jedoch nicht nur fr die
Evaluierung, sondern auch fr die
Untersuchung des Forschungssystems
als Ganzes. Folglich werden exemplarisch Fragen der wissenschaftlichen
Produktivit"t insgesamt, nationale
Trends im Output sowie Themen der
internationalen
Kooperation
aufgegriffen. In diesem Zusammenhang
wird ausfhrlich auf die Frage eingegangen, ob die US-amerikanischen
Forscher hinsichtlich Zitierungen im
Vorteil sind. Hier geht es um die Vergleichbarkeit von amerikanischen mit
europ"ischen
Einrichtungen,
eine
Frage, die im Rahmen internationaler
Studien immer wieder gestellt wird.
Abschließend werden neuere Entwicklungen behandelt, insbesondere das
Thema Electronic Publishing und neue
Datenbanken und Suchsysteme wie
Google Scholar und Scopus von Elsevier
in Verbindung mit der Frage, inwieweit
darber erstellte Impactdaten fr die
Forschungsevaluierung geeignet sind.
Zum Schluss wird die Notwendigkeit
weiterer Forschung zu diesem Thema
dargelegt und beispielsweise gefordert,
die Auswirkungen der Forschungsbewertung ber Zitierungen zu untersuchen: 3ndert sich das Verhalten der
Wissenschaftler, und hat die Evaluierung wirklich einen Anstieg der Forschungsqualit"t zur Folge?
Fazit: Das vorliegende Buch behandelt sein Thema kompetent und
anschaulich. Dem Autor ist es gelungen,
eine Brcke zwischen den komplexen
methodischen Hintergrnden und den
Erfordernissen der Bewertung zu
schlagen – angesichts der zunehmenden
Bedeutung des Themas eine l"ngst
berf"llige Notwendigkeit. Hinsichtlich
Aktualit"t, Umfang und Tiefe ist das
Buch einmalig. Es bleibt zu hoffen, dass
sich auf dieser Grundlage im Kreise der
Entscheidungstr"ger und Forscher eine
2898
www.angewandte.de
abw"gende und differenzierte Meinung
zur Brauchbarkeit von Impactdaten fr
die Forschungsevaluierung herausbildet,
die den verwickelten Zusammenh"ngen
gerecht wird. Kritik kann man allenfalls
an der insgesamt verschachtelten Gliederung ben, die zu Lasten der leichten
Orientierung geht. Einzelne Kapitel
h"tte man logischerweise in anderer
Reihenfolge abhandeln oder im Sinne
einer besseren Handhabung und :bersichtlichkeit zusammenfassen k;nnen.
Der sehr positive Eindruck des Buches
wie auch sein Informationsgehalt und
Nutzen werden dadurch jedoch nicht
beeintr"chtigt.
Werner Marx
Max-Planck-Institut fr
Festkrperforschung
Stuttgart
Bittere Nobelpreise
Von Alfred Neubauer. Book on
Demand, Norderstedt 2005. 123 S.,
Broschur,
9.90 E.—ISBN
3-8334-3448-1
Auf den ersten Blick unterscheidet sich
das Bchlein von Neubauer kaum von
dem gleichfalls im vergangenen Jahr
erschienenen Buch Nobelpreise von
Heinrich Zankl (vgl. Rezension in
dieser Zeitschrift, 2005, 117, 7143), d. h.,
es ist eine Fall- und Geschichtensammlung rund um den Nobelpreis und
einige Nobelpreistr"ger – neun sind es
dieses Mal –, an die sich tabellarische,
aber recht detaillierte Kurzbiographien
der Laureaten und einiger wichtiger
Zeitgenossen, ein Literaturteil und die
Reproduktion einiger Dokumente
anschließen. Das Neubauersche Buch
schrft allerdings wesentlich tiefer als
das eher anekdotische Zanklsche (und
enth"lt auch weniger Fehler). Das bitter
+ 2006 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
im Titel wird durch eine scharfsinnigwohlwollende Einleitung Roald Hoffmanns kommentiert und bezieht sich
darauf, dass es bei allen der hier vorgestellten Preisverleihungen Probleme und
Schwierigkeiten gegeben hat – berwiegend solche politischer Natur (Haber,
Ossietzky, Domagk, Kuhn, Butenandt,
Pasternak, Le Duc Tho und Kissinger),
aber auch aus dem Selbstverst"ndnis
einiger Preistr"ger resultierende (Svedberg, Sartre) und offenkundigen Fehlern,
die bei der Nichtbercksichtigung wichtiger Forscher und Forscherinnen
gemacht wurden (alleiniger Nobelpreis
an Hahn unter Ausschluss von Meitner
und Strassmann). Gerade dieser letzte
Fall ließe sich durch zahlreiche weitere
Beispiele erg"nzen, bitter drften sie
vornehmlich fr die Nichtbercksichtigten gewesen sein.
Fr Chemiker sind die Domagk
(1939, Physiologie/Medizin), Butenandt
(Chemie, 1939, zusammen mit Ružička),
Kuhn (Chemie fr 1938, verliehen 1939)
betreffenden Kapitel, die den Kernteil des
Buches bilden und auf die sich auch alle
im Anhang reproduzierten Dokumente
beziehen, am interessantesten. Weder in
den Haber noch Hahn betreffenden
Kapiteln erf"hrt ein auch nur ein wenig
historisch Interessierter wirklich Neues.
Die im Jahre 1939 verliehenen
Nobelpreise sind nicht zuletzt deshalb
bis heute in der Diskussion geblieben,
weil den drei Nobelpreistr"gern die
Entgegennahme ihrer Auszeichnung
von den Nationalsozialisten, letztlich
durch „Fhrerbefehl“, verwehrt wurde.
Neubauer zeigt in seinem Beitrag, dass
die Umst"nde dieser erzwungenen
Ablehnung doch recht unterschiedlich
waren. Das betrifft sowohl die Reaktion
der durch die Gestapo vertretenen
Staatsmacht als auch die Texte der
Ablehnungsbriefe und die Antwort der
Nobelstiftung hierauf bis hin zu der nach
dem Kriege doch noch erfolgten :bergabe der Preise. W"hrend der am h"rtesten betroffene Domagk (u. a. Verhaftung durch die Gestapo) nach dem
Kriege die Insignien des Nobelpreises
am 10. Dezember, dem traditionellen
Tag der Preisverleihung, aus der Hand
des schwedischen K;nigs entgegennehmen konnte, reagierte man bei
Butenandt und Kuhn reservierter.
Beiden Preistr"gern ließ man Diplom
und Medaille – das Preisgeld war in
Angew. Chem. 2006, 118, 2897 – 2899
Angewandte
Chemie
allen drei F"llen statutengem"ß verfallen – ber diplomatische Kontakte
zukommen.
Das Verdienst Neubauers besteht
ganz wesentlich darin, gerade die
Umst"nde um diese drei Preisverleihungen weiter gekl"rt zu haben.
Leider ist das Buch insgesamt sehr
heterogen geschrieben, was seine
abschnittsweise Lektre zwar erleichtert, aber eine umfassende Studie ber
diese – und andere – „bittere Nobelpreise“ nicht ersetzen kann. Auch dass
es mehr oder weniger privat erscheint,
ist schade. Ein Fazit dieses anregenden
B"ndchens ist der Wunsch nach einer
detaillierten Biographie Kuhns, die den
Lebensweg dieses berragenden Wissenschaftlers und Wissenschaftsorganisators unter zwei diametral entgegengesetzten – und d. h. sich ausschließenden – politischen Systemen sorgf"ltig
nachzeichnet.
Henning Hopf
Institut fr Organische Chemie
Technische Universit<t Braunschweig
DOI: 10.1002/ange.200585400
Nobelpreistrger im Portrt
Von Peter Badge.
Ars Vivendi,
Cadolzburg 2004.
318 S., Broschur,
39.90 E.—ISBN
3-89716-519-8
ForscherLeben
Von G nter Bersch.
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin
2005. 128 S., geb.,
29.50 E.—ISBN
3-00-017665-9
Coffee-table books, zu denen man auch
die beiden hier vorgestellten Werke
Angew. Chem. 2006, 118, 2897 – 2899
z"hlen kann, haben gegenber konventionellen Bchern zwei sehr große
Vorteile: Wegen ihrer Bilderflle erfordert ihre „Lektre“ praktisch keine
Mhe, und man bekommt sie meistens
geschenkt.
Das Nobelpreistr"gerbuch von
Badge wird zwar durch zwei kurze
Textkapitel ber Alfred Nobels Testament und den Nobelpreis sowie das
Lindauer Nobelpreistr"gertreffen und
eine 20seitige Beilage ber das Zustandekommen des Werks („Nobel Journey“) eingerahmt, ist aber dennoch ein
reines Bilderbuch aus insgesamt 246
ganzseitigen Portraits von Laureaten
aller Nobelpreistr"gerkategorien: von
Alexei A. Abrikosov (Physik, 2003) bis
Rolf M. Zinkernagel (Medizin, 1996).
Weshalb den Damen und Herren der
Nobelpreis verliehen wurde, wird leider
nur knapp in meistens recht nichts
sagenden
Kurzbiographien
(sechs
Preistr"ger pro Seite) abgehandelt. Die
meisten Fotos sind Portraitaufnahmen,
die die Nobelisten nicht in der Umgebung zeigen, in der sie die Arbeiten
ausgefhrt haben, die ihre Ehrung zur
Folge hatten. Nur ganz selten sieht man
einen Wissenschaftler im Laboratorium
(Cornforth, Khorana), einen Dichter im
Atelier (Grass) oder am Schreibtisch.
Die Fotos zeigen neugierige, kritische,
humorvolle, skeptische Damen und
Herren – aber dass es sich hierbei um
Nobelpreistr"ger handelt, sieht man den
Bildern natrlich nicht an. Es k;nnten
auch Bankiers sein, Kaufleute, Handwerker, Bauern, freundliche Pension"re
– irgendwelche Gr;ße l"sst sich aus den
Bildern – wie auch? – nicht ablesen.
Dazu w"ren entweder entsprechende
Begleittexte erforderlich oder ein
heroisierender Fotographierstil, wie er
vermutlich im sp"ten 19. oder frhen 20.
Jahrhundert fr eine entsprechende
Bilderserie zum Einsatz gekommen
w"re. Beziehungen zu den Portraits und
den Portraitierten stellen sich nur dann
ein, wenn man etwas ber sie weiß oder
sie in einer r"tselhaften, Fragen ausl;senden
Umgebung
fotografiert
wurden: sei es bei einem humorvollen
George Olah, einem als Bild und
Schatten auftretenden Roald Hoffmann
(das einzige Doppelportrait des Bandes,
Sein und Schein demonstrierend) oder
einem ernst-gewichtig in die Kamera
blickenden Barry Sharpless vor einem
Hopper-artigen Hotelzimmer als Hintergrund. Insgesamt habe ich das Buch
mit einer ratlosen Geste aus der Hand
gelegt, sind doch gerade in diesem Fall
viel weiter- und tiefergehende Portraits
ber die Homepage der Nobel-Stiftung
auf Knopfdruck verfgbar, von zahllosen anderen Fotos im Netz ganz zu
schweigen.
Diese Ratlosigkeit war bei dem
zweiten Werk, das den abschssigen
Weg vom Einzelfoto zur home story
noch einen deutlichen Schritt weitergeht, noch gr;ßer. In ihm werden 15
Mitglieder
der
Berlin-Brandenburgischen Akademie von 15 weiteren,
nicht „ikonographisch vertretenen“ (D.
Simon) Akademiemitgliedern durch
ein- oder zweiseitige schriftliche Beitr"ge vorgestellt, die durch vier bis
sieben Fotos illustriert und mit einer
Kurzbiographie erg"nzt werden. Die
Texte sind von unterschiedlicher Qualit"t
und
reichen
von
Lebensbeschreibungen, die ihren Ursprung als
tabellarischer Lebenslauf nur notdrftig
verhllen k;nnen, bis zu von Eleganz
und Witz funkelnden Beitr"gen, die
originelle Einblicke in die Pers;nlichkeit eines Portraitierten erlauben. Problematisch wird das Buch durch die
Fotografien – das Leben im zweiten Teil
des Titels. Obwohl der (ehemalige)
Akademiepr"sident Dieter Simon in der
Einleitung noch meint, „(dass) fotografiert zu werden keine Sache fr
Wissenschaftler und Professoren (ist).
Sie haben in der Regel andere Sorgen“,
wird diese Warnung im Bildteil immer
wieder in den Wind geschlagen. Gerade
die m"nnlichen Akademiemitglieder
scheinen die Pose zu lieben, wobei die
Last der Welt immer wieder gerne
getragen wird, eine Aufgabe, fr die sich
das geschichtstr"chtige Ambiente der
neuen Bundesl"nder offensichtlich
besonders gut eignet.
Wie auch immer: Beide Werke
machen ihrem Genre durchaus keine
Schande.
Henning Hopf
Institut fr Organische Chemie
Technische Universit<t Braunschweig
+ 2006 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
www.angewandte.de
2899
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
1
Размер файла
93 Кб
Теги
bittere, neubauer, nobelpreise, alfred, von
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа