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Blitzschlge an der Leitung des elektro-magnetischen Telegraphen der Bonn-Klner Eisenbahn.

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kenne, und auch hier keine Gelegenheit zum Nachschlagen habe, so konnte ich mir hiertiber keine Gewifsheit
verschaffen, und mufs somit Ihnen die Deutung des beschriebeneii Phgnomenes uberlassen. Soviel ich mich erinnere, sol1 der Interfereiiz-Bogen nur bei kleinen und
nahezu gleich grofsen Regentropfen ZUIU Entstehen kommen. Bei dem (von Donner begleiteten) Gewitter - Regen , dessen ich erwlhnte , miigen wohl die Regentropfen
nahe gleich grofs gewesen seyn, jedenfalls aber waren
sie nicht klein.
X. Elitzsc1ilci;ge u n
chr Leitung des clektro- rnugnetischen I’elegruphen der Bonn - Kiilner Eisenluhn ;
von N b g g e r a t h .
D i e heftigen Gewitter, welche gegen Ende Mai‘s und in
den ersten acht Tagen des Monats Juni sich,in der Cregend
von Bonn entluden und lnelirfaches Eiiischlagen des Blitzes
zur Folge hatten, wobei einige Tiidtungen von Menscheii
und Vieh vorgekommen sind, brachten auch einige Zerstiirungen an der Leitung des elektro-magnetischen Telegraphen der Bonn - Kiilner Eisenbahn hervor, welche in ihreri
Eigenthulnlichkeiten denkwurdig genug erscheinen, um liier
naher b eschrieb en zu w erden.
An den beiden Tagen, am 27. Mai Nachmittags zwischen 3 und 3; Uhr, und am 8. Juni Nachmittags 3; Uhr
knden diese Ereignisse statt. Sie waren in ihren Folgen
einander Hhnlich, aber kraftiger am 8. Juni, als am 27. l’tlai.
Am ersteren Tage h a t der Blitz sich am Telegraphendrahte
unfern des Bonner Behnhofs , zwischen der Endenicher
Strafse und der sogenannten Heerstrafse, welche die Eisenbahn einschneidet, entladen. Auf dieser Streckc waren
namlich siebzehn Telegraphen -Staiigen, die eine von der
andereii ungeftihr 80 Furs cntfernt, mehr oder weniger be-
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scliadigt worden. Die Bescl~tdigungen bestaidell clarin,
dafs von diesen siebzehn Stangen an ihreln Umfange, fast
in langgezogenea Spiralwindungen, 1 bis 2 2011dicke, einen
balben bis 2 Fufs lange Splitter Holz herausgerissen und
theils uinher geworfen waren, theils noch an den Pfahlen
safsen. Diese Zerstbrung ist nicht so tiefgreifend, dafs
die Stangen unbrauchbar sind ; auch haben die Leituagsdrahte und die gltsernen IsoIir -Hutcben durchaus keine
Beschtidigungen erlittea. Die telegraphischen Blitzableiter
in den StationshYusern, aus zmei Platten von SchiniedeEisen bestehend, zwischen welchen, nach dem S t e i n h ei1’schen Principe, die atmosphlrische Elektricittt in Funken
uberspringen uud sich entladen kann, hatten auch ihre geliiirigen Dienste geleistet, aber eine kleine, inerkwiirdige
Alteration erlitten. Diese Platten sind ndmlicb durch kleine
wit Siegellack-FiriiiEs angestrichene Papier - Scheibchen von
einander gehalten, nnd wo a n den Platten der elektrische
Funke iibergesprnngen war, erschien a n einer rundlichen
Stelle von 1 bis 3 Linien Breite das Schmiede-Eisen so
angeschmolzen, d a t es einige Platten fest an einander geIiitlict hattc. Die Schinelzung liefs sich auch an den kugeligen Hervorragungen auf den Eisenplatten iuit dein bewaffneten Auge ganz deutlich benierken. Diese Wirkungen waren an den Blitzableiter -Platten auf den Stationen
Bonn, Roisdorf, Sechtem; Briihl, nicht auf der Station
Kalscheuren, aber auch wieder auf der Station Kijln vorgekonimen. Auf der Station Roisdorf war aber auch noch
ein feiner kupferner Leitungsdralit im Telegraphen -Apparate selbst durch- und knopffiirmig abgeschniolzen , WOdurch der Apparat inomentan unbrauchbar wurde.
Am 27. Mai waren zchn Telegraphen - Stangen zwischen
dcm Tannenbusch und Koisdorf ebenfalls in der oben angegebenen Weise beschtidigt worden; eine schon im Innern
f a d gewesene ist aher so stark beschadigt, dais man sie
hat auswechseln miisseii. Die Draht-Leitung hatte auch
nicht gclitten; das Ansch~nelze~ider Blitzableiter - Platten
war iiur auf der Station Bonn beinerkt worden, und Be-
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ec1i:idiguiigen des Telegraphen - Apparats selbst sincl auf kciiicr Station vorgekonimen.
Die Annahme, dafs der Blitz in der Luft sic11 getheilt
habe uud in dieser Weise in resp. siebzehn und zehn Telegraphen-Stangeu zugleich eingeschlagen sey, entbehrt aller
~~'ahrscbeiiilichkeit. Die Blitz - Entladmig iniifs sich vielinehr auf den Leitungsdralit geworfeii haben. Die Leitungsdrllite siird n;imlich nin die an den Stangen befestigten
gllsernen Isolir- Hiitchen geschlungen, und von diesen
Drlhten hat sicli tiher die iiasse Oberflsche der Isolir-Hiitchen ( i n bcitlen Fgllen regnete es nlinlicli) ein Theil dcr
reichen Elektricitiits - Beladung des Dralits die Stangen entlaiig uach der Erdc verbreitet. Aehnliclie Zersplitteruugcn
mehrerer in cincr Ileilie nuf einandcr folgenden Telegraphen-Stangen sind andcrwiirts schon ijfter vorgckoiiimen
und bescliricbeu worden. Jeric Zcrstiirungcn haben wahrsclieinlich darin ihren Grund, dafs die Elektricitiit das
Wasser, welches sich mzhrend des Gemitter -Regens in
die zahlreichen Spalten uiid Risse des Holzes gezogeti hat,
plijtzlich verdampft, in seine gasfiirmigen Bestandtlieile zcrIegt. In dein Falle voin 8. Juni lnufs die Beladung des
Leituugsdrahtes mit Elektricitlt eine gmz aufserordentlich
reiche gemesen s e p , indein sie, nach der Abgabe eines
gewifs sehr bedeutenden Q u a n t u m an die siebzelin beschldigten Stangen wid nach eiiier Fortleitung von beinahe
vier Meilen Lange bis nach KiSIn, dort noch beiin Ueberspringen auf den Platten des telegraphischen Blitzableiters
das Gufseisen derselben anschinelzen koniite.
IXese interessanten Fiille beleliren voii Neuem, d a b die
Iioch in die Luft ragenden Telegraphen -Leitungen bei Gewittern den Wagen - Ziigen einen bedeutendeii Scbutz gcgeii das Einschlagcn des Blitzes gewlhren kiinnen, so wic
auch, d a b die telegraphischen Blitzableiter nuf den Statiolien sowohl die RIenschen bei den Telegraphen- Apparatea
als die letzteren selbst gut zu scliiitzcn vcruiijgcn.
Roiiii, den 11. Juni 1S32.
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