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Brandbomben. Ein Beitrag zum Luftschutzproblem. Von Brand-Oberingenieur Rumpf Knigsberg i. Pr. verlag E. S. Mittler & Sohn Berlin 1932. Preis RM

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Angewandle Chemie
45. Jahrg. 1932. Nr. 341
Neue Bucher
keitsgrenzen a m Menschen, die Todlichkeitsprodukte nur am
Versuchstier (meist a n d er Katze) festgestellt werden konnten.
Die Reaktionsweisen d er Lebewesen gegenuber den verschiedenen Karnpfstoffen sind aber verschieden groB und Extrapolationen auf den Menschen unsicher (im allgemeinen ist
dessen Enipfindlichkeit geringer als die d er Katze).
Den Ausdruck ,,Gefahrlicbkeitszahl" fur den gleichen
Begriff finde ich weniger glucklich, da die Gefahrlichkeit eines
Kampfstoffes nicht allein von d er Reaktion des Menschen Reizung oder Vergiftung -, sondern auch von Stoffeigenschaften, vor allem von d er Fluchtigkeit bedingt wird.
Das Buch handelt nach einer kurzen Besprechung des
Oaskampfverfahrens und d er toxikologischen Begriffe hauptsachlich die verschiedenen Kampfstoffe a b (Herstellungsverfahren, wichtige Eigenschaften und Anwendungsweisen). Eine
historische Tabelle iiber die erstmalige Verwendung de r einzelnen Kampfstoffe laBt wichtige Schliisse auf die Absichten
bei Freund und Feind zu. (Ich vermisse darin nur die Erwahnung der Erstverwendung von Phosgen auf englischer
Seite im Blasangriff am 19. Dezember 1915.)
In einem zweiten Teil wird d er Nebelkampf behandelt.
Hier werden auch neue vergleichende Messungen iiber Sichtverschleierung geboten, die insofern besonders bemerkenswert
sind, als sie zum erstenmal bei einfarbigern Licht durchgefuhrt
wurden. Allerdings erscheint bei d e r Wahl blauen Lichts die
Sichtverschleierung vie1 zu gunstig und deshalb weichen die
Zahlen des Verfassers von den bisher bekannten stark ab.
Die Messungen sind zudem in Konzentrationsgebieten ausgefiihrt, i n denen das B e e r sche Gesetz nicht mehr gilt. Es ware
daher sehr dankenswert, wenn die Versuche bei niedrigeren
Konzentrationen fortgefuhrt wurden, die auch militiirisch wichtiger sind, und bei andersfarbigem, vor allem auch bei infrarotem Licht.
Ausstellungen a n Einzelheiten sollen den Wert des Buches
keineswegs herabsetzen. Aber ich halte einen Hinweis fur
notig, daD man Phosgen und Perstoff nicht falsch einschatzen
sollte. Die Unertrilglichkeitsgrenzen dieser Stoffe konnten
uberhaupt nicht festgestellt werden. Die voni Verfasser mitgeteilten Zahlen sind d i e Versuchsgrenzen, deren e r schreitung die Giftwirkung verbot. Die Warnzahlen dieser
beiden Stoffe sind eh er zu hoch gegriffen, auch wenn
das Todliichkeitsprodukt f i r den Menschen betrachtlich hiiher
liegt als der vom Verfasser benutzte Wert (namlich fur die
Katze). Die Bezeichnung ,,Weiflkreuzkampfstoff" - vergl.
S. 85 - ist eine ganz ungluckliche Erfindung de r Nachkriegszeit. Durch die drei Arten von Farbkreuzen wurden die
Artilleriegeschosse nach Verwendungsart und taktischem Ziel
bezeichnet, so daD ganz heterogene Kampfstoffe in einer
Munitionsart vereinigt schienen. (Phenylcarbylarninchlorid gehorte in die Grunkreuz-l-Munition.) WeiBe Kennzeichnung
ware allein schon wegen d er Verwechslungsmoglichkeit mit
gelben Zeichen unzweckmaBig gewesen.
Der Wert des Buches erhoht sich dadurch, daB es auch
die Gas- und Nebelkampfstoffe d er Nachkriegszeit einbezieht.
Die SchluBbetrachtung iiber die Zukunft d er chemischen Waffe
ist geeignet, ein durch Propaganda unbeeinfluBte.9 verstiindliches Interesse zu wecken, wie es d er Fachniann fordern muB,
d e r seinem Volke dienen will und wie es den] Laien nottut,
d e r die Wahrheit iiber die Moglichkeiten moderner KriegW.Metzener. [BB. 146.1
fiihrung erfahren muB.
Giftgas! Und w i r ? Die Welt der Giftgase, Wesen und Wirknng,
Hilfe und Heilung. Dargestellt v w Dr. med. Dr. Phil. Herniann B u s c h e r. aU, Seiten, mit 1 Skizze und 4'2 Bildern.
Verlag R. Himmelheber u. Co., Hamburg 1932 Preis geh.
RM. 2,80, geb. RM. 4,50.
Das vorliegende Buch ist fur alle die vielen bestimmt, die
nicht in der Lage sind, d i e einschlagigen groBeren Fachwerke
zu lesen; e s sdl ihnen Aufkliirung bringen iiber die Gefahren,
die von giftigen Gasen drohen, und uber die Mittel, diesen Gefahren zu begegnen. Mit Rucksicht auf die derzeitigen Bestrebungen zur Schaffung e i n s zivilen Gas- und Luftschutzes
wurden die sog. Kampfgase besonders eingehend behandelt.
Die iibrigen Gase und Dampk, die im tiiglichen Leben Gefahren
bringen konnen, sind demgegenuber etwa8 zu kurz gekommen;
bei einer Neuauflage konnte dieser Teil vielleicht etwas aus-
fuhrlicher
chemkchen
Anfang bis
schrieben.
555
dargestellt, jedenfalls aber von verschiedenen
Unstimmigkeiten befreit werden. Dae Buch ist von
zu Ende leicht verstandlich und dabei fesselnd geEs erfullt seinen Zweck in jeder Beziehung.
Zernik. [BB. 127.1
Der Mensch und die Qase. Einfuhrung in die Gaskunde und
Anleitung zum Gasschutz. Von Erich H a m p e. RaderVerlag, Berlin-Steglitz 1932. Preis kart. RM. 3,25.
Es ist ein charakteristisches Zeichen de r heutigen Zeit, da13
gasformige Stoffe mehr und mehr in der Industrie, im Gewerbe
und selbst im Haushalte angeweradet werden, und da8 daher
die Zahl d e r Erkrankungen und Todesfalle durch Gase bestandig ansteigt. Das Problem des Gasschutzea nicht nur einzelner Personen, sondern des ganzeu Volkes nimmt daher eine
immer gro8ere Bedeutung an. Jede verstandige Aufklarungsschrift in diesem Gebiete, die sich von sohadlichen Obertreibungen, aber auch von Unterschiitzungen der tatsachlich
vorhandenen Gefahren fernhalt, ist daher lebhaft zu begriii3en.
I n dem H a m p e s c h e n Werkchen haben wir es mit einem
sehr sachverstiindig geschriebenen Buche zu tun, in dern neben
den lebenswiohtigen Gasen die industriellen und d i e Kampfgase gut geschildert werden. E
s WhlieBt sich ein Abschnitt
uber d i e Gasgefahren an, in den1 sehr anschaulich eine Reihe
von Ungliioiksfallen gesohildert wird. Der Gassohutz wird nach
seiner technischen und organisatorischen Seite hin eingehend
dargelegt, und zum SchluD wird das zur Zeit sehr aktuelle
Problem des Luftschutzes behandelt. - Das Buch k t recht klar
und allgemeinverstandlich geschrieben und w i d sicherlich auch
unter den Chemikern viele Leser finden. Der auffallend
niedrige I'reis ermoglicht weiteste Verbreitung.
Julius Meyer. [BB. 51.1
Brandbomben. Ein Beitrag zum Luftschutzproblem. Von BrandOberingenieur R u m p f , Konigsberg i. Pr. Verlag E. s.
Mittler & Sohn, Berlin 1932. Preis RM. 12,-.
In drei groBen Abschnitten: Zur Geschichte des Feuers im
Kriege, das Feuer im Weltkriege, die Brandgeschosse d e r Nachkriegszeit, wird das Thema klar, sachlich und eehr anschaulich
behandelt. Der erste Abschnitt gibt einen Oberblick iiber die
Entwicklung branderzeugender Mittel iiberhaupt (griechisches
Feuer, Schwanpulver, bengalische Feuer; Lust- und Kriegsfeuerwerkerei), d e r z a e ite eine Obersicht uber die in] Weltkriege von den einzelnen Staaten angewandten Brandmassen
und ihre Wirkung; d e r dritte behandelt die Weiterentwickluug
de r Brandgeeschose in d e r Nachkriegszeit und die voraussichtliche Rolb der n e w i t l i c h e n Brandbornbe in einem Z u k u n h kriege. Der Abschnitt ist besonders bemerkenswert durch den
Beitrag: Stadtebrande, deren Bekampfung und Abwehr und
den Selbstschutzgedanken.
Durch das Buch wird einer Notwendigkeit entsprochen,
eine Aufgabe erfullt. Die Bemiihung, letzte, dem Blick schon
wieder enteilende Erfahrung zu bannen und dem BewuBtsein
de r Zeit a m lebendiger Fulle und technisch geweiteteni Wissen
vorzustellen, ist gelungen und kann Frucht bringen. Angewandte Chemie wird hier von einer Seite, die dem Chemiker
- auch wenn e r Fachmann im engeren Sinne - sonst nicht
zuganglich ist, vorgetragen. Literaturveneichnis und Abbildungen sind ein schatzenswerter Beitrag.
Haid. [BB. 26.1
Protection des populations civiles contre la guerre chimique.
Von Andre Ma y e F. Comite international de la Croix-Rouge,
Genf 1930.
Die Beschliisse der 14. internationalen Konferenz des
Roten Kreuzes, die sich mit de m Sohutze der Zivilbevolkerung
gegen chemische Kampfstoffe und bakteriologische Mittel im
Kriege befassen, werden mit ausfiihrlichen Erlauterungen
wiedergegeben. Es ist sehr beachtenswert, daB A. M a y e r auf
die Schwierigkeiten hinwekt, de n chemischen Krieg zu verhindern, und auf d i e undurchfiihrbaren Vorschriften des Versailler Vertrages, durch welche d i e industrielle Darstellung uml
der Handel mit chemischen Karnpfstoffen unterbunden werden
soll. Die in vier Resolutionen niedergelegten Beschlusse erschopfen sich in wenig sagenden Ratschliigen an die Regierungen und an die Landerorganisationen des Roten Kreuzes,
in ihren Bemuhungen zum Schutze der Zivilbevolkerung gegen
cheniische Kampfstoffe fortzufahren. - AufFallig ist, dai3 sowohl dieser Bericht als auch der sich hier anschlieBende nicht
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