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Briefe eines Lausitzer Alchemisten aus den Jahren 1496Ч1506.

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A N G E W A N D T E CHEMIE
76 1
48. Jahrgang,
rn
Nr. 49
Seiten 761-772
7. Dezember 1935
Briefe eines Lausitzer Alchemisten aus den Jahren 1496-1506.
Ettlingen, Baden.
Von Oherstudiendirektor a. D. Dr. W. GANZI%NM~~T,I,ER,
Seitdeni die kritische Forschung unsrer "age den
Basl:liu.s 1 'aleniinus in die Legende und die beriihniten
Hollnndi ans Ende des 16. und den Anfang des 17. Jahrhunderts verwiesen hat1), erfreuen sich die Alchemisten des
ausgehenden Mittelalters keiner allzu hohen Schatzung mehr .
LVare aber die Alchemie in dieser Zeit riichts gewesen als
mischdpferische W'iederholung im Pviunde scllrullenhafter
Stuhengelehrter und -- in merkwiirdigem Gegensatz dazu
tlie freclie Spekulation bedenkenloser Aben teurer auf diejeriigen, die niclit alle Lverden, so bliebe unverstandlich, dalJ
gerade die grofien Suchenden ini ausgehenden Mittelalter untl
tler Kenaissance es gewesen sind, die sich ihr xiinandten.
L k kiihrien Wiirfe unil tiefeti Alitiurigeii eities iViko1au.v
w t l . ( ' w s , eiiies Puucce1.sii.s und Jtrkoh Horh i n i ' entspringen
~tlcliemistischenGriinden, und so erhebt sicli denti die lTrage :
woher komnit dieses neue Lehen? Hat eine bereits tote
Wissenschaft mit Hilfe freiiider Krafte eine Wiedergeburt
erfahren oder haben wir es hier niit deni l:ortlel,en eigener
Krafte zu tun, das uns nur his jetzt entgangen ist? IXe
alte, vie1 erorterte Streitfrage nach deni Verhaltnis von
Mittelalter und Renaissance erhebt sicli also auch auf deni
(:ebiete der Alchemie. Ihre Liisung setzt eine systeniatische
I )urchforscliung der Literatm vorans, von der wir lieute
iiocli weit eritfernt sind. Was in den gedrnckten Saiiiiiilungen lurliegt, ist ohrie jetleii kritisclien Apparat lierausgegehen und unifaUt auch nur eineri Teil de
den Hantlschriften der Ribliotlieken lagert. h e genauere
J iurclisicht wird hier noch nianches zutage fordern, \\.as
niclit ohne lnteresse ist2)). So niiigen derin zunachst die
folgenden Mitteilnngen atts .-1lclieiriisten})ricfeii, die Encle
tles 15. und Anfang des 10. Jahrliuntlerts in der Lausitz
geschrieheti norden sind, ihren Weg in die cTffentlichkeit.
findrn.
Ihe Urieie h c l xiiclit im ()rigiiial, sontlerii iiiir in eineiii
etnas gekiirzten Auszug in einer I'apierhantlschrift des
16. Jalirhunderts erlialten, die sicli auf der Heidelherger
I T~iiversitatsbibliotliekbefindet (Pal. Germ. 707). Sie u n faBt 55 Hlatt und triigt die iibersclirift: Practica Alchemiae Georgij Goer . Zahlreiche nachtragliclie Verhesserungen von der Hand des Schreibers zeigen, daB dieser
1)eniiiht war, den ihni vorliegendeq Brieftext stilistisch z n
1%sucht niehr Abwechslung in den :\usdruck
1 und verrat ein henierkenswertes Bestrehen,
lateinische Ausdriicke durch deutsclie zit ersetzen. Freilicli
ist er dabei nicht ininier gliicklicli, so, wenn er widerwertiger
natur durch widerwertiger Geburt, impregnieren durcli
enipfahen ein geburt und Grad (des Feuers) durch Schritt
wiedergibt. Die Xanien seiner yorlage hat er niclit imnier
richtig entziffert, er sclireiht eiiiiiial K P ~ P statt
T
Oebrr.
t'lorion;.~stntt I'l(rlorr;.s ntid Hoswiiis A Ibwiwnliia statt nhlm~/,;u/w.
\\'as Lvir iiber die I, e 1) e n s ti in s t iin d e tles t h r y
( h i .
aus den 13riefen erfahren, ist wenig. 14% lebte er nocli in
liautzen. Eaclidein er seine 1:rau utid sein Siiliiilein ver1) L;ppWfJ?l)l,i%er die unter tlciii Naiimi tier , , H o / / r ~ ? t ( / i l"x k:tiititeii .Ucliciiiisteri. lleitriige z. (ksch. drr Saturw. 11. (1. Tcchiiik
102.3. s. 220 f f
?) Vgl. meinen dcmnkhst itn -4rch. f . Kulturgesch. c-rscheinenden
.-iufsatz iiber das bereits \ o n J'rB/(,r..s in den Xitteilungetl tlcs
( k r t n . Sationaltnuseunis 1893 h r z grwiirdigte, atis Clem .-infan::
tles 1.5. Jahrhunderts stammende ,,Buch iler 11. 1)reifaltigkeit". vgl.
aiicli S. 7 6 2 , Anm. 4 .
Angew. Chriiiie.
Nr. 4LI, 1113.-~
(Eingeg. 10. Oktober 1935)
loreii hatte, zog er nacli Gorlitz, lvo er wieder Iieiratete.
Keclit zufrieden sagt er iiii Brief c (von 1503 ? s. unten) :
,,LTnd hah ich nun die ander ziir ehe genonien, ein hiibsch
zarde jungfraw, die aiich wol 3000 f . verinag und hat niir
der alinehtig mit ir auch einen jungen sohn, so ich Joseph
genand, beschert. A4berich niuW niit der niorgengab warten
hil3 nacli ires vattern totlich abgang, nlleiri ein haul3, dorinnen icli itzo wohne, hat er niir gutnillig geschenckt."
Seiiieii I3erul nennt er nie (oder der Absclireiber hat iliii
\\.eggelassen), er betont nur melirfach, daB er ,,init geineiner
stad geschafteii iiherhaitft . . . weder tag n o c l ~nacltt VOII
wegen genieiner stad hericlel ruhe geliabt u11d rlild tles ineisteii
teil be)- iiacht geschrieben" 3). Jeclenfalls \v;cr tar uwler ArLl.,
iioch Clierniker von Reruf, cleriri er sagt v o i i 4cli srll)st :
,,ich tler icli yon jugend auff niehr in den kuiisteri die voii
zuclit und erbarkeit handeln, den in den natiirlichen el-zogeii bin'' ; er hat aber ,,zu allen inensclieti und Riiclierii,
so von natiirlichen kiinsten handeln, voii j ugend auf ein
sonderlicli neigung getragen".
Die Antworten auf Goers Briefe sind niclit vorhandeli,
doch diirfte der Verlust niclit allzu g r d sein, da Q o ~ r
zweifellos der gebende Teil war. Nicht einnial der Name des
-1dressateii findet sich in GoPrs Briefen, wir erfahren ritii-,
tlall er in Xiaim \\olirite untl gelegentlicli sicli in 1:rankfurt a. >I. aufhielt. Kr war Doktor untl so veriniiglicli, tlal.!
er einen eigenen Diener halten und bedeutende Mittel iiir
seine alcliemistischen Versuclie aufwenden konnte. ( h r
schlagt ihin z. R. ein Experinient vor, x u deiii Gold ini
Wert von 50 -.--100 urigarischeri Gulden gebraucht warde.
T)en Briefverkehr verinitteln entweder tler 1)iener tles
Nainzer h k t o r s otler Raiifleiite, die ziir 1,eipxiger Messc.
reisen.
I he elf erIiaIieneri Hriefe (unter tIer Uhersclirift ,,.I<x
litera I" liat iler Abschreiher deren z\\.ei eingereiht) erstrecken sicli iiber einen griiBeren Zeitrauiii. 1)er erste ist
datiert voni Sanistag nacli Reminiscere 1400 (5. Niirz), der
vorletzte voni Freitag nach St. Marcitax (1. Nai) 1500, tler
letzte ist, \vie die riieisten andern, oline 1)atuni. 1Xe Jahreszalil 1515 des Briefes C; ist offensiclitlich ein Schreibfehler.
I )ie ersten Briefe sind kiirzer, die spateren aber wacliseii
sich zit kleinen Abhandlungen aus.
Ihe H e d e u t u n g d e r I3riefe fiir d i e Gescliiclite
d e r Clieniie besteht nun niclit et\\.a tiarin, <la[; sie neue
l'atsachen oder Verfahren initteilten : die darin besprocliene
Praktik hertilit auf langst bekarinten Rezepten inittelalterlicher Slclieinisten. Ob das von deni Mainzer entdeckte
und von ihm Tndicum Tabrohanicuni genannte Salz irgendeinen Wert liatte, la13t sich leider niclit beurteilen, da wir
seine %usaiiiiiieriset:iiiii~niclit erfaliren. N o ~ rhat es tmtersncht und ini 1:euer fliiclitig geftinden, \vesh:ill) er seiiie
Yer\\etitluiig f u r z~i~ecklos
hiilt. I )ie zu deiii Salz verweiideteri
,,iiiinora niineralia kiinnten tleni nichts den ein unreiricii
kot, so iiri feuer verzert wird, fiiistrecken".
Wolil aber lassen die Briefe uns I k h l i c k e tttn in tlie
Arbeitsweise und die Geisteshaltimg tler Zeit. Meines
IVissens ist noch keiner der vielen alcheniistischen Prozense
auf seine llurchfiihrbarkeit nachgepriift \\-orden ; ob wir tlas
: I ) Vielleicht liat (:a?/, liicr ct\\-;rs ii1)ertrieben. , J e c l h t s
(; e scliiclite d c r S t n t l t ( ; i i r l i t z \veil) jecienfalls nichts \-on ihm, aucli
in den S c r i p t o r e s r e r u m 1 , u s a t i c a r u m fiiidet sich der ?;:me
nicht, auch kein ahnlich lautendrr.
49
Ergehnis praktisclier Erfahrurig oder bloWe ,,Sclirei1,tiscli- I ~el?gleichenwesclit die einsetzurig Christi der 7 Sncraiiiei:t
und Phantasiearbeit" vor uns haben, blieb bis jetzt meist des menschen see1 77011 dem alten sauerteig der sunden,
unentschieden. Hier erfahren wir nun, wie in der Wirklich- derwegen ist aucli glaublich, das unser wasser durch siebenkeit sich die alchemistische Arbeit abspielte. Vor allem feltige distillierung gereiniget merde."
niiissen wir die unendliche Geduld bewundern, die dabei
Deni iiberlieferten Schrifttuin gegeniiber nirnnit er
aufgewendet wurde. Wie Cow schreibt, hat sein Freund z. T. eine kritische Haltung ein. Gleich im ersten Brief
16 Jalire lang vergeblich an der Herstellung des Steins der warnt er eindringlich vor der Practica des Raymuidus
Weisen gearbeitet und seit er a d dem rechten Weg zu sein Lzcllus und bezeichnet sie als ,,lauter geschwetz", und an
glaubt, sind auch schon wieder zcvei Jalire vergangen; einer anderen Stelle ruft er aus: ,,zerrei& dieselben biicher,
jniiner hofft er unniittelbar vor der Losung zu stehen und tlas euer hertz nit verfurt werde." Dagegen erkennt er an,
imnier mieder stellen sich neue Scliwierigkeiten ein. Dabei daW in der Theoria, dein TTademecum und Apertorium des,,hat er es bald uff sophistisch, bald uff peripatetisch ver- selben Verfassers einiges Gute enthalten ist, wobei er freisucht", d. h. bald nach Rezepten, die rein empirisch vor- lich die Verfasserschaft des Lull tiberhaupt in Zweifel zielit
gelien und die Stoffe bei ihren iiblichen Namen nennen, und von Schriften spricht, die Rayn7,undus Lullzcs soll haben
l d d nach solchen, die ,,philosophisch" auf theoretischer lassen ausgehen. Dagegen halt er die den1 Thowzcrs vo?~
Grundlage aufbauen und die Hauptsache in allerlei Geheim- Aquino unterschobenen Schriften ,,an seinen Bruder Railnissen verhiillen. Der Ausdruck peripatetisch erlrlart sich ~ 7 , ~ n d . umid
~ " den ,,Kommentar iiber die Turha" fur echt
natiirlicli tlnraus. daC, Aristoteks auch fur die Akhemisten imd zitiert sie stets anerkennend. Doch geschieht das nicht
(dine merkaiinte Autoritat war.
nuf die blofie Autoritat hin, sondern deshalb, weil er ihre
1)ie Apparate, die der Preund verwendet, sind die Angaben durch die Erf ahrung bestatigt gefunden hat.
iiblichen. Die glasemen GefaWe sollen von reinem, diinnem, Wohltuend beriihrt seine Ehrlichkeit und die daraus sich
\w~edischenGlas sein. AuBer tlen gewbhnlichen, wie Aleni- ergebende Zuverlassigkeit seiner Berichterstattung. So sagt
bik, Cucurbita und Phiole neniit er vas reductorium, fixa- er z. 13.: ,,soweit habe ich dies gottliche Werk selber get i \ w i i , revolutoriuni mid antifolonium. Die Bestinimung der sehen. Die conjunctio habe ich nicht geselien und wiewof
beiden ersten ergibt sich oline weiteres aus dem Namen, . . . mein guter freund sie gesehen, will ich doch v o ~ idenid:is \:as revolutoriuni war mahrscheinlich ein Gefail3, das zur jenigen, so icli nicht geselien, uff dieflmal nichts schreiben"
Sublimation per descensum nnigedreht werden konnte4), und so noch ofter. Ini Schreiben E berichtet er zwar, sein
antifoloniuni diirfte niit follis Blasbalg zusammenhangen. Freund habe einen fixen Stein erhalten, mit dem er lauteres
Natiirlich kennt Qoer auch das Aschen-, Sand- und Wasser- Silber hergestellt und in seiner Gegenwart erprobt habe,
1md. In seiner Anweisung iiber die vier Grade des Feuers fiigt aber sofort liinzu, dafi die von einem Goldschniied
Iiiilt er sidi an die bekannten Hexameter:
angestellten Proben ergeben hatten, daW es doch kein reines
Silber gewesen sei. Als er sich endlich entschlieot, die
,,l'rirnus formetur, u t sensus ei dominetur
Praktik seines Freundes nach Mainz mitzuteilen, verwahrt
Sensibus aequato gaudet natura secundo,
er sich ausdriicklich dagegen, daB dies das eigentliche GeTertius excedit, sed cum tolerantia laedit
lieimnis der Philosophen sei. Die Mitteilung erfolge nur,
I.)estructor sensus nescit procedere q~iartus"~).
1)ariel)en keniit er die drastischere Ausdrucksweise, die damit ,,aucli ihr, die ihr verstendiger seit als ich, dasjenige,
tlen ersten Grad nlit cler IViirme gleichsetzt, ,,a15 wann eine so wir verhandelt . . . auch nibelit versuchen". Hierauf
lierine iiber eiern sitze junge auszubruten" und den Ein- folgt nun eine 14 Seiten lange, niit zahlreiclien Zitaten vertritt des vierteti daran erkennt, tlalj es zischt, wenn inan sehene Anweisung, die alles Notwendige deutlicli sagt , Zwar
beschwiirt Goer den Adressaten ,,bey deni ricliter der
:mf den Deckel des Glases spuckt.
Die geistige Haltung un.srer Alcheniisten ist durcli- lebendigen und der toten, das i r diese geheimnus des Allmis religibs bedingt. Die Herstellung des Steins der Weisen mehtigen keineni gewaltigen oder unnutzen schwetzer offenist ein gijt tliches Geheininis, das der Allmachtige Clem baret, das ihr nicht die ewige straffe damit verdient", geht
offeiibart, tlem er gnadig ist. Sein Besitzer soll es aucli aber ini iibrigen in seiner Offenheit so weit, daW er nicht
nur den ProzeB in seinem ganzen Verlauf rnitteilt (zar Herniir z u gottgefdligen Zwecken verwenden ; so verspricht
stellung
von Gold ist der Freund nocli iiicht gelangt),
tler Mainzer Doktor, er wolle es ,,zu Gottes Dienst und
l{hr, auch zu Aufzieliung seiner Kinder gebrauchen". Gerri sondem aucli rnehrfach Prohen von dem hergestellten
verwendet Goer auch Gleichnise aus der Bibel; so deutet Stein iibersendet, einmal (Brief I, 1504) ,,ein grislicht pulver
er die Eingangsworte des Ortulanus : ,,init Jakohs Kleidern von ein stein, so noch nicht in den stat gebracht ist, darinnen
angetan"6) als ,4nspielung auf die zum lt7erk notwendige die vielfeltigkeit der farben erscheinen pflegt" und ,,ein
Zeit: wie Jakob 14 Jahre um Rahel geworben, so habe klein kiichlein, das in der erscheinung der niancherlei farben
Ortulanus vielleicht auch erst nach 14 Jahren einen gliick- ist", also Proben aus deni Stadium des caput corvi und des
lichen Ausgang seines Werkes erreicht. An einer anderen Pfauenschwanzes. 1506 iibersendet er nochmals zwei derStelle spricht er von der notwendigen siebenfachen Solvie- artige Proben und stellt die Zusendung des vollendeten
rung und begriindet dies folgendermafien: ,,dan in der zal Steins fur den Pall des Gelingens in Aussicht. Dagegen
der 7 tage werden alle ding begriffen, also heil3et der Prophet solle der Mainzer Freund, wenn er das Ziel friiher erreicht,
1;lisaeus den Naaman siebenmal sich im Jordan waschen. eine Probe seiner Arbeit schicken.
Der Briefwechsel wachst sicli so zu einer Art ArbeitsI
4) Ein derartiges Gefafi findet man im ,,Bud1 der h. Dreifeltig
geineinschaft aus,.wobei freilich Qoer wohl darauf bedacht
keit" abgebildct, n'iedergabe bei Pcters, Die Chemie des Markgrafen
Priedrich T. Mitteilungen ails dcm Germ. Nationalmuseum 1893, ist, daW die gegenseitigen 1,eistungen stets Zug urn Zug
erfolgen. So laWt er aiif seine Belehrung iiber die Schriften
s. 9s f f .
des Lull im ersten Brief sofort die Bitte um Ubersendung
5 , D. 11. der erste Grad des Feuers sol1 so stark sein, das dns
Gefiihl iiber ilin herrscht (d. h. (3aD er noch nicht als heiB em- einer Abschrift der ,,Aurora" folgen und verspricht seinerpfunden wird); die Natur freut sich mit ihren Sinnen an dem im
Gleichgewicht befindlichen zweiten (d. h. das Gefafi h a t etwa seits Bericht iiber die arbeiten eines Freundes. Nach der
I<orpertemperatur nnd fiihlt sich angenehm an); der dritte geht Ubersendung einer ersten Probe des Steins bittet er urn den
tlariiber hinaus, verletzt aber nur so, dal3 man es ertragen knnii; Traktat des Albertus Maynus ,,De arte vitraria". Als der
der vierte, der Zerstorer der Empfindung, kann nicht weiter Y C Y - Mainzer Doktor genauere Angaben iiber das voii ihni entstarkt merden (d. 11. das Gefafi ist jetzt so heil3, dafi man es niclit
deckte Salz von der Ubersendung der ganzen Praktik at,mehr beriihren kanu). Theatrum Chemicum 111, 138.
hiingig macht, ist er sehr unwillig. Er hatte sofort genauere
I n dessen Erlauterung der Tabula Smaragdina.
763
~
.~
.
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~- _ _ _ . _ _ _ ~ ~ ~ ~ ~ ~
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aus tlcni Traktat ,,An seineii Bruder Kaymundus" . Auch
Angaben machen sollen, da Goer ilini im vergangenen Jahr
ja auch groI?e Geheininisse niitgeteilt habe. .41s G o e ~dann die nnderen Zitate aus dieser Schrift finden sich nur zum Teil
in der Xusgabe des Theatrum Cheinicumlo); was Goer Toreine Probe dieses Sal Indicuni erhalten hat, zeigt er sich
gelegen hat, scheint eine Kompilation des Pseudothonias und
gleich wieder willig zu weiteren Mitteilungen und geht ausPseudoarnaldus und ini iihrigen z. T. verdorhen gewesen ZIL
fiilirlich auf die F'ragen und Bedenken ein, die der letzte
sein'1). Auch den ,,Juvepis Expertus" schreibt Goer nicht
Brief aus Nainz enthielt. Oh weitere Xachforscliungen auch
c h i ? A r n a l d ~ ~ 1 2 ) Die
.
TJberschrift der Massa solis lautet
anderw&rts derartigen A4ustausch yon ~\.i~senscliaitliclieri sonst ,,Consiliuni conjugii seu de inassa Solis et I,unae", was
Erfahrungen (lurch Alchemisten ergeben, wird abzuwarten
sein. Dn13 das Verhalten des Gocrsclien Kreises keinen
Sonderfall dnrstellt. ergiht sich schon daraus, dal3 aucli in
den deni I,rill zugeschriebenen ,, Ikperinienta' ' yon der
;\rbeit seiner Genossen die Rede isti).
;\her niclit nur ;\rbeit:;v;eise uiid geistigi IIdtuiig tler tlnnialigen i\lcheiiiiskn werc1c.n uxis (lurch den Briefwechsel nahe
;!ehraclit ; er gemalirt iins auch einen Einblirk in die danials
bcnutzte alchemistische Literatur. \Vie ausgedehnt die
Kenntnisse Goeys waren, ergibt sicli ails folgender T.iste :
A ltevtus h l a g n u s , De arte vitrarix
vnaldzis dr I ~ i / / o ~ whimnus
t~,
Rosariiis
Aurora
Avicenna
Dialogus hlagistri et Discipuli
GPDev
HP1.rrzc.s
,11i?ienis Expevtus
Jolznnnes Teritieusis
Krc Itcff
1,iliuni Aureuni
Massa Solis et 1,unae de consilio conjuguiii artis occultae
Sisi granum fruiiienti
Ovtiilnn?ti
I'pf Y Z ! S dr S i le i i t o , Methorlns
/ ' l ~ i / ~ C~l ~~v l ~, ~ ~/ i ~h~ ~ i ~l < ,, ! ~
Plrr.tonis I'rac tica
)urstinci riuni
I?ir i ' u l riridlis Lzrliits, Accurtationes
Xpertoriuni
Magica
Quinta Essentia
Testamentuni (Theoria und Practicaj
\Jademerum
Rebus
Rosarius minor
Thomas, Coiiirnentar zur 'furba ; ad fratreni Kayinuntliau
1urba I'hilosoyhorurn
I~tniatinus.
I\
einen hesseren Sinn ergibt. Die Aurora, die Jokannes
Rhena.ntis13) deni Thoiizas zuschreibt, ist identisch mit der
liekannten ,,Aurora consmgens", die sonst allgeniein a h
anonynie Schrift gilt, Das Exemplar des Mainzer Dolctors
befand sich offenbar in eineni Saninielhand., den Goer als
,,perichonnericus liber" hezeiclinet. Darin steckt zweifellos
ein niit TCEQL beginnender TiteF4). Ob die Wahl dieses
griechischen Wortes auf den in1 15. Jahrhuiidert auch auf den1
Gebiet der Alcheinie zii bemerkeriden griechischen Rinf1ul.l
ziiriickzufuhren oder ob liier eine griechische Beneniiung l6) vielleicht in bereits entstellter Form aus den1 Sltertmn erlialten
gebliehen ist, lgDt sich natiirlich nicht entscheiden. Die in
den1 Hand enthaltenen Bilder ziir Aurora - eine Juiixfrati
niit einer Lilie in der Hand ninimt Cold ,,\-on einer Trapezitischen Frauen"; diese wiegt es ab mid halt es einem -4dler
zutn Fressen hin, der davon so schwer wird, da13 er nicht auffliegen lrann; ein Jiensch, der sich durch Auswerfen von tier
iibrigen TTnreiniglreit seines Leibes reinigt und gegeniiber ein
andrer ,,so sich selbst umhringt, das hirn aus dem kopf scliliigt,
das hertz, genitalia und andre furnenihste gelider des leibes
zerhricht" - hahen zu den gedruckten Texten rler :hiror:t
keine Beziehung. Auch in andren alcheniistischen Schriftrii
ist niir nichts &nliches vorgekoninien.
Der von dern Mainzer genannte C!iiiintinzts tliirfte derselbe sein, der? .VTcivsiZio F i r i n n in seiner Schrift .,De Artc
Chimica" lobend anfidirt16). Die dort !:enannte Schrift ist
aher keiiie andere, als das oben S.761, h i m . 2, erwdinte .. l i u r l ~
der h. Drcifaltigkeit" , Den wirklichen ?;amen des Yerfassers
kennen wir nicht, Utmannus ist Fntstellung aus der Titelangabe ,,I,iber trinitatis fratris Alnianni" .
Vcrschiedene der von Goer angefiihrten Schriften siwl
in den gedruckten Sammlungen nicht aufzufinden. Der , ,Philosophus Christianus z. B. ist niclit identisch rnit deni l'heatrmn
Chemicum V. 7S7 genannten. Das angeblicli eineni Rosarius
minor entiioniinene Zitat: .,also ist die beste \-erniischiing:. SO
ttiit Azoc YOU. Wein, das ist dropfen cles geschniacks geschiehet"
habe ich nicht nachweisen konnen. Auch die Stellen aus den1
Dialogus des Magistri und Discipuli habe ich in keineni
tler zahlreichen, in Dialogform geschriebenen A1)hancllnngeii
des Theatrum Cheniicuni finden konnen. Vnauffindbar war
ferner die iron Goer hochgeschiitzte Schrift ,,Nisi granutn frunlenti", \ trotzdem ails ihr folgende auffallige und rolltskuntllich interessante Stelle angefuhrt wird : ,,I)er Auctor vergleicht
die kochung unsres gelobten steins der kochung eines Carppen,
sapende, wiewol schlecht brunnenw-asser kalter natur ist , also
das den1 menschen, wen ers drinket, schedlichen ist, jedocll
ein karpp darinnen wol zesotten wird, so verxvandelt es sich
zum teil in feuchte stiick des leibes, zinn teil in luftige stiick,
und wird also eiti speil3 daranl3, so der tnenschen natur nit
unbeqnem ist". Ynbeltannt ist mir ferner ein Alcheinist
namens Knltoff son+ das ,,einem Phisico des ( ! ) kBnigs in
Frankreich dedicierte huchlein Rebus"..
Durch die Briefe Goem werden also nicht ntir tinsrt
Kenntnisse der alcheniistischen Literatur urn einige Titel
und Rruchstiicke erweitert, wir erhalten auch ein Bild von
der Verbreitung dieses Schrifttums zu Ende des 15. Jahrhunderts. Schon aber stand die Ruchdruckerpresse bereit,
Das ist eine ganz stattliche I,iste, doch ist zu bedenkeii,
dal3 so kmze Zitate, wie sie aus Geber, AzGce.lzna und c h i
Philosophus Christianns nngefiihrt werden. noch nicht beweisen, daIJ der Zitierciide die Schrift :iucli wirklich geleseii
hat. L h s diirfte aucli T O I L rler doch sonst selir \-erbreiteten
31s ,,Buchleiri
Turba gelten, da Gory sie :iierk~~-iirdiFer~~~eise
des Gregorius" zitiert.
F,iiie Ars Vitraria des AlbertLis
i21agtz.u~ niire natiirlich von hiiclistem Interesse. Doch ist
iibei- ein dcrnrtiges \?-erk niclit tlas geringste l:ekannt*), L\ller
U':thrscheinlicliBeit nach liegt liier eiii MiUverstBndnis G o ~ r s
Tor. Yiellcicht hat er bei den1 illainzer Doktor das deni AZbertzis (fiilschlicher ' e ) zugescliriebene W'erlt ,,De Xlchiniia" geschen, clas zienilich ini -4nfang die *\Lschnitte , , L i e
furno Titriarioruin" iind ,,Quoiuodo ~ a s aPictilia devitreantur'
eiitliitlt. :Inch die ~ufieruiigXlherts ,De inineralibus I cap. I ,
,,queniadmodmii dixiinus et in arte vitrarin, cluae alchiiiiiae
subalternatur, ostenditur'' kann in dieseni Sinn mi&
verstantlen worden scin,
-1iiffallriid weiiig wird .I uzald voii l;i2lar~ovazitiert. %war
l") Th.Ch. 111, 27s, dort dein Bruder Reinnldus gcwidmet'
iiihrt Goer die beliannten Szitzc iiber die Regiermg des Peuers
11) So sngt Cocr fol. 5 3 v von den1 Stein: ,,alsdnn wird er senior
an, die in den1 rneist Arntrld zngescliriebeneii U;erke ,,De
perfecto magisterio" (aucli 1,uinen 1,mninuiii oder Flos qenant", h,tt also stntt ,.untie clicit Senior" gelescn , ,iintie ilicitur
senior".
Roruni genannt) zu finden sindu), aber als Worte des Tlzoinos
1 3 \ Tli. el).v 934 als Xouuni Lurnrii juvctiis llrperti abgedruckt.
~IJi Syntagnia H:trmoniae Chymico-philosophicac. Decas 11, 175
') Mnnqet, Ilibliothdque curieuse I, 826 f f .
l") Nach brieflicher Mitteilunc: von IIerrii Professor RUSLVI
8) TVie mir die Auskunftsstelle der deutschcn
Hibliotlicketi
~
mitteilt, tint dort niich niit Hilfe : k r H m d s c h r i f t e n - iiincl Tnkiinahc!:ibteiliing nichts iiber eine derartipe Schrift ermittelt wrrc!cn kiiiinen
u, 'llrntrum Chemicum 111, 138.
durfte dariti ein h e r r n e t i s c h e s Rucli zii sehen sein.
J3twa 7 ; ~ Y;~ * I ) , J ~ : , W (iilier die Farhen).
l a \ Manget, Bihl. Curieusc i T , l S 2 .
49.
'764
~
\ I l L * > \I l l I f l
C l ~ ~ l ~ l l l ~ l ~ UI Ll l l t~C ~ ~ J C ~ 1
__
-
-
- -
-
-__
~
( 11,11111
8 Jd.l~ip
19&. hr. 49
~-
-___
uiii
alte und neue, bekannte und unbekannte Werke der
AUchemisteneinem grofleren Kreise zuganglich zu inachen.
Die nun hereinbrechende Schi iftenflut wirbelte altestes und
jungstes Gut durcheinander, an Stelle des durch die Tradition gewahrten Zusammenhangs tritt wie auf religiosem
Gebiet die freie Wahl der Autoritaten durch den einzelnen.
In den Lausitzer Alchemistenbriefen finden wir die Ablagerungen des alchemistischen Schrifttums grade noch in
tingestorten Schichten. Ware es moglich, ahnliches nodl
andemarts zu finden, so konnte allmahlich das Dunkel,
das uber weiten Strecken dieses Schrifttums liegt, aufgehellt
werden
TA. 117.1
VEASAMMLUNGSBERICHTE
riioglich, da sowohl die Anzahl der Bakterien wie das Verhaltnis der verschiedenen Arten in standigen1 Wechsel begriffen sind. Wesentliche Fortschritte sind neuerdings geiiiacht
worden beiiii Studium der Rolle, welche die Knollclienbakterien
fiir das Wachstum der Leguiiiinosen besitzen. Durcli iiuswahl
spezifisch wirksanier Bakterien scheint die Moglichkeit nahe
geruckt zii sein, den Kleeanbau auch auf Boden, die bisher
versagten, nioglich zu machen.
Die Erkenntnis der Bedeutung der organischen Substanz
fur die Kriimelbildung liat dazu gefiihrt, daB inan der durch
Abbau der organischen Substanz verursachten Verschlechterung der Eodenstruktur wirksam entgegenarbeiten kann. Das
klassische Problem der Agrikulturchemie, die E r i n i t t l u n g
d e s N a h r s t o f f g e h a l t e sd e r B o d e n , ist wesentlich gefordert
worden. Man schreibt jetzt den in einem Boden anwesenden
Nahrstoffen einen bestimmten Grad der Zuganglichkeit fur
verschiedene Pflanzen zu und naliert sich damit der Moglichkeit, fur die verschiedenen Pflanzenarten eine ahnliche Skala
aufzustellen, wie man sie hinsichtlich der ihnen am besten
zusagenden pA-Werte eingefiihrt hat. Auch die Abhangigkeit
des Nahrstoffbedarfes der Pflanzen von Wasserversorgung,
Witterungsbedingurigeii usw. liat niaii beachten gelernt. Bin
kritischer Vergleich der vorliandenen Schnellniethoden der
Bodenuntersuchung ist auf Veranlassung der I t i t e r n a t i o n a l e n G e s e l l s c h a f t f u r R o d e n k u n d e unter 1,eitmig von
Prof. Mitscherliclz in Angriff genomrnen worden.
Ein weiteres Problem ist die W i r k u n g d e r B r a c h c ,
die sich in einein feuchten Klinia in einer Forderung der Stickstoffversorgung SuBert, in trockenen Gegenden in einer Verbesserung der Wasserversorgung . Einen besonders schonen
Rrfolg konnte die Bodenkunde in den letzten Jahren dadurcli
aufweiseii, daB sie in feuchten Gegenden die Moglichkeit
zeigte, die Gefahr der V e r s a u e r u n g d e s B o d e n s zu beheben, wahrend sie in trockenen Gegenden Mittel zur Verliiitung der Gefahr der Versalzung angab.
111. Internationaler KongreR fur Bodenkunde.
Oxford (England) vom 30. Juli bis 7. August 1935.
BegruBungsansprache des Prasidenten S i r J o h n R u s s e l l :
,,Die Bedeutung dev Bodenkunde fiir die Landwirtschaft."
In der gegenwartigen Zeit der Brschiitternng des Altliergebrachten verlangt man, wie von allen Wissenschaften,
so auch von der Bodenkunde, den Nachweis ihrer Daseinsberechtigung . Als die Bodenkunde in ihren Anfangszeiten nur
einen Bestandteil der =2grikulturchemie bildete, war sie eng
mit der praktischen 1,andwirtscliaft verbunden. Man erwartete
von dem Bodenkundler Beratung iiber Bodenbearbeitung,
Diingung und allgenieine Bewirtschaftung des Bodens. Durch
die Entwicklung der Bodenkunde zu einer selbstandigen
Wissenschaft hat sich diese enge Verbundenheit zeitweise gelockert ; die Not der Zeit verlangt aber von den Rodenkundlern,
daB sie nicht nur reine Wissenschaft treiben, sondern daB sie
sich in erster Linie wieder mit praktischen landwirtschaftlichen Pragen beschaftigen, um dem Landmirt zu lielfen.
t'nter den l)ieiisteii, welche die Bodenkunde in neuerer Zeit
iler Laiidwirtschaft erwiesen hat, ist zunachst die Durclifiihrurig der B o d e n k a r t i e r u n g in verschiedenen Landern
zu nennen, die nicht nur Unterlagen fur plantiraljige MaBnalinieii zur Forderung der Landwirtschaft gaiizer Gebiete.
sondern auch wertrolle Hilfe bei der Beratuiig der Landwirtschaft ini einzelnen gab. Grolje Fortschritte hat die Bodenkunde hinsichtlich der E r f o r s c h u n g d e r B o d e n s t r u k t u r
und der iin Boden v o r s i c h g e h e n d e n T'eranderungen
geniaclit . Wenn die landwirtschaftliche Krise der letzten
Jahre, die an und fur sich die groBte der Weltgeschichte war,
nicht so groBe Verluste gebracht hat wie fruhere Krisen geringeren Umfanges, so hat sicherlich dazu die durch diese
Forschungen der Bodenkunde ermoglichte Verbesserung der
landwirtschaftlichen Bodenpflege beigetragen. Allerdings sind
diese Fortschritte nicht nach allen Richtungen hin gleichmaRig erfolgt ; insbesondere bleibt noch riel zu tun hinsichtlich der Erforschung der Rolle der organischen Snbstanz des
Bodens. Hier sind grofiere Fortschritte erst zii erwarten,
nachdeni die organische Cheiuie die K o n s t i t u t i o n d e s
T, i g n i n s weiter aufgeklart haben wird. Fur den Bodenkundler \-ordringlich ist zunachst das Studiuni der relativen
Bedeutung rler noch unzersetzten urid der hmiiifizierteii orgaiiisc1ir.n Substanz ini Boden.
L)ic (lurch die Rontgenforschung belegte Auffassung, daU
der Ton den Charakter einer kristallinen Substanz aufweist,
hat cs erinoglicht, die Erscheinungen der A d s o r p t ion und
der Kriiiiielung zu erklaren und hilft deni Landwirt, die
Iiodenbearbeitung aus einer nur empirischen Kunst zu einer
Arbeitsweise nach festen wissenschaftlicheii Regeln zu niacheii.
Einen besonders augensclieinlichen Erfolg hatte die auf Grund
dieser Grkenntnisse erfolgte Siittigung der Tone niit Kalk
bei der Vrharmachung des Wieringermeer-Polders in Holland.
Rei der Betrachtung des W a s s e r h a u s h a l t e s d e s
B o d e n s hat inan grol3e Fortschritte erzielt, indem man die
alte \-orstellung aufgab, daR die Wasserbewegung im Boden
lecliglich eine Capillaritatserschrinung sei, und eine thermodpnamische 13etrachtungsweisedes Wasserhaushaltes einfuhrte.
Das Studiuni der M i k r o o r g a n i s m e n d e s B o d e n s hat
einerseits eine Anwendung in der Richtung gefunden, daB
man die fur ihr Auftreten und damit auch fur das Wachstum
der Pflanzen besonders giinstigen Bedingungen kennenlernte,
andererseits konnten dadurch die Griinde fur die sogenaiinte
Bodenmiidigkeit festgestellt werden. Bin vollstandiger Uberblick iiber die fur die Verwertung des ,Stallmistes und des
Grundungers u-ichtigen Prozesse ist allerdings noch nicht
Kommission I. Physik des Bodens.
G. W. R o b i n s o n , Univ. Coll. of ?;. Wales, Bangor:
,,DieBiiden von Gropbritannien."
V. N o v a k Iiriinn: ,,Kitrze 7Jbersirht der Bntwicklung
der wechanischen Bodenanalyse."
Bei der Arbeitstechnik der niechanischen Bodenanalyse
kommen fur KorngroBen roil 0,l-10 mi Siebmethoden in
Prage. Piir die kleinereii T(orngr6Ben spielen die Sedimentation
und die Schlanunanalyse iiu aufsteigenden Wasserstroni die
Hauptrolle, die beide auf der deni Stokesschen Gesetze folgenden Trennung der im Wasser fallenden Korner nach ihrer
KorngroBe nnd ihreni Gewichte beruhen. Die Theorie dieser
r~nalyseniiietliodenwurde von Wiegner auf Grund der Koagulation polydisperser Systenie entwickelt. Was die Einteilung
der verschiedenen Korngroljen betrifft, so brachte der Internationale KongreB fur Bodenkunde in Moskau eine einheitliclie Regelung durch Annahme der von A ttevberg vorgeschlagenen Skala. Inimer inehr trat im I,aufe der Entwicklung die
Beachtung der ultramikroskpoischen Bodenteilchen in den
Vordergrund, und man suchte die Bedeutung der Strukturaggregate der kleinsten Teilchen zu erkennen. Auf der Tagung
der 1 . Kommission der Internationalen Gesellschaft fiir Bodenkunde in Versailles 1934 wurden fur diesen Zweck 2 Methoderi
angenonmien, n&rilich die A-Methode als Standard-Methode
fur wissenschaftliche Zwecke, bei welcher der Boden vollst&ndig mit Xatronlauge unter Zerstorung des Humus durch
Wasserstoffsuperoxyd dispergiert mjrd, und die B-Methode fur
praktische Zwecke, bei welcher der Boden nur in Wasser gekocht wird, so dalj die stabileren Strukturelemente erlialten
bleiben. Ihre Inmendung findet die mechanische Bodenanalyse als Hilfsniittel fiir Zwrecke der Bodeneinteilung und
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