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Buchbesprechung Envisioning Science The Design and Craft of the Science Image. Von Felice Frankel

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Bcher
Envisioning Science
The Design and
Craft of the Science
Image. Von Felice
Frankel. MIT Press,
London 2002. 328
S., geb. 37.95 £.—
ISBN 0-262-06225-9
Ob Envisioning Science nun ein Lehrbuch, ein Handbuch oder gar ein Bilderbuch ist, kann ich nicht einmal mit
Bestimmtheit sagen, auf jeden Fall ist
es ein fabelhaftes Buch. Die Autorin
Felice Frankel, eine ausgebildete Molekularbiologin, arbeitet nach durchaus
erfolgreichen T tigkeiten als Landschafts- und Architekturphotographin
heute als Wissenschaftsphotographin
am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge und ist durch zahlreiche Ausstellungen ihrer Bilder, die
auch als Titelbilder von Nature, Science,
Advanced Materials, Journal of Physical
Chemistry oder Cellular Biology
erschienen sind, bekannt geworden.
Auch ihr vor einigen Jahren gemeinsam
mit dem Harvard-Chemiker George M.
Whitesides publiziertes Buch On the
Surface of Things, Images of the Extraordinary in Science (Chronicle Books, San
Francisco, 1997) hatte damals eine 1beraus g1nstige Aufnahme gefunden. 2berhaupt, sagt sie selbst, hat die Begegnung
mit George Whitesides und der kreativ
anschauliche Stil seiner Vorlesungen zu
einem Wendepunkt in ihrem beruflichen Leben gef1hrt.
Illustrationen in wissenschaftlichen
Publikationen haben eine lange Tradition und waren, jeweils zu ihrer Zeit, oft
Angew. Chem. 2003, 115, 999 – 1001
von exzellenter Qualit t, denkt man
etwa an Anatomie-Atlanten oder
Werke aus der beschreibenden Biologie.
Allerdings, je „exakter“ die Wissenschaft, desto abstrakter wurden auch
die Illustrationen. „Sch:ne“ Bilder
l:sen in diesen Wissenschaften immer
noch den Verdacht aus, da solle etwas gut
„verkauft“ werden. Das mag ja oft auch
zutreffen, aber es ist immer noch saubere
wissenschaftliche Information, die da
geliefert wird, vielfach eine hilfreiche
dazu. Wir alle sind heute gehalten,
Illustrationen in B1chern und Zeitschriften, Overhead-Folien oder PowerpointPr sentationen so zu gestalten, dass sie
bei der jungen, stark visuell gepr gten
Generation Akzeptanz finden. Auch
wenn wir dem Steuerzahler erkl ren
sollen, wof1r die immensen Forschungsgelder ausgegeben werden, also beim
„Public Understanding of Science“ spielt
das eine wichtige Rolle, selbst vor einem
interdisziplin ren Hintergrund, wenn
etwa die Verteilung der Gelder innerhalb
einer Hochschule mit Kollegen der
Nachbarf cher diskutiert wird. Dies war
auch der Anlass des vorliegenden
Bandes. Im Rahmen eines von der NSF
gef:rderten Projektes sollte eine Anleitung f1r Sch1ler, Studenten, ihre Lehrer
und f1r Wissenschaftler entstehen, wie
man „gute“ Bilder macht, mit deren
Hilfe man seine Zielgruppe optimal
erreichen kann und die auch das sagen,
worauf es dem jeweiligen Autor
ankommt. Gut angelegtes Geld!
Nach Felice Frankel sollen Bilder
nicht nur dokumentieren, sondern auch
Geschichten
erz hlen,
Interesse
wecken, die Frage nach dem Was und
Warum stimulieren und das Interesse
und die Leidenschaft des Forschers an
seinem Objekt widerspiegeln. Kennen
Sie den Unterschied zwischen einem
interessanten und einem langweiligen
Bild? Sie erkl rt es ganz behutsam, ist
niemals belehrend, sondern 1berl sst
dem Betrachter die Entscheidung, z. B.
zwischen zwei oder mehreren Bildern
des gleichen Gegenstandes, alle technisch einwandfrei in dem, was sie
„erz hlen“, jedoch manchmal fundamental unterschiedlich. Das ist Didaktik
im bestverstandenen Sinn, wie sie schon
Thomas von Aquin in seiner Schrift De
Magistro eingefordert hatte. Beispielhaft f1r viele, die heute unter diesem
Etikett firmieren.
* 2003 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
Das Buch beginnt nach einer Einf1hrung in das Thema mit einem von
Phyllis Morrison verfassten historischen
2berblick 1ber bildliche Darstellungen
in der Wissenschaft. Es folgen ausf1hrliche Kapitel 1ber die Grundlagen der
Photographie, das Photographieren
kleiner Gegenst nde, die Aufnahme
von Bildern mittels eines Stereomikroskops, die Verwendung verschiedener
kontrastgebender Verfahren (K:hlerBeleuchtung, Phasenkontrast, Fluoreszenztechniken) und schließlich einer
Anleitung, wie man die gewonnenen
Bilder optimal pr sentiert. Alles ist so
illustriert, wie Felice Frankel es oben
ganz allgemein gefordert hatte. Dass
wohl doch eher ein Lehrbuch vorliegt,
wird durch einige 2bungen nahegelegt,
die an das letzte Kapitel anschließen.
Ferner ist eine Liste weiterf1hrender
Literatur angegeben, in der zu meiner
Freude und 2berraschung auch Robert
Hookes Micrographia (London 1665,
Nachdruck 1987) und das sehr anregende B1chlein The Architecture of
Molecules von Linus Pauling und
Roger Hayward (San Francisco 1964),
das es 1brigens auch in einer deutschen
2bersetzung gibt, aufgef1hrt sind.
Außerdem ist ein ausf1hrliches Stichwortverzeichnis klassischer Art und –
das sehe ich hier das erste Mal – ein
visuelles Stichwortverzeichnis vorhanden. Die Ausstattung des Buchs ist
sowohl hinsichtlich der Papier- als auch
der Druckqualit t hervorragend, und
die Pr sentation ist 1berzeugend. Auch
f1r den Verlag war dieses Werk kein
Routineprodukt. Manchmal hatte ich
den Eindruck, die Schriftgr:ße (besonders beim Text auf grauem Grund) sei
etwas zu klein geraten, aber vielleicht
brauche ich ja auch nur eine neue Brille.
Felice Frankel selbst macht ihre
Bilder der besseren Aufl:sung und
Farbtreue wegen immer noch „klassisch“ auf Diapositiv-Film als Prim rquelle, um sie dann sp ter zu scannen
und digital zu bearbeiten. Aber f1r
unsere t gliche Praxis gilt: Digitalphotographie und anschließende Bildbearbeitung am Computer haben den Dunkelkammer-Spezialisten abgel:st. Diese
Technik ist inzwischen praktisch jedermann zug nglich und liefert selbst dem
Anf nger in kurzer Zeit technisch respektable Ergebnisse. Dass es auch aussagekr ftige Bilder werden, dabei hilft
0044-8249/03/11509-0999 $ 20.00+.50/0
999
Bcher
Envisioning Science. Das Buch ist eine
klare Empfehlung f1r alle, die dieses
Ziel verfolgen. Aber selbst wenn man
das Werk als „Bilderbuch“ sieht, lohnt
sich die Anschaffung, obwohl Felice
Frankel bestreitet, dass ihre Bilder
auch „Kunst“ sind. Sie sind eine Sprache
der Wissenschaft. Sie erkl rt: „Scientific
images may be beautiful and even artistic, but they are not art, and art is no
science“.
Und ich dachte, ich w1sste schon
einiges 1ber „gute“ Bilder ....
Ekkehard Diemann
Fakult:t f;r Chemie
Universit:t Bielefeld
Phosphorus-Carbon Heterocyclic
Chemistry: The Rise of a New
Domain
Herausgegeben
von Franois
Mathey. Elsevier
Science, Amsterdam 2001. 846 S.,
geb. 290.00 E.—
ISBN 0-08-043952-7
Die Phosphor-Kohlenstoff-Heterocyclen-Chemie hat sich neben der Stickstoff-, Sauerstoff- und Schwefel-Heterocyclen-Chemie zu einem riesigen Forschungsgebiet entwickelt, sodass eine
eigene Klassifizierung zweckm ßig
geworden ist. Insbesondere in den letzten 20 Jahren wurde eine F1lle von
Arbeiten 1ber P-Heterocyclen ver:ffentlicht, die 1ber eine komplexe elektronische Struktur verf1gen und als
mehrz hnige Liganden in der Komplexchemie verwendet werden. Das vorliegende Buch bietet eine zusammenfassende 2bersicht 1ber die Entwicklungen auf diesem Forschungsgebiet, angefangen von der Herstellung des ersten
P-Heterocyclus bis hin zu aktuellen
Trends und zukunftweisenden Forschungsrichtungen. Jedes Kapitel ist
von ausgewiesenen Experten, von
denen viele einen bedeutenden Beitrag
zur Entwicklung dieses Bereichs der
1000
Chemie geleistet haben, hervorragend
verfasst.
Fr1her wurde die Phosphor-Heterocyclen-Chemie in der Regel in einem
Abschnitt eines gr:ßeren Werks 1ber
Allgemeine
Heterocyclen-Chemie
abgehandelt oder in einem Anhang
eines Bandes, der den Stickstoff-Heterocyclen gewidmet war, kurz zusammenfasst. Die Anregung zu dem vorliegenden Buch geht auf Comprehensive
Heterocyclic Chemistry II (Elsevier,
1996) zur1ck, das mehrere Kapitel
1ber P-Heterocyclen enth lt, die erkennen lassen, dass eine umfassende
Abhandlung 1ber diesen Bereich der
Chemie wegen des umfangreichen Stoffes und der rapiden Entwicklung in einer
Monographie unbedingt notwendig ist.
Neun Kapitel aus dem oben genannten
Buch wurden in aktualisierter Form
1bernommen. Einige der Themen
wurden ge ndert und sieben Kapitel
neu aufgenommen. Das Ergebnis ist
ein Buch mit praktischer, systematischer
Ordnung, das alle aktuellen Bereiche
der P-Heterocyclen-Chemie in ausreichender Breite und Tiefe behandelt.
Das Buch ist in sieben Abschnitte
unterteilt. In der Einleitung gibt der
Herausgeber eine kurze historische
2bersicht 1ber das Gebiet, indem er
die Meilensteine herausstellt, die die
Entwicklung vorantrieben und die Richtung f1r die aktuelle Forschung vorgaben. Die folgenden Abschnitte sind den
drei-, vier-, f1nf- und sechsgliedrigen
P-Heterocyclen, makro- und polycyclischen P-C-Verbindungen und P-heterocyclischen Spiroverbindungen gewidmet. Der Umfang der Abschnitte wird
durch die Zahl der Ver:ffentlichungen
in dem jeweiligen Teilgebiet und der
zurzeit
bekannten
Verbindungen
bestimmt. Innerhalb eines Abschnitts
erfolgt durch die Kapitel eine weitere
Unterteilung nach Strukturen.
Phosphirane, Phosphetane, Phospholane, Phosphinane und so ziemlich
jedes ihrer entsprechenden unges ttigten und mehr als ein P-Atom enthaltenden Derivate werden beschrieben.
Besondere Aufmerksamkeit wird den
Phospholen geschenkt (zwei Kapitel),
wobei in einigen Beitr gen auch Phosphole mit weiteren Heteroatomen wie
N-, As-, Sb-, O-, S-, Se-, Te- und zus tzlichen P-Atomen vorgestellt werden.
Des Weiteren werden neben sieben-,
* 2003 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
0044-8249/03/11509-1000 $ 20.00+.50/0
acht- und neungliedrigen Ringverbindungen auch gr:ßere Makrocyclen
beschrieben, von denen viele als Chelatbildner fungieren k:nnen. Bicyclische
Systeme mit Phosphor als Br1ckenkopfatom und komplexere polycyclische
Verbindungen mit P-Atomen in den
Knotenpunkten und Spiro-P-Atomen
werden ebenfalls detailliert besprochen.
Im abschließenden Kapitel gibt der
Herausgeber eine n1tzliche 2bersicht
1ber die in der homogenen Katalyse
verwendeten P-Heterocyclen, wobei
vorrangig Strukturen und das Design
von P-Liganden diskutiert werden und
weniger mechanistische Details des
eigentlichen katalytischen Prozesses.
Der Schwerpunkt bei der Vorstellung einzelner Verbindungen oder Verbindungsklassen liegt eindeutig auf den
Herstellungsverfahren und den Bindungsbeschreibungen. Auf Reaktionsmechanismen und thermodynamische
Einzelheiten wird nur in Verbindung
mit besonders ungew:hnlichen oder
eindrucksvollen Beispielen eingegangen. Anwendungen werden lediglich
im letzen Kapitel 1ber homogene Katalyse beschrieben, aber nat1rlich wird die
Reaktivit t bestimmter Verbindungen
an passender Stelle eingehend er:rtert.
Die Ausf1hrungen werden fast immer
anhand von Reaktionsschemata veranschaulicht und durch n1tzliche, das
Wesentliche zusammenfassende Tabellen spektroskopischer und struktureller
Daten erg nzt. Zu jeder Verbindung
und jeder Information sind Literaturverweise vorhanden. Dabei werden
Arbeiten aus den Jahren 1915 bis 1999
und einige aus 2000 ber1cksichtigt.
Diese gr1ndliche und kompakte
Zusammenfassung der P-HeterocyclenChemie ist generell nicht f1r Studenten
oder allgemeine Vorlesungen geeignet,
obwohl einige lehrreiche Beispiele in
eine Vorlesung f1r Fortgeschrittene
durchaus aufgenommen werden k:nnten. Vielmehr richtet sich dieses Werk
an Spezialisten, aktive Forscher auf
diesem Gebiet. Es sollte deshalb in
jeder zentralen Bibliothek und in jeder
Forschungsgruppe, die sich mit P-Heterocyclen besch ftigt, als Nachschlagewerk vorhanden sein. Hervorragende
Beitr ge hoch qualifizierter Autoren
und die Vollst ndigkeit des behandelten
Stoffs machen Phosphorus-Carbon
Heterocyclic Chemistry: The Rise of a
Angew. Chem. 2003, 115, Nr. 9
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