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Buchbesprechung Mapping the Spectrum Techniques of Visual Representation in Research and Teaching. Von Klaus Hentschel

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Bcher
Solvent Mixtures
Properties and
Selective Solvation. Von Yizhak
Marcus. Marcel
Dekker, New York
2002. 258 S., geb.
150.00 $.—ISBN
0-8247-0837-7
Die meisten chemischen Reaktionen in
der Industrie und im Labor werden in
Lsung durchgefhrt, und die Eigenschaften des flssigen Mediums, sei es
ein reines Lsungsmittel oder ein
Lsungsmittelgemisch, haben bekanntlich einen signifikanten Einfluss auf die
ablaufenden physikalischen und chemischen Prozesse. Reine Lsungsmittel
haben unter bestimmten experimentellen Bedingungen spezifische physikalische Eigenschaften, w%hrend Lsungsmittelgemische physikalische Eigenschaften haben, die sich leicht durch
Ver%nderung der Zusammensetzung
variieren lassen. Die letztgenannte Tatsache macht man sich immer mehr
zunutze.
Lsungsmittelgemische werden heutzutage sowohl verwendet, um Stoffe in
Lsung zu bringen, die in den reinen
Komponenten nur wenig lslich sind –
ein in der pharmazeutischen Industrie oft
angewendeter Prozess –, als auch, um
Stoffe auszuf%llen oder kristallisieren zu
lassen, wie bei der Reinigung von Produkten h%ufig verfahren wird. Außerdem
werden Lsungsmittelgemische in der
„normalen“ und Umkehrphasen-Flssigchromatographie eingesetzt, um die
Trennung von Stoffgemischen effizienter
zu gestalten.
3040
Die Wahl eines Lsungsmittelgemischs und die Modifizierung seiner
Eigenschaften f%llt zweifellos umso leichter, als seine physikalischen, chemischen
und thermodynamischen Eigenschaften
bekannt sind. Diese Tatsache bildet den
thematischen Schwerpunkt im vorliegenden Buch, in dem sowohl das Verhalten
von Lsungsmittelgemischen beschrieben als auch Lsungsmodelle diskutiert
werden. Es ist in die folgenden sechs
Kapitel unterteilt: „Introduction“, „Properties of Binary Solvent Mixtures“,
„The Structure of Solvent Mixtures“,
„Preferential Solvation in Binary Solvent
Mixtures“, „Preferential Solvation of
Solutes“ und „Multicomponent Solvent
Mixtures“.
Der Autor legt besonderen Wert auf
die Darstellung von Lsungsmodellen,
wobei der Unterschied im Verhalten
zwischen einem Lsungsmittelgemisch
und einem reinen Lsungsmittel herausgestellt wird. Bei der Erkl%rung des
jeweiligen Konzepts wird der Lsungsprozess in eine Reihe von hypothetischen
Elementarschritten zerlegt und auf die
essenziellen Schritte n%her eingegangen.
Außerdem wird errtert, wie sich die
Zusammensetzung eines Lsungsmittelgemischs am besten beschreiben l%sst.
Ann%hernd die H%lfte des Buchs ist
der Beschreibung physikalischer, chemischer und thermodynamischer Eigenschaften von bin%ren Lsungsmittelgemischen gewidmet. Experimentelle und
theoretische Untersuchungsverfahren
wie Beugungs-, Simulations- und spektroskopische Methoden werden vorgestellt. Besonders ntzlich fr Praktiker
ist eine Liste mit Eigenschaften ausgew%hlter bin%rer Systeme unter Angabe
der entsprechenden Literatur. Der
Autor erl%utert auch Ausdrcke, mit
denen sich die Eigenschaften von Gemischen beschreiben lassen. Der Leser hat
somit die Mglichkeit, anhand dieser
Begriffe andere Gemische, von denen
keine experimentellen Daten bekannt
sind, einzusch%tzen. Dies ist eine weitere ntzliche Hilfe fr die Praxis.
In der anderen H%lfte des Buchs wird
vor allem die Analyse von Gemischeigenschaften unter dem Gesichtspunkt des
entsprechenden Lsungsmodells behandelt. Das Verhalten der beiden Komponenten beim Lsen einer Substanz im
bin%ren Lsungsmittelgemisch wird in
Kapitel 4 geschildert, w%hrend in Kapi-
< 2003 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
www.angewandte.de
tel 5 die Wirkungen besprochen werden,
die die Gegenwart einer neutralen oder
ionischen Verbindung im bin%ren
Lsungsmittelsystem auslst. In beiden
Kapiteln wird der Nutzen chemischer
Untersuchungen und die Schwierigkeit,
mit der sich das Lsungsmodell in Verbindung mit den chemischen Untersuchungen auf Lsungsmittelgemische
anwenden l%sst, errtert. In diesem
Zusammenhang werden einige Leser
Literaturhinweise auf chemische Untersuchungen vermissen, die mit den Hypothesen des dargestellten Lsungsmodells
nicht vereinbar sind. Da diese Studien
unerw%hnt bleiben, ergibt sich ein unvollst%ndiges Bild der Diskussion. Abschließend werden Lsungsmittelsysteme vorgestellt, die aus mehr als zwei Komponenten bestehen. Hier werden haupts%chlich tern%re Systeme besprochen.
Mit Ausnahme der oben erw%hnten
kritischen
Untersuchungen
zum
Lsungsmodell sind nahezu alle wichtigen Verffentlichungen zu dem Thema
bis zum Jahr 2001 angegeben. Marcus
handelt dieses komplexe Thema in Solvent Mixtures sehr sorgf%ltig und genau,
aber dennoch unkompliziert ab. Deshalb ist dieses ntzliche Buch allen zu
empfehlen, die sich fr das Verhalten
und die Verwendung von Lsungsmittelgemischen interessieren.
Javier Catalán
Departamento de Quimica Fisica
Aplicada
Universidad Autónoma de Madrid
(Spanien)
Mapping the Spectrum
Techniques of
Visual Representation in Research
and Teaching. Von
Klaus Hentschel.
Oxford University
Press, Oxford 2002.
562 S., geb. 75.00
£.—ISBN
0-19-850953-7
Seitdem zum „linguistic turn“ der „pictorial turn“ getreten ist, gehren Darstellung und Analyse visueller Kulturen
Angew. Chem. 2003, 115, 3040 – 3042
Angewandte
Chemie
zum Repertoire der postmodernen Kulturwissenschaften. Klaus Hentschels
Buch setzt sich davon insofern entschieden ab, als er weniger die von der
postmodernen Richtung favorisierten
„public cultures“ in den Blick nimmt,
sondern vielmehr die (allt%gliche) wissenschaftliche Praxis in das Zentrum
seines Werkes stellt. Thema des Buchs
ist die Geschichte der Spektroskopie im
19. und beginnenden 20. Jahrhundert,
einer Zeit also, in der spektroskopische
Methoden noch nicht durch die
moderne Atom- und Molekularphysik
theoretisch untermauert, sondern allein
einer ph%nomenologischen Betrachtungsweise zug%nglich waren. Das
Erkennen von Mustern, das Denken in
Bildern gehrte zu den Grundvoraussetzungen erfolgreicher spektroskopischer Arbeit, und Hentschel zeigt, dass
viele der Spektroskopiker des 19. Jahrhunderts ber beachtliche knstlerische
Talente und Erfahrung verfgten und
diese auch – innerhalb und außerhalb
ihres eigentlichen Fachgebietes – einsetzten.
Viele der im Buch vorkommenden
Akteure sind bekannt, mehr noch aber
haben bisher auf der Schattenseite der
Geschichte
gestanden.
Natrlich
werden die Forschungen Johann Jakob
Balmers, die zur berhmten BalmerSerie des Wasserstoffspektrums fhrten,
geschildert. Wir erfahren hier, wie Balmers Erfahrungen in der darstellenden
Geometrie zu einem Gestaltwandel in
der Sicht auf das Wasserstoffspektrum
beitrugen und seine Entdeckung ermglichten. Wir lesen aber auch vieles ber
bisher g%nzlich oder relativ Unbekannte: So ber Pierre Dulos, Graveur
der Pariser Académie des Sciences, der
fr Physiker wie Fizeau, Chemiker wie
Chevreul und Mineralogen wie Baudin
arbeitete. Oder ber Annie Jump Cannon, die am Harvard College Observatory etwa 400 000 Sternspektren klassifizierte, fr ihr „keen eye and extraordinary visual memory“ (Seite 353)
berhmt war und dennoch bei der
folgenden Generation der Astrophysiker wegen ihrer Ablehnung jeder theoretischen Interpretation dieser Spektren
teilweise auf Unverst%ndnis stieß. Um
Missverst%ndnisse zu vermeiden: Dies
ist kein Buch, das den Biographien der
Akteure berm%ßig viel Gewicht gibt.
Hier stehen Ideen und Handlungen im
Angew. Chem. 2003, 115, 3040 – 3042
Zentrum, und der Autor zieht die Biographie hinzu, wenn er Zusammenh%nge aufzeigen und soziale Umgebungen skizzieren will.
Hentschel begngt sich nicht mit
dem Ausgraben versteckter Angaben
und Hausadressen aus dem Pariser
Stadtalmanach Didot-Bottin. Der versierte Wissenschaftshistoriker vermisst
und ordnet seinen Untersuchungsgegenstand ebenso grndlich, wie dies die
Spektroskopiker des 19. Jahrhunderts
mit dem Spektrum getan haben. In den
zehn Kapiteln berichtet er, nachdem er
einen historischen Fberblick ber die
Vorgeschichte des Spektrums seit Leonardo da Vinci gegeben hat, ber die
Repr%sentationsformen der Spektren,
die verschiedenen angewandten Wiedergabetechniken wie Kupfer- und
Stahlstich, Steindruck, Holzschnitt und
Photografie, die Photochemie und Photometrie, auch im Infrarotbereich,
Anwendungen in der Forschung von
der Elementidentifizierung bis zur
quantitativen Emissionsspektroskopie
sowie ber Lehre und Unterricht haupts%chlich in den USA. Hentschel
beschreibt, natrlich meist exemplarisch, die Entwicklung in den USA,
Frankreich,
Großbritannien
und
Deutschland, mit einem leichten Fbergewicht auf den Vereinigten Staaten.
Indem er einen theoretischen
Ansatz vorschl%gt, der auch auf andere
Bereiche als die Geschichte der Spektroskopie bertragbar sein soll, geht der
Autor noch einen Schritt weiter. Spektroskopie ist fr ihn eine visuelle Kultur,
die querschnittsartig zu den traditionellen Disziplinen angelegt ist. Hentschel
bezieht sich dabei auf die Arbeiten der
Kunsthistorikerin Svetlana Alpers ber
die holl%ndische Malerei des 17. Jahrhunderts und macht dadurch die Identifikation einer besonderen wissenschaftlichen Praxis, die den meist textorientierten Historikern bisher entging, berhaupt erst mglich. Der Vielfalt der
Erscheinungsformen der Spektroskopie
von der Stahlanalyse bis zur medizinischen Diagnostik rckt Hentschel mit
dem
Begriff
der
„spectroscopic
domains“ zu Leibe, die alle durch verschieden kombinierte visuelle Praktiken
ausgezeichnet sind. Nicht eine Spektroskopie, sondern viele, knnte das Motto
lauten. Offen bleibt freilich in den
meisten F%llen, wie diese verschiedenen
www.angewandte.de
„domains“ in ihre Anwendungsbereiche
integriert werden.
Hentschels Buch ist kein leicht
zug%ngliches Werk, es will erarbeitet
und interpretiert werden. Wie ein Spektrum, das manche Bereiche im Detail,
einige im Fberblick zeigt, so ist auch
dieses Buch ein Meisterwerk des
Perspektivenwechsels. Isthetisch anspruchsvoll mit schnen Abbildungen
(davon vier Farbtafeln), vorzglich lektoriert, etwas trocken geschrieben, ist es
ein Werk zur Auseinandersetzung vor
allem fr Wissenschaftshistoriker, aber
auch fr Naturwissenschaftler, die sich,
nein, nicht fr die Nachtseite der Wissenschaft, sondern fr die Sonnenseite
ihres Tuns interessieren, bevor es durch
die Anwendungen des Computers bis
zur Unkenntlichkeit ver%ndert wurde.
Carsten Reinhardt
Lehrstuhl fEr Wissenschaftsgeschichte
der UniversitFt Regensburg
Broadening Electrochemical
Horizons
Von Alan M.
Bond. Oxford
University Press,
Oxford 2002.
513 S., Broschur
45.00 £.—ISBN
0-19-950477-2
Neuerscheinungen deutschsprachiger
Bcher ber Elektrochemie sind leider
selten geworden. Dies spiegelt die
augenblickliche Vertretung dieses sehr
interdisziplin%ren Arbeitsgebietes an
deutschen Hochschulen getreu wider.
Steigende Studentenzahlen und die Erkenntnis, dass eine erfolgreiche Nutzung
des breiten Modell- und Methodenspektrums dauerhaft nur auf der Grundlage
einer angemessen intensiven Forschung
an Hochschulen mglich ist, l%sst auf
Besserung hoffen. Einstweilen wird der
Leser eines der immer noch zahlreich
erscheinenden fremdsprachigen Bcher
zur Hand nehmen. A. M. Bond, vielen
< 2003 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
3041
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