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Building for peace. William A. Noyes. International Letters. Cambridge W. Hefter & sons Ltd. New York

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Neue Bather
37. Jahrgrng 18241
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Zu jener Zeit wurde der Bedarf der chemischen lndustrie an
Oleum sehr groi3. Die Alizarinfabrikation erweiterte Rich sehr stark
und verbrauchte Unmengen von rauchender Schwefelsaure, fur die
es nur einen einzigen Lieferanten gab, namlich die S t a r c k schen
Werke in Bohmen, die rauchende Schwefelsaure durch Destillation von
Alaunschiefer in eisernen Hetorten gewannen, und die die Ware in Tonkrugen, ahnlich unseren Mineralwasserkriigen, versandten. Diese
Kleinarbeit konnte den Erfordernissen der chemischen Grolhdustrie
in keiner Weise mehr genugen, und so hatten alle Alizarinfabriken
sich auf ein Verfahren eingerichtet, das C. W i n k 1 e r in jener Zeit
angegeben hatte, Schwefeltrioxyd henustellen durch Leiten eines
slochionietrischen Gemisches von Schwefeldioxyd mit Sauerstoff fiber
platinierten Asbest. Dieses Gemisch stellte C. W i n k 1 e r dadurch her,
daR er konzentrierte Schwefelsaure durch Eintropfenlassen in eine
gliihende Hetorte zersetzte nach d e r Gleichung : HISOI = H,O 4- SO2-t0.
Das Verfahrn war auDerordentlich kostspielig und bot gewaltige technische Schwierigkeiten. Aber es wurde doch ausgeubt, weil es gegenuber dein Bezuge des biihniischen Oleunls Vorteile bot.
S c h r o e d e r kam auf den Gedanken, bei diesem Verfahren den
Sauerstoff durch Luft zu ersetzen und wies nach, daD man auch RUS
einem Cieinisch von reiner schwefliger S u r e rnit Luft Schwefeltrioxyd
in guter Ausbeute erhalten kann. Auch dieses Verfahren wurde patentiert und erregte das hochsto Interesse der Farbenfabriken. Die
B a d i s c h e A n i l i n - u n d S o d a - F a b r i k erwarb eine Lizenz
dieses Verfahrens und errichtete im Jahre 1887 eine groBe Anlage,
um nach dem S c h r o e d e r schen Verfahren zuerst fliissige schweflige
Saure und dann daraus Oleum herzustellen. S c h r o e d e r leitete den Bau
dieser Anlagen, und zum Betriebsleiter wurde A. K n i e t s c h bestellt.
Die Anlage arbeitete vom ersten Augenblick an tadellos und setzte die
Anilinfabrik instand, das kostspielige Verfahren nach C. W i n k l e r einzuslellen und doch weit groflere Oleummengen zu produzieren als vorher. K n i e t s c h s rastloser Geist war aber mit diesem Erfolge noch
nicht zufrieden. Er ing noch einen Schritt weiter als S c h r o e d e r ,
verzichtete auf das ieindarstellen der schwefligen S u r e und wandte
den katalytischen ProzeB gleich auf die Gase an, wie sie beim Hosten
von Schwefelkiesen entstehen, mit dem bekannten gliinzenden Erfolge.
War auf diese Weise die Hoffnung, groroUe Mengen von reiner
schwefliger Siiure fur die Herstellung von Oleum untenubringen, zunichte geworden, so entstand doch im L a d e der Zeit eine ganze
Anzahl von neuen Verwendungszwecken. Die schweflige S u r e fand
Eingang im E i s m a s c h i n e n b e t r i e b . Sie diente bei der A b w a r m e d a m p f m a s c h i n e von J o s s e und Z i m m e r m a i i n
als Treibmittel. Sie wurde angewandt zur F e t t e x t r a k t i o n , zur
A n t h r a c h i n o n r e i n i g u n g , zum A u f s c h l u l l v o n K n o c h e n , zur Herstellung von L e i m u n d G e 1 a t i n e , alles nach
Verfahren, die S c h r o e d e r ausgearbeitet und durch Patente geschiitzt
hat. Sie fanden dann Eingang in die Z u c k e r i n d u s t r i e z u r
B a c h s a t u r a t i o n d e r S a f t e. Sie fand neuerdings gewaltige
Verwendung in der P e t r o 1 e u m r e i n i g u n g nach dem Verfahren
von E d e l e a n u , und sie wird gebraucht in der Z e l l s t o f f i n d u s t r i e zur Anreicherung der Calciumbisulfitlauge besonders
bei heiBem Wetter, wo diese Laugen leicht zu schwach ausfallen.
SchlieBlich dient sie zu chemischen Verwendungszwecken der mannigfachsten Art. Die ganze B i s u 1 f i t i n d u s t r i e rnit ihren Abkommlingen von modernen Wtzmitteln, H y d r o s u 1 f i t und H o n g a 1 i t ,
stiitzt sich auf schweflige S u r e , die nach S c h r o e d e r hergestellt ist.
Das S u 1f u r y 1 c h 1 o r i d wird aus schwefliger S u r e und Chlor
hergestellt. Von ihm hangt wieder a b die gewaltig entwickelte Industrie des E s s i g s ii u r e a n h y d r i d s und einer ganzen Anzahl
von organischen Verbindungen, die man mit reinem Chlor nicht so
glatt herstellen kann, wie mit dem milder chlorierend wirkenden
Sulfurylchlorid.
Hatte sich so die flussige schweflige S u r e im Laufe der Jahre
der vielseitigsten Verwendung fiihig gezeigt, so lieD S c h r o e d e r trotzdem seine urspriinglichen Absichten, die auf Darstellung eines moglichst billigen Oleums fuDten, nicht fallen. Er konnte sich freilich die
ersten 10 Jahre nach AbschluB des Vertrages mit der Badischen
Anilin- und Soda-Fabrik auf diesem Gebiete nicht betatigen, weil
dieser Vertrag die Firma G r i 1 I o hinderte, diese 10 Jahre auf dem
Oleumgebiet selbst zu arbeiten. Kauni war dieser Zeitraum verflossen,
so trat S c h r o e d e r mit einem Verfahren zur Herstellung von Oleum
aus Rostgasen an die Offentlichkeit, wo e r an Stelle des bis dahin
iiblichen Asbestes als Platintriiger eine besser losliche Substanq namlich wasserfreies Magnesiumsulfat, anwandte, das nun den groBen
Vorteil bot, daB man den Katalysator, sobald seine R e i n i p n g erforderlich wurde, nur in Wasser aufzulirsen hatte, um gleich das kostbare Platin in konzentrierter Form in Handen zu haben. Dieses Verfahren hat ganz gewaltige Verwendung gefunden; besonders auch in
England und den Vereinigten Staaten, wo es unter dem Namen
G r i 1 1 o - S c h r o e d e r - Verfahren allgemein bekannt ist.
Obwohl schon seit mehr als 30 Jahren Privatmann, war S c h r o e d e r unablassig rnit der Ausgestaltung seiner Erfindung beschaftigt und
hat keine Miihe gescheut, um sie zu immer hoherer Entwicklung zu
bringen. Heute lebt er als riistiger Siebziger in Berlin, und der
Verein deutscher Chemiker entledigt sich einer Dankesschuld, wenn
e r diesem Veteranen der anorganischen GroBindustrie die bochste
Ehrung zukommen IiiDt, die ihm zur Verfiigung steht, namlich die
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L i e b i g - I)
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409
Verleihung der
e n k m ii n z e , die in der Sitzung voni
12. Juni 1924 in Hostock unter einmutigem Beifall besrhlossen wurdp.
Wunschen wir ihrn, da13 er unserem Chemikerstand noch lange J a h w
in ungetrubter Frische erhalten bleibe!
Neue BUcher.
I
Building for peace. W i 11 i a m A. N o y e s. International Letters.
Cambridge, W. Hefter & Sons, Ltd., Kew York. The Chemical Catalogue 1-6.
Cents 35
Das vorliegende Heft bringt eine Heihe von Uriefen, die Fachgenossen von allgemein anerkanntem Hufe aus Anlall des ersten
Heftes, das W i I 1 i a m A. N o y e s unter dem gleichen Titel erscheinen lie& von Mitte des Jahres 1923 bis Anfang 1924 an K 0 y e s
geschrieben haben, sowie dessen Antworten darauf und schlieFIlich
ein offenes Schreiben von N o y e s an Prasident Poincari. mit Vorschlagen fur die Regelung der Heparationsfrage. Von franziisischer
Seite haben sich V. (3 r i g n a r d und C h. M a r i e , von englischer
J. T. Ii u n d t , von deutscher 0. H a h n (der lange in den Vereinigten
Staaten gelebt und das dortige Burgerrecht erworben hatte, jetzt
aber in Kiel wirkt), H. W i e 1 a n d und A. S t o c k an der AUSsprache beteiligt, auch ein Brief eines in Miinchen studierenden Amerikaners ist eingefiigt, sowie einige Briefe von N o y e s , deren
Empfiinger nicht genannt sind.
Wir miissen unserem so besonders hochgeschatzten Kollegen aufrichtigen Dank zollen, daB er sich bemiiht, vorerst einmal in den
Kreisen der wissenschaftlichen Chemiker eine Verstandigung anzubahnen, die dann als Keimselle fur den Aufbau eines wahren
Friedens dienen konnte. Wir erkennen auch gern an, daR er selbst
bestrebt ist, einen Standpunkt zu finden, der uns Deutschen gerecht
wird. Da er aber den Vorschlag ablehnt, die Kriegsschuldfrage
einem aus Neutralen zusammengesetzten Gericht zu unterbreiten,
miichte ich ihm doch empfehlen, erst einmal das F. 13 a u s m a n n sche
I3uch: ,,Und Frankreich?" zu lesen; ich glaube bestimmt, daD seine
Stellung zu der Frage, wer seit Jahrhunderten der Priedensstorer in
Europa war, eine andere werden wird.
Bei den franzosischen Kollegen wurde aber eine solche Lektiire
kaum helfen. Wenn G r i g n a r d und M a r i e , an die N o y e s sich
doch wohl gewendet hat, weil sie ihm am ersten fur eine Verstandigungsaktion in Betracht zu kommen schienen, so jeder objektiven Geschichtsauffassung bar sind, da bewundert man zwar die
franzosische Unterrichtsverwaltung, die mit eiserner Energie den
schroffsten Nationalismus dem ganzen Volke anerzogen hat, aber im
iibrigen ergreift uns der tiefste Pessimismus. Ich kann mir nicht
vorstellen, daU wir jemals einen dauerhaften Frieden haben werden,
solange ein Volk in Europa die Ilerrschaft behauptet, dessen beste
Manner so wenig objektiv denken konneii. Und so fiirchte ich auch,
daB weder der Ausfall der englischen noch der franzosischen Wahlen
etwas daran andern werden. daO Frankreich den Anspruch aufrecht
erhalt, der auch nach G r i g n a r d s Meinung berechtigt ist: ,,Deutschland darf aus,' seinem Elend und seiner Erniedrigung nie wieder
emportauchen.
Daran wird auch der gute Wille so edler und hochgesinnter Meiischen, wie es W i l l i a m A. N o y e s ist, nichts andern.
Rassow. [BB. 44.1
Die Entstehung der deutschen Kalisalzlager. Von Prof. Dr. E. J a net k e . Rd. 59: ,,Die Wissenschaft, Einzeldarst. a. d. Naturw. u.
d. Technik". Zweite Aufl. 111 Seiten. Mit 30 Abb. Braunschweig
1923. Verlag Friedr. Vieweg, A.-G.
Geh. G.-M. 4, geb. G.-M. 5,50
Verfasser gibt eine k u n e crschopfende Darstellung der Grundlagen der Entstehung der deutschen Kalilager. auf physikalisch-chemischen Tatsachen aufgebaut und im vollen Einklange mit den geologischen Befunden. In der Theorie iiber die Entstehung der deutschen Kalilager bringt die vorliegende zweite Auflage im Vergleich
zur ersten nichts prinzipiell Neues; die Untersuchungen sind aber
nach verschiedenen Richtungen erganzt und vertieft und haben zu
einer Umarbeitung verschiedener Abschnitte gefuhrt.
Im ersten Teile des Ruches stellt Verfasser die Loslichkeitsverhaltnisse der im Meerwasser gelosten Salze dar und zeigt das Verhalten der bei verschiedenen Temperaturen nus Meerwassersalzen
erhaltenen gesattigten Salzlosungen; ein weiterer Abschnitt behandelt
die Vorgange des Schmelzens kristallwasserhaltiger Doppelsalze und
Salzmischungen. Im zweiten Teile wird uber die primare Ausscheidungsfolge der Salze und die Urnwandlung der ausgeschiedenen Salze
beim Absinken in die Erde und beim Aufsteigen berichtet; im dritten
Teile zeigt Verfasser die Ubereinstimmung der Theorie mit dem geologischen Vorkommen, bespricht die bisherigen Ansichten iiber die
Entstehung der Kalilager, ferner die selteneren Salze.
Das Buch gibt Zeugnis von griindlicher wissenschaftlicher Arbeit.
Schucht. [BR. 40.1
Lexikon der Erniihrungskunde. Herausgegeben von Prof. Dr. E.
M a y e r h o f e r und Prof. Ur. P i r q u e t . 1. Lieferung. 144 S.
Wien 1923. Rikola-Verlag.
Ein sehr eigenartiges Werk kiindigt sich unter dem angefiihrten
Titel rnit der ersten Lieferung an. Unter Stichworten in alpha-
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