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Bunsenin ein neues Tellurmineral.

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J. A. Krenner.
Vorstehende ohne weiteres verstkndliche Tabelle gibt
nun am besten einen Maasstab fur den Grad der Genauigkeit, bis zu welchem sioh mit Hulfe der Pumpe der Stickstoff aus reinem Wasser gewinnen Yasst.
Bei Betrachtung der Fehlergrosse hat man sich indess
wohl zu erinnern, dass dieselbe nicht nllein durch die
Pumpe, sondern auch und vor allen Dingen durch die Analyse des gesammelten Gases bedirigt worden ist.
Gerade der nnalytische Fehler musste auf das Endresultat deshalb von bedeutenderem Einflusse sein, weil
trotz der angewandten Flussigkeitsmasse die Menge des
gesammten Gases doch immer eine sehr geringe blieb.
F u r den Physiologen ist es interessant und wichtig,
zu sehen, dass die procentische Menge von Stickgas, welche reines Wasser bei Bluttemperatur und bei dem mittleren Barometerstande eines Ortes in sich aufnehmen kann,
bedeutend kleiner ist als der Procentgehalt an Stickgas,
der bei Blutgasanalysen am selben Orte constatirt zu werden pflegt. VorlBufige Versuche mit Losungen von reinem
Blutfarbstoff machen es nicht unwahrscheinlich , dass der
Absorptionscoefficient des Stickstoffs schon fur solche ein
grijsserer ist als fur reines Wassei?.
T u b i n g e n , Ostern 1877.
XI. Bzcnseniiz , eiwa n e w s !l'ellncrrnineral; won
Dr. Josef A l e x a n d e r H r e m n e r ,
4-
(Aus der Termeszetrajzi Fuzetek 1. Heft 1877 vom Herrn Verfasser
mitgetheilt.)
u n t e r den von Prof. A. S c h u l l e r in Nagy6g gesammelten Tellurerzen fand ich ein bisher unbekanntes.
Es zeigt licht stahlgraue, meist stark geriefte kleine
J. A. Krenner.
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Krystalle , welche auf Quarz sitzen, mit dessen Krystallen
sie innig verwachsen sind.
Die ! - 2 Mm. grossen Krystalle sind selten symmetrisch ausgebildet , sondern erscheinen gewohnlich als
mehr oder minder gekriimmte Tafelchen, deren Hauptgestalt durch die Tangentialflachen der nach drei Richtungen sich hinziehenden Streifen und Riefen bestimmt
wird.
Prof. V. W a r t h a , der die Freundlichkeit hatte, dieses Mineral einer qualitativen chemischen Analyse zu
unterziehen, fand, dass es aus Gold und Tellur besteht.
Ein gelbes derbes Tellurgoldist schon bekannt, es ist dies
der von G e n t h nach seinem Fundorte benannte Calaverit.’)
Ich erlaube mir, dieses graue, krystallisirte nagy&ger
Tellurgold, nach Prof. R. B u n s e n als demnjenigen, welcher sich durch die Entdeckung und Verbesserung chemisch-mineralogischer Untersuchungsmethoden so grosse
Verdienste um die Mineralogie erworben hat, B u n s e n i n z,
zu nennen, um so mehr, als es gerade dieser beriihmte Fachmann war, welcher ein anderes nagy&ger Tellurmineral,
den Nagykgit nach seinen wunderbar subtilen Methoden
in die einzelnen Bestandtheile zerlegte.
Die Krystalle erwiesen sich als rhombisch. Sie bestehen hauptsachlich aus dem Grundprisma, einem Doma
und den zwei oder drei Endflachen, zu welchen Gestalten
sich oft eine stumpfe Pyramide gesellt. Ausser obigem
Prisma kann man noch vier andere beobachten.
Die beobachteten Flachen sind nach M i l l e r ’ s und
N a u m a n n ’ s Bezeichnung :
100 COP00
6 010 00FCO .
c 001 0 P
m 110 COP
s 120 mi;:!
a
n 130 0093
k 320 COP$
I 2 1 0 mP2
d 011
@,Oo
p 122 f32
1) Silliman J. 1868. (2) XLV. p. 134.
2) Der S a m e Bunsenit ist bereits vergriffen.
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J. A. Krenner.
Die Grundpyramide wurde nicht beobaclitet.
Die Spaltbarkeit ist basisch nach c = 001 und eine
ausgezeichnete zu nennen.
Zur Grundlage der Berechnung wurden die nachfolgenden, an einem sehr guten Krystall gefundenen NormalWinkel genommen :
m m = 110 l i b = 86' 201
ni d = 110 011 = 71' 53'
Die iibrigen Flichen ergaben im Mittel folgende Neigung :
122 011 = 13' 41'
122 001 = 300 5
122 110 = 61' 46'
122 122 = 52' 2 0
010 011 = 63' 0'
110 120 = 18' 43'
010 130 = 19' 3 8
100 210 = 25 - 254' crc.
100 320 = 32O crc.
Bus obigen Grundmessungen wiirden sich folgende
Flachenneigungen berechnen :
010 011 = 62' 58'
001 011 = 27' 2'
122 100 = 76" 22.8'
122 010 = 63' 47.2'
122 001 = 30' 2.3'
011 122 = 13' 37.2'
120 122 = 590 57.7'
122 110 = 61' 42.5'
010 130 = 19' 33.8'
100 210 = 25' 7.5'
100 320 = 32' 1'
100 120 = 61' 56.3'
Die treppenartige Riefung und Streifung ist nicht das
Resultat von Zwillingsbildungen - was ich besonders
betonen zu mussen glaube - sondern die Folge von parallelen Wiederholungen der Flachen.
Die Riefung findet statt :
1. I n der Prismenzone meist, durch Wiederholung der
Flachen 110 und 010.
2. I n der Doma-Pyramidenzone, und zwar zweifach,
an beiden Seiten der Krystalle, namlich meist durch dab
vielfache Auftreten der Flachen 011 und 122.
Diese beobachteten Combinrttionen werden durph die
Piguren Taf. IV 5a-5d versinnlicht. Und zwar zeigt :
J. A. Krenner.
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die Fig. 5 a die gewohnlichste Combination der Formen
100, 010, 110 und 011.
Fig. 5 b jene von 100,010,001,110, 120,011 und 112.
Fig. 5 c besteht aus den FlBchen 100, 010,110, 120,
011 und den selteneren 210,320,130,wahrend
Fig. Sd aus 100, 010, 110, 011, 112 Gestalten besteht und einerseits die durch die Wiederholung von 110 und 010, andererseits
durch jene von 122 und 011 entstandene
Riefung darstellt.
W a s die nahere chemische Constitution dieses interessanten Minerals betrifft, so wird diese wohl mein geehrter Freund Prof. V. War t h a , welcher die chemische
Analyse desselben freundlichst zugesngt hat, baldigst ermitteln.
Wird der Bunsenin in morphologischer Beziehung mit
anderen Mineralien verglichen, so ergibt sich :
1. Dass seine Gestalt ubereinstimmt mit einem anderen in morphologischer Beziehung mir schon seit einigen
JahrGn bekannten Tellurerze aus Nagy&g, welches aber
aus Gold, Tellur und Silber besteht, und unter dem mehrdeutigen Sammelnamen ,,Weisserz “ l ) eine Rolle spielt.
Dieses weisse Mineral zeigt :
100 110 = 430 1 2
011 110 = 72’ 3’
Dasselbe spaltet anch ausgezeichnet basisch.
2. Unser Mineral, mit dem offenbttnyaer Sylvanit a)
verglichen , ergibt Folgendes: nach M i l l e r betragt bei
letzterem die Neigung des Prisma zu der Macroendflache
1) Dieses in Konigswasser gelegt, lasst einen weissen Ruckstand von
Chlorsilber zuruck, wahrend der Bunsenin ebenso behandelt, ohne
diesen sich vollkommen lost.
2) Hier muss ich bemerken, dass ich auf Grund des in meinen Handen befindlichen Materiales K o k s c h a r o w ’ s Ansicht iiber das
Krystallsystem des Sylvanites nicht beipflichten kann, vielmehr
der alteren Miller’s, wonach derselbe rhombisch ist, beitreten
muss.
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J . A. Kren.ner,
34O 36', wahrend beim Bunsenin das berechnete 3/4 Prisma
zu derselben Endflache einen Winkel von 35O 8' ergabe,
wonach die Differenz O o 32' ware.
Beim Sylvanit ist ferner das Brachydoma zur Brachyendflache 48O 28' geneigt; dieser Winkelwerth auf den
dreifachen Indices berechnet, ergibt 73 0 3 3 , wahrend beim
Bunsenit 001 010 = 74O 46.7' betriigt. Die Differenz ist
hier 1O 13.7'.
3. Wird der Bunsenin mit dein ebenfalls basisch spaltenden Discrasit verglichen, so selien wir, dass bei letzterem nach M i l l e r das rnit dem Buchstaben q bezeichnete
Prisma 130 zu 100 eine Neigung von 60° besitzt. Beiin
Bunsenin ist 100 120 = 61 O 56.3', daher l o 53' Differenz.
I n der Doma-Zone des Discrasit ist das Brachydoma
zur Brachyflache unter 56O 7' geneigt, wiihhrend bei unserem
Minerale die gleichgenannten Plachen eine Neigung von
62O 58' zeigen; wird dieser Wert,h auf das 3/$ Doma berechnet, so erhalten wir 55O 4 6 ; dies mit obigen verglichen gibt eine Differenz von O o 21'.
Die Isomorphie des Bunsenins mit dem nagyager
,,WeisserzeiL halte ich fur unzweifelhaft , hingegen wird
sich uber die Frage des Isomorphismus von obigem Mineral mit dem Sylvanit und dem Diskrasit erst dann ein
begriindetes Urtheil fallen lassen, wenn sowohl die Analyse des Bunsenins, wie eine erneuerte yon reinen Sylv anitkry stallen vorlieg en wir d .
R e i n e s ausgewahltes f e d e r e r z f r ei e s Material von
letzterem, bin ich gerne bereit geiibten chemischen Handen
anzuvertrauen.
B u d a p e s t , Polytechnikum. flnfang J anuar 1877.
Druckfehler.
p. 126 Z. 1 v. u. 1. Pogg. Ann. LXXIII, LXKIV, LXXV statt Jubelband
p. 344.
,, 130 ,, 2 v. u. 1. Pogg. Ann. CXXXIII, CXXXV, Ergbd. TI statt
LXXXIII, LXXXV, Ergbd. VI.
Druek voii Y e t z g e r & W i t t i g in Leipzi?.
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