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Beobachtungen ber die in der Nacht vom 12. zum 13. November 1833 in den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika sichtbar gewesene Sternschnuppen-Erscheinung

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nungen sicb nacb bekannten und mit der eben gescblossenen Untersuchung in Bezielrung stebenden Grundsltzea
geniigend erkliiren lassen, und nicbt die Annabme eines
neuen Zustandes oder einer neuen Eigenscbaft erfordern.
Allein da jene Versuche, besonders die von M a r i a n i ni,
eine sehr sor@iltige Wiederholung und Prtlfung verlangen, so bin icb, bei der Nothwendigkeit, meinc Arbeit
iiber die elektro cbcmische Zersetzung weiter zu verfolgen, zur Zeit gen6)thigt, von den eben erwahnten Untersuchungen abzusteben.
R o y a l I n s t i t u t i o n , 30. Nov. 1833.
-
XVI. Beobachtungen iibcr die in der Nacht Porn
12. zum 1.3. Nocember 1833 in den Yercinigten Staaten con N o d - Amerika sichtbar gewesene Sternschnuppen- Erscheinung.
Im
vorletzten Bande dieser Annalen, S. 159, gaben wir
Kunclc von einem in den nordamerikanischen Freistaaten
beobachtetcn sternschnuppen- arligen Phiinomen, welches
durch seine uogew6linliche Ausbildung and durch das sonderbare Zusammentreffen in dem Tage seines Erscbeinens
mit zwei Bbulichen Phlnomenen, ‘dem europSischen (13.
R’ov. 1832) und dem von Hrn. v. H u m b o l d t in Cumana erlebten (12. JSov. 1799) das Interesse auf doppelte Weise in Aospruch nebmen mufste. W i r entlelinten jeiie vorlZuBgen, zum Tlieil elwas seltsam klingenden
Berichte aus Zeituugen, in der Hoffnung, dafs irgend ein
wissenschaftliches Journal uns nachsteos in den Stand setzen
wiirde, urnstandliebere und gehbrig beglaubigte Nacbricbten mitzutheilen. Diese Hoffnung ist nun vor einiger Zeit
in ErfUllung gegongeo. Hr. D e n i 8 o n 0 1m s’t e d, Professor der Mathematik nnd Physik am Yale-College zu
190
New-Haven, iin Staate Connecticut; und sclbst ein Augenzeugc des PhSnomens, hat namlicli Alles, was von
ilim und andcrn Pcrsoncn in den Vereinigten Staatco iiber
jeues I’IiSnomen beobachtet wordeii k t , zusaininengestcll t,
und, lnit kritisclien Bemerkiirigcn beslcitet, in S i l I i m an’s
Jown. of Sciencc, 702. XXY bekannt gemaclit *). Aus
dieser Abhandlung, welclic durch die Aiizahl, Ausflilirliclikcit und Uebcreiusliinniung der darin uiedergelrglen Bcobachlungen keincn Zweilel an der Realitst des Pli;inoiiiens
iibrig Iafst, gelit hervor, dals dasselbe, auch abgesehen
von dcin itnponircnden Schanspiel, welclies cs dcm AuSe
darbot, ein sclir merkwiircliges war, indcin es an den
Stcrnschuuppeu eiuc Scik kenncn Iclirt, dic man friilier
enlwedcr gar niclit oder doch iiur selir uiivollkomincn
gekannt hat, und die schr gecignet ist, unsere Vorstelluugen voo dein Urspruug dieser r~illisclhaftun Meteore,
wenigslens in Etwas, zu bcrichligeu uud zu erwcitern.
Wir glauben daber aucli iiur einc Verpfliclituug ZU erfiillen, wenn wir liier das Wicliligste und Wescntlichstc
aus jencr Abliandliing in Klirze m i t h i l c n .
. Zunlclist lerncn wir ous dcrselben, defs das in Rede
stehende Pkiuoincii wirklich am 13. Novcmbcr dcs Jahres l a 3 erscliienen ist, und dafs also in den fruliereo
Zeituugsbcrich~enk,,eine Verwechslung dcr Jahreszahl stattgeftinden hat, \vie zu bcsorgen stand, wenn dic i. J. 1832
in Europa beobachlcte Ersclieinuug sich aucli iiber hmerika ausgedelint hrttc. Letzterc sclieint aber dort weder
sichtbar, noch bekannt gewcsen zu seyn, dcan gleicb im
1 ) Bis
jctrt kenne iclr our die erstc Iljlrte der Alllandlung (drei
Druckbogen stark), als besondercn Abdruck aus dem S i 1 1 i man’rehen Journals. Ich verdaokc dicrcn
scbon scit einigen Monaten
der Giitc des llrn. V. l l u m b o l d t , dem derselbo won
Hrn. Prof. S c h u rn a e h e r in Altona zugesrndr wurdcn war. Letrtercr hatte die Abhandlung von Hrn. P a i n c in Boston erhdtco,
begleitet mit einigcn briefliclicu Bcmerkungen, welehe hier gleiehfalls an den geeigocten Stellen benutst worden 8ind.
P.
-
-
191
Eiugange sagt Hr. O l m s t e d : "Der Morgen dcs 13. 80vcrubers 1533 ist durcli einc Sternschnuppen -Erscheiniing
verewigt, welche vermutblicli ausgedehnter und przchtigcr war als irgend eiiie bisher beschriebene Walirscheinlich ist auch in diesem Lande, seit EuropYer sich darin
niederliefsen, nie eiii Phlinouien am Hilnmel beobachtet
worden, welches so vie1 Besvounderung und Frcude bei
einer Klasse vou Zuscliaiiern, a h Furclit und Entsetzcn
bei der anderen erregt hat. Noch Luge hernach war das
Meteorische Phanomen der llauptgegenstand der Unterhaltung in allen Kreisen. (c
Die BesUtigung der Selbststaiidigkeit dieses Phanoinens von dcm europaischen, und
des, wenigstens hinsichtlich des Mooats, viellciclit nicht
rein zufalligen Zusammentreffeirs der Erscheinungszeit beider init deni von 1799, ist wohl eine Aufforderung fiir
alle Die, welche eiiies freicn Horizonts geniefseii, die
steriihellen Niichte der kiiultigen November zu einer fleifsigen Beobachtung dea Iiiinlnels zu benutzen, da es wohl
maglicli w%re, d a b siclr cin shnlichcs Phiinomen Hie das
sogleich zii beschreibeude, weun auch nicht in dcmselbel;
Grade, wiederhulle.
U m zuvihderst das Gebiet der Siclitbarkeit des amcrikanischen Plianomei-.s zu bezeichuen, wollen wir die
Nainen und Lagen dcr Orte anfiihren, von welchen Hr.
0 1 in s t e d aiisfiihrliche Beschreibungen erhielt. Es sind
ihrer elf.
1) Boston in Massachiisets, N.Br. 42O 21' W.L. 7 1 O 4'
(von Greenwich, \vie a11e folgenden Langeh).
2 ) New-Ifwen, in Connec!icut, N . k . 41°'18'W.L.
720 58'.
3) Tyestpoint, N. Br. 4 1 O 24' W. L. 730 57'.
4) Worfhhgfon, in Ohio, N.Br. 40° 4' W.L. 83O 3'.
5) Annupolis, in Maryland, N.Br. 39O W.L. 76O 43'.
6 ) Emmittsbwg, in Maryland, N.Br. 39O 40' W.L.
))
((
-
770 10'.
7) Fre&rick, in Maryland, N.Br. 39O 24' W.L. 770 28'.
192
8 ) Bowlhg- Green, in Missouri, N.Br. 39O 20' W.L.
910.
9) Lynchbwg, in Virginien, N. Br. 37O 30' W. L.
799 22:
10) Salisbury, in Nord-Carolina, N. Br. 33O 39' W. L.
SO0
25'.
11) Augusfa, in Georgien, N.Br. 330 W.L. 82'.
KIirzerc Notizcn erliiclt er fcrner aus Long-hlundSound, Ilarl/rd, New - Y o i k , Wushingfon, Richmond,
2yiagara - Falls, Charleston , Poland ( Ohio ), Georgiu
und Macon (Georgien), Nafchez (Missouri) und mehren anderen Punktcn der Vcrciuigten Staaten. Ucbcrdiels flossen ihin auch Scbiffernachricbten zu, und dhruoter bcsooders zwci recbtwicbligc: die cinc vom Kapitain G i d e o n P a r k e r , der sich zur Zeit des Meteors
mit dem Scbilfe Junior im Golf von Mexico unter 26"
N.Br. uod t l 5 O 20' W.L. befand, und die anderc vom
Kapitain des Scbilfes Tenessee, dainals glcichfalls im mcxicanischen Mcerbusen, unter 23O; N.Ur. und 82O W.L.
segclnd.
Recboet man zu allcn diesen Punkten noch Hal&z
in Neu-Schofllund I), Mdanras at11 Cuba (rvo cin Hr.
M a I I o r y beobachtete), und Kingsfon auf Jamaico
S O wtirde das Gebiet der SichtbarkEit des PbYnorneos,
so veit es bis jetzt. bekaniit gewordcn ist, sicb vom 18.
bis 43. Breitengrad und vom GI. bis zum 91. LBngengrad, ,also bcilaufig f b e r eine Flsche von 100000 Quadratmeilen erslreckt haben. Aller Wabrschcinlicbkcit oacb,
batte es abcr, besonders landeiuwsrts oach Westen, w o
es tbeils an Beobachtera fclileu mocbte, oder yon wo
die gemachtcn Beobacbtungen wegcii dcr Entfcriiuug uod
schwierigen Communication noch oicht zu Hrn. 0 Im s t e d
gelangt seyn konutco, eine noch wcit grbfsere Ausdchnuog.
Oestlich vom 61. Grad W.L. und slidlicb vom 2. Grad
N B r . scheiot cs iodefs nicbt mehr sichtbar gewesen zu
seyn; weaigsteos wurde auf dern Schiffe Douglas, unter
1) Aoa+leo, Bd. XXXI S. 160.
1834.
ANNALEN>
xo.
13.
DER PHYSIK UND CHEMIE.
BAND XXXIII.
2" Pi.Br. uud 41' W.L., und auf dcr Drigg Francia,
unler 36" N.Br. und G 1 O W . L . , wiewobl beidc Scliiffe
iu der Nacht dcs 13. Novembcrs hcitcrcs Wett,er Iinttcu,
iiichts mchr von dein Plr;inoincn walirgenommeu I ) . Zrrischcn 50° und 30" W . L . uud d o o bis 50° N.13r. licrrsclitc
auf dein Meerc , nach gleichlautender Aussagc vou fur*
Scliifferii, eiu heftiger West-Nortlr~est-Witid init bctlccktern Hiininel. Dersclbe scheint aucli die Ikobaclilung
weiterhiu nach Nordeo gelrindcrt 211 Iiabcn, H ciiigstcus
war cs zu Montreal, in Neu-Eiiglnnd, dcr Fall.
W a s nun iin Allgcmeincn deu Vcrlauf des I'll~inoinens betrifft, so wird es zur l.lcurtheiluog dcssclbcn hinrciclicnd sepn, aus den zwolf Beschreibungcn, rrelche
Hr. 0.mittheilt, zwei passende atiszuw$hlcn; ciuc Aufz$blung der Eiozelheiteo des gesammten l'hatbcstandcs,
dic wir uach dem Bcispielc jencs Physikcrs am Sclilrissc
dieses Auszugs folgcn lassen werdeo, wird daiiu das Fclilcndc erghzeo.
B c o b a c h t u n g c n t o N e w - l l a v e n v o n LIro. O l m s ~ c c l .
Diescn Morgen (13. Nov. 1833) gegen Anbrucb des
Tages gewtihrte unser Himmel cin merkwlirdigcs Schauspiel von Feuerballeo, g e w i h l i c b Steroschouppcn genannt. Der Beobachter wurde erst gegen 5 + Uhr mittlerer Zcit auf das Phiinomen aufmerksam gcmaclit. Von
diesen Zcitpunkt a b bis zum Sonoenaufgang war es ungemein prschtig Allcs Ubertreffcnd, was e r je in der Art
geseben hatte. Urn eine Vorstellung voo dem Phiinomen
211 bekommen, deoke sicb der Leser eioe ununterbrocbene Folge 000 Feuerkugelo, raketenYholich von cinem
wenige Grade sadlich vom Zenith liegenden Punkte aus
in allen Ricbtuogen kings dern Himmelsbogen gegcn deu
1 ) A u f letrtcrem Scbi~Ycrah man Steroschnappco, aber nur 4 bis
5 in dcr Mioute.
Po66cndorffr Annol. Bd m I i I .
13
194
Horizont lierabfabren. Sie beganncn ibrc Babn in verschiedcneo Abstsnden von jenem strableiiden Puokt , bcweglcn sich aber durchweg in solcben Richtungen, dafs
dic Linieo, welche sie beschricben , aufwsrts vcrlsngert,
eincn und denselbcii Puokt des Himmcls getroffcn Iiaben
wiirden. Uin dieseo Punkt war eio kreisruoder Flcck
von iiiehren Graden, in welcbem keinc Mcteore beobacbtet wurdcn. Gew Bbnlicli liefseo die Feuerkugelo, bciin
Hcrabfabren am Himmelsgewblbc, eineu lebbaltcn Lichtstreif liiuter sich, und just ehe sie verschwandcii, cxplodirteii sie odcr 1i)slcn sich plfitzlich in Raucb auf. Dabci war keiii Knall oder sonstiges Gcriiuscb zu Iiilrcii,
obwolil aufmcrksam darnach geliorclrt wurdc.
Aufscr diesen distiiictcn Massco otlcr individuellcn
Kihpcrn zcigte die Atmospbare phosphorische Linien 31s
Gcfolge cines Zuges kleioer Punktc, die in griJfsler Fiillc
in einer nordwestliclicii Riclitung fortschossco. Diesc
copirten niclit so ganz die Gestalt dcs Himmcls, soodcrn
bewcgteo sich in niehr geradlinigcn Baliucu und schicncn dcm Bcobachter niklier zu scyo als die Feuerkugelo.
Das Licht ibrcr Schwcife war aucli bliisser, nicht u n h licb den Zugen, welche man im Dunkclo durcti Scbrcibco mit Phosphor auf eioe W a n d hervorbringen kaun.
Die Anzalrl dicser Lichtzuge nabin wecbselswcise z'u und
ab; sic durcbschnilteu das Gesichfsfcld a b uod zu wie
vom Winde getriebeoer Schnee, obwobl in Wirkliclikcit ibr Lauf gcgcn den W i n d gerichtet war.
Von dieseu beideii Varietstcn zeigten sicb dem Bcobacbter Meteore voo verschiedcner Gr6fse und verscbiedetiein Glaoz Eiuige waren bloke Punkte, aodere aber
gr6fser uud heller als Jupiter uod Veuus; ja eios, welcbes eber erschieo, 01s Hr. 0.geweckt wurde, 8011, iiacli
dcm Uttheile cines glaubwlirdigeo Augcozeugen , nahe so
grofs als der Mood crschieoen seyo. Das AuCblilzen
($mhcs of Light), obgleich weniger intcssiv als eigentlicbe Blitze, war so hell, dafs die Einwobnerscbaft in
ihren Betten aurgeweckt warden. Eine Kugel, welche
195
in nordwestlicher Richtuog' fortscliofs, uod eiii wenig nor(]wSrts von Capella zerspraog, IicEs genau hintcr tletii O r t
des Zcrspringcns cioeu plrosphorescirc~iden Schweif von
bcsondcrer Schsnhcit zuriick. Uieser Schweif war anfangs fast gerade, bald aber b e p i n c r kiirzcr uucl brciter zu werden, uod die Gestalt einer sich aufrollendcn
Schlange aotunelrlneo, bis er endlicli 31s eine kleiuc leuchtcnde Dampfwolke crschien. Diese W o l k e entstand ostwarts (vcmuthlicb durch den Wind, dcr in diescr Kichtung malsig Lliefs), eotgcgcn dcr IWrtung, in wclcher
das Mctcor fortgescbrittcn w a r , uiid blieb melire Minutcn siclitbar.
Uas Liclit dcr Mctcore war gcwi)hnlirlr
wcifs, bin und wicder aber aucli prismatisch, uiit Vorwallen des Blau.
Ein Vicrtcl vor sechs Ulir schien es der Gcscllschnft,
worin sich Hr. 0. bcfaud, als habe der Punkt dcr scheinbarco Radiation sich ostwsrts vow Zenith a b bcwcgt;
c r mcrkte sicli daher desseir Stcllc uotcr dcn Stcriicn gcoau. Der Yunkt lag datnals im Sternbiltle dcs IitTcn,
ctwas westlich von Gamma. Kacli Verlauf einer Stuncle
nahm der Punlit nocb dicselbc Stellc ini I h v c n ein, wiewolrl
diefs Gestirn, vermsge der tiiglicben h e h u n g der Erdc,
UUI iialre 15 Grad nach W e s t r n gerlickt war.
Sininrt
man eiiicn Himmelsglobus zur Hand, so wird m a n scheo,
dafs dicser Punkt einc Rectasccnsion von 150 Graden
und eioc Ueclination von 21 Gradeu hattc, folglich, dafs
e r , als er sich im Meridian befand, 20° 18' sudlich vom
Zenithe lag.
Das W c t t e r hatte sich k u n vorbcr vcrlindcrt. Am
h b e n d des 11. Nov. fie1 mit Sudwind vie1 Regeo, uod
am 12. herrschte eio starker und stolsweiser W i n d aus
Westen. Am Abeod war der Himmcl schr heifer; es
fielen Stcrnschniippen, aber oiclrt 60 zalilrcich, d a b sic
eioc besoodere hufmerksamkeit erregten. Am 13. des
Morgeos (zur Zcit dcs Meteors) war dic Luft rubig uod
der Himmel uogew8bolicb hcitcr.
13 *
196
BeobacLtunSen
ZII
New-Iiarea, v o m Fcldmesrcr Palmer.
Hr. P a l m e r war in den ersten Stunden der Nacht
nulser Hause geweseu, uud batte wlhrenddels eine ungewihliche Anzabl von Sternscbnuppen wahrgcnommen;
diefs vcraolafste ilin, h n d r e $9 E 1I i c o t t '8 Bcschreibung
der am 12. Nov. 1599 erschicnenen Metcore nacbzulescn,
wobei ihm dann die Gleichheit des Jahrestages sogleich
in Erstaunen selzte. Von 7 Uhr Abeods gewabrte er
eincii riitlilicheii Dunst, welcher aufaugs uiiten aiii siidliclieii tlorizont erschien, allin5lig aber an dicser Seitc des
Hiinmcls bis zum Zenith heraufstieg. E r war selir dlinn,
vcrdunkelte aber doch die lileineren Stcme. Als dicscr
Duost erschieo, war der Wind siidwestlich, wiewolil er ein
cdcr ein Paar Stunden zuvor West gewescn. Urn 12
Ulir zog sich Hr. P. zur Ruhc; urn 2 Ubr wurdc er abcr
scllon durcli eiocn seiner Uotcrgebencn wieder geweclit,
welcber die Metcore von ireinem Zimmer ous gcsehen
hatte.
Hr. P a l m e r , das PhYnomen fur ein clektrischcs haltciid, roachte sogleich einigc Versuche, uoi den elektrischcn Zustaod der Atmospbire zu priilco. Sein seidnes
Taschentuclr, lnit der rechtcn Hand an cinem Elide gcf a k t und schoell durch dic linke gczogeo, gab eioe ungewblinlichc Aiizahl elektrischer Funken. Beiln arehen
ciner kleinen Elektrisirmascbine waren dercn Funken, die
filr gcwbbnlich k u n und schwacb zu seyn ptlcgten, vie1
linger und starker als er sie je geseben battc. Scidenfiden, gegen cine Eiscnstangc gebaltcu, melche in dem
Bodeu nebeu dem Hause stand, wurden von dicser stark
Er untersucbte darauf seinen Compafs; er
angczogen.
fand die Nadcl unrubiger ale gewbbnlicb, do&, so vie1
er beurtheilen konote , die gewbhnlicbe Declination zeigend.
Die zuerst beobacbteten Meteorc waren von rdthlicher Farbe. Eine balbe Stunde nacb angcfangener Beobachtuog schiea aich die Zabl derselben verdoppelt zu babeo,
-
197
was er aus dem Vcrgleiche derselben mit einer gewissen
als Marke dienenden Anzahl von Sternen schlol. Sie
alle gingen anschciiiend von ciner kreisrunden siid6stlich uorn Zenith Iiegenden Stelle aus. Die Stelle war
hcller als die anliegendeo Theile des Himmels und anfangs nur klein ; sie vergrfifserte sich aber allmdig i n n e r
mehr und mehr, so dafs sie am Ende der Beobachtungen viele Male grfiker war als anfangs. Iooerhalb diescs Raums war er, so lange er aurrecht stand, nicht vermbgcnd irgend ein Meteor zu entdeckcn; als er sicli aber
auf den Riicken liiolegte, koonte e r darin viele k u n e
Lichtlinien wabrnehinen, welche sicE triige bewegten uod
hauptsachlich auf den nihdlichen ‘I’beil jenes Raums be. schr5nkt warcn. Nach 3 IJlir bestieg Hr. P a l m e r den
W c s t - Rock, cine AohOhe uahe bei seincm W70hnliause
von e t m 200 Fufs. Er konnle aber daselbst nicbts Ecsonderes wahrnehmen, atifscr d a k dort die Mctcorc weniger zahlreich erscliiencn. Er blieb eine Viertelstunde
dasclbst und kebrte dann zuriick.
Von 3 bis 4 Ulir war die Luft ruliig, alleiu urn 4
Uhr bliefs cuf t u n e Zcit ein starker StoCswiod aus Kordwest, und gleicb darauf vermelirten sicb die Meteore zum
Erstauneu. Ulu diese Zeit, nlmlich urn 1 Uhr, inochte die
Erscbeinung wobl ibr Maximum crreicht haben. In mIfsigen Zcitriumen kelrrten die Windstbfse wieder , immer
niit geringerer Kraft, und jedesmnl verahlakten sie eine
wi~hrnchmbare Vermehrung der Meteore. Die Lichtschweife, welche die cxplodirendcn Feuerkugeln hinter
sich liefsen, wareii ineistens gelblick, zuweilen aber aiich
rsthlich. In der Mitte waren die Schweife am breitesteu.
%a verschiedeneo Zciten Iifirte e r eioe Anzahl schwacher
Explosiouen, gew8hiilich dem Gerluech einer Klatschbiichse (pop-gun) der Kinder gleicbcnd und oicbt uniilinlich dem einer Rakete. Illnen folgte ein besonderer
Gcruch, ~velclicndie gauze Gesellschaft, aus vier Personcn bestehend, verspfirte, uud, cine von diesen, mit dcm
Gerucli von Scbwefel oder Zwiebelo vcrglicb. Die Meteorc, welcbc dicses Gerluscli bervorbracbtcn, gingen allc
in eiucr nordwestlichen Richlung. Zwci von ibticn batten einen wohl begrlnzten Kern, voii der Grbfse einer
Ohrtasse. Ibr Liclit war mehrmals so stark, dafs Hr. P.
die Farbe des Bartes einer seiner Begleiter erkennen
konnte. Sie gingen bis unter die Wipfel (passed below
the tops) der etwa 25 Rutben entferiitrn Blumc, und
gaben einen Paff (pop) gcnau elic sie die I3Yurnc crrcichten. Eins der Meteorc scliicn eine Scliciine zu treffcn
und gab eincn latiteren I'aff (pop) als alle librigell. Im Osten zeigtc sicb, voin Bcginiie der Beobaclitungeu
an, forfwlhreod ein nordlicbtartiger Sclicin , SLulich dcr
Morgcndlinniening.
K u n vor fiinf Uhr versucbtc Hr. P a l m e r den gr6fsten Krcis, wclchcr durch den Mittclpunkt der Stralilung
und durcli dcn Nord- und Sfidpunkt ging, inittels! eines
Theodolithen roh in bcstimuite Stlicke zu theilcn. VOO
denjenigen Mctcoren, welclie ihre J h h n 'om Miinmel verzciclinetcn, sank keins untcr ciiie H i h e von 3 7 O hinab.
Die, w e l c h in dcn l\aum r o n 3 i 0 bis 57" Hiilic M e n ,
batten cine rfithlicbc Farbc und Ilngerc Sclirrcife als die
ijbrigcn. Die Scliweifc uinspaiinten einen Wiukcl von
40". Metcore von gleicher Hiihe hatten Schweife von
glcichcr J,Snge. hi der nlchstcn Zonc darfibcr ( 5 7 O bis
77") waren die Meteorc blgsser aber zahlrcicher.
Jn
d e r dann folgenden, 230 brcitcn Zonc (von 77' N. bis
1 2 O S.), wclclie an dcn vorliiil erw;ibnten krcisrunden
Fleck granzte, waren die Mctrorc am zahlreichsten, voo
meifscr Farbe uiid mit kurzen Schweifcn. Alle diese
Dcobachtungen wurden an der Nordscite des Rogcos gernacbt; an der Siidseitc schien sicli, eiaer Scbrtzung nacli,
Alles eben so zu verbaltcn, nur waren dort die Meteorc
minder zablreich.
U e b e r a i c h t d e r T b a t s a c h en.
Aus den beiden eben mitgetheilten und den iibrigen
liier fortgelassenen Beschreibungen hat, wic bereits erwlihnt , Hr. 0 I m s t c d sehr zweckmsfsig die einzelnen
'l'hatsachen und Angaben lierausgeboben und iibersichtlich zusammengestellt. Sie betrcffeu nacb ihm folgende
zw6H Punkte.
1 ) Wefler.
Ueberall, wo (in den Vereinigten
Staaten) die Mcteore beobachtct wurden, fand ein pldtzliclier utrd irngewbbnlicber Uebcrgang von warmem Wetter zu kaltem statt, bcgleitet von einer aufserorden~lichen
Durchsichtigkeit der htmosphare.
Belegc d a f h ( jedoch ohne brauchbare Thermomcterangnben) wardeu beigebracht aus: Boston, Hartford
(Connecticut), Philadelpbia, Annapolis, Salisbury (NordCarolina), Charleston, Augusta, Buffalo, Poland, Mobile (N.Br. 30"4O'.W.L. 88" ll'), Natcbitoches (N.Br. 32"
W . L . 930), wo meistens am 11. und am Vormittagc des
12. Nov., bei bedecktem Himmel und tbeils Sudost- tbeils
Siidwestwinden, warme Witterung herrschte, und gegea
den Abcnd des letztcn Tages mit Nordwest- oder Kordostwind kaltcs und heiteres Wetter eintrat.
Schwcrlich hangt indefs diesc Witterungsrertinderung
mit dem Pbnoomen zusammen. Den besten Beweis daVOD licfcrt der Umstand, dafs das Phtinomen zu Mufunzus a d Cuba sichtbar war, ohne von eiuer solcheu W i t terungsveriinderung begleitet zu werdeu. Hr. M a I l o r y
bemerkt ausdrhklich, dars sich daselbst vor und nacli .
Jcui 13. Kov. nichts UngewbbnCehes in der Atmospblre
zugelragen babe. Am 12. Nov. scbwankte das l'berniometer von 7 5 O bis 84" F., am 13. Nov. von 7 3 O bis
82" F. Auch sind naclr dem Zeugnisse des bereits im
Eingange dieser Abhandlung erwlhnten Hrn. P a i n e zu
Boston solchc plbtzliclie Temperaturerniedrigungen und
Aufhellungen der n'acbte in den Vereinigten Staatcn gar
nicht seltcn. WBbrend das Thermometer in der Nacht
-
200
vom 12. auf den 13. Nov. zu Boston nnr urn 2 4 O F.
sank, beobaclitete er selbst friilier schon Temperaturcrniedrigungen vou 5 4 O F. innerbalb 18 Stunden.
Bemerkt zu werden verdient viclleicht noch, dafs
cin Reisendcr in der Grafscbaft St. Laurence (Staat NemYork) statt dcr Mctcore einem Scbneescbauer begegnete,
wobei er hsufig belle Blitze (flashes of bnght fight)
beobacbtete. Weiter nilrdlicb, zu Montreal in Neu-England, war, \vie bereits cmiilnt, der llimmcl bezogen.
2 ) Anfangsieit und Dauer. Von 9 Ubr Abends
bis Mitternacht i i n p die Meteore an, durch ibre Hsufigkcit uiid iliren Glanz die huhiierksainkeit aof sich zu
ziehen; von 2 bis 5 Uhr Nacbts, an eiuigen Ortcn urn
4 Uhr, erreichte dds Scbauspiel das Maximum seiner Ausbildung; es blieb rnit abnehmender Starke bis zum Aobriich des Tages siclitbar. Die letzten Beobachtungen
geben selbst bis acbt Uhr Morgens.
Hr. 0Ims t e d specificirt diefs durcb Beobacbtungcn
vom 17 Orten, deren gcogapliische Liingcn er zugleich
hinzugefiigt hat, uin den Einflufs des Unterschiedes derselbcn auf die Erscheinung vergleichen zu kilnurn. Es
geht indefs nichts recbt Bestiinmtes daraus hervor wie
bei eiuern Phanomcn dieser Art, ziimal es ganz uncrwartet kam, sehr mtiirlich ist. Das einzige Resultat, we&
cbes er daraus abziileiten glaubt, ist das: dafs an den vcrschiedenen Orten, ungeachtet ibres LQngenunlerscliiedes,
das Maximum zu derselben Slunde dcr Nacht eintrat.
Das .Resultat wYre gewifs sehr wichtig , scheint uns aber
doch dumb die von Hrn. O l i n s t c d mltgelheiltcn Documcnle selr. schwacli begriindet zu seyu , und wlirde sich
auch wobl mit dein weiterhin angefiihrten Hauplresultate,
nacb melchem das Yhlnouicn offenbar nicht telluriscben
Ursprungs gewesen seyn kann , niclit reclit vereinbaren
lasseu.
3 ) h z a h l der Meteore.
Die Zahl der in der
Nacltt herabfahrenden ,Meteore konnte nur sehr roh ge~
-
201
schitzt werden, sclieint aber wiermefsh’ch grofs gelresen
ZLI seyn. GNach der Scbltzung eines .Beobachters zu 130ston, die iiidefs Hr. 0.noch fur zu gering h i l t , ficlen
gegen sechs IJhr ( a h nicbt einmal zur Zeit des Maximums) wlhrend 15 Miiiuten an einer Stelle, die elwa ein
Zehutel des Hilnmels oder wcniger einnehmen inoclite, 630
Steniscbnuppen. Es war unm6glich sic alle zu ziihlen,
und daber glaubt jeoer Beobacliter nichl zu tibertreiben,
wend er die Zab! der wlbrend jencr 15 Min. aiii ganzen
Hiuiinel gefallenen Meteore auf 8660 anscblagt. Diefs
wurde fur eiue Stunde 34610 und fur die ganze Daucr
dcs I’hiinomens, wenn man sie zu sechs Stunden aosetzt,
die ungeheure Zahl von 207840 geben. W i e wenig zuverliissig dime Scbltzniig aucb seyn mag, so giebt sie
doch einen ungebbrigen Maafsstab zur Beiirtheilung der
GrirEsc des Phlnomens. Uebrigens fielen die Meteorc
so wie zu verscbiedenen Zciten aucb uiclit an den vcrschiedenen Theileu des Hiinmels gleich diclk Zu NewHaven waren sie, nacli Hrn. Pa I mer’s Eeobachlungen,
nu] hiufigsten an dcr Nordseite, zu J,ynchhurg war dagegen, wie es in einein Berichte beifst, das Phiinoincn im
Siiden und Wcsten aiii glanzendsten (vielleicht will diefs
our sagen, dafs dort die grtifsesten Sternschiiuppen fielen ).
4 ) Yan’eliilen.
Es zeigteu sich dreierlei Meteore:
1) phosphorescirende Linien, von denen jedc anschciiiend von eiuein Punkt beschriebm ,murde. 2 ) GroJse
Feuerkugeln, die in Pauseii am Himmel herabscliossen
rind Schweife hinterlieten, welche gewi)bulich einige Zeit
Eestand hntten. 3) Leuclifende Kiirper, die eine Z e d
-
Zang sichlbar blieben.
Die ersfe Vurictiit wird in nieliren Beschreibungen
angefiihrt rind im ilnseben mit grofseo Schneeflocken vcrglichen, daher es darin heifst: Es s c h e k f e Feuer. So
berichtete der Dr. M’Co n n e 1 zu M w c h Chunk: u U m 4
Uhr fand ich die gaoze AtmospbYre mit Feuerflockeo erfiillt; ‘icb sage Flocken, weil die Meteore den Schnec-
202
flocken von der sternfifrmigen Art gliclren; sie lratlen
scbeinbar einen Zoll im Durcbmesser, 'waren blafs rosenrorli, fielen scnkrecht nieder und so dicbt als ich je babe
Schnce fallen seben; es war kein Wind vorbandcn, der
sie bltte, aus der verticalen Ricbtung ablenken k8nnen:
ungefalir zehn bis zwblf Furs von der Erde (vermutblich
scLcinbar gcmeint? P.)zcrsprangcn sie, obne dafs sich
irgend ein Geraubch vernehmen liefs, iu unzzhlbare Flitterchcn oder kleine Sterne, geriau wie es Raketen thun.11
Iu nezug auf diesen Vergleicb bemerkt indefs ein anderer Bcobachfer aus Union -Town in Pensylvauien: Das
Yhluornen babe nicbt die geringste Acliiilichkeit ~ i i i teineii1 Sclineegestiiber gehabt, wedcr in Anzabl, noch Richtung, noch Gcscbwindigkcit der geselienen Kiirper. Die
Mcteore scyen nicbt gcgen die Erde gcfaflen; sondern
nls Feucrstreifen fortgegangen unfcr Wiiikel von mindestcns 30 Graden mit dein Horizont , aicbt langsam wie
fnllcnde Scbnecflockea, sondern mit dcr Sclinelligkeit des
Blitzes, oft das balbe Himmelsgew&lbc in weniger als einer Seciinde durcbflicgend.
Hr. O l m s t e d glaubt, diesc erste VarietYt sey der
Erde vie1 nlber gcwcsen als die beiden andern, udd die
im Allgemeinen bei derselbcn beobachtete Tendcnz nach
Westen eine Folge der Unidrebung der Erde; doch ist
e r der Mcinung, dafs die, wclcbe, wie bcricbtet worden,
ihre Hand ausstreckten, UUI diese lcuchtenden Kiirpcr zu
fnogea, mit den Kindercbcn zu vergleichen segen, welche den Mond grcifen wollen.
Die zweife Yan'erU fiudet sich fast in jedcr Beschreibung erwahnt. So beifst es in eincm Bcricht von
New-York, es sey daselbst urn 5 UIir von cinein Punkte
nordwesllich vom Zenith eine Feuerkugel berabgefabren,
so g r o t wie ein Mannshut (wie solche hngaben zu versteben sind, braucbt wobl nichf erkllrt zu werden), und
einen blutrothen, zwei bis drei 2011 breiten Schweif hinterlassend, der zebn bis z d f Minuten laag sichtbar war,
203
dann, wie es schien, gen Westen bin in Stiicke zerfie1
uud sich aufrollte. - Zu Richmond in Virginien sah man
innerhalb 10 Miniiten zwei Meteore von cler Grbfsc einer sechszlilligen Kugel. Das erste flog in nordbstlichcr
Richtung und hinterlieis unter fortdaurcndem Funkenspriihen einen Lichtstreif vou zwei- bis dreihundert Ellen
Lrnge, bis es endlich in taoseud Stiicke zersprang. W3hrend seiner Dauer kountc man mi1 Mufse die Zahl 63
zzhlen. Das zweite flog nach Sudoslen fort und blicb
so lange sicbtbar, dafs man 131 zzlilen konnte.
Hrn.
Pa Im er's Beobachtungen iiber die I h g e der Schweife
sind bereits S. 198 angefiihrt.
Von der dn'lfen Y u r i e f a liefern die beiden folgcuden Angaben Beispiele. -. Zu Poland (Grafschaft Trumbull, Staat Ohio) war in Nordosten ein leuchtender Korper hnger als eine Stunde sicbtbar. Hr. C a l v i n P e a s e ,
ein Geistlicher, entdcckte denselbcn um 4 Uhr nahe beiin
S t h e Alioth im grofsen Bzren; er war d a d s sehr $inzeod und batte die Gestalt eines Gartenniessers (Sichel,
pruning-hook), anscheinend 20 Furs lang untl 18 Zoll
breit; e r lids sich langsam zuin Horizont herab und verschwand dann. Ein anderer Beobachter sah dieses Meteor um 5 Uhr; es Shnelte, nacli ihm, dem Moud im ersten Viertel (new Moon) und schien durch cine W o l k e ;
fuofzclin Minuten spster war keiue Spur von ihm mehr
sichtbar. - Am Niagara-Fall sah H r . P a r s o u gegen 2
Uhr in der NYhe cles Zeniths h e n leucbteoden Kbrper
von dcr Gestalt eines Quadrufs, welcher eine Zeit lang
fast still stand und g r o t e Lichtstreifen aussandte.
5 ) Hiille. - Die Meteore machten auf die meisten
Beobachtcr den Eiodruck, wie wenn sic im Allgemeinen
in einer nicbt sehr grofsen H(lhe in der Atmospkire befindlich waren, und zuweilen ganz bis zur Erde heratfuhren.
Keine der von Hrn. 0 I m s t e d bcigebrachten
Angaben giebt indefs von dieseu Satz eioeu unzweifelhaften Beweis; man kann nur so vie1 mit Gewilsheit dar-
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204
aus enlnehmen, d a t die Meteore htufig in einer geringeii scheinbaren HOhe iiber dem Horizont erlirscbtcn.
6 ) Geriiuscl,.
Bei weitem die meisten Beobachter
vernahmen kein Gerlusch; es ist daher zu vermutlien, dafs
die wenigen, welche ein'Krachen, Paflen oder Rauschen
gehirrt liaben wollen, sich tluscliten. Vielleicht, meint
Hr. O l m s t e d , sey nach dem Zerspringen der grbteren
Meteore Etwas auf die Erde gefallen, und dadurcb ein
schmches Gerausch hervorgebracht , docli miisse jedenfalls die Frage, ob die Meteore mit eioem Geriiusch begleitet waren, unentschieden bleibelr. Gegen das (vielleicht spiiter uiedergeschriebcne) Eudc seiuer Abhandlung
nilnmt er indefs diese Ansiclit halbwegs wieder zuriick,
indein er sagt, der Vergleich des Gerliusches der Meteore
mit dcin Sausen und eudlicheii Zerplatzen einer Rakete
kolninc in den Berichten zu lkiufig vor, als dafs man aniiehmeu kirnue, es sey nur eingebildet gewesen oder von
fremdartigen Ursachen eneugt. E r erwzhnt . iibcrdiefs
U O C ~ , dafs nian zu Charleston eine laute Esplosion geIiOrt haben wolle.
7 ) Substanzen, die angeblicJ: auf dic Erde geJaZIcn seyn sollen. Mr. 0. briogt fiinf Augaben bei, die
sich dafiir aussprechen.
Iu der Grafschaft fict'son (Virginien) sagte man einem Hrh. G a r l a n d , es sey ein grofser Wassertropfen
auf eine Tonne gefallen; er sah sogleich nach und fand
eine Sabstnnz von der Gr8fse eines 29 Cents-Stuck, iihnliclr geronnenem Eiweifs (while of an egs made hot),
oder richtiger eincr zcrstiickeltcii thierischen Gallerte.
In Rahway (New-Yersey) sali man eiueu nfeunken Regene den Boden treffen und fand *KIumpen VOJL Gal1erte.m
In Newark (New-Jersey) faud inan gleich
pach Sonnenaufgang eine gallertartige Mnsse, die man wegen ihrer sonderbaren Textur fiirr meteorischen Ursprungs
hielt. Sie glicb weicher Seife, hatte wenig Elasticitat, und
verdampfte als man sie erwlrmtc, SO leicht als Washer
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2Q5
(doc11 wohl nicht g&nlich? P . ) . Es schien, als sey
diese Masse mit bedeutender Kraft auf den Boden gcfalZu W e s t - P o d sah eine Frau, die bei Sonlen.
nenaufgang Milchen ging, Etwas (*with u sposh~t)vor
sich niederfahren. Sie faod eine runde abgeplattete Masse
von dcr GrGfse einer Obertasse, kleister~hnlich,und so
klar, d a t sie den Boden dadurch erblicken konnte. Als
sie urn 10 Uhr nach derselbcn Stelle zuruckkehrte, war
keine Spur vou der Ithsse wieder zu finden. Ein Knabc
fand iiidek an der Stelle kleine unregelmalig gefonnte
Hiirper von der G r b t e eines Schrotkorus oder Kadelknopfs, die beirn Aufheben zu Pulver zcrfielen (and disuppeurhg). - In Hurvord sol1 ein Burger durcb eiue
gegen sein Fenster schlagende Feuerkugel geweckt morAuch Hr. P n i o e bemerkt in aeioein Briefe
den seyn.
au Hrn. Prof. S c h u m a c b e r , ein sehr unterrichteter Mann
in einem der nbrdlichen Bezirke von Philadelphia babe
melinnals eine Substanz auf die Erde fallen gesehen, sie
aufgenomrnen und aus einer sehr durchichtigen Gallerte
bestehend gefunden.
Es ist wohl scbwer zu sagen, was von diesen Angaben zu halten s e j , doch wtirde man wobl zu voreilig
verfahren, wenn man sie unbedingt verwerfen wollte, zuuial man schwerlich voraussetzen darf, d a t alle die Personen, welche angeblich solche Massen fanden, etwas
von dem in Earopa Ubcr die Sternschnuppen-Substanz
verbreiteten Volksglauben gewuht haben.
8) Elektrische und mugnetische Erschinmgen.
Eeobachtuogen an mehrcn Orten deuteteu auf einen sehr
elektrischen Zustand der AtmospbHre.
Die Beobachtungen des Hrn. P a 1m e r 's sind bereits S. 196 angeftihrt;
eiii Dr. K i r t l a n d zu Polaod (Ohio) sab urn 10 Uhr
Abends bei der geringsten Bewegung Funken aus seinen
Kleidern springeo; zu Lynchburg divergirte das Goldblattelektrometer und der Pendel einer Zambonischen Szule
sing scbneller u s. f. Alle diese Erscheinungen kllnnen
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2QG
indcfs selir wolil Folgen der durch die Kslte eingctrctenen Trockenbeit dcr Luft gewesen s e p .
In Lyncliburg fand Hr. Sui i t h kcine Verauderung in der uiagnetisclien Inclination, Declination und Intensitat; zu Emmittsburg glauhtc dcr Dr. A i k e n die Declination wahrend
zu fiuden,
des I~b8nomcus etwas grilker als gewi)Ii~~lich
und zu Ncw-Havcn scliien Hrn. P a l m e r die Magnetnadel etwas unruhig (S.196).
9) Nordlicht. - Erscheinungen, welche inelir oder
weniger eincm Nordlicht 3linelteu, wurden an lnehrcu
Ortcn beobachtet, an andern dagegen n i c k
In Halifax ( Virginicn) , Provideuce, I,yticbburg uncl
Salisbury war niclits von einein Nordliclit siclitbar. I n
K e w -Maven dagegen sah Hr. P a 1m e r den grdfstcn Tbeil
der Nacht liindurch eine Nordlichtbank (S. 198). Z u
Boston ward ringsum am Horizont ein Dunst in der Atmospb%rc bemerkt , welcher eioe balbe Stuudc vor Sonnenaufgang in Siiaostcn ein schilnes Anselien annahm.
Zu Dover (New-Mampshirc) beobaclitcte Hr. C a s w e l l
ein fi)rmliclies Plordlicht von den hbcndstundcn an bis 4
Uhr Morgens, wo es pldtzlicli in Iiclllcuchtende Streifcn
ausbrach, sich in Saulen aiisbreitete, tauseuderlci Gestalten annalim, 'alle Farben dcs Regenbogens zeigte, und
vom Horizont fast his zum Zenilli hioaufschofs.
Diem
Scene folgte ein glsnzendes Feuerwerk. Leuchtende Balle
flogcu mit grofser Schnelligkeit umber, and liefsen komctenartige Sclimeife hinter sicb. Das Ganzc eudigte mit
d e r Bildung eiues Triumphbogens, welcher k u n vor Anbruch des Tages rerscliwand, - Zu Buffalo wurde von
4; bis 5 Uhr beobacbtet uiid mghrenddefs ein Nordlicbt
deutlich gesehen, doch nicbt so glsnzcnd und lebhaft als es
sonst dort zu ieyn pflegt.
Zu Cincinnati sah Hr. Dar i u s L a p b a m in ONO. eine Nordlichtbank, deren unterer Rand ihm mehrere G r a d e iiber dem Horizout zu
stehen scbien.
Endlich ward aucli zu Poland (Ohio) urn
10 Uhr ein sebr deutliches Nordlicbt gesehcn.
Nach
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-
-
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207
diesen Beobachtungen (namentlich nach der zu Dover)
sieht es fast am, wic wenn die Sternschnuppen und Feuerkugeln aus einetn Nordlicht hervorgegangen seyen ; docli
ist es auch pibglich, dafs die ersteren sicli deiii letzteren
uur hinzumischten. Die Beschreibung ist zu kurz (sie
ist liier ganz mitgetbeilt) als dafs sich etwas Bestimrntes
daraiis eutnehmen liefse.
10) Beghilende Phhomene. Als solche fiihrt Hr.
O l m s t e d folgende vier auf: einen Erdfall zu Woodburu, bei Hudson, einen angeb!ichen scliwachen Erdstofs
zu Lyuchburg (10 Uhr Abends), eiuen Regen oline Wolken zu Harvard ( 8 Uhr Morgens am 13. Nov.), ein am
1. und 3. Dec. hbeuds zwischen 7 und 8 Uhr zu NewHaven gesehenes Zodiakallicht. Indefs ist er selbst der
Meiuung, dafs diese Erscheinungen mit den Sternschnuppen niclit den mindeslen Zusarnrnenbang hatteu.
11) B o h der Meleore. - Dic Meteore bemegten
sich entweder in geraden Linien oder in Curven, die in
eiiier durch das Augc der Beobachter gehenden Ebene
I ~ I ~ C I Ialso
, als gerade Linieu erscheinen mufsten. Einigeu Beobaclitern schienen sic senkrecht berabzufahren
(z. B. Hru. M a l l o r y zu Matanzas auf Cuba, so wie
aricli dem Beobachter in Boston), andercn nach Nordweslcn zu neigcn (z. 13. den Beobachtern zu Annapolis, Halifax (Virginien), Augusta, Poland), noch anderen sich in
jrder Ri;.htuug zu bewegen (z. B. denen zu Macon und
Bulfalo). Zu Boslon, wo sie im Ganzen senkrecht herabfuhren , sah inau zwei Meteore fast horizontal von NO.
uach SW. fortschiefsen; zu Philadelphia macbten sie Winkel von loo bis 4 5 O und zu Halifax (Virginien) sogar
voii 60" init der Vcrticale. Zu Buff0 und Concord
(New-Hampshire) will man sogar Meteore haben in die
HOhe sleigen seben.
12) Sclieinbarer Urspnurg der B a h . .
Den
meisten Beobachtern schienen die Meteore 'von einem festen Punkt am Himmel auszugehen oder vielmehr Bali-
-
208
ncn in solcher Ricbtung zu bescbrciben, d a t sic riickw3rts verlangert, sich in einem solcbeu Punkt getroffen
haben wlirden. Einige verlegten diesen Punkt in das
Zeniflr, andere siidirstlich vom Zenith, in das Sternbild
dcs Lirwen, und salien ihn darin stillsteben, diefs Gestirn
aiif seincui t:iglichen Gaiige begleiten.
Dick ist unstreitig das wichtigste Resultat in dcr ganzen Maase von Beobachtungcn, und daher auch dasjeuige
weshalb wir vonugsweise die Aufmerksamkeit dcr Leser
auf das in Redc stehendz Ph3nomen glaubten hinleuken
zu mlissen. Elie wir jcdoch cine Folgcrung daraus ziehen, wird es zmecklnafsig seyn, die n~licrcuBelege liir
dassclbe beizubringeu.
1 ) Die bereits, S. 197, mitgetheilte Beobacbtung des
Hrn. P a l m e r zu New-Hauen; nach ihr lag der Mittelpunkt der scheiubaren Radiation 1 2 O siidirstlich vom
Zenith.
2) Zufolge der Angabe des Hrn. T w i n i n g in Westpoint gingcn daselbst die Meteore, obne Aiisnahme, von
cincm wenige Grade siidlrstlich vom Zenith gelegenen
Yunkte aus, batten in dessen Nilie eine langsame Bcwegung und kurze Schweife, nalilneu abcr an Schnelligkeit
und an Lpuge der Lichtscbweife zu, so wie sie sich von
ihm entferntcn. Um !jh+
schien ilim dieser Punkt auf der
Mitte der Linie zu liegen, welche E und y oder genauer'
p a n d 7'im Sternbilde des L i r w ~ nverbinden wlirde.
3) Professor A i k i n zu EmmiCtsbwg sah die Mcteore Babnen bescbreiben, die radienweise von einem gcmeinscbaftlichen Fleck divergirten; clieser Fleck lag um
5 4 Uhr etwas siidirstlich VOID Zenith, im Halse des Lirwen, beim ' Sterne 7.
4) Hr. B a r b e r zu Frederick sagt: der Punkt am
Himmel, welcher den Fokus dieser Strahlen (der leuchtenden Babnen der
. . Meteore) bildete, wenn man ibn so
nennen kann, lag im Halse des Lbwen; dieser Fokus
batte mebre Grade im Durchmesser.
'
ANNALEN
1834.
no.
14.
DER PHYSIK UND CHEMIE.
B A N D XXXIII.
_ _ _ - - ~
5 ) Hrn. R i d d e l I zu Worz'lu'ngton schiencu die Meteore von einem Punkt, eiu wenig westlich yon Delta,
im Sterobild des Lowen auszugeben.
6 ) In eiiier New- Yorker Zeitung hiels es: die Meteore schossen voo einem 13" siidfisllicb von unserem
Zenith liegenden Punkt in allen Riclitungen zuin Horizont fort.
7 ) Aus Union- Town (Pennsylvaoien) schrieb man:
Sie alle schosseo von einem uud demselben Punkte aus
nach dem Umfang cines Kreises. Dieser Punkt lag im
Stcrnhaufen, genanut die Sichel (Sick/G),ungehhr in der
MiUe ibrer Bicgung, etwa 6 O bis 7 O nordwestlich von
Regulus.
S) Dr. H u m p b r e y s zu Annapolis verlegt den Punkt
der scheinbareu Radiation iu das Zehitb, und meiot, wenn
auch nicht alle Meteore von diesem ausgingeo, miirden
doch ihre Bahnen, rtickwarts verlaugert , dassclbe geschnilten haben.
9 ) Zu Augusfu glaubte man zu bemerkeo, dafs die
Meteore sBmmtlicb vom Zenith ausgingeo.
10) Dasselbe ward aus Kingston auf Jamaica berich t e t.
11) Am Niagara-Fall sah man die Meteore sich
in jeder Richtung bewegen, doch hauptsiicblicb vom Zenith aus nach Osten und Sliden.
12) Nacb Hrn. S p e r r y zu I-lenretta (Steat NewYork), lag der strablende Puokt geradeswegs im Zenith.
13) Aus Woosier (Ohio) meldete die dasige Zeittlng: Das Centrum scbien beinalie iiber unserem Dorfe
zu sfeben, und von ibm scbossen Tausende kleiner sternYhnlicher Meteore in allen Richlungen zum Horizont berab.
1 4 ) EndIicb beitet es in einem Bericbt ans HwtP o g g e n d o r ~ sh n d . Bd -1II.
14
210
Jord: Sic gingcn als Radien von Eineni Punkt in allcn
Richtungen fort, haupts&4dich nach SO und 80.
Alle diesc Ceobaclitungen kominen clemnacli darin
iiberein, dafs sic fiir die schsinbaren Bahnen der Metcorc
cincn geineinschaltlichen Ausgangspunht angeben ; nur insolern weichcn sie VOLI eiuauder ab, als einigc diescs
Centrum in das Zenith .yerlcgcn, andere aber in cincn
l’uukt siidbstlich von tlcrnselben. Dicsc Vcrschiedenlieit
kaiiu indels nicht behemden, wenn inan erw:igt, dars
wauche der Ilericbtcrst attcr wohl ungeiibt in astronomischcii Beobachtungcn vrarcn, und dalier, und wegen dcr
Schwierigkeit, stehcnd senkrccht in die Hiilic zu blikkeu, dic Lage des Z:uiths init cincm ihin bcnaclibarteu
l’utikt vcrwechsclten. Alle Reohaclitcr, welche den Mittelpunkt der scheiubaren Radialiou in Dezug auf die Sternc
fixirten, sagen einslimrnig, dafs cr iin Ilalse des Liiwcn
gclegen habe. Dagegen ist in den eben mitgetheilten Documenten niclit ausdrlicklich bemerkt, dafs jencr Mittelpuokt
dicsc. scine Lagc gegen die Slerne unveriindcrt beibehalten habe im 1,nufe des Phsnomens. Dnfs diefs jedoch
wirklicli dcr Fall gewcsen sey, beweisen einerseits die
Bcobaclitungen des Hrn. 01u1s t e‘d, und andcrerseils
dic Zcugnisse mclirer Manner, bei deiien sich derselbe eigcnds nach dicsem merkwiirdigcn IJmstnnd erkundigte.
1) Die Beobachtungen des Hrn. 0.wurden bereits,
S. 193, mitgethcilt.
2) Hr. T w i II i n g zu Wesfpoint sagt in einem Briefc
an Hrn. O l m s t e d : Meioe Meinung ist und war, dais,
w’iewolil das leuchtende Phiinomen sich innerbalb uuscrer Atmospblre beland, dennoch die Quelle oder Ursachc desselbeu weit autcrlialb derselben lag. Auf inicli
machte es den Eindruck, als nzhme der strahlende Punlit
nicht Thcil an dcr Rotation der Erde.
3) Hr. B a r b e r zu Frederick scliricb: Als Beant.
wortung lhrer Frage kann ich mit Zuversicht sagen, dafs
von meiner ersten Beobachtung an, ein weoig nach 5 U.,
+
211
his zur Verdunklung der Meteore durcli das Tageslicht
kcitie Verlindcrullg in detn scheinbaren Puukt der Strahlung fur das Auge walirnelitiibar war.
4 ) In Hrn. Prof. h i k ~11's Erief ails Emmiftsburg
heifst es: Der strahlende Puulit ward von niir gegeo 4 %
TJlir odcr etwas friiher bemcrkt. Er behiclt dieselbe relalive Lage gegec Gamma Leonis wllirend der gaiizcn
Beobaclitungszeit, d. h. bis das l'ageslicht die Meteore
verdunkelte, etwa zwci Slutiden lang.
5 ) Hr. P c o t t in Providence ward die fixe Lage des
strahlenden Punkts etwa eine lialbe Stunde vor dein Verschwindeu des Meteors gewahr.
Wiilirend dicser Zeit
veriindcrte sie sich nicht inerklich gegen die Stcrnc.
6 ) Hr. R i d d e l I zu Worfhington meldele: Erst k u n
vor 5 Uhr fie1 es mir ein, die Lagc des scheinbaren Ausgangspunkts der Meteore illher zu bestitiimen. Um 5 U.
hatte dieser l'unkt eine gerade Aufsteiguog voo nalie 149"
und eine Abweichung vou 21° 43: la5 daher etwas westlicli von Gamma Leonis, nicht von Della, wie Criiher (S. 209)
gesagt ward. Zwanzig Mitiriten splter war die Hectascension etwa 1 3 1 O und dic Declioalion 21" 30'. Von
dieser Zeit an bis zur Verdeckung der Meteore durch
das Tageslicht scbicn das Cen~rutn der Radiation fast
denselben Punkt am Himmel zu behaupkn, indeln es sich
init den Sternen nacb Westen bewegre.
Nach allcn diesen Zeugnisseu darf man es demnach
wohl als erniesen ansellen: 1 ) Dafs irn Alfgemeinen die
Balmen der Meteore scheinbar von Einem Punktc uusg i q e n , und 2 ) dafs dieser Piinkt erne feste Luge ge-
gen die Sterne hatte, also nicht Theil nafun an der Rotation der Erde.
Es Iafst sicb daraus sc;djelsen: 1) DaJs die B d nen der Meteore wspriinglich und im Al&emeinen unter sich p a r d e l wwen, und i h e Divergenz RW auf
optischer T&chwrg benrlrie, und 2) dafs die Meleore,
la *
212
weringleich s k 61's in die Almospldre der Erde Iierabgeften rnoC?ltCR, kosmisclren Ursprungs waren.
Was die Lage des Mittelpuukts dcr sclieinbaren Radiation betrilft ,. so kiluute eine oberflkhliche Betrachtung
dcr mitgetheilten Angaben vielleicht zu der Ansicht fiibrcu (welche aucli einige der Beobacliter gebabt h a e n ) ,
dafs sie identiscli gewescn scy tnit der Lage, welche cioe
sogenannte Nordliclrtslirone cingenommen habeil wurde,
clic bekaiintlich iiiimer in l\ichtung der verlhgerten Neiguugsiiadzl crscbciiit, a h Folge tier optischen 'l'iiuschung,
die aus dcm Parallelismiis der Nordlichtasiiulen mit der
Inclination hervorgeht. Wirklich trilft auch der Yunkt der
schciubaren Radialion dcr Meteore, wie er fiir cinige
Orte angegcbcn wird, nalie iiberein mit der Lage eincr
Nordlichtskrone daselbst ; allein der nicht zu bezweifelnde
Umstand, dals dieser Punkt seine Lage gegen die Stcrme
unveriindert behielt (was bekanntlich bei der Nordlichkkrone nicht der Fall ist) beweist, d a t das Zusammenfallen beider Yunkte, wenn es wirklicb stahfand, niir ein
augenblickliclies und zuf2lliges gewesen seyn konute. Einen ferneren Bcleg dam liefert die Beobachtung dcs Kapitain P a r k e r itn Golf von MerJ'co unter 26O N.Br.
und 95" W.L. (S. 192). Er, dem vermilge seines Standpunkfs eine Nordlichtskrone ungefiihr unter 50° Hillie
am SudZiclren Himinel h e crscheinen mnsscn, sah den
Radiationspunkt der Meteore zwiscben 3 uiid 4 4 Uhr
M;rgens
in Nord-Oslen, anfaugs in eiuer Hole von
etwa 4 5 O , aber allm3lig im Laufe der Ueobachtung urn
5" bis 10" steigend.
Wird nun gleich hiedurch ein Zusammenhaog der
Sternscbnuppen- Ersclieinung mit $em Nordliclit, welches
einige Beobacliter wahrgenouimcn haben, eben niclit wahrscbeinlich, so gewinnt die erstere aus einem anderen Gesichtspunkt ungemein an luteresse, ' iilimlich, wenn man die
L a p des Radiationspunkts mit der Bewcgung der Erde
vergleicht.
Bekanntlich glaabte Fchon der rerstorbenc B r a n -
213
d c s geltinden zu Itabcn, dsfs bei den Sternschnuppeo,
wiewohl sie auf den ersten Blick in alleu Riclitangeli
fortgehcnd verkommen , docli diejenige l\ichtutig volherrsche, Gelche der Beweguug der Erde in ibrer J h ! i n cntgegengesetzt scy ( A n d Bd. 11 S. 421); allein die Belege dafiir, die er spiiterhin im ersten Helte seiner Unierha~lungenfdr Freunde der Physik und Astronomie
bekannt mazlite, gaben diesem Resullate doch nur eine
schurache Wahrscbeinliclikcit , denn VOR 34 bereclineten
Stenischnupgenbabnen lageii nur 9 ie dein Octauteo dcs
Himwieh, welcher die Richtung der Erde einschlofs, 4 m d
7 io den beiden rechts und links angriinzcnden Oc~anten,
6 uiid 3 in den beitlen folgenden Octanten links und
rechts, 2 und 3 in den heidcn wiederum anstofssendcii
Octanten, und endlicli keine ici dem der Riclil~iig der
Erdc gcrade gegeniiberstehendeu Octanlen.
Besliminter nun geht dieses Resultat aus dem amerikanisebin I'bBnomen hervor. Eine Hccbnuiig, die Hr. Prof.
E n c k c ails eigeneui Interesse an.cliesem Gegenstand unternommen, hat ntdmlich ergeben, dsfs der Punkt der scbeinbaren Radiation der Meteore nahe mit demjenigen zusainineniiel, auf wclcben die Erde zur Zeit der Sichtbarkeit des
YbBnomens zueilte. RIit seiner giitigen Erleubnifs kanu
ich hier den Lesern daruber folgeudes mittheilen.
Weno man. die Zeituigabcn zusamlnenstcllt
1'
Crcenw. &it.
Hartford
New-Maven
Sew-York
Annapolis
Salisbury
Charleston
3"4 LHnge db 51',3 (Greenw.) 8'' 21'
4
4
4
4
3
-
-
-
-
4 52
4 56
8 52
8 56
5
9 7
9 21
8 24
7
5 21
5 21
so sclieiiit das Ylilinonien ain 13. Nov. 9" Greenrv. bur-
gerliclie Zeit seio Maximuill gebabt zu Iiabeo.
Fiir diescn Zcitpunkt sing die Richtuug dcr I k w c -
214
gung der Erde auf den l'unkt im Weltraum, dessen
Gerade Anfsteigung
1 4 3 O 55'
nbrdliche Declination
11 20 ,
nicht sehr verschieden von y Leonis (192O 32' und 20O
41'), un'd um 9" Morgens Greenw. lag in dicser Richtung der Punkt der Erdoberflzcbe, dessen
westliclie L h g e vou Greenwich
und nilrdliche Breitc
430 20'
14 20 war.
F u r jede Stunde friihcr kann man die westlicbe Lange
um 1 5 O vermindern, fur jccle spater um 1 3 O vermelireu.
Die Breite Sndert sich in einem gauze11 Tage nur um 19';
bier also ganz unbetrkhtlich.
Es kann vielleicht der Umstand, dafs fur sfidtichere
Brciten als die nordamerikanischen der Aufgaug der Sonne
und die Tagesliellc dem Maximum des Phanomens nalier
lag, dazu dicnen, urn zu erklaren, dnfs man in einigen
slidliclieren Gegenden nichls oder nicht so vie1 gcschen
hat. Rethselhaft bleibt abcr doch, dafs fur die liier gegebcne mestlicbe LSnge auf eioigen Schiffen keine l3eubaclituog angemerkt ist, wenn nicht der Himmcl trUbe
gcwesen ist, oder das Phiinomen atis tellurisclien Griindeu .erkllrt werden soll. Dcnn schon vor der Zeit
des Maximums schcint es doch betrachtlich gewesen zu
seyn.qr
Es scbeint demnach, als sey die Erdc diesen Meteoren;' welche m8glicherweise urspriinglich kcine oder
nur eine geringe Bewegung hatten, auf ihrem Laufe um
die Sonne begegnet; und da nun scllon drci Ma1 im Novembermona t solclie ungew8hnlichen Sternschiiuppen Erscbeinungen beobachlet worden siqd, darf man viellcicht
nicbt allzu gcwagt d:e Vermuthung daran rcihcii, dafs
die Erde in jener Jn!ireszeit eine Gegcntl dcs Weliraiims
durcbwandere, welche vorzugswveise reich. ist an dcrgleichen Meteoren. Diesc Verinutbung hat wenigstens mehr
Wahrscheinlichkeit als alle, welchc man, zufolge der mit-
-
-
215
gctheiltcn Beobacbtungen, vcrsuclit seyn kiiuute, iiber
die Nalur der Sternschnuppen und deren Zusammenhang
mit andern Meteoreu aufzustelleu.
(P.1
XVII. Btobachtungen iiler die Menge des zu
York innnerhalh eines Jahrts in rerschkdcrieu Hiihcn uber dun Boden aufgcJfaan,n~~itn
Hegen wussers,
der Versarnmlong britiscber Naliirfnrden IIII. W i l l i a i n G r a y tind J o h n P h i l 1 i p 5 , SecretBrsu der Yurkshire Yhihuphicol Soricty, iuit Beruertungco von Jrm I c t z t a r n ) ').
(Unternuinmcn
seller
LII
auf Wunscli
York yon
y o r k , der Sitz diescr 13eobaclitiinC;eu,Iicgt in dcr hlitte
voii vielleiclit dcin eirifilrinigsten uiid ausgedehcsteu Tlialc
Englauds, das, voii der Miindung des Tees bis zu clcr
des Humbcr reichend, eine Lsuge VOU 70, und cine Urcite
von 15 his 20 engl. Mcilcii bcsitzt. In diescln wcilcu
Thale steigt kein Fleck 100 odcr 150 iiber dns Niveau
von York ciupor, uiid vou dein dortigen iiber 200 Furs
liolien Munster iibersielit man eine Fliiche von 1000 engl.
Quadrattqeileo, auf welclier schwerlich eiu Gegenstand
clcr Natur oder Kunst iliin bis auf 100 F. a n Hiihe glcichkomint. In Osten und in Westen ist das ThaI vou iiicdrigen Eergcn (1500' Hiihe) begrlnzt.
Dicse Oertlicbkeit gicbt dcin Yorker Miiustcr ciiicii
Werth, den viele biibere GebYude in Englaud cii~bebreii;'
Ton seiner Spitzc kann nian den Verlauf eiiies Stunas,
die Ablenkungen desselben an den TlialrHuderu, das pl6tzlicbc Sinken der Temperatiir , uild vide aodcrc cleii Fall
voii Hegeo begleitendeu Erscheinungcn sebr n.ohl beob1) hurzug aus dcm Rcport of ihe third Meeting of the british
hsocintion for the advancement of Science; held ut Combridgc
h 1933.
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