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Beobachtungen ber die nchtliche Strahlung angestellt in den Cordilleren Neu-Granada's.

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600
der .Anziehung entgegen, und vermindern die Hohe, welche durch die erste verinehrt wird.
Man kbnnte umgekehrt schliefsen: Wenn, wie leicht
zu eriveisen ist ,. FlOssigkeit nicht in der Colr%sion, sondern in'der Gleichheit der Anziehung der Theilchen besteht, die Cohssion also in einem fliissigen Kijrper bedeutend seyn kann, ohne die Fliissigkeit zu vermindern,
60 mufs sie auf die Htihe des Fliissigen in engen Rbhren
eine Wirkung aufsern.
So wird Vieles klar, wenn man einen richtigen Begriff von der Fliissigkeit zum Grunde legt '):
LXXXIX. Beobachtungen iiber die ntichtliche
Strahlung, . angwteIlt in den Cordilleren NeuGranada's von Hrri. B o u s s i n g a u l t .
(Ann.de
chim. r t de phyys. T. LII p . 260.)
) V e n n bei.Nacht: die Atmosphkire ruhig und der Himme1 heiter ist, erkalten die irdischen Kiirper bald bis unter die Temperatun der umgebenden Luft. Bekanntlich
ist es diese ' vollkommen erwiesene Thatsache, auf welche W e l l s .seine schtine .Erklarung der Phanomene des
Thaus gegriindet hat. Bei den Versucheo, die er unter# ) Der GBte des Brn. Verfassers vcrdanke ich die Ansicht des
vorhin hescbiebenen Instruments, welches , nach der neueren
Verbesserung, unstrritig eines der zweckrn3sigsten zur Beobachtung und Messong a e r Capillarilitserschcinungen ist.
Bei Einsetzung -der Glasplatten iibersieht man natiirlich die game Gestalt der Obertliche, welche die Pliissigkeit, Z. B. M'asser, zwisrhen parallelen Ebenen annimrntj man kann sich dann durch
den Augwschein iiberzeugen, dafs diese Oberflbehe, senkrecht
gegen die Piatten cancav, parallel mit densclben aber C O I ~ V I ~ist,
X
also die 1:oi-m einer convexrn Rinne besitzt, deren Sclleitelpunkt
I?
auf der 3Iittellinie der Platten liegt.
601
oahm, urn die Stsrke der nachtIichen Erkaltuiig zu erweisen, fand er, dafs ein auf den Rasen gelegtes Thermometer unter giinstigen Umstanden fur die Strahlung
60, 50, 6 O und sclbst 7 O C. weniger zeigte, als eiu
Thermometer, das lm,2fiber dem Boden befestigt war.
Diese Versuche wurden in Europa und im Niveau des
Meeres aiigesteIlt; von iihnlicheu -Versuchen. unter den
Tropen kenne ich nur die des Kapitain S a b i n e , welcher WSihreiId seines Aufenthalts zu Jamaica Gelegenbeit
hatte, in einer Hirhe von 1219 Metern zu beobachteu.
Die von diesem gelehrten Beobachter aufgezeichnete Temperaturerniedrigung geht von 5' bis 10° C. Auf meiuen
Rciseii in den Cordilleren lnachte ich einige Beobachtungeu in der Absicht, die Starke der nfchtlichen Strahlung
in verschiedenen Hohen zu bestimmen; die Beobachtungen sind nicht zahlreich, weil die Gelegenheit zu ihrer
Anstellung in einem waldigen und bergigen Lande, n o
der Himmel oft mit W o l k e n bedeckt ist, sich nur selten
darbietet.
Ich beobachtete auf folgende Weise. Ein Thermometer mit kleiner Kugel und einer Elfenbeinskale rvurde
auf den Rasen gelegt, und ein aholiches Thermometer
1'",6 iiber der Grasflache aufgehangt. Ich beobachtete
niir, wenn der Hiinmel heiter und die Luft ruhig oder
schr wenig bewegt war. Ich will niin die von mir gemachten Beobachtungen anfuhren.
~
.........
hahe
desselb.
Nllcter.
Mrercs-
1
.
.
. .. .
..
. . -.
.
.. .. ..
.
.
..
. .
.
Beobachtungszeit,
.
210,l c
20 )5
18 ,3
13 ,3
16 ,7
17 ,4 .
15
15 ,5
14 ,1
8 91
8 99
6 97
6 ,O
6 97
6 ,I
5 95
5 ,o
--
95
,5
,3
,4
,4
,2
,5
,2
1 95
0 ,5
0 90
2 98
3 ,3
0 ,o
2 ,o
17
15
12
14
14
10
10
13
5
Raren.
Auf
Thermometer.
Ueber dem
Boden.
.
I
Unter.sehied.
deli
nodcn grlegt w o r d e n , trocknes Strnli, die Ellrnbeinsksle, P U ~ Lslle todtr~r Pflanrenrubstanren waren mit einer Eisrinde
iibcrzogrn; das LnuL ainiger Striucher war dagrgen nur mit Tliautropfen I c k l e i d e t .
1 ) A u f der Station yon Goundalupe liatte ich Gclegrnheit cine relir sanderbare Thatsache zu beobaclrten: Holzwrrk, das auf
. . . .
. . . . . . . .
. . . . . . . . . . . .
. . . ... .. ..
.....
...........
. . . . .. .. ..
. . . . . . .
1225 August 8 Uhr
,
Vega de Zupia
October 10 Uhr
dito
1311 Deceinb. Sonnenaufgaiig
Meierei bei Anserma
1530 Juai Sonnenaufgang
Ain Bache Perillo, Wald HervB
1709 November 10 Uhr
Meierei Rodeo (Zupia)
Juli 10 Ubr
dito
1756 J u n i Sonneoaufgaog
Guadualexo, W a l d H e r d
1818 Januar
dito
Riosricio
2003 Jnnuar 9 Ulir
Lns Tapias, W a l d von Quindiu
Meneses, bei Pasto
2508 Juni Sonnenaufgang
dito
,
2778 August
Meierei San Jose', bei Tunja
dito
Vcnta de Clrauiisal
2991 August dito
Vct;ls
3218 August
Kapelle Guadaloupe, bei Santa-Fe' de Bogota 3304 Mai 2 Ulrr Morg.
Mai 3 Uhr dito
dito
Mai 5 Uhr dito .
dito
Mai Sonnenaufgang )
dito
~
Beohachtungsort.
Pantaiio de Vargas (Tolilna)
Meierei auf dein Anlisana ,
Azufral de Toliina
Zwischeii Rucupicliincha und Guaguapicbin&a, bei Quito
....
. . . .
. . . .. ...
. . .. .. ..
Beobachtungsort.
,
6600 Juli
dito
..
Beobachtunpzeit.
3672 Januar
4072 Juli
4119 Jaauar
Meter.
IMeeres- I
I
0
,o
Risen.
Thermometer.
Urber dem
I . . B o d e ~ ~
I
I
.-
Unterschied*
1 ,7
1
I
s
tj
604
Nach den Erkundigungeu, die ich babe eiiizicben
kiinnen, scheint es zwischen den Wendekreisen aaf den
Cordilleren uuterhalb der MeereshOhe r o n 2000 Meter
nur selten zu frieren; indeb treten gewisse Uinstinde ein,
welche die nachtliche Erkaltung derlnaLen begunstigea,
dafs es wirklich unmoglich ist in dieser Beziehung eine
Granze festzustellen. Es durfen z. B. nur auf mehre bedeclite Tage sternhelle Nechte folgen, und die durch die
Strahlung erzeugte Ksltc wird bedeutend verstiirkt. Man
kann ziemlich allgeinein den Sat2 aufstellen, dafs die kultivirten Hochflachen der Cordilleren; welche so hoch sind,
d a b sie eine Mittelteniperatur von 10" bis 14" besitzen,
dem Froste aus@setzt sind. Es geschieht leider nur zu
oft, dafs ein? Eriite von Weizen, Gerste oder Mais, welclie zu den schiinsteii Hoffnungen berechtigte, in eiiier
Kacht, selbst in einer Stunde durch die Folgen der niichtlichen Strahlung vernichtet wird. In Frankreich werden
in den heitern April- und Mainlchten die jungen Triebe,
BlYlter und Knospen roth, gefrieren mit einein Wort. Die
Giirtner schreiben bekanntlich diesks Uebel dem Mondlichte zu, und erst in neuerer Zeit hat Hr. A r a g o gezeigt ' ), dafs es-die Folge der nachtlicben Ausstrahluog
sey. Es ist bcmerkenswerth, dafs in Frankreich die Mitteltemperatur der Monate April uhd Mai (loo bis 1 4 O C.)
genau der Mittelteniperatur der Stationen auf den Cordillereu entspricht, wo man das Gefrieren des Getraides
zu befurchten hat. W e n n man erwlgt , welcher Schade
dem Landrnanne aus dem Frost erwichst, der durch die
Strahlung in heiteren Nachten veranlafst wird, so kann
man fragen, o b nicht die Wissenschalt, welche die Bediiigungen zu diesein Phlnomen somohl festgesetzt hat,
auch ein practisches Mittel angeben kiinnte, die bestellten Felder gegen die nachtliche Stralilung zu schiitzen.
Ich will hier eiue Methode kennen lehren, die ein acker1) Dicse Annnl. Bd. XXVIlI S.214 Anmerk.
GO5
bautreibeades Volk erdacbt und mit dem besten Erfolg
angewandt hat.
Die Eingebornen von Ober-Peru, kvelche die hohen
Fllchen von Cosco bewohnen, sind mehr als irgend ein
anderes Volk der Gefahr ausgesetzt, ibre Ernten diirch
die, nachtliche Strahlung zu verlieren. Die Incas hatten
vollkomlnen die Bedingungen festgestellt , unter welchen
ein Frost wahrend der ?Yacht zu besorgen stehe ; sie Iiatten eingesehen, dafs es nur friere, wenn der Himmel heiter und die Luft ruhig sey; da sie nun, wufsten, dafs die
Aiiwesenheit von Wolken den Frost verhindere, so gerielhen sie auf den Gedanken, ihre Felder dnrch Erzeugung von gewissermafsen kiinstlichen W o l k e n gegen die
Kalte der Naclite zu schiitzen. Liefs die Naclit einen
Frost voraussehen, d. h. fiinkelten die Sterne lebliaft und
war die Luft wenig bewegt, so- setzten 'sie feuchtes Stroh
oder Diinger in Brand, um Rauch zu erzeugen und dan i t die Durchsichtigkeit der Atmosphlre zu truben, von
der sie so vie1 zu fiirchten hatten. Man begreift, wie
leicht es seyn miisse, die Durchsichtigkeit einer ruhigen
Luft durch Rauch zu triiben; ganz anders wiirde es sich
gestalten, wenn ein W i n d webte; allein dann wiirde die,
Maafsregel schon an sich iiberfliissig seyn, weil in einer
durch W i n d bewegten Luft kein Frost durch nachtliche
Strahlung zu besorgen steht..
Ich zweifle gar nicht, dafs diefs Verfahren auf die
kultivirten Flachen von Bogota oder Quito auwendbar
sey, uud ich will es den Agronomen zur Entscheidung
anheimstellen, ob es nicht in gewissen Fallen vortheilhaft seyn k h n t e , das Beispiel der Indianer von Cosco
nachzua hmen.
Die oben erwahnte Methode der Indianer ist schon
von dem Inca G a r c i l a s o d e l a V e g a in seineni W e r k e
Cornentarios reales del Peru beschrieben. G a r cil a s o
war in der Hauptstadt von Cosco gcboren, und in seiner Kindheit sah er mauchiiial die Iudianer Kaucli nia-
606
&en, um ihre Maisfelder gegen Frost zu schiitzen. Ich
kann diese Notiz iiber die nachtIiche Strahlung nicht besser schliefsen, als dafs ich die wehrhaft merkwfirdigen
W o r t e des Geschichtschreibers der Eroberung von Amerika iibersetze.
)B W e n n die Indianer den Himmel bei eintretender
Nacht rein und wolkenleer sehen, und dem gemah Frost
befurchten, setzen sie ihren Dunger in Brand, urn Rauch
zu machen, und jeder von ihnen insbesondere sucht Rauch
auf seinem Hofe zu machen, weil, sagen sie, der Rauch
den Frost abhtilt, indem er, wie die Wolken,' den Dienst
einer Decke verrichtet, die verhindert, d a b es friere. Was
ich hier erzahle, sah ich in Cosco anwenden. Ob die
Indianer es noch heut zu Tage anwenden, weirs ich nicht.
Ich weirs auch nicht mehr, ob es wahr oder unwahr sey,
dab der Rauch den Frost verhindere, denn ich war damals noch zu selir Kind, als daL ich die Dinge, welclie
ich die Indianer vornehmen sah, hBtte zu ergrunden sucheu sollen I ) . ( <
XC. Krmischte Notizen.
-
1 ) Chrornsawes Kali.
Nach den Erfahrungen
"
des Professor J a c o b s o n zu Kopenhagen sol1 unter
allen Metallsalzen das (doppelt) chromsaure Kali am
ausgezeichnetsten die Fahigkeit besitzen , die mit seiner Lbsung getrankteu und wieder getrockneten orsanischen Siibstanzen (Leinwand, Hanf, Kattun, Papier), nach
ihrer Anziindung, zu einetn raschen zunderartigem Vergliminen geeignet zu macheo. Er halt daher dieh Salz
fur sehr zweckmafsig zur Bereitung der Moxas. Auch
1 ) Sclion P l i n i u s
spricht von der guten W i r k u n g des Rauchs
zur Verhinderung des nichtlichen Gefrierens (Anmerk. der Redaction der
Ann. de chirn. e t de phys.).
.
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