close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Beobachtungen in Bezug auf die Capillaritt beim Barometer.

код для вставкиСкачать
451
Aus diesen drei Gleichungen ist es leicht, die unbekannten Gr6lsen b, c und z zu bestirnmen.
Hat man eine gr6lsere Anzahl Beobachtungen gemacht, so combinirt man sie nach der Methode der kleinsten Quadrate, und erhalt dann einen noch genaueren
Werth von b.
1st der Werth der Correction einmal bekannt, so
braucht man diese Operation nicht mehr zu wiederholen;
da der leere Raum immer dieselbe Capacitirt bekilt, so
bleibt die Correction immer dieselbe. Es versteht sich
von selbst, dafs der Druck der in der bnrometrischen
Leere eingescblossenen LuCt kleiu geoug seyn mufs, damit die Verirnderuugen der Temperatur keinen merklichen Einfhfs auf seinen Werth ausuben.
Diese Beobachtuugsmethode bietet iusbesondere den
Vortheil dar, dals man das Quecksilber nicht zii kochcn
braucht , wodurch die in' 5) bezeichneten Fehler ganz
vermieden werden.
IV. Beobachiungeri in Bezug auf die Capihritut
leirn Baromeier.
1) V o m P r o f e s s o r u n d H i t t e r B c s s e l * ) .
D a s Barometer von p i s t o r und S c h i e k, welcties eine
Kbhre von 7 Linien inueren Durchmesser hat, is1 nicht
ausgekocht, sondern von Hrn. S c h i e k bier mit erw8rmtem Quecksilber gefiillt *+). Gleich anfangs war die Ober*) Aus den Astronomisclicn Nachriclrten, No. 155.
") Die Art von Raronletcm, von der lrier die Rede ist, U I J ~wrlcbe die HII. P i s t o r und S c h i e k scit etwa Filnf Jahren verfertilt haben, rucrrt fir die hiesige Acrdcmie, u e d rpiter fiir
die Sternwarten in hitona, Krinigsbsrg, Kopenhqen, Stockholul
und HeLingfori, fiir die naturforschende Geaellqchaft ru Dan-
29
*
452
flkhe dcs Quecksilbers im Iangen Schenkel sehr wenig
convex, weit weniger als die Oberflgche im kunen Schenkel, so wie es meistens oder immer bei Hcberbaromezig u. 8 . w., gehcirt iinstreitig zu dem Vollkommensten, was bisher in dieser Gattung von Instrumcnten geleistet worden ist,
und sicher hat man es nur dem 'Umstand, dafs diese Barometer
niemals ausfiihrlieh besehrieben worden sind , zuzusehreiben,
wenn der gechrte Vcrfasser des vorgelienden Aufsatzes sic nicht
vnn seinem Urtlieilc iiber die hisherigen Instrumente ausschliefst.
So z. B. ist fiir die gehcirige Beweglichkcit der QueeksilberSiiiiIe cliirch cine sehr weire, nicmals unter seclrs Pariser Linien
irn Durchnicsser haltendc Riillrc gesorgt. Ferner hat, zur vermelirten Siclierlieit clcr Mcrsung, der ISngere Selreukel des 1Iehers in dcr Rlitte seiner Wnge cine doppelte Bicgung erlralten,
SO clafs der kiirzere Schenkel senkreclrt unter den1 liingeren steht,
die olicre iind untere Queeksilbcrkuppe also in einer und der.
selbcn Verticallinie liegen. Drittens ist der Mehapparat, bestelienel aus einem starken Messinglineale, von der LSnge der gm7 . m QuccksilbersZule, das nnten ein festes und oben ein rnit dem
Konius versehiebbares . PvIikroskop rnit Fadenkreu%erhgt, mit
I,eirIitigkeit von clem Instrument zu trennen, und auf einem eisends daxu vcrfertigten Etnlon zu priifen. Dicser Etalon, von Messing mid wie die Skalc fiir 13°K. ajnstirt, entkilt auf zwci eingelnsneue Silbcrplattcn zwei Strielre in dem ilbrtandc von 28 2011;
mit eliesen bringt man dic Fadenkreuze der beiden Mikroskope
in Coiuciclenz, inclem man zuerst das rnit dcm Nonius verbundcne n n f 28 Zoll stellt, und dann am fcstcn Mikroskop mit der
clazu angcliraelitcn Stcllsclirauhe nachlrilft. Nonius und Skale,
dic beide auf Silber g e t h i l t sind, liegen in Eincr Ebcne und g o
bcn Hunclertel der Pariser Linie; beiclcn w i r d die feine Bewegong dureh BIikrnmetersclrrair1,en ertlieilt. Endlich ist das Instrument so aufgestellt, dafs man die Skale genau vertical stellen
uud in dieser Stellung unrerriickbar erhalten kann. Von einer
an der Mauer clurcli tief eingelassene rind eingegypste Schrauben
~ o l rbcfestigten
l
dicken B ~ ~ l igelrcn
le
horizontal zwei starke ciserne
Anne ab, von dcnen der uutere einc koniselre Pfanne von Glokkengut, uncl der obrre einen Ring trigt. In der Pfannc ruht das
ganze Instrument mittelst eines eiserncn konisclren Zapfena, nnd
mittelst des Ringes wird es oben durclr einen. mit einem Seharniere versehenen S t i h gchalten. Dureh Stellsehraoben kann d e r
Stift so lange vrrsclioben werden, bis die P r i f u n g m i t dem Senk-
453
tern der Fall ist. A k i n im Laufe der Zeit nahm diesc
Convexitgt immer mehr und mehr ab, und wurde cildlicb
im Ietzten Sommer SO klein, dafs sie oft sich in cine
Ebene oder gar eine Hiihlung vemandelte, welches bcides
die Beobachtung des Standes dieses Barometers unsiclier
machte. Zugleich bemerkte man, wenn man das I h o meter neigte, urn das Quecksilber bis an das obere En&
der Rahre steigen zu lassen, dafs sich aus dem Quccksilber etwas Luft entbunden hatte und hier cine kleinc
blei zeigt, d a h die Skale vertical stehe. Die Einrichtung des
Stativs erlaubt niclit nur das Instrument, unbescbdet sciirci
Senkrechtheit, nacli allen Seiten zu drelien, sondcrn auch es n u s
der Pfanne zu hebcn, und bis zu einem gewissen Grade zu ncigen. Von zwei Thermometern giebt eins die Tcmperatur dcr
Skale, nnd das andere die d e r QuecksilbersBule.
Zwei Umstindc sind es indel's, die vcrhindern, dals man
nicht immer die Genauigkcit i n dcr Messuug crreiclit, die niit
einem so vortreflliclren Instruincnte miiglich w h . D e r crstc
ist der, dafs die iufscrst gcringe Wiilbung, ja wobl vnllige Ebmheit der Quecksilberlliche im oberen Sclrenkcl die I\blesung
zuweilen ungemein scbwierig maclit. Dieser Umstand liat sielrer
seinen Grund znm Tlieil i n der Bcsclraffenlieit des von den
Herren P i s t o r und S c h i e k angewandten Glases ; denu B o hn e n b e r g e r z. B. konnte w i n 14,s par. Linien im Durclrmesser
haltendcs Normalbarometer noch auskochcn, olinc dal's es concav
wurde (5. diese Annalen Bd. VII S. 380); allcin es seheinen
nocli andere Bedingungen linzuzutreten , dcnn die Quecksilberfl5che ist, wenigstens nachmeincr Erf~hrung,keinesweges von constanter Gestalt, zuweilen vun cben so ausgezeichnet schiiner W 6 I bung und Dcutlichkeit des Umrisses a1s zu andern Zeiten flach
und undeutlich, ond d a r d hat weder Ersclruttern, noclr IIeten
und Senken der QuecksilbersBule, nocll sonst ein h'achweisbarcr
Umstand den geringsten Einflurs. Icli glanbe daher auch nicht.
dais die weiterhin von IIcrrn D u l o n g nngcgebcne Ursach der
Adlriirenz des Quecksilbcrs diese Erscleinung erLlHrc. Der
zweitc Uebclstand l e i Instrumenten ruit so weiter Riilire ist i n
h e r GGte begriindet. Bei der giolben Bewcgliclikcit der Quecksilbersiule ist ninilich die AtrrrusphHrc li5ufig ucruhig gcnug,
u1n cine wahrneLinbarc Ungenauigkcit i n der Mcssuug hcrbcizufiihren.
P.
454
Blase bildete. Die Menge der eingetretenen Luft schien
mir, nach einer beiliiufigen Schatziing, so grofk zu seyn,
dak sie die Barometcrhiihe um ein Hundertel einer Linie
vermindern konnte.
Um diese Luft ganz oder zurn Theil aus dem Barometer zu schaffen, neigte ich dasselbe so weit, dafs eine
grafsere Luftblase in das untere Ende der R a k e eintrat,
diese liefs ich bis zur Vereinigring mit der vorhandenen
kleinercn hinnuf~clwn, und kelirte dann das Instrument
wieder um, wodnrch bcidc vcrciuigteu Luftblascn zuglcich
entfernt wiirdcn. Als icli nun das Barometer wieder aufstellte, zeigtcn sich zwei Veriinderungen: das Quecksilber
im ISngcren Schcnkel hattc eine weit stzrker convexe
Qbcrflache als friilier crhalten, so dals diesclbe der Qberflliclic im kiirzeren Schcnkol weit iihnlicher gemorden
war, iind fcrner stand es zwischen 0,4 und 0,5 Linien
ticfer als vorhcr.
So wie die erste Ver!indcriing angenfallig war, so
blieb auch iibcr die zwcite kein Zweifrl; die iinmittelbar
vor odcr nach der Acnderung gemaclilen Vergleicliungcn
des Barometers mit zwci andercn, in der Stcrnwarte befindlichen, deutetcn den grofsen Einflafs derselben sogleich an, und ich konntc mich iibeneugen, dafs die Aenderung nicht etma einer zufilligen Verriickung der Collimationslinicn der Mikroskope , mit welchen abgelesen
wird, zuzuschreiben war. Ich hatte nlrnlich, ehe ich die
im Barometer befindlichc Luft zu entfernen suchte, die
Uebereinstilomung der Collimationslinien der Mikroskope
mit dcr Skale, durch den zum Barometer gehfirigen Etalon, gepriift und viillig richtig gefunden: eben so fand ich
sie, nachdem die Aenderung sich gezeigt hatte, bei wiederholter Priifung mieder.
Das Ergebnil's des Versuclis ist dalier keinem Zweifcl untemorkn: die Beriihrung, in welche die innere
Qbcrflache der Kiihre mit atmosph;irischer Luft gekommen war, hat solche Veraderungen hervorgebracht, d a b
455
dadurch die W6lbnng des Quecksilbers bedeutend vermehrt, und die Hahe des Quecksilbers sehr betrachtlich
vermindert worden ist.
Um dieses ganz zu verstehen, mufs man sich erinnern, dafs, nach unserer bisherigen Theorie und Erfahrung, die Capillarit;it, fiir eine Riihre von 7 Linien Durchmesser, nur eine Erniedrigung von wenigen Hundcrteln
einer Linie eneugt. Ein Theil hievon k t t e sich wirklich zeigen sollen, weil die Wolbung und damit die Wirkung der Capillaritat grfifser geworden war als vorher.
Dagegen hatte das Wegschaffen der kleiiien Luftblase
im Barometer eine Erhfihung bewirken sollen, welche
maglicherweise nocb hltte grilfser werden li6nnen, wenn
bei dem Durchgange der grilbcren Luftblase durch das
Quecksilber etwas Luft in diesem zuriickgeblieben und
sein specifisches Gewiclrt dadurch kleiner geworden niire.
Alles diefs zusammengenomlnen, wurde ich erwartet haben, dafs der Stand des Baroinctcrs keine merkliche Aenderung erlitten hiitte.
Dagegen abcr zeigte sicli eine sehr betrachtliche
Aenderung, welche auch in dcr Folge geblieben ist, wie
sie anfangs war. Diese Aenderung ist so grot, dafs sic
den ganzen Betrag der Capillaritit, so wic diese nacli
der bisherigen Ansicht ist, um das 8 bis 10fache tibersteigt.
2.
V o n H c r r n I)ulong*).
D o 111 C a s b o i s , Professor der Physik zu Metz, gab
vor Zeiten ein Mittel an zur Verfertigung von Barometern mit ebener und selbst bohler Oberflgche, oder was
fur die Theorie' dasselbe ist, von Apparaten in Gestalt
cines Hebers mit ehieln capilliiren und einem weiten
Sclienkel, in welchen das Quecksilber in beiden Scben*) Aus der N o u t d e Tlr&vrir de l a c t i v n r a p i h i r e , pur Mr. poi*s o n p. 291.
456
keln gleich hoch, oder gar im capillaren Schenkel bbher
als im andern stande. Er glaubte die Ursache dieser
Erscheinung in dem vollstzndigeren Ausschlufs der Feuchtigkeit setzen zu miissen, weil er sie hervorrufen konntc,
wenn er das Quecksilber lange Zeit in der Riihre sicden
lie&. Diese Erklaruns verdient aber keine Beachtung.
Es scheint, dafs es L a p l a c e und L a v o i s i e r ebenfalls gelang, Barometer mit ebener OberflSche zu verfertigen, und sic thcilten, hinsichtlicli der Entstehung dieser
sonderbaren Erscbeinung, die Meinung des eben erwahnten Physikers, iiidcm sie diesclbe der vollkommneren Austrocknung dcs Quccksilbcrs und der Riihre zuscbriebcn.
Wenn niaii sich sclbst Barometer unter den iiblichen
Handgriffen zur Verh-cibung dcr Laft und Fcuchtigkeit
verfertigt, so lsfst sich kaum einsehcn, d a t in denselben
noch ctwas Wasser zuriickgcblieben seyn solltc, welches
durch ein ISngcrcs Sieden ausgetrieben werden kannte.
Diesc Erklirung hat mich nie befriedigt, und sie ist auch
nicht leicht mit der Theorie der Capillarphhomene zu
vereinbaren. Bei Verfertigiing von Queclisilber-Thermometcrn bin ich zur Einsicht in die wahre Ursache der
von Herrn C a s b o i s bcschriebcnen Erscheinung gefuhrt.
Ich hattc bemcrkt, d a b wenn ich, um die letzten
Gasblasen zu entferncn, das Quecksilber zu wiederholten
Malen auskochte, die Riihre inwendig blind wurde, bis
zu dem Grade, daL ich nicht iuchr die Oberfliche des
Quecksilbers seben konnte. Mittelst einer Lupe erblickte
ich kleine unrcgelmYfsige Massen Quecksilber an der Innenflache der Riihre sitzend, und an einigen Stellen einen Absatz von krystallinischem und riithlichem Aussehen. Da das Quecksilber vor der Einfiihrung in das Instrument sorgfsltig ausgekocht war, so konnte man die
Versnderung, welches es erlitten batte, nicht anders als
durch die Amahme erkliren, es sey wahrend des Siedens eine g e w k e Menge von Oxyd gebildet worden.
UeberdieL ist es gewiib, d a b wenn map Quecksilber mit
457
seinem Oxyd zusammenreibt, dieses eine kleine Menge
von letzterem 16fst, und dadurcb das Ansehen eines Amalgams erhalt. In diesem Zustande adbrirt es ark am
Glase, baftet daran, ohne es indeb zu benetzen, und aus
diesem Grunde kann es denn nicbt mehr als thermome
trische oder barometrische Fliissigkeit benutzt werden.
Man fiihrt es auf seine urspriinglichen Eigenscbaften zuriick, wenn man es mit concentrirter Schwefelsiiure oder
mit einer Ltisung von Schwefelwasserstoff schiittelt, wodurch das Oxyd fortgenommen oder zersttirt wird. Selbst
das destillirte Quecksilber ist nicht immer frei von Oxyd,
und wenn man es also zur Fiillung von Thermometern
und Barometern anwenden will, ist es gut dasselbe vorher durch eins der angezeigten Mittel zu reinigen. Es
scheint, d a b Quecksilber, welcbes einige Zeit an der Luft
im Sieden erhdten wird, bald Oxyd genug aufnimmt,
um dadurch in seinen Eigenschaften betrschtlich modificirt
zu werden; und zuin Beweise, dafs die oben nachgewiesenen Modificationen wirklich das Resultat der Oxydation sind, braucht nur gesagt zu werdcn, d a t wenn man
ein von Oxyd vollstibdig befreites Quecksilber nimmt,
und den Apparat so einricbtet, wie ich es seit Ianger
Zeit thue, dafs die 0berfl;iche des Quecksilbers mit einer
Ahnosphiire von Wasserstoffgas in Beriihrung steht, a k
dann das Sieden beliebig lang fortgesetzt werden kann,
ohne daii man die mindeste Vergnderung in den phpsischen Eigenschaften und dem Verhalten dicser Fliissigkeit bei BerUhrung mit dem Glase wahrnehuren kann.
Diese Bemerkung ist eben so anwendbar auf die
Verferti,mg vdn Thermometern, als die von Barometern.
Wiederbolt man mit dieser Vorsicht den Versuch von
C a s b o i s , so nimmt die obere Fliche des Quecksilbers
dieselbe Kriimmung wie in den gemeinen Barometern an,
wie lang aucb das Sieden fortgesetzt werdcn mag.
In Barometern von grohem Durchmesser ist die von
H e m C a s b o i s beobachtete Anomalie schwieriger her-
458
vonubringen, weil, wegen der grfifseren Masse des Quecksilbers, eine gleiche absolute Menge Oxyd eine weniger
merkliche Wirkung thut *). In diesem Falle braucht
man sogar nicht einmal das Quecksilber in einem sauerstofffreien Gase zu kochen. Haben aber die Rahren
nicht mehr als 5 bis 6 Millimeter und darunter im Durchmesser, so ist es niitzlich, zu diesem Hiilfsmittel zu greifen; denn sonst hat die Correction wegen der Capillarit;it eine ganz betrachtliche Unsicherheit.
Das von C a s b o i s gefundene Resultat riihrt also
einfach davon her, dafs das Quecksilber, welches eine
geringe Menge seines eignen Oxpds aufgelbst enthdlt, eine
Fliissigkeit ist, welche von dem reinen Quecksilber in
seiner Natur und seinen physischen Eigenschaften abweicht, weder zu dem Glase, noch unter seinen eigenen
Theilchen eine so starke Anziehung wie dieses darbietet.
3. Voni v e r e w i g t e n B o h n e n b e r g e r .
Bei Verfertigung seines Normalbarometers, eines Instruments von selir sorgfiiltiger Ausfiihrung, bei dem die
Rahre 14,5 par. Linien, und das Gef;ifs 5 Zoll innern
Durcbfhesser besal, und die Messung durch einen, unten
in einer feinen Spitze auslaufenden mikroskopischen Apparat geschah, hatte aer verstorbene Bo h n e n b e r g e r
unter andern auch den Zweck, die Capillardepression fur
Riihren von verschiedeneln Caliber auf dem Wege der
Beobachtung genau zu bestimmen. Da diese Beobachtungen nicht scheinen allgemein bekannt geworden zu
') Bier in Berlin hat Herr S c h i c k gerade umgekehrt die Erfahrung gemacht, dars dar Quecksilber in weiten RBbrcn durch das
Koehen concav wird. Aus diesciu und drm in dar vorhergehenden Note angcriihrten Grundc glaube iclr auch, dafs der
Quecksilberorydgehdt nicht die alleinige Ursache dieser Erscheinung sey.
P.
459
seyn, so m6gen auch sie hier noch eine Stelle finden,
und zwar meist mit den Worten des Verewigten*).
Aus der Einrichtung des Normalbarometers ergiebt
sich, d a b man mittelst desselben die Depression des
Quecksilbers in Barometerrtihren von verschiedenen Durchmessern sehr geiiau finden ktinne. Man wird namlich in
dcr 14,5 Linien weiten Riihre die Depression als verschwindend bctrachten ksnnen, und es fand sich wirklicli die Oberache der Saule, bis auf einen Abstand von
zwci Linien von den Seitenwanden der Rbhre, eben.
Auch die grofsc Beweglichkeit dieses Theiles der Oberfliiche, und die kleinen Wellen, die sich auf ihr bei dcr
geringsten Erschutterung bildeten , schienen dieses anzudeuten. Die dieser ZMachst stehende Ri)hre hatte 5,8
Linien im Durchmesser, und hier war schon die game
Obcrflkhe gekriimmt, auch zeigten sich bci Erschutterung
keine Wellen mehr, sondern die Oberfkiche anderte ihre
Figur stetig, \vie man es in engern Riihren beobachtet.
Uugeachtct auf das Auskochen der Rbhre alle Sorgfalt
vcnvaudt wurde, erhielt ich doch nieruals eine ganz ebene,
oder gar hohle Flache, welche schon mehrere genaue
Beobachter erbalten haben. Da das bei diesem Barometer gebrauchte Quecksilber aus sogeuanntem rothen
PrScipitat erbalten war, so kam ich auf den Gedanken,
dafs clieses Quecksilber vielleiclit nicht rein genug sey,
und liefs einen Versuch machen mit Quecksilber, das aus
Zinnober reducirt war. Mit diesem Quecksilber wurdc
cine Barometerriihre von 3,14 Linien im Durchmesser
gefiillt, sorgfaltig ausgekocht, und so ein Barometer construirt , welches mit dem Nonnalbarometer verglichen
murde. Allein die Kuppe hatte ihre gewshnliche con*) Aus
dcm dritten Heft der ~,;Yu,rrrwissL.naft~ch=" Alhand111rigt~1,
f1ern11spgr6en u w i riner GeselLschaft irb WrZrtrrnlrrg(Tiibingen 1 8 2 i . ) Kine rorlSuligc Notis von dirsem RiesenLaromctcr wurde brrcits irn Bd. VII (83) S. 378 dieacr AnnaIcn mitgethuilt.
P.
460
vexe Figur, und die Depression war nahe dieselbe, wie
in einer nahe eben so weiten in das Gestell des Normalbarometers eingesetzten Riihre.
Ich machte nun den umgekehrten Versuch mit Quecksilber, mit dem ein auderes Metall verbunden war. Metalle, die sich leicht oxydiren, verrathen sich bald, selbst
in geringer Menge, durch die schwane Haut, welche in
kuner Zeit die Oberfliche des Quecksilbers iibenieht
und die papiernen Trichtcr beschmutzt, durch die man
das Quecksilber von griiberen Unreinigkeiten befreit. lch
setzte also Sz'Zber zu, welches mit etwas Quecksilber zu
einem Amalgam verbunden war, so dafs das Silber uur
den 6000sten Thcil des Quecksilbers ausmachte, mit wel&em dieses Silberamalgain verbunden wurde.
Eine 2,97 Linien weite Rbhre von demselben Glase,
wie die iibrigen , wurde mit diesem Quecksilber gefiillt,
und es zeigte sich nach dem Auskochen nicht allein die
Kuppe vie1 &her, als 'in der ersten, 3,14 Linien weiten,
mit reinem Quecksilber gefiillten Rbhre, sondern die Depression war auch merklich geringer. Ich fand die Depression des mit Silber versetzten Quecksilbers =0,19
Linien, die Hahe der Kuppe =0"',25; die Depression
des aus Zinnober erhaltenen Quecksilbers aber =0'",35,
und die Hbhe der Kuppe =0',43.
Es ist mir daher
nicht unwahrscheinlich, dafs in einer 6 Linien weiten
Rbhre die Oberflsche des Quecksilbers wiirde eben geworden seyn, doch hieriiber kiinnen nur weitere Versuche entscheiden. Solches mit Silber versetzte Quecksilber der Luft ausgesetzt , bekilt eine reine Oberflache,
wie das aus Zinnober erhaltene.
Ich lasse nun die, mit dein Normalbarometer und
mit einigen in das Gefafs desselben eingesetzten engern
Barorneterrthen angestellten Eeobachtuogen folgen:
461
Darchmesser.f 14,5 p. L.
Stand
I5,81 p. L.
27"2'",770
2 ,770
2 ,775
2 ,780
1 2 ,770
3,m p.L. I2,16p.L.
T,740 2"',450
2
2
2
2
,730
,740
,740
,735
2
2
2
2
1
2"',205
,440 2 ,Zoo
,435 2 ,195
,440 2 ,190
,445 I 2 ,200
Die Ablesungen geschahen am 3. Juli 1826, Morgens zwischen fIh und 8h15') zu einer Zeit, wo das Barometer ruhig war, nnd das Thermometer zwischen 17,4
und 17O,5 R. schwankte. Betrachtet man die Depression
in dem 14,5 Linien weiten Rohre a h verschwindend, so
wfirden in den andern Rahren die Depressionen:
i
Dwchmesser.( 5,81 p. L. 13,02p. L. 2,15 p.L.
Depression
I
W',036
32
35
33
35
36
0"',331
335
336
332
334
333
I
0"',575
577
569
597
582
568
Die beobachteten H6hen der Kuppen, unter denen
die in der weitesten Rahre sich am schwierigsten messen
lieten, waren
Durchmesser.
I 14,5 p. L. I 5,s p. L. i 3,02 p. L. I2,15 p.L.
462
B o n v a r d bat eino neue Tafel der Capillardepression des Quecksilbers im Barometer nach dem Vorschlag
von L a p l a c e berechnet *), welche darin besteht, die erzeugende Curve dcr krummen Flache des Quecksilbers
aus vielen kleinen Kreisbiigen zusammenzusetzen , deren
Halbmesser die nach der Theorie berechneten Krhmuugshalbmesser dieser Curve sind. Diese Tafel wiirde nichts
zu wiinschen iibrig lassen, wenn die zum Griinde gelegten constanten GriiCsen richtig wlren. Diese sind aber
dwch Versuche in der Luft, und nicht in dem Vacuo
des Barometers bestimmt, wo die Capillardepression offenbar von der in freier Luft verschieden ist.
Ich will hier die vorliin angefiihrtcn beobacliteten
Depressionen mit denjenigcn vergleichen, welche sich aus
der erwlhnten Tafel ergebcn, wenn man die Millimeter
in Linien verwandelt, und die Interpolationsformen p. 305
a. a. 0. gebraucht. Der griifste Durchmesscr dcr Riihre
in dieser Tafel ist =21 Millimeter = 9,3 Liuien, welchem eine Depression von 0,028 Millimeter oder 40124
Linien entspricht, woraus sich wiederum schliefsen liilst,
dafs die Depression in einer 14,5 Linien weiten Riihre
nicht merklich seyn werde. Fur die iibrigen Riihren ergaben sich folgende Resultate:
1 I 1
Depressionen
1 beobncht.
Durchmesser’~ berechn.
5,;
2 ,15
0”’,12-1 0”’,034 0”’,090
0 ,333 0 ,074
0 ,609 0 ,578 0 ,141
0 ,408
*) Connaissmce des terns pour ran 1829. p . 308.
n) Aueb die neuere Tafel, welche P o i s s o n in seiner Norrveflc
Thdorie de Paction cupilcnire p. 289 rnittlieilt, mist noelr be-
,
triebtliebe Abweiehungen yon diesen Beobachtungeu wohl natiirlieh, da ihr dieselben Constanten zuiu Grunde gClCgt sind,
welehe von L a p l a c e benutzt wurden:
So e. B. gieht sie
f i r einen Biihrendurelamesser von 7 Millimeter
3,l 1’. Liuien
die Depression
0,88 Millimeter
0,39 Linien, w6hrend sic
=
=
=
463
Man sieht, dafs alle berechneten Depressionen merklich gr6fser sind 'als die beobachteten, wie sich schon
daraus erwarten lieis, dafs die der fichrw2g zwn GNnde
gelegien constanten Gr6ysen sich auf die in freier Luft
beobachieien Depressionen beziehen, die immer grbfser
sind als die im Vacuo des Barometers. Wmn nun die
Capillardepression a
h Vacuo des Baromeiers m'cht so
schwankend wiire, wie mehrere Beobachter gefunden haben wollen, und man die Umstande angeben kbnnte, unter welchen die Oberfltiche des Quecksilbers eben, oder
gar hohl wird, so wUrde allerdings eine nach der oben
angefiihrten Methode berechnete Tafel, wobei die constanten Gr6lsen aus den mit Barometern angestellten
Beobachtungen abgeleitet wiirden, iiir die Ausiibung binreichend genaue Resultate geben. Am sichersten wird es
aber immer seyn, jedes Barometer, welches zu genaucn
Beobachtungen dienen soll, mit einem guten Normalbarometer zu vergleichen.
V. Ueber das firdunsten von Fliissigkeiten aus
Haarriihrchen.
B e i weiterer Verfolpng der Versuche, die ich iibcr
einige CapillaritYts-Erscheinungenin diesen Annalcn Bd. X
S. 153 bekannt gcmacht babe, schien mir die Frage nicht
ohne Interesse zu seyn: ob Fliissigkeiten aus capillaren
nach B o h n e n b e r g e r ' s Berechnung noch nicbt 0"',333 betragcn
witrde. Eben so scheint mir, so weit ich ohne angestellte Interpolation dariiber urtbeilcn kann, die Tafel von S c b 1e i e r rn a c h e r
nnd E c k a r d t ( G e h l e r ' s phyr.Wortcrbnch. Keue Aufl. Bd. I.
S. 909), welcbe die Depression in Function des Rahrendurchrnessers und der KuppcnhBbe acgiebt, bedentende DifTerenzen
mit den von B o b n e n b e r g c r gemessenen GrgLen darsubieten.
P.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
0
Размер файла
516 Кб
Теги
capillaries, die, beim, bezug, barometer, auf, beobachtungen
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа