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Bericht erstattet in der ffentlichen Sitzung des National-Instituts am 4 ten Januar 1808 im Namen der Commission fr den Galvanismus.

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309
3
v.
B E R I C H T,
erftattct
i n d e r iiJjentlieken S i t z u n g do9
National Inftittts
a m 4 t e n J a n u a r 1808,
-
im Namen der Commifrion
G a I v n n i s in u J ,
von
J a r dam
-
H e r r n G A Y LUSSAC,
iib e r
die Ertheilung des kleinern gnlvani’,
J c h e n FreiJ-es J u r ’ d a u J a h r 1807. *)
D e r jiihrliche Preis filr den Galvanismus, w e ~ c h e r
aus eimr goldenen Medaille, 3000 Fr. an Wertb,
hefteht, ift im Jahre 1891von dem hohen Haupte
der Hegierung fiir den -belten Verfuch geftihet warden, der Mhrend eines Jahrs iiber das galvai’fche
Fluidum angeftellt wird. Urn die Aufmerkfamkeit
auf diefeo rheil der PhySk,, der zu grofsen Entcleckungen zu filhren fchien, noch mehr zu erregen
fetzten Se. Majeftat zugleich eine Belohnung
$> Aus dem
Monitew den idten Jan. 1808. Kennt
gleich der Lefer D a v y ’s Arbeit hinlanglicb aus
den beiden vorher gehenden Heften, fo wird do&
dieler Rericht fiir ihn nicht unintereflant feyn,‘ da
ein ra ausgezeichneter Pbymer, wie Herr 6 a g :
L u l l a c , leino Urtbeile in ibn ehwebt. G i l b .
von
Fr. filr denjenigen felt, der die
ElectricitHt u n d den Galvanismus urn eioen Schritt vorwirts filhren wilrde, d e r m i t den Erweiterungen
derfelben durch F r a u k l i n und V o l t a fich wiirde meffen dwfen.
Goooo
Seit diefer rnerkwifrdigen Epoche hat der Galvanismus wichtige Fortfchritte gemacht. Itn J i h r e
3806 erhielt H e r r E r rn a n, ein ausgcz,eichneter
Naturforfcher Berlins, den jshrlichen Preis , weil
er i n g e l d f e n Korpern ein far d i e beiden Electricit i t e n verfchiedenes Leitungsvermijgen enttleckt
hatte. * ) I n dem verfloffenen Jahre hahen die
H e r r e n S y l v e i t e r **) Gnd G r o t h a u f s gez’igt,
dafs beim Fallen eines Metalles durch das andere,
der Proiefs clurch die Verwandtfchaft begoonen,
dann aber d u m b , eine galvani’fche Wirkung fortge-,
fetzt w i d , Herr G u y t o n ***) hat an den Einbb d e r .Electricitat auf die Verjinderung d e r Erze
wieder erinnert, u . d die Identitiit der Prozeffe der
Natur und d e r K u n h durch die ihrer Produkte
wahrfccheinlich gemaclit. Wir konoten noch mehrere interelfante ReCultate erwahnen ; doch wir eilen zu dem Werke des Hrn. D a v y , Profeflors an
dcr RquZ ZnJitution zu London, welcher uriter
dem Titel! The Bakerian lecture on Jome chimical
3Anden,
* ) Annden,
XXIV, 407.
XXV, 454.
***) In Aufhtz XI1 d e b s HeFtes,
Gifb.
Giib.
6ilb.
agencies of electricity, erfchienen ift. a ) Diefes
W e r k ilt fiir das Jahr 1807 des Preifes far wiirdig
erkannt wotden, und es ift Pflicht der Cornmiffion
filr den Galvanismus, diefes i h r Urtheil durch eioen Bericht aber daffelbe bei der Klaffe zu rechtfertigen. Diefes Werk ift indefs fo voll Thatfachea, dafs die Cornmiffion bef11rchten mufs, die
Aufmerkfarnkeit zu errnilden, felbft wenn lie lie
nur oberflachlich beriihrt.
Obgleich mehrere Phyfiker, insbefondere die
Herren S i m o n und C r u i c k f h a s k , fchon vor
Jahren bewiefen hatten, dafs die Salzfzure, welche
erfcheint, wenn man durcb die Voltaifehe SZule
Waffer unter Einwirkung vegetabilifcher oder thierifcher Suhftanzen zerfetzt, in diefen Subftanzen
enthalten ift, und nicht erzeugt wird; fo machte
doch Herr P a c c h i a o i i m Jahre 1805 bekannt,
er habe durch einen galvani’fchen Prozefs, vermittelft eines hefondern Apparats, Salthure erzeugt,
und ihre Beftandtheile entdeckt. Man wiederhoblu
feine VerTuche Oberall ; ejnige fanden alles richtig,
den meiften gelangen fie aber nicht, fa dafs noch
Zweifel irn Geilte derer blieben, welche nur dann
eine Wahrh-eit anerkennen, wenn fie weiter keinen
Anitrich oon Ungewifsheit hat, Durch Hrn. Do-
v y wird alle Ungevrifsheit zerftreut, indem feino
Verfuche mit d e t fcrupulijfen Genauigkeit ange-
*) Wahrfcfieinlich eiazelne Abziipe der Abhandlug
aus den Philoioph. Transact.
Gilb.
c
3'2
3
ftellt find, welche volle Ueberzeugung bewirkt.
Er hat ftrenge bewiefen, dafs Salzfaure uncl Natron,
(welches ebenfalls durch ,Zerfetzung des Waffers,
vermittelft der Saule, erzeugt werden follte,) nie anderes erfcheinen, als wenn fie fchon gebildet i n den
Materien, dercn man fich betiient , vodianden find.
Setzt man fehr reines Waffer der Eiiiwirkung d e r
Saule in Goldbcchern aus, die durch ein Stuck genafsten Amianths verbunden lind, fo entfteht weder
Natron noch Salzfaure ; man erliiilt aber , wie
C r u i c k I h a n k behauptete , an der poGtiven Seite
falpetrige Saure und an d e r negativen ein wenig
Ammoniak. Beide bilden fich vermittelft des
S t i c k b f f s der Luft; J e n o wenn fich der ganze Apparat ir. einer Atmofphsre voa Waferftoffgas befindet und-das Waffer fehr rein ift , fo erfcheint keine von beiden Subftanzen. Wenn man abwechfelnd
i n den pofitiven Becher ein fdzfaures Salz urid i n
den negativen ein Stiick Glas thut, das Natron in
Eeioer Mikhung enthalt , fo enthinden fich tlurch
Einwirkung einer k d t i g e n Saule die Salzfaure und
das Alkali f a h augenblicklich. Karrarifcher Marmor , Thonfcliiefer aus C o r n i d l i s , Serperitin von.
Cap Lezard und andere Steine gaben ebenfalls &atron. kIan ffihlt i m Anfange einiges Widerftreben,
fich zu denkeri, dafs einc fo unaiiflosliche und den
cliemifchen Einwirkungen fo unzugangliche Subitanz als das Glas, durch ein To ausnehrnend feines
Fluidum, das Gch allen unfern Sionen entzieht, Co
aulserordentlich lcicht zu zerletzeo fey. Dallelbe
c
313
3
ift aber faft bei allen Erfcbeinungen der Fall, d i e
wir zurn erften h h i e gewahr weqden, und welche
keirte Analogie rnit den bekannten Thatfachen haben. Man ift gsneigt, Ge zu verwerfen, oder wenjsftens Ge.zu bezweifeln, weil Ge aukerordentlich
fcheinen, bis man Gch an fie gewijhnt, und fie nun
fiir einfacher halt, ohne doch haufig fie berler zu
begreifen.
Die beiden Electricititen der Siiule wirken nicht
auf gleiche A r t auf die Sauren uncl'auf die Alkalien.
Vo n i 11re r eige nt h ii IT)1ic hen Wi r k u ngszr t e r h a 1t rn a n
einen fehr deutlichen Begriff ails den fojgenclcn Unterfucbungen des Herrn D a v y, welche f c h hauptfiiclilich mit d e r Zerlettung der Salze vermiltelft
d e r Sa ul e be lchii'f t igen.
Die Herren H i l i m g e r und B e r z e l i u s * )
halten fchon gezejst,. dafs, wenn man die beitlea
A r m e einer verkehrt ftehendeii Heberrahre mit einer Salzauflijfung Fiillt, und den elcctrilchen Strom
d e r Siiule hintlurch gehen Iafst, dieSaure des Salzas
fich in detn Schenkel des pofitiven Polardrahts und
das Alkali f c h i n dern Schenkel des negativen Po1arclrahts anfarntnelt. Durch Verallgemeinerung der
Refultate mehrerer Verfuche hatten fie g e f c h l o f h ,
die brennbaren Karper, die Alkalien und die Erden
vcreinigten 6ch urn den negativen, Sauerftoffgas,
Ssuren und oxydirte Korper um den poGtiven pol,
H e r r D a v jr hat diefes merkwiirdigeRefultat cIurcb
*) Annulen, XXVII, 269.
Gifb.
t
314
3
cine groBe Menge von Verfuchen beftiitigt, u n d
demielben eine vie1 grofsere Allgcmeinheit gegeben.
Br hat gezeigt, dafs nicht blofs &e aufliislichen,
fondern auch die unaufioslichen Salze, und fiberhaupt alle Subftanzen, welche Sauren oder Alkalien
enthalten , von dem galwani’fchen StrQrn zerfetzt
werden, fo d a b alles, was Saure ift, fich urn den
pofitiven Pol, und alles, was von alkalilcher Natut
ift, fch urn den negativenPo1 aofammelt. Filllt man
2. €3. zwei kleine Schalen aus Alabafter, die durch
angefeuchteten fafrigen Gyps verb*.ndec find, mit
W a h , und fithrt den galvani’fchen Strom einer
Voltaifcben Sau!e hindurch, fo zeigt fich fehr bald
freie Schwefelfhre in d e r pofitiven und Kalk in deg
aega tiven AlabafterfchaIe.
Schwefelhurer Strontion, fchwefelfaurer Baryt,
aufsfaurer Kalk geben unter denfelben Umftiindea
ganz ahnliche Refahate; n u r fcheint dazu defto
inehr Zeit oder eine defto kr3ftigere Saule erford e r t zu werdea, je weniger aufloslich das Salz ift.
Feiolrorniger , iehr feher Bdl’alt, d e r in der Analyfe
0105 Natron gegeben hatte, gab durch Einwirkung
der SHule oxygenirte Salzfaure am pofitiven, u n d
Kalk uncl S a t r o o a m negativen Pole. Dichter Zeolith votn Riefenwege giebt ebenfalls Natron; Lepidolith Kali, unll glafga Lava-voin Aetna eine Mengung mehrerer Alkalien. Die Metallauflijfungen,
welche die Herren H i f i n g e r und B e r z e l i u s
fur unterfetzbar gehalten hatten, weil ihreS5ule zu
ichvrach war., werden gleichfalls zerietzt, wobei
I 3x5 3
die Metalloxyrle iich wie Alkalien verhalten. Die
Herren R i f f a u l t und C h o m p r C , welche 6ch
zu gleicher Zeit mit H e r r n D a v y mit diefen Zerfetzungen befchzftigt hatten, find auf diefelben
Schlilffe gefohrt worden. *)
Es ift folglich bewiefen, dafs durch Einwirkung
des electrircliert Fluidums, wenn es durch die Voltiifcbe Siiule in Bewegung gefetzt wird, faft alIe
zufammen gefetzte Subftanzen in i h r e Elemente
zerlegt werden konnen. Diefes Wefen welches
bisher fchon, durch die Phznomene, die es erzeugt,
i n Ezftaunen fetzte, wird noch bewundernswiircliger durch diefe feine Verbindung mit den miichtigften Wirkungsmitteln , welche dem Menfchen zu
Gebote ttohn. Sehr wahrfcheinlicb werden wir bei
genauerer Bekanntfchaft mit Remfe'elben irnmer rnehr
finclen, dafs es in den Naturerfcheinungen eiue weit
grijfsere Rolie fpielt, als man bisher gegraubt hatte.
W i r fehn es hier die Kijrper zerfetzen, neue erzeugen , ihren Elementen anziehende und abftoisende
lirafte verleihen, d e n chemifchen Ver wandtfchaften das Gleichgewicht halteo, und verfchiedene
Wirkungea erzeugen, je nachdem es fich in dem Zufiande der Glas - Electricitiit oder in dem der H a r z
Electricitat befind et.
-
Wir haben bis hierher n u r iiii Allgemeinen von
diefen Wirkudgen des galvani'lcchen Fluidurns ge-
fprochen; es ift indek der hliihe werth, die befondern UmCtPnde anzugeben , welche fie begleiten.
Wenn die Metalldriihte, welche die zu zerfetzende Subhanz mit der Saule verbinden, zu weit
von einander abftehn, fo ilt die Wirkung fehr
ichwach oder felbft null. Haben fie eine fchickliche Entfernung , bei d e r die Zerfetzung erfolgt, fo
Jammelt iich die Saure immer urn den poGtiven und
das Alkali um den negativen Draht. Die UnautIoslichkeit der Elemente der Subltanz ift kein Hindernirs bei diefeni Hiniiberftthren; denn die M a gnefia und die Metalloxyde gehen eben To wohl als
die leicht auflijslichen Bafen von dein poEtiveg zu
dem negativen Pole hiniiber. Es ift rnerkwdrclig,
dais wfiI:rend cliefes Hiniibergehens weder die Saur e n nbcb die Alkalien in dern Zwifhhenraume zwi€&en den beiden DrHhten bemerltbar werden, fen-.
d e r n dafs fie fich an den Draliten feelbit zuerft gufsern, und von da ab Gch immer weiter in der
Flikl'liglteit nach einander hin verbreiten. D e r Strom
d e r Slule kann fehrt eine S i u r e clurch ein AIGaIj,
oder ein Alkali durch eine Saure hindurch fdhren,
ohne dafs 62 auf ihrern Durchgange iufgehalten werden. Stellt man z. B. eineAufliifuog f~chwefelfduren
Silbers an den negativen h n d reines Wafler a n den
poGtiven Pol der Saule, und verbindet bcide durch
Stdcke gen2fsten Amianths mit einem dritten GeRfse, worin Gch Ammoniak befindet, fo wird f&
bald Schwefelraure am potitiven Pole merlibar, unl
geacbtet lie durch das Arnmoniak hindurch mufsa
I:
317
1
urn dorthio zu gelaogen.
Die andern Alkalien
termijgen fie eben fo weoig zuruck z u halten,
Doch giebt ps Falle, in welchen die S u r e mehr
oder minder vollftandig zurilck gehalten wird;
wenn narnlich die in dern Zwifchengefafse bcfiodliche Alkaliaufliifung fehr concentrirt ilt, oder wenn
die SHure mit ihr in eine uriauflijsliche Verbindung
t r i t t Daffelbe gilt von Clem Hindurchgehen der Alkalieo durch Siureo. Baryt und Strontion gehen
durch Salpeterfhre und durch Salzfauure’fehr leicht
hindurch ; aber nicht durch Schwefelfiiure, weil
iich dann irn Zwifchengefffse unaufliisliche fchwefelfaure Sake bilden, die iich niederfchlagen. Ganz
auf diefeelbe A r t werclen die Elemente eines Salzes,
das fich in einem d e r beiden Gefake an den Polen
d c r Siiule befinklet, durcli eine in Clem Zwifchengefrirse enthaltene SnlzaufliSung hindurch gefiihrt ;
n u r wirJ dann auch diefes letztere Salz zugleich
zerfetzt, und die SBuren beider finden fich urn den
poftiven, die ‘Bafen beider urn den negativen Pol.
Diefer Verfucli beweifet, dafs ein Salz in der Ketta
d e r galvani’fchen Siule zerfetzt werden karin, ohne
dals es die metallifchen Oberflfichen unmittelbar ZLL
berubren braucht, und giebt dadurch die Erkliirung
fiir diefes Hindurchgehen einer Saure durch ein Alkali, welches auf den erften Anblick fo auffallend
ift. Nimrnt man ftatt des Zwikhengefafses ein Blatt
einer Pflanze oder ein Stiick MuskelReifch, fo werden die SBuren und die Alkalien, welche in diefen
Subltanzen enthalten find, auf eine ganz gleicho
Art, die erftern z u dem pofitiven, die letztern zu
&in negativen Pole hinfiber gefilhrt.
So gut auch die Identitat der electrifchen rind
der galvani’fchea Flaffigkeit jetzt bewiefen ift, lo
Iiefse Gch doch zweifeln, dafs mit d e r einen alle
Wirkungen hervor zu bringen waren, welche die
andere zeigt, da beide in ihrer Energie fo fehr von
einander verfchieden Gnd. H e r r D a v y hat indefs
vermittelft einer mlchtigen Nairo’fchen Mafchine
durch das Verfahren W o 11a f t o n ‘s S a k e gerade
fo zerletzt, wie es die Voltaifche Saule thut; fo
dafs nicht der mindefte Zweifel iiber die Natur und
die Identitiit der Wirkung diefer beiden FliifGgkeiten bleiben kann.
Her2 Da v y hat eine Erklsrung d e r Art gege.
b e n , wie die Subftanzen in dem Kreife der Voltaifchen Saule zerfetzt werden. Wir theilen fie bier
nicht mit, urn nicht die Aufmerkfarnkeit zu erma-.
d e n , und aus Furcht , unverftindlich z u bleiben,
wenn wir nicht in ein umftandliches und vielleicht
al!zu abltractes Detail eingehen wollen. LVir begnilgeri uns init ihm, zu fagen, dafs, wie man au&
diefe Zerfetzungen fich denken moge, man fich imm e r vorftellen konne, es wiirden tier Waflerftoff,
die Alkalien, die hletalle und gewilfe MetalloxyJe
von der negativ electrifirten hIetallflache angezogen, und von d e r po6tiv- electrifirten abgeftofsen :
d e r Sauerftoff dagegen und die Sauren warden yon
den pofitiv- electrifirten Metallilachen angezogen,
und von den negativ electrihrten abgeftofsen; und
-
-
c
319
1
dide anziehenden und zurfick ftofsenden KrQfteh a h
ten Energie genug, urn die gewohnlichen Wirkungen d e r chemifchen Verwandtkhaften zu zerftiiren
oiler z u hernmen.
Die fo aufserft merkwfirdigen Thatfachen, von
denen wir hier eine kurzt UeberGcht gegeben haben, g e w h n e n noch fehr an Xnterelle durch die
glilckliche Art, wie Herr D a v y fie an einander
gereiht hat. Er bewail’t durch Verfuche, welche
er fchon fraher iiber verfchiedenartjg zurammen gefetzte galvani’fche Apparate rtngefteilt haite, und
durch eine grofse Menge neuer V e r f k h e , tlafs in
d e r Bsriihrurig ftets die SBuren ihre Electricirit den
Metallen, und die Metalle den Alkalien aberlaffen.
Das iCt ftets der Fall, wenn die Subftanzen vollkornmen trocken find; aber die geringfte Feuchtigkeit kann diefe Wirkung verhindern. Berilhrt man
fo 2. U. mit einer Platte von Z i n k , von IZupfer, o d e r
Von ?,inn, die darch einen Glasftiel ifolirt ift, Phos.
phorfiiure, Sauerkleefaure , Bernfteinfaure, Benzoefaiure oder Boraxfiiure, die vollkommen trocken
find, lo finciet Gch die Platte poGtiv, die S u r e negativ electrifirt. Bringt man dagegen diefelbe Metallplatte mit Kalk, Strontian oder Magnefia , die
vollkornrnen trocken find, in Berohrung, fo w i r d
die Platte jerles Mahl negativ electrifcch. Daraus
liefse fich fchliefsen, dafs ,wenn eine Saure und e i n
Alkali Clch gegenfeitig beriibren , das Alkali poGtio
werden rniifle; diefes beftatigt vollkommen d e r unmittelbare Verfuch wenn man Sauerklee Kryftal-
-
,
-
mit einer Kalkplatte beriihrt. Mit SauerltoFf und
\ITafferftoff laffen fich zwar keine folchen Verfuche
anftellen, doch fiihren die ftarkften Analogieen
darauf, anzunehmen , dafs d e r Wafferfrtoff tiem
Sau'erftoffe in der Beriihrung Electricitat entziehen
wilrde.
Man kann daher nberhaupt annehrnen , dafs die
S i u r e n und die Alkalien, fo wie d e r Sauerftoff und
d e r Wafferltoff, i n ihrer gegenfeitjgen Beriihrung
fich in entgegen geletzten electrifcheo Zuftznden liefinden. Nirnrnt Gan noch d a m , dafs die Siuren
und der SaueXtoff ltets am pofitiven , clie Alkalien
und der Wafferftoff ftets. am negativen Pole erfchein e n , fo fiihrt clas auf den Schlufs, dafs von zwei
Iiijrpern 3 welche Gch zu verbinden, unct, \vie es
fcheint, entgegen gefetzte electrifche Zuftiinde anzunehrnen vermagen, ftets derjenige, cler politivelectrifch wiccl; am negativen, und der andere am
poGtiven Pole rler Saule Gch zeigen wircl. Urngek e h r t wird iiian fchliefsen diirfen, clak von den beiden Elerndnten eines zufarnmen gefetzten Korpers,
dasjenige, welches am negativen Pole der SPuIe erfcheint, i n cler Beriihrung mit dem andern Element e pofitiv electrifch ift
FaCst man nun noch das Ganze cler vorher ge.
henden Phanomene zufarnrnen, fo bernerkt man,
dafs diejenigen Subftanzen, welche zu einander eine grofse Anziehung haben, in ihrer flerahrung
entgegen gefetzte electrifche Zuftzllde annehmen.
Alkalien und Sauren , WafIerfoff uod SauerItoff,
4
-
Kupfer
Kupker und Zink, Gold und O_ueckGlbsr, Schwefel
und die Metalle, verbinden Gch fehr innig mit einander, und nehmen zugleich mit einander entgegen
gefetzte electrifche Z d t a a d e an. Dies veranlafst
H e r r n D a vy, Gch zu d e r Itlee zu erheben, dafs die
cheniifchen Verwandtfchahen d e r Karper mit ihren
electrifchen Energiecn irn Zufammenhange ftehn,
und dafs fehr wohl die einen von den andern abhangen kbnnten.
Nimrnt man a n , die Theilchen der KBrper kijnn.
ten iich ganz ungehindert bewegen, fo miifsten Ge
fich allerdings fo anzieheo, wie es ihre electrifchen
KraFte mit fich bringen, perade fo, wie man B e c c a r i a ' s belegte Glasplatten ftark an einander hangen iieht, wenn man fie entgegen gefetzt electrifirt
Diefe Idee, die chemifchen Verwandtfchaften
d e r Kijrper von ihren electrifchen Energieen abhangen zu laffen, ift f e h r pikant; es laffen fich aus i h r
eine Menge cliemifcher Phiinomene, und die Urnftznde, welche fie rnodificiren, erklzrcn, und befonders lifst Gch aucti dcr Grund angeben warum die
Temperatur auf die chemifdien Erfcheinungen einen
fo grofsen Einflufs hat, da ihr Einflufs auf die electrifchen PhJnomene niclit geringer ift. U n t e r h c h t
m a n indek diefe Idee ganz genau, fo findet Ge fich
o h n e einen recht folirlen Grund. In ihrem natarlichen Zuftande find die Kdrper auf diefelbe A r t electriGrt und die entgegen gefetzteo Electricitaten,
welcbe Ge in ihrer gegenfeitigen Uerirhrung iiufsern,
hijren bald a u f , wenn fie VOIJ eicander entfernp
y:
A n d . d+PhyGk B.s& St. e. J. 1808. fr. 9.
..
,
Es wiirde daher vie1 nattirlicher feyn, die
entwickelte Electricitiit umgekehrt fiir eine Wirk u n g , und nicht f a r die Urfache d e r chernirchen
Anziehung der Korper z'u nehmen.
Wie follte man Gch iiberdies die Cohafionskraft
denken, welche zwifc$en den gle'ichartigen Theilchen der Kiirper Statt findet, cla diefe Theilchen nicht
in verlchierlenen electrikhen ZultBnclen find 7' und
doch Iafst Clch nicht zwveifeln, dafs die Krafte, welche
die gleichartjgen , und welche die verfchiedenartigen Theilchen der Kiirper einander niihern, einerlei U r h c h e haben. Eben fo wenig liefsen iich aus
dieCer Urfache die Plilnomene der Haarrijhtchen
u n d die Ginlichen erkliiren, weil fie eberifalls von
d e r gegecfeitigen Einwirkung cler kleinlten Tlieilchen der Fliilfiglteiten abhangen. Uebrigens legt
Herr D a v y felbft kein groises Gewicht auf diefe
Idee, und d e r Wahrheit eingetlenk, dds die Katur
n u r danii antwortet, w e m man fie durcli Verfuche
befragt, bricht e r init der Uernerkung ab, dafs es
h e i dem gegenw Lqigen Zuftande diefer UnterfUchungen unzeitig feyn wiirclb, diefen hypotheti.
fchen T h e i l des Gegenftandes umftandlich auSZUI
fiihrenb
D i e zalilreichen Thatfachen, welche Hr. D a v y entfchleiert hat, und die Betrachtungen, auf
die er durch fie gefiihrt wurcle, haben ihn zu
einer Erklarung cler Art geleitet , wie die VoItai.
fche Saule. wirkt. Er l3kt ihre Wirkfarnkeit yon
zwei Briachen abhangen : von der Anziehung, w&
Gnd.
che die pofitiven und die negativen Flschen d e r S 3 d
le a u f die verkhiedenen cherniM~enWirkungsmittel
iiufsern, und yon der electrifchen Energie der verfcchieclenen Subftanzen, aus denen fie zufarnmen geEetzt ift. Es ift allerdings aufser Zmeifel, dalk die
cheniifche Einwirkung an den Phsnornenen der Saul e Antheil hat; allein uber dar Art, wie Ge fie hervor bringt, fcheint einige Dunkelheit zu fchweben.
So vie1 wir auch hier von der Arbeit des Herrn
D a v y gefagt haben , fo fehlt doch vie1 daran dafs
wir von i h r eioe vollftandige ldee gegeben batten.
Es warea noch manche fehr intereflante Verfuche
anzufiihren, und von den verfchiedenen Anwendungen, welche der Verf. andeutet, fchweigen wit
ganz, urn nicht die Granzen eioes Berichts zu riberfchreiten. Dafiir wollen wir mit wenigen Wortea
die Hauptrefultate nochmahls wiederhohlen.
Als fich Herr D a v y rnit den chemifchen Wir.
kungen der galvani'fchen FlilfGglteit befchiiftigte,
waren die Meinungeii Uber dieBildui.: der Salzfaure
und des Natrons durch Zie Zerfetzurrg des Wafiers
noch khwankead; er hat fie viillig fixirt. Die Nat u r der Saure, welche in relnern WaCfer an dem pofitiven Pole d e t Saule entfteht war zweifelhaft gee
worden; e r hat dargetlian dafs es €alpetrige Stiure
ift, die fich auf Koften des Stickftoffs det atrnofphiirifchen Luft bildet. Die Herren H i f i n g e t tlnd
3 e r z e 1i u s hatten die Wirkungsart der beideu
Electricitaten der Saule auf die SakaufliiCungen and
gedeutet; Herr D a v y hat auf eine weit allgem&
,
,
Y a
c
324
3
sere A r t nachgewiefen, dafs alle Subftanzen, welcbe SPuren oder Alltalien enthalten , durch Einwirk u n g der galvani’fchen Flaffigkeit fo zerfetzt werden, dafs alles, was Siiure ift, um den pofitiven Pol,
und alles, was Alkali ift, uni den negativeri Pol Gch
anfammelt. Er hat gezeigt, dafs die Sauren oder
die Alkalien in reinem Waffer, durch das fie zu
dem andern Pole hiniiber gehn, nicht fichtlich
werden ; dafs felbft erftere durch olkalifche Laugen
und letztere durch fliiffige Szuren hindurch gefahrt
werden, dafs aber diefes ihr Miniibergehen gehemmt
tvird, wenn Ge init den Subftanzen; durcli welche
fie hintlurch gehn, unauflijsliche Verbindungen
geben; dafs ferner Salze, urn zerfetzt zu werden,
mit den Illetallfkichen nicht in unmittelbarer Berithrung zu.feyn brauchen; und dafs ficb endlich , vermittelft einer miichtigen ElectriGrmafcchine, die Salz e ganz atif diefelbe A r t wie mit d e r Voltaifchen
SZi~lezerfetzen laffen. Er liat alle PhPnoinene d e r
Zerfetzung der Iiijrper vollkornmen an einander ger e i h t , indem e r fie yon den verfchietlenen electriichen Zuftinden, die ihre Elemente i n der Beriihrung annelimen , abhangen Iafst, und indem er beweift, dafs die Alltalien den b’letallen, und die M e =
talle den S l u r e n Electricitat in der Beriihrung entziehn. Er hat auf eine fehr merkwilrdige A r t die
chernifcheo Verwandtfchaften der Korper ihren electrifclien Energieen genahert, uncl er hat aus f LDinen
Beobachtungen auf die Wirkungsart der Voltaifchen
tI 325 3
Siiule gefchloffen
, fndem er die chernifchea Elmivir-
kungen bei ihr mitwirken lafst. Endlich hat H e r h
die galrani'fche FliifGgkeit als ein ausnehmend energifches tVirkuugsmitte1. dargeftelIt, ge.
gen welches die chemifche Verwandtfchaft hSufig
niclits vermag, und hat diefer Fldfhgkeit einen grofsen Einflufs auf die Naturerfcheinungen anpewiefen.
Diefes find die Anfprilche des Hrn. D a v'y auf
den ihm zuerkannten Preis; es reicht liin, fie angegeben zu haben, urn das Urtheil d e r Klafl'e zu
rechtfertigen. Sie werden ohne Zwcifel mit Intereffe bemerkt hahen, welche Fortlcliritte- d e r GaIvanismus geinacht hat. Noch vor'wehigen Jahren
war e r vijllig iinbekannt, und fccbon verbreitet e r
Licht iiber andere Wiffenfchaften. Das mPchtige
Welen, deffen Eigenfcliaften e r enthlillt, hatte, in
den h d i e r n Regionen der Atmofpblre verbreitet, die
Pvlenfclien lange n u r erfchreckt. Jetzt djent es den
Phyiikern, i n der SPule V o 1t a 's concentrirt, in
der es fich nicht hi3rhat in ewigem Kreislaufe bewegt, als ein Inftrument, urn die Natur zu befragea
und die Elemente der KBrper von einander zu trennen: So bedeutend ift d e r rnenfchliche Geift vorwiirts gefchritten, dafs die neuen Wilfenfchaften
jetzt, fo zu fagen, keine Kindhcit mehr hoben; von
ibrem Entftehen an nehmen he einen fichern Gang,
u n d eilen fcbnell ziim Ziele, von dem Genie desHelden angetrieben, der ihr Schicklal verheh beftiinmt
D avy
WH hatten diefen Bericht kaum geendigt, a]&
cin zu London am %$ten November 1807 gelchrie’bener Brief uns die Naahriclit brachte, daCs es Hrn.
Da v y im Verfolge feiner galvani’lchen Unterfuchungen, welche I die K l d h To eben gekrbnt hat;
gelungen ilt, das Kali und das Natron zu zerlegen
und fie wieder zufaminen zu Fetzen. Sie werden
ohne Zweifel den Inhalt diefes Briefes hier mit einem befondern Intereffe h6ren. .
. .
[Es folgt nun mit etwas veranderten Worten der
Brief, welchen der Lefer i n Heft I , S. 153, diefes
Bandes der Bnnalen gefuaden hat, und den ich hier
.
Ztbergehe. G i l b J
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