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Bericht ber den Schergin-Schacht zu Jakutsk.

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404
Gewieht
in Grm.
300
350
400
450
500
600
700
8f10
900
1000
1 ino
P . T P ’ in
VIillimeter.
0,2208
0,2576
0,2914
0,33 12
0,36S0
0,4416
0,5 152
0,5888
0,6624
Geschwinigkcit mcli
Meter.
6,7
793
7,8
892
8,6
9,s
l0,3
11,0
0,7360
1 l,7
l2,3
0,6096
12,9
3ewichl
n Grm.
7 - p ’ in
ilillimeter.
1200 n , s w
1300 0,9568
1400 1,0304
1500 1,1040
1600 1,1776
1700 1,2512
1600 1,3218
1900 1,3984
2000 1,5720
2300 1,8400
3000 2,2680
Gescliw indigkeit nacli
Meter.
13,5
I 1,n
11,9
19,O
15,s
1(i,n
163
1731
17,4
19,4
21,J
XI. BerichL
iiler tIm SchergirL - Schnclrt zu
Jakutsk; con c. MicEJenJorff >.
U n s e r schleuniger, durch die Jalireszeit gcbietcriscli bediiigtcr Aiifbruch in die Gegend von Udskoi, die vicl1) IIr. Acarlemiker v. ll a e r , dem irh diesen interwanten, urspriinglich
an die K. Acadcmie 2.11 St. Petersburg gerichteten Bericlit verdanke,
fiigt clemsclben in dem begleitenclen Briefc nocli folgcndc Naclirichten liinru, dic ich mir erlauba liier mitzutheilen.
- ,,Von
Hro. v. M i d d e n d o r f f ist ein Bericlit iiber seine erneobachtungeo i m Scliachtc von Jukutsk e i n g e p ~ g e n . Da dureh
diesc Beobachtungen niclit n u r erwiesen wird, dafs bis an den G r u n d
dieses Schaclites wirklicli alle Fcuchtigkcit des Bodens gcfroren ist,
sondero dafs i n der Tide vnn 382 Furs engl. tief eingetricbene Thermometer norh - 2’,4 R. zeigen, so kaon man, nacli dent jetzt ermittelten MaIpafse der Tcmperaturzunalime mit der Tiefe, den Nullpunkt noel1 ungeklir 200 Furs t i c k erwortcn, als dcr Boilen dieses
Srliarhtes liegt. In der Veherzeugung, dafs cs Ilinen untl Ihren Lesern Jnteresre gewsliren wird, Iiieriiber bald in Kcnntnifs gesetrt ZII
werdcn, iibersencle icli eine ~\bsclirift dieses Berichtes zum beliebigen Gebrauche ffir ihre Zeitschrift. Da die Art der gebrauclrten Thermometer nicht n i h e r bezeiclrnet ist, so bemerka ich noch ausdriicksteo
405
artigen Vorarbeiten und Vorkehrungen, welche zu -dieser Reise unerlsfslich waren, dazu noch die Arbeiten
der Gegenwart - erlauben mir.nicht anders als n u r in
gedrhgtester Kiine Iiber unsere Leistungen im Scbergiuscliachte Bericht zu erstatten.
A m -$:.ztmFcbr. Abeuds langten wir in Jakutsk an,
und schon am i2z:m konuten, Dank den von Hro. S c h c r g i n getroffenen Maafsregeln, die Arbeiten im Schachte
begonnen werden.
Nach Aufdeckung desselben ergab sich, dafs in ciner Tiefe voii kaum einem Fndcn das Lumen bis an€
ein Vierlheil durch Eis verstopft war; dieses Eis hntte
sich aus Tagewiissern a l l d i g erzeugt, die von drr NW.Iich, obgleich es leiclit erratlicn wcrden wird, d d i sBmmtliclie Tlicrmonieter, die Hr. v. B I i d d e n d o r f f niitgenoinmen hat, nacli der
R i a u r n u r ' s c h e n Skale graduirt sind, iiod d3fs er i n Jlen Bericlitcn
die unmittelbaren Ablesungen niitthrilt."
,,Aus d i u e m Bericlite bewcist sicli die Nothwendigkeit einer Ilcvision der S c b e r g in'sclien Beobaclitungen durch eincn wiuensclidtliclien Mano. Offenbar hat S e l l e r g i n seine Tlierniometer, die iibcrIraiipt nur van gewiilrnliclier Fabrikarbcil iind niclit verglichen waren,
iiur unmittelbar an die VI'jnde des Schaclito gclialten oder nur.selir
wenig eingesentt 'I.
Da bei Turuchonsk die Teroperatur des Bodens in einer T i c k
\vo sic fast constant ist, sich ungrEilir 0' gereigt hat, so w i r r n nun
Vergleicbungspunkte durcL Bolrrliicher van eiuigcr Tiefe, bcsonderv
in Ost-Sibirien, van dem griifstcn Interesse. Leidcr hat aber dns
Bohren in gefrorcnen Boden sich wcnigsteni f i r den Bolircr, den €lr.
V. M i d d e n d o r f f mitgenornrnen hat, ungemein schwierig gereigt, so
d d s e r bald ganz unbrauehbar gewordcn ist. D i e liiesige Academic
wGnschtc dringend, dafs in Atnginsk. fast 200 Wrrst siid6stlicli van
Jakutrk, w o eine ru~sisclieKolonie unter Jakuten wolrnt, durcli gewijliriliclre Brunnennrbeit wenigrtens 30 Furs vorgedrungen, iirid clort
diircli Hrn. v. M i d d e n d o r f f auf seiner Riickkclir eine Rcilir: corrrrpoodircndcr Beobaehtuogen angastellt wurde.
I.eider lmt Jieser
Docli lifst
A u h g den Reisenden niclit melrr in J:iLutsk getyoffcn.
sich I~oKcu,d d s auf irgend cine M'eise das dndureli VcrsSurnte wicdrr eingeliolt werdeii werda, wcnn aucli niclit ganz mit der ZuverISssigkeit und Uinsiclit, Nit drr Hr. v a n M i d d e u d o r f f \*erfahrcn
wire".
-
406
Seite durch die Einfassung gesickert waren. Die Arbeit
begaun mit dem Wcgschaffen dieser Eisbriicke, dereii
Uicke uber 9 Furs engl. betrug. Bis zum Boden war
niiiimehr freie Fahrt; hier aber mufsteu aberinals fast
Kubikfaden Eis hinausgearbeitet werden, bis der Schacbtgrund erreicht wurde.
&'kine erste Sorge ging nun darauf hinaus, die Seiteniiffnungen zu beginnen. Zu diesem Behufe wurtle eiiie
bewegliclie D e l e erbaut, die so zieinlich in dns Luincii
des Schaclitcs pafste. Diese wurde an vier, die Eckeii
tragenden, Tauen, je nach Bediirfnil, hiiher oder tiefer
befmtigt, durch Keile gegen Seitenbewegungen gesichert,
und so konnten dcnn in zwei Eiiiiern an der Radwelle
die Arbeiter zur Zeit auf dieser Diele hinabgelnssen werden, um in erforderlicher Hiihe die Seiteniiffiiungen zu
fiirdern.
Die Arbeiteii zeigten sich anfangs so schwierig, dafs
ich erst im niichsten Spstherbste Alles beendigt zu sehen
hoffeii konnte. Zu meiner grBfsten Freude hat nach und
nach die Sache eine beschleunigte Gescliwindigkcit angenommen; Arbeitsmctliode und Arbeiter pafstcn sicli den
Bediirfnissen an, und icli bin gegenwiirtig im Stalide der
Kaiserl. Acadeinie schon zwei Thermometer-Ablesungen
vorlegen zn kilnlien.
Es siiid iu der T i d e von 382, 350, 300, 250, 200,
150, 100, 50, 20, 15, 7 engl. Fufs, im Ganzen folglich
11 Seiteniiffnungen, jede von 7; Furs Liinge, exclusive
die Einfassung, in die IVZnde dcs Schachtes hineingetriebcii worden. Die Richtung derselben wurde iniigliclist horizontal und als Fortsctzung der Diagonale des
Schachtlumens genominen. ( Siehc Fig. 20 Taf. 11.)
In jeder clieser Oeffuungen liegt eine Latte (Fig. 21
Taf. 11) mit zwei eingeschnitzelten Nischen fur je eines
der Thermometer, deren Kugelu mit Talg umgosseii worden waren; die Kugel des einen derselbeu sitzt auf 7
Furs, die des andern auf 1 Furs eng1. von der W a n d
407
des Schachtes. Jede Seitenbffuung ward sogleich nach
ihrer Beendigung (gleich wie auch am Abende jedes Arbeitstagcs) auf das Bestmiiglichste mit, Filz verstopft.
Die unterste Seitendffnung konnte allein vom Schachtgriinde aus bestellt werden; fur die iibrigen lnufstc man
jedesmal die Diele feststellen, da das Schwanken nicht
erlaubte die Ablesung der Thennometcr iin Eimer vorzunehmen. Freilich verlangtc auf diese Weise jede Durchiniisterung cincn ganzen Tag, a h i n nur so vermochte sic
init gebiihrender Genauigkeit verrichtet zu werden.
Nach Vollendung der letzten Seitendffnung ward der
Schacht vcrdeckt, und erst 34 Stunden darauf, urn dic
erste Thermometer- Ablesung vonunehmcn, wicder criiflnct. Die einzelnen Sciteniiffoungen waren aber, wie
schoii oben bemerkt wurde, abgesehen von dieser allgeuieincn Absperrung ,. nacb Maafsgabe ihres Vorriickens,
gleich mit Thermometern versehen und durch Filz gcgcn
das Eindringen der Schachtluft geschiitzt worden ; es hntteii mithin auf diese Art abgeschlosscn gestanden:
l'lruriuometer der SeitcniiNnuag
in 382'
-
23 Tage
350
300
250
200
- 150
- 100
-
50
- 20
- 15
7
Drucr Jer Versclrlusscs:
17
13
11
9
-
7
-
5
-
2
-
-
s -
..
34 Stundcii
26 Tage.
lem April
a i r s a. yl.
Bt. vorgenomrnenc und inneIiialb
Die aIn 2 astern
des Zeitraumes von 6 Uhr Morgens bis 11 Uhr Abends
ausgefiihrte.Therinolnetermustcrungergab (in R e'a iiin u r'schen Graden ) :
408
Seitenijfhung.
Furs.
3s3
350
300
230
201)
3 50
I00
50
20
15
7
:Iiermornetei
auf 7 Furs
engl.
No. 526
'lrermorneter Aeufsere
iuf 1 Furs .trftternp. in
Sclrnttcn.
engl.
No. 514
20,4
No. 525 No. 524
- 2O,6 --2',6
No. 547 No. 546
-3",15
2",93
No. 531 No. 529
-3",45 -304
No. 515 No. 531
J",O
-4O,03
No. 511 No. 516
--3",6
-40,53
No. 532 No. 509
-5",45
-5 ",65
No. 510 No. 527
6 ",4
6',9
No. 523 No. 818
80,s -9",1
No. 517 No. 820
10',0.5
8",8
No. 533 No. 528
-1-10,45 -130,L
-2",4
-
-
-
-
-
-
Seobachtungsstunde.
- 13",3
- 7",2
- 7;,9
- 8",6
- 100,l
6h;
Morg.
I)
2" Ab.
4h Ab.
5 ;h
7:h
- 10°,6
-110
8'
- 13O,6
8p
-14O,5
9:b
-14',5 g.sh
7
- 14",7 l o p
Glcichzeitig iu einem Nebenbohrloche angestellte Beobachtuiig ergab :
Auf 7' Ticfe von der Erdfllche No. 508 =-14',7.
Die am 1. April a. St. vorgenommene Thermometermusterung ergab (der Brunnen hatte 8 Tage verdeckt
gestanden):
1) Urn 12" Mittags war die Lufttemperatur -6',5.
409
Seiteniiffnung.
Furs.
'hermometa 'hermometer Aeufscre
m f 5 Furs ruf 1 Fu& ,uAtemp. im
Schatten.
engl.
en&
kobaclituogsstunde.
~~
362
330
300
260
200
150
100
50
20
15
7
No. 526 No. 514
-2',35
No. 525
-2",4
- 100,o
No. 524
7
-2",65 -2",65
No. 547 No. 556 - 3",9
-30,3 -2',95
No. 531 'No.529 - 30,9
-30,J -30,4
No. 515 No. 534 - 4',6
-4',1
-40,o
No. 511 No. 516
?
-4O,65 -4',66
No. 532 No. 509
-50,45
No. 510
-6'35
No.523
-9",l
No. 517
10",5
No. 533
-13',7
-
-5O,6
No.527
-7O,6
No. 518
9O,2
No. 520
10°,3
No. 528
12',3
12;" Ab.
2th
4b
43h
3
5y
- 50,l
7b
- 5O,L
7ih
-
- 5O,6
- 5",8
-
-
-
6 i h Morg.
50,9
73h
T
7.3b
$
gleich darauf
Sh Abends
Die gleichzeitig mit letzter Beobachtung im Nebenlochc angestell~eBeobachtung ergab auf ebenfalls 7 Furs
Tiefe von der Erdflache No. 509 =-13O,7.
Die Snfsere
Lufttemperatur sank wahrend dessen auf -6",0.
Die Kaiserl. Acadcmie wird bernerken, wie in deli
Distanzen der hbchsten- Seitenbffnuugen einige Abweichunken von dcr Iustruction habeii zugelassen werden
miissen; den Beweggrund gaben locale Hindernisse nb,
auch bin ich iibeneugt, dafs die verlangten Beobachtungen in 3, 5 und 7 Furs Tiefe geuauer in einem Pl'ebeoi
bohrloche angestellt werden konnten, in welchem die
Tempernturcn von weit cinfacheren Factoren' bediugt wurl
den. Iu dieser Uebeneugung' habe ich in demdelbcn
Hofraume und auf der Entfernung von mehreren Faden
4 10
vom Schachte eiii Bolirloch bis 7 Fufs Tiefe treibeii las-
sen, dessen correspondirende Angabeil schon oben beigefugt wurden. Urn der Einwirkung des aufseren Luftzudringens einigemafsen auszuweichcn, stellte ich hier
die Beobachtungen erst an jedem zweiten odcr drittcn
Tage an.
Ilermomolar io
Monat, Tag und Stunde Jei
Bvobaclriui~g.
M51-z 10.
13.
raig xu.
remperatur dvr hfseren Lufi iur
808 auf 7 Scliatten wshrend der Beobachlung.
X c vun
ier Erd-
berfl5clic
9b Morg.
11" Morg.
-I 6',6
--I(i,3
-1 10,s
- 8 ,2 (FriiIr um 64b liatten wir
-1s ,3
- 6 ,3 (Am Rlorgen der griiLie
-16,Z
- 9'
-
-12'
14.
15.
5h Abends
10" Morg.
16.
6h Abends
-16,05
19.
21.,
22.
6h
1;" Nachmiit.
l I h Vormitt.
-15,s
-15.4
Abencls
-15,l
gchabt)
beol. Frost --13',6)
( A u c h uin 5$b Morgens
Inatten wir -9')
3
' (Gr6Lter boob. Frost 5',2.
A m Morgen isr wnhl
liiiclist. -8'
gewesen)
9 ,9 (Morg. oaeh 6 h --12",1)
-
-10°,8 (Morgens -15','2)
--14',1 (Friilr waren -19',8
11.
dierer gab sich erst allmiilig sn, dafs St. vnr
der Beob. nocli --15",2
warm)
Friih
4
20.
5s Nachmitt.
21. IOih , A b e d
27. IOb Morg.
29.
April
1.
10" Morg,
8" Abeudr
-
9.6
-14,7
-Id
,35
-19',2
--140,7
- 8',3
(Nachts war draurscn in
den letrten Tagcn bir
etwa -20'
gewesen)
8*,6 (Naclr~swar draurscn in
den letrtcn Tagen bis
etwa -14'
gewesen)
-14 ,O
-
--13,7
- 6',0
Es mbge mir erlaubt seyu, den oben vorgelegteii
Tabellen, der. von mir im Scbergiii-Schachte angestellteii
Tbermometer-Ablesungen Nachfolgendes als berichtigende
Erlauterung hiuzuzuffigen:
1) , Leicbt wird es ersichtlicb, wie alle in griifserer
Tiefe. als 50' angestellteii Ablesungen beide Male gauz
411
iihereinstimmen, was um so entscheidender ist, als die
zweite Musteriiug von mir ohne Bewufstseyn einzeloer
Ergebnisse der ersten unternommen wurde. Die geringen Unterschiede in den einzelnen Angaben bewegen sich
noch ganz i n deli Granzen der durcli die Instrumente
gestntteten Beohachtungsfehlcr. Als einzigc Ausnahme
steht die Beobachtung auf 300' da. Wahrend das Therinoinetcr in 1' Eiitfcruung beide Male vbllig gleich lautet,
findet sich ein Unterschied von Io,5 zwischen den beiden Ablesungen dcs 7' sitzenden Thermometers. Der
Ablesung -3",15 iniiclite ich uiibedingt inehr Vertrauen
schenken; dean nur bier konnte ich, meiner Gewoliiiheit
gemah, mich selbst durch drei Male nach einander wiederholtes Ablesen verificiren. Als ich aber am 1. April
die Beobachtung lnachte, entglitt mir nach dem erstmaligen Ablesen auf 30U die Stange und stiirzte hinab.
(Diese Beobachtung sollle also gar nicbt gelten.)
2 ) Aiif 50', 20', 15 uud 7' zeigen sich aber Differenzen, die unabhangig von Ablesungsfehlcrii sind. Hier
stehe ich nicht im Geringsteu a n , das Stiirendk fur 50',
21)' und 15' in der Einwirkung tiufserer Temperatur, des
Grubenlichtes u. dergl. in. zu suchen. Gerade diese Seiteniiffnungen hatten (mit Ausnahme der auf 7' siehe oben)
erst hiichstens 3 Tnge zur Ansgleichong and Wiederherstellung ihrer wahrcn Temperatur gehabt. Fur die eben
beriilrrten Tiefen halte ich also die Angnben des I. April
fur die richtigereu. Dafs diese nicht fern von der W a h r lieit seyn kiiuneu, ist mir wahrscheinlich, wenn ich beriicksichtige, dafs auf 100' und 130' die Seitenbffnungen
nur 5 uiid 7 Tage hindurch verstopft gewesen waren,
als sic am 24. Man beobachtet wurden, und dennocli
sind die Unterschiede im Vergleiclie mit deln 1. April,
wenn welche, bbchst nnbedeutend.
Die Thermometer auf 7' hatten schon bei der ersten
Beobachtung 26 Tage abgesperrt gelegen. Schon daraus
gioge bervor, d a k hier eine andere Ursache deu Dirk-
412
reuzeii beider Beobachtungen zuin Grunde liegen miisse,
wenn die Saclie nicht allein dadurch sicli aufkliirte, dal’s
eiiizig in der Seiteniiffnung auf 7’ zwisclieii dem 24 Man
und 1. April Erwzrmung, in den iibrigeii aber Ahkuhlnng
stattgefunden hat. Die Uebercinstiininurig mit den corrcspoiidireiiden 13eobachtungen iin Nebenbohrloche erweist fiir 7’ die liiiclist kraftige Einwirkung dcr Insolation des Fruhjahres.
3) Die Angaben fiir die verschicdenen Thermometer sind:
Norin. Therm l-00,1 -50,91
Talg - Therm.
No. 308
0 ,:35 5 ,5
No. 509
0 ,O
G ,O
No. 510
0 ,O 6 , l
No. 511
0 ,O 6
No. 313
0 ,O 6 ,1
No. 514
0 ,o 6 ,o
No. 515
0 ,O 6 ,O
0 ,o 6 ,O!
No. 516
No. 517
-0 ,1
6
,o
?orm. Therm.
No. 520
No. 5’23
B V . 524
No. 525
No. 528
No. 527
No. 539
No. 531
No. 53c
No. 533
No. 53’2
Fur das Normaltherinometer ergab sicli also im Gallertschnee +0°,1, statt O0,O, eine Oscillation, die mithin bei der Angabe aller Talgtbermolncter in Rcclinuug
zu bringen ist.
Erst nachdem uns die Bcnutzung eines Norrnaltheimometers zu Gebott? gestanden, konnle icli mich davon
ubeneagen, d a b die Angaben der Talgtherlnonieter im
thauenden Schnec zwar constante Grbfsell geben , dafs
diese jedoch nie vollkoinrnen dem wirklichen Thaupunkte
entsprecheii , sondern die Augaben nur als Verlililtnifszahlen der verschiedenen Therlnoinetcr zu eiiiaiider zu
betrachtcn sind. Daher lick ich in Jakutsk nnch der
zweiten Thermometerrnusterung von allen Thermometer;
kugeln die Kapselchen abschrauben , den Tale; herausschmelzen, und die nuniiiehr gefilodeilen Correctionen
413
sind hier mitgetheilt. Fiir No. 547 wurde friiher Nullgefunden. No. 546 wurdc haufig aiif
punkt =+Oo,l
der Reise gebraucht, und war in1 Nullpunkte immer richtig. Es freiit mich, dafs gegenwlrtig die Fehler geringer ausfallen, und irh im Stande bin die Werkstltte
der Academie zu rechffertigen,
4 ) Gleictizeitig mit den ubrigeo Ablesungeii gedachte
ich auch noch die Temperatur der Schachtluft auf den
verschicdenen Stationcn zu notiren. I ) n ich aber fur
dieselbe Hbhe k u n hinter einandcr Unterscbiede von bis
4 ” ablas. so unterliefs icli derglcichen ganz, als folge10s. Courant ascendant und descendunt ; Niihe der
Schaclitwand, der Laternc oder cler Diele siiid Stiirungen, die sich nicht beseitigen lassen.
5 ) Vielcrlei Schwierigkeitcn in Betreff des Practischen, insbesondere aber die Unanwendbarkeit einer jeden Art von Bohrer, erlaubten es nicht, die Seitenilffnungen so sauber und cylindriscli auszufiilircn, als ich
es gem gesehen Iiiitte. Da sie iiiin zii Kegelii geworden sind, so fafst der innerste Filzstfiysel erst intierlialb
der Kugd des niiheren Thermometers (auf 1’) ; dennocli
sind die hngaben unten gar nicht, und erst in den hbchsteii Regionen etwas abweichend von deoen des tiefer
eingesenkten Thermometers. Wollte man selbst dime
kleinen Unterscliiede dein gegcnseitigen Unterscliiede in
der Lage (d. h. 6 ’ ) beider Thermometerkugeln proportional theilen, urn so zu einer Correctur fur das tiefer
sitzende Thermometer ZII gelangen, so wiirde inan offenbar viel zu viel thun, da, wie gesagt, das oberfliichlichere Therinometer den iiufseren Temperatureinflussen
ganz unverhlltoifsnilfsi~inehr ausgcsetzt ist , als das innere. Freilich wlre selbst in solchem Falle das Facit
kein merklich anderes ; aucii hege ich die Uebeneuguog,
dafs ein bedeutender Theil des Unterscliiedes den Zeiten des Offenstehens wahreud der Arbeit zuzuschreibea,
ist, und daher mit der Zeit schwinden werde.
Nachdem ich auf diese Weisc mir die Ehre genom-
414
men, der Kaiserl. Academie die Data sowohl als die
Suspecta in ilirer nackten Walirlieit vonustellen , enthalte ich mich aller weiteren sich von selbst ergebcnden
Schlufsfolgerungen, und werde mir nur noch erlauben
einige Worte iiber die hiesigeii Erdarbeiten hinzuzufiigeii, urn die Academic in deli Besitz eines Maafsstabes
zu setzen, der wichtig werden diirfte, sobald Verfiigungen zu neueii Bohrarbeiten uns im uzchsten Herbste
hier zu Jakutsk erwarten sollten.
Zu ineiner nicht geringen Bestunung konnte kein
einziger Bohrer dazu benutzt werden, die Seitendffnungen des Schachtes, ja sogar das Nebenbohrloch zu fiirdern. Nachdein ich fruchtlos ineinen eigeiien Pfropfenzieher, Lijffcl- und Kronen -Bohrer in Bewcgung gebracht, nachdem wir UIIS mit den Scliraubcn- uiid Keilbolirern, die mir der Bau-Ingenieur gefalligst zur Verfiigung gestellt hatte, ebenfalls fruchtlos nbgemiiht hatten,
sah ich mich gezwungen MeiLel von verscliiedener LSnge
macheu zu lassen, und nur so konntc die Arbeit vermittelst gewichtiger Hammerschlage gleich einer Stcinhauerarbeit gefiirdert werden. Dabei ist nun aber zu
bernerken, dafs kein T a g verging, an dcm nicht eiii Meik e l zerbracli, durchschnittlich zerbracheii zwei, h;iutig
drei, mituiiter sogar vier an eiiietn Tage. Tragen nun
die hiesigen Schmiede einen Theil der Schuld, so hat
dcri andern unbezwcifelt der Frost zu tragen; nicht uur
wird das Eisen bruchig, sonrlern selbst lockerer Satidstein zu einem festen Felsen, der schlimmer zii bearbeiten ist, als etwa Kalkstein bei UIIS, da die Elasticitat
des Grundes ausnehmend stark ist.
Die Totaltiefe haben wir uahe 2' bedeutender gefunden als Hr. S c h e r gi n selbst sie angegeben, im Ganzen uamlich nahe 384' englisch. Da die Mefsbznder einer starken Reckung unterliegen, so id es schwer fur
einen Bleinen Unterschied aufzukominen. Unserein Nivelleinent zufolge befindet sich der Eingang zuin Schachte
fast 36 Furs iiber dem gegenwartigen ( niedrigsten ) Was-
415
serspiegel der Lena; mithin der Boden desselben iiber
300 Furs unter dein Bette der Lena. Das Geoguostische befindet sich theils materiel1 in den Sammlungen der
Academie, theils ist es ausfiihrlich im Werden des Schachtes von dem Hrn. Oberhiittenverwalter S l o b i n beobachtet und beschrieben wordcn. Ein Panr Ansichteii der
Schichtlagerung in den ontersten Regionen folgen anbei. Die obere Halfte der Schachtwande ist durch einen
dicliten Bau horizontal aneinander gefiigter und in den
Ecken wie bei Blockhausern in einander befestigter Balken deiu Auge entzogen, und iiur die untere Hslfte frei.
Der Schacht ist vollig senkrecht, iiur macht die Seele
von unteii bis oben eine halbe Windung.
Icli kann es inir nicht versagen darauf nrifinerksnin
zii machcn, wie dieser Schacht durch seine kiihne, gleich
sauber als correct ausgeruhrte Filrderring einstimmige
Anerkennung verdient , die sich zum Staunen steigern
iniifs, wenn mail die Hulfsinittcl der hiesigen Gegend
kennen gelcrrit hat. Dcr Kalkstein wiirde mit Pulver
gesprengt, der Sandstein mit der Keilhaue bearbeitet.
Schade dafs die gnlidigen Auszeich~iungenunseres Monarchen den unternehinenden Mann schoii in der Kranklieit
trafen, die seinein Leben ein Ende machte. Die iu dein
begleitenden Rescriple enthaltene Aufinunterung zu fernerem Wohlvcrhalten bezieht der Sohn auch auf sich,
und ich kann niclit umhin zu gesteben, dafs ich den raschen Fortgang unserer Arbeiten ihm verdanke. Nschst
A 1e x a n d e r F e d o r o w i t s c h S ch e r gi u , jetzigem Com:
missionar der nordamerikanisclien Compagnie liat sich der
hiesige Kreisarzt, Hr. A d a m I w a n o w i t s c l i O n u f r o w i t s c h , zum Fortsetzen der Thermometermusteruiigen
erbiltig gezeigt. Beide Herren fiihren ihre Dienstvcrh%ltA
nisse zuweilen in die Ferne, doch hoffe ich, d a t sie in
Gemeinschaft im Stande seyn werden das Begonnene ein
Ma1 wachentlich forlzusetzeo, falls die Gasentwicklungen
noch lange Frist gewlhren sollten.
J a k u t s k , den y'3z April 1944.
I
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