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Bericht ber die Anwendung der Knallpulver als Zndkraut bei Feuergewehren.

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den Kern bildete, vrelches sehr deutlich auf das Fortwachsen des Krystalls hindeutet.
Referent theilt diese wenigen eigenen Beobachtungen
mit, uin das Interesse fur diesen Gegenstand anzuregen,
iind verweist nochmals auf den vielleicht schon erschienenen Anfsatz des Hrn. v. N o r d e n s k j 61d in den Stockholmer Jahrbiicbern.
Leider wird es seine grofsen Schmierigkeiten haben,
Labradore dieser Art zu erhalten, da im Ganzen nur
wenige Exemplare gefunden sind, und trotz alles Suchens jetzt keine mehr gefunden werden.
XIII. Bericht iiber die Anwendung der K n a l yulver nls Ziindkraut be; Feuergewehren; con
dem Obersten Hrn. A u b e r t und den HH.
Pe'lissier und G a y - L u s s a c .
(Ann. de chim. et de physique.
T.XAlX p. 5.) ')
M a n kennt eine grofse Anzahl von Pulvern, welche
durch den Schlag verpuffen; allein, in Bezug auf den
Gebrauch bei Feuergewehren, verdiencn nur die rnit
chlorsaurem Kali und mit Knallquecksilber eine besondere
Beachtung; die iibrigen bieten bei ihrer Fabrication oder
ihrer Anwendung zu viele Unbequemlichkeiten oder Gefahren dar.
S c h i e f s p u l v e r rnit c h l o r s a u r e m K a l i .
Dieses Pulver besteht aus einem innigem Gemenge
von Schwefel, Kohle und chlorsaurem Kali. Man kann
auch den Schwefel und die Kohle durch andere brenn*) D i e nachfolgende Untersuclrung verdankt ihre W s t e h u n g einern
mittelbaren Auftrage des franz&ischcn Kriegsrninisterr, dern der
Capitain B e r g n a u d eine seiner Percussionsflinten iibersandt
hattc.
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bare Substanzen ers'etzen ; allein das Pulver verliert dadurch mehr oder weniger an Kraft. Auf den Vorschlag
von B e r t h o 11e t , dein Entdecker des chlorsauren Kali,
machte man im J. 1786 zu Essome den Anfans init der
Fabrication dieses PuIvers; aIIein eine Explosiou, welche
die traurigsten Folgeit hatte, nijthigte sehr bald, dieselbe
wieder aufzugeben. Dieses Yulver ist weit starker als
das beste mit Salpeter bereitetc; es maclit die Miirser
sehr bald untauglich, indein es die Kaininer erweitert
und tiefe Risse in derselhen bervorbringt. Haubitzen, die
Hr. W e l t e r zu Meudon init demselben fiillte und unter der Erde auzunden fiefs, zersprnngcn iinmer in gleichformige Stiicke von der Griifse einer Kastauie, ~ v ~ h r c n d
andere, die init gewt&nlichem Pulver gefiillt mortlen, 1111ter denselben Urnstsnden in eine weit geringere Anzalil
von Stucken zerpiatzten. Diefs Pulver kijnnte demnach
niit griifserein Vortheil als das gcwiihnliclie ZUUI Fiilleu
der Haubitzen, zuui Aufsprcngeu der Tliore, Uriickeu
u. s. w. gcbraucht wcrden.
Vermoge seiner Eigensclraft , sicti durch eincn Schlag
entzunden zu lassen, ist es als Ziindkraut bei den Percussionsgewehren angervandt; allein wegeii inelirerer Untugenden dessclben, unter dencn die, vie1 Schurutz zu
geben und das Eisen stark anzugrcifen, die hauptsgchlichsten sind, ist es bald durch das Knallqiiecksilber verd r h g t worden. Da dcr letztere Uebelstand cine Folge
der bei seiner Zersetzung erzeugten schwefligen Siiure
seyn konnte, so haben wir die Wirkung derselbeii zu
neutralisiren gesuclit , dadurch, dafs wir das l'ulver init
einer zweckmiilsigen Meiige getrockneten kohlensauren
Natrons vermischten. Der Versuch batte den gewiinschten Erfolg; alleiii das Pulver hatte auch durch diesen
Zusatz vie1 an Entziiudlichkeit verloreii ; iiud iiberdiels
gewahrten wir bald, dafs das Chlorkalium, welches bei
der Entziindung durch die Zersetzung des chlorsauren
Kali's entsteht, in eiuer feuchten Luft das Eisen schnell
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angreift. Diefs ist ein grofser und, wie uns scheint, wohI
nicht Ieicht zu hebender Uebelstand bei dem Prilver mit
chlorsaurein Kali.
W i r halten es fur unnutz, nocli langer bei den Eigenschaften dieses , aufser Gebrauch gekoiiimenen , Pulvers zu verweilei~, und bemerkeu nur iioch, daCs weun
die Artillerie sicb desselbeii 211 besondern Zwecken bedienen wollte, die Fabrication uud der Transport desselben, bei gehorigen Vorsichtsuiarsregeln, lieine Gefahr
baben wiirden.
How a r d’r cli e s K n P 11p u 1 v t r o d e r k n B 11s a u r e s Q u e c ks i l l C P O I y d.
Dieses Pulver wird, wegen seiner leichten Entziindlichkeit und seiner Unsch~tllicl~beit
fur das Eisen, gegenwartig allgemeiu bei den JagdHinten angewaiidt. W i r
wollen es nach den verschiedenen Eezieliungen seiner
Anwendungen bei Feuergewehren untersucben.
Das Howard’sche Pulver ist ein Salz von Quecksilberoxyd und einer eigenthurnliclien SYure, bestehend
aus einem Atome Stickstoff, einein Atolne Sauerstoff und
zwei Atotnen Kohlenstoff. Seitdein inan diese seine Xusammensetzuug kennt, hat man ihni den Nalnen knallsaures Quscksilberoxyd gegeben. Wenn es in Folge
eines Schlages oder einer Erw.Yrtnung verpufft , werden
Queckeilberdampf und Stickgas entwickelt, und dcr kohlige Ruckstand, der sich hiebei auf der Unterlage findet,
inacbt es sehr wahrscheinlich, dafs die cine Hslfte seines
Kohlengehalts init dein Sauerstofk IiohlcnsSure bildet,
die andere aber sich absetzt oder zerstreut. In dieser
Aunabuie wiirde 1 Gramm knallsauren Queclrsilbers, bei
einem Uruck von W,’76, und der Temperatur des schmelzenden Eises , 0”‘,155 an permanenten Gasen geben;
allein im Moment der Explosion ist dieses Volumen weit
betrachtlicher, meil die Gase durch die Hitze ausgedehnt
und mit Quecksilberdainpl gemengt werden. Ein Gramm
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gewiiiinlichen Schiefspulvers giebt beinahe das doppelte
Volnmen an elastischen Fliissigkeiten.
Die Wiederherstellung des Quecksilbers in Dampfgestrrlt wYre ein sehr grofser Uebelstand, wenn bei den Percussionsgewehren das Knallpulver in griifserer Menge als
wirklich der Fall ist angewandt wiirde, denn die Quecksilberdampfe riecheil unangenchm und sind der Gesundheit
nachtheilig. Zwar haben his jetzt die Jgiger noch keiiie
Klage hieruber gefiihrt, allein nicht destoweniger ist das
Uebel da; und bevor nian diek Knallpulver beim Militair einfiihrl, erheischt es die Vorsicht, d a b man untersuehe, welchen Einflufs dasselbe, in Polge der angegebenen Ursachcn, auf die Gesundheit der Soltlaten ausiibcn
kiinne.
D e t o n a t i o n J e s k n a l l s a n r e n Q u e c k s i l b e r s d u r c h Stofs.
W i r werden diese Eigenschnft bei vollig trockneni
und bei sehr feuchtcin Knallqueclrsilber untersuchen.
Es verpuffi selir leicht durch einen Schlag mit Eisen aaf Eisen, ctwas weniger leiclit diirch einen Schlag
mit Eisen auf Bronze, und noch schwieriger durch einen
SchIag mit Marmor auf Glas, oder mit Marmor nuf Marmor, oder mit Glas auf Glas. In allcu diesen Fallen
entziindet es sich jedoch lnit zieinlicher Leichtigkeit , so
d a b man fast siclier bei jedem Schlag eirie Explosion erwarten kann. Ein Schlag mit Eisen auf Blei entziindet
es dagegen nur sehr scliwierig, und einer mi€ Eisen auf
Holz ist ganz ohne Wirkung.
Durch Reibung, besonders durch die von Holz gegen Holz, entziindet sich das Knallqueclrsilber immer
leicht; etwas schwieriger detonirt es beim Reiben von
Marmor gegen Marnior, dann von Eisen gegen Eisen,
und endlich von Eisen gegen Holz und Marmor. Gepiilvert detonirt es, besonders beim Reiben, schwieriger
als in Krystallen.
:I;crit 5 I’roccnt Wasser befenchtet, verliert das knall-
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saure Quecksilber vie1 an seiner Entziindlichkeit; es detonirt indei's noch leicht durch einen Schlag lnit Eisen
auf Eisen, aber nur der vom Schlag getroffene Theil
verpnfft, ohne Flamme, und ohm die Entziindung d e n
nicht getroffeneu Theile mitzutheiIen. Die Reibung von
Holz gegen Holz wirkt &linlich; alleiu durch einen Schlag
mit Maruior auf Marinor oder durch Keibung von Marmor gegen Marinor oder Holz hat bei eigends dazu angestellten Versuchen keine Entziindung bewirkt werden
kdnnen. Durch einen lieifsen Kiirper entziindet, verbrennt das feuchte Knallqueclrsilber niit derselben Langsamkeit, wie Scliietpulver, dem 15 Procent Wasser zugesetzt worden.
W e n n das Knallsalz mit 10 Procent Wasser gemengt morden ist, gescliielit die Entzundung .noch schwieriger. Es verscliwindet indefs durch einen Schlag mit
Eisen auf Eisen, aber ohne Flamme nnd ohne Gerliusch;
nur der voin Schlag getroffene Tlieil brennt und mirft
das andere umher. Mit 30 Procent Wasser befeuchtet,
detonirt es zuweilen noch unter dem Reiber (Ilolz gegen Marnior) wshrend der Behandlung; a h i n die Detonation ist partiell und theilt sich nicht der ubrigen Masse
mit; der Reiber wird blofs unter den Hznden des Arbeiters etwas gehoben, ohne dafs j e ein Ungliicksfall dabei stattfindet. Diese Erfahrungen geben die Gewifsheit,
dafs man die 'Explosionen wenig zu fiirchten braucht,
wenn man init Wasser gemengtes Knallquecksilber behandelt *).
Wirkung des expZodirenden KnalZpecksiZbers. Die
sehr entziindlichen Pulver haben das Eigenthiimliche, dafs
*) Nach
dern neuen Verfabren, wclcbes man in der auf der Ebene
van Ivry, Lei Paris, gelegenen Ziindbutclien-Fabrik, seit der
Explosion, durch welclie sic ginzlich zerstort wurde, angenommen hat, sind daselbvt schon mehr PIS 200 Millionen Ziindbiitehen verfertigt, oline einen andern Unfall als den obengenannt e n , d d s eine Marmorplatte unter dern Reiber mersprang.
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sie, selbst bei sehr geringen Quantitlten, im Momente
ihrer Entzundung verpuffen, und dabei auf ihre Umgebungen wie Korper wirken, die mit grofser Geschwindigkeit begabt sind. Das geineine Schiefspulaer, setbst
daS bestc, hat hei weitern nicht die rasche Entziindbarkeit wie das knallsaure Quecksilberoxyd, und vor allem
wie das knallsaure Silberoxyd; es giebt kein Geschutz,
welches, ivenn es mit diesel! Knallsalzen in gleicher Dosis wie mit Schiekpulver geladen wiirde, den Wirkungen
derselben widerstehen kilnnte, obgleich das Voluinen der
entwickelteii Gase bei ihnen kleiner ist als beim Schiefspulver *).
30 Grammen knallsauren Quecksilberoxyds in einem
Pappkgstclren, auf dem Boden eines lose befestigten Fasses, angeziindet , sclilugen hier immer, ohne es zu zertruminern, ein rundes Loch ein, wie es die abgeschossene
Kugel eines Vierpfunders gethan haben wurde. Der Knall
dabei schien immer vie1 stiirker, als der cines Flintenschusses.
Dieselbe Quaiititat Schiefspulver, unter gleichen Umstanden angezundet, brachte kaurn ein Gersusch hervor,
machte kein Loch im Boden des Fasses, und erschiitterte
dasselbe kaum einmal.
25 Gramm. knallsauren Quecksilberoxyds , an freier
Luft auf einem auf dem Boden liegenden Brette angeziindet, zerstiickelten dieses und machten iiberdiefs unter
dew Brette noch ein Loch in der Erde. Ein eingegrabenes Fafs von etwa dem Inhait eines Hectoliters, wurde
*) W i e klein auch die Dosis des Knallquecksilbers seyn mag,
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wiirde doch jedes, pus den bekannten Metallen verfertigte Geschiitz sehr bald zerstijrt werden; denn beim Fiillen der Ziindhiitchen mit einem Gcmenge v o n Knaliquecksilber uud gemeinem
Schierspulver bekonimen die Stempel von gelilrtetem Gufsstahl,
mit denen man jenes Gernenge in die Hiitchen eindriickt, i n Folge
der in jedern Augenblick eintretenden Explosionen, bald Furchen,
obgleich die eraeugten Gase einen freien Ausgang neben den
Stempeln haben.
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Jurch die Detonation einer gIeidicn Menge KnaIIquecksilber zertruinmert.
Eine klcine Karniner VOII Stahl, ron 9 Cubikmillimeter Inhalt und 3 Millimeter dickcn W s n d e n , wiirde
oft durch (lie Explosion des darin eiiigeschlossenen Knallquecltsilbers in Stiicke zerrissen.
25 Graminell Knallqoeclrsilber, die an freier Luft
abgebrannt wurden , tlieilten die Enlzundung einer andorii, 5 Centimet. dgvou entfernten, I'orlion Knallquecksilber init, einer dritten, 12 Centimeter entfernt liegenden, Portion aber nicht mehr.
W e n n man Knallqueclrsilber und Schiefspulver in
langen Streifen neben oder auf einarider auf Papier schuttet, nnd d a m dns erstere anziindet, so wird das SchieCspulver verspreiigt, ohiie Spuren seiner Verbrennung aiif
dem Papier zii hinterlassen, - iin (;egrntheil kann mail es
fast ganz wieder auflesen. Ziindet man dagegen das
Schiefspulver a n , und die Entzundung gelangt zum Knalisalze, so hat dieses, obgleich seine Detonation die Sache
eines hugenblicks ist, denuoch Zeit den Kest des Schiefspulvers zu zerstreueu, ehe es von der Entziindung erreicht mird , und inan beinerkt an dern forgeschleuderten Theil keine Spuren von Verbrennung. Ein inniges
Gemeuge vom Knallsalze und Schielspulver verbrennt
dagegen ganz uiid gar.
Dais das Knallquecksilber a n freier Luft die Entztindung auf so geriiige Entferiiniigen fortpflanzt, kann
um so auffallender erscheinen , als diese Fortpflanzung
'in den Scliliissern der Percussionsflinten, in Bezug uuf
die Quantitiit des Knallsalzcs, unvergleiclilich griiker ist ;
sie erstreckt sich hier bis aiif inchr als eiii Centimeter; ja der Oberstlieutenaot C b 5 t e a u b r u n hat sogar
mit 10 Centigrammen Knallqiiecksilber und vermittelst
einer Ziindkammer von 10 Liichern no'ch durch die Metalldicke eines Vieriindzffanzigpftinders das l'ulver zur Entziindung gebracht. Die von uns angefiihrten Resultate
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sind indefs nicht zu bezweifeln, mid man wird bald sehen, dafs die Anoinalie, welche sie darbieten, nur scheinbar ist *).
Die Kraft des Knallquecksilbers ist weit grafser als
die des besten Jagdpulvers, alleiii es ist schwer zu sagen, wie viele Male. Urn sic ann;ilrernd zu bestimmen,
hat man sich begnugt , verschiedene Mcngen von diesem
Knallsalze und voin Jagdpulver unter einer hohlen Masse
von Kupfer abzubrenncn, deren Hebung man inittelst einer palslichen Vorriclitung inessen konnte. Man hat gefunden , dafs , unter cliesen Umstiinden, die Kupferinasse
vom Knallsalze 15 bis 30 Male hiiher als vom Schiefsgeboben wurde.
Vermiige der grofsen Schnelligkeit seiner Explosion,
durch welclic das Knallqueclisilber iihnliche E f f m e aie
eine abgeschosscnc Kugel Iiervorbringt , kann dasselbe
in gewisseu Flillen eine nutzliclie Anwendung finden,
z. B. urn, in Form von Petarden, Thore aufzusprengen.
Gemenge aus Knall9i~echsilberund Schiefspulver als
Ziindkraut. Die Menge des zu einem Zundsatz tiathigen Knallquecksilbers ist so gering, daL sie gewisserinaCsen nicht ZU liandhaben ist. Man wurdc naturlich veranlafst, dns Iballquecksilber mit gewiihnlichem Pulver
zu mengen, uin das Voluinen der Ziiudsiitze zu vergrii€sern, allein diels ist nicht der Hauptvortheil hiebei. Denn
das Knallquecksilber theilt fur sich allein dem Pulver die
Entzundung nur schwierig mit und auf geringere Entfernungen, als wenn es mit Mehlpulver gemengt ist; diefs
ist eine Folge der Augenblicklichkeit seiner Entziindung.
W e n n es fur sich angewandt wird, so haben die Gase
I
*) Unsere (die franzijsische) Marine gebraucht ein mit demselben
Pulver verfertigtes Ziindkraut, welches auf das Ziindloch der
Kanone gehracbt wird, und welches das Feuer nicht nur durch
die ganze Dicke des Metalls zur Patronc bringt, sondern.auch
rogar dieselbc aufreilt, wie stark airch das Pergament oder die
an dessen Statt angewandte Substanz seyn mag.
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den grbfsten Theil ihrer WBrme verloren, ehe sie das
Pulver erreichen, und sie kiinnen also dieses nicht mehr
entzunden; ist es aber mit Mehlpulver gemischt, so wird
dieses noch brennend auf das Pulver geschleudert und
letzteres dadiirch entzundet. So mussen, wenigstens unserer Meinung nach, die oben erwlilinten Thatsachen
Gber die Fortpflanzung der Entziindring des Knallsalzes
erkllrt werden *>.
Das vortheilhafteste Verhdtnifs fur die Masse der
Ziindhutchcn ist, wie es scheint, 10 Gewichtsth. Knallquecksilber aid 6 Gewichtsth. Mehlpulver. Weniger wirksain wird sic, wenn man 10 Knallquecksilber auf 7 Mehlpulver niinmt.
Bei den rnit Wachs iiberzogcnen Ziindpillen mufs
der Zusatz von Melilpulver verringert werden; bei den
k:iufliclien betrligt er 5, bei den von I-Irn. V e r g n a u d
fur Musketen vorgesclilagcnen gnr nur 3,s.
F u r eine Jagdflinte sind 0,0166 Grm. Knallquecksilber ausreichend, d. h. mit einem Kilogramiii dieses
Knallsalzes lassen sich 57600 Ziindhutchen fiillen ; fur
eine Muskete iuiisscn aber die Ziindhutchen etwas niehr
Masse enthalten. In den Zundpillen (arnorces cz'rcks)
betrsgt die Meiige dcs Knallsalzes 3 Centigrainineii oder
etwa doppelt so vie1 als in den Ziindhiitchen.
Die Kraft , h.elche zur Entzundung dcs knallsariren
Quecksilbers niithig ist, wird desto griiker; je belriichtIicher dcr Zusatz des Mchlpulvcrs, und je dicker die
Schicht des Knallsalzes ist. Man kann folglich die Ziindhutchen leichter oder schwieriger explodircnd machen,
') Bei den Vermchen, wo man das knallsaure Quecksilber mit
vcrschiedenen Substanzen vermisehtc, mehr urn dar Ziindkraut
gegen Feuclitigkeit zu schiitzen, als urn die Zusammensetzung desselben EU sadern, hat man gefunden, dars vicle Substanzen die
Explosion des Knallquccksilbcrs schwschen, wcnn gleiclr sie a u c l ~
mit diescm all& und in kleinen Portionen vermischt werden;
dergleichcn Substanzcn sind: Oele, Fette und Harze.
366
kann es z. B. so einrichten, dafs sie von dein Sclilag
des gespannten Hahns entzundet werden, von dem a m
seiner Rube springenden Hahne aber nicht mehr. Zur
Messung dieser Kraft bcdient man sicb init Vortheil eines Gewichtes, welches inan voii ver~nderlichenHiihen
lierabtllen kist; inan hat aber auch eingesehti, daCs es
nothwendig sey, zagleich auf die StreeLc Kiicltsicht zu
nehmen, melche die Entzundung in dem zuin Pulver
fuhrenden Kana1 ziirucklegen mufs; denn, wie schon
bemerkt, ist es iiicht das reinc Kuallsalz, welches die
Entzundung ain weitesten fortpflanzt. Uebrigens kann
man das explosivste Ziindkraut anwentlcn, ohne befiirchten zu durfen, dafs es von dew a u s der I\uhe springcnden Iiahn entzundet wird, sobald man nitr demselben
in dicser Lage einen sehr kleinen Ahstand voin Zundloclic giebt.
Untersuchung dcs fulrninireiiden ZiindpuZucrs in
Bemg aq' dns Besciimutzerz i i n d A+p?yin Jes Eisens.
Das Knallyuecksilber I m , wie gesagt, auf den KBrpern,
auf denen inan es abbrennt, einen kohligcn Kuckstand
zuriick. Dieser Ruckstand ist in Bezug auf das (hwicht
des Kiiallsalzes zicinlich grots; wcgen der ungemein geringen Menge, die von lctztcrein angemandt wird, ist er
aber von keinein Nachtheil. Ueberdicfs nirnmt er nieinals Cohlireuz an, und kann sich aucli nicht aehr anhiiufen, da er dnrcli die Detonation zerstreut wird. Auch
greift er das Eisen nicht an.
Die iibliclien fulrninircnden Zundpulvcr aber, welche BUS eineni Gemenge von Knallquecksilber und Mehlpnlver bestehen, verhalten sich anders. W e n n mail den
Schmutz, den sie geben, darnach beurtlieilcn wollte, wie
oft mit ihnen die Flinten versagen, was ein sehr genaiies
Sch:itzungsmittel dieses Uebelstaudes ist, SO wurde inan ihn
als Xu11 betrachten kilnnen; denn nach den Versuchen,
die weiterhin angeE3hrt werden, versagte ein hiindert
ma1 hinter eiiiander geladenes Gemehr nieinals , weder
867
auf der Pfanne nocli im Laufe; wahrend man bei gemeinem Schiefspulver und bei unsern altern Schlassern
gewiihnlich annimmt, dafs die Flinten unter sieben Schussen einmal versagen.
die atzende Wirkung der fulininirenden Zundpulver auszumitteln, liefs man auf eineni gut polirten Flintenlauf beilialie gleiche Quantitiiten von reinem Knall
quecksilbcr, von einem Geinenge aus Knallquecksilber
und Mehlzucker , vom Pulver init chlorsaurem Kali und
von gemeinem Schiefspulver verpuffen ; auch benetzte man
&en Theil des Laiifs mit eiiier Liisung von Kochsalz,
und brachte ihn dann in ein feuchtes Gemach. Vierundzwanzig Stunden hernach wurden die Wirkungen auf das
Eisen untersucht. Das reine Knallquecksilber hatte eiDen kohligen Ruckstand hinterlassen, der voluniiniiser
als der beim Schiefspulver zu seyn schiea, unter welcheni aber das Eisen nicht angegriffen war. Das geineine
Schiefspulver hatte einen geringeren Ruckstand gegeben
und wveniger Rost auf dem Eisen erzeugt, als das fulmiDireride Zundpulver; das Salzwasser und endlich das Pulver mit chlorsaurem Kali hatten den meisten Rost erzeugt.
Unlersuchwig der YorldeiZe, welche die PercilssionsJlilltcn in Bezug auf PuZuererspnrung darbieten.
Bei den gewiihnlichen Flinten geht ein 'l'heil der elastischen Fliissigkeilen durch das Ziindloch verloren , was
bei den Percnssionsflinten nicht der Fall ist; es schien
daher interessant, die Griifse dieses Verlustes zii ~nessen.
Man nahm zwei Flinten, ahnlich den im J. IS16
fur die franziisische Infanterie gegebenen Musterflinten,
und priifte sie nacb einander am ballistischen Pendel, rnit
einer Laduog von 10 Grammen Musketenpulver un& einer zwischen zwci Pfropfeii von gegkittetem Papier gebrachten Kugel, von denen 19 auf ein Pfund gingen.
Das Zuriickprnllen des Pendels war fur beide Flints,
die mit No. 1. und No. 2. bezeichnet seyn mogen, bei-
368
nahe gleich. Man versah niiii die Flinte No. 2. init einem Percussionsschlofs und versuchte, mit welcher yuantitat Pulver sie geladen werdcn mufste, om eine eben so
grofse Ablenkung des Pendels wie mittelst des andern,
mit 10 Grin. Pulver und einer Kugel geladenen Flinte
zu erhalten. Man fand, dafs dazu 9,14 Grm. hinreichten, und daraus ergiebt sich, dafs nian, wcnn man die
gemeine Flinte gegen eine Percassionsflinte vcrtauscht,
die Ladung um fast ein Zehntel vermindern kann, ohne
die Schufsweite zu echwiiclien. Das angegebene VerhUltn i t bleibt auch bei etwas stklseren Laduugen als 10 Grm.
beinahe dasselbe, und liifst sicli gcnau auf die Munitionsladuiig der Gewehre von 12,25 Grin. anrvcnden, von denen etwa nur ll Gnn.'in den Lauf kolnnicn *).
Durch den Gebrauch der Pel.cussioiisHintei1 wird
nicht nur ein Zehntel der Ladung erspart, sondern auch
das Pulver, welches man bei den gewiilinlicheu Fliiiten
auf die Pfanne schiitten In&, und irn Mittel 1,l Grtn.
betriigt, so wie auch dasjenigc, welches durch das gcmeiniglich unter sieben Scliiissen einirinl eintretende Versagen
der gemeinen Flinten verIoren geht. In Suiiima werdcn
also bei jedein Schufs 2ar'";2i6auf 125rm.,26erspart oder
2ki'9r*,276
bei 1000 Schiissen, was, wenn man das Kilogramm Schiefspulver 2"*,75rechnet, 66,26 ausinacht. Zwar
wird dieser Vortheil zum Theil durch den Preis des
Knall-Ziindkrauts, welches fur 1000 Ziindhiitchen auf
3".,50 geschstzt wird , wieder aufgehoben ; a11ein selbst
wenn man diese ZahI von 6fr.,26abzieht, bIeibt dennoch
eine Ersparung von 2"',76 auf 1000 Schiissen. Ucbrigeiis
vermeilen wir bei dieser Berechnung nur deshalb, urn zu
zeigen, dafs die Einfuhrung des fulminirenden Ziindkrauts
in
*) Der Unterschied zwischen den Wirkungen einer Pcrcussionsflinte uud einer gerneinen Flinte riihrt ziim Tlreil nuch wohl
von der griifseren Sctrnelligkeit her, mit der bei dcr ersteren
die Ladung entziindut wird.
369
in okonomischer Hii15icht elier vorlhcilhaft aIs naclilheilig sey.
Yersapn der PcrcussionsJliillcfi. Urn die Wirkung
des fulminirenden Ziindkrauts besser beurtficiteri zu kijnnen, suchten wir dasselbe unter iihnliche Umstsnde, \%ie
im Xriege stattfinden, zii versetzcn , und wandten deshalb zu den Versuchen ein sclioii e t w s verdorhei:es und
schlecbt ausgestaubtes Musketenpulver an. Das Gefiehr
wurde init der gewiilinlichen Ladung scharf gcladen wid
das Ziindkraut in Form der Ziindhiitchen angewandt
Mit eineiii Ziindkanai von 1,l Millim. versagte das
Gewehr erst beiin 53atcn Scliufs, und voiii 55sten bis
60sten Scliiifs gcbrauchte iiian bis 6 Ziiiidliiitchen ohne
das Ziindloch zu verstopfen, clie es losgiirg.
Als man statt dcs ersten Zundkanals einen aiidern
von 1,S5 Millimeter itn I)urchmesser ansclirob, versagte,
bei mehreren Reilien von Versuchcn, Linter liundert Schiissen nicht einer. Nach der letzten Reihe wurde das Gewehr nicht gereinigt, und ani andern Morgen das Schie€sen wieder begonnen. Beim lsten, flten, 3te11, &en,
Bten, 7ten, 16ten und 42sten Schufs versagte die Flinte,
von diesem a b bis zum lOOstcn aber nicht wieder. Offenbar war es also der Schmutz, dcr sich am vorhcrgehenden Tage in dem Zundkanal gebildct und durch absotbirte Feuchtigkeit aufgeschwellt hatte, die Ursache des
Versagens gewesen. Es ist inerkm iirdig, d a k bei allen
diesen Versuchen die %iindhutchen niemals versagten.
Dieselberi Versiiche murden mit den von Hcrrn
V e r g n a u d vorgeschlagenen Ziindpillen (arnorces cirees)
wiederholt, wobei man, nach einigen Abiinderungen am
Pfannendeckcl, die nsmliche Flinte gebrauchte. Da die
Temperatur der htmosphare sehr hoch war, wurden sogleich mehrere Untugenden dieser mit Wachs uberzogenen Zundpillen bemerklich ; sic erweichten sich namlich,
klebten bei einem geringen Druck zusaminen, und verloren ihre Gestalt. Mit dem Ziindkanal von 1,l MilliAa
Annal. d. Phyrik.B. 93.St.2. J. 1829.St. 10.
3-70
incter Diirclimesser versehen, versagtc die Flinte hliufiger
ihncn als mit den Ziindliiitcheil wiilirend der liolie~l
Temperatur, und oft beixn 20stcn SchuCs; doch wiirdcn
cliesc Versuche, wie bei den Zundhiitchen, nur bis zuin
6Ostcn Schufs fortgesetzt. Mit dein Ziindlranal von l,b5
Millim. Durchinesser versagte unter hundert Ladungen
uicht einc; allein der Schmutz war so betr~clitlicli~ e orden , dafs man einen Kratzer gebrauclien mufstc.
Zuweileii versagtcn auch die Ziindpillen, was eben SO
gut von dercn besonderen Natur als von der Form des
SchIosses abh:ingcn kann.
Es ist Iiicr nicht der Ort die Pfanncndcckel fur die
Ziindpillen mit den l’fanoendcckcln fur die Ziindhiitcliell
zu vergleiclicn; wir bcinerlscn iiiir, dafs die lctztere Art
von Pfannendcckcln w eniger Gcnauigkcit in der Ausfiili
rung crfordcrt als die erstere, clafs der Hahn dabei das
Zundloch sichcrer in ciner sciikrcclitcn Richtung trifft untl
wcniger Kraft zum Entflaniinen des %iindlir;iuts brauclil,
auch dafs dns Schmutzen bei cleii Ziiiidhhtclieii wcnigcr
bctr:ichtlicli ist.
Der Vortlieil, dcr aiis der Siclicrlieit gcgcn das Vcrsagen entspringt, crstreckt sicli niclit blol‘s auf das 1Wver, welchcs unter sicbcn Scliiisscn einnial auC dcr l’faiinc
erspart wird; vielinclir inuCs man crwiigcn, dafs der Soldat entweder unwillhiihrlich, odcr, wie cr es oft ziir
Vcrminderung dcs Kiicltstofses seiner Plinte thut, absichtlich eine wcit betrzchtlicherc Mengc Pulver, als vorausgesetzt wurde, auf die l’fanne schiittet.
Allcin aofser dieser viclleicht iiur unhedeutcnd erschcinende~~
Ersparung, haben die l’ercussionsgcwchre den aufserordcnllichen Vortlieil, dafs sic die Zuversiclit des Soldaten erliiilien, iiidem sie iiiu die Sicherheit geben, dafs er sicli
ini Angesiclit des Pcindes iiii Molnente der Gefahr atif
seine Waffe verlassen kann.
Man kiinnte glauben, das Vcrsagen sey nur dadurcli
ZII vcrliiitcn , dafs innn dein Zundloclie cinen griitern
iiiit
371
Durchmesser gibe, die Schufswcite also verminderte; alleiii
die Erfahrung hat uns gclelirt , dafs das Zuriickweichen
des ballistischen Pendels gaiiz gleich ist , das Zundloch
oder der Ziindkanal an der Fliute niag 1,85 oder 1,1 Millimeter in1 Durchumser haben. Diek Resultat kaiin nicht
i n Verwunderung setzen, wenn inan ermiigt, dafs hei den
Percussionssclilosserll das Zundloch iiacli deiu Abdriicken
durch den Hahn geschlossen bleibt. Es wvSre sogar maglich, das Ziindlocli noch niehr zu erweitern, sobald man
iiur dein Hahne Krnft genug @be, d a b er den Gasen,
die aus dein Zundloch zu entweichen suchen, widerste21en k iin n t e.
TJeberdieCs liabcn wir tins iiberzeugt, dafs selbst bei
der geineiiicn Fliiitc eine Vcriiiiderung iin Diirchmesser
cles Zundlochs von 1 bis 2 Milliineter keine iiicrkliclie
Schm:ichuuE; der Scliofswcitc uach. sich zielrt. Folgende
Tafel entliYlt unscrc Resiiltate hieriiber.
Durchmesser des
Ziindlocltu.
K6thige Pulverladuug fiir jedcu Durclimess w , urn eiuc gleiclie tlblenkun; des ballistischen Yendels zu bewirken.
0,90 Millimet.
1,66
2,76
345
Fabrication dcs knallsauren (,)uecksilhroxyds. Diek
Pulver wird ails Quecksilber, Salpetersiiore von 38 oder
40" Beaumb, uiid Alliohol von 85 oder 88 Procenten
bereitet. Mannigfaltige Versuche iin Kleinen haben uns
gelehrt, dafs die besten Verhtiltnissc die von H o w a r d
angegebenen sind, nzmlich: 1 Quecksilber, 12 Salpetersaure und 11 Alkohol. Ein Kilogramin Quecksilber gicbt
1 Kilogrm. reinen Knallsalzes, mit welcher Quantitlt
man wenigstens 40 000 Ziindhiitchen zum GebraucE bei
Musketen verfertigen kann.
Da das so bereitetc Knallquecksilber in kIeinen KryAa2
+
stallen crhalten wird, so zerrcibt ilinn es crstlicli a d eincr
Mannortafcl init einem liijlzernen Reibcr, nachdein niaii
es mit 30 Procent Wasser angcfeuchtet hat; Iiierauf sclzt
man auf 10 Theile Knallsalz 6 T h . genieinen Schiefspulvcrs hiixu, iind fdirt mit dem Reiben fort. Mar? crh9lt
einen festen l‘eig, der, nachdem er an der Luft bis zuin
geliiirigen Grade ausgetrocknet ist , in ILiirner geforint
wird, von denen jedcs fur cine Ladung hinreicht.
Bictct gleich das Knallqueclrsilber keine Gefalir dar,
so langc es fcucht ist, so mufs es do&, sobald es trokken ist, mit vicler Vorsiclit behandclt werden. IndeCs
banu ninii die lhliandlung clessclben in dieserii Zustande
verineidcii, und da dic Fabrication dcs fulniinirentlcn Ziindkrauts niltlliiils sclir in’s Grofsc gclien wird, llirst sicli die
Arbeit tliciicn untl iiacli selir voIl\mnninen V~rfal~rtltlc;~arten ausfiiliren ; wir nchincn dalier keinen Anstaiitl zu
erkliircn, dafs dicsc Fabrication kciiie Sc1iw;erigbeit lint,
und iiiclil melir Gefalir als die clcs gcmeiticn Schicfspulwrs. Eine Explosion wurdc hicr, sowohl fiir clic Arbeiter wie fur die Gebsude, selbst ivenigcr trrriirige FoIgeii
haben, da die gleicbzeitig be:iandclten Mengen schr ItIciii
sind.
Bisher gebriiuchliche Ar~weI~du?i,nuveiser~
des Kriallpdoers. Man hat das Knallpulver angewnndt: 1) in
Form von Kornern; 2 ) in Pastillen, uberzogen init Elci
oder Papier; 3) in gelirnifsten Kornern; 4 ) in mit Wachs
iiberzogeneu Pillen; 5 ) in Hutchen; 6 ) in r\iiliren.
Das Pulver in Kiirnern ist sehr gefiilirlich, denn die
Explosion eines eiiizigen Kornes tlieilt sicli sogleich der
ganzen Massc init. Es ist fast nicht mehr im Gebrauch.
Die tibrigen Forinen habeii diesen Fehler niclit;
allein da sic darin iibereinkomiiien, dafs sie init einer
Hiille umgeben sind, und tinter diesen die Wachspillcn
und Kupferhiitcben fast allein im Gebrauch sind, so werden wir uns nur mit diesen beiden beschsftigen.
Die iiberwachsten Zundpillen waren schon bei den
373
Jiigern in Gebraucb, als Hr. V e r g n a u d sic fur die 111fanterie vorschlug. Eine jcde enthYlt 3 Ceiitigrarnmeii
knallsauren Qoecbsilbers und 1 Centigramm KanonenMehlpulver, und ist ningeben von einer Schicht W a d i s ,
d ~ ~ r c welciie
ll
sie s ~ h rgut Scgpi Fe~lclitigkcitgeschiitzt,
such die gleicbzeitige Entziindu~ig niehrercr Pillen verhindert 3Iird. Sie h i e n sich a ~ c hschr gu1 atif die Pfannc
befestigen, und Zeiclit urd olrlie Gefahr trausportiren, sobald man iiur dafiir sorgl, sie vor der Wiirmc der Sonne
~ 1 1 danderer Kiirper ZU schutzen , durcli welclie sic ziisammeiibacken ki h~[c l l.
Sic liabeii das TJnbcquerne, stark zti schmutzcn iund
etwas mehr liauch nod Geruch als die Ziindliulclicn ZII
gcben. GcgenwSrlig kostct das Tausend iui I-laiideI (i".,'75
bis 7".,0.
Die Ziiiidhiitclicii sind gegenw9rtig an] meisten iin
('rebrauch, und sie bildcn wenigstens 99 Procent dcr gaiizen Consumption; die bei Jagdlinten ublicheu enthalteii
0 ~ ~ ~ ~ ~Iinallquecksilber,
.,017
gemisclit init 60 Procent Melilpulver. Diese Hiitclieu widcrstehn der Fenchtigkeit sehr
gut, und fangen selbst nach inehrstundiger Eintauchung
in Wasser noch Feuer. Ibre sehr rcgelmiitige und sehr
solide Gestalt gestattet, sie auf den Zapfen dcs Ziintllochs durch mcchanische Mittel zu befesligcn, was bci
den (~ewelrrcndcr Soldaten schr vortlicilhaft seyn wird.
Bei der Explosion wird das Kupferhiitchen aus einander
gerissen, seltcn zerstiiclrelt oder forlgcschleudcrt; liiililt
man den Kopf des Percussionshahns aus, so wird das
Kupfer Dur auf deli Boden gcworfen.
Die Hiitchen werden iniltelst 'des Balanciers init grofser Schnclligkcit verfertigt. Die gefiillten Miitchen fangen zoweilen Fener w d m n d ihrer Fabrication ; allein dic
Entziindung tlreilt sich iiur sehr selteu der geringen Zahl
dcrer init, die ebcn in Arbeit siud. Der Transport derselbcn ist sehr leiclit uiid ohne Gefahr. Im Handel kostcri gegcnwzrtig das Tausend 3".,5. lu diesem Augen-
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blick laht sich iiiclit entscheiden, o b die niit W a c h iiberzogeiicn Ziindpillen oder die Ziiiidliiitchen vortheilhaftcr
siiid zuni Gebrauch fiir das Militiir; urn diese Frage zii
beantworten, sind iioch Versuche erfordcrlich.
F o 1 g e r u n g.
Die hisherige Erfabrung uber das fulininireiide Zundkraut und dessen fast allgemeiner Gebrauch bci den Jngdgewcliren licbcn allen Zweifel liinsichtlich seiner vorthcilhaften Anwendung auf die Kriegswaffen. Seine Einfiihrung wird l’ulvcr erspareii , den Schuk sicherer machen
und dem Soldaten griilsere Drcistigkeit geben.
Das l’ulvcr init clilorsaiirein Kali liat das Ueble, dafs
cs die Gewchrc slark ongreift und besch~nutzt,folglicli
sic zuni Versagcii gencigt inacht; daher verdient das Ziiiidkraut mit Knallquccksilber, welches von alien diesen Fehlern frei ist, dcn Vorzug.
Die Fabrication dcs Knallquecksilbers, obwohl sie
iiicht ohne Gefalir ist, bictct keine reellc Schwieriglreiten dar.
Die von IIrii. V e r g n a u d vorgesclilageneii ZundpiIlen bestehen, wie jctzt alles fuliiiioirende Ziiiidkraut, nus
knallsaurem Quecksilber, imterscheiden sich aber durch
ihre Hulle von Wadis. Die Zundhutchen, so weit sich
aus ilirem fast allgemeinen Gebrauch bei Jagdflinten schlie€sen lafst, verdienen den Vorzug; doch kijnnen die Bedijrfnisse des Kriegsdienstes andere Umstande erheischen,
derca Untersuchung uiis nicht obliegt , und daher kann
die Erfahrung allein diesen Gegenstaiid entscheiden.
Beini Sclilusse dieses Bericlites glauben wir noch
eiiien Einwurf beleucliten zii mussen, den inan gegcii
die Anwendung des fulininirenden Ziindkrauts bei Kriegsgewehren erheben kiinnte , den iismlich, daEs wir das
d a m nilthige Quecksilber ails dem Auslande beziehen,
woraus, wenn wir iin Fall eines Rriegcs Mnngel darnn
crlittcn, grofse Gefahr erwaclisen kiinnte. Uni diescn
375
Einwurf seine Bedeutung zu nehmen, braucht man aber
nur zti bedenken, dafs inan a m ehem IGlogramm Quecksilber hinlanglich Ziindkrauti fur 40,000 Schiisse, also
aus 100 Kilogrammen fiir vier Millionen Schiisse verfertigen kann, mas hinreicht, unr cine Armee von 100,000
Mann damit anszurusten. Es mird daher ein Leichtes
seyn, sich zii gelegencn Zeitcn mit eincr fur den Bedarf
der Armee hinlanglichen Massc Qneclisilber zrr versehen;
und uberdieb weifs man ails Erfahrung, dafs Fraukreich,
selbst whhrcnd der letzten Coiitiiientalsperre, riiemals
Mangel an Qiieclrsilber geliltcu hat. Im Fall dcr Notli
kiinnte man auch endlich, oliiic, elwas an dein Mcchanismus des Gcivehrsclilosses zu siidcrn, auf kurzc Zeit chlorsaures Kali untl selbst knallsaurcs Silbcr aiwenden.
XV. Beobachturigen iibir die Oryrlation des
Phosphors; uori Hrri. T h o m a s C; raliarn.
(Quart. Journ. of Science,
N. S.No. 11. p . 83.
Im Auszugc.)
t J e b e r die langsaine Verbrennung des Phosphors bei
niederen Temperaturcii sind uns gegenwsrlig iiichrere sonderbare 'L'hatsachen b e h i n t , nanientlicb folgende:
.1) Uuter dein gewiihnlichen Drucli der Atinosphiire
und bei einer Temperatiir unter (i.1" F. erscheint im reinen
Sauerstoffgase der Phosphor bei 'l'ngeslicht nicht init dein
gewiihnlichen weifsen Damp€ umgebeii, unrl iin Finsleru
ist er nicht leochtcnd; nucli wird dabei kcin Saiierstoffgas absorbirt,
2 ) Dchnt inan aber dns Sauerstoffgas ails, iiideui
man es eiuciii urn 2 his 3 %. verminderlcn Druck ausselzt, so tritt eine langsauic Verbrennnog des Phosphors eiu.
3 ) Auch unter dem gcwuhnlichen Druck der Afuio-
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