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Bericht eines franzsischen Physikers ber Herrn von Gthe's Werk Zur Farbenlehre 2 Bde. T1bingen 1810

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VI.
Eericht cines francriJfcchen PhyJkers iil w Herrn
c’on G i i t h e ’ s W e r k : Z L L TF a r b e n l e h r e ,
2 Bde. Tiilingen r8ro. 8. *)
o n G 6 t h e h a t diefes Werk gefchrieben , urn
die Stelle von N e w t o n ’ s Optik **) zu fetzen,
welche er mit einer alten, noch niemals eingenornmen e n , J u c h unbewohnbar gewordenen Burg vergleicht,
die a n allen Seiten den E i n h r z droht und nur noch
yon einigen Invaliden bewacht wird. Er theilt es i n
drei Theile. I n dein erfien befchreibt er die \ornehnifien Erfchrinungen der Optik, und tragt feine l’hrorie
der Farben v o r ; in dern zwriten fuclit er die Ungereirntheit der N e w t o n’fc‘chenTlieorie zu bewcilen ; in
den1 dritten gieht er eine Gefchrchte der Optik, vorziglich in Beziehung anf die Farben.
Elie ich das Werk genauer unterfiiche, will ich
mit wenig Worten die Meinung des Verfders, und
worin fie von der N e w t o n ‘ s nbweicht, angeben.
Herr
v
es an
’1 W‘er
der VerfaITer diden anonymea Berichts f r y . den ich
aus d.en A n n u l . dc Clrirnio Ao. r 8 r r . h i e h e r iilerirape,
kann eioem aufmerklatnen Lefer der Aonalen nicht uirhek a n n t reyo. Er- ift einer d r r wenipen franzdilchen l’hyliker , die d e u t f c h mit PPrtipkeit lelrn. Die Aeufserungrn
der Eindnrckr, w e k h a n der Verfucb des grolsen Dich,rrs
i m wiflenlchaftlicben Pelde der 0 tik auf ihn gPni,cht
hat, fchieneh mir fur d.:urlkhe Lefer iotereflanr zii Iryn,
zumabl da die e i p e o Entlleckungen des Ver:Kera
dielis
Berichts in der Lebre m m I.ichre beweileo, dals r r nlchc
zd denen p h i i r r , welcho rnit trigern Geifie an dpr a l i e n
Lehrv hiingen.
GiI Lsrr.
”) Sie hat bekanntlich die Farben zu ihrem Gegenliaode. G .
c
104
Hr. v o n GO t h e erinnert,
1
,,er hnbe die FarLen-
lelire durcliaus v o n der Mathematik entfernt 211 linlten
gefuclit, ob lich glcich p,\vifle Punkte deutlich genng
ergebcn, wo die JIeCskunfi win~chenswerthr e p wilrde. Die ~orurthrilsfrryenhlntliemntiker , n i i t denrn
el- urnzngelin dils Glilck hatte und lint, waren durcli
andere Geli-li;lfte abgeldten woiden, mit ilim gerneirie
Sache zu maclivn; nber ar~chdie& Milangel iiiiige n i i n .
Vor theil gei'eichpn, indein es nunmehr d t s geiltreiclien
hlnthrinntikers Cerchnft wer!len kiinne, Telbl't nufmr k l i e n , worin die E'nrbenlc.hI-t feiner H d f e hediirfe,
und \vie er zur Vollendung dcrrelben das Seinige leitragen kijiine." Und dorli \ertlainnit Hr. von G 3 t h e
den mathemntifchen Theil v o n N c IV ton's Oplik, ob
er Gch gleicL init diefern Grgenlhnde nicht felbb llnt
berch 5 ftigen kGlinen.
Ueber den weftantlichen Unterfcliied reiner Theor i e von der, welclie die N e w ton'fche Schule angenoinmen h a t , erklirt er fich wie folgt : ,,N e w t o 11,
L g t er, behauptet, dafs iibernll in dem weil'sen farbenlorrn Liclite, und beronders in deni E \nnenlichte,
melirere lnrbige verfchiederic Lichter wirklicli enthdten find, deren Zlifiimmenfetzuiig dns weirse Licht hervorbringe. Darnit aber diere Lichter z u m Vorfcliein
kommen, m i n e man-das w d s e Licht unter befondcre
Undiinde 'verl'etzen, niilIe ein durchCchtiger KiSrper
es brechen, oder ein undurchliclitiger es zurkkwerten,
ioder irpend ein KSpcr es bengcn. Und diefe Brdingungen.find i h m n i c k e i i i , ~ i i i i l geniig. Er giebt den
brrchenden Mitteln allerlei Farbell, richtet den Raum,
i n dem er operirt , auf mannigfaltige Weife ein, bcfchrinkt das Licht durch kle/ine Oeffnungen, d u r A winzige Spalten., und bringt es auf hunderterlei Art in dic
Enge. DRbei behnuptet er , dnfs alle ditfe Bedingungen keinen andern EinLlufs haben, als die Eigenfchaften, die Fiihigkeiten (Jts) des Lichtes rege zu mac h n und an drri T a g zu legen. Jene farbigen Lichter
find ihm die integrirenden 'Theile reines weifsen Lichtes.
E
s korniiie durcli alle jene Operationen nichts zu dem
Lichtt hinzu, es werde ihm w c h nichts entzogcn, fondern blos leine Fihigkeiten, rein Inhalt offenbart.
[
I00
3
Z r i g es nun bei der Refraction verfchiedenc Farben,
l o iit es divers refrangibel. Auch bei der HeHcuioll
zeigt cs Fnrben, deswesen ill es divers rellexibel u. f.f.
Jecle neue Erfclieinnng deutet nuf eine nme F;hig-.
feinen Iiibalt herkeit tles Lichtes, fich nt~f~ulchliefsen,
zugeberi.'.
Die LeIirc, von tler Hr. v o n Gi,t h e Kberzeugt
ift , und dies der K e w t o ri'lclien entgegenfielrt, ,.beIcliiiftigt lic!i , wie e r Tagt, rbcnfnlls mit dern 1veiTsen
Lichte, und brdient Gcli niicli iiufserer Bedingungcn,
urn fnrbige Errcheiniingen Iicrvorzubringen , gelirlit
ihnen i1I)er R'ertli und IYilrcle ZII. Sie IJildet fich nicht
ein, E'arbril nus dern Liclite zu entwickeh, lie h c h t
uns vielmelir zu iiberzeugcn, dab die Fnrbc zugleicli
von den1 Lichte und yon t l e n r , was rich ihrrr csntgegenfiellt, her\-orgebracht werrlo. Alfo, urn ni;r dcs ReI'ractionsfnlIs llier zu gedenken, mit dem ficli N c w t o R
i n der Optik vorziiglich Lckhiftigt, fo ifi es keinrswegs die Erecliung, welche die Farben ails dem Liclite
liervorlockt, vielmehr bleibt eine zweite Bedingung unerl&lich: Jufs d i e Brechung utif ein Rild rvirke, rind
/&vies
V O R der Stelh wegriicke.
Ein Bild entfitht
nur durch. Granzen: diefe Griinzen iiberfieht N e w Wir aLer
t o n eanz, ja er liiugnet. ihren EiniloTs.
rclireiben dein Bilde fc>vvolil als feiner UmgeLiirig , der
hellen Mitte lbwo'l~lals d z r dunkc111 Grinze, dt.r Thiitigkeit foowohl sls clcr S c l i i x ~ k e , in dierrnl Fall voll,
kommen gleiclle Wirkung iu. Alls Verhclie liiininL-11
uns bei, tin& je inehr wir lie verinanaigfiiltigeu, &[io
mehr wird ausgefprochen, w a s wir behaupten, clefin
p l m e r , defio klnrer wird die Sachc. W i r p h n v o ~ l
Einfachrn a u s , indrrn wir eincn licli wechrelkitig mltlprechenden Gepenraiz. z u g e h l i n , und dorck Verbin(lung deflelben die fakrbipe Welt hemorbringen. - \Vie n u n , N e w t o n zu Werke geht , urn das Unvvahre
wahr, dss K a h r e unwahr zu rnachen , dils ili jetzt unTer Gel'chi& zu zeigen.'' -
-
D e r erJe Theil des Werks des Hrn. \* o n Cr i; t 11 e
enthiilt eine Befcbreibung der Phinomene uncl clic AusrinanclerCetzung reiner Theorie.
Er fingt im e r - e n Ae[chnittc mit den zufilligen
Farben an, nnterruclit den Eindruck, den der Contrail
von Licht und Finfiernifs auf die Netzhaut maclit, und
befchrcibt die Sedation, welche entfieht , wrnn man
fiarr in einen fehr glinzenden Gegenftaid gelthn hat
und nun die Augen fcchlielst, oder s u f finen dunkeln
Gegenliand wenclet. Er gelit dnnn zii der Wirkung
gefirbter Uilcler ijber, iind ihre EigenTclinft,
e;:
Cation der erginzenaen FarLen zu erregen;
full ein weirses Papier, auf einer gelbeii Mauer gefehn,
einen violetten Teint annelimen. Auch befchreibt er
die gef5rbten Schatten und die Hiife, welche man urn
leuchtende Punkte oder fiark erleuchtete Gegenftinde
walirnimint. hlle diefe Erfcheinungen wnren fclion beknnnt , und die V d u c h e , wclche k h auf fie beziehn,
I'chon in andern Werken befchrieben. Der VerfalTer
berchliefst diere Ahheilung mit einer Discuffion fiber
die pathologirclien Farben, die gewificn Krankheiten
oder einer befondern UekhaHenheit des Organs eigen find.
Die zuieite Abtheilrrng hat es mit den phyfirchen
Farben zu tliiin, und in i h r vorziglich entwickelt Hr.
v o n G 6 t h e feine Theorie. ,,YliyLfclre Farben, fagt
er; nennen wir diejenigen, zu deren Hervorbringung
gcwifle rnaterialle Mittel nGtllig Gnd, welche a b w felblt
kaine Farbu hnben, und theils durchfichtip, tltcils t r i b e
und durchrcheinend, theils- viillig undurchfichtig feyn
kiinnen. Dergleichen Farben werden alro in unrerm
Auge durcli folche iufsere befiiinmte Anlifle erzeugt,
ocier, wenn lie lchon atif irgend cine Weife erzeugt
find, in unrer Auge turiickgeworfen. - - Das Licht
kann a d dreisrlei Weife unter diefen Vmfiinden bedingt werden. Erfilicli, wenn es von der OberHkho
eines hlittels zuriickftrahlt, dn denn die ltutoptrzycken
Verfuche zur Sprache kommen. Zweitens, wenn es
an dem Rande eines Mittcls herlirahlt; die dabei eintretenden Errcheinungen nennen wir 'paropri[che.
l)rittrns, wenn es durch einen durchfcheinenden oder
durchGchtigen Kdrper durchgeht, welches die dioptri&hen Verfuche End.''
::
y , \ f a ~nennt
~
dioptrifche Fnrben diejenigen, z n deen Entfivhung ein farhenloles Mittel gefordert wirtl,
derpel'tnlt, dars Licht und 1;infierniG IiinduixL wirken,
eljtweder aufs Auge,
oder nuf entgegenftchrnde FlicI en." Dcr VcrfalTcr unterfucht zuerfi die Farbe der
Elnmunen, c h n die dcr AirnoTpiiiire. die des Meers
iind die v.erTc!iiednen pcfithten, Flufigkeiten.
Dnnn
libmint t'r 711 fciiicr f h e a r i e der Rejirrctiou, welches
einer der Hnuptgegenlilinde des Werks i l i , weil er
k ier feiiie eigeritliiiinliclien Mrinungen entwickelt :
,,Wenn man. fagt e r , durchs Prismn eineii rein
grnuen otler blauen Hiinrncl. cine rein weirsc oder
l'arbige W a n d betrachtet, fo wird der Tlieil der Flichc,
den wir eben iris Auge gel;iI;t ha'oen, vdlig von feiner Stell!> gcrikkt r e p , oltne d d s wir ~Ieshnlb die
inindelie E'art)::nerfcheiniiiiR tlarauf bemcrken. Wir
bernarken eine farbigc Errdieinring nur an den Randern, da w o fich euie folche kliche gegen eiiien helleren oder dunkleren Gegeiifiand abfchneidet. Durch
Verbindung von Rand und Fliiche entfiehen Bilder.
Wir Iprechen daher die Haupterfabrung dergelialt
aus: es rniiflen Bilder zerriickt werden, weiin eine
Farhenerjcheinung /icA zcigen jbll.
Wir nelimen
das einfachlte Bild, cin ftel!es Kund auf dunklcm
An dicfein findct eine Verrilckung Statt,
Grunde.
wenn wir feiiio Rindcr von drm Mittclpunl,te aus
rcheinlar n,tcli Aulicn dchnen, indern wir es vergrorsern. Dieres grfchielit Jurcli jedts convexe Glas,
und wir erblicken in tliercm Fall einen blauen Rand.
Wenn wir rnittelfi eiries Holilglares den Uriikreis tles
Bildes nach dem Mittelpiinkte zu fcli('inb;ir hinein
bewegen , indrni wir das Iiiind zurammenziehn, erCcheinen die Hinder gelb. Daiiiit m a n dicli.n Verhcll rnit ainem convexen G M e riinchen kGnne, bringe man in das belle Huncl auf fchwarzem Grunde
cine kleine fchwarze Sclreibe. Dciin vergriirscrt m a n
durcli d a s convexe G1a.s die l'chwvarze Scheibe auf
weifst rn Griind, To gel'chieht didelbe Operation, nls
yvc'nn ein weil'ses Rund wrkleinert wird; denn wir
fiihren den khw.cnen h n d nach dcm weirsen zu,
und erblicken alfo den grlblichen Farbenrclnd zuI
gleich mit dem blauen. Diefe beiden Errcheinungen,
die blnue tind die gelbe. zeigen fich an und fiber
dem Weirsen. Sie nehmcn, in fofern fie fiber das
Schwane reichen, einen rcjthlichen Schein an. Und
hiermit find die Griindphiinomene aller Parbenedcheinung bci . Gelegenheit der Refraction ausgei'prochcn,
welche Jenn freilich auf manchrrlei Weife wiederholt,
variirt, erhBht, vemngert, verbunden, verwickelt, rerwirrt , zulelzt aber immer wieder auf ilire urf'xiingliche
Einfalt zirriickgeitihrt werden k6nnen.l'
,,Unterfuchen wir nun die Operationen, welche
wir vorgenornmen haben, fo finden wir, dars wir in
dcm einen Fallt? den hellen Rand gegen die durikle,
i n dern andern den dunkeln Rand gegen die helle
Fliche fcheinlar geEiIhrt, eines durch dns andere ver'dringt , eincs fiber das andere weggefchoben haben.
Riickt m a n . durch ein Prisrna' die lielle 4Sclieibe im
Ganzen von ihrer Stelle, To wird fie in der Richtung
g e f i r l t , in der Go fclirinbar bewegt wird, und zwar
nncli jcnen Gefetzen , der obere n a n d blau und blaurotli, der untere gelb und gelbroth. Iin erfien Falle
w i d dns helle Bild in den dunkeln Rand hiniiber,
in dem andarn der dunkle Rand Gher das lielle Bild
Mnn bringe z3ei Prismen,
gleichram hineingefiilirt.
ein horizontales und ein fenkrechtes, iihereinander,
fo errcheint , die ScheiLe, nnch einern allgemeinen
Natnr~el'etze, in der Diagonalc verrfickt und gefirbt.
Hier befiitigt lid1 all% jener Ausrpruch: eirr BiIJ
-
rni[fle dergejialc verriickt werden , dafs Seine belle
G r h z e iiler die dunAlel die diinkle Grunze aler
iiber die ,'ielZel das Rild iiher feine Begrunzrin,o, die
B?grunzring iiber &s
K i d fcheinbar hingefiihrt
wcrdu.".
In dierer' Erklirung befielit die ganze Theorie
An fie kniipft e r alle Phinomedes Verhflers.
ne,' und mit ih vergleicht e r immerfo'rt die Thearie Newtons, um,danuthun, dafi es diefer an KlarLei!, Pracifion und Genauigkeit fehle.
Erie' Schwierigkeit bei der neuen Theorie Lefie$ darin, d& ivenn an der einen Seite das helle
Bj~diiber das dunkle, und an der andern Seite das
diinkle Bild Cber das lrelle hingefchrt wire, notiiwendig daraus folpen wiirde, dali dns belle Bild mehr.
iind zu gleicher Zeit weniger als dns dunkle gebro-chen werde Diefe Schwierigkeit, die blors eine mathemnttrche fey, iiberlafst Hr. von GGthe den Mathematikern arllzulijren, welche fich mit dem analytirchen
Theile reiner Theorie befcliiftigen werden.
Folgencte Griinde fiir feine Theorie der Farben
filgt der Verfaffer bei einem nochmaligen Ueberblick
hinzu: ,,Man erinnere Cch, fagt er, dafs ein helles
Bild auf einem Junklen Grundc, untl ein dunkles
Blld auf hcllem Grund, khon in Abficht nuf unfere
Xetzhaut, in einer A r t von C o d i c t fiehe. Das Helle
erfclieint in diefern Fd1 griirser, das Dunkle kleiner.
Bei grnauerer Beabachtiing dieres Phinornens lafst fich
bemerken, dafs die Bilder nicht rcharf vorn Grundc abgerchnitten, Condern mit einer Art gra,uern , einigermaLen gefiirbtern Rande, mit einem Nebenbilde, errchinen. Bringen nun Bilrler fchon in dem nackteri A u p
folche Wirkungen hzrvor, was wird erfi gefchehen,
wenn ein dichtes Mittel dazwif'chen tritt. Nicht dns allein, was uns irn hijclifien Sinne lebendig erfcheint, hbc
Wirkungen A U S und erleidet fie; fondern aucli alles,
w a s n t r irgend einen Bezug auf einander hat , ill wirkfarn auf einander und zwar oft in fehr holiern Manfse.
Es entfieht alfo, wedn die Refraction auf ein Bild
wirkt, an dem Hauptbilde ein Nebenbild , und zwar
I'cheint eo , dtih das wahre Bild einigermaGen zuriickbleibe und fich dem V e r r k k e n gleichfam widerferze,
ein Nebenbild aber vorauseile, in der Richtung, in welcher das Eild durch Refraction fiber Cch felb('t und
iiber den Grund hin bewegt wird."
Nachdem der Verf. diere Erklirung der Refraction
gegeben h u t , entwickelt er die Urnftinde bei der Verriickung eines grauen und eines farbigen Bildes, n n d
befchreibt die chromatirchen und hyperchromatirclien
Phinomene ; dann kiimmt er. zu den direkten Verfuchen mit Sonnedtrahlen, und vervollfiindigt nach ihnen feine, Theorie. Hier macht die Behauptung den
Anfang, dafs ein Sonnenhahl bei der Brechung ein
farbedoles Bild gebe, men miXe aber dazu die Tafei
de m Prisnia nahc Itellen, und blors auf die Xlitte-dcs
Bildes rehen A n den Griiiizen tles Eillles niiiiint lnan
gcfiirbte Rander wahr, tlcnn die Sonne wirlit liier, indem fie kheint und firahlt, als ein Eiltl, und t's ereignet Gch daaelbe, RIS in den yorigen Verfuchen: ein
heUer Rand wild gegen cine dunkleE'liiclle, cine drinkle
Fliche gegen einr Iielle Griinze gefilbrt , und es niiifren
bei diekn Verfuchen, wic bei den vorigen. die GrSnzen einen Weg mnclien, uncl licli glciclifiiin fiber e m ander dritngen."
UntL tlirfe Erkliirungen rollten unendlich vie1 heller und pr5cirt.r a h die r e p , welche
Newton gegeben h a t , tler dein G m g e dcr Stralilen
Schritt fiir Schritt folgte, unit die Erl'clieinungen der
Brechung vollfiindig andyfirte ?
Noch bdchrsibt der Verf. die Umfiiincle, a u f welche einc Pergrijrserung oder Verklcinerung in der AIISdelinung drs Fnrbenbildes beruhen. Der irbrige 7heil
dieres Kipitels .bercl~iftigt lich init den katoptrifchen
Farben, welche die Rellexion des Lichtcs brglciten,
den paroptifchen F a h e n , welche auf Inflexion berulren,
u n d den epoptirchen Farban, wie er diejcnigen nennt,
welche mit den Errclieinungen der farbigen Hinge in
Zuftixnmenliaiig lielien.
In der dritten Abtheilrrng handrlt Hr. v. G 6 t h e
von den chemirclien Farbeii , wie er diajenigen nenat,
die fich ails Rewigen KGr!iern nusziehn, orier a n Kijrpern fisircn 1al'lt.n. Und hier fiingt er an die FarlJen
an pofitive und negative Wirkungen, an die Siriren
u,nd die Alkalien zii binden. Er erkliirt fich iilxr dielc
Befiimmiing des Lichts nach zwvi Polen Colgenclermafsen: Entilelien dcr Farlen uiitl J;ch entJ2.hirLem ifi
eins: Wcnn das Licht mit einer allgeineinrn Gleichgilltigkrit Licli und dic Gegenl-ttinde darfiellt . und iins
yon einer 1)edmtungslol'en Gegenwart gewik maclrt,
To zeigt lich die Farbe jrdcrzeit 'fpecififcl~, charakterifiikh , bedeutend. Im Allgemeinen betrachtet, entrclieidet lie lich nach zwri Seiten. Sie fiellt einen Gegenlhtz dar, den wir Poluritiit nennen und durch
und
recht gut bezeiclinen kijnnpn. An der poJtiuen.Seite hat man das Gelb, die W r k u n g , das .Licht,
das Hell, die Kralt, die Wiirme, die Niihe, das Ab-
,
-
-+
fiorsen, die Venmndtfchaft mit dcn Siuren: an cler
negotiven Spite das Blau , die Beraubung , den Schatten, das Dunkel, die Schwiche , die Kilte , die Ferne,
das Anziehn, die Verwandrchaft mit Alkalien. Wenn
man dieren fpecifilchen Gegcnfatz in Iich vermirctit, Co
heben Gch die briderfeitigen Eigenfchnften niclit auf;
find fie nber. anf den Yunkt des Glzichgewichts gebracht , dafs man keine d r r beiden befondrrs erkennt,
fo ertidt die hlifclinng wieder eiwas SpecifXches kirrs
Auge; fie erfchrint als eine Einheit , bei der wir an die
Ziifammenfetzung niclit denken. Diefe Einheit nennen
wir Grirn."
Icli folge dem Verfafler nicht in feinen Bemerkungen fiber das Wcrcn der Farben , und iiber ihr Verlliltn;Ts zur Philorophie, zur Matliematik, zu den Kiinfien,
zur Phyliologie , der Patliologie , der Naturgekhiclitc,
der allgemeinen Phyfik, und dar Akufiik. N'och wenigel- lafie ich mich auf das ein, was er von der finnlichlittlirhen Wirkung der Farbe f a g . In diefen Abtbeilrrngan a~dervierten, fiinflen und fechflen) find 'I'hatfachen und metapliyfirches Raifonnement To mit einnnder verflochten, dab eine Analyfe derfelben unmGglich Ifi.
Diefer erfte Theil des Werks enthilt, wenn m a n
von der Metaphyfik und von den unbefiimmten Erkliirungen abfiehl, eine ziemlich vollfiiindige Berchreibung
der vornelimften Phinornene , die Farben betreffend.
Man Gcht, dafs der VerfalTer die Verfuche geknnnt und
Ge wiedrrholt h a t ; fieht aber auch zugleich, d a b keine
einzige Errcheinung von ihm gemeflen worden ifi , und
daher rtihrt das Unbertimmte, welches in feiner Theorie herrfcht.
Den zweiten Theil des JVerks hat Hr.von G G t h e
der Kritik der Optik N e w t o n s beliimmt. Die genaue
iind einfacbe A r t , wie N e w t o n feine Verhche iind
k i n e SchlGlTe darrtellt , fieht in einem auffallenden
Contrafie mit dem eniphatirchen, vagrn und ironilkhen
T o n e , mit dem der Verfafler die. bekanntefien '[hatfachrn und die evidenteften Fqlgerungen liugnet.
Z u N e w t o n ' s erfier Propofition: Lichter, welche an Farbe verfchiedezi h d , find auch in der Brcc4-
-
barkeit ve:.fcliiedcn,
Iienierkt Hr. v. G G t 11 e : ,,in
tien errten Worten dieler Propofition ifi Iciioii. die ganze Lehre; wie in einer Niili, vorliiinden, und tritt zugleicli jene capti& Metliotle vijllig ein, wodurcli uns
N.e w t o n - das ganze Bwli hindurch m m Ilelien Itat.''
Lichter! ,,rnrhrere? und wasdennfiirwelctie?'C w e l c h
an Earbe wer-chiedenJmrl. ,,in den1 erfien und zweiten Verruclie, welclie zuin Beweire dienen follen, fillirt
mnn tins farbige Papiere vor, und die Wirliungen, die
von dorther in unrer Auge komnten, werden gleich als
Lichter behandelt. Offenbar ein hypothetikher Ausdriick, dcnn dcr gemeinr Sinn Leobiichtet ntir, d a k
uns dns Licht mit verfcliiudnen Eigenfchaften der OberHichen bekannt macht. Dafs aber dasjenige, was von
dieren zuriickCtrahlt , als ein verrchiede~~artiges
Licht
angerehn werden k h n e , darf niclit vorausgefetzt werden ;" - Jind auch in de~Urec&nrkeit, ,,wie lprinat
doch auf einmal diefes alliracte Wort hervor? Freilrcli
ficht es fclion in' den Axiomen , und der nnfinerkfani
glliubi,oc.Schiiler r
t bereits von dieren Wundern durchtlrungen , und hat nicht mehr die Freyheit, dasjenige,
was ihm vorgeffihrt wird, niit einigern Mifstrauen zu un\terfuclien ;"- verfchiedeu. ,,Die Rrfrangibilitl;t maclit
ims Alro mit einem grofsen GeheimnilTe bekannt: dRs
Liclit', jenes Wefen , das.wir nur als eine Einheit , als
einfdch wirkcntl, gewahr wertlen, wird uns nun als gin.,
ZuClmmengeCetztes, R U S verfcliiedennrlipen Tlieilen Befichendes, auf eine verfcliiodene Weire,Wirkendes dargeliellt.'' ,
N e w t o n beu-eifi reine A d a g- e durch V e r b h e ,
Der VerfdTer erklart aber, dals ,
iingern e r auch
g1nic.h voii Xnfang den I d e r durcli irgend eine Paradoxie kheu machen niiichte, er doch niclit urnhin kcinno, zu behaupten, ,,drill ficli durch Rrfahrungen und
yerfuclic eigentlich nichts beweiren lafie. 6' In N e w t o n ' s errtein Verruche werden zwei auf khwarzem
Grunde nelwn einnnder liegende Vierecke, ein rotlies
und ein blaues, durch ein Prisrna befehen, das mit
zwei in grader tinie liegenden Seiten derfelben parallel
gehaIten wird; dils blnac fcheint hiiher herauf'g~riicktzu
iegn , als d;is rothe , worms, N e w t o n CchlieIlit der
,
Licht. welches von dern blauen Papiere herkSmmt, leide eine gr&ere Brrcliung, a l s das, welrhes yon dem
rothen Papiere auageht. ,,Dirk ifi n u n , fagt Hr. v o n
G G t 11 e , der Grund - u n d Ecltfiein des N e w t o n'rchen
optilkhen Werks.
Wir haban lchon bemerkt, wie
captias und tarchenf~~irleril'cli
dirfer Verriich angegeben
wordrn. - Ninimt man Hellblau, fu wird man die
Tiufchung lzicht pe)wahr.(' Es giebt einen rothlichen
Hand, und i f t keine homogene Farbe, wie das Dunkelb l a u , welch*ssN e w t o n zii'nelimen r i t h , und das zu
dielkni Verruche nothwendig ifi. , , W a n die Newtonianer Gch daliinter \erCchanzen, f a g der Verfafler,
dars die Lichter nie vtdlkomrnen homogen find, und
imrner in gewiflem Grade mit der Erbfiliide ihrer Mutter, clec Lichts, brfleckt find, To Ciberlafle icli willig die
Scliule ihrem wcrdigen Cofacken Hetman; denn in
dern ganzen Werke habe ich hinlknglich dargethan,
dafs e r diefen 'rite1 verdient.<'
I n dern drittcn Verfuche lirst N e w t o h eirien Son.
nenfirahl durch ein Prisma gchen, und bemerkt, die
Lange des Spectrums \ erandere rich nicht inerklich, d e t
Strahl miige an der dickiian oder an der dirnnltenStellc
des Yrisma hindurch gehn. ,,Das ifi vollig .unwahr,
Iigt der VerfafTer, denn gerade die Gr6fse des P i n keIs des Prisma macht vorzGglich die Ausdehnuog der
Bildes gegen deflen Breite verCcIiieden.'( Er verwechfelt hier die Dicke des Prisma rnit der Grdlke das brecbenden Winke1.c ; narh rolchen Fehlgriffen verwundert
man fich nicht mehr fiber den Wiaerwillen, den er gegen den mathernatilkhen Theil von N e w t o n ' s Werk
aursert.
In dem Fhften Verruche zeigt N e w t o n , dars
wenn ein Sonnenfirahl in einem horizontalell Prisma
gebrochen und das Spectrum ailf ein renkrcchtes Prisma
geworfen wird, ein nach der Diagonale geneigtes Spec t r u m enrfirht,, und rcbliefst daraus, dars in der zweitell Brechung jeder Strahl firh eben To als in dcr erfieo
verhalte ; das heirst, dars e. B. der blaue Strnhl wieder
fiarker als der rothe gebroclien werde , und fo ferner.
,,Auch diefen Verl'uch , fagt Hr. v. G ii t h e , belrachtet
Annal. d.Phyfik. J3.40. St.
I.
J.
1812.
St.
I.
H
c
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N e w t o n durcli den Nebel des Vorurtheils. Er wcik
nicbt recht, was er fieht, noch was aus dein Verl'uche
folgt. Das gebilckte Bild, wclches e r wshrniinlnt, iTt
keineswegs das aufgefangene errte, das nach der zweiten Refraction einen Reverent macht, fondern cin g m z
neues, das niininehr in der ihrn zugen6thigten Richtung
gefiirbt wird .a'
N e w t o n Clndet, indem e r den Gang der Strahlen
verfolq, dsrs tlss Blau des erfien Farbnbildes. den
blauen Strahl des zweiten Spectrums bildet. Diefes
will der VerfalTer fchlecliterdings liugnen, weil clierc
Beobachtung eine Art von AndyL! erlordert. I n tlein
ganzen Werk: zur Fnrbenlchre, ill nuch nicht ein einziger Verruch gemellt*n oder analyfirt : der Vcrfder
verfchanzt Gch iminer hinter unbeliiminte Ideen, u n d
entzieht Gch Co den befiiminten Folgerungen, zii denen
e r gen6tbigt reyn w k d e , h a m er die Erfcheinungen
gcrneITen *
Ich folge ihm in reincr Kritik von N e w t o n ' s Farbenlelire nicht weitcr. Er berchnldigt N e w t o n bald
fich zu irren, bald wirft er ilim bijfen Willen vor, mit
dem er die Leichtgliubigkeit feiner Lefer zum Beficn
habe, indem er die Hauptumliande bei den Erfcheinungen verbeimliche; dann Cch3rtet er wieder feinen
ganzen Ha[$ und alle Galle der Ironie fiber die Anhinger N e w t o n ' s aus. Sein ganzes Raifonnernent geht
im Allgemeinen auf Folgendes h i n n u s : N e w t o n hat
eine arklarung der Erfcheinungen der Brecliung gegeben; id1 gebe eine fehr vie1 einfnchere, indem ich rage,
dars ein Bild iiber das andere hingleitet. Es ili genug,
gerneinen Menfchenverliantl zu hahen, urn zwirchen uns
nicht zu rchwonken, und icli bin iiberzeugt , dars kein
vernhftiger Menrch N e w t o n' s Meinurig feyn kann.Der Verfafler begniigt lich nicht feine Meinungen
anseinandcr zu retzen , er verweifi reine Widerracher in
das Nmrenhaus oder in die K k h e der Hexen. Er bebandelt die Newtonianer als Coracken , und ihrc Mei-
'I
L'aureur Je retranche t a u j o t u s darts un uaguc d'iddet
au milisit duqucl il Cfitde ler conJequences pofitivrr 9u'il
@of4 Jprcd ds diduirs de la rneJkrs d c phdnomcncr.
~
niingen als unglaubliche Thorheiten. Er verwrindcrt
fich, dds es in dem menrcltliclien Gehirn Orqnne gebe,
welclie fitrig find, dergleiclien Ideen zu faII;.n, und er
wiinrcllt, der Dr. G a 11 mijpe den Hirnrclilidel eines
wahrrn Newtonianersunterfuchen, damit diefes Problem
aifgeliili werde.
Miin i f i erfinunt A r p m e n t e diefer Art in einem
phyfiknlirclren Werke zu finclen; dach nur gar zu
hiuAg wild man pewahr, dars der VerfaKer nicht
in der Gemtittisfiimmiing wnr, welche dcm unbefrngnen Walirheitslorrcher zukijrnmt.
A u c h wird
e r , ungerchret reiner ausnehmenden Intolernnz nur
wenige Profelyten machen.
DR er alle bleinringen, welche N e w t o n in feiner Optik vortriigt,
oLqe Unterkhied verdammt, To wird mnn nicht
aus reinem Werke d i e Irrthiimer kennen zu' lernea
unternehrnen, in welcbe N e w t,o n gerathen
kann *).
j' Von dem zweitcn Tlreile der Works fast 'dierer kritirche Bericht nfclrrr. Er enthilt Materialien zur Gdchichte der Farbenlehre. und er fehlt darin zu Rugen ibiilicher
Arc nicht an .%off.
Oaf3 wir indefs, wie cs von dern
qsifireictieo Dichter zu ernarten war, fur die Warms,
von der er Iicb hinreifsen I i h t ,
uad die zwar im Reicha
der Phinrafie drs Ergreifrnde, nirht rber. was wir in der
-
-
Wil-rrnl'chafr furhen, Uehereriigun henorbringt,
bei allem
Unhrlibnrca frioer wilTmlc hattlidren Anficbr. clacb durch
Manches enrfctiidigr wertlen ; diere Ucberzeiigitng war
bei mir fo labhaft, d o h clas Wrrk, feioos ilieiiren Preifes ungcachtet , unwr meinen BGchern nichr Fehlt.
G t 16 c r t .
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