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Bericht von einer Reihe von Versuchen zur Construction von achromatischen Fernrhren mit einer Flssigkeit.

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313
phanerogamischen Pflanzen, und sie sind durch diese
Beobachtungen als gynandrisch erwiesen worden. Die
eben genannten Beobachtungen, iiber melche Prof. E. am
24. Nov. d. J. einen Vortrag in der KGnigl. Akademic
der Wissenschaften gehalten hat, werden in S c h l e c h t e n d a l ' s Linizea, 1829. Hft. 1. den Botanikern vorlaufig mitgetheilt werden.
X\T.
Eericht oon einer Beihe con Versuchen
zur Construction con achromatischen Fernr6hren mil eincr Fliissigkeit. In einem Brief.
nn Hrn. D. G i l b e r t , Prhidenten der K.
GcselZschaft zu London;
con P. E a r l o w .
(Philosoph. Transact. f. 1828. St. 11. p. 105.)
Es
ist Ihnen bekannt, dafs ich seit einiger Zeit mit ciner
Rcihe von Versuchen behufs der Construction achromatischer, mit Fliissigkeiten versehener, Fernriihre beschiiftigt gewesen bin, und dafs es miry mit Hiilfc der Herrn
G i l b e r t , gelungen ist, zwei soldier Instrulnente zu verfertigen, das eine von 3, und das andere von 6 Zoll
O e f h n g . Eben .so wissen Sie, dafs es meine Absicht
war, dieselben den Mitgliedern des Board of Longitude
vorzulegen, in: der Hoffnung, dafs sie, wenn die Construction ihren Beifall erhielte, geneigt seyn miichten, die
Verfertigung eines solchen Instrumelites ( aher in einem
alles Bisherige meit iibertreffenden Maafsstabe) anzuordnen,
wo ich dann mit grofsem Vergniigen die Aufsicht dabei
iibernommen haben miirde.
Es steht indefs zu bezweifeln ob ich gegenwiirtig im
Stande seyn werde, diese Versuche fortzusetzen *), und
') Seit der Vorlesung diescs Aufsntzes ist mcin Brief dem Board
of Longitude tberreicht worden, und die Versuche sind im Werke.
314
daher wiinsche ich die gemachten Versuche, die erhaltenen
Resultate und den beabsichtigten Endzweck hier niederzulegen, da, wie ich hoffe, diese Mittheiliing einer Stelle
in den Philosophical Transactions nicht unwiirdig befunden werden wird.
Diese Experirnente sind vielleicht aus einem Versuch
cntsprungen, den die genannten Optiker unternahmen, um
die r o n Hrn. H e r s c h e l fiir die Construction aplanatischer Objectivglnser, in den Phil. Trans. f. 1S21. Art.XVit.,
gegebeiien Regeln und Grundsiitze, auf die Praxis anznwenden. Diese Versiiche fiihrten zu andern, melche
icli in den Phil. Trans. f. 1827. ,4rt. XV. beschrieben
habe. Bei Verfolgung der letzteren sah ich ein auffallendes Beispiel der grofsen Schnierigkeit, das Flintglas
fur astronornische Fernrohre in hinreichender Griifse ulld
Beinheit zu erhalten; und diels bewog .mich, iiber die
Miiglirhkeit , das Flintglas diirch eine Flussigkeit zu ersetzen, nachzudenken. Vor vielen Jahren hat der Dr.
B l a i r die Construction fliissiger Objectivgliiser im Siniie
gehabt, und man sagt, dafs es ihin gelungan sey, sehr
vollkominene Feriiriihre dieser Art zu verfertigen. Seinc
Absicht bei dieser Construction war indefs eine aiiderc,
als die meinige. Bei ihm war die Beibehaltung der Flintglas-Linse nothwendig; sein Zweck ging allein auf die
Zerstorung dessen, was von ihm secundsres Spectrum
genannt wurde, und was von dem Mangel an Proportionalitst zwischen den farbigen Rliumen im Spectruin
des Flint- und Tafel- oder Cromnglases, verglichen init
ihren respectiven Brechungs - Verhliltnissen , herruhrte.
Meine Absicht dagegen bestand darin, das Flintglas ganzlicli
auszuschlieken, und es durch ein fliissiges Mittel von erforderlichem Brechungs - und Zerstreiiungsvermogen ZZI
ersetzen.
Auf diese Art wurde cine grofse Anzahl von Fliissigkeit angewandt, und dann unter ilinen die geeignetste ausgewahlt. Zu diesem Ende priifte ich verschiedene Oele
315
Ssurcn u. s. w., und zuletzt den Schmefelkohlenstoff,
me1cIler am vorzuglichsten befunden wurde. Er besitzt
niilnlicll fast alle erforderlichen Eigenschaften : einen fast
gleichen Refractionsindex mit dem besten Flintglase, neben
einein mehr als doppelt S O grofsen, Dispersionsvermogen,
eine volllrommene Farblosigkeit und gro k e Durchsichtigkeit ;
auch behalt er, tinter hermetischer Verschliefsung, tingeachtet seiner grofsen Ausdeliribarkeit, seine optischen
Eigeiischafteil ganz oder fast ganz unrerlndert bei *),
in alIeii Teinpcrnturen, denen er wahrscheinlicheiweiFe
bei astronomischem Gebrauche ausgesetzt mird, es sey denn,
er wiirde bei directen Sonnenbeobachtungen in einigen
iiulsersten F d l e n unzulassig gefunden. Sein grofses Uispersipnsvermbgen giebt ihm auch einen Vorzug, welchen
kein GlaS bis jetzt bcsitzt, n~~thm:~fslich
auch kein in
Zukunft verfertigtes besitzen wird; obgleich das GIas,
Ivegen seiner Best:iudigkeit, inimer einen Vonug bei dcr
Construction der Fernriihre behalten wird. Uebcrhaup t
bin ich nicht Willens, den Gebrauch des Flintglases bei
diesen Instrumenten ganzlich ZR verbannen, sondern ncr
dasselbe durch einen zweckmabigen Stellvertreter zit ersetzen, in Fallen, mo es nicht in hinkinglicher Griifse untl
Reinheit erhalten werden knnn, otler wo es nur fur einen
Preis darzustellen ist, der den Besitz von kriiftigen astronoinischen Fernriihren auf wenige Individuen und auf
offentliche Anstalten einschranken wurde.
Nachdem ich, wie oben gesagt, eine pafsliche Fliissigkeit ausgenahlt hatte, suchte ich zunachst, wie sie am
besten einzuschliefsen sey, was denn auch nach einigen
') Es
ist w o h l nicht u n p s s e n d , zu bemerken, dafs ich zwischcn
der Temperatur von 31' irn Februar, und 84' im August, und
wiederurn 31' irn November und December, keiuen mcrklichen
Untrrsclried in dcm Refractionsinden oder in der Brennweite d r s
Fernrohres fand.
Selbst als die Fliissigkeit durch Anniiirrnng
yon rothgliilrendenl Eisen ins Sieden gehracht worden, war, nnchdern sie ihre Durchsichtigkeit wicder crlangt hatte, der Brerrnp u h t ganz oder fast ganz derselbe geblieben.
31 G
Versuchcn zur Zufriedenheit gelang. Zugleich wrsuchte
ich ein Fernrohr voii G Zoll Oeffnung und 7 Fiifs Lliiige
zu verfcrtigen; alleiii nach einigen, durcli unvorhergesehene Schwierigkciten erfolglosen , Vcrsuchen gab ich
tlicscs auf, und ling ein andcres von 3 2011 Oeffnung an.
Hiebci war ich gliicklicher, indem ich mit dieseiu Instrumente, in seiner rohen Gestalt und olinc Anwendung otlcr
.4uswShlung von Glkern, eine grofse Zalil \-on Doppelsternen treiinen konnte, die Hr. H e r s c h e l zii dcn
l’rufinitteln eines gutcn 3tziilligcn Refractors zlihlt. I k i
ciiier 46 maligen Vergriifserung konnte ich niit demsclbeii
dcn kleinen Stern bciin Polarstern sehen, und bei einer
stiirliern Vergriifserung, uiehrere Steruc , zu welchen ein
giites Fernrohr erforderlich seyn SOH, \vie z. 13. 70 Opliiiichi, 39 Bootis, den vierfachen Stern E Lyrae, 5 Aqiiarii,
cc Herculis etc. Aufgemuntcrt durch diesel1 Erfolg, uahin
ich wieder das 6ziilligc Objectivglas vor, wobei ich dic
Linscn arif eine andere Weise ajustirtc uiid bgfcstigtc.
Das Resultat meiuer Bemuhungen lialtc ich fiir ciiien
vollstzndigen Beweis von der Ausfiilirbarkcit dicscr Construction, ivenn man von dcn Unrolllroiiiiuenlieitcn absielit ,
die den ersten Versuch, cine neue Construclion in cincin
betrzchtlichen Maafsstabe auszufiiliren, iiniiier beglcitcn.
Bei einer 1.43inaligen Vergriifserung war der klcinc Stern
beim Polarstern so dcutlich und gllinzend, dafs sein
Durchgang xnit der griifstcn Genaiiigkeit hiitte bestillinit
wcrden kiinnen. Die kleinen Sternc bci cc IJj-rae, hldebaran, Rigcl, E Bootis u. s. w., waren schr dentlicli zu
sehen; untcr den griifsern ualicstchenden Doppclstcrncn
iraren, bci 300 iiialigcr Vergriifscriing, Castor i i i i t l y Leonis grit begrsnzt, untl tinter deil hleincren lhppelsterncn
will ich nur o Aurigac, 52 Orionis, j Orionis, und cine
l’vIenSe anderer von dcrselbcii Klasse ern Aincn. Bci
150 innliger Vergrii[seriin,o zeiatcii sich die Giirtcl uiid dcr
Doppelring des Saturnus rccht dcutlich; auch warcii, bci
dcr~clbenVcrgriiLcrung,die Gurtcl uiid ‘l’rabankn des Jupitcrs
317
piters Icidlich scharf, doch ertrugen pie bei ihrer damaligen, gewifs nicht giinstigen Lage, keine griJfsere als ungef d i r eine 200 malige Vergriifserung. In beiden Fallen waren
die Sclreiben dcr Planetcn zu Geniige weifs, und die
Giirtcl und Trabantcn gut begrlinzt; beim Jupiter, und
vielleiclit auch beiin Saturn, faudcn sicli jedoch ringsum
a n dein Kandc der Scheibe einige nicht aufgeholiene Farben. Ich werde spiitcr, nach Beschrcibung der Grundsatze
dieser Construction, hierauf mieder zuriickkommen.
Bei dcr gebrziichlichen Construction der achromatischen
Fernriihre, sind die zwci oder drei Linsen, welche das
Qbjectiv ansmachen, in unluittelbare Eeriihrung gebncht;
iiiid dieselbe Construction bcsafsen aiich die, vorn Dr.
B 1n i r vorgeschlagencn Fernriihre, bei welclien die Flus6igkeit in das Objcciiv selbst eingeschlossen war. -4uch
knnn in beidcn Fdlen keine Verznderung mit Vortheil
bei dieser Einriclituiiq vorgenornmen werden, weil in dem
ersten Falle dns Dispcrsionsverhzltnifs zwischen den GI;sern, rind in dein Ictztcrn, das zwischen den1 Glase und
der Fliissigkeit, zu wenis verscliieden ist, als dafs sich
das concaye Correctionsmediuln mit Vortheil weiter zuriick
aiibriiigcn liefse. Gnnz anders vcrhiilt es sich aber mit dcm
Schn-efclliolile~istoff. Das Dispersionsverh~llnifs schwankt
hier (je nacli der angewandten Glassorte) zwischen 299 und
334; uud dieser Urnstand hat mich in den Stand gesctzt,
die fliissige Correctionslinse so wcit von der Tafelglaslinsc zu entfcrneii, dafs ihr Abstand die halbe Brennweite
der letztern betrzgt; j a ich kiinnte sic selbst noch weitcr zuriick riicken, ohlie d a h sic eufhijrte, das Objectic
acliroiiiatiscb zu Inaclien. Ueberdiefs braucht alsdann
dic fliissigc Linse, welche den schwicrigsten Theil in der
Construction ausmacht, nur halb oder nicht einiual halb
SO grots wie die Tafelglaslinse zu seyn, so dafs, init husnnhnie dieser Ietztercn Linse, die Vcrfertigung eiiies Fernrohrcs von 10 bis 1.2 Zoll Oeffuung keine grijfseren
Sclrivieri$citen hat, als die cines gembhnlichcn von 5 bis
Anna!. d. Pliysik. B.90. St.2. J. 1825. St. 10.
x
318
6 Zoll Oeffnung, und, was vielleiclit iioch wichtigcr ist,
s o bcsitzt cin Fernrolir dieser Art, yon 10 oder 12 FaL
L::ngC, glciche Fokalkraft mit einem von 16 oder 20 Fufs.
W i r kiinncn also hiediirch das Fernrohr urn inchrere
FuLe verkiineii, ohne d a k es aufhiirt, eine gridsere
Fokalkraft zu besitzeri, als ihm parslicherweise bei der
gewiihnlichcii Construction gegeben werdcn kann. nesscr
wird 1nan diek atis clcr Fig. 13. l a f . V. ersclien.
111 dicscr Figur bczcichnen A, Tt, C:, n das P d i r cines
Gziiliigcii ‘l’eleskops, C, I) das Objectiv A U S l’nfclglas, F den
ersteri ‘tireirnpuiil,t, (I e tlie coiicavc Linsk mit der Fliissigkeit, die tiin 21 Zoll von der crsten nhsteht. I)a die
Breiinweite M F 40 %OH betriigt, so ist der Iliirchinesscr
der FlGssigkeits-Liiise folslicli \vie 48 : 6 : : 24 : 3. I)ie
darnus Iiervorgcliende zusammengesetztc beniirveite betrligt 6’23 Zoll, und mithin. ist es klnr, dafs die Stralilon
uf; <f , tinter derselbeii Convcrgenz utid init. tlcinselben
I,ichte im Breiinpunkte anlangen, als weiin sie von ei~ier
6 Zoll im Durchnicsser baltenden Linse aosgegngen
\\:i;.cn, die sicli in CI)’,vor deio Objective CD, in cinein
Abstaiidc b e h d e , cler dadurch bestiuimt wird, dafs nian
die genannten Strablen vcrllingert, bis sic die Sciten des
nach GI)’, (1. h. bis zii S g S Z. iiber die flussige Liiise
Iiinans, vcrliingerten Hohres treffen. Uaraiis ist klar, tlnfs
die Strahlen gendc so convergiren, als bei einein Objective -ion der gewiihnljchen Art uiit eiiier Brennwcitc
voii 10 Fufs 5 Zoll. W i r haben also das Fernrohr urn
3S,5 Zoll rerkurzt, odcr besitzen wenigstens die Vortlieilc
h e r , unser Roltr iiin 353 Zoll iibertrcffenden Brennweite. Das nknliche Princip lafst sicli noch weiter treiben, und die gewijlinliche Lengt? eines Fernrolirs nocli
auf ein Drittel verklcinern, oline diidurch die sphiirische Aberration des ersten Glascs iiber diejenige Z ~ I
rergriifsern, welche cin Fernrohr g m ijliiilicher Art
*on dcr ganzen LYnse uiii$iclierwcise besitzcn kann.
Ikberdiefs inufs betnerkt werden , daCs die Ajiistiroiig
319
des nrennpunktes cntwedy auf dem gembhnlichen Wegc
oder, \vie beiin Gregorianischen Telescope mittelst des
kleinen Spicgels, durch eiiic lileinc B e w e p u g der fliissiucn Lime bewcrksklliget werdcn kann; in dern letztern
b
Fall %virddas Ocularstuck fest gcrnacht, was, wegen der
grofscn Zartheit dieser Ajustirung, wahrscheinlich fiir astronomische Zwecke am zweckmiilsigsten ist.
Aufser den obigen Vortbcilen in Gemafsheit des Prhcips der Construction, bin ich zu hoffen geneigt, dafs
iiocli ein aoderer, den ich jedoch bis jetzt noch nicht
praktisth eriveiscn konnte, biemit verkniipft sep, namlich
die ganzliche '\ufhcbung oder sehr betracbtliche SchwaChunF des sogenannten sekundRren Spectrums. U m die
hrisfiilirbarkeit dieses Gegcnstandes zu prufen, wollen wir
zuriirderst aiinchinen, dals die beidcn Linscn sich beriihrcii, und nun unlcrsuchen, wclche Ecdingungen erforderlich sind, iiiu den riolettcn, rothen und mittleren Strahl,
fiir welchen letzteren man deii an dcr GrSnze des Violettcn und R o h e n iin Spectrum nehiiien lianii, zu vereinigen.
Die Brennweite dcs mittleren Strahls in der
't'afcl~laslinse sey J , uiid die Llingc des Drennraums
hiiitcr f , n&mlich die rothe Seite dcs Spectrums r, so ist
die gnnze Brennweite f t r ; bezeichnen nun f , r', und
folglich auch f-t-r' dasselbe fur die Correctionslinse, so
miissen wir, daniit der rothe Shah1 mit dem mittIeren
zuaaulinenfalle, haben :
nun ist:
und
wcnn also
1
f
-*
1
1
I
---f+r"
f-f+r
x2
320
so miissen wir haben:
r
r’
f(f+r)=f(f+r‘),
f:f
und folglich:
r
r’
-f+r ’ f+r”
::
*
Die mittleren Brennweiten miissen sich demnach zu
einander verhalten, wie der rothe Theil des Brcnnpunkts
dividirt durch die volle Brenndeite der rothen Strahlen,
oder wie die- Dispersionskraft dieser Seite dos Spectrums
in beiden Linsen.
Wenn wir eben so mit v und v‘ die L;inge des violetten Theils beider Brennpunkte bezeichnen, so mussen,
zur Coincidenz des violetten mit dem mittleren Strahl,
haben:
1
1
1
_-----f
f -f-v
1’
f-v”
und wie zuvor, finden wir, daB d i e t nur dann der Fa11
seyn kbnne, wenn:
V
-=f(f-v)
V)
oder wenn
f:f::-
V
--‘f-v’
V)
, fcf-v’)’
f-v
folglich sind die Bedingungen zur Vereinigung dieser drei
Farben:
r
v
r’
V)
-.-..
-.f+r ’ f-v
f+r’. f -v”
Da aber einemeits f , r und v, und anderseits f, r’
und v‘, in jedem der respectiven Brennpunkte von einander abhsngig und einander proportional sind, so kiinnen
diese Verhsltnisse, wenn sie nicht aus der Natur der
beiden Media entspringen, nicht kunstlich hervorgebracht
werden, so lange die Linsen in Beriihrung stehen. Allein,
wann bei der corrigirenden oder concaven Linse das Roth
in einem griifseren Verhzltnisse von dern Violetten ubertroffen wird, als in der convexen Linse das Roth vom
Violetten, und wenn das Dispersionsvcrhdtnifs so grofs
ist, dafs man die Linsen hhlenglich von eiunnder entfera
a
321
Den darf; so Jjifst sich d a m ein soIchcr Abstand finden,
dafs die obise Proportion znwcgc komnit, und also jeiie
&ei Strnhleii, wenigstens annlihcmd, in cinen gemeiuscbaftlichcll Brennpuiikt vercinigt \rerden.
Es sey nun d der AEstand zwisclicn den Linsen, und
\vie zuvor f die Brennweitc der coilvexen Linse, dann
mufs die negative Brcnnweite
aitf
- dcr Disper-
(f-d)*
ff‘
sion, rcchcirt werdcn *).
Man nehuie nun diese Langc, die noch durch f bezeiclinet seyn mag, als gefunden an, und lasse r’ und v’
ihrc friiherc Eedeutung, so wird das Verhdhlifs
-.-i
d
f--r‘ ‘f-v’
ebenfds noch dasselbc blcibcn.
I)a aber dcr farbige Breanpunkt der convexen Lime
dersclbe wie zuvor geblieben, der inittlcre Drennpuukt
aber von f in f--d iibergcgangcn ist, SO miisseh wir zur
Vercinigung der drei Strahlen habeo:
r
v
r’
v’
--.--..
(f-d)+r
. (f--d)-v * * f t r ’ ’ f-v”
Die beiden letztern Glieder bleiben in d m e l b c n
VcrhSltnisse, wiihrend iiian die beiden erskrn durcb Verb d e r u n g dcs Werthes yon d , nach Beliebeo verjliidern
limn; diefs wird lieinen Einflofs rtuf das T’erh:iltnifs zwischcn den lctztern Gliederii habeu, obgleich die wirklichen W-erthc von f, r’ iuid v’ sich nothneadig,*bci jcder
Acndcrun,o dcs Wcrthes yon d , veriindern miissen.
1st ntiu dns Verhdtnifs dcr beiden letzteren Gliedcr
in : n, so haben wir, zur Auflindung yon d :
V
11 r
mv
--r
:
::m:n, oder
(f-d)-v
(f-d)+r
(f-d)-v
(f-d)+r
w k h e s nach Reduction giebt:
invf + mrr
nrf +iivr
d=-iuv - ur
-.-
-
-
*) Phil. T r a n s x i . lb2j.
~ r t XV.
.
32’2
Bezeichuen nun a’, a”, a”’ die Brechungsverhiltnisse
dcr rothen, @nen und violetten Strahlen der vordercn
Linse, so finden wir, d a b sich f , v uud r zu chiarider
a”,-a’
verbalten, wie:, 1, -,
---, und substituircn wir
a
a”
diese Proportionahwrthe fiir die obigen Buchstaben,
wird wiser Ausdruck:
SO
1-
W e n n eben so a’,a”,a’“ zur Bezcichiiung des nrecliungsverhaltnisses dcr rolhen, griinen und violetten Strali .
len der corrigirenden Linse ge5raucht werden, so fiiideii
nodurch, nachdein die letztern fur
werden, die Formcl wird:
(a”- a’)(a”’”’‘)
d
= fa” {(a,,-a‘)(a”’-a”)a’-(
111
und n siibstituirt
.-(a”’--a”)(a”-
a’)
1
(a”--a’)a“’
sein busdruck fur den Abstand blofs durch die Brcchungsrerh~ltnisseund die Biennweite ausgedruckt.
F u r das Tafelglas ist, nach F r ~1u e n h o f e r, a’= 0,515,
a”= 0,525 und a’”= 0,535; welche Werthe, nach Substitution, geben:
cc)I)-a”)
Iiu Flintglas ist, nach derselben Authoritzt, a’= 0,GOQ;
a”= 0,620; a”‘= 0,640. Uiese Zahlen substituirt, gcben
d =0,734f, eiiien unpractischen Abstand in diesciii Faile,
weil das Dispersionsvcnaiigen des Flintglascs nicht grol‘s
genug ist, urn, bei solchem Abstandc, die Tafelglasliiise
zu corrigiren.
Wj;ren dieseBrechungsrerhSltnisse: 0:602,0,6.21,0,610,
so warden wir d = O findeli, und d a m iiiiikten die
Linsen in Beriihrung gebracbt wcrdcn. Eiiic Vcriinderung von 0,001 in dein Brechungsverhaltnisse der Sriiiicn
Strahlcn, vcrandert daher dcii hbstand der 1,iuscii \oil
3’!
Null bis nahe zu drci Viertel d e r ganzen Brennrveite der
Tafelglasliuse. Die Bestitliming dcs geeigneten Abstandcs zur Vereiuigung dcr Farbell, falls die Xatur der Media diese z u l m , h l g t also voii dcr allersorgMtigsteu
Dcstiuiinung des I ~ i ~ c ~ l ~ ~ i i ~ s v e r h ~ ldcr
t i i irothen,
s s c s griinen
uud violetten S t r i l l i h ab. Ureun eLer diese so bestittinit
sind, und das l)isljcrsioiisvertitiigeri des Mediiius grofs
gcnug ist, so kanii die vollsthligste Vercinigung bewirkt
werden.
O b der Schwefelkohlenstoff inncrhalb dieser GrSuze
liegt oder nicht, bin ich gegcnwiirtig uicbt im Standc zu
sagen. Ich habe gehofft , dic Brechuugsverh~ltnissed c r
verschiedeneii Strahlen mittelst eiues I’risina’s zu findeu;
allein es ist aufserordenllich scllwierig, die Grauen dcr
verschiedcncn Farben zu bestimmen, und viclleicht gescliieht es a m allelbesten durch Versuche iiiit dein Fernrobre selbst *). I n der anfiingliclieu Furcht beiin huseiuanderriiclien der Linsen zu weit zu gehen, wurde bei
dcm erstern Versucli die Fliissigkeitslinse nur iu selir unbetrsclillichen hbstande liintcr dcr Crownglaslinsc aufgestellt,
wohei die Mengc der nicht aufgeliobenen Farben sehr
grofs nar. Icli versuchte cldrauf cineu Abstand von 18 Zoll,
v obei die auTgchobenen Farben betr$cbtlicli gcringer als
ziivor, doch gleichfalls nocli zu grofs, waren. Bei den1
I-crsuchc iiiit dicscm Abstande w a r der Capitaiii li a t e r
ziigegen. lch braclite darauf die Linscn 24 Zoll von
einander. Professor i ry , dcr bci diesciii Versuche au~ e s e i i dwar, ciittlcckte noch cinigc nicht aufgchobeue
k’arbc, welcltc je:tIoch fiir inein ,iugc nicbt sichtbar war,
nls icli (Ins l’crl1ro]lr, bci ciucr staikcu V e r $ i I k r u i i g aiif
den Jupitcr, die Ventis, oiler soiist eiiicn hellcn Stern
!A
*)
hi11 sch:irfsren lassen sic11 wolrl t l l r n e Zwcifel die Ilrrcllungsvcrh > l t i i i > \ c durclr IJcubactitung dcr sc IIWJI zcn Liriirn iin S p : c t r i i i r i
h i l i r u i i a e i i ; wir: c s I’riiItci. v o i i E’r;iu I I I I I J f r r u n d gariz iiciierl i d 1 yon I\ u r I L c r g ( i f 1 1 vurigcii IIclic S. 45.) gcrcLeIirn ist.
J’.
324
gerichtet halte; eben so wenis wurdc dieser Mange1 in
keinem merklichen Grade von den anwesenden HH.
S o u t h und B e a u f o r t bemerkt.
Aus der allmdigen Abnahme des liberschlissigen Purpurs bei Veranderung des Abstandes der Linsen von 0 bis
24 Zoll, vermuthete ich, d a t bei einem Abstande V O I ~
32 Zoll (vielleicht dem aufsersten, melchen ich bci
der 48zblligen Brennweite meiner Tafelglaslinse erwarten
kaun) das Roth im Ueberschusse seyn wiirde, und daCs
in diesem Falle der rechte Punkt zwischen diesen Grauzen liegen miifste.
Diefs ist jedoch noch durch Versuche zu beststigcn :
sollte es geschehen, so liiinnen wir als Voizilge dicscs
Fernrohres Folgendes aufzahlen: 1) Dafs wir des Flintglases nicht bediirfen. 2)’Dah wir im Stande siiid, die
Oeffnung des Fernrohres betrachtlich zu enveitern. 3) Dafs
cs uns die Helligkeit, das Gesichtsfeld und die Fokalkrnft
eines Fcrnrohrs von wenigstens anderthalb, und wahrscheinlich zwei Ma1 so grofser Lsnge giebt. 4) Dafs fcrnere Versuche uns muthmafslich in den Stand setzcn, eiiio
solche Entferung fur die Linsen aufzuhden, dnl’s das
(von der gewbhnlichen Construction unzertrennlichc) sogenannte sekundare Spectrum entmeder viillig aufgeliobcn,
oder sehr unbetr5chtIich gemacht werde.
XVII. Ueber die Construction grofier uchrornntischer Fernrdhre;
con Hrn. R o g e r s .
(Einc in dcr rrtrnnomirchen Gcscllrchdt zu London am 11. April
1828 gehaltena Vorlesung, BUS w e l c l i e r dar Edinb. Jourual
of Science KO.XVII. S. 196. folgcnden Ausrug m i l h i l t . )
D e r Verfasscr beschrcibt in diesem Arifsatzc eine ncuc
Construction von achroiiintisclicn Fcrnriihren, dcrcn Elid-
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