close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Beschreibung des Junckerits oder kohlensauren Eisenoxyduls einer neuen Mineralspecies.

код для вставкиСкачать
661
Durch solcbe Satze wird unsere Figur geeignet, apbgriscbe Trigonometrie in Anwendung zu bringen, denn w$
sehen alle our m41ichen Combinationen von k-erlicben Ecken neben einander gelegt.
Ich brecbe bier die Abhandlung ab, um e p t e r die
Berecbnung der 6 gliedrigen und 3gliedrigen Systeme au
geben. Auch bei den 1- und lgliedrigen Systemeu lassen sich ganz analoge Correctiowformelp aufstellen. Ueberdiefs braucbt wohl kaum erwBbnt zu werden, dace sich
alle Systeme, dcnen drei recbtwinkliga Axen zum,Grunde
liegen, auf obige Weise berecbnen lassen.
Endlich kaon man durch diese Art der Daratellung
auch die ZwiIlingsverhdtnisse nBher beleuchtefi, wenn
wir die Projection auf einer dazu geeigneten Flgche ausfiihrcn. Satze der Art siod ohoe Sclrwierigkeit gelbt,
ja die einfacbsteu Proportionen geben uns die LGsung,
so d a b auch der weniger geUbte Mathematiker, eofern
er nue das hnschauuogsvenn6gen a d die erforderliche
Wcise ausgebildet bat, sic ohne grolse Miihe zum Versttindnifs bringen Lano. Die Rechnuogen sind gefiihrt,
so \vie die Anschauung klor aufgefafst kt.
V1II. Beschreiburbg cles Junckerds d e r kohlens a w e n Eisenoxyduls , einer iieilen Mineralspecies; uon H m . D ufr e'n oy.
( A n n . de chim. c t dc phys.
T.LVI
p. 198.
AbgekGnt.)
D a s kohleusaure Eieenoiydul krystauislrt in Rhomboedern von 10'70, und auch die blrllige Abandcrung desselbeii , das Spatheisen, zeigt immw eine dreifacbe Spaltbarkeit, die einem Rbomboeder V O 107"
~
eulspricht. Es
bat also dieselbe Krystalifom wie der Kalkspatb, bis
auf einen geringen Untencbied in den Winkeln. Die
662
Substanz, welche ich beschreiben will; besteht aus gleichen
Elementen wie das kohlensanre Eisenoxydd, hat aber
ein gerades rhombisches Prisma von 108O 26’ zur Grundfohn. Sie weicht also in ihrer Krystallform von d e b
gewtibnlichen kohlensauren Eisenoxydul ab, nlhert sich
aber andererseits der Form des Arragonits, die ebenblla
ein gerades rhombisches Prisma ist. Man kann also den
Junckerit a h einen Eisenarragonit betrachten, und in dieser Hinsicht hat er ein gofses mineralogisches Interesse,
da er uns ein neues Beispiel von Dimorpbie liefert.
Die Krystalle des Junckerits sind Quadratoctazdcr,
lassen indefs keine Messung zu, weil die Flachen, wie
beim Diamant, gekrtimmt sind und auch eine matte Oberfliiche baben. Sie zeigen drei BIYtterdurchgBnge, die spiegelnde and leicht zu messende Fliichen darbieten. Zwei
derselben sind den Diagonalebenen des Octacders parallel und bilden untcr sich den Winkel 108O 26’; die dritte
steht senkrecht tuf der Axe dcs Octacders;‘ sie fiihren
also zu eioem geradeii rhombischen Prisma von 108O 26.
Uie beiden lothrechten Spaltungen erhiilt man leicht
und immer; dic dritte wird indcfs nur selteu erhalten,
vielleicht wegen der KIeinheit der Krystalle, die hschstens zwei Millimeter lang sind.
Dcr Junckerit ist gelblichgrau, uugefiihr \vie gewisee
Arten des Tungsteins. Haufig ist er mit einer ochrichten
Haut tiberzogen, herriihrend von einer oberflBchlichen
Zersetzung; allein die niimlichen Krystalle haben einen
gliinzendcn und sebr deullichen Bruch.
Er ritzt Kalkspath leicht, wird aber vom Apatit geritzt und von allen SHuren in gelinder Warme angegriffen. Vor dem Ltithrohr gicbt er mit Borax ein durcbsichtiges gelbgrlines Glas, wclches bei slsrkerem Zusalz
b r a m wird. &.in rpecifisches Gewicht ist 3,815.
Der Junkerit wurde in der Bretagoe, in der Gwbe
von Poullaouep gefunden, in e k e m in dem Khigsschachte
( p d s K0nir;g) ertiffneten Versuchsstollen. Er iiber-
663
kleidet kleine Quluzadern , welche Grauwacke durchziehen. Hr. P a i 11e t t e, Vicedirector des Bergwerks, welchew wir die Entdeckung dieser Krystalle zu danken haben, gab ihm dkn h'amen Junckcrit, zu Ebren des Directors, Hrn. J u n c k e r , welcher diese Gruben durch
zahlreiche Verbesserungen vor ibrem Untergang schiitzte.
Analyse. Nachdem cinige vorltiufige Versuche gezaigt hatten, dab das Mineral frei von der derin vermutheten WolframsPure sey , dagegen hauptskblich Eisen
und Kohlenslure enthalte, wurde eine Portion (0,d Grm.)
desselben, mit Htilfe der Warme, in Konigswasser gelbst, die dabei zurlickbleibeqde Kieselerde abgeschieden
und das Eisen a h Oxyd d u d Ammoniak gefiillt. Die
nun wieder filtrirte Fliissigkeit zeigte sich frei von Kalk,
gab aber mit pbosphorsaurem Natron etwas Talkerde.
Das Eisenoxyd, durch Auflbsung in Essigstiure und Frllung mit Schwefelwasserstoff- Ammoniak geflillt, erwies
sich vellig rein. Die Menge dcr K o h l e d n r e wurde berechnet, nacb dew Eisenoxydule, ' welches dem erbaltenen Eisenoxyd entspracb.
Bei einer anderen Analyse (No.II) wurde das Mineral (0,628 Grm.j in Salpeterssure gelfist, zur Trockne
verdampft, aus dem Ruckstand die salpetersaure Talkerde
durch Alliohol ausgezogen, das Eisen in Salzdinre geliist, und, nach Abscheiduog der Kieselerde, durch Scbwefelwasserstoff- Ammoniak gefdlt.
So wurden in 100 gefuuden:
Eisenoxydul
KohIensSure
Kicselerde
Talk erde
Verlust
I.
IT.
47,9
30,O
53,6
33,s
8,I
327
1,l.
16,8
599
124
Kieselerde und Talkerde stammen offenbar aus der
Gangart (Quarz and Grauwacke) ab, die sich nie gaDz
664
entfemen liefs. Die wesentlicben Bestandtheile des Minerals sind Eisenoxydul und Koblensgure, und zwar in
demselben Venhiiltnifs wie beim Spatbeiseosteio.
I
Benurkcmgen I ) .
Die meisten Carbonate krystallisiren in RbomboEdern, und diejenigcn, welcbe wie das
des Baryts, Stroatiaos, Bleis etc, nicbt diese Form babcn,
beaitzen ein dem Arragonit aoaloges Krystalleystem. Die
Analogie fuhrt uas atso auf die Voraussetzuog, dafs wir
our eine der Formen dieser Carbonate keoneo, und dafs die
zweite, menn wir sie eiomal antrafen, zum rbombo6driscben Syeteme gebbren w0rde. Die Entdeckung des
Junckerits untersttitrt diese Voraussetzung, indem sie UDS
ein zweites Beispiel eines Carbonats voo wobl bestimmter Zusammeusehung liefert , welcbes zugleich in Gestalt
eines Rbombosders uhd e i n a geraden rhombischen Prismas vorkommt.
Die Grundfonn des kohlensauren Bleis ist ein gerades rbombisches Prisma von 117"; sie weicht von der
des hrragonits our um 50 bis 55 Minuten ab; alleiu das
von B r o o k c bescliriebene Blei-Sulfo-Carbonat von
Leadbill in Schottlautl krystallisirt in Rbomboedern von
107" 30'. Nimint man an, dicse Verbindung sep keine
eigcntb[imlicbe Substant, sondern btofs ein GemenBe von
kohleosaurem und scbwefelsauretn Bleioxyd , was Sebr
wahrscbeinlicb ist , da die beiden Bestandtheilc oicbt in
bestimmten Verlilllnissen steben und man mebre solcber
Gemenge kennt, so wiirde man eia drittes Beispiel V O I ~
eioem dimorphcn Carbooate habeo. Uebcrdiefs warden
sich merkwardigerweise die hnnshemgen zwiscben den
Winkeln 105O 5', 1070, 1 0 7 O 30' dcr rhomboZdrischen
Carbonate bei deoeo 116* 5'. 117O; 118O der Carbonate in geradeo rhombiscben Prismen wiederfinden. Man
koonte also annehmen, dafs die beiden' Formeo, wclcbe
dimorpbe Substaozeo darbieten, unter sich durch ein Gesett rerkaOpft waren d e die Wurreln eioer Gleichung
m e i l e a Grades, uod dab, we.^ eine bekaont ware, die
1) Sic rtcbcn hier o n v c r t h t .
P.
-
665
andere sich iiothwendigerweise daraus ergabe. Das rhombischc Prisma ware nncli den wenigen uns bekannten
Beispielen die dein RhomboGder entsprecbende Form.
Vielleicht lielse sic11 als Beispiel der so eben ausgesprocheiien Verinuthungen noch anfiihren: der Eisenglanz
(Eisenoxyd), der in OctaCdern krystallisiren soll, und
das Gulsciseii, welches bald in Octaedern, bald in Hhomboi;clcrn krpstallisirt. Icli erwSline dieser beiden lelzteren Sribstanzeii indefs nur mit Zwkilel, weil icli die W i n kel des octasdrischen Eisenglanzcs nicht kenne, und weil
inan nicht wciCs, o b das rhombocdrische Gukeisen gleiche %usninmensctzung babe wic dns octaedrische.
Icli iiiufs auch uocli b e i n c ~ k e n ,dafs das specifiscbe
Gcivicht des Arragonits ilu Vcrhiiltnifs 29 :27 g r a t e r ist
als das des Ki~llispatbs. Das spcciliscbe Gewicht des prisinatisclieii kohlensauren Eisenoxyduls ist 38, das des rbombocdi ischeii dagcgen 36. Bath dicsen Beispielen scheint
es, d d s die ‘I’heilchen sich zur Bildung einer prismatischen Foriii stirkcr verdichten, als weun sie sich zu einer rhomboCtlrischen Gestalt vereinigeu.
IX. Bernerkungen zurn Aufiatz rles Hrn. I1 ufr E‘n oy ubrr den Junckerit.
so
iiiteressant auch die Beobaclitung des Hm. L). ist,
d a b sic11 das kohlensaure Eisenoxydul auch in einer Form
lindet, die uiit der des Arragonits iibcreinkommt, SO unklar und felilerhaft sind doch dic Schliifsfolgen, die Hr.
D. daIaus zieht.
Uumllglich limn man doch. das schwefelkohleneaure
Blei von B r o o k e (suffato-iricurbonate of Z e d ) rnit
tlem Kalkspath fiir isomorph balleii; denn einmal ist die
Grundlorm dieser Substaoz gar kein Rhomboeder! wie
Ha i d i n g e r hinreichend bewieseu bat, welcher ‘gezeigt
Poggendorff’s Ann d. Bd. X y X I V .
43
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
0
Размер файла
201 Кб
Теги
oder, mineralspecies, eisenoxyduls, junckerits, eine, kohlensauren, des, neues, beschreibung
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа