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Beschreibung des Kosmoglobus eines mathematisch-geographisch-astronomischen Instruments.

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Barometer.
1837.
Aug. 2.
Mittl. Zeit.
7
10 10
10 35
11 10
11 30
14 45
27
27
27
27
27
27
20 0
28 0;
21 0
28 0;
9 50
1
Par.MaaTs.
gb25’ 27”5”
9 35 27 6
8
y
94
9;
11
1
der Orkan dauert unveriindert fort.
sehr geringc Abnahmc dcs
Orkans
der Orkan nimmt etwas ab
merkliche Abnahme
schwere Hegenschauer, Donner und Blitz, Sturin, SO.,
der Himmel schwarz
schwere Brandung im Hafen,
Wind, SW.
schwacher Ostwind, Soanenschein, warme Luft, Thermometer +22iU R.
XI. Beschreibung des Kosrnoglobus , einrs
mn-
thernatisch- gcographisch - astronomiwhpri Instruments, erfuiztlen uon Dr. G n r t Ii e in
Ciiln.
-
E i n e Weltmaschine zu construiren , w c ~ c ~ i cvollkomm,
ner als die bisherigen , a1s Nachbildung des Universunls
betraclrtet werden kiinnte, welche Erd - und Ilimmelskugel, Planetarium, Lunarium und Tellurium zu einem Ganzen verbslide, war seit vieIen Jahren mein eifrigstes Streben. Sic sollte dem Lehrer der popularen Aslronomie
und mathematiscben Geograpbie vollkoiiinien zureichen ,
alle Erscheinunsen mit Leichtigkeit, Sicherheit und m6glichster Anscbaulictikeit zu erlautern ; dann aber auch dem
Gebildeten ein zureicliendes Hrilfsmittel seyn, sich mittelst desselben und der dazu gehiirigen Gebrauchsanweisung
673
sung volttandig iiber alle wesentlichen Ph%nomene, welche das Weltganze betreffen , zu orientiren.
Ich errand eine solche Maschine, und legte ihr den
Namen
8) K o s m o g 1o b u s
bei. Pers6nlich iibergab ich sie zunschst dem KBuiglich
Preutischen Ministerium der Geistlichen, Unterrichts - und
Medicinal Angelegenheiten. Sic wurde eiaer PriifungsCommission vorgelegt , welche ihre Neuheit und Zweckmafsigkeit anerkannte. In FoIge des geIaIlten giiostigen
Urtheils, ward mir ein Privilegium auf zehn Jahre verliehen, und spater erhielt ich solche auch fur den griilsten Theil der iibrigen euroygischen Staaten.
Das Instrument ist von rnir in einer eignen Schrift 1)
genau beschrieben, und zuglcich mit einer hnleitung zu
seinem Gebrauch versehen worden. Da dicse Schrift jedoch nur cinem jeden aus der Fabrili gelieferten Apparate beigelegt, also nicht in den Buchhandel gebracbt
wird, so glaube ich, daCs eine kurze Beschreibung und
Abbildung des Kosmogloben in dicsen Annalen sachgemars erscheinea diirfte.
Die Bestandtheile und die Construction des Kosmoglobus lassen cs zu, dafs man daraus zwei Instrumente
zusammensctzen kann, die ich mit No. 1 und II bczeichnet habe. Die Zusamniensetzung des Kosmoglobus No. I
erfolgt in der Abbildung (Taf. V). Die dem Ganzen
zu Grunde liegende Idee ist : ~1eine Verbindung von Erdund HimmeIskugeI und des Planetariums mit dem gestirnten Himmcl auf eine einfache und leichtc Wcise zu bewirken, und durch die gegenseitigen Beziehungen dieser
((
-
1) Bedveibung des Kosmoglobus, ekes mnthematisch-geographhchastronomischen\ Instruments, welehes die E d - und Himmelskugeln,
wie das Planetarium, Tellurium und Lunarium so in sich vereinigt,
dars dadurch alle Erscheinungen des Weltgenzen deutlicb eingesehen
werden kiinnen , erfunden nnd mit einer vollst5ndigcn GebrauchsAnweisung versehen von Dr. Garthe etc. Shattgart uod Tiibingen,
in der J. 6. Cottaschen Buchhandlung. 1833.
Poggendorff’s Annal. Ed. XXXXII.
43
674
Spharen eine Anschauliclikeit in die Erscheinungen des
Weltganzen zu bringen, wie sie durch die bisher bekannten Hiilfsmittel nicbt erreicbt werden konnte. rc
Eine 10 Zoll im Durchmesser haltende Glaskugel
(a) Fig. I Taf. V von 1 his 2 par. Linien Dicke, die aus
zwei bei cb auf einander passcnden Halbkugeln besteht,
macht einen wesentlichen Tbeil des Apparats aus. Beide
Halbkugeln werden durch zwei eingelassene metallene
Klamniern so an einander befestigt, dafs eine horizontale
Verschiebung derselben nicht miiglich ist. Die untere
Halbkugel kann bei d mittelst einer Prefsschraubc an das
FuCsgestell befestigt und bei Lilsung dersclben horizontal
gedreht werden. Die obere Halbkugel auf die untere
scliliefsend gesetzt , bildet mit dieser eine vollkommene
Kugel. In ein bei e in dic obere Glaskugel eingelassenes, metallenes Muttcrgewindc wird die Vorricbtung J
eiageschraubt. Ein bei g und h auf- und nicderlegbbarer,
starker, metallener, auf bekannte Weise eiogelheilter Meridian g i k l m h uinfafst bei k und I in einec halb cylinderfilmigen Hiihlung dco untern Theil der Vorrichtung
f,und es wird dcrselbe alsdann durcli cine andere halbcylinderrfirmige , in ein-em Charnier bei k bewegliche
Klappe' ond eine bei I sicb befindende Schraube (oder
Federbaken) nicbt allein in rerticaler Stellung erhalten,
sondern es bewirkt dieser Meridian aucli das Aufeinanderhaften der beiden Halbkugeln. Unten ist der Meridian an dem bohlun Cylinder n durch die Scbrauben h
und g befestigt, kann aber nin die vertikale Axe kd gedreht werden. Die ganze Kugel kann mittelst der Prefsschraube o jede gecignete Lage gegcn den Horizont erLalteu.
Die Glaskugel entbiilt an ibrer Subern Flsche die
bekannten Kreike: den Aequator und die Ekliptik mit
ihren Eintheilungen und Bezeichnungen, die beiden COh e n , die Wendekreise und Polarkreise. Im Pol der
Ekliptik ist ein Loch eingebohrt, und in dem Abstande
675
des Nordpols von demseIben ein eingetheilter Kreis angebracht, welcher die GroEse des P 1a t o nischen Weltjahres umfafst. - An der innern Flgche der GIaskugel
sind die Fixsterne in ihren fur das Jahr 1827 berechneten Orten angebracht. Die Sterne sind nlle von verschiedener Griifse, aus farbigein Papier wit Stalilstempeln
ausgeschlagen und gehiirig befestigt. Die erster GroCse
sind karmoisinroth, die zweiter Griifse hellblau, dritter
Grofse gelb, vierter Griifse griin, fiinfter Gr6ite dunkelroth, sechster GriXse schwarz. Die zu einern Sternbilde
gehorigen Fixsterne sind mit schwnrz punktirten Linicn
vereinigt , so daEs durch den eingeschlossenen Rauin , so
gut es thunlich war, die FlZche des Sternbilds bezeichnet worden, dessen Bamen in diesern Raume befindlich
ist. Die Milclistrafse ist durcli zarte, weifse, an einander
gereilite Piinktchen in Lage uud Gestalt angedeutet. Die
nzhere Nachwcisung der Namen und Bezeichnung der
Sterne wird durch Abbildungen der Sternbildcr auf Tafeln nachgewiesen , die in alphabetischer Ordiiung der
Schrift beigegeben wurden.
In das Innere der Glaskugel wird cine vierzollige
Erdkugel p mit ihrer Axe ed bei d in eine Oeffnung
gesteckt, so dafs dieselbe dadurch eine senkrechte Stellung erhzlt. Die Erde umschliefsst cin in jede Lage einstellbarer, metallcner Horizont 7' mit allen darauf gehiirigen Eintheilungen. Die Ebcne desselbcn geht durch
den Mittelpunkt der Erde, und reicht nahe bis zum Hlmmelsgewolbe, so dafs auch dieses, wie in der Wirklichkeit, stcts in einen halbeu sichtbaren iind einen halben
unsichtbaren l'heil dadurch gescbieden wird. An dem
metallcnen Ringe s t u , welchcr den Horizont trsgt, sind
zugleich bei t und u Stifte befestigt, weIche einen Beobachter und scinen Antipoden reprssentiren. Setzt man
in t und u Stifte, welche nahe an's Hiulrnelsgewolbe reichen, so sind dadurch Zenith' und Nadir bestimmt. Vermittelst o k a m von Aufsen die Erde urn ihre Axe be-
43 *
6'76
wegt werden. Sie ninimt alsdanti den an ihr befestigten
Horizont, als .sei er an die Fiilse des Beobachters in t
geheftet, mit sich, und giebt fur jeden Theil der Umdrehung der Zeit DaCb die gesetzmtifsige, d. h. die dem Ort
t auf der Erde entsprechende Stellung gegcn das feststehende Himmelsgew6lbe, und es erfolgen alle Erscheinungen fur den Ort t liier im Kleinen, wie in dcr Wirklichkeit im Grofsen. Um die Zeit geharig zu fixiren, ist
bei f eine horizontal bewegliche, nach Zeit eingetheiltc
Scheibe vorhanden, die in ihrer Mitte durchbohrt ist.
Durch diese Oeffnung gelit der Stift oe, der bei 1 mit
der Erdaxc in Verbindnng tritt, und der einen Zeiger
trlgt, welcber sich also zugleicli mit dcr Erde umdrebt.
Auf dem Fufse des Instruments ist ein astronomischer
Kalender oder die Nachweisung cnthalten, mo man den
Ort abliest, welchen die Sonne an jedem Tage des Jahrs
haben mufs. Befestigt man jetzt die Sonnc (ein kleines
metallenes Scheibcben mit einem Fadcnkreuz) mittelst
etwas Wachs an ihrem Ort in der Ekliptik, stellt den
Meridian iiber sie und den Bcobachter unter den Meridian, so hat dieser die Sonne. gerade in seinem Stiden, es
ist fur ihn Mittag; darum darf man nur die Scheibe, welche die Zeit enthllt, unter dem Zeiger so lange umdrehen, bis die Mittagsstunde dem Stande des Zeigers entspricht, und hiermit ist der Himmel gcsetzmstig nach der
'Zeit eingestellt.
Bei w ist ein verscbiebbares Rohr (Dinpter) angebracht, wodurch man die Eintheilungen des Meridians auf
den I-limmel und die Erde iibertragen kann. Unterbalb
desselben ist ein um dies Diopter beweglicher, in 90 Grad
eingetheilter H8henkreis angebracht, der durch die horizontalen Drehungen des Meridians, und die verticalen des
Diopters in jedes Zenith gebracht werden kann, so dafs
von hieraus Messungen ausgefiihrt werden kbnnen. Derselbe Hbhenkreis kann auch zu den Messungen vom POL
der Ekliptik aus, demnach ah Breitenkreis benutzt werden.
677
Uer bis hierhin beschriebene Apparat ist hi der Scbtift
mit No. I bezeichnet. Will man den Apparat No. 11 zusammensetzen, so wird der Meridian niedergelegt , der
Theil ve wird herausgezogen, die Platte mit der Zeiteintheilung abgenommen, und die Vorrichtung
losgeschraubt. Hierauf wird die obere Glaskugcl zur Seite
gesetzt , die Erde mit dem Horizont herausgenommen, indem an ihre Stelie in das Innere das Planetensystein tritt,
so daCs, wenn es aufgestellt ist, die Ebene der Erdbahn
geuau in die Ebene der an der Giaskugel angegebeiien
Ekliptik hllt. Die Sonne steht in der Mitte der Sphare,
und alle Planetenbahnen sind in den geneigten Uahuen
genau angegeben und durch Drahtringe versinnlicbt. 3eder Ring hat eine eigne Farbe und t r % g einen Planeten.
Vom Pol der Ekliptik aus ki)anen alle urn die Some
bewest werden. Alles, was zur Erarterung von Begriffen gehiirt, ist bei der Anordnung gewahrt worden, und
die Verbindung mit d e n Fixsternbimmel gewllirt einen
ungcmein deutlichen UeberbIick. Die Erde mit der eigenen Stellung ihrer Axe in den verschiedencn Punkten
ihrer Bahn, mit ihrem Beglciter, dcm Monde, ist vorzuglich beachtct worden, so dafs die wesentlichen Erscheinungen durch dieseu Apparat mit Sicherheit versinnliclit werden k(innen.
Endlich gehBrt zum Apparat No. I1 eine Verbindung
van metallenen Biagen, welche (Fig. 11) abgebildet sind.
Wid durch das Lach bei k ein Stift gesteckt, so umschliefscn diese Ringe genau die Hufscre, obere Giashafbkugcl, und bei gehoriger Drehung um k kann der Ring
defgii in eiue solche Lage gebracht werden, dafs er
den Aequator der Himmelskugel genau deckt. In diesem
Falle weiset der Zeiger ib bei b auf das Jahr 1827. Er
giebt also an, welche Lage der Aepuator irn Jahre 1827
unter den Fixsteruen hatte; und welcher Stern am Himme1 Polarstern war, kann man am hiichsten Punkt des
Ringes bei cz erfahren, woselhst eine kleine, die Erde
678
reprlsentirende Kugel 2 angebraclit ist, und die, auf den
Ring eingesteckt , bei der Drehiing desselben mit herumgefiihrt wird. Werden nun diese verbundenen Ringe von
der Linken zur Rechten um k gedreht, so durchschneidet der hierdurch vergnderte Aequator defgh die Ekliptik in immer andern Pu'nkten, welche in Beziehung der
vorigen zuriickweichen; die kleine Erde bei m ist aus
ihrer Stellung geriickt, und ihre Axe ist auf andere Punkte.
des Himmels gerichtet; der Aequator geht durch andere
Sternbilder als vorher, und der Zeiger bei b weist die
Jahrtausende, in welchen eine solche VerEoderung statt
hat. Mit dieser hiichst einfachen Vorrichtung kann man
also mit grofser Anschaulichkeit erbrtern :
1. Die Bewegnng der Weltpole in Kreisen um die
Pole der Ekliptik.
2. Das P Ia t o niscbe Weltjahr.
3. Die versnderlicbe Lage des Aequators gegen die
Ekliptik.
4. Die ver7nderliche Lage dcr Aequinoctialpunk te.
5. Die Veriinderlichkeit dcr L'Jnge der Gestirne.
6. Die Vergnderlichkeit der geraden Aufsteigung der
Gestirne.
7. Die Veriinderlichkeit der Abmeichung dcr Gestirne.
8. Die Unveriinderlichkeit der Ureite dcr Gestirne aus
dieser Ursache.
9. Welche Sterne vor Jahrtausenden Polarsterne waren, und demnkhst es werden kijunen.
10. Das bstliche VorriIcken der Sterne und Sternbilder,
in Bezug auf die Aequinoctialpunkte u. s. w.
11. Endlich kfst sich damit die ,Lage einer jeden Planetenbahn im Fixsternhimmel festlegen.
Das bier beschriebene Instrument unter dem Namen
Kosmoglobus ist mit einetn andern, von dem ebemaligen hannijverschen Major IT. M i i l l e r, in England und
Deutschland bekannt gemachten Instrument Kosmosphke
ganz idcntisch, und, damit die Geschichte der Wissenscbaft
JJ
((
679
entscheiden konne, wer der Ertinder jener Maschine sey,
und ob sich jener kanigl. hannbversche Major eines Plagiats schuldig gelnacht , theile ich das E'olgende hierher
gebiirige mit.
U m auch von England ein Patent fur die von mir
gemachte Erfindung des Kosmogloben zu erwirken, schlofs
ich mit dem Major M u 11e r einen Vertrag, vermoge dessen er gehaiten war, in England, Scliottland und Hand
auf diese m e i n e Erfindung ein Patent zu nehmen, so
wie die ihm zugIeich mit dern Iiistrulneute ubergebene
Bescbreibung und Gebrauchsanweisung ins Englische zu
tibersetzen. Alle Kosten, so wie der allenfalls entsteliende Schaden, sollten von ilm allein getragen, ein hervorgehender Gewinn aber zu gleichen Theileii unter uns
getheilt werden. Auf engliscbcni Boden aagelangt, tindet
es der Herr Major bequemer, das Game fur sciue Ertindung auszugeben, und sucht d i e t dadurch zu bcschvaigen, dafs er manches an dem Instrumente verbessert
habe. Genug, er Iafst das engIischc Patent auf seinen
Nainen ausstellen, und alle englischen Blstter verbreiten
sich lobend iiber den gliicklichen Gedanken, den Herr
M i i l l e r geliabt ha5e. Hiermit nicht zufriedeo, kchrt er
nach Deutschland zuriick, schreibt an Hrn. v. C o t t a in
Miiocben, mit wdchem ich, wie er wufste, w e g m der
merkantilischen Verbreitung meines Instruments in Verbindung stand, und macht demselbeii den Vorschlrtg, sich
Patente auf diese s e i n e Erfindung geben zu lassen, unter der Versicherung, es werde dann Nikinand meio, sondern nur sein Instrument kaufen. Ich schweige iiber den
sittlichen Werth solcher Handlungen , und bemerke nor,
dafs dies zu einer Zeit geschah, wo ebeu Hr. v. C o t t a
mit der iiffentlichen Bekanntmachung meiner Erfindung,
und mit dem Abdruck des dem Instrumente zugehihigen
Manuscripts beginnen wollte. Von diesem Moment an
unterlafst Hr. G. C o t t a , das Geschsft ins Leben ZLI rufen, und legt lnir mancherlei Verbindlichkeiten auf, zu
680
deren Erfiihng mich mein Contract nicbt verpflichtete.
Da auch von diesem der Verbreitung meiner Erfindung
in Deutschland entgegentretenden Hindernifs die Schuld
in dem Verfahren des Major M i i l l e r lag, auch viele andere Umstdnde inich dringend ndthigten, rneine Rechte
zu sichern, SO Iiefs icli im Jahre 1830 eine Druckschrift
verbreiten, unter dem Titel :
11 0e f f e n t 1i ch e R ii g e
nebst dringender Bitte an alle geehrten Leser dieses BIatts,
Unternehmuugen nicht zu unterstiitzcn, deren Unwiirdig
keit in Folgendem dargelhan werden soll. (C
(Gerichtet gegen den Major Dr. W.Miil1 e r in Hannover).
In derselben suchte ich’den historischen Gang der ganzen
Sache bis auf die Zeit, wo der Major M i i l l e r dem Erfolge meiner Bemuhungen so beispiellos entgegenwirkte,
zusammenzustellen. Ich hatte darin nur Thatsachen angegeben, deren Bekanntmachung dem Hrn. Major in seiner Stellung niclits wcniger als erwiinscht seyn konnte,
die ilin vielmehr auf der verwundbarsten Stelk angriff.
Nach dcln Erscheinen dieser Schrift erhielt ich von Hm.
M i i l l e r einen Drollbrief, worin er sagte, dafs er mich
und mcine Farnilie, wegen friiherer .gegen ihn gemacht
haben sollender Aeufserungcn, ins grfifste Verderben bringen, und d a m die geeigneten Maafsregeln ergreifen wiirde,
wem ich nicht den Inhalt jener Ruge sofort iiffentlich,
als unwahr, zurficknhw. Ich sandte diesen Brief in
gerichtlich beglanbigter Abschrift Sr. kUni$. Hoheit dem
Herzog von Cambridge, und Hr. M i i l l e r wurde darauf
von seinern Dienste suspendirt , aber zugleich veranlafst,
mich gerichtlich zu belangen. Da bei diesem langen,
merkwtirdigen Procefs Alles auf ein Gutachten von Sachverstindigen ankarn, so vereioigte sich mein Gegner mit
inir dahin, dieses von der philosophiscben Facultlt der
Universittt Leipzig zu erbitten, und dasselbe dem Amsprucho des Gerichts zum Grunde zu legen. Es wurden
daler nicht allein beide lnstrumente, sondern auch die
681
nirthigen Acten, an die gedachte FacuItit gesandt. Das
darauf von ihr abgefafste Urtheil, welches sich auf all%
Einzelheiten mit umfassender Griindlichkeit verbreitet und
79 Folio-Seiten enthalt, theile ich jetzt in einem Auszuge mit, weil dadurch die Gerechtigkeit lneiner Sache
auf eine iiberzeugende Weise beurkundet wird.
Das kurfiirstlich hessische Ober Gericht zu RinteIn
hatte ron den Sachverstlndigen vornehmlich iiber folgende
Punkte ein Gutachten verlangt :
-
n
Ob und in welchen wesentlichen Merkmalen das Instru-
ment des Dr. G a r t h e von ihnlichen, friihcrn, gleichartigen Erfindungen , welche von Seiten des Anklagers
angegeben worden, verschieden, oder mit diesen Erfindungen congruent ?
H O b und in welchen wesentlichen Merkmalen das Itistrulnent des Major M u l l e r von dem des Dr. G a r t h e
venchieden oder damit congruent ?
n Ob eine hierdurch ausgemittelte wesentliche Verschicdenheit der beiden Instrumente durch Verznderung der
Bestandtheile des Instrumeuts des angeschuldigten Dr.
G a r t h e , oder aber durch Zusatze zu delnselben entstanden sey?u
Der Schlufs des Gutachtens beantwortet diese Fragen in folgenden Worten:
iJNach diesem allen glauben wir zu dein Schlusse berechtigt zu seyn, dafs der C a r t h e sche Kosmoglobus, wenn
er gleich von fruhern Erfindungen Manches als Aehnliches darbietet, dennoch als ein Ganzes in der zweckmifsigen und saubern Ausfiihrung , in der Leichtigkeit,
rnit welcher alle Veranderungen ausgefiihrt werden kbnnen, und die AuflOsung jedes Problems bequem gezeigt
werden kann, als eigentbiimlich genug anerkannt werden mufs, urn dern Dr. G a r t h e den Ruhm, sich wesentliche Verdienste um das Instruruent erworben, und
durch e i p e s Nachdenken mehr als seine Vorg-ager
682
geleistet zu habeo, zu sichern. Dieses Urtheil hat oboe
allen Zweifel auch diejenigen Regierungen, welche ihm
Patente ertbeilt haben, und die in dieser Hinsicbt ZQ
Rathe gezogenen Gelehrten geleitet.
Wir sprechen es ferner als unsre bestiminte Ueberzeugung aus, dafs man:
1) was dns g m z e Instrument betrifft, nicht anders entscheiden kaun, als dafs beide Instrumente in Hinsiclit des Zwecks und der Anwcndung nur in unwesentlichen Punkten verschieden sind , uud dais diese
Verschiedenheiten nicht einmal mit Sicherheit als Verbesserung kbnnen angcschen werden, jay einige diesen
Namen gar nicht verdienen; d d s man
2) einrsumen kann, dafs die Befestigung des Meridians
mit Hiilfe zweier Prefsschrauben nach M ii 11e r’s Angaben auf einetn soliden Fufse (nicht aber die Aufbsngung). eine, wenn aucb fiir aeltene Ftillc passende
Verbesserung ist.
))
))TI% kijnncn abcr durcliaris nicht glauben, dafs einc Regierung, die Hm. Dr. G n r t h e ein Patent erthcilt hat,
sich sollte bewogen finden, ihm daruiii den ungestlirten Genufs seines Patents zu entreifsen, weil ein so
geringer Nebentheil, bei sonst uollkomrnner Ucbereinstimmwig aller Ilatpfsachen, in dern Mu l l e r s c h
Imtrwnente einen kleinen Vonug besitzt.
3) Die von Glitniner verfertigtcn BIUttchen, die den Horizont, die Ebene der Erdbahn vorstellen, halten wir
fiir keine Verbesserungen. Uebrigcns sind die Patentgcsetze uus nicht genau genug bekaont ; jedoch
halten wir uns iiberzeugt, dais ein Kunstlcr, der den
Meridian oder Horizont am Kosmoglobus von Silber
wachen wollte, darom das G a r t h e s c h e Patent nicht
ongultig machen wiirde, sondern aeine Kosmogloben
mit silbernem Horizont nicht vcrkaufcn diirfte; aber
mit den Glimmer - Horizonten, die keinen wissenscbaft-
683
lich andern Zweck haben, scheint es nicht vie1 anders. Und selbst die kleine Verbesserung, wenn der
Horizont auf beiden Seiten Eiatheilungen hat, scheint
nicht das Patent fur das ganze Instrument aufzuheben,
da hierzu doch sehr wesentliche Verbesserungen nbthig seyn miissen.
4) Das Zenithalrohr, den Loxodromographen, wollen wir
gern als Hrn. M u l l e r ’ s Erfindung, und wie er selbst
sie nenot , als 8) useful additions (c anerkennen. W e r
sie gebrauchen will, mag sie nach den hbmessungen
des G a r t h eschen Komogloben sich machen lassen,
und wir wurden kein Bedenken tragen, Hrn. Major
M u 11e r das Recht zuzugestehn, dafs er sich auf diese
kleinen Zugaben zu 4em G a r t h eschen Instrumente
ein Patent, um sie an dem Gartheschen Kosmoglobus anzubringen, kann ertheilen lassen; doch wurde
die Regierung, welche ein Patent darauf zu ertheilen
geneigt ware, ganz gewils sie in einer vollkommneren
Form verlangen, als sie uns jetzt vorliegen.
5 ) Die Nonien und Mikroskope, von denen Hr. Major
M u 11e r in der Beschreibung spricht, halten wir fur
eine ganz nutzlose Zugabe, mehr bestimmt, um reichen Nichtkennern eiu elegant aussehendes , theures
instrument in die Hande oder in die Prachtzimmer
ihrer Bibliothek zu geben, als bestimmt zum Nutzen.
Angaben, bei denen der Nonius nutzlich wurde, wird
schwerlich Jemand am Kosmoglobus ablesty, und dazu
ist er auch gar nicht bestimmt.
8 ) Urkundlich ist dieses Gutachten mit Unserm der
Faculttit Insiegel bedruckt -worden.
Dechant, Senior und iibrige Professores der phi(&* *’) losophischen Facultat i. d. Universittit Leipzig.
Dr. C h r i s t i a n D a n i e l B e c k ,
ordentl. Proksor der alten Literatur , b n i g l . dchisch. wirkl.
Hohth, Comtliur des kihigl. delis. Vcrdienst- Ordens, z. Z.
Declrant der philosophisclren Faculdt.
Anegefertigt den 25. Bug. 1831.
684
Durch die Verbindung mit dem Geh.-Rath v. C o t t a
zu Miinchen und spater mit dessen Erben, ist es moglich
geworden eine FHbrik zu griindcn, wo diese Instrumente
mit Genauigkeit ausgefiihrt und zu dem enorm billigen
Preise von Acht Friedrichsd'or und 2 Rthlr. fur Emballage, einschliefslich der dazu geharigen Beschreibung und
Gebrauchs- Anweisung, verabreicht werden klinnen. Die
ganz vorziiglich gut gearbeiteten Glaskugeln von hinreichender Glasdicke werden von den Hrn. Gebr. S c h r a d e r zu Gernheim bei Prcufs. Minden geliefert, uud ich
sage diesen Herren fur ihre Bereitwilligkeit , init welcher sie Schwicrigkeit mancher Art besiegt, und meinen
Wiinschen cntsprochen haben, hier offentlich den grok
ten Dank.
XII. Eeobuchtung eiries ungewiihrrlichen H(tge2fuIIs; oom Apotheker MU I Ie r , zu Medetuch,
im Hegierungsbezirk Arensherg.
(Briefliclic RIittlreilung. )
A m 11. August 1837, Nachmittags zwischen 3 und 4
Uhr, bemerkte man nach einem vorhergehenden starken
N o d - West- Winde ein schr stnrkes Gewitter, welches
sich titter einigen DiSrferii des hier nahegelegcnen Furstenthums Waldeck cntlud, wobci sich zugleich bei einem
merkwurdigen Krachen in dcr Luft ein solcher Hagelschlag einstellte, der seines Gleichen sucht. Es war das
W e r k einer halben Stunde, in welcher auf einer Leoge
von drei Stunden und einer halben Stunde 'Breite durch
Stum und Hagel, dessen kleinste Stiicke 12 Loth und
die griifsten 22 Unzen wogen, alles Getraide vernichtet,
Baume entwunelt und selbst sehr vieles Vieh getiidtet
wurde. Der Hagel war so hart, dafs er fast jedem Drucke
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