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Beschreibung eines Apparates zur Hervorbringung eines Luftzuges und einiger damit angestellten Versuche.

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bei ihrem Austritt aus den Felsen, Iiegen nur wcnige RIeter iiber dem Meeresspiegel, und zwischen den lireiten
36' 30' und 37O 34'. Ihre Temperatur fand- sicli zu allen
Jahreszeiten gleich, nahin mit der Breitc YOU 1 8 O bis 1 7 O
C. ab. Das Mittel der Beobnchtungen gab 17",6 C.;
und mcrkwiirdigerweise stiinint niclit blofs dieser Mittelwcrth mit der M a y er'schcn Forinel ( ?'=25",5 cosz L)
iiberein, sondern aucli jede ciiizelue Xeobachtung.
Diese constante uiid liohe Temperatur der Kephalovrysi, weiin die der Seen im Iiinern des Landes bis
+6", und, beiin Scliinelzen des Schuees, selbst bis + 5 O
C. lierabsinlit, zcigt uns ebenfalls clas Daseyn grofser UIIterirdischer Seen und KanAe, ein Resultat, zu welchem
d i e Alten cbenfalls durch Beobachtungen gelnngt waren.
)a Es giebt im Pelopoiiiies grorsc IIdilcii iin Iimern
d e r E r d c , wo sich durch den Zusaininenllufs der Gewass e r ungehcure Seen bildcn rc ( D i o d o r u s S i c u 1ii s, Lib.
11 cap. 41.)
HI. Beschrcibung eines Apparates zur Hercorbringung eines Lufteuges und einiger dumit
angestellten Versuclie; con C. B I * u n n er.
V o r mehreren Jahrcn beschrieb ich eine Vorricbtung
zur Hervorbringung eines Luftzuges, um mittelst desselb e n die attnosphiirische Luft sowohl quantitativen als qualitativen Priifuiigen z u uuterwerfen.
D a dieselbe nicht
blofs ihren damaligen Zweck in ausgezeichnetein Grade erfulltc, soiidern seither noch zu anderen angewandt wurde,
so halte ich es liir niitzlich, sie nach der neuesten Forin
n o c t einmal zu beschreiben und zugleich von einigen damit unternommencii Versuchen Kenntnifs zu geben, in d e r
Hoffuuug, dafs diese zu anderweitigen hnwenduugen vcradasscu tverdeu. Da dieser Apparat vielleicht bald zu
265
den uneotbehrlicheu gehiiren diirftc, so v.iI1 ich ibn mit
ciuem passenden i\r‘ameu zu bezeichneu vorschlagen, der
aus seiner Wirkungsart abgeluitet ist, und iienne ihn
Aspitsbor.
Seiue. Einricbtnng, hie cr sich fur ein gewijhnliches
Laboratoriuin eignet , ist nm besten fofgendc:
A und B (Fig. 1 Taf. V ) sirid zwei gleich grofse
cylindrische Gcfiifsc von Ulech, jedcs V O I ~ ungcfGLr bis
1 Kub. Furs Iiihalt, oben und uiiten mit Eodcn gcsclilossen. Durcti cine ciscrrie Stange ~ b welclic
,
in dern Mittelpuiikte der beiden eiiiaridcr ztigulitlirten Boden bcfestigt ist, sind dieselbcn in dcr Art vcrbutidcn, dafs sic
u n g c f ~ h r6 Zoll weit voii ciiiander etitLernt gehnlkn werden. Diese Slange lint in ilircr IIIilte cinc scnhrecht auf
ihrc Richlung befcstigtc Qucrslange c d , welchc als Ase
in den beideii Iiiilzerneti ‘J’rjigern CJ d c sic11 Jrchco ];ifst,
60 dafs nach Gelieben das eiric odur das atidere GefGfs
die obere StelIe einrieliiiiun kann. h i d e Gellike sind
ubcrdicfs durcli zwei Rijhrco init einantler vcrbuiidcnfg,
hi, die i n ilirer Milte iiiit Ilihiicn vcrsehcn sitid. L)er
eine clieser fliilmc ist cio gcmiihnliclicr, dcr aridere ist
so gebohrt, \vie es Fig. 2 ?’of. V zcigt, i f o a b den Luftkana1 andcutct.
h i d e GefiTse tragen cine kurze Messingrijlire k , welche a n einer Scitc dcs Randes angcbracht
ist und wit einciii Korke gcschlossen wcrden liann. Dicse
OcfT~~ungen
sind bci bciden Gefifsen n i i f dein nliinlichen
Punkte angcbracht, so dals sie bciin Uindrehcn des Apparatcs uni seine Asc iinincr an die niinliche Stclle komm e n , und habeii auch genaa die n:,imIichc CYeite. Endlich ist aii d u n eiuen GefsCse der ganzen Lziige iiach
eioe Glasriihre f m angebracht, durch wclche der Wasserstand im Inoern beobnchtet werden knnn.
D e r -Gcbrauch des Instruincntes lcuclitet voo splbst
eio. 1st niimlicli das obcre Gcfiifs rnit Wasser gefiillf,
iind isffoct man die €IZline so, d a k durch den eiuen das
M’asser aus dem obercn in den untereo Behalter abfliefst,
<
2G6
wiibrend die iu den1 unteren entbaltene Luft durcb deu
eben beschriebenen Halin ausstrilmt, so wird die Atmosphsre den Raum irn oberen Gehfse zu erfiillen strcbeii
orid durch die Oeffnung k einstrainen. Hier wird also
dcr Apparat anzubringen seyn, der die Substanz enthslt
auf welche die Luft einwirken soll, entweder in ciner
Wulfeschen Flasche oder in einer Riilire u. s. w. 1st
das Wasser abgellossell, SO darf nur k gcsclilossen und
der Apparat u n i seine Axe gedrebt werden, uin die Opcration v01i Neuein zu beginnen. Uin das GefAl‘s in seiner Lage festzuhalten, ist an dein hiilzernen ‘I’rager unten ein eiserner Haken angebraclit, wclcher in eine an
dem unteren BehHlter angeliitlictc Hiilse ( R ) eiugeselzt
wird.
Der Aspirator gestattet manuigfaltige Anwendungen.
Er dient:
1 ) Z u eud;ornelrischen Versucben. Hierzu dient a m
besten die Eiiirichtung desselben, wie ich sie in
dies. Ann. Bd. X X X I S. 1 beschrieben habe, niit Anwenduog voii Quecksilber oder Oel als Fliissigkeit.
2 ) Als Hygrorneter; s. Bd. XX S.274.
3) Zur Bestiinmung der Kolilcnsaure und jeder andern
in der Atmosphare befindlichen Substanz; s. Bd.XX1V
S. 569.
4 ) Als Abdampfungs-, SubIimations- und TracknungsApparat.
Diese Anwendung griindet sich auf die bekannte
Thatsache, dafs durch Entfernung des gebildcten Z h l pfes die Entstehung cines neuen Aiitheiles in holieui Grade
bcfilrdert wird. Rekanot ist die vou L i e b i g angegebciie
Vorrichtung zuin Austrocknen ( Annalcn dcr Pharmacie,
Bd. V S. 139). Zur Abdampfung einer Flussigkeit kaiiu
entweder der namliche Apparat dienen oder bequeuicr
eine tubulirte Retorte, deren Hals man mit dem Aspirator verbindet und durch deren Tiibuliriing cine Riilire,
entweder bis in die Fliissigkeit odcr bis nahe an deren
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Oberflache eingesetzt wird. Diese Abdampfung kann aucli
als Destillation betrieben werden , erhalt jedoch dadurcb
eiiiige Einschrsnkung, d a k der I)ampf von dem Luftstrorne weggefuhrt wird und nicht leicht condensirt werd
den kann. Bur da, w o er von eiuer in der Vorlage befindlichen Substanz chemisch aufgenoinmen werden kann,
ist diese Methode zu empfehlen.
Sehr leicbt geschieht
aber auf diese Art die Sublimation von Substanzen, die
eine etwas hilliere Teinperatur verlangen, wie J o d , Calomel, Zinnobcr u. drgl. Auch hier ist es gut den Dampf
in Wasser oder eine andcre FlGssigkeit zu leiten, indem
man z. B. den Hals der Retorte in eine dainit angefiillte
tubulirte Vorlage steckt. Da wo bei einer solcheu Arbeit der Zutritt des Sauerstoffs scbfdlich wlire, kihinte
inan die einstrbinende Luft rorhcr durch eine Rohre,
worin gliihende Eiscnspzhne befindlich sind, leiten, und
so die Sublimation in einem Stroine von Stickgas verrichten.
5 ) Als JTer6rennungsappnrat uberall wo die Verbrennungsproducte fliiclihg sind, rind daher beim Verbrennen iin freien Kauin nicht aufgefangen werden konnen. Ich habe in dieser Beziehung mehrere Versuche angestellt, die ich hier mittheilen will.
Verbrtnnen v o n Phosphor.
Phosphorz'chte Saure geminnt man sehr leicht, wenn
man etwas Phosphor in einer etwa 4 Zoll weiten horizontalen oder in einer zu einer Iiugel ausgeblasenen Glasrohre zum Schmelzen erhitzt, dann den Luftzug eintreten
lafst, und dafur sorgt, dak die Oxydation des Pbosphors
bei gelindcr Warme und Iangsain geschehe, so dais er
nie zum hellen Brennen, sondern n u zum Leuchten
kommt, wie ich es bei meinen eudioinetrischen Versuchen, Bd. XXSI, bcschrieben habe. Die entstehende
phosphorichte Saure condensirt sicb theils in dem hilitern
Theile der Verbrennungsr6hre, die deshalb nicht zu engc
263
s e p darf, theils in einer Wasscr entlialtcndcn Wulfesclien Flasclic, ivclche zwischen jeoer und clem Aspirator
augebraclit ist.
Phosphorsaure entstcht, wenn die Oiydation bei
lebhaftcin Brennen rind raschem- Lufttwecliscl geschicht.
rim besten gelang diese Bildung iiiit folgendcr Torrichtuug.
In a, Fig. 3 I'd. V , . wird d e r Aspirator an;;+
bracht, b ist cine kleine Walfcsche Flasclie, welchc W a s ser enthdt, c cine wcnigstens Zoll weitc mid eiiic c t w a
2; Furs Innge Glasrijhrc, welchc durch einen Kork iriit
dein Trichter d verbuiiden ist. Dicser 'I'riclitcr stclit init
seinein Randc auf einciii flnchcn irdenen 'l'ellu-.
Unten hat er cine 4 Zoll wcite riinde Ocffnung I ) .
Man
bringt ein trockncs Stiibchcn nuf ciiicr Porccllaaschcibe
so auf den Teller, d n k er dcr Ocffnung dcs 'l'ricliters
nahe kommt, und zundet es, wiihrentl cler 1,uftstrom gcht,
mit eiiiciii heifsen Eiscndraht an. Die ciitstelieiidc Pliospborsiiure legt sich grbl'stentheils in scliiicenrtigcr Gestalt
in d e r GIasriihre an, nur ein geringer l'hcil i i i r d in die
Wulfesclie Flasclic iibergefulirt uiid daselbst voin W a s 6er aufgenonimen. Sobald der Phohphor verbraniit ist,
legt uian durch die Oeffuung d c s Trichlers ein n e w s
Stiickchen nach, wclches sich nuf der noch h e i h l Scherbc
sogleicli entzundct, und so wird fortgefalircn. Hat sic11
die Rdhre init Phosphors%ire angcfullt, so liist man Jiesc
in dein W a s s e r der Wulfeschen Flasche auf und selzt
die Operation nach Bclicbcn fort.
Uei dieser Verbrennung ist es zwar unvermeidlich,
dafs ein geringer Theil de.4 Phosphors sicli nur in phosphoriclite S h r e verwandle, welclie, der P I i ~ s p h o r s ~ ~ ~ r c
beigemengt, in der Flasclie gcfrinden wird. M a n sieht
dieses daran, dals, weun mau die erlialtene S u r e in ei;,
1 ) Eine
solche Oeflnurrp bohrt man am sicherrtcn, indem m a n
rings urn die Stcllr cine W u l s t yon W a c h s mrclrt, aladann concentrirts Pluorw.l,rer,toff~~"renuf dic G l d l k h e giefst, u n d dicso
so oft emeuert,
bir rie dad Glar durchgefrerren hat.
269
ncr PlatiiiscIiaIc abdainpft, bei eiucm gewissen Grade der
Concentration LIeiuc F1:iiniiiclicn con PlrospliorwasserDurch einigc Tropfcn Salpetersiiorc
s t o f f p cntstelicn.
ist cs aber leiclit auch diesc in PliosphorsYure zu verwandeln. Auch wird wan fiiiden, dafs die Operation
schivierig so zu leiten ist, dals niclit ein wenig Phosptior
als rothes Oxgd auf dciu Sclicrbe Iiegen bleibt. Diesc
irnnicrhin geringc RIenge kann aber leiclit durch Behandh u g init Salpctersliure auf die bekaniite Art in PhospliorsYurc verwandelt werden.
In neuerer Zeit hat man beobachtet, dafs die aus
Phosphor bercitete Saure geringe Mengen von Arsenik
enthalte, welche von d e r zur Bcrcitung des Phosphors
angewandten Schwefelsaure herstainint ). Ic6 habc selbst
diese hngabe bestgtigt gefunden. Man weirs aber, dafs
diese Verunreinigung durch Sclir~efel~oasserstoff
leicht en tfern! werden kann, und (I& das Arscnik auch durch Erbitzung der Phospliorsaure init phosphorichtcr Satire, wic
dieses beim Conceutriren der drirch die eben beschriebene Operation gewonncneii Saure ohnehiii gcschieht, abgeschieden w i d .
Ich halte dnher diescn Uinstand fiir
kein wesentlic.lies Hiaderiiifs bei der vorgeschlageiien Methode, welche, in Kiicksicht auf Einfachheit uud Woldfeilheit nicht vie1 zit wiinschen iibiig W s t .
Verbrennen von Schwefel.
Rringt man in dem so ebcn bescliriebcnen Apparat
statt des Phosphors Schwcfel zum Brennen, so c r b ~ l t
inan scliweflichtsaures Gas, welclies entweder von w a s scr aufgenoinrnen o d e r , nach Umstandcn, durch Gefiifse
geicitct wcrden kann, welche Jiejenigen Substaiizcn enthalten, aid die es einwirken soll. Beqrieiner ist jcdocll
bier eiiic Kugelriihre, Fig. 4 l‘af. V. Durch die Oeffriling a 1r;t man dell S c b ~ e f Iiinciii,
~l
wshrend die Seite
b init dcr Wulfcschcn Flnsche in Verbinduug stelit. Elle
. I ) S.
Annilen,
Dd. XXXI S . 1?6.
2i0
d e r Schwefel abgebrannt ist, Iegt man ein neues Stiickchen nach.
Die Aehnlichkeit dieser Verbrennungsrnethode des
Scliwefels mit d e r Rereitung der schweflichten und der
Schwefelsaure im Grofsen fuhrte micb auf den Versuch,
auch diese im Klcinen nachzubilden. Es gelaiig bald.
Fiibrt man nrnilich, wzhrend der Schwefel in der Kugel
brennt, durch a ein G1asri)hrchen ein, aus welcliein Stickstoffoxydgas ausstrilmt, so dafs dieser Strom zugleich mit
dew schweflichtsaurcn Gase und der iibcrscbiissigen atmosphsrischen Luft durch b in einen geraumigen Ballon
gelangt, auf dessen Boden etwas W a s s e r befindlich ist,
so wird dieses bald Schwefelsaure enthalten. Es koinnit
dabei alles darauf a n , die Verhrltnisse dcr auf einarider
einwirkenden Stoffe zmeckmSfsig zu leiten. W i e man
wC.ik, so ist dieses auch bei der Scliwefelbereitung im
GroTsen d e r scliwierigste Tlieil. Es diirfte aber, wie 'ich
glaube, nicht sehr schwer haltcn, durcli Vcrsuclie die richtigen VerhSltnisse des Apparates zu finderi; ich mijcbtc
sogar glauben, dafs man rnit hnwendung dcs Aspirators
bei jener wichtigen Fabrikarbeit sicherer als bisher geheii
wiirde. Es versteht sich von selbst, dafs den1 Apparate
eine andere Einrichtung gegcben werden miifste. hls
AspiratorgefAfse kiinnten z. B. zwei neben einander SIChende gernauerte BehSlter dienen, von dcnen der eine
als Aspirator wirkt, wghrend der andere durch fliersendes Wasser, z. B. durcb eincn Bach, gefiillt wird. W S r e
jener leer, so miirde der Apparat mit dew mittlerwcile
voll gewordenen Behalter in Verbindung gebracht, und
d e r erste wieder geliillt u. s. W.
Ganz besonders eignet sich der Aspirator zur E n e u gung der Schwcfelsaure unter Mitwirkung von Platin nach
der hiichst interessanten Entdeckong Dii b e r e i n e r ' s I ) .
Bringt man namlich Schwefel iu der Kugelrohre, Fig. 4
Taf. V, zum Brenneo, und leitet das schweflichtsaure G a s
mit der noch unzersetzten Luft durch erhitzten Platin1) Vergl. h o n a l e n , Bd. XXlV S. 610.
P.
271
schwamni, so crh;ilt man sogleich concentrirfe Schwefelssure. Folgende Umstiinde siud ~ u l ~Geliugen
l
erforderlich:
1) I)ic Vcrbrennung niufs in einer weiten Riihre geschehen, clamit ein Ueberschufs von atmosphGrischer
I,uft gegcn das schweflichtsaure Gas in die R i h r e
gelange, welche J a s Platin enthalt.
2) Das Platin, ain besten als Plafinschmamm angewendet, mufs auf einen zweckmafsigen G r a d erhitzt
werden.
Eioe eben anfangelide Gliihhitze schien
mir am geeignetsten. Bei niedrigerer Temperatur
erfolgt keine Bildung von SchwefelsYure und bei
starker Gltihbitze zerfallt, wie man weifs, die Schwefelsaure in Sauerstoff u ~ i dschwefliclite Saure.
W e n d e t man bei dieser Operation durch Cfiiorcafciurn getrocknete Luft an, SO entstebt rauchende ScliwefelsBure, welche aber ihrer Fluchtigkeit wegen schwer zu
gewinnen ist, indem sie rlurch den Luftzug weggefiilirt
wird. Es gelang mir nicht, durch hbkiililung des Apparates mit hether dieselbe zu condensiren. l'rocknet man
aber die Luft nicht, oder niacht man sie gar feucht, indrm man z. E. einen nassen Schwamm ap den E i n p i g
d e r RCihre bringt, so erli#lt man eine SHure, ungefkihr
von der Bescliaffenheit ciner m;iCsig starkeu. englischen
Schwefelslure. Es kiiiinte auch nohl seyn, dafs hiedurch
ihre Entstehung befiirdert wiirde. Eine Reihe von Versuchen, die ich iiber diesen Gegenstand angestellt habe,
lassen mich mit zieu~licherlestiminlheit glaubeo, dafs die
Methode im Grofsen ausfiihrbar sep. Es gelang mir bald,
durcli zweckmtifsige Leilung der Operation aus einer abgewogenen Menge von Schwefel eine der Theorie aunzhernde Menge von Satire zu gewinnen.
Die W i r k u n g des Plarinschwamms hierbei ist immerhin iulserst merkwiirdig rind rathselhaft. Als blofser
Vl'arrnetrager wirkt cr dabci offenbar nicht, denn nimint
nian an seiuer Stelle ebcn SO erhitzte Porcellanstabchcn,
2i2
SO cntstclit keine Schwefelsaure.
Die Ansicht D i j b e r e i n e r ' s besteht bekanntlich in der Annahmc, er euthalte
adhiirirenden Saucratoff und bewirke die Oxydntion durch
diesen. Ohiie diese l'heorie weder vertheidigen noch bestreitcn zu wollen, bemerkz i c l uur, als eincn Uinstand,
d e r zu beriicksichtigen sevn ullicbte, d a k mir die Bildung der SchwefefsSrrre am deutlichsten zu erfolgen scliien,
weun ich den 1,uftstrom abwchselnd, bald ohne Schwefel 211 brennen, dann wieder bei brennendem Schwcfel
durch das Plntin gehcn liefs. Indessen kiiiinte diese Wirkung nuch auf dem Verhlltnisse d e r durchstrirmendeu
G ase herri hen.
Cheniiker, denen eine grirlsere Menge, z. B. ein
PIund Platinschwainm, zu Gebote stclit, d i r d e n sich ein
Verdienst erwerbcn, wcnn sie diese UmstSnde uzber untersuchen wollten. Ich zweifle iiicht damn, dafs, falls die
W i r k u n g dcs Platins ungeschwiicht forttlauert, wie es den
Ansclieiii hat, mit Hiilfe desselben und init Anwendung
dcs Aspirators, eine leiclitc und sichere Bildung yon Scliwefelsaure erzrveckt wcrden kiinne.
D a uian weils, d a k die schweflichte S z w e reducirend auf die selcnichte Saure einwirkt, dafs Selen weit
weniger entziindlich als Schwefel ist, so versuchte ich,
durch Verbrennen eiiies selenhaltigen SchweCels inittelst
des Aspirators das Selen abzoscheideo. Es gelang dTeses sehr leiclit. Verbrennt inaii nRinlich in der Kugelr8hre, Fig. 4 Taf. V, selenlialtigco SchwefeI im Luftzuge,
so siclit inan bald, tlicils an der oberen M'8lbung dcr
Kugel, thcils an dem zunachst an diesclbe g r i m e n d e n
Theilc dcr Rahre, ciii rothes Subliinat entstelieii, wel.
ches, so wic cs sich vermebrt, zum Theil eiu graphitihnlichcs Ansehcn annimmt. Dieses ist Sclen init ein wenig
Scbwefel verbunden. Eine gcringe Menge Selcn gelangt
in die init Wasser gefiilltc Wullesclie Flasche und setzt
sicb daselbst al; ein r o h c s Pufvcr ab.
Liist ninn es in
iitzendcr Kalilnuge auf uud setzt die Aufliisur~g2 bis 3
Tage
273
Tage d e r Luft aus, so scheidet sich das Selen rein aus.
Ich erhielt auf diese Art ziemlich nahe die in dein angewandten Schwefel enthaltene Menge Selen. Gewifs
ist dieses Verfahren geeignct das Selen auf eine leichte
Art aus den1 Sclllamlne der Schwefelsaurefabriken abzuscheideu. Mit einer Probe des Lukawitzer Schlammes
gelang es ganz gut. Es ist, wie nian leicht sielit, die
nainliche Operation, durcb welche es bei der Darstellung
d e r Schwefelsaure auf den Fabriken in jenen Sciilamm
gelangt , gewissermafsen eine Wiederholung jener Operation im Kleineu und in zweckmkifsigen Verbahissen.
V c r b r e n n u n g von K o h l e .
Diese geschieht am Ieichtesten in d e r Kugelrbhre,
Fig. 4 Taf. V, indcm man erbsengrofse Stiickchen HolzkohIe darin anziindet; die erhaltcne Kohlenssure wild
durch cine Lage locker eingefullte Bauinwolle geleitct, uin
d e n etwa mitgefuhrteu Kolllenstaub und die Asclie zuriickzuhalten, dann in eine oder lnehrere Wulfesche Flaschen, worin die Substanzeu enthalten siiid, auf welche
sie einwirken SOL Ich habe auf diese W e i s e lileine Proben von doppelt - koblensaurem K d i und Bleiweils iiach
d e r T h d n a r d'sctien Methode bcreitet. Uie einzige
Schwierigkeit bietet der Umstand dar, daCs inan das kohlensaure Gas init vielem Stickgas gemengt erhalt, in welchem Zustande es etwas weoiger leicht von den Fliissigkeiten absorbirt wird als irn reinen. Aus diesem Grunde
ist es anzurathen, den Gasstroln nur langsam gehen zu
Iassen.
Bei der Verbrennung von Kohle entsteht neben dem
kohlcnsauren Gase auch oft eine gewisse Mengc Kohlenoxpd. Dieses scheint vorziiglich da zu gcschehen, \YO (lie
Verbrennung SO geleitet wird, dafs die entstebcnde Kolllenssure eine Zeit lang mit gluhenden Rolden in Bcruhrung bleibt. Verbrcout man in dem eben beschriebcnen
Apparat die Kohle langsam, namlich so, dafs sie eben
Yoggendorff's Annal. Bd. XXXVIII.
1s
274
zu brennen fortf&rl, so erlidt inan fast geiiaii so vicl
Kolrlens~rire als die verbrannte Kolile iiberhaupt liefern
kauri ).
Eben so wie die Verbr.ennungspraducte der Holzliohle kijonen auch diejenigcn aiiderer organischer Iiijrp e r mit Hiilfe des Aspirators beuiitzt oder einer chemischen Priifuug nnterworfeil werden. Man kijnnte sogar
dieselhe aiif Elementar- Analyse stickstofffruicr Substanzen anbyenden. Ich babe diescs versucht, und einige schr
gute Kesultnte arlinltcn, beincrke jedoch, dafs diese Anwendung aus inehrcren (huudco der Verbrenuung im rcinen Saucrstoffgas an Zuvcrliissigtieit nachsteht.
Uic AnweiiJiuig des l'latisischwaniines bei der nildung von Schwefdsiiure fiilirte micli nuf den Gedankcii,
mit Hulfe dcs Aspirators hrnpcnsri'ure zu erzeugcu.
Bringt uian ntiiiilich in eine $. Zoll weite Glasrijbrc in
einer Liingc voii 2 bis 3 ZolI Platinschnainin, erhitzt ihu
niit der M-eingeistlanipe beinahe zuin Gliilien, und l e i ~ c . ~
liun einen Lurtstrom hintlurch, wvelcher vorher durcb eine
kleirie, Aetlier enthaltcnde W u l f e s c l e Flasche liindurcligegangen, so mird der Platinschwainin sogleicli gluhend,
und bleibt in diesem Zustaude so lange, als das Gemenge von Luft und hetherdampf durcli ihn Iiindurchstreicht. Die Producte der Operation kijnnen in W d feschen Flaschen aufgesamnielt werden.
Auch bei dieser Einwirkung hangt der Erfolg ganz1) Die Verwandlung der vegetabilischcn Kohle in KolilrnsSure
durcfr den atmosphirirchen Sauerrtoff k m n a u f verrrliiedvne
W e i s e geschehen, entwedcr Jurch cigentliches Rrennen d e r Kolrle
auf gew6lioliche Art, odcr auch ohne Drennen. c'ru sich v o n
letztcrer Art der Oxydation zu iiberzrugen, bereits m a n rein zcrtlieiltc Koble, indem man cinco organisclren Karpcr, z. U. Oel,
a i d einem Platinschilchen all,:ennt.
n r i n g t man liierauf unter
d ~ s ,dib zuriickgebliehenc liohle enthaltcnde SrJi:ilrhrn e i n s \ y e i n geistlaape, so w i r d man sehen w i e der Kul~lrnanflug, ohne zu
gliihen, vcrschwindet, glcichsam von Jcni am)o~plririschcnS a u r r rtolf aufgcliirt wird.
275
lich von den Verhzlbissen des Liiftstromes und den Diinensionen des Apparates ab. Richtet man dieselben so
ejn, dafs der Platinscbwamm in einer LHnge von 2 Zoll
deutlicli gliiht, so entsteht fast nur Kohlenssure und Wass e r , gliiht er aber in geringerem Grade, so crhalt man
die sauren und stechend rieclicnden I’roducte der D a v y ’schen Gliihlampe. Ich lieCs dieselben von Kalilauge
aiifnehinen. L)iese wurdc bald gclb, iiahtn einen eigentbiitnlicheii, einigermafsen aroinatischen Geruch a n , i i n d
nacb einiger Zcit bildeten sich darin riithliclie Flockcn,
die sich zii einetn harzabnlicben Kiirper vereiiiigteii, oline
Zweifel das von L i e b i g beschriebeue Aldehydharz. fch
lloffte auf diese Art eine anselinliche Menge dieser Prod u d e zii gewinnen, so wie auch die L a m p e n s ~ u r eals
Iialisalz zu erhalten; allein es zeigte sicli bald, dafs die
Ausbeute sehr gering war. Leitet man nYiirlicli die Operation so, wie es zur Verinebrurig der Wirkung erforderlich ware, so gescliieht dic Vcrbrennung des Acthcrs
zu vollstiindig, und lsfst man sie nur schwacli eintrctcn,
so ist die Bildung jener Producte SO unbcdeutend, daCs
sie weit leicliter auf dem von L i e b i g beschriebeiicn
W e g e erhalten werdcn.
Es scheint aber dieser Versuch, dcr als Collc,’a i m Versuch selir instructiv ist, die Tlieorie dcr G l u l h n p e
dahin aufzukliiren, d a k e r zeigt, dafs die Bildung der
sogenannten Lampenszure nur einc secand3re \Yitkiwg
sey. D e r Theil von hlkoliol oder hethcr, wcloher dcn
Dralit glulieiid e r h d t und an ill111 verbrennt , licfert Kuhlensaure und Wassur, und nur dcrjettige hntheil, der
nicht vollstiindig verbrennt, welcher iiknlich mit drm nicht
gluhenden , sondern nur rnrirsig erlii~ztenl’lieile des Plntiudrahtes in Beriihrung koinint , erleidet die Zcrsetzung
durch Warine, \vie bei der IAi e b i g’schen Bereitung clcs
Aldehgds, und Iiefert so die Lampensiiure, welche also
cin versnderliches Gemenge aller jener Substanzen ist, die
bei d e r Aldehydbereitung erhalten werden.
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