close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Beschreibung einiger einfachen und leicht zu behandelnden Vorrichtungen zur Anstellung der Licht-Interferenz-Versuche.

код для вставкиСкачать
98
stkkt. Diese letztere Verstsrkung konnte nicht an der
Erschutterung einer SYule von kleinen Elenleiiten voii
den Dinicnsionen einer N o b i 1i’schen S;?ule fur Leituugsw h n e beiiierkt werden.
Der durch den Scliliefsungsdraht einer ThermosBule
inducirte Strom verhalt sich also genau so als der durch
den Schliefsungsdraht eiuer galvanischeu Kette hervorgcbrachte.
IV. Beschreibung einiger einfachen und leicht
zu behandelden Vorrichtungen zur Ansfel-
-
lung der Licht Inierferenz - Versuchc;
oon G. S. Ohm.
ES
giebt unter den Naturerscheinungen jcglicher Klasse
solchc, wclche mchr als andere zu Folgerungcu uber
die Thatigkeitsform der sie cncugcnden KraIt geschickt
sind. Dahin gehiiren bcini Liclite insbesondere jcne Erfahrungen, dnrch die enviesen worden ist, dafs zwei
Licbtportioncn, da wo sie iiber einandcr fallen, stcllenweise hier eine vermehrte Helligkeit und dort eine ganzliche Abwcsenheit des Lichts zu Stande bringen kiinnen. Durch diese mit dem Nainen der Interferenzpht
nomene bezeichneten Wirkungcn ist in neuerer Zeit die
Wellennatur des Lichles in so bestimmter Weise ausgesprochen worden, dafs dadurch innerhalb wenigcr Jahre
eine fast allgemeine Umwalzung der Ansichten iiber die
letzte Ursache der Helligkeit bewirkt worden ist.
Die Bedingungen, untcr welchen sich die erwahnten merkwiirdigen Phanomene beobachten lassen, sind
im Allgemeinen folgende: Man mufs Licbt aus eiuer
engen, runden, nicht vie1 iiber Linie breitcn Oeffnung
hervorstr8men lassen, und den so .sich bildenden Strahlenkegel in einer Entfernung von einigen Fufsen von
99
der Oeffnung durcli irgend ein Mittel daliin bringen, dafs
eiii Thcil seiner Strahlen nur urn sehr wenig und in
gleichem Grade seiue vorige Richtung' verlsfst, und dadurcli bewogeu wird, mit andern Strahlen desselben Kegels, die entweder gar keine Ablenkung, oder eine ahuliclie in einem entgegengesetzten andern Sinne erfahren
habcn, zusammenzutreffen. Betrachtet man dann in eincr Entfernung von einigen Fulscii wciter solche Stellen , wo die beiderlei Strahlen ziisaiiilneiitreffen, mittelst
einer Lupe in derjenigen Richtung, die den kleinen Winkel, welchen die beiderlei Liclitstrahlen wit einandcr bilden, halbirt, so wird man in der Regel eine Reihe abwechselnd hcllcr und dunkler Streifen gewahr, dcrcn
Lriuge der Breitc der Ocffiiung entspricht, und dcren
Richtung scnkreclit auf der Ablciikiingscbeiic stcht. Man
kann die Liiiige dieser Streifcn vcrgriilscrn und dadurch
den Aiiblick derselben verscliiiuern, wcun innn das Licht,
atistatt aus eiuer runden Oclfnung , aus einer schmaleu
Spalte hervortrelen lafst; dann aber wird es niithig dafur zu sorgeo, dafs diese Spalte am Orte der Dcobnchtung auf der Ablenkungscbene senkrecht zu stehen schcine.
Es wurde gcsngt, dafs unter den aagezeigten Bedingungen jene Streifen in der Regef sich zeigen werden; zum
sichern Auftreten derselben wird niiiiilicli noch gefordert,
dafs die beiderlei LichktrahIea von der Oelfnung an, aus
melcher sic hcrvorgetreten sind, bis zu der Stelle hin,
in der sie sich wieder vereinigen, Wege von viillig gleicher Lange zuriickgelegt baben, und zwar mufs, wenn
der eine Tbeil wahrend seiner Bahn dabei durch verschiedene durchsichtige Mittel liindurcligekoinmen ist, auch
der andere Thcil von jedein dieser Mittel eine vallig
gleiche Strecke durchlaufen haben. Diese letzte Forderung ist es nun eben, wodurch die Anstellung solcher
Versuche in manchen Fallen so schwierig wird, d a b
darliber , selbst von anerkannt geschickten Exyerimenta7*
100
toren, viellache, diesen Uebelstand andeutende Aeufserungen laut gcworden sind.
F r e sn c 1, wclchcr zuerst die Interfcrenz - Phanomene unabhangig von der Bcugung des Liclits zu erhalten sich bemiihte, bedieiite sicli dazu zweier Spiegel von
Metall oder von Glas, dereii hintere Fliiche g e s c h w h t
worden mar. Dicse befestigtc er inittelst etwns Waclis
auf einer Unterlagc so nebeii einauder, daEs sic nur
wenig von eincr Ebene abwicheu und sich einandcr l h g s
einer Kante beriihrten. Die Hauptschwieriglieit dabei
war die, beide Spiegel, da wo sie an einander sliefscn,
so zu richten, d a b keiner irgeud einen rnerklichcn Vorsprung vor dein andern der ganzen LBngc ihrer Verbindungslinie nach behielt, wcil irgend eine erhebliche Ungleichheit in dieser Bezieliung den Versuch sclieitern
macht. .DieEs bewirktc dcrsclbc dadurch, dafs er bald
den cincn, bald dcn andern stiirkcr gegen dns Wachs
andruckte, und den riclitigcn Stand bcidcr tlieils durch
das Gefuhl, und, wie er sclbst sagt, noch bcsser daran
erkanntc, o b die Streifen durcli die Lupe sich in der
That auftindcn lieken. W i e uusicher und vor Zeugen besngstigcnd ein solchcs Verfahren sey, ist leicht
einzusehen ; dahcr war 13a 11m 6 a r t n e r’s Anordnung keineswegs iiberflussig, vermiige welcher er die in Fassungen gebrachten Spiegelchen mittelst Schrauben in soldier
Weise in Bewegung setzte, dak die vcrlaugte Stellung
sicherer und bequeiner herbeigefuhrt werdcn lionrite 1 ).
Dadurch aber wird der Apparat weit kostspicliger, und
die Schwierigkeitcn sind durcb ibn doch nur zuin Theil
beseitigt worden.
Neuerlich hat L 1o y d ) gezeigt, wie InterferenzErscheinungen durch blols einen Spiegel berrorgerufen
werden kannen, wenn man ihn so stellt, dafs in dem1) Dessen Zeitrchrit, 1830, Bd. VII S.
2 ) Annalur, Bd
XXXXV S. 95.
399.
101
selben das Bild der Lichtspalte dicht neben der unmittelbar geseheneu, und parallel mit ilir erscheint. Diese
Art, Interfcrenz-Erscheinungen hervonurufen, ist von
allen Schwicrigkeiten so v6llig frei, dafs sie nichts zu
wunschcn ubrig liefsc, wenn sie sicb mehr zu AbSudernugen der Versuche eignete, die zur naheren Untersuchung der Ersclieinung nirtbig werden, und nicht einen
Metallspiegel verlangte, dessen Anscbaffiing Manchen von
dcrglcichen Versuchen abzubalten im Stande ist.
Weil es indesscn zur Weckung des Siuns fur Experiinentalphysik von Wichtigkeit ist, dergleichen Grunderscheinungen selbst einem griifsercn Publictiin so zugiinglich wie miiglicli zu inachen, so wird vielleicht die
Beschrcibung einigcr Vorriclitiingcn, deren ich inich seit
ein Paar Jahrcu zur Anstellung dcr Intcrfcrcnz- Vcrsuchc betliciic, iiocli iininer einc Stellc ncben den bisher
zu glciclieiii Zwrcke cingerichtcten Apparatcn zu finden
iin Stondc seyn, da sich dicsclbcn fur den Licbliabcr
und fur Unterriclits-Versiicbe durfh die Leiclitigkeit ihrer
Gchandlung, durch die Stlirkc ihrcr Wirkung und durch
ilire Wolilfcilheit gleicli sehr enipfelilen. Und UUI den
Unbeinitteltcn in den Staiid zu setzen, sich dicsclbcu
selbst zu verfcrtigcn , merdc ich bci dcrcn Bcschrcibung
deuselbcn Gang ciiilialtcu, wclclien icli bci dcrcn Anfcrtigung betreten liabc.
Die eine diescr Vorrichtungen erhzlt man nus jedem Stucke nicht allzu dunnen, weifseu Spiegelglases,
dcsseii h i d e Fliiclien grit eben sind, weshalb es rathsam ist, das Stiickcheii Glos iiiclit von dem l\ande einer Tale1 zu nchmen, wiewohl mit Jcr niithigen Vorsicht aucli eiu liufserer Abschnitt, den wan sic11 am leichtesten uiid fast ohnc nllc Iiosten vcrschaffeu lianii, dazu
brauclibnr ist. Die beiden FlSchcn von gewiihnlichem
Spiegelglase sind nic parallel, und in Folge dieses Umstandes ist das Stuclichen Glas nicht uberall gleich dick.
Es kommt uun vor Allem darauf an, die Richtung auf
.
102
dem Glase aufzusuchen , l h g s welcher es eine gleichc
Dicke hat. Diels kann man dadurcli bewerkstelligen,
dafs man eine feine Spalte senkrecht auf einc Feustcrsprosse stellt, und diese in dem, Stiickchen Glas wie iu
einem Spicgel betrachtet.
Man mird die Spalte in dcr
Regel doppelt erblicken, aber durch Drehung des Stuckchen Glases kanii mau es leiclit dahin bringen, dafs
beide Bilder nnr einc einzige gerade Linie ausmacben.
Bei dieser Stcllung des Glases giebt die Richtung dcr
auf deinselben abgcbildeten Feustersprossc die gesuchtc
Richtung seiner gleiclien Dicke zu erkeiinen. Um dicsc
Richtung auf dern Glase zu furiren, pflege ich uuter demselbcn eincn Streifen von einem Kartenblatte mit cin
wcnig Wachs zu befestigen, und dicsen so lange zu drehen, bis dessen geradliniger Rand lriugs dem Bilde der
Fenstcrsprosse binliiuft, wiilrrend die Spalte als ciue einzige gcrade Linie sicli abbildct. Voii diescr Operalion
hiiiigt vorzugsweise die Gutc dcr Vorrichtung ab, wcLmegcn man moiilthun .wird, dicsclbc eiu Paar Male zu
wiedcrliolen, und sich von dercii Geuauiglieit noch dadurch zu vergewissern, dafs bci einer gleich grolscn Ncigung des Glnsstiickcs nach tlcr ciiien uud nach dcr andcrn Seite die Spalte wicdcr doppelt zu crsclicinen anfsngt. Auch von der zureichendcn Ebcnheit dcr GlasflPchen kann man sich auf dcmselbcii Wcge iiberzeugen; es mufs niimlich stets dicsclbo Richtung sich erhalten, an melcher Stelle des Glases man aiich die Spalte
sich abbilden lassen miige, und wenn eine Verschiedcnheit sich kund geben sollte, so miifs man dcn Theil
dcs Glasstiickes, inncrhalb dessen sich die Richtung unvcriindert crhalt, bezeicbnen , urn d a m spiiter auf ilin
beim Zerschneiden des Glases Rucksiclit nehincn zu kanncn. Naclidcm man auf solche Wcisp die Riclitung der
gleichen Dicke auf dem Glasstiickc miiglichst genau bestimint hat, schneide man parallel mit ihr diirch zwei
Schnitte eincn Streifcn, ctwa von der Breite eines Zol-
103
les von dem Glasstiicke ab. Denjenigen von diesen beiden Schnitten, auf dessen Seite das Glas am dicksten
ist, schleife nian mit Schmirgcl und Wasser auf einer
ebenen Metallplatte oder auch auf einem Stiicke Spiegelglas miiglichst eben und fein. 1st diefs geschehen, so
schneide man den Glasstreifen senkrecht auf die Richtung seiner gleichen Dicke mitten entzwei, und der Interferenz - Apparat , zu dessen Zubereitung kaum eine
Stnnde Zeit erfordert wird, wenn man nur das Wesentticbstc zu thun sich vorniinmt, ist fertig.
U m jedoch mit der Aufstellung der beiden so erbaltenen Interfereuz-Platten keine weitere Plage zu habeo, bewerkstellige icli dieselbe in eiucr Weise, wodurcli
die ganze Vorrichtung erst ilireu wahren Werth erhiilt.
An einer der lotlirecliten Wiinde eines Brettcliens bcfestige ich einen Streifen Spiegelglas, so dafs dersclbe
etwa einen halben Zoll uber die Oberfliiche dcs Brettcliens hervorragt. Es ist vor~heilhaft,wenn dieser Glasstreifen seiner Liinge nach glcicli dick ist, weshalb loan
am besten tLuu wird, einen dcr vorbin erhaltcnen Absclinitte dazu zu benutzen. An diese ebene W a n d lcline
ich die beiden Interfercnz-Platten so an, d a k die fein
gcscbliffeuen Seiten derselben dicht an eiiiaudcr licgen,
uud cine a d der Oberflache des Brettcbens scnkrecht
steliende gerade Linie bildeo. Urn den Interfwenz-Platten in dieser Lage eiuigen Halt zu geben, pflege ich sic
durcb ein Paar leichtc Federchen vou Messing gegen die
Glaswand audriicken zu lassen. Betrachtet man mit Hiilfe
einer Lupe das ails einer feinen Spaltc hcrvordringende
Licht einer Lampe liings der Vereinigungslihie dieser beiden Interferenz-Platten und in einiger Entfernung von
ihnen, wie bei dergleichen Versuchen stets gcschicht, SO
wird man, ohne irgeod eine weitere Nacbhiilfe, die Intcrferenz Streifen in ihrer ganzeu Schanheit vor sich licgen sehen.
Es ist kaum zu erinnern niithig, dafs dime Interfee-
104
-
renz Streifen durch zwei Portionen gebrochenen Lichtes gebildet werden, die in Folge der Art, wie die beiden Interferenz-Platten zubereitet morden, iiber einander grci feu und bier das Iuterferenz- Phiinomen bewirken. Eben dcswegen mussen die beiden Seiten der Interferenz-Platten, welche an einander zu liegen bestimmt
sind, iniigliclist eben und fein geschliffen werden; denn
Tlrzren dime abgerundet, oder h5tle man von den Facetten , wclche man anfiinglich anzuschlcifen pflegt, am
das Ausbreclien des Glases zu verhuten, noch bctr8chtlich vie1 stehen gelassen, so trzte derselbe Fall ein, als
wenn wan zwisclien gut' geschli~fciiePlattcn, z. B. eincn
Streifen dunnen Papiers einschiebt. Die beiden Platten
sind danu durcb einen undurchsichtigen Kiirper von ciniger Breite von einander geschieden, und die beiden
gebrochenen Lichtportionen greifen deshalb erst in griikercr Entfernung von den Interfercnz-Plattcn in einander iiber; so dars man erst in ciuein dicser griifsercu
Entfernung entsprechenden Abstande die durcli beide gebrochenc Lichtportionen gebildetcn Interferenz-Streifen
wird bcobachten liiiiinen. Iu griiberer Nshe gewahrt
man in diesem Falle, anstatt dcrselben, die gew6linlicheii Bcugungsstreifen, dic sich aber wegen ihrer grohen
Lichtarmuth von jcnen auE den ersten Blick leicht unterscheiden lassen. Auch wenn die Platten noch so vorsichtig geschliffen werden, gehen doch in sehr grojer
Niihe die Interferenz-Streifen in Beugungs- Streifen tiber,
wcil doch stets eioc feine undurchsichtige Lioie zuruckbleibt; indessen findet das Gleiche aucl! bei dein Spiegel-Apparate, nach F r e s n e l oder B a u r n g a r t n e r eiugerichtet, statt. Es ist sogar lehrreich auf solche Weise
den grorsen Unterscliied in der Lichtstsrke der auf beiden W e g e n entstandencn Streifen durch eine uninittelbare Vergleichung dem Auge fiihlbar zu machen, weswegen ich zu diesem Ende zwischen gut geschliffene Plat-
105
ten einen schmalen Streifen diinnen Papiers zu schieben
pflege.
Die Lichtstiirke der durch solche Platten gebildetcn
Interferenz-Streifen ist so grofs, dafs dieselben eine mikroskopische Vergrbfserung vertragen, und am Tage bei
hellem Sonnenschein an einer ibrem SelbsterlOschen nahen Lampe durch eine Lupe hindurch noch deutlich wahrgenominen werden konnten. Die hier beschriebene Vorrichtung bietet aber neben dem Vortheil einer leichten
Aufstelluns und grofser Lichtstgrke auch nocb alle Bcquemlicbkeiten in Bcziehung auf hbsnderung des Versuches dar.
Hat man im Sinne zu zeigeu, dafs die
Interferein -Streifen in dcr That nur aus der Vereiniguug der bciden Lichtportioneu hervorgchen, so braucht
man blob einen Streifen bcfeuchteten Papiers, oder sonst
einen dunnen, undurchsichtigen KOrper so auf die einc
Plattc zu legen, dafs die Grsnze dcsselben mit dcr Verbindungslinie beider Platten zusarnmenf;illt. Mau hat dabei in keiner Weise zu befurchtcn, dafs viellcicbt unterdessen die Stellung der Platten durch eine klciue Verrlickung fur den Vesuch unbrauchbar geworden ;seyn
miicbte, zuiiial wenn man bei jeder solchen Veriinderung dic beiden Platten leise gcgen einander drucht, damit sie iiin so siclierer slets dicht bei eiiiander liegen bleiben. - W i l l man das Ausweichen der Streifen
nach derjenigen Seitc bin sichtbar machcn, auf welcher
das Liclrt cine grofsere Strecke Glas oder sonst eines
durchsichtigen Kbrpcrs zu durcblrrufen hat, so brancht
man blofs, anstatt des Stuckchen Papiers, ein Stuckchen
von dunn geblasenem Glase oder von einem Glimmerblatte auf die vorhin angezeigte Weise uber die eine
Platte zu legen. Nichts ist jedoch geeigneter danuthan,
wie empfindlich die Streifen in dieser Beziehung sind,
als wenn man die RUckwand, an welche sich die Interferenz- Platten anlehnen, mit einem andern Streifen Spie-
-
106
gelglas vertaoscht, welches seiner LInge nach nicht gleich
dick ist; dnnn wird man nainlich gewahr, dafs die durch
diese W a n d hindurch geselienen Streifen nicht mebr in
die Verllngcriing dejenigeii fallen, die oberlialb der
W a n d stehen, obschon hier der Unterschied in der auf
beiden Seiten durclilaufeneu Glasstrecke nur ein Mininium betragt. 1st man w:ihrend der Bereitung dcr Intei-ferenz-Platten nicht sorgfaltig genug bei der Aufsuchung der Richtung der gleichcn Glasdicke gewesen, so
treten die Streifen schon von selbst iininer inelir zur
Seite, uud bilden Linien, deren Hichtung nicht mehr
parallel mit der Lichtspalte ist ; ja bei bedeutciid groker
Ungenauigkeit in jener Bestimmung verschwindcn sic bald
ganz.
Nicht minder einfach Mst sich durch dime Vorrichtang die Abhangigkeit nachwcisen, in wclclier die
Eritferuung der Streifen von einauder zur Griifsc dcs
Winkels steht, den die Richtungen der beiden in einander grei€enden Lichtportionen mit einaiider bilden. Man
brauclit zu diesein Beliufe iiur iiber das eine l’aar Iuterfcrenz-l’lattcn noch cin zweitcs Paar so zu legen, dafs
die Verbindungslinien beider Paare gcnaii iiber einantler
liegen. 1st dabei das einc Paar hbiier als das aiiderc,
oder stellt man es hilhcr, so giebt der uninittclbnrc Yergleich derjenigcn Streifen, wclche b l o t durcll dieses cine
Paar gebildct werden, mit jciieu, welclie aus der Wirkuiig beider Paarc hervorgehen, recht augenfdlig deu
Unterscliied in der Entfernung der aiif beidcn Wegen
gebildeten Streifen zu erkennen.
Sogar fur messende Versiichc bietct unserc Vorrichtung Erleichterungen dar, die das reflcctirte Licht iiiclit
geben kann. W e i l jedoch dergleichen Vorlheile sicli
leicht Jedem von selbst darbieten werdcn, der dicselbe
zu Zweckcn solcher Art: benutzen wollte, so mag es genUgen, hier einfach darwf hingedeutet zu haben. ,Dagegen will ich zum Schlusse noch cines iicuen Apparats
ziir Darstellung der Interferenz- Erscheinungen gedenken,
-
107
der schon ganz fertig iiberall und oline allen Aufwand
zu bekommen ist. Zwar lafst dcrselbe nicht so viele
Veranderuugen zu, wie der vorige, und ist dcswegen
minder instructiv, doch wird ihn Niemand, der blofs im
Sinne bat die Interferenz-Streifen mit eigenen Augen und
init Mufse zu betrachten, unbefriedigt aus der Hand legen. Ich bin zufallig auf diesen Bltesten und einfachsten
aller Interferenz- Apparate gestofsen, wahrend icli mich
mit dem vorigen beschsftigte. Eines ineiner InterferenzPlattenpaare b e s a t nlmlich die acfangs inich ungemein
iiberraschende Eigeuschaft, dafs so oft icli mit der Lupe
aus der Mitte, wo die erzielten Iuterferenz-Strcifcn zu
seben waren, herausging und bis an den lufsern Rand
der eineu Platte Lam, hier ganz unermartet noch cine
zweite Reihe vou Interferenz-Streifen sich zeigte, dic
von der vorigen darin verscliieden war, dafs bci ihr der
ungefiirbte helle Streifen als Sufserster auftrat, welchcr
bei den anderii als mittlerer wahrgenoiuinen wird, und
dafs an diesen nach iunen zu gefiirbte helle Streifen iiiit
ihren dunkeln Zwischenrgulnen in ungleich griifsercr Anzahl als zuvor sic11 reibten; denu icb kouiite dercii seibst
bei der schleclitcsten Beleuchtung doch uoch imlner recht
gut neun zsblen. Die Erscbeinung war iibrigens genau
derjenigen gleich, welche von L 1oy d , als durcli reflectirtes und directes Licht eneugt, beschriebcn worden ist.
Eine genauere Untersuchung dcr diese Streifen hervorrufenden Stelle der Glasplatte tiberzeugte mich bald, d a t
sie gebildet werdeii durch zwei Lichtportioneu, welche
beide durch die Glasplatte hiridurchgehen, von vrelchen
aber die eine stlrker als die andere vom Kande ab gegen die Mittc der Glasplatte hingelcnkt wird, SO d a b
beide in einander greifen, uiid eben deswegen zur Bitdung von Interferenz-Erscbeinungen geschickt werdcn.
Diese Bedinguqgen finden sich erfullt an jedem Streifen
Spiegelglas (dieses mag dick oder dunn, w i f s oder farbig seyn), der aufsen von einer ganzen Tafel abge-
108
schnitten worden ist , wie in der Regel diejenigen sind,
welche man in Spiegelfabriken als Abfiille ganz leicht
bekommen kann, und die sich daran erkennen lassen,
dafs ihr einer Rand von dem Polirpulver noch roth geh r b t crscbeint. Gerade dicser Rand aber liefert, ohne
alle weitere Vorbercitung, die zuletzt erwlhute Interfcrenz-Erscheinung, wie ich wenigstens noch obne Awnahme an allen den vielen, die bis jctzt von mir in dieser Hinsicht untersucbt worden sind, mahrgenouimen
habe. Zwar zeigen nicht allc Stellen des erwUlinten
Randes die Streifen gleich schiin, aber man wird doch
an jedein solcben Abschnitt, wenn er nicl~tp n z iingewbhnlich ausgebrochen ist, uiehre Stiicke auswshlen k6nnen, die das Phanomen sehr deutlich geben. Uud, worm
vielleicht die ganzliche Abwesenheit der Eeugiing bier
Schuld ist, es will mir immer sclieinen, als o b die auf
diesem Wege erhaltenen Streifen sch8rfer und reiner
sich darbiiten, als die diirch meine Interfereuz-Platteq
oder durch die F r e s n cl’schen Spicgel erhaltenen, wofur ziim Thcil auch sclion dcr Uinstand spricht, dafs dcren so sehr viele, auch im weifsen Jichtc, sichtbar werden. Unter gunstigen Uinst:inden zeigten sich dieselbcn
in so grofser Anzahl bei gewiihulichern Lampenlichte ain
Tage und im unverfinsterten Zimmer, dafs ich ilirer Mengc
wegen mit dein ZUhlen dersclben iiie recht fertig werden konntc, doch sage ich in keinein Falle zu viel, wenu
ich die Zahl derselben auf funfzehn setze, was her, wo
nur die HtiIfte des ganzen Interferenz-Bildes sichtbar ist,
eine ganz ungewbholich groke Meoge ist.
Die Ursache, warum der aufsere Rand einer Spiegelplatte solcbe Interferenz -Erscheinungen hervorzubringen im Stande ist, liegt in dcr Art, wie solche Platten
ihre Politur erhalten. Es rundet sich dabei deren lidsere
scharfe Kante dergestalt ab, d a t das durch diese k u n e
abgerundete Strecke dringende Licht mchr nach Innen
zu geworfen wird, als das durch andere Stellen der Spie-
109
gelplatte hiodurcbgegangeoe Licht; diese beiderlei Lichtantheile greifen daher in einander, und werdeo dadurch
zur Hervorrufung der Interferenz-Erscheinungengeschickt.
Dabei schadet die krumme Gestalt der anpolirten Facctte so gut wie gar nichts, weil Licht, welches durch
merklich ungleich dicke Glasschichten hindurch gegangen ist, nicht mehr zu interferiren vermag. Man wiirde
die gleiche Erscheinung erhalten durch zwei InterferenzPlatteo, welche, da wo sie an einander stofseu, .einerlei
Glasdicke haben, von denen aber die eine von da ab
stets dunner wiirde, die andere dagegen nicht, 0d.r
wenigstens our in geringem Grade. Es wlirde indessen
unendlich vie1 Mulie verursachen, wollte man au zwei
Platten absichtlich diem Bedingungen herstellen, welclie
das gewfihnlichc Polirverfahren an einer einzigeo Platte
wider Willeo zu Staude bringt.
V. Xiniges ubcr einen Versuch (Ies Hrn. A. De
la R i v e ; con P. 0. C. V o r s s e l m a n de
Heer.
(Mitgetheilt
vorn b o . Verhsser.)
--
D i e Leitungsffihigkeit fur Elektricitst mird durch WBrrne
bei den Mctallen vermindert, bei den Fliissigkeiten dagegen erh8ht. Obwohl die Sache, nach dein von Hrn.
E 11 s c h e d B daruber Angcfuhrten ) , noch keineswegs
bewiesen ist, so scheint doch diese Meinung von den
meisten Naturforschern angenommen zu seyn. A. D e
l a R i v e wollte untcrsuchen, was geschehen wiirde, wenn
der elektrische Shorn aus einem Metall in eine Flussigkejt oder aus dieser in jeues iiberginge, und beide erwlrmt wiirdeo. Er nahm eine kleioe Saule von vier
1 ) D i a . dc
culorc qui exciiuiur clcciriciiaic, p.
49 ctc.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
1
Размер файла
492 Кб
Теги
anstellung, vorrichtungen, behandelnden, der, zur, versuch, einfachen, und, interferenz, licha, leicht, einigen, beschreibung
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа