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Besttigung und Wichtigkeit der Entdeckung eines neuen Alkali (des Morphium) welches Herr Sertrner in dem Opium aufgefunden hat.

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ANNALEN DER PHYSIK.
JAHRGANG
1817,
ACHTES STUCK,
r.
BqJatigung und Wichtigkeit
der Entdeckung einej neuen ALknli (,des n/lor,
phiurn), welches Herr Se r t u r n e r in dem
Opium aufggvnden hat,
[
559 3
verdient, und der man ihn in Ueutfcliland weder
vori Seiteri gelehrter InRitute und Rlitter, noch d e r
dos \Tort f‘iihrenden Chemiker ouch nur e n t f t r n t
qewLii-digt hat. In dein Maiheftc d e r Annnles rfe
C’liintz’e d de Ph_y/iqueKn’rlet fichi emne qdte Ueberfetzuiig dell‘elben durcli H e r r n K o I’e, Phnrniaceut
atis U e r l i n (des bekannten Berliner Cliemikers L1.telien Sohii, Jei. lich zii I‘einern Unbfridfrte. jetzt
i n Paris auf‘halt,) u n d ain Sclilull’e dell’elben die
folgeude Bernerkutig des Herausgebers d. 11. des
l l e r r n C; a y L u f [a c feelblt.
Es w u n d e r t m i d i , dars die friiliere Abhand.
l u n g dcs H e r r n ‘Serfdrner iiber dns O p i u m keine
Aufnierkfamkeil be; den Chttmikern erregt Itat,
wenn dveh nlcht in FrahFteicb, wo f
k nicht bek a n n t geword$n\ifif doeh webigliens ir, den ubrigeii
Theilen des feIien Landes *) Die Etitdeckung eirier alkaliklien 1 h l i s , welchc aus Kohlenfiolf, \Val;
ferftoff, SauerRoff uAd Stickltoff bellelit, u n d feh’r
a nsgez e i c h 11 e t d i e n e u t ra li fi r e I I d e II E i ge n Kc11 a i t e n beG u t , Kclieint m i r vowder hochfien VTiclitigkeit zu
feyn ~ b i~c hd~ h a b ddaher geeilt, meinen LeIcrii
van itw KenntniG ziu gelBen. Einige VerCuche dcs
VerfdKci4siiber das &lorphiurn habe ich wiederholt,
und gcfunden, dars‘ fie genira lind; genehe abkr, d d i
,
,,
-
,
,
* ) D d e frullcre Abhandlung errchien VOI’ .I4 JaLren j einestlieils i f i lie im Vergleich pit dieCer ncueu Arbeit des Hrrrn
Scrliirricr ziemlich unvollkornnirn,
audernthei1s ficlin w r
j e i z t in dec Cliemic r d b f t niif eioern andern Standpunkt wic
d3mih.
Gilb.
c
339
3
feine Arbeit, l'9 wcit be die n/3ekonf&tre betrilft,
noch vieles zu w i n k h e n iibrig liifst. H e r r I i o b i q u e t delren Gefclchickliclikeit bekaiiot ilk, hat Urtterluchuugen angefitiigen von denen ich hoffe,
dafs fie vie1 Licht uber diefen Cegenliand verbreiten werden."
,,Ich nehrne keinen AnRand zu behaupten, tlafs
durch die Entdeckurig des hforphiutns uns ein
neues Feld eroffnet w i r d , und dnfh wir iiun bald gennue BegriKe von den Gzylen des PfIanzenreicIis
und des 'Fhierreichs erlnngen werden. Die mclirftep diel'er SubRanzen zeichnen Gch aus durch eine
fiickfioffartige N a t u r (nature nzote'e) und durch al
kalifche Eigenfchofteu .und lie werden hinfuro eine eigene Gattung susmachen, zu der als A r t e n
fehr verliihiedene PfIanzea gehoreo durften. Schon
hat H e r r V a u q u e l i n in der .Daphne alpinn eine
SubRanz gefunden welche Aehnlichkeit mit dcm
&lorphiurn zu hoben fcheint, und e r bemerkte dabei *) : ,,Die fcharfen urld atzenden l'tlanzenlioff'e
lind nlle, wie es fcheint, ohlartig oder hnrzartig
c huileufes 011 r@neuJes ), und was niaht weniger
merkwurdig iff die Pflanzen, welche k h a r f e u n d
giftige Stoffe in fkh lchlielken, enthalten keine odor
.f& g a r keine entwickelte Siiure, daher man LJrfach
hat, gegen alle Pflanzen milstrauifch zu feyn, we1che nicht Tauer find, iiidefs man keine Furrht fiir
,
,
,
,
'1
,
Rutle#in da Pharmacic t, 6, p. 538.
Y a
t
340 I
die zu haben brauclit i n denen fich freie SEure
fiudet." So weit Herr Gay-LufTac.
,
D a dns neue Feld von Unterfuchungen, welchesi hier angedeutet wird, faR ganz i n denjenigen Kreis chemifcher BefchPftigungen fillt, rnit
welchem es die pharmaceutifche Chemie zu t h u n
hat, und ileutfchland reich on gefchickten und
wohl unterrichteten Pharmaceuten ill, fo diirfen
wir e r w a r b n , dafs fie die Ehre, welche fich hier erd
werben lil'st, nicht dern Auelande allein iil)erlnlTen
werden. Nicht wenig freuet es mich, fchon jetat
mich in den Stand gefetzt zu feheo, iiber die von
H e r r n Sertiirner entdeckteri neuen K o r p e r hier eine Arbeit folgen zu laKen, w e k h e didelbe beniitigt
und 1)edeuteud erweitert. Sie r u h r t von einem jungen Pharnioceuten i n der Hofapotlieke zu Dresden,
H e r r n C h o u l a n t , her, uod macht feinem Eifer
u n d feiner Gefchicklichkeit gleiche Ehre. V o n H r n .
S c r t u r n e r lel bR erlialte ic h die Nachric h t , d d s wir
vonihrn einenxachtragzu feirier Abhantllungzu era
warten haben, durchdie er d e n W e r t h derfelben urn
vieles zu erhohen hofft. Meine Lel'er aber miigen
es als einen Maafifiab zur Beurtheilung brauchen,
wie weit es denjenigen unferer Zeitbliitter melcfle
dasgroTsePuhlikum mit To msnchen unbedeutendcn
Neuigkeiten aus der gelehrten W e l t , befonders aus
dem Auslande, zu unterhalten pflegen, u m die E h r e
unfers Vaterlandes zu thun i R , o b von diefer michiigen i n Ueutrchland gemachten Entdeckung irBend eine Eraiihnung i n diefen meifientheils mit
,
,
c
541
1
JleutTchthum grofs lhuenden (von dem, w a s d i d e
deutkhen Annalen der Phylik bringen, aber nie
die geringlie Notiz nehmenden) Blillern lich finden
wird oder niclit.
Noch mufs ich eine Bemerkung, die Iich auf
chemifche Nomenklalur bezieht, hier voraii Tclii.
cken. Hr. Gay-Lull'ac hat den Nanien Morphium,
unter welchem H e r r Sertiirner das tieue Alkali itn
Opium bekannt gemacht hat, in den : LLL Morphine
verwandelt. On das Kecht der Benennung, wie ich
ylaube, dem Entdecker eines nrueu Korpers zukommt, To iiberlan'e ich es H e r r n Sertiirner, ob e r
leihen Namen beibehalten oder i h n mit detn: dns
&i%rphin, verwechfeln will; denn hochltens To verwandelt, kann H e r r n Gay- LuEac's Name i n d e r
deutkhen chemifchen Sprache Eingang firrden.
Kiinnen wir die Endfylbe ium den Metallen aushliiiehlich vorbehrrlkn, fo i R das dein GedSchtuiKe fehr erleichternd j zwar endigt lich a u c h
Opium auf diel'e Sylbe, bezeichnet aber keinen einfachen Stoff, und ilt daher keine Ausnahme von
diefer Hegel der Benennurrg. D i e J!horpliine konnen wir den neuen Korper aus zmei Griiadeo nicht
nennce : er-etts ill er von einer ganz andern Natiir
al:, die Chlorine, die Jodine, die Fhorine, ulld
uur Korper, welche fich i n der Keihe der Korper
unmittelbar a n diele anrchliefsen, diirfen die Endfylrlbe ine erhalteti; und sweitens, haben util'ere Namen der Alkalien ulle das Sachgefchlecht.
Von
Herrn L)a v y ' s Namcn jener chemilih- eiufachen
[
349
3
dem SouerRoH zuni'chli fiehenden Kijrper ohzugeh e n , fehe ich keinen GruliJ ein, beronders da Chlor,
Jod u n d FZuor, wie Einige H e r r n Gay- Lull'ac's
CILLore, Jode und Fluore iiherktzt hahen, To hochli.
widrig klingende W o r t e r lind, und es von grolser e r Wichtigkeit ifi, nls die mehrRen zu meinen
l'clieinen, eine wilrenrchaftliche Sprache zu befitZ e n , welche das O h r nicht beleidigt. Der N a m e
Jns filorpluh wurde dagegen ganz g u t zu den Namen das K n l i , dna jVatron, das Ammonink palreen ;
welche ich zufammengenommen nnch hiufig nicht
d i e Alkalien, fondern die Kalien genailnt iinde, fo
oft ich auch rchon die Licherlichkeit cines folcheti
affektirten auf eine diirftige und mirsverfiandene
G ele h r IUke it li c11 gr u ud e n d en C;eb r a u chs g e r ii g t
habe, nach welchem der Plural die Gattung, der
Singular eine d e r A r t e n , die unter dierc Gattung
G i l b e r t.
gehoren, bezeichnen Toll.
,
Vergteichende Ver-uche tiher die oiner K y
JialliJation Jahigen BI.Jiandtheile des Opiums.
Y o n Ch o u l a n t , der CIL.SejL. in Dresden.
2.
Schon D i a g o r a s', ein Zei tgenoDTe des Hippocrates, wukte, daCs das Opium'raumel erregt, u n d
uun [chon reit ein pnar Jahrlaurenden hilt diercs
Hcilmittel k i n e heilhmen Kriifte bewiefen. Es ilt
hier weder d e r Ort zu einer Gerchichte de:; Opiums
noch zur AufzChlung der Verl'uche, welchc m a n
vergeblich angeRellt h a t , urn die N a t u r der wir=
c
'3'13, 3
kenden Bel-tandtheile,defldllren 211 ergrunden. ErR
dern jetzigen Zuftaiide d i r Cliemie verdanken wir
die genauere Kenntaild diefes rnerkwurdigen Pflanaenkiirpers. I)& Jas O p i u m I'alzartige Befiandheile i n l i d 1 L'chlon'e, mul'steu zwar rchotl N e II m a q
H a l l e r und T r c l l l e s , uhd rpSterhin'lehrten Der o s n e s und P a g e n Ite c h e r dieTeSalzein grol'serer
MengeausdernOpium ilbrc~ieiden,Hrn.Serturner
aher*wares Torbehalten, fie nns usher i n s l i c h l zu I'telI c n . Obgleicher jedochfchon vor ungufiihr 14 Jahren
Ieinc erl'ten Verl'uche uber diefen Gesenfiand bekannt gemncht hat, I'o finden d r doch nirgends kin e Relultate fur wnhr und begrundet angenornmed;
IeineV erfuche wurden blos als Muthmafsungen aufgertellt. D a aber jedem Arzte d a m n gelegeji reyn
m n b , das W i r k e n d e feines wirkenden Mittels zu.
kennen, und das W o h r e von dem Scheiiibnren ZP
nnterrcheiden, fo habe id+.folgende V-erruche zu&
Priifurig der neucn Arbeiten cies Heerrti Serliirne?
iiber dns Opium, welche lich i m Januarherle decdiesjshrigen Riiiialeii Jer Phylik des Herrri Profelror Gilbert finden, unternommen.
9.
Da$elLung drs Morphiurn.
Ich nahm 4 Uozen mohlgetrocknetes und feiii
gepulvertes Opium, und iihergofs es zu wiederhol,o dnfs
t e n Mnlen m i t kaltem ckfiillirten \ V i ~ n k ~T
rimmtliche durcli ein Linnentuch Sereihete Flufligkeit 8 Kannen betrug. Uiercn wil'srigen Auszug
verdarnpfte ich i n einen Glaskolben im Sandbade,
a)
I 344 3
,
hei nnhaltender aber gelinder Feuernng bis zu
8 CJnzen und gok dann die Flufigkeit in eine Abrauchl'chale von Meirsner Porzellan. Aus i h r hatten lich nsch 8tigiger Ruhe, bei einer 'remp.eratur
von 10 bis 1100 R., einige kleine einer kryliallinifchen GeItalt iihnehde Korner nhgefetzt welche
abgewdcfien und getrocknet, 6 G r a n wogen.
b ) Sie loficn lich, bis auf einen geringen braunea
( harzigen) Riickrtand, in 4 Unzen kochenden defiillirten WaKers auf. Sauerkleeraures Kali erreste in
dierer Auflorung eine bedeutende 'I'rubung
und
d e r Gch bildende Niederlchlag wog getrocknet
3,2 Gron.
U e r von diefern Niederfchlage al~filtrirten Flufigkeit, wurde eine AuflXuDg des Talzfaurem Baryts fo lange zugefetzt., bis fie Iich nicht
m e h r triibte. U e r Tchone weifse, gut ausgerufsle
a n d pulvericht trockene Niederfchlag mog 2 Gran.
Die KryRalle ( a ) , wenn ich lie ilirer unregelmil'sigen Form ungeachtet ro nennen darf, waren a l l ; eio
mit wenigen harzigen Theilen verbundener rchwefelfaurer Kalk.
c ) Die FliiEgkeit ( a ) wurde nun mit 4 Konnen
dertillirtem W a G r verdiinnt, und ihr To lange
TVaITer, das mit kaufiirchem Ammoniolc gelcLwEngert war, zugeretzt, bis die Fliin'igkeit, welche iiber
den entnandenen NicderTchlag liand, fich nicht
mehr triibte. D e r Niederrchlag war \veil's u n d
flockig, und n a h m nach zweifiiindiger Kuhe eine
kornige GeItalt und braune Fnrbe an. Er wog, wohl
ausgeliiht, 6Drachmen lGAe Iich vollig in 8 Unzen
,
,
,
,
-
$1
f
545
3
defiillirtem Efig auf, u u d wurde a m demrqlben
ohoe
durch A e b - Ammoniak niedergekhlagen
reine Farhe gesndert, und ohne etwns vou reinem
Gewichte verloren zu habcn.
d ) Dieran Niederfclilag iibergofs ich nun mit
I Unze Schwefel- Aether. Das g a m e Gernirch t~ildete cine wollige lich aufbliihende MalTe, und 01s
jch diere auf ein yiltrutn von weirsem Ijruckpapier
brachte, lief durch diefes hinnen 1; Sturide cine
dunkelrchwarze Fliifligkeit a b , die 4 Unze wog.
Sie verbreitete eincn durchdririgenden nmmoniakalirchen Geruch, und verbrannte mit grol$er Sclinelligkeit, wobei ein kaum merklicher kohligter RuckRand blieb.
e ) W a s auf dern Filtro zuriickgeblieben war,
hatte ein fchaumartiges Anrehen, bildete aber,
bachdem cs getrocknet worden, ein rehr fein enzufiihlendes Pulver, welches vicl von leiner dunkeln
Farbe verloren hatte, und jetzt n u r . noch 4; Drachmen wog. Ich digerirte dieres feine Yulver drei
Ma1 wit Artz-Ammopiak und ellen fo oft rnitAlk01101. Beide Fliifigkeiten nahmen dabei eine dunkelbraune Farbe a n , u n d liefsen das Morphiuln i n
GeItalt eines zarten brciunlich weifsen Pulvers ZUr u c k , welches 3 Drachmen wog.
f ) Uiel'er Kuckfiand lijfie fich gsnzlich i n xa UnZen Gedendem Alkohol auf, und nachdem die noch
heifs Gltrirte FluIIigkeit ungeGhr 18 Stunden
ruhig gellanden hatte, fanden Iich in i h r fafi @nz.
,
,
i
346 j
lich fiirbenlolk, durclifichtCge, g l h a e n d e Kryltalle
abgektet, welclle i n doppeIten Pyroiniden mit w e
nig abweiciienden Pormeii, si?gefcholleo waren, urid
zulnmrneo 75 Gran wogen. Uen Alkohol verdompfi
t e icfl bis zu 2 Unaen, und n u n retzte lich a m i h m
nocli 1 D r a c h m e weirses, dem vorigen illr~lichgeformtes hlorphiuin a h . Urid als ich die nocll ubrig e FluITigkeit bis zu uiigef'ihr P Drachmen verdsmpf'tc, fchiedeti lich atis ilir noch 15 Gron gelb
geCrbtes Morphiu in.
g) D i e dunkelgell) gefiirbte, noch 2 U r a c h m e n
lviegende, ruckfiindige Elulligkeit brilnnte m i l eineb- hellblauen Flamnie, u n d hinlerlie[s dabei cine
ungefahr 40 Grail wiegende, dunkelbraune FIiifligkeit, w e l c h d u d 1 Aelz Ainnioiriak riicht getrubt
lvurde, und alfo voin M o r p h i u m gctnz frei ;u feyn
Ichien.
,
-
Nachdern ich To das Morphium glucklich erhalten hatte, kom es milvvor allen Dingen clarauf
an, zu \Tiflea, oh inein M o r p h i u m nicht etwa Ajnmoniak enrhalte. Ich n a h m daher einen gelind
erwzrmten lteinernen Morfer, zerrieb darin I Drachme Aetz-Kali und eben lo vie1 Morphium, u n d
Ilit.1~ddnn ein i n Salzriure getauchtes Stzbchen dariiber. Ich konnte uber weder einen aminoninknIiTciien G e r u d h , noch einen weifsen Dampf bemerk e n , daher mein M o r p h i u m , fo vie1 i c h einfehe,
ganz trei von Ammoniak war.
I
p.
347
3
4igoenfihaftpn drs Movhiums.
Aus diefell utid mehrern Verl'uchcn, die ich,
urn niclit weitliuftig zu werden, Ul)ergehe, hahe
ich a n dierem meinen, dein Aofcheine nach rein e m illorphiurn folgende E&enfcfznften wa hrgenommen:
1) Es kryfiallilirt i n Bark abgefiumpften einfach un d dop pel t zti fa m me u gcl'e tzte n Py ra rxii d c n ,
deren GrundflEche bald ein gleichllitiges, bald e i n
Iinglicti rechtwiiikliches Viereck ifi; oft a u c h i n
Prismen mit trapezfdrmiger Balk
n) Es liili fich i n 8 2 Theilen fiedendem VVrtlT'er
auF, und die erkaltete Aufliil'ung fetzt regelmil'sige, weiSe, glinzende und d u r c h h h t i g e Kryrtallc ab.
3) Es liiIt fich ferner auf i n 36 Theilen liedend
dem und 42 Theilen kaltern Alkohol von 92 Graden, und
4 ) in 8 'rhcilen Schwefel-Ather.
5 ) Alle diel'e Auflolirngen Grben dcu wsflerigen Auszug des Fernambuk- Holzes violett, und die
Khaborber-Tinktur brgun.
6) U e k r d e m hrtben diere Auflofungen dcs &lorphiurns einen billern eigenthiimlich fChrurnpFeaden
Gel'chmack, und hie gefdtligten Auflofungen in
kohol uiid i n Schwefel-hether hinterlalren, auf der
H a u t eingerieben, eiiien rothen Fleck.
7 ) L)ns Idorphiurn verbindct fich'mit Siurelf,
bilriet mit ihnen Salze, und verliert durch diel'e ITerhitidung alle oben genclnnten Eigenfcliaffetr.
oh
[ 348 J
tron mir unterfuchten illorphiurnfake Iind fo1gende :
Das JcAweferaure illorphiurn kryfiallifirt in
zweii5rrnig veriifieten Strohlen; iR in P Theilen deRillirternWaITer auflklich; uad belleht in 1mTheC
len aus 40 Th. Morphium, niTh. SSure und 38Th.
KryRallifations W a Ker.
Das fnlpetstfaure Morphiunt kryltallifirt i n
Strahlen welche aus eiuem gerneinfchaftlichen
Mittelpuukte nach allen SeiLen ficp verbreiten. Es
ilt i n 15 Theilen dehillirten W a l k aufloslich; und
beftelrt in 100 'l'heilea, aus Z Theilen Morphium,
20 Theilen Saure und 44 Theilen KryltnllilhtionsWalTer.
I)as falzJaure 2l.lorphium fchielst federartig an,
d w h hildet es auch Itralilenforrnige Gruppirungen.
Es loll fich in ie'l'heil deltillirtern Waller auf ;und
belteht i n mo'rheilen, aus 4rTh.Morpl1ium, 35Th.
Siure und a4 Th. WoITer.
-
,
Dns eJQ$zure Morphium kryfiallifirt in zarten
Strahlea ;und ilt in gleichen Theilen fi'alfer aufliislich. Es beReht in ioo'rheilen, nus 44 Th. Morphium, 36 Th. S h e und 20 Th.WaNcr.
Das iuein.~teinfaure Morphium k rylta Ili Grt in
versfieten Prismen; iR i n 3 Theilen W o k auflaslich; und beReht in 100 Theilen, aus 36 Th. Morphinm 42 Th. Saure und 2s Th. WaITer.
,
Das bohlenfaure BorpAium kryRalli6rt in kurilt in 4TheilenWiDCer auflislich; und
Zen Prismen j
I 3/19 3
,,
beRcht i n 100 Theifen aus 2 2 Theilen Morphium,
28 Th. SPwre und 50 T h . TVaKer.
9. Darjtellung der Metonfare.
Mi&der Fliifligkeit, melchc bei ineinen Verfuchen z u r DarRellung des Morphiums (wie wir unt e r c gerehen haben) zuriick Llieb, habe ich folgend e Ve'rTuche airgeliellt.
h ) Icli dampfte fie bis zur Syrupsdicke a b , u n d
lie& fie ruliig ltehen; es liers Iich i n i h r aber keine
Spur einer Kryftallifation erkennen. Ich lijlie dnh e r den Diclifaft in 16 Unzen WolTer aiif, u n d fetzte I U m e m i t Aetz- Ainmoniak gerchw3ogertcs
W a f l e r hinzu. I)n aber nach Verlauf einer SIunde
nicht die geringlte Triibung erfolgte, fo erwarmte
ich die Flufigkeit, urn fie yon dem beigemirchten
Aetz; Ammoriiak wieder zu befreicn.
Nachdem
die T e m p e r a t u r bis auf 4o0 H. nngefiiegen war,
triibte fich die Flufigkeit, daher ich fie tiun i n eine
niedrigere Tcrnperatur hrachle. Uer lich bildende
Niederl'chlug wog getrocknet 151 &an, und war
ein, dern i n Verfuch c ganz gleiches, Produkt.
i ) Drr hellen Flufligkeit, w-elche durch diefes
Erhitzen von ungebuodenem Amrnoniak hefi-eiet
w a r , felzte ich n u n fo lange eine Aufl6rutlg r o n
ralzfaurem Baryt i n WalIer zu *), bis ein menig
*) Durch bftere Verruche habe ich mich Gberzeugt, dab m a n fich
h a l t tler fo unlfidncllich zu bereitentlen LlrLuren Schwsrcrde,
der efligr.iurerr Elcies zu h'iederfchlagung tler Mekoofaurr
bedieneir kano.
Ch.
[ 350
1
der Fliilligkeit, die ich Gltrirte, nach nochmaligem Zulaiz diefey Auflol'ung nicht mehr gekriibt
wurde. L)er gelammelte weifse g u t ausgerufste
Niederl'chlag, wog getrocknet 7 Drachmen, und ifi,
H e r r n S e r t i i r n e r ' s Aagabe zu Eolge, mekonfaurer B n y t ,
k) H e r r Sertiirner hat die Mekonfiure vom Baryt auf nan'ern W e g e , durch Sohmefelfiiure, getrentit,
u n d fie durch die Sublimation gereinigt. Mir ilt es
nie gelupgen, auf d i e k m W e g e eine von Schwefelfiure reine ~ e k o n f i u r ezu erlitngen, und icli naDe
fie nuf eine kiiSzere WeiSe, wie liier folgt, d a q +
ltellt. Ich rieb 6 D r a c h m n des mekonraures Baryts m i t eben lo vie1 glasartiger BoraxLiure zufamm e n , und rchuttete das Gemenge i p einen kleinen
Kolhen, welchen ich oben mit feR atigefiigter &la[e bedeckte. Uer Kolben wurde zur Hiilfte i n cine
Bapelle geletzt u n d init Sand uvfchiittet, und das
Feuer nach und nach verftiirkt EY I'ublimirte Gch
ein lchones qeihes S d z , dach nicht mie H e r r Serturner behauptet in Nadeln, fondern in zarten glinzend weirsen Schuppen, und diefer lublimirte K a p
p e r hatte alle Eigenlchaften einer Siiure.
,
EiqenJhafttcn
der it1eXonfiure.
Selir auffallend war m i r dcr l m r e Geruch,
welchen ich bemerkte , wGhreud ich die Boraxfiure
m i t dein mekonl'auren Raryt zufilmmcn rieb. Urn
mich zu iiberzeugen, dars ich mich d a r k nicht gei r r t l u b e , rieb icii die noch iibrige Drachme ma.
[
351
3
,
konfauren Baryt i n e i n e ~ nh h n k gofchcuertcn CLIerneo MGrI'er, m i t eiqer Drachtne UoraxGure zip
I'dmmaD, Die' Ykr'niuthuirg, dnk dis M e k d h r e
in eihein liohen Grade, iliichlig fey , wurde Iiicrbei
zin$.Gdtyil;licit, d;i das blanke 1siTed in dem S u g e i q
Mioke Jcr, Alifchung lich oxydirte.
D i e ~ 1 e 6 o n f i c ~ r ewclche
,
eine 'Verbindung Ton
,
KoHi en I t o if .So u erlio fY LI 11 d ' W a Ke rftoff i Lt , be fitzt
einen anfaiigs J i t m n und huhlenden, fpsteriiin ab&r
t~rrange n eh men bi tterrx Gefc hmrrcft.
Sie if? diche nur irn \VaLl'er', rondern ouch ,in
Weiii+ilt u n d X s p h i n n , leictit ~ a ttfGslikli.
i
S e &rbt die meiffen blauen) PklanzenpigrneiitA
ruth; und hat uberd'em die ausgezeiohnetee Eigeufchaft, die Aufiijh'ungen der EifenFalze kitfthroZh
z t i fii-hen, urid erwarmt .man dann: diel'c AuflGfunt
p a , fo Gilt das E;fe'n- als ufivollkornmeries 0xj.d
zu'Boden *).
Sie verbindet Kch endlich mit den:Alkdien und
E d e n ZLI SaIzen. Von diefen mekvnfauren SnLen
habe ich die rolgendeii untwfucht:
Dos mehon/;rure Knli L'chierbt, To vie1 ich erkennen konnte , rn verl'chobenen vierfritigen tafelartiSen Krylial'en a n ; il't in rr'rheilen JehiIlirtemTVnC
fer aufloslich ; heReht in loo Theilen aus 17 'l'h.
,
c
352
3
Sdure, 60 'I'h. Kali und 13, T h . Kryliallilhtions-
,
W a K e r und mird irn Feuer zerfiort.
L)as rnekon~wreN?ztronCchiekt i n zarten StraIilen au, (Ge hatten fich alle nach einer Seite gclegt;)
5 'l'heileu d e M l i r t e m ~WalTers nufloslioh;
Icheint Cehr zum Verwittern geiieigt zu Ceyn;* wird
i m Feuer zerfetzt ;und c n t h d t in ioo'rheilen, 42Th.
S i u r e , 40 Th. Natron und a8 Th. KryRallifationsWaKer.
Uos mekonfiure A n z n o n i d fcliierst in Strahlen
a n , welche aus einem gemei~ilchaftlichen&littel=
punkte nach allen Seileu fich vertheilen und beim
Sublimiren mit VerluR ihres KryfialliFationu- W a[lers lich i n zarte Scbuppeti verwaadela. Uas kryftallifirte mekonrqum Ammoniak belieht i n ioo'l'h.
PUS 40 Th. Siiure, 41 'l'h. Ammoniak u n d 18 T h .
W a l l e r und ili ia, I $ 'l'heilen defillirtem Wan'er
aufloslich. Es lalit fich gleich in der angegebenan
Gelialt durch die Sublimation gewinnea, wenn'mnii
2 Tlieile Iblzhures Ammonjak m i t 3 'i'heilen r n b
konl'aurem 13aryt vermerigt j i n dielcm Fall blsiht
bei der Sublimation ciri KuckIiand, welcher eine
Verbindung ,der Salzfhre m i t den1 ,BaryL ili, uiid
eine l'chwarze Farbe befitzt.
u e r meko/$zure KuZk kryltallilivt in Prismen j
jli i l l 3 'rheilen defiillirtem Wall'er aufliisbar j und
belielit i o 100 'l'heilcn US 34'fh. Sitwe, 4 2 ' r h . Kalk
und 4 4 '1'11.K ryliallilhlions-~~alI'ir.
U e n ~r~erl~onfiureit
Bnqjt zum Kryltalliliren zu
bringen, ilt inir nicht gelungen, dnlier wage icli es
es ilk in
,
,
c
353
1
nicht, eine Analyre der als Prscipitat erfcheinenden Verbindung zu liefern *).
5. Norphiurn meconicum acidulum.
Die kryftallifirbare Subfianz, welche Neumann,
Holler urid Tralles aus dern Opium erhielten, iR
nichts anders, als ein m i t Hnrz, Uichfaft nnd Eyrneibfiofl' verunreinigtes mekonfaures .Morphium,
welches fie bereiteten, indem fie das Opium init
kochendem WalTer iibergoren und noch w a r m
durchfeiheten. Sie rammelten die i n dem erkalteten Aufgurs fich bildenden cuhirchen Krylialle, u n d
diele hielten fie fur reine Ssure.
Die unter dem Namen D e r o s n e ' s OpiumJiL
bekannte Verbindung, erhielt H e r r Derosne, als
er diefe KryRalIe, oder das rohe Opium rnelirere
Male mit kochendem Alkohol ubergoh. Wilhrend
dem Erkalten fetzt der Alkohol ein i n Prismen kryfiallifirtes Salz ab welches ein reines rnekonzurea
,
* ) Daf5 der VerfalI'er diefees Anffatzes be; reinen Unterfuchungen iiber das Morphiuor und die Mekonliure alle. nachZah1
ond Gewicht zu behimmen gefucht h a t , ifi riihlulich, peletrt
anch, es foollien noch Zweifel gegen die Zurerla&keit Tein e r Bckimmungen bleibeu, Aus reinen Angaben der Beliandtheile der Salzo den Morphiumr u n d der Nekonfdure folgen
k h r von eiriander abweishnde Werthe der Mi~chungr Z:.hI,
fowohl jenes Alkalis, a15 diefer S u r e , welches beweift, dafr
k i n e AugaLen uochmangelhaft Gnd; Zuverliilligkeit in Colchcn
Dingen ifi aber nicht dieFrucht Eines Verhcbr, fondern pllegt
kaum aub Hunderteu y o n Wiedcrliolnngen derelben hervorGllh.rt.
zugehen.
-
hiin,bl. dcr PhlG4.B. 56. SI. 4. J. 1817. St. 8.
z
I: 354 1
JlorPILiuilt ilt, in welcliem jedoch die Siure pr&
doiniiiirt.
P a g e n fi e c h e r henutzte die yon Ucrosne gemachte Bemerkung dafs diefes Salz blos i n Alko1101 u11d Siure aufliislicli fey, und digerirte die
Kiickliiinde der Opiuintitiktur mit ElKg und ueutralilirte diefen alsdann rnit Kali. Dabei fallen fogleich rpitzige Kryftalle zu Boden, welclie durcli
Aufliifen in Alkohol i n ihrc regelmiifsige KrylialC
form gebraclit werden kiirlnen. Auch fie find reines mekonhures Morphium, i n welchern wie bei
dem vorigen, dieSiure dieoberhand hat.
,
,
*
*
Ich habe die Befiaudlheile des Mohndicklaftes
auch i n griitien noch unreifen getrockneten Illohnkiipfen gefilnden. N u r mufs man den Schleim des
wliITerigen Auszugs durch angehende Fiiulnirs zero
ltoreo, urn die NiederTctilEge reiner und in kiirzer e r Zeit zu erhalten.
Den hier mitgetlieilten Verfuchen zu Folge hat
alfo H e r r Serturner das Verdieillt die entferntern
Befiandtheile des Opiums, nsmlich das Morphium
und die Mckonfiure a n den Tag gelegt zu habexi;
Uerosne hingegen fand den niihern .&Randtheil
deflelben
nimlich das Iiuerliche mekoulhure
Morphium. Dresdner Hofapotheke im Juli 1817.
,
,
Frnnz A t o n C h o u t o n t ,
der Chrmic BeflilTeoer.
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