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Betrachtungen ber die chemische Wirkung des Lichts.

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IX. Betrachtungen iiber die chemische Wirkurig
des
Lichts; aon Hrn. A r a g o .
(Ann. dc chim. et de phys. Ser. III T.VII p. 205.)
E i n Brief des Hrn. E d m u n d B e c q u e r e l hat Hrn.
A r a g o in der Pariser Acadernie zu einer miindlichen Mittheilung veranlakt, die wir hier so getreu a h miiglich wicder geben wollen.
Kurz nach Erlafs des Gesetzes, welches den €It!.
r) a g u e r r e und N i 6p c e eine National - Belohnung zusicherte, aufscrten sich in einem klcinen Theil des Publicums Meinlingen, die, meines Eracbtens, sehr irrig wnren, mir abcr die Pflicht auferlegten, zu zcigen, dafs die
neue Entdeckung nicht blofs unter deiii artistischen Gesichtspunkt betrachtet werden miisse , sondcrn dnfs sic
auch die Physik init sehr kiistlichen Forscliungsinittcln
bereichere. Das war der Zweck einer Note, die in dein
Compte rendit vom 19. Aug. 1839 erschien. Sie war
so abgefafst.
3) Hier
eine Anwendung, deren der Daguerriofyp
ftihig seyn wird und mir sehr des Intcresses wurdig erscheint. Die Beobacbtung hat gezeigt, d a k das Sonnenspectrum niclit continuirlich ist, sonderii transversale Unterbrechungen, vollkommen scliwarze Stricbe hat. Giebt
es 3hnliche Unterbrechungen in den dunklen Strahlen,
welche die photogenischen Effecte hervorzubringen scheiucn? W e n n dem so ist: entsprechen sie den schwarzen
Strichen des leuchtenden Spectrums? Da inehre dcr Querstrichc des Spectrums mit blofsem Augc, d. h. weuii sic
sich unver@Csert auf der Netzhaut abbilden , siclitbar
sind, so wird die Aufgabc, welchc ich hiostelle, leicht
gelost seyn. rr
Dicse sclir leichte J,iisung dcs I’ro6lcms, die icli
597
mir vorgesetzt, konnte ich selbst iiii J. 1839 nicht experiuientell aufsuclien, da die alte dunklc Kammer der
Sternwarte damals eine andere Bestilnmung erhalten hatte,
iind die neue noch nicht eingerichtet war. Uebrigens
lnuk ich voraussetzen, d d s mein Aufruf gehort ward, denn
ich habe erfahren, dais die K. Gesellschaft zu London
am 20. Febr. 1840 eine Abhandlung von Sir J o h n H e r s c h e l empfing, worin dic Frage beruhrt ist, nnd Jederniann hier wird sich erinnern, dars Hr. E. B e c q u e r e 1 die Academie in der Sitzung voin 13. Juni 1842 mit
deniselben Gegenstand unterhielt. Hr. H e rs c h e l , dem
liein Helioslat zu Gebote stand, glaubte sich nicht beslimmt tiber das Daseyn ron Streifen in dem photograpliischen Bilde des Spectrums aussprechen zu durfen; allcin Hr. Edin. B e c q u c r e l warf ein stationires Spectrum
auf die jodirte Platte, und sah, uach dem Versuch, auf
dem vom Spectrum eingenommenen Theil der Platte deutliche Querstreifen, Iangs welchen die chemische Substanz
rinvcrletzt geblieben war oder wenigstens keine wahrnehmbare Verandernng erlitten hatte. Er erkannte iiberdiel,
dah diesc Striche gcnau den dunklen Linien des leuchtenden Spectrums entsprachen.
Beim ersten Blick k6nnte der besagte Versuch iiberflussig scheinen, denn, sollte sich nicht das erhaltene Resultat ron sclbst verstehen? W i e kann man photogenischc
Wirkungen erwarten dort, wo alles Licht fehlt?
Hier meine Antwort: Es ist keineswegs erwiesen,
dafs die photogenischen Verrinderungen der empfindlithen (impressionables) Siibstanzen aus dcr Wirkung des
Sonncnlichtes selber entspringen. Diese Verhderungcn
werden vielleicht hervorgerufen von dunklen Strahlungen,
die dem eigentlichen Lichte beigemengt sind , sie begleiten, und wic dieses gebrochen werden. In diesem Fall
bemiese der Versuch nicht nur, dars drts von diesen uusichtbaren Strahlen gebildete Spectrum discontinuirlicl~
ist, dafs es Unterbrechungen hat wic das sichtbare Spectrum,
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sondern auch dafs in den beiden iibereinonderliegenden
Spectren diese Unterbrechungen einander genau entsprechen. Diefs ware eins der sonderbarsten, der seltsamsten Resnltate der Physik.
Fuhrcn wir in diese Eriirterung ein von der Chschwindigkeit des Lichts abhlingiges Element ein: die
Folgerungen aus der Beobachtung werden dadurch niclit
iuinder mehr iiiteressant.
Vor vielen Jahren habe ich gezcigt, d a k die Strahlen der Sterne, auf welclie die Erde zuliiuft, und die
Stralilen derjenigen , von denen die Erde sich cntfernt,
genau urn dieselbe Griike gebrochen werden. Ein solches Resultat ist init der Ernissionsiheorie niclit anders
vereinbar als mit Hiilfe eines wiclitigen Zusatzes zu dieser Tbeorie, auf dessen Notliwendigkeit ich scbon elieinals verficl, und das auch allgeinein von den Physilsern
atigenouimen ward. Man i n u t niinilich annehinen , d a k
die Icuchtenden Kiirper Strahlen von allen Geschwindigkeiten anssenden, und d a b blofs die Stralilen von einer
bestimiiiten Geschwindigkeit sichtbar sind, sie allein die
Empfindung des Lichts iin Auge hervorbringen. Pl;ach der
Emissioasthcorie werdcn das Roth, das Gelb, das Griin,
das Blau, das Violett des Sonnenlichts respeclive begleitet von diulichen Strahlen, die abcr aus Mange1 oder
Ueberscliufs an Geschwiudigkeit dunkel sind. Dein Mebr
in der Gcschwindigkeit entsprirht eine geringere Geschwindigkeit, wie das Weniger in ersterer einen griifser t n Wcrlh der lelzteren nach sich zielit. Sonach ist jeder siclitbare rotlie Stralil begleitct von dunklcn Strahlen gleicher Natur, wclche, die eincn mehr, die andern
n
gie& es Sfrahwciiigcr als er gebrochcn ~ ~ e r d ;e mi'ihi'n
Zen ill dem schwarzen Sfre$cn der roihen Portion des
Spectrums. Dasselbe gilt von den Strichen i n dein gelben, griinen, blauen und violetten Theile. Z)a nun der
Versuch gezeigt, dafs die in den Strichen enthaltenen
Slrahlen ohne Wirkung auf die euipf8nglichen Substainen
sind, so is1 cs fcstgestcllt, d a k jede Verlnehrung oder
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Verringerung der Geschwindigkeit den Lichtstrahlen photogenische Eigenschaften nimmt, mit denen sie urspriinglich
begabt waren; dafs die Sonnenstrahlen aufhiiren cliemisch
zu wirken im selben Moment, wo sie, durch cine henderung der Geschwindigkeit , die Fahigkeit verlieren, auf
der Netzhaut Lichtenipfindungen hervorzurufen. Ich habe
wohl nicht nathig Alles h&orzuheben, was in einer von
der Geschwindigkeit der Strahlen abhsngigen cliemischen
Wirkungsweise des Lichts Sonderbares liegt.
An demselben Montage iibergab Hr. E d in. B e c q u e re1 das Resultat eines Versuchs, den ich zwei Jahre
und zehn Monate friilier vorgeschlagen hatle, dabei isffentHch auffordernd, ihn unter neuen Bedingungen vorzunehmem, die iiber die Art, wie die Geschwindigkeit die chemisclie Wirkung des Lichts nbandere, AufschluCs geben
miifsten. Ich niachte bemcrklich, dafs man, da die Sonnenstrahlen sich in dem Maake rascher bewegen als die
von ihnen durchlaufenen Mittel brechbarer sind, zu einem erspriefslichen Resultat gelangen werde, wenn man
vergleichend und gleichzeitig die Wirkung des Lichts auf
eine jodirte Plalte studire, die zur Hzlfte in zwei sehr
unzhnliche Mittel getaucht sey, z. B. in Wasser und in
Luft. Hr. Edm. B e c q u e r e l war so gut, dieser Idce
zu folgen. Unter dem 25. November 1812 hat er mir
folgendcn Brief geschrieben :
Als Sie, im verflossenen Juni, die Gefilligkeit hatten , der Academie der Wissenschaften meine Abhandlung iiber die Constitution des Sonnenliclits vorzulegen,
waren Sie so gut mir einen Versuch anzugeben, durch
den man erfahren k a m e , ob bei Eintauchung einer fur
die Wirkung der Sonnenstrahlen empranglichen Substanz
in ein anderes Mittel als die Luft, durch die Aenderung
in der Geschwindigkeit der Sonnenstrahlen beim Uebergang der Luft in dieses Mittel, die t a g e der queren Striche oder Streifen im Spectrum der chemischen Strahlen
verlndert werde. cr
.Ich habe mich beeifert diese Versuche sogleich an8)
GW
zustellen, zunachst init Anwendung von Wasser als neues
Mittel. Meine Abreise aufs Land hat mich geniithigt,
sic zu unterbrechen. Ich reclinete darauf sic bei meiiicr Rijclikehr miederholcn zu kiinnen, elie ich das Resultat dersclbcn bekannt machte; allein das schleclite
Wetter dcr Jahreszeit hat rnir nocli nicbt erlaubt diesen
Vorsatz auszufuhren. Ich habe indefs die Ehre, Ihuen
das Resultat zwcicr Versuche nebst der Beschreibung des
dnbei befolgten Verfahrens zu iibersenden.
Ich gebrauclite dabei einen kleinen Glaskasten init
rccltt ebeneu Rzndern, voll Wasser, und einc auf Hrn.
D a g u e r r e ' s Wcisc zubereitete Platte, senkrecht in den
Kasten gestellt, so dafs sic parallel war mit der Vorderflsche des Kastcns. Bei den zwei Vcrsuclien betrug dcr
Abstand der jodirten Platle r o n dieser FlVche eiii Ccutimeter. Durch einc im Fensterladen gemachte schmalc
Spaltc braclite ich ein Bunclcl Sonnenstraiilcn in ein
dunhlcs Ziiniiier und brach sic dort durch ein recht reilies Flinlglas -Prisms, vor welchem cine Linsc init groFser Brennweite aufgestellt worden, UUI so ein Sonnenspectrum init allcn seinen Strichen projicirt zu crhalten.
Hierauf stellte icli in die Babn der gebrochcnen Strahlen den Kasten mit Wasser, so, dafs sich das Wasser
mit allen seincn Strichen recht liorizontal auf die jodirte
Plalte abzeicbnen, und dabei die violetten StrahIen winkelrecht durch die Vorderfllche des Kastens gehen mufs.
ten. Vor dem Versuch war in den Kasten so vie1 W a s ser gegosseu, dafs sein Nivean das Bild des Spectruins
der LYnge nnch halbircn mufste. fc
11 Nimmt man nach einer Wirkung von einer bis zwei
Minuten die Platte fort und setzt sie Quecksilberdainpfen
aus, so sieht man das Bild des Spectrums von der Granze
des Griin und Blau bis uber das aufserste Violett hinaus
Zuni Vorschein kommen, und, wie ich in meiner Abhandlung gesagt, hat dieses Bild alie seine Striche ahnlich
ft
))
GO1
licli liegend, wie das des Lichlspectruins fur die Portionen VOII gteicher Brechbarkeit. Zwischen dcrn Bilde des
Spectrums auf der in dcr I d t gebliebenen Portion dcr
Platte und dem auf der iiii Wasser gewcsencn Portion ist kein recht merklichcr Unterschied. Die Striche
beidcr Portionen des Spectriiins scheinen sehr gut in gegenseitiger Verlangerung zu liegen, ausgenoininen jedocli
in den Yukersten Portionen dcs cheinischeii Spectrums,
rechts und links, mo die Strahlen des im Wasser erzcugten Bildes etwas dichter zusainmenzurucken scheilien. Diefs scheint mir der Brechung der schiefen ShahIen zugeschrieben werden zu musscn.
Diese beidcn Versuche scheinen zu beweisen, dafs
die Natur des Mittcls, in welches die fur die cheinisclie
Wirkung dcr Sounenstrablcn cinpfiiidliche Substaiiz getnucht ist, nicht die Wirkung dieser Strahlen abandert,
so dafs der Eindruck dcs Sonnenspcctru~usauf diesc Substnnz iminer dieselbcn Striche und an denselbeii Orten
darbietet. I(
JJSobald d n s Wetter es erlauben wird, denke ich
dicse Versuche zu wiederholen, zu vermannichfaltigen und
vielleicht zii entscheidendcren Resultaten zu bringen. (I
Ich habe die Ehre etc.
((
JJ
-
Hier hat man also Sonnenstrahlen, die sich in Luft
und in Wasser genau glcicli vcrhalten. In der Luft bewegt sich indefs, nach dein Emissionssgstem, das Licht
weit weniger geschwind als im Wasser. Die Geschwindigkeit ist also hier ohne Einflufs, eine Folgeruug, die,
auf dem ersten Anblick, in offiiein Widerspruch mit der
zu scyn scheint, die wir aus dern ersten Versuch gezogen baben. Die beiden Resultate sind i n d c t nicht tinvereinbar. Eine nenc Hypothese kann sic, \vie mir scheint,
in Einklang bringcii. Jeder mag urtheilen:
Die Geschwiudigkeit, niit welcher ein Lichtstrahl eiPoggcndorff's Annal. Bd. LVIII.
39
60’2
nen gegebenen Kiirper durchZZuft, hangt aussclilielslich
von der Brechbnkeit dieses Kiirpers ab, so wie von der
Emissions,.escil~indigkeit des Strahls, von der Geschwindigkeit, die er im Vacuo hatte. Der Strahl, welclier
durcli das Wasser hin zur Oberfliiche der Jodscliicht gc.
langt, besitzt am Puukt, wo er diese Fliiche trifft, eiiic
Geschwindigkeit , griifser als die, welche der durcli die
Luft gegangene Strahl an demselben Punkt besafs; allein
im Innern der Schicht selbst, in einer hinreichcnden
Tiefe, habeu beide Strahlen genau diesclben Geschwindigkeiten. Liilst man die photogenischen Erscheiuangcli,
von einer nicht an der Obcrflzche, sondern im Innern
der Schicht ausgeiibten Wirkuiig abhlingen, so verschwindet alle Schwierigkeit. Nun sind wir, sonderbar gcnug,
gezwungen , einen wesentlichen Uiiterschied zu maclien
zwischen der Oberflache und dem Innern einer Schicht,
die von unglaublich geringer Dicke ist.
Betrachtct man sonacli die photogenischen I’IGinomenc als Beispiele mo/eculiircr Actionen, die ciner genauen Bestiminung fiiliig sind , so wird Jedcrmann fiihlen, wie interessant es seyn wiirde, Ziffern in die eben
hingestellten allgemeinen Raisonnements einzusclinlten.
Man wird diesen Zweck crreichen, wenn man zuviirderst die Versuche vervollstkindigt, mittelst deren Hr.
D u m a s angefangen hat, die Dicke der Jodschicht, auf
welcher Daguerre’sche Bilder entstehen, zu bestimmen
mittelst vergleichender WZgungen einer grofsen versilberten Platte vor und nach ihrcr Jodirung. Man wird
hernach in die Beobachtnng der rclativen Lagen der auf
der empfinglichen Substanz entstnndenen dunklen Striclie
jede mijgliclie Genauigkeit bringen, selbst, wenn’s niitliig
ist, mit Hiilfe des Mikroskops. Endlich wird man, stntt
in einem Sprunge von Wasser zu Luft iiberzugehen, die
relative Lage der Streifen, gebildet in zwei, an Dichte
oder Brechbarkeit nur wenig verschiedenen Mittcln, init
einander vergleichen. Fur jetzt fliefsen aus der vorste-
GO3
henden Ertirterung, gemiys dem Emissionssysiem, in aller Strenge nachstehende Folgerungen :
Entspringen die photogenischen Effccte des Sonnenlichts ausschliefslich aus dcr Wirkung dunkler Stralilcn, die
den sichtbaren Strahlen beigeinengt sind, wie sie fortwandcrn und zwar init Geschwindigkeiten von derselben Ordnung, so haben die superponirten Spectra beiderstrahlengattungen ibrc Unterbrechungen genau an denselben Orten.
Eneugen die siclitbaren Strahlen ghzlich oder theiimeise die photogenischen Effecte, SO ist diese Eigenschaft
dermafsen ihrer Geschwindigkeit inwohnend, dafs sie dieselbe verlieren, so wie diese Geschwindigkeit wtichst oder
abnimmt.
Miigen die photogenischen Wirkungcn des SonnenIichts von sichtbaren oder unsiclitbarcn Strnhlen herriih
ren, so kijnnen sic doch nicht einer an der Oborfliiche
dcr empfiinglichen Schicht ausgeubten Wirkung zugeschrieben werden: es ist im Innern der Materie, wo man
den Heerd dieser Wirkung suchen mufs.
Die vorstehenden Schliisse kiinnen erweitert werden, wenn man die Dicke der dunnsten Jodschicht kennt,
in der sich noch Daguerre'sche nilder erzeugen; und wenn
inan im Stande ist, die Dicke dieser Schicht zu vergleichen mit der Lange der Accesse oder Lichtwellen.
X.
Ueber die cerlheilende Wirkung der stnlischen Elektricit8t; con M . Far a d a y
(Phil.. Mag. Ser. IIZ Vol. XXZI p . 200.
R, Phillips.)
- Ein Brief on Herrn
V i e l l e i c h t halten Sie folgende Versuche beachtenswerth;
ihr Werth besteht darin, d a k sie eine sehr gennue und
entscheidende Idee von Principien der elektrischen Vertheilung geben, wclcbe, wie ich finde, von Vielen init
39 i*
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