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Carl Graebe zum 70sten Geburtstage!.

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Carl Graebe
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5
Zum 70sten Geburtstage!
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m 24. Pebruar 1911 vollendet C a r l G r a e b e , der verdienstvolle Porscher, der erfolgreiche Lehrer, der seinen Freunden teure, liebenswerte Mensch sein 70. Lebensjahr.
Der Verein
,
deutscher Cheniiker, der ihn vor zwei Jahren Zuni Ehrenmitglied erwah-lte,
y
l>+ bringt ihm die herzlichsten Wiinsche
zu dieseni Tage dar. dem sich noch mancher
Geburtstag in folgenden Jahren anreihen moge.
C. G r a e b e s Laufbahii begann in Frankfurt a. M., wo er jetzt die Jahre verdienter Ruhe
zubringt. Nach Besuch der dortigen hoheren Gewerbeschule und nach einem Anlauf zum Maschinenbaufach (an der technischen Hochschule zu Karlsruhe) wandte er sich dem chemischen Studiuni
zu in Heidelberg, kurz in Me.rburg, war d a m einige Zeit in der Praxis, bei M e i s t e r L u c i u s
& R r i i n i n g tatig, uni sich darauf in Ad. . R a e y e r s Laboratorium der Gewerbe-Akademie in Berlin
ganz der chemischen Forschung zu widmen. Hier begannen und entstanden seine wichtigsten
Arbeiten. Nach einer kurzen Zwischenzeit in Leipzig. wo er sich 1869 als Privatdozent habilitiert
hatte, folgte er eincm Rufe als Ordinarius an die Universitat Konigsberg. Seit 1878 wirkte er
mit grijl3teni Erfolge knper als ein Vierteljahrhundert in Genf.
Seiner tiefgreifenden Lehrt,atigkeit verdanken viele , darunter hervorragende Chemiker,
Anregung und Ausbildunp. Der Verfasser dieser Zeilen erinnert sich mit besonderer Freude der
Zeit, in der er die Vorlesutigen G r a e b e s iiber organisehe Cheniie (in Leipzig 1869) horte. Durch
die Vergleichung der niodtw~enCheinie mit iler von der alteren Schule gelehrten wurde ihm klar,
daB die Gegensatze zwise.11en beiden Itichtungen nur scheinbarc, durch die verschiedcne Formulierung verursachte waren.
Als Forscher hat G r n e b e die Wisscnschaft aul3erordentlich gefordert, zugleich auch ihre
Beziehungen zur Technik ungemein giinstig beeinflu&, ja neugestaltet. Den Mittel- und Kernpunkt
seiner Experimentaluntersuchuiigen bilden die Arbeiten iiber Chi 11 o 11 e und dein Chinon Ihnliche
Verbindungen: B c n z o - , N a p l i t h o - und besonders A n t h r a c h i n o n e und ihre Derivate. Ein
Markstein in der Ocscliiclite der Syiithese von Naturprodukten, sowie der Beziehungen zwischen
Wissenschaft uiid Technik bleibt die ihm und seineni Freunde C a r l L i e h e r m a n n gelungene
Darstellung VOII Alizarin aus Anthracen (1868/69).
In hochst anziehender Weise hat L i e b e r m a n n gelegentlicli der G r a e b e - Peier in Cassel
(1903) geschildert, wie sich die beiden Freunde zur gemeinsamen Arbeit zusanimenfanden. Die
groBe , den Untersuchungen beider innewohnende Redeutung wurde schon damals erkannt ;
auch der greise J u s t u s L i e b i g sprach sich dariiber hochst anerkennend in einem an H. K o l b e
gerichteten Briefe aus. - Die weitercn Folgen dieser wichtigen Entdeckung sind bekannt genug :
eiri kiinstlich aus Teer erzeugtes Produkt trat allmahlich an Stelle des bisher von der Mutter
Natur freigebig geschaffenen Stoffes. Ferner stehen damit bedeutsame Fortschritte der organischchcniischen Technik im Zusammenhang : Die steigende Anwendung der Alkalischmelze, sowie
der rauchenden Schwefelsaure und init letzterer die Ausbildung des Koiitaktverfalireiis.
Die schonen Untersuchungen G r a e b e s iibcr Naphthalin, dessen Konstitution er feststellte,
iiber Phenanthren, Acenaphthen, Chrysen, Pyren und andere niehrkernige Kohlenwnsserstoffe,
sowie iiber Acridin, Carb:izol, Diphenylenoxyd u. a. bilden gewichtige Glieder einer durcli gemeinaame Gedanken wohlgefiigtcn Kette. I n die Genfer Zeit fallen nanientlich seine und seiner
Schiiler Arbeiten iiber Xanthon, Euxanthon nebst Abkiimmlingen und iiber Plithalsaurederivate.
Manche dieser Untersuchungen waren bahnbrechend und brachten auch der cheiiiischen Industrie
Nutzen. W e nnregend selbst einzelnstehende Beobachtungcn wirken konnten, lehrt das Reispie[
dcr eufallig von P r ud'lio 111m e bemerkten Bildung von Alizarinblau. G r a e b e erkaniite bald
(1878) tlas Wesentliche d i w r Keaktion; die Chinolinsynthese S k r a 11 ps best.iitigte und erweiterte
schnell diese Einzelbeobac~litung.
SO hat G r a e b e der Mit- und Nachwelt einen iiberreichen Schatz von Produkten seiiivr .4rbeit
gesc.henkt. nei der Hebuiig diescr Schiitze standen ihm vortreffliche Mitnrbeiter zur Seite. ,411fieI'
v/
-
Cb. 1911.
41
322
Flnry : FortnoMtte dsr pharmheutisohen Chemie im Jahre 1910.
[angewandk
Zeitschrift filr
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Carl L i e b e r m a n n seien nur einige genannt: H. Caro, C. Crlaser, H. B r u i z c k , W. K n e c h t ,
R. B o h n , l’h. A. G u y e , A. P i c t e t , A. E i c h e n g r i i n , F. U l l m a n n .
Nicht n u r die, welche C. G r a e b e nahestehen, nein alle, die sein bedeutendes Wirken kennen
und zu wiirdigen wissen, vereinigen sich in aufrichtigsten Wiinschen fur d e n jugendlich frischen
Greis, dem sie ein herzliches Gluckauf! fur eine behagliche, a n wahrer Freude reiche Zulcunft
zurufen.
E. v. Meyer.
D r e s d e n , ini Februar 1911.
Jahresbericht iiber die Fortschritte
der pharmazeutischen Chemie im
Jahre 1910.
Von FEIUXLWII
FLUI~Y.
( I h g e g . 19:l. 1911.)
t h a 1e r 2 ) empfiehlt zur t.itrimetrischcn Bestimmung dcr HlausLure besondcrs in und neben Hcnzaldehydcyanhydrin, die in der pharrnazeutisclien
Praxis haufig vorkolnmt, cine modifizierte A n
d r e w s scho Mcthodc, die bekanntlieh auf dcrr
Gleichung
HgCI, 1- 2liCK
Hg(CN), 1- 2HCI
.
~
L-.
Durch die viclscitigcn Bezichungcn dcr pliarmazcutisclien Chcniie zu velwandtcn Gebiet.cn ist
ca bedingt, daU cine Anzahl von Ncuerungen in
vorliegender Zusammcnstellung cine 13eriicksichtigung nicht finden konnte. Ihre Respreehung ist
den Fortachrittsberichtcn iibcr anorganische, organischc und physiologische Chemie, iiber die C!iemie der Giirung, der F e t k und dcr iitherischen ole,
der Farbstoffe untl der h’ahrungs- und GenuUmittel
vorbehalten. o b e r die neuen Arzneimittel d03 abgelaufcnen Jahres wird demnachst in zusammenhiingender Form berichkt werden.
Nine Fiille von Bndcrungen und neuen Vorschriften fur die Herstellung und Priifung pharmazeutischer I’roduktc hat die ini Dezeniber 1910 in
einer Auflage von ctwa 40 OOO Exemplaren crschiebe dcs D e u t s c h c n A r z sich gebracht. Durch die Keuaufnahnie von 77 Arencimitteln und Streichung
von 33 Artikeln ist die Gesamtzahl dcr ,,offizinel’lrn“
Mittel auf 671 gesticgen. Von bcsondercr Wichtigkeit fur die GroUindustrie diirfte die Anfiihrung von
warenzeichenrechtlich geschutzt.cn Nanicn neuer
Praparate, wie Anasthesin, Collargol, Lactophenin,
Novocain, Stovain usw. sein. Dltv internationale
Ubcreinkomnien betrcffcnd die einheitlichc Cestaltung der Vorschriften uber starkwirkcnde Arzneimittel (Aconit, Antimon, Arucnik, I3elladonna,
Canthariden, Cocain, Colchicum, Digitalis, Hyoscyamus, Jod, Ipecacuanha, Lobelia, Opium, Phenol,
Secale, Strophanthus, Strychnos) hat im neuen
Arzneibuch dcn ini Jahre 1906 in Briisscl gcfaaten
Heschliissen ge1iill3 cine entvpreclicndc Beriicksiehtigung erfaliren. Nach seinem ganzcn Inhalt
triigt das Werk den Stcmpel nioderncn Geistes und
st,rcng wissenschaftlicher Bearbeitung.
A 1i p h a t i s c 11 e V e r b i n d u n g c n.
Die quantitative Bcstimniung klcinster B 1 a u s a u r c mengen in pliarniazeutischen Praparaten
gelingt nach E. 13 e r 1 und JT a x D e 1 p y 1) auf
coloriinet.rischcni Wegc. Sach Ubcrfiihrung dcr
Blausiiure in I3 u r 1 i n e r b 1 a u wird die Farbintensitiit der l’seudolosungcn am besten in K r ii IJsclien Colorinictcr verglichen. Reini Vergleicli dc
neuen Methodc: niit dcr Silbertitration crgcbcn sieh
sclir gut ubcrcinstinimcndc Resultatc. L. R o s c n 1 )
Bed. Beriolitc 43. 1430 (1910).
beruht, wobei an Stcllc der kaum dissoziicrten Hlausaure die stark dissoziicrte Sal
cignetcn Indicator titricrt, w i d . Als solchcn verwcndet R o s e n t h a I e rstattdcs von.4n d r e w I
cmpfohlrncn p-Sitrophenols Jodeosin. Ilas Benzaldehydcyanhydrin setzt sich mit Sublimat elensowenig uni als mit Silbcrnitrat.
Zuni ATachwciu frcicr Ulausaurc in den l’flttnzcnwirdvonC. R a v e n n a und M. T o n e g u t t i s )
cmpfohlm, die Rliitter odcr sonstigen I’flanzenteile
einc 3iinute in cine schr verd. Liisung von siedcnder
Kalilauge zu tauclicn, dann die Fliissigkeit niit
Weinslure anzusiiucrn und das Wasserdampfdcstillat iiber Knlilauge zu sanimcln; in der Vorlage wird
die I3lausiure dann qualitativ als Bcrlincrblau,
quantitativ mit Silbcrnitrat bestimnit. In frricm
bzw. scliwach gebundencm Zustande findet sich
die I3lansaure nmh d m Beobachtungen von 1,. v a n
I t a 1 I i e 4 ) in dcr Gattung Thalictrum, bcsonders
in den UILttcrn, nicht dagegen in unterirdischen
I’flanzcntcilen. In der Pflanzc Thalictrum aquilcgifolium konimt die Hlausaurc vermutlich in glykosidisclicr Bindung (wahrscheinlich als I’haseolunatin)
vor, da unter den Spaltungsprodukten nucli Accton,
wie in andcren cyanogmen Glucosideii, aufgefunden
wurde.
h-cuerc Untersucliungen iibcr das C 11 1 o r ~1 I u r c t h a n von O t t o D i c l s und A. G u k a s s i a n z 6 ) haben dcn Iiachweis crbracht, daU drin
durch Cyankaliunl aus der hcetylvcrbindung rntstelienden Nitril die urspriinglich :ingenoninirna
Struktur:
wirklich zukoinnit. Diese Verbindung ist dadurch
gekcnnzeiclinet, dall sic an cincni doppclt gebundcncn Kohlcnstoffaton~ zwci Chloratonie gcbundcn
aufweist. Bci der Spaltuiig mit Ozon wurde naben
I’hosgcn COCI, ein Oxalsaurederivat crhalten, in
ahnlichcr Wcisc init, Salpetcrsiure when Oralslure
I)iclilordinitromctlian :
Ar. d. 1’liarmac;ic 24S, SZ!) (1910).
Atti R. Acc:id. IAic. Hom. 19, 11, 19 (1910);
durch Chcin. Zrntralbl. 1910, IT, 893.
4 ) Ar. d. Pharmacic 248, 251 (1910); diese %.
23, 1429 (l!llO).
5 ) 13erl. Ret-ichtr 43, 3314 (l!)lO).
2)
3)
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