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Chemie Anorganischer Teil. Von Dr. Jos. Klein. (Sammlung Gschen Nr. 37). 7. verbesserte Auflage Neudruck. 170 Seiten. Berlin u

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[anRewandte
Zeitschdft tiir
Chemie
Neue BUcher
-
viel Zeit, sich der Laboratoriumsforschung hinzugeben und so entfernte sich sein Werturteil als Schriftsleller rnit den Jahren immer
mehr von dem des Experimentators. Er war sich dessen bewuSt, und
daher entstand in ihm bald der Entschluf3, bei der Bear beitung seines
Lehrbuches Vertreter der anderen Richtung als Mitwirkende oder
Berater heranzuziehen. Noch in den letzten Jahren haben in dieser
Bexiehung bfter, aber leider nicht genug, Meinungsaustausrhe zwischen
ihm und mir und anderen stattgefunden. Nach meinem Daflirhalten
hat er nlmlich in den letzterschienenen Abteilungen seines Lehrbuches
einige Kiirperklassen zu breit, andere wichtige dagegen zu kurz behandelt. Man wird mir entgegnen, da5 eine solche unterschiedliche
Behandlung Sache des Geschmacks wlre. Wie ich J a c o b s o n kannte,
war das bei Ihm aber keine Geschmackssache, er wollte vielmehr
ganz objektiv das Wichtige hervorheben. Dieses Urteil soll naturlich
das Gesamtwerk, das Lehrbuch der organischen Chemie J a c o b s o n s ,
nicht herabsetzen. Ich bewundere es und halte es fiir das beste, was
je in dieser Hinsicht auf dem Gebiete der Chemie geschaffen wurde.
Hoffentlich wird eine Kraft fur seine Fertigstellung gefunden, die
J a c o b s o n einigermafien kongenial ist.
Seine ktinstlerisch literarische Beanlagung kommt in seinen Nekrologen voll zum Ausdruck. Einer der schbnsten Nachrufe, den ich gelesen habe, ist der auf seinen Freund L u d w i g G a t t e r m a n n , welrher
ihm nur kurze Zeit im Tode vorangegangen ist. In diesem hat er
gezeigt, wie man bei aller Anerkennung der guten CharaktereigenSchaften und der vortrefflichsten Leistungen einer PersUnlichkeit,
ohne befurchten LU mussen, sie vor der Nachwelt herabzusetzen, auch
ihre Schattenseiten schildern kann. G a t t e r m a n n s Schwlcheu hat er
mit soviel Humor und Liebenswerdigkeit umgeben, daB jeder Leser
den also Gezeichoeten leibhaftig vor sich stehen sieht.
Im Laufe der Jahre war bei ihm ein gewisser imperialistischer
Zug wahrzunehmen, der sich darin BuBerte, alle wichtigeren literarischen Unternehmungen unter einen Hut bringen und dem EinfluBkreis der Deutschen Chemischen Gesellschaft unterstellen zu wollen.
Diese Richtung geht wohl nrspruinglich nicht von ihrn am. Die
Angliederung des Zentralblattes unter Abllisung des Referatenteils der
Berichte an die Deutsche Chemische Gesellschaft war schon fr[iher
erwogen worden. Um diese durchzuftihren, wurde ja auch nach dem
Ausscbeiden F e r d i n a n d T i e m a n n s der Posten des bisherigen
' Redakteurs in den eines Generalsekretlrs der Deutschen Chemischen
Gesellschaft umgewandelt und J a c o b s o n Ubertragen. Aber die
splteren Unternehmungen, die Erglnzungsblnde zur 111. Auflage von
Beilsteins Handbuch und das Wunderwerk der IV. Auflage gehen Kohl
ganz auf setne Initiative zuriick. Unabllssig hat er fiir die nbernahme
Son Liebigs Annalen der Chemie oder die Schaffung einer neuen
Zeitschi ift fur die grUDeren zusammenfassenden Abhandlungen seitens
der Deutscheu Chemischen Gesellschaft gekiimpft. In ubereinstimmung
.mit Emil F i s c h e r habe ich ihrn in diesen Bestrebungen nicht folgen
klinnen.
Wer das Gliick hatte, J a c o b s o n perslinlich niiherzutreten, wird
&it mir einig sein, wenn ich die merkwiirdige Ausgeglichenheit
&tines Wesens hervorhebe. Sein Wollen, Denken und Handeln war
von einer kunstlerischen Harmonie ftberkrbnt. Scheinbar leidenschafts10s und dennoch rnit Wlrme, Wohlwollen und Energie ging er seinen
weitgesteckten Zielen nach. Er war ein ,,Mensch", wie Prof. P r a g e r
in seiner schiinen Rede an der Bahre J a c o b s o n s hervorhob.
Als er nach Berlin kam, war er ein stattlicher schlanker Mann
,
mit schwarzeni Vollbart und nur leicht ergrautem Haar, doch merkte
ich bald, daD es rnit seiner kbrperlichen Kraft nicht gut bestellt sein
lyonnte. Ich erinnere mich, daB ich einmal, noch in den neunziger
Jahren, mit ihm und seiner Frau zusammen war. Wir erbrterten die
Niiglichkeiten fiir einen Ferienaufenthalt im Hochgebirge, iiber den sie
sich noch nicht entschieden hatten. Ich schlug ihnen Oberstdorf im
Mgau vor. Darauf etwas verlegen belustigtes Lacheln von J a c o b s o n
gegeniiber seiner Frau. Erst wollten sie nicht rnit der Sprache heraus,
bij J a c o b s o n pliitzlich lachend fragte: ,,Gibt's da auch Biinke an den
Spazierwegen?" Er m6ge nicht lange gehen. Fiir sportliche Stlhlung
datte er keine Neigung.
An die GUttinger und Heidelberger Zeit unter V i c t o r M e y e r
I
dachte er gern zurtick, da er dort auch andere wertvolle Freunde gefunden hatte, unter denen er v. A u w e r s , G a t t e r m a n n t, J a n n a s c h t
'und K n o e v e n a g e l t besonders schlitzte. In Berlin schloB er sich
Eduard Ruchner
an und suchte nach dessen Tode in treuer
'Anhlnglichkeit seine Witwe jedes Jahr in Ttibingen auf, um sich um
deren Kinder zu bektimmern. Seine musikalischen Neigungen pflegte
'er in eineni engen Kreise ihm nahestebender Pershlichkeiten, denen
auch W i l h e l m T r a u b e angebiirte.
Mit seiner Frau, einer Gbttingerin, verband ihn innige Liebe und
Freundschaft. Ihr langes schweres Leiden und ihr vorzeitiger Tod
hat ihn stark mitgenommen. Ich hatte damals bei ihm den Eindruck
der vollkommenen Resignation. Er lebte nur noch der Fertigstellung
seines Werkes. Voller Patriotismus soll er sich im Kriege allzu peinlich i n der Ernlhruog an die offiziellen Rationen gehalten haben,
rnit Besorgnis beobachtete ich seinen kbrperlichen Zustand. Er alterte
vorzeitig und zusehends. In der letzten Vorstandssitzung der Deulschen
Chemischen Gesellschaft, kurz vor Weihnachten, sprach er mit so
leiser, fast tonloser Stimme, da6 man ihm nicht mehr folgen konnte.
Ich war daher nicht iiberrascht, daB er wenige Wochen darauf, nur
63 Jahre alt, verschied. Der Tod ist ihm nicht schwer geworden.
Inzwischen ist ein ausfuhrlicherer Nekrolog von Prof. P r a g e r im
letzten Heft der Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft verbffentlicht worden.
[A. 50.1
Neue Biicher.
I
___________
Die Romantik der Chemie. Von Dr. O s k a r Nagel. 10. Aufl. 79 Seiten,
mit 26 Abbildungen und 4 Tafeln. ,,Kosmos", Franckhsche Verlagsburhhandlung. Stuttgart, 1922.
Das vorliegende Heft ist ein Blndchen der bekannten KosrnosSammlung, deren Aufgabe es ist, einzelne Wissensgebiete in allaemeinverstlndlicher Form zur Darstellung zu bringen. Bei dem svhier unermeBltchen Umfang des Gebietes der Chemie und der beschrkkten
Seitenzahl eines Kosmosheftes ist eine solcbe Darstellung natiirlich
nur in den leichtesten Umrissen mUglich. Und die ist dem Verfasser
allerdings durchweg gut gelungen. In anregendem Plaudertone beginnt
er mit der Gewinnung des Goldes und fUhrt den Leser auf abwechslungsreicher Bahn durch die verschiedenen Gefilde der chemischen
Technik, um zuletzt auch norh einiges iiber die chemischen Elernente
und die alte Frage nach Kraft und Stoff oder Eaergie und Materie
zu sagen.
Zu diesem allgemeinen Teil wiire vielleicht mancherlei zu bemerken. So hat der Verfasser in dem Bestreben, die Grenze zwischen
Leblosem und Belebtem mUglichst zu verwischen, wohl nicht immer
die Grenzlinie zwischen Popullrem und Banalem innegehalten. Was
soll man sich unter der unverdstlichen ,,Wehrkraft" vorstellen, die
die Entwicklung verursacht? Diese mehr philosophischen Betrachtungen
wliirden ohne Schaden fehlen kfinnen. Erwiinschter wlre sttrtt dessen,
z. R. beini periodischen System der Elemente die neuen Begriffe der
Ordnungszahlen, Isotopen usw. zu erwlhnen und, wenn Uberhaupt
solche allgemeinen Fragen angeschnitten werden, auf die in jlingster
Zeit entwickelten Anschauungen iiber Stoff verlu-t durch Energieabpabe
hinzuweisen.
Lockemann. [BB. 141.1
Chemie. Anorganischer Teil. Von Dr. Jos. Klein. (Sammlung Giisrhen
Nr. 37). 7., verbesserte Auflape, Neudruck. 170 Seiten. Berlin u.
Leipzig 1922, Vereinigung wissenschafllicher Verleger.
Das Buvh von K l e i n ist der Neudruck einer 7., verbesserten Aufloge. Es muS also zahlreiche Leser geben, deren AnnprUchen es nach
Inhalt und Form geniigt. Als Einfiihrung in die Chemie halte ich
das Biindvhen flir nicht geeignet, da es manches Fehlerhafte und viel
MtSverstlndliches enthllt. W.icbtige Ergebnisse neuerer Forschungen
sind meist nur in Form von Zusatzen besprochen.
A. Sieverts. [BB. 139.1
ober die Darstellung des periodischen Systems, der chemischen
Elemente mittels harmonischer Schwingungen. Von F e hr 1e.
H. M. Muth m. b. H. Freiburg 1922.
Verfasser hat sich an die Aufgabe herangemacht, das Gebeimnis
der Zahlenreihe der Atomgewichte zu erforschen. Mit Hilfe von sehr
wenig durrhsichtigen und unbegrUndet erscheinenden Hypothesen
Uber die Verteilung der kleinsten Massenteilchen auf den Kugelschalen,
die dem Atom seine Form und sein Wesen geben sollen, sowie unter
Verwendung von neu eingefiihrten Regriffen als Grundbegriffe von
einer Dimension, welche die physikdische Forschung sonst nicht
verwendet - erst durch Rotation erhllt das kleinste Rauteilchen des
Atoms die Dimension einer Masse -, gelangt er zu einer Formel fur
die Atommasee, die, da Pie eine siebente Wurzel enthat, als wenig
vertrauenerweckend bexeichnet werden muB. Unter Verwendung
dieser Formel wird eine Zablenreihe fur die A. G. erhalten. die
F e h r l e als ,,ideale Atomgewichte" bezeichnet, und natiirlich keine
ganzen Zahlen, d. h. keine ganzen Vielfdchen vom Gewicht des Wasserstoffs ergibt. Auf diese Zahlenreihe, ihrem Vergleich rnit den
experimentellen Atomgewichten, der gefuodenen PeriodiziWt der
Differenzen zwischen beiden baut sich das Ubrige auf, das i n Zahlenoperationen von kabbalistischem Geprlge auslluft.
Die moderne Naturwissenschaft ist frob, durch die grundlegenden
A s t o n schen Versuche iiber Mawenspektroskopie die Frage der nicht
ganzzahligen Atomgewichte als weitgehend gekllrt betrachten zu
kbnnen. Danach gibt es bekanntlich nur ganzxahlige Atomgewichte
und die nicht ganzzahligen Verbindungsgewichte werden durch
Mischung zweier oder mehrerer Isotopeo in irgendeinem Verhlltnis
begriindet. Praktisch ignoriert F e h r l e diese bahnbrechenden Experimentalbefunde. Faktisch werden die A st o n schen Versuche allerdings
zitiert mit dem Urteil: ,,Irgendeinen Erfolg in bezug auf die gesetzmlBige Erkllriing der UnregelmlSigkeiten bei den Atomgewichten
hrben sie nicht pezeitigt'.
DHShei5t denn doch, die Dinge auf den
Kopf stellen. Nachdem es einmal gegltickt ist, die Ursache qualitativ
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