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Chemische Mittheilungen.

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Ruliepi~okt fiadet. Bci dieser Vorstcllung kaim iiian leiclil
ziigeben? Jafs die Eleklricitltsmeiige, die von eiriem Moleclil zu eiuem benachbarten Ubergefrihrt wird p niir durcli
die Krafte bedingt wird , die aiif die Elektkcittitstlieilchen
ausgetibt werdeu, wahrend sie noch nu jeuein MoleciiI sicli
i n Ruhe befiudeu, uicht aber durch die Krefte, die arif
sie wirken, wiibreiid sie schon nuf dein Wege zum folgeudeli MolecIIl sind.) Iu Bezug auf die Theorie der Iuduction,
die W e b e r gegeben hat, ist es gleichgiiltig, ob man diese
Aunahiiie macht, oder nicht. Macht nian dieselbe, und
deiikt sich librigens die Strilmungen iu der Kettc so, wie
sic die Voraussetzuug des elektrostatischeii Gesetzes ergeben hat, so ist es, in Bezug auf die GrOfse uud die Richtung der Kraft, welche die Elektricitateu in dem Elementc
0 zu scheiden strebt - also in Bezug auf die elektromotorische Kraft, wie W e b e r sic iienut -, gleichgliltig, o b
man vou dem elektrostatischen oder dem W e b er’scheu
Gesetze nusgebt. Der Uuterschied, der mbglich ware,
iniifste ngmlich herriihren vou den KrBften, welche die in den
aiideren Theilen des Systemes strilmeuden Elektricitiiteii
atisfiben, uud diese Kriifte tragen nach dem, was W e b e r
bcwiesen hat, zu jeuer elektromotorischen Kraft nichts bei,
da die Strilmuugen constant siud, uud gleiche Merigen der
beiden Elektricittiten iiach entgegedgesetzten Richtungel1
init derselben Geschwindigkeit flihren.
VI. Chernische ikfittheifungeri von
C. I? S c h o e n b e i n . .
V e r s u c h e iu der Absicht augestellt,
den Eiuflufs iiliher
keunen zu leruen? welcben gewissc chemische Vergesellschaftungeu des Sauerstoffs sowohl auf das Oxydationsvermilgen als das Volta’sche Verhalten dieses K6rpers ausPoggendorrPs Annrl. Bd. LXXYIII.
33
514
iibcn, haben inich zur Erlnitteliing einer Reihe von Thatsaclieii gefiihrt, welche ineiries Wissens ueu und nicht ohne
alles Interesse sind, weshalb aiich einige derselben in naclistehcnden Aufsltzen beschriebeii werden sollen.
I
Ueber die Z e r s e t z u n g d e s Jodkaliums auP t r o c k e o e m
W ege.
Uieses Salz wird uuter Jodausscheiduiig durch folgende
Substanzeu auf trockenem W e g e zerlegt:
1. durch die Metallsauren init fiinf Atomen Sauerstoffgas.
a ) Arsensuwe. Schon beiin Zusammenreibeu der wasscrfreicn S u r e mit dein trockuen Jodsalz wird einiges J o d
frei, iudein sich die Masse brauiigelb fiirbt, und reichlichst
eutbindcii sich Joddiiinpfe ails dem Gemeuge bei erhiihter
Teuiperatur uuter Bilduug arseusauren Kalis und arsenigtcr Siiure, gemafs der chemischeu Gleicbung 3 As 0
+2 K J =2 K As +As 0 +2 J. Erreicht die Teinperatur
iiicht den Verdampfungspunht vou As 0 3 ,so sublimirt sich
nur J o d , soiist uoch arseuigte Siiure. Uebrigens zersetzt
auch die watrige LBsung der Arsensaure in der Warme
zieiiilich lebhaft das Jodkalium , uatlirlich ebeufalls unter
Jodentbindung uud Bildung von arseusaurem Kali und arseuigter Slure.
b) Aniinaonsuure. Ein wasserfreies Gemenge dieser Saure
und des Jodkaliums stBfst bei hoherer Temperatur dicke
Joddampfe aus, ohne Zweifel uuter Bildung autimonsaureu Kalis und Antimonoxyds.
2. Durch die Metallsawen init drei Atomen Sauerstoffes.
a ) Chromsaure. Schon in der Kalte scheidet sich beim
Vermeiigen der trockenen Saure wit Jodkalium J o d ab und
bei mafsiger Erhitzung werdeii dicke Jodqualme entbuiiden
un ter Bildung von Kalicbromat und Chromoxyd.
b ) Kalibichromat. Dieses Salz wirkt wie die freie Chromsiiure auf das Jodkhlium eiii; deuii eiu inniges Gemenge
bcider Substauzeii Iafst sclioii in der Kiiltc cine incrkliche
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Menge Jodes fahren und es qualmen aus delnselbeu bei
einer Temperatur, die noch weit unter der duukelu ROILgluth liegt, die dicksten Joddsmpfe auf. 5KCrz + 3 K J
setzen sich liiebei in SK %r+ Cr' O3+ 3 J urn, wefshalb
drei Gewichtstheile des Bichrolnates vallig hinreichen, um
das in zwei Gewichtstheilen Jodkaliuins entbaltene J o d abzulrennen. Der bei dieser Reaction erhalteiie Ruckstand
ist eine schmutzig grtiue Masse, welche an das Wasser einfach chromsaures Kali abgiebt , uiiter ZurIicklassung von
Chromoryd. Im Kalibichroinat besitzen wir somit ein eben
SO cinfaclics als nettes Mittel, J o d auf trockenem W e g e
aus dern Jodkalium zu gewinuen; wie inan leicht begreift,
ist diese zierliche Methode der Joddarstellung keineswegs
kostspielig, da der volle Werth des dabei verwendeteu
Bicbrolnats wieder in dem eiiifaclr cbromsauren Kali uud
Chromoxgd gewonnen wird.
c ) Ilolybdiinsdure. Die trockene Saure scheidet schon
in der Kiilte aus dein gleichbeschaffenen Jodsalz einiges
J o d nird reichlich bei inafsiger Erwarinung ab, ohiie Zweifel unter Bildung molybdansauren Kalis und Molybdiuoxydes.
d ) Wolframsiiure. Diese Substanz verbzit sich wie Moly bd 8 11slure.
e ) Yunad- und Tantukuure. Ich habe zwar mit diesen Sluren, welche inir im Augenblick uicht zu Gebot stehen, noch keiue Versuche angestellt, zweifle aber nicbt,
dafs sie aus dem Jodkaliuni das J o d abscheiden werden
unter Bildung von vaiiad- und tantalsaurem Kali und Encuguug niedrigerer Oxydationsslufen des Vanads und Tantals.
3. Durch die Metallsauren mit awei Atomeu Sauerstoffes.
a ) Zinnsuure. Sowohl die beiden kiinstlich bereiteteu
isoineren Modificationen der Zinnsaure, 81s auch der in der
Natur vorkominende Zinnstein, innig init Jodkalium geinengt, scbeiden aus diesem Salz in der Hitze J o d ab, wahrscheinlich uriter Bildung von Kalistaonat und Zinnoxgdul.
33 *
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b ) Titunsiizrre. W i e vorausteht.
c ) Uransaure. Ebeuso.
4. Durch Siiuren mit metalloidischen Gruudlagen.
a ) Phosphorsuure. Beim Eiiitrageu vollkommen trockeiieii rind feiu gcpulverten Jodkaliums in geschmolzeue wasserfreie Phospborshre findet eine stiirinische Jodeutwickeluug statt urid wird diese Arbeit in einem offeueii Platinliegel vorgeuoininen, so kommt dabei eiiie Flamme zum
Vorschein, welche, diirch die gleichzeitig sich entbindendeli Joddaiiipfe 'geseheu , eiue carmesiiirothe Farbung hat
uiid nur k u n e Zeit audauert. Auch das gcschmolzeiie
Phosphorsaurehydrat ( HO +PO ) scheidet reichlich Joddrimpfe aus dein Jodkalium a b uiitcr der ebenerwrhuteii
Flamineiierscheiuuiig, wobei jedoch ziemlich vie1 Jodwasserstoff auftritt. WUrdc die wasserfreie Phosphorsaure wie
die ilir Shuliche Arseusiiure auf Jodkaliuiii einwirken, was
wahrscheiiilich ist, so setztcii sich iu der Hitze 3 P 0 5+ 2 K J
in 2 K$+ PO1 + 2 J nm, und riihrt die im Platiutiegel erscheineude Flamine vou der Verbreuuung der entstandeuen iiiid in der Hitze dampffilrmig gewordenen phosphorichten Siiure her.
b ) Kieselsidure. Eiii iuniges Gemeuge chemisch -reiiier
Kieselsaure uiid Jodkaliunis eutbiiidet bei h6berer Temperatur sichtbare Joddampfe, vorausgesetzt jedoch, atmospharische Luft oder Sauerstoffgas stehen init der erhitzten Masse
iii Bcriihrung. Ohne Erfiillung dieser Bediuguiig keine Jodentwickelung. Von der Richtigkeit dieser Angabe Uberzeugt man sich, indein inan durch eine Glasrtbhre, gefiillt
niit dem besagteu Gemeuge, Kohlenslure, Wasserstoff oder
Stickstoff strijmeu Iafst, wlhreud die Rilhre stark erhitzt
wird. Unter diesen Urnstladeli koinmt keiue Spur freieii Jodes zum Vorschein; verwechselt man aber die genannten Gase
mit atmosphririscher Luft oder Sauerstoffgas, so wird Jod
urn so lebhafter ausgeschiedeu, je haher die Temperatur
des Gemenges ist, uud es wird kauin der ausdriicklichea
Reinerkiiiig bediirfeo, d a t sich uiiter dieseii Umstiinden ein
Kalisilicat bildet.
517
c) Borsiiure. Sie verhalt sich ahulich der Kieselstiure.
Aus diesen Thatsachen erhellt, d a t freie Kieselaure
oder Borseure in BerUhrung lnit Jodkalium und Sauerstoffgas bei btiherer Temperatur den letzteren bestimint , sich
mit dem Kalium des Jodsalzes zu verbiudeu, urn eio Sili,
cat oder Borat zu bilden; wie umgekehrt freies Kali in
Bertihrung mit Maugau oder Chrom und Sauerstoffgas die
Umwandlung dieser Metalle in Sauren verursacht.
Ich brauche wohl nicht zu sageu, d a t alle die obeugeoanoten Metallsauren, uebst der Phosphorslure, auch bei
vtilligem Luftabschlufs das Jodkaliuln uuter Jodabscheiduog
und Bildung von Kalisalzeu zerlegeu, woraus sich ergiebt,
dals das Kalium des Jodsalzes durch eiueu Theil des in
dieseu Stiuren enthalteneu Sauerstoffes oxydirt wird, wie
diels iibrigeus auch schon das Ariftreten der niedrigeren
Oxydationsstufeii der metallischeii Radiknle besagter Sauren, z. B. der arseoigten S u r e , das Cbrolnoxydes u. s. w.
zeigt.
5. Durch Eisensalze.
a) Eirenchlorid. Aus eiiieui wasserfreieu Gemenge dieses Salzes uud Jodkalium wird schou in der Kalte zieinlicb vie1 J o d frei uod eutbiudeu sich bei miifsiger Erwlrmuiig die dicksteu Joddainpfe uuter Bilduiig von Etseuchlortir uud Chlorkalium. Eiue intiglichst conceutrirte
Eiseuchloridltisung fallt aus einer gleicbbeschaffeneii Jodkaliumlbsung eiuen grofseu Tbeil dcs Jodes iu krystalliuischer Form aus, wobei iiatiirlich ebenfalls Eiseucblortir rind
Chlorkalium entsteht , gemzb der chelnischeri Gleichuiig
Fez C l 3 + K J = 2 F e C I + K C l + J .
Nnch dieseii Aiigabeu
ist die Bemerkuns fast tiberflussig, d a t eiu Aeq. Eiseuoxydes mit eincm Aeq. Jodkalium verineugt und uiit drei Aeq.
Salzsaure tibergosseu bei hiureichend laugcr Erwlruiung in
zwei Aeq. EiseuchlorUrs eiu Aeq. Cblorkaliums und eiii Aeq.
freien Jodes sich umsetzen.
b ) Eisenoxgdsdfut, Das trockeue sogenaiiiile neutrale
schwefelsaure Eiseuoxyd ( F e S ? ) inacht schoti in der Kiilte
riuiges J o d aus dem Jodsalz frei wid ails ciueiu iutiigeii
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Gemenge beider Salze steigen bei mlfsiger Erwlrmung dicke
Jodqualme auf, ohne dafs hierbei' schweflichte S u r e sich
eutblude. Eiu Gemenge von einem Aeq. Eisenoxydes und
einein Aeq. Jodkaliuins mit drei Aeq. Schwefelsaure iibergossen, die ziivor stark mit Wasser verdunnt worden und
fur sich allein kein J o d mehr aus deni Jodkaliuin auszuscheideli vermag, eutbindet hei der Siedhitze reichliche Joddlmpfe,
und hBreu diese aiif zu erscheiiien, so entbalt der Ruckstand nnr schwefelsaures Eisenoxydul und Kalisulfat. Hieraus erhellt, d a t F e 2 0 3 + 3 S 0 3 + K J sich in 2FeS+
K S t J iimsetzen und zum Behufe der Jodabscheidung des
Jodes aus dem Jodkalium eben so gut Eisenoxyd als Braunstein angewendet werden kann.
c ) Eisenozydsake iiberhaupt. AlIe von mir bisjetzt geprufteii Eisenoxydsalze, wie z. B. das Phosphat, Arseniat,
verhalteu sich gegen Jodkalium ahnlich dein Eisenchlorid
oder Eisenoxydsulfat, d. h. sie alle innchen aus dein Jodsalz in der Warme reichlich Jod frei uuter Bildung vou
Eisenoxydul- und Kalisalzen. d ) Kaliumeisencyanid. Ein-inniges Gemenge des trockenen Cyauides und gleichbeschaffeneii Jodkaliiims dampft
schoii in der Kiilte einiges J o d aus und entwickelt bei der
Siedhitze des Wassers sichtbare Joddginpfe. Bei merklich
h6herer Temperatur wird keiii J o d inehr frei und finden
Reactionen statt, die ich noch nicht niiher ermittelt habe.
Innerlialb gewisser Temperaturgranzeii diirfte das Cyanid
auf das Jodsalz so einwirken, dafs sich 3 K C y + F e 2 Cy3
+ K J in 2 ( 2 K C g + F e C y ) + J nmsetzeii.
6. Durch Kupferoxydsalze. Es ist bekannt, dafs iu
Wasser gel6ste Kupferoxydsnlze durch Jodkalium so zersetzt werden, d a t Kalisalze nebst Halbjodkripfer entstehen und J o d frei wird. Nach meiuen Erfahrungen scheiden auch die wasserfreien uud freien uud festen Kupferoxydsalze, wovoii selbst das Carbonat keiiie Ausnahme
macht, schon in der Kglte J o d aus dem, trockenen Jodkalium ab, wie d i e t das Blauwerdeii des Stiirkekleisters
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beweist , den mafi in Papierstreifeii im GefaCse auWinGt,
worin eich das Gelneuge irgeud eiues Kupferoxydsalzes und
Jodkaliums be6ndet. Aus derartigeti Gemengen entwickeln
sich bei der Siedbitze des Wassers sichtbare Joddampfe
und dicke Qualme derselbeii bei einer Temperatur, die noch
ziemlich weit vou der dunkeln Rothgluth entfernt ist. Kupfercbforid und Kupferoxpdsulfat eigneu sich zu diesen Versucheu am besten. Die hierbei gewouiienen Rlickstande
habe icb noch nicht naher untersucht.
Es bedarf wohl kaum der ausdriicklichen Angabe, dafs
es aufser dem Jodkalium noch manche andere Jodmetalle
giebt, welche sich durch die obeu angegebene Mittel auf
trocknem Wege unter Jodabscheidung zerlegeu lassen;
ebenso ist nicht daran zu zweifeln, dafs auch noch andere
als die erwahnten metallischen Sauerstoffverbindungen zersctzend auf das Jodkalium einwirkeo, wie ich diefs iu Bezug auf einige Oxyde in einem Nachtrag zeigen werde.
Zuin Schlusse noch eine Bemerkuug. Da far inich das
Jodkalium eine kalihaltige Verbindung uud das J o d ein
Superoxyd ist, so mufs ich natlirlich die obcn angefuhrten
Tbatsachen anders erklaren, als diefs die herrschende Theorie thut und als ich es selbst im voranstehenden Aufsatz
getban. Ueberall, wo dieso Theorie das Kalium oxydirt
werdeu lafst, findet nach der lltern Hypothese, die ich
flir die richtige halte, eine Oxydation des Jodiumoxydes
zu Superoxjd oder zu dem statt, was wir beute Jod nennen.
11.
Ueber d i e Zersetzung den B r o m k a l i u m r aiiP t r o c k e nem W e g e .
Da die Zersetzungsverbaltnisse dieser Verbindung denjeuigeu des entsprecheuden Jodsalzes sehr ahnlich sind, so
kaun ich mich k u n fassen in den Angaben liber die Umstande, unter welchen aus dem Bromkalium Brom auf trockeiiem Wege abgeschiedea wird. Alle obengenannteu Metallsanreu und Salze entbinden inehr oder lninder reichlich
Brom bei Anwendung voii W h i n e , und da dieser Kbrper
iiiiiiger als das Jod an die mctr?llischen RadikaIe gebundeti
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isl, SO folgt hieraus, dafs die Bromentbinduog ails den
Brominetallen durch die oben angegebenen sauerstof5altigeu Mittel nicht so leicht bewerkstelligt wird, als die Jodentwickelung aus den Jodmetallen. Als die bequemsteii
Mittel zur Abtreunuug des Broms vom Rromkaliuln auf
trockenem W e g e dienen das Kalibicllroinat und das Eisenchlorid , welchcs letztere auch im aufgel8stcn Zustaud d a m
beuutzt werden kann, aus Bromkalium das Brom durch
Destillatiou zu gewinnen.
W a s das geschmolzene Phosphorsaurehydrat betrifft,
so entwickelt dasselbe nus dem genanuteu Bromsalz weuig
freies Brom wid vie1 Rromwasserstoff; uiid init Kiesel- oder
Borslure das Bromkalium unter Beiseyn von Sauerstoffgas auch noch SO stark erhitzt, vermochte ich kaum Spuren von freiem Broin zu erhalten.
111.
Ueber die Zerselziing einiger Chlormetalle n u f
tro c ken e m W ege.
Da unter den drei sogenaniitcn Salzbildnern Jod, Brom
und Chlor, das letztere init den Mctnllen die iuuigsten
Verbinduugen eingebt, so folgt hieraus, dafs diese Chloride
ibrer Zersetzung auf trockenem W e g e auch den grbkeren
Widerstand entgegensetzeu werden.
Chlorkalium oder Chlornatrium mit irgend eiuer der
oben geununteu, dns J o d - uiid Bromkalium zersetzenden, .
Substanzen gemengt, lassen selbst bei starker Erhitzung
kein Chlor fahren, wohl aber die Chloride des Barium,
Strontioms, Calciuins , Magniuins und wahrscheinlich iioch
einiger anderen Metalle. Zu einer solcben Chlorabscheidung eignet sich nach ineinen Erfahrungen am besten das
Kalibichromat. Aus eiiiem iunigen und vollkommeii trocknen Gemenge dieses Salzes und Chlorcnlciums entwickelt
sich bei hoherer Temperatur eine merkliche Menge Chlorgases uiiter Bilduug einfacb chroiusauren Kalis und Kalkes
nebst Chromoxyd.
W i e es scbeint, zeigen ein solches Verhalten alle diejenigen Chloride, wclche an der Luft erhitzt einiges Chlor
52 1
fabren lassen, wriihreud ein Tbeil ibres Metalles durcb den
atmosphlriscben Sauerstoff .mydirt wird.
IV. Ueher eiaige desoxydlrendea Wlrlrnngen d e r K o h l e .
1) SchUttelt man auch nur einige Augenblicke gewahn-
liches Kohlenpulver. iiiit einer watrigen Lbsung vollkom-men reinen EisenchIorides, 80 wifd diese, wenn filfrirt,
durch Kaliumeisencyaiiid aufs Tiefste geblaut werden, was
beweist , dafs uiiter den aiigeftibrten UmstPnden Eisencblortir entsteht. Behaudelt man eine gegebene Menge besagter Chloridlfisung lange genug mit hinreichend viel Koblenyulver, so wird alles Chlorid in Chloriir verwandelt.
J e feiner die Kolile zertheilt ist, desto rascher erfolgt diese
Vergnderung, weshalb gegliihter Kienrufs viel wirksaiiier
sich verhiilt , als gewbhnliches Kohlenpulver. Es verdient
bemerkt zu werden, d a t selbst gepulverter Coaks cine
gleicbe Wirkung auf das Eisensalz hervorbringt.
2 ) In Wasser gelbstes scbwefelsaures, salpetersaures
und essigsaures Eisenoxyd werden durch SchUtteln mit Kohlenpulver vollstandig in Oxydulsalze verwandelt , woraus
wohl zu scbliefsen ist, dafs alle in Wasser ctder irgendwie
gelbste Eisenoxydsalze durcb Koble schon in der Kalte in
Oxydulsalze sich Uberfiihreu lassen.
H i n s h l i c h des Verbaltens -der Kohle zu der Eiseuoxydnitratlbsung diirfte noch folgende Angabe am Orte
seyn. 1st die Lbsung so verdhnt, dafs sie hell gelbbraun
erscheint uud hat man dieselbe einige Minuten lang wit
Koblenpulver geschfittelt, so sieht das Fillrat viel dunkler
aus, als die ursprnngliche Lbsung. Nacb einer abermaligen kurzen Behandlung mit frischer Koble fallt die Farbung der Lbsung noch dunkler aus, und aach einer dritten
oder vierten Operation der gleichen Art wird die Fliissigkeit beinahe farbelos erscheinen, in welchem Falle sie dann
keine Spur von Eisenoxydsalz mehr, sondern nur Oxjdulsalz entbtilt. Diese Vcrduukeluag der Farbe rUhrt davon
her, dafs die Kohle der Eisenoxydsalzlbsung nicbt uur Sauerstoff, sondern gleichzcitig aucli etwas Salpetersaurc ent-
522
zieht , was Bilduug von basich salpetersaurein Eiseuoxyd,
d. h. besagte Verdunkelung zur Folge hat.
3 ) Wird die Lbsung des Kaliumeisencyanides auclr iiur
weuige Augenblicke mit gewihiilichein Kohleupulver gescliiittelt, so blaut sich die filtrirtc Fliissigkeit init Eisenoder irgend eiuer audern oxgdulfreie~ Eisencblorid
oxydsalzlihiig schon merklich stark. Die gleiche Cyauidliisuiig lange geuug mit eiuer hiureichenden Meuge Kohleupulvers geschiittelt, verandert sich so, d a t sie wit geliisten
Eiseuoxydsalzen reichliche tiefblaue Niederschliige liefert
oder bei ihrer Verdampfuiig eiiieu gelblicheu Hlickstaiid
I a t t , den icb noch nicht nalier uutersiicht habe, der aber
dein griifseni Theile uach aus Kaliumeisencyaniir zu bestclieu scheint.
Betrachtet inan das gelbste Kaliumeisencyanid als ein
Doppelsalz, aus blausaiirein Kali uiid blausaurem' Eisenoxyd zusammengesetzt, uiid das geliiste Kaliumeisencyaniir
nls blausaures Eisenoxydulkali, so wiirde die erwahntc Wirkung der Kohle aus einer Uuiwaiidluug dcs Eiseiioxyds iu
Eisenoxydul sich erklareii lassen.
4 ) Quecksilberchloridlbsung huge geuug mit eiuer binreichendeu Meuge Kohlenpulvers geschiittelt, wird geschiiiacli10s uiid uurahig init Kaliliisuug Quecksilberorptl zu liefern. Es verwandelt sich uuter dieseii Uiusteiideu das
Quecksilberchlorid in Cbloriir.
6 ) Eine verdiinute Lbsuug vbllig oxgdulfreieu Quecksilberoxyduitrates auch iiur eiuige Augenblicke iiiit Kohlenpulver geschiittelt uud dauu filtrirt, triibt sich init Salzsaure oder Kochsalzlirsuiig versetzt, schon zienilicli stark,
was voii gefalltem Quecksilberchloriir herriihrt uud welclie
Thatsache bcweist, d a b die Kohle selbst in der Kiilte eilien Theil des salpetersauren Quecksilberoxyds augenblicklich in Oxydulsalz verwandelt. Iudem ich die gleiche Quecksilberoxydnitratlbsung drei oder vier Male mit frischeu Portionen Kohlenpulvers rasch Iiintereinander schiittelte, gelangte ich dahin, im Laufe einer Viertelstunde eiii VOII
Oxyd viillig freies Oxydrilsalz ZII erhalten. Diese Eigeu-
-
523
schaft der Kohle I P t t sich d a m benutzen; lhliche Quecksilberoxydulsalze vod einer etwaigen Beimischung von Oxydsalz zu befreien. Einer anderen inerkwiirdigen desoxydireuden Wirkung der Kohle wird in eineln folgenden Aufsatz gedacht werden.
Basel im Mai 1849.
VII. Ueber die Iatente W a r m e des Wasserdampfs
bei Satligung untcr oerschiedenem Druck;
oon Hrn. K R e g n a u l t .
(Schlufs der S. 216 dieses Bander nbgebracbenen Abhandlung ’).
N a c h dieser Einleitung gehe ich zur Beschreibuog der
Apparate iiber.
.Die wesentlicheii Theile siiid: 1) ein Dampfkessel, 2 )
ein Condensator, 3) eiu Luftbehalter, welcher als kflnstliche Atmosphare dient, 4 ) ein System vou zwei einauder
vollkommeii Phnlichen Calorimetern, 5 ) ein dampfvertheilender Hahn, 6) ein Quecksilbermanometer und 7) eine
Luft-Druckpumpe. (Fig. 3 und 4 Taf. 11. zeigen den Apparat im Grund- und Aufrifs, so weit es bei verkleinertem Maafsstabe m6glich war.)
1. Der Kessel ist aus 12 Mllm. dickem Eisenblech gebildet, hat Om,64 im Durchmesser und Om,8 in HBhe. Der
wohl aufgebolzte Deckel desselben ist 30 Mllm. dick uud
hat 2 Oeffiiungen, eiiie in der Mitte und eioe seitwlrts.
Die in der Mitte ist verschlossen durch eine gufseiserne
1 ) Bei Uebersetzung d i e m zweiten Theils der Abhaodlung habeo wir an
mehren Stellen, so weit es ohne Schaden Fur drs Verstindnils geschelien koonte, AbkGrrungeo eintreten lassen, turns1 die dam geh8rigcn
F i p r e n , die irn Original mehr als drei TaLln in Grot-Polioformat
Gillen, duch nicht anders rlr in verkleinertem Maalsstabe uod tinter FortIas5ting versrhiedeaer Details wiederrugeben waren.
P.
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