close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Chemische Untersuchung des Bergholzes von Sterzing in Tyrol.

код для вставкиСкачать
635
sten verfibrt, eine grbfsere Anzahl von Salzen zu studiren, und diese a m den verschiedenen Klasscn der Metalloxyde zu wahlen.
VII.
Chemische Untersuchung
des
Bergholzes
von Sterzing in Tyrol; von M. C. 9. Thaul o w aus Christiania.
D a s Bergholz von Sterzing' ist schon seit langer Zeit
bekannt, ohne dafs es eincr chcmischen Untersuchung
unterworfen ware. Es ist bisher stets mit dem Asbestc
vereinigt, und nur als eine besondere Art betrachtet worden I).
Die Untersuchungen aber, die ich damit angestellt habe, und die in dem Folgenden mitgctheilt werden sollen, zeigen, dais das Bergholz oder der sogenanntc Holzasbest ein voin Asbest ganz verschicdencs
Mineral ist.
Das Mineral zu den Analysen, die ich im Laboratoriuin des Hm. Prof. H. R o s e anstellte, wurde mir von
dem Hrn. Prof. G. R o s e giitigst mitgetheilt.
Bei der qualitativen Untersuchung zeigte das Mineral einen zieinlich bedeutenden Gehalt an cheinisch gebundenein Wasser. Durch's Gliihcn bekain das holzbraun gefsrbte Mineral cine mehr rothliche Fnrbe, und
nahm , nachdein alles Wasser ausgetrieben , etwns, aber
doch schr unbedeutend, an Gewicht zu. Wurde das
nicht gegliihte Mineral in einer kleinen wold verschlossenen Flasche mit Salzsaure digerirt , so wurde Magnesia, Eisenoryd und ein wenig Eisenoxydul adgeldst, w ~ h rend in dern gegliihten kcinc Spur von Eisenoxydul zu
finden 'war. Die Mengc des Eisenoxyduls in dem niclit
1) Verglcielie fIandbucli der Xincrdulogic von IIo f f m a n n , fortgcsetet von B r e i t h a u p t , Th.I[, Abth. 11, S. 291.
636
gegliihten Mineral war aber, sehr geringe, und ,die Gegenwart desselben durch kein anderes Reagenz als durch
Kalium- Eisencyanid nacbzuweisen. Das geglulite Mineral liefs sich schwierig, das nicht gegliihtc aber ziemlich
leicht durch Salzsaure aufschliefsen. Hierbei zeigte sich
aber die merkwiisdige Erscheinung , dafs die zariickbleibende Kieselsaure viillig die Forin der angewandten
Stiicke behalt, mehr als diefs bei irgend einein anderen,
durch Salzsaure aufschliefsbaren Minerale der Fall ist.
W e g e n der Weichheit und Elasticitst dcr Fascrn lids
sich namlich die Probe nicht gepulvert anwendcn, sondern die langen Fasern mufsten mit den Fingern zcrrissen und so in kleinen Stiiclren mit SalzsZiure digerirt werden. Diese bleiben alsdann, nach Iangerer Einwirkung
der Salzssure, in eincm ctwas aufgcquollenen Zustande
zuriick. Mit Soda vor dem Liithrohr gesclimolzen, gab
die ausgcwaschenc und gcgliilitc Kieselszurc ein klares
farbloses Glas. Mit kohlensaurem Natron im Platinticgel geschmolzen und auf die gew~bnliche Weise dcr
Analyse uutermorfen, wurden in der Kieselssure nur fast
unwzgbare Spuren von Tiionerdc und Kalk gefuudcn.
Die quantitative Zusaminensetzung des Bcrgholzcs
wurde auf folgendc Weisc ermittclt. Das chciniscli gcbundcne Wasser wurde duycb Gliihen des getrockneten
Minerals bestimmt. Die genaue Bestimmang des Wassers
hatte aber Schwierigkeit , theils wegen der hggroskopischen Beschaffenheit des Minerals, theils weil beiin Gliiben,
nach dem Fortgaug des Wassers, eiiie Gewichtszanahme
stattfand (wahrscheinlich durch Oxydation des bcigemengten Eisenoxyduls). 2,693 Grm. Mincral gaben nach cleiii
Trocknen und Gliihen 2,197 Grin. =18,418 Proc, von
welchen 8,06 Proc. hygroskopische Feuchtiglreit waren,
die das Mineral schon beiin Trocknen verlor. Die fcriierc Analyse gcschah nur durch Aufschlicfscn mittelst
SalzsSure. 2,47 Grm. des getrockneten , aber nicht gegliihten Minerals wurden in dunncn Blzttchcn von 2 bis
637
3 Linien Grafse mit Salzsaure auf der Sandkapelle d i p
rirt. Die Blattchen hatten nach zweitagigem Digeriren
noch immer die Form, liefsen sich aber mit dem Glasstabe der Liinge nach in parallele Faden trennen. Die
nach dew Auswaschen, Troclmen und Gliihen gewogene
Kieselsaure betrug 1,367 Grm. Die erhaltene Kieselsame wurde auf die oben angefiihrtc Weise auf ihrc
Reinheit gepriift.
Aus der von der Kieselsaure abfiltrirten salzsauren
Fliissigkeit, welche also vorzugsweise Eisenoxyd und
Magnesia enthielt, wurde durch Aminoniak das Eisenoxyd niedergeschlagen und sogleich filtiirt; alsdann wurde
zu der ammoniakalischen .Flussigkeit Oxalsaure gesetzt,
wodurch ein wenig Kalk niedergeschlagen wurde. Der
erhaltene oxalsaure Kalk wurde durch schwacbes Gliihen in kohlensauren Kalk verwandelt, und hieraus die
Menge des Kalks berechnet. Das Eisenoxyd, welclies
zuerst durch Ainmoniak gefallt war, wurde iiach dem
Auswaschen wieder in Salzshre aufgcliist und mit iiberschiissigem kaustischcu Kali in einer l’latinschalc gckocht;
alsdann aus der alkalischen Aufliisung auf die gewiihnliche Weise etwas Thonerde geschieden. Das Eisenoxyd
wurde nochmals in SalzsYure aufgelost, und aus der mit
Ammoniak neutralisirten Auflijsiing durch bernsteinsaures
Ammoniak als bernsteinsaures Eisenoxyd niedergeschlagen; dieses wurde nach dcm Auswaschen und Trocknen
durch Gliihen in reines Eisenoxyd verwandelt, dessen
Gewicht 0,483 Grm. betrug. Die Aufliisung, aus welcher das Eisenoxyd zum dritten Male niedergeschlagen
war, enthielt etvvas Magnesia, welche durch Ammoniak
und phospborsaures Natron als phosphorsaures Ammoniak gefallt, und auf die gewijhnliche Weise als phosphorsanre Magnesia bestimint wurde. Hieraus wurde
Magnesia berechnet 0,0025 Grin. Bei dem ersten Fallen des Eiscnoxyds durch Ammoniak waren also Thonerde und etwas Magnesia niedergefallen, weshalb das
638
wiederholte Aufliisen und Fallen des Eisenoxyds nothwendig war.
Die griifste Menge der Magnesia war nun noch in
dcjcnigen Fliissigkeit enthalten, aus welcher das Eisenoxyd durch Ammoniak und die kleine Menge Kalk durch
oxalsaures Ammouiak gefdlt waren. Die Fliissigkeit enthielt also jetzt Chlormagnesium, Chlorammonium und
ctwas oxalsaures Ammoniak. Urn die Mcnge der Magnesia zu bestimmen, wurde dic Fliissigkeit in cincr grofsen Platinschale vorsichtig zur Trocknifs abgedampft,
hieraaf die trockne Salzmasse in einen klcinen Platintiegel
gebracht, und anfangs gelinde, spIter bis zum starkcn
Rothgliihcn anhalt cnd erhitzt. Es blieb alsdann das Chormagnesium , gcmischt mit kaustischcr Mngncsia , zuriick.
Urn das Chlorniagncsiiiin vallig zu zcrsetzcn, wurdcn
kleine Stiicken von trocknem kohlensaurcn Ammoniak
zuglcich niit cinigcn Tropfcn Wasscr hinzugesctzt und
von Neucm erhitzt. Diese Opcration wurde so lange
wicderholt, bis die Magnesia nicht mchr an Gewicht verIor. Das Gewicht der Magnesia betrug 0,3535 Grm.
Die so crhaltcne Maguesia enthiclt noch cine sehr geringe Mcngc Kicselssure. In SalpctcrsRurc aufgeliist und
mit salpetersaurcm Silber vcrsctzt, zeigte sich kein Niederschlag , sondern nur cine unbedeutende Opalisirung.
n e i einkr zweitcn Analyse wurde aaf dicselbe Weisc
verfahren; nur wurde das mit Ammoniak niedergcsehlagene Eisenoxyd in Salzsaure wieder aufgelost und sogleich durch bernsteinsnures Ammoniak niedergeschlagen.
Das durch’s Gliihen des bernsteinsauren Eisenoxyds erhaltene Eisenoxyd wurde in SaIzsYure aufgelilst, wobei
etwas Kieselsaure zuriickblieb.
Auf die angefiihrte Weise wurde durch die Analysc gefundcn :
639
KieselsYure
Eisenoxyd
Magnesia
Wasser
Kalkerde
Thonerde
I.
11.
55,506
19,560
14,410
10,358
0,121
0,041
99,996
55,586
19,442
14,500
10,260
0,100
0,040
99,927.
Dicse Zusammensetzung entsprieht der Zusammensetzung von 5 Atomen KieselsYurc, 1 Atom Eisenoxyd,
3 Atomen Magnesia und 5 Atomen Wasscr.
Dick giebt berechnet:
Kieselsiiure
Eisenoxyd
Magnesia
Wasser
55,492
18,504
14,896
10,sos
I00,000.
Hieraus hfst sicli nun fur dic Zrisaininensctzung des
Minerals die Formel @e'Si3+Mg3 S i 2+5€I ableilcn, iiach
wclchcr dasselbe also aus neutralem kieselsauren Eisenoxyd mit zwei Drittel kieselsaurer Magnesia und Wasser bestehen wiirde. Mehr wahrscheinlich miichte abcr
wold folgende Formel seyn, welche sich gleiclifalls aus
dem Gegebenen ableiten liifst, iitimlich:
... ...
Fe Si3+2Mg g+i%!Igi€5.
Nach dieser Formel wiirde das Mineral aus neutralem
kohlensauren Eisenoxyd mit neutraler kiesclsaurer Mag
nesia und Magnesiahydrat bestehen. Obgleich nach Analogic der ersteren Formel Verbindungen von Silicaten
vorkomlnen, in denen das Neutralitsts- Verhiiltnik der
beiden Silicate nicht gleich ist, so haben doch imincr
die Fonneln mehr Wahrscheinlichkeit, in denen das Neutralitsts - Verhiiltnifs gleich ist. Wo sich also eine solche Formel combiniren Itikt, ist diese auch als die rich-
640
tigcrc anzusehen. Ferner hat sich aus den Untersuchungen iiber die Zusammensetzung des Magnesiahydrats von
F r i t s c h e ergeben l), dafs die Verbindung von Mg€15
existirt, und d a h die Magnesia grofse Neigung hat, diefs
Hydrat zu bilden. Diese Thatsache scheint gleichfalls
die Annahme der letzteren Formel zu rechtfertigen.
WeIche von den beiden aufgestellten Formeln nun
auch als die richtige angesehen werden mag, so geht
doch schon aus der Analyse hervor, dafs die Zusammensetzung des Bergholzes eine gauz andere ist, wie die
Zusarnmensetzung der Mineralien, mit denen das Bergholz bis jetzt in eine Klasse gesetzt wurde. Ein Shnliches Verhalten, wie das Bcrgholz, zeigt der schillernde
Asbest von Reichenstcin, nach der Untersuchung ’von
v. K o b e l l z). Dieser I l l 3 sich auch durch SalzsIure
aufschlie~sen, wobei die Kieselssure dic Form dcs Minerals behdt ), und enthzlt gleichfalls chemisch gebundenes Wasser. Die von v. K o b e l l angegebene Formel
fur den schillernden Asbest ist:
Mg k13
+Mg3 *siz.
Obgleich nach der hier mitgethcilten Analyse des
Bergholzes dieses cine eigenthiimliche Zusammensetzung
hat, und die Bestandtbeile in demselben nach einem sehr
wahrscheinlichcn Verhdtnisse enthalten sind, so dafs man
aus der chemjschen Zusammensetzung wohl nicht den
Zweifel erheben kiinnte, da€s das Mineral ein Gemenge
sey,
1) P o g g e n d o r f f ’ s
AnnaIen, Ed. XXXVll
2) B e r z e l i u s ’ s J:hresbericht,
3) Ich
S. 306.
No. 15, S . 224.
habe Streifen \-on Bergliolz von mehreren Zollen L h g e m i t
Salzssure anhaltend digerirt, und nuf diese W e i s e Streifen van
Kieselsiure erhalten, die im feuchten Zustande noch einen bedeutenden Zusammenhang hatten. Nacli dern Trocknen wurden
diese Streifen v o n KieselsSure aber spriide und Iiefsen sich leicht
zerbrechen. Die getrocknete KieselsSurc zeigte auf der OberflSche eineii eigentliiimlichen Glanz.
641
sey , so hat doch die mikroskopische Untcrsuchung sehr
sonderbare Resaltate gegeben. Die genauere Beobachtung vardanke ich der Giite des Hrn. Prof. E h r e n b e r g ,
so %vie anch die beigefiigten Zeichnungen von Hrn. Prof.
E h rk n b e r g selbst ausgefiihrt sind.
1) Betrachtet man das Bergholz in seinem naturlichen Zustande unter dem Mikroskope, so bemerkt man
bei geboriger Vergrofserung sehr deutlich braun gefiirbte
parallele, gleichsam gegliederte Faden , welche an den
Enden, wo sic gewaltsam abgerissen sind, oft einzeln
blofs liegen. Atif uud zwischen diesen parallelen F5den finden sich kleine Korperchen von verschiedener
Grbfse und Form; gewbhnlich sind diese rund oder oval,
aber selten von regelmiifsiger Form. Diese KBrperchen,
sind niemals regelinafsig vertheilt , sondern sind an einzelnen Stellen angehauft, wihrend sie an anderen Stellen ganz fehlen. Das gegliihte Mineral verhalt sich ganz
chen so, nur sind alle Theile etwas mehr gefiirbt. Fig. 10
Taf. I1 stellt das Bergholz dar, wie es sich bei 300facher Vergrbfserung ,tinter dem Mikroskope zeigt, Fig. 11
ist dasselbe bei SOOfacher Vergrofserung, und Fig. 12
zeigt die zwischcn den Fasern liegenden Korpercheu bei
1OOOfacher Vergrofserung.
2 ) Schon oben bei der Beschreibung der Analysc
habe ich angefiihrt, d a b die Kieselsaure mit Beibehaltung der Form des Minerals zuriickblieb, und dafs diese
Kieselshre kein Silicat inehr sey, sondern reine Kieselszure. Bei gehbriger Vergrirfserung zeigt sich diesc nun
gleichfalls aus parallelen Fasern bestehend, die aus einzelnen an einander hsngenden Kiigelcben gebildet zu
seyn scheinen. Diese einzelnen Kiigelchen oder eingekerbten Theile der Fasern sind ziemlich von gleicher
Grofse, und haben einen Durchmesser Ton T$n Linie.
Diese Grbfsen sind so klein, dafs ein vollig sicheres Urtheil iiber ibre Natur nicht festgestellt werden kann. -Aufser diesen farblosen, parallelen, regelmafsig getheilten
PoggendorfPs Annol. Bd. XXXXT.
41
642
I,inicn is1 o h niclils zii cntdcckcu. Die Farbc und
rlic zwisclicn dcil Fnserii licgcndcii Kiirpcrchcn sind verschwunden. Fig lo*, Fig. 1 1 4 Fig. 12*, Fig. 13" 'l'af. 11
stellen die Kieselszure allein dar bei 300-, 800- und 2000fnchcn Vergriifseriingen.
Wotl~einnn ails diescm Faetuin cincn Sclilub ziehen, so lage wohl die Verinafliung am nachsten, dafs
die unregcImSLig vertIiei1ten Kiirperchen cine von dem
iibrigen getrcnntc chemischc Verbindung sey. Merkwfirdig ist aber iinmer die eigcnthiimliclie Form der Kieselsiiure ), die ganz besonders Yliiilich der Form ist, wclche sit! iin Meerschaum bcsitzt. (Siehc E h r e n b e r g in
P o g g c n d . Ann. Ihl. XXXlX St. 1 T n f . I Fig. 5 ) , so wie
niich die Eigenschaft dcs Minerals, den %usaminc~rhang
nicht zii vrrlirrcn , nachdcm (?as Wasser, d a s Eiscnoxyd
nnd dic Magnesia cntfcrnt sind.
Obschon ich aus dicscm Vcrlinllcn dcs Bergliolzcs
atis Serzing fiir dcn Augenblick nichts abzuleiten w a g ,
so srhcinl tiiir doc11 dicsc Beobachluiig der allgrineinen
31cnchtting wcrtli, weslinlb ich dicb rnikroskopiechc VerLiaIteii cles lh-gliolzcs zuglciclt init der Analysc mittheilcii zii iiiiisscn glaubtc. Vicll&cfit werden wiedcrholtc
Beobachlnngen bci Substnnzcn , die ein iihnliches Vcrhaltcn q i e das h e r btsc11rit:bene Bergholz zcigen, e'inigen
Aufschlub iiber die Art und Weise, wie manche Mineralieil in der Natur gcbildtxt merden, geben odcr zu anclern wissenschaftlichen Rcsultaten fuhrcn kiinncn.
1) Der Arnianth,
133s Bergleder, dcr Krokydolilli, cler scliillerndc
Asbcst scigen, nach E h r e n b e r g , iinlcr dem blikroskope ein Iiiervon g m z vcrschiedenes Verlialioi in eincr glit~clerlnreii F . i w r i i n g .
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
1
Размер файла
337 Кб
Теги
tyro, chemische, des, von, untersuchungen, bergholzes, sterzing
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа