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Chemische Untersuchung einiger quaternren Substanzen organischen Ursprungs.

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162
Hanganozyddsalz, auf .eben die Art aus kohlensatirein Manganoxydol dargestellt , bildet beim freiwilligen Verdunsteu unregelmafsige Krystallc, zuni Theil rhombisclie Tafeln. Schwefelsnures Manganoxydul wird nicht
durch Valeriansiiure oder valeriausaures Natron gefidllt *).
XVII. Chernhche Untcrsuchung einiger quaterndreit Substanzen orgnnischen Ursprungs;
von J. P. C o u C r l e .
( h s z u g aus dcn Ann. dc chirn. et dt phys.
II. L N p. 352.)
D i e s e Untersuchung betrifft die Substanzen, welche man
&her mit den Namen Delphinin und Veratrin belegt hat.
I)er Verfasser zeigt , dafs beide nocb zusammengesetzt
sind, dafs die erste, wie sie von L a s s a i g n c und Fen e ull e dargestellt wurde, eine Verbinduirg ist von dein
ejgentlichei: Alkali der Stephnnsklirnor , fiir melches er
den hamen Delphinin beibehalt, einem mit Sauren zwar
verbindbaren, dieselben aber nicht s a t t i p d e n Stoff, Staphisain von ihin genannt, und einer harzigen Substanz;
dafs ferner das Verntrin der HH. P e l l c t i e r und Cav e n t o u noch zwei andere Pflanzenbasen, Sabadillin und
Sabadilliiihydrat , nebst eineiu indifferentem Stoff beigemengt entli8lt.
B is h e r i g e s D e l p hi n i n.
L a s s a i g n e und F e n e u l l e wandten zur Daistel-
lung des Delphinins aus den Stephanskarnern (Sem.
sta-
phidis agriae) ein Verfahren an, das dem zur Gewinnung
des Morphins aus dem Opium iiblichen Hhnlich ist. Das') Beiliiofig bcmerkt, ist die Baldriansiore neuerlich auch von
F. L. W i n c k l e r untersucht ( B u c h n e r ' s Repertor. Bd. XLlV
S. 180); doch fiigt diese Arbeit der ebcn mitgctheilten nichts van
Bedeutung lrinzu.
P.
163
selbe ist abcr, nach Hrn. C., langwierig und unvortheilhaft. Er giebt daher folgende Vorschrift.
Man nehme graue oder bochstens schwach kastanienbraune, aber nicht schw;irzliche Stephanskomer, welclie
letztere sehr arm an Delphinin sind, zerstofse uud erschbpfe sie durch siedenden Alkohol von 36O E., de&
lire den Alkohol vom Ausgezogenen ab, und koche das
schwan rothe Extract, welches fettartig und sehr scharf
ist, mit sehr verdiiiinter Schwefelsaure aus, bis diese nicllt
mehr durch ein Mineral- Alkali getriibt wird. Dab&
bleibt eine grofse Menge fetter Substanz zuriick, die
nicht weiter beriicksichtigt wird. Die schwefefsaure L &
sung fille man init Kali oder Ammoniak, h e das unreinc
Delphinin in siedendem Alkohol, behandele die Liisuug
mit Thierkolile, filtrire und dalnpfe sie ein. Den Ruckstand knnn man noEhmals in Schwefelsaure losen und
wieder durch Alkali niederschlagen, wodurcb man das
Delyhiiiin als ein zarteres, weifseres und leichteres Pulver erhalt. D i e t ist Dun das bisherige Delphinin, von
dem ein Pfund Stephanskiirner, nach der eben gegebenen Vorschrift, 55 bis 60 Gran liefert.
Urn es in seine ferneren Bestandtheile zu zerlegen,
lose man es in durch Schwefelsaure a’ngesauertem W a s
ser auf und setze gewiihnliche oder mit der Halfte ihres
Gewichts an Wasser verdiinnte Salpetersaure tropfenwcis
hinzu. Dadurch fdllt, unter geringer Temperaturerhdhung,
viel einer braunlichen, oft auch schwarzen harzigen Masse
nicder, welche man, wcnn auf Zusatz von Salpetersaure
nichts mehr von ihr gefallt wird, nach 2dstiindigem Stehen, wo sie sich an den Boden des Glases angesetzt hat,
durch Abgicfsen von der Fliissigkeit trennt und auswascht.
Damit diefs H a n nicht viel Delphinin mit niederreite,
mufs die Fliissigkeit, aus welcher es gefrillt wird, gehorig verdiinnt seyn *).
4,
111. C. l l t diese Anwendung der Salpetersiure fur sebr ailgemem.
11
*
164
Die scliwefelsanre L8snng, wclche SO klar ist, d a b
sie der Filtration nicht bedarf, blle man durch sehr vcrdiinl~tc Kalilauge, filtrire den Niederschlag ab, wasche
ihn niehrmals mit Wasser, lase ihn darauf in Alkohol
von 400 B.,filtrire wiede. din ond destillire den Alkohol
ah. Den Kiickstand, eine barzartig aussehende, schwach
gelbe und sehr alkalische Substanz, befreie man durch
siedendes Wasser von etwas beigemengtein SaIpeter und
bebandele ihn darauf mit hether, welcher einen Theil
last und einen sndern zuriickkifst. Das Aufgeliiste ist
Delphinin, das wahre Alkali der Stephanskihner, das
Zuriickgehliebene dagegen der neue Stoff, Staphisain.
Das Staplu'sain besitzt eine betriichtliche Sclilirfe,
und ilteilt dem Wasser, wiewohl diefs nur einige Tausendstel von ihin last: seinen scharfen Geschmack mit. Es
ist in gewiihnlicher Teinperatur schwach gelblich, schinilzt
bei 200° C. und zersetzt sich in haherer Temperatur
unter Entwicklung ainmoniakalischer Producte und Hiuterlassung einer sehr groken Menge Kohle. Es 18st sicli
in verdiinnten SSuren, oline indefs eigentliche Salze rnit
ihnen zu bilden. Durch SalpetersYurc wird es in der
Wsrme in ein bitteres saures Han verwandelt, welches
wie CliolesterinsSure aussieht und wie diese Stickstoff
entliblt. Vom Clrlor erleidet es in gewohulicber Teinperatur keine Einwirkung, bei 150° wird es aber durch
dasselbe dunkler und sehr briichig gemacht, auch seiner
Scharfe beraubt. Die Producte siud iibrigens zum Theil
in Aether und Alkohol liislich.
Das Delphinin, nach dem eben beschriebenen Verfahren ini Zustande der Reinheit dargestellt, ist unkrystallinisch, schwa& bernsteinfarben, zertheilt fast weirs, von
unertragliclt scharfem, lange im Schlunde anhaltenden Geschmack, sclimilzt bei 120° C . , zersetzt und verkolilt
sich in hiiherer Temyeratur, ist kaum lsslich in kaltern
und warinem Wasser, wohl aher in Aether und no&
inehr in Alkohol , liht sich in verdiinnten Sguren unzer-
166
setzt und neutralisirt sie, wie aucli Cblorwasserstoff~as,
w-elches es absorbirt. W i r d von concentrirten SSuren,
mit Ausnahme der Sa?zslure, zersetzt, namentIic11 von
der Schwefelszure anfangs geriithet, dann verkohlt, und
von der SalpetersSure zwar in der Kiilte nicht angegriffen, in der Warme aber wie das Stapbisain vcriindert.
Voai Chlor erleidet es in gewiihnlicher Teinperatur keine
Einwirkung, bei 150° bis IGO" C. aber eine lebliafte,
wird dabei erst griin, dann dunkelbraun iind aufscrordentlich sprbde, alles unter Biltiung von Clilorwasserstoffgas. Es ist dann nur zum Theil in Alkohol liislich,
und von deln Uebrigcn lllstAether auch nur einen Theil,
wahrend ein brlitinlicher Riickstand bleibt. Das Verlidtnifs von Stickstoff zuin Kohlenstoff ,in diesen drei Producten ist nalic gleieh, in ersten 1 : l5,26, im zweiten
1 : 15,3 und im dritten 1: 15,l.
Von der Elemeutar-Ziisammenselzuag des Stapliisain
und Delphinins am Schlusse dieses Aufsatzes.
B i s h e r i g e s V e r a t i n.
Diese ungemein zum Niescn reizende Base der N&wun (der WurzeI von Veratrurn album), des SabadilIsaniens (Veratruin sabadillae) und wahrscheinlich vieler
anderen Pflanzen dieser Gattung erlizlt man nach dem
yon P e l l e t i e r iind C a v e n t o u befolgtcn Verfaliren
nicht rein, sondern ,.gemengt mit mehren antlereu Substanzen *). Um diese abzuscheiden, liist man das unrcine
*) P e l l e t i e r und C a v e n t o u befreicb den Sabadillsamen durch,
Aether vom Fett, koclren ihn d a n n mit Weingrist,aus, dunsten
die Lcisung, nach Absondcrung dcs beim E r k d t e n sich aussclieidenden Wachser, zur Trochne eio, liisen den RGckstand in Wasser, wobei Fctt zuriichbleibt, danipfcn e i n , gichen die E'liissigkeif von dem 'erzeugten gclben Bodcnrata a b , verseLren sie mit
Rleiessig, filtriren, fzllen das Blei der Fliissigheit durclr Schwefelwasserstoff, fiktriren ebermals, kocfrcn die PlGssigheit rnit Talkerde, huclien den Niederschlag mitg Weingeist aus, filtriren, dam-
166
Veratrin in verdiinnter SchwefeIs3ure, und setzt auf die
beim Delphinin angegebene Art tropfenweis Salpetersaure
binzu. Dadurch erhalt man einen schwarzeu pechartigen
Niederschlag und eine klare Fliissigkeit. Der erstere
wird nicht weiter berucksichtigt, die Fllissigkeit aber durch
sehr verdunnte Aetzkalilauge geMlt, der Niederschlag init
kaltem Wasser gewaschen, zur Abscheidiing aller unorganischen Salze in Alkohol von 40° B. gelest, und durch
Abdampfen wieder daraus dargestellt. Er besteht jetzt
zum wenigsten noch . aus vier Substanzen. Durch wiederholte Behandlung mit heifsem Wasser, welches sich
dabei gelb fsrbt, zieht man zwei derselben aus. Die eine,
welche Hr. C. SabadiZZin nennt, scheidet sich beirn Erkalten in Krystallen von sebr schwacher Rosenfarbe aus;
die andere, welche Hr. C. mit dem Nainen Sabadillingztmd h n r z belegt , erscheint beim Abdainpfen des mafsrisen
Auszugs in oligen Trbpfchen auf deinselben, und stellt
nacli volhtandiger Eindampfung eine briiunlichc, sehr
scharfe, harzige Masse vor. Die init heifseln Wasser behandelte Masse wird niit Aether ersch0pft; dabei l0st sich
ein Theil, wahrend ein anderer uiigelilst bleibt. Das Ge18ste stellt, nach Verdampfung des hethers, eine fast weifse pechartige, nach schwacher ErwYrmiing im Vacuo
sprilde Substanz dar; sie ist das Verairin von P e l l e t i e r und C a v e n t o u im Zustaude der Reinheit. Was
endlich der Aether nicht lost, ist ein .Stoff, der einstweilen Pseudorwatn'n beifsen mag *).
preen ein, lijsen den gelben pulvrigen Ruckstand in Weimgeist
und fillen nus dicser Lijsung dns Veratrin durch Wasser.
*) Hr. C. nennt diese Sdbstanz: wle
zur Unterscheidung
Irn Deutschen, \YO der Name
des Alkali's generis neutrins ist, kijnntc I D ~ Ds i e demgernSfs die
oder der Verntrin nennen; i n d e f l ist es ohne Widerrede zweckmLfsigar riir dieas und ahnliche halb -allratiselm Stoffe, welclie
die wahren Pflanzenbasen so IiBufig zu begleiten pflegeo, besondere Namen zu bilden, am besten'l w o h l durch AnhHngung bezeichnender odrr willkuhrlicher Endigungen an das Stmumwort.
v,+utrina
von dem Alkali: nlu uirmtrinc.a
v.
167
Das Yeratnk, wie man es nach diesem Verfahren
erhslt, ist eine fast wie Harz aussehende, beinah ganz
weile, unkrystallisirbare Substanz, die bei 1 1 5 O C. schmilzt,
in Wasser fast unldslich ist, sich dagegen in Alkohol und
Aefher last, atif Lackmustinktur alkalisch reagirt, sich mit
Sauren verbindet, sie neutraiisirt, und in diesem Zustande
der Reiiiheit, mit mehren von ihnen, nanienllich mit der
Schwefel- und Salzs%ure, krystallisirbare Salze bildet.
Das schmefelsaure Salz erhalt man diirch Zerreiben
des Veratrins mit sebr verdiinnter ScliwefelsSure, Hinzuthun von mehr Wasser, geiindes Erwarmen der Ldsung
und Versetzen mit noch mehr Schwefelsaure, wodurch
die Krystallisalion befihdert wird, die nach dem Filtrireii und Hinstelleii der Fliissigkeit binlien zwei oder drei
Tagen in langen sehr zarten Nadeb, anscheineud vierseitigen Prismen, stattiindet. Erliitzt ,. verliert es an fangs
-sein Krystallwasser, zwei Atome, und verkohlt sich darauf unter Entwicklung weifscr, mit schwefliger Sdure gemischter Dampfe.
Das salzsaure Salz berdtet man, iadem man entweder Veralrin auf ahiiliche Art in Chlorwasserstoff,"
Qaure
last oder einem Strom von Chlorwasserstoffgas aussetzt,
und die Masse, ohne den Siure-Uebcrschuk zu entfernen, in Wasser last. In beiden Fallen erbalt man das
Salz in Krystallen, doch weniger langen und harteii als
das schwefelsaure. Es ist in Wasser und Alkobol sehr
liislich und bei Erwarmung leicht zersetzbar.
Das Pseudooerntrin ist braun , 16slich in AlkuhoI,
unliislich in Wasser und Aetber, schmilzt bei 186" C.,
zersetzt sich bei starkerer Erhitzung unter Entwicklung
stickstoffhaltiger Producte, Idst sich in verdiiniiten Sauren ohne sie jedoch zu neutralisiren oder krystailisirbare Verbindungen mit ihnen einztigehen, verbindet sicli
auch nicht mit Alkalien, durch welclie es jedoch aus seinen LBsuugen iu Sduren gefallt wird, lafst sich durch
SalpetersPure nicht in Oxalszure oder eine andere Sfure
16s
verwandeln, zeigt auch mit Chlor keine beachtenswerthe
Erscheinung.
Das SabadiZZin stellt kleine Krystalle in sternlormigen Gruppen dar, ist weifs, von unertrlglicher Scharfe,
schmilzt bei 200° C., dann braunlich und wic Harz aussehend, zersetzt sich bei starkerer Erhitzung ohne zu
siiblimiren ganzlich, unter Zuriicklassung vieler Kohle.
In warmen Wasscr ist es ziemlich rlbslich und setzt sich
daraus beim Erkalten in mehr oder weniger regelmZligen Krystallen ab; sol1 es krystallisiren, mufs jedoch
die Losung eine gewisse Concentration bcsitzen oder zugleich von dem Gummiharz enthalten. Durch die L8slidikeit in Wasser und Krystallisirbarkcit daraus unterscheidet sich das Sabadillin wesentlich vow Veratrin. Alkohol lijst das Mehrfache seines Gewichts an Sabadillin,
ohne es jedoch in Krystallen wieder abzusetzen; Aether
18st nur Spuren.
Das Sabadillin ist stark alkalisch und besitzt ein g o fses Sattigungsvcrmijgen. Indefs zeigt sich die alkalische
Reaction nur bei der wPEsrigen oder alkoholisclien Lijsung des krystallisirten Sabadillins, welches zwei Atome
Krystallwasser cnth'Jlt. Die alkobolische Lbsung des bis
180' C. erhitzten , also wasserfreien Sabadillins reagirt
kaum alkalisch. Mit Schwefelszure und Salzsiiurc bildet
es krystallisirbare Salze.
Das Krystallwasser des Sabadillins geht mit in die Zusammensetzung der trocknen
Snlze ein, wie man weiterhin aus den Analysen erseheii
wird. Von concentrirter Schwefelslure wird es gebriiunt
und verkohlt , von heifser Salpetersaure in ein saures
Harz, ohne Spur von KleesBurc, rerwandelt. Chlor giebt
keine beacktetmverthe Reaction.
Gummilrarz des : Sabudillhs ist rdthlich, und nach
dcm Trocknen bei gelinder Erwarmung im Vacuo schwammig und vollkommen zerreiblich, sdhin'ilzt bei 1 6 5 O C.,
l6st sich sebr reichlich in Wassix * iind Alkohol, aber sehr
unbedeutend in Aether, besitzt did Keniizeichen eines Al1
169
kali's, slttigt fast eine gleiche Slnremenge wie das Sabadillin, giebt aber keine krystallisirende Salze wie dieses.
Alkalien fallen es aus seinen Salzen, oboe sich mit ihnl
zu .verbinden. Durch die Elementar- Analyse hat Hr. C.
gefunden, dafs diese Substanz als eine Verbindung von
wasserfreiem Sabadillin mit Einem Atom Wasser anzusehen ist, und deshalb nennt er sie auch Monoiydrat des
SabadJlins, wiewohl aller Wahrscheinlicbkeit uach diefs
Wasser nicht als Hydratwasser darin vorhanden ist.
Elementar-Zusammensetzung der genannten Stoffe.
Hm C o u g r b e ' s Analysen, deren Detail bier iibergangen seyn mag, fiibrten zu den Resultaten, die, neben
den berechneten, in folgender Tafel zusamrnengestellt sind:
Staphisain
.. .. . . ..
. H,,
. . .,. , .
c,
Delphinin
c*
Veratrin . . . . . . . . .
6"
7N2H38
C34N2H4306
0 2
'2
.. . .
Pseudoveratrin .
c,4N1 HI 8 0 3
Sabadilh, bei lSOO C.
C,oNz Hz, 0,
SabadiHin - Gummiharz
.
H 2 O N 2 H 2 8 0 ,
-Kohlenstoff.
Stickst d f .
Nasser-
73,57
73,89
76,69
7 7,03
70,63
71,25
67,39
67,67
64,18
64,55
6 1,OO
61,63
5,78
5,35
593
6,61
5,32
8,7 1
8;67
4,86
6,29
5,64
7,95
7,50
7,23
7,13
SlOff.
8,8Y
Sauerstoff.
11,95
12,w
7,49
8,86
7,65
7,51
7,20
7,15
688
6,85
7,50
16,39
16,39
19,13
19,54
20,99
21,10
7,25
24,52
7,04
2420
Die bier angegebcnen Ziisammensetzungen sind die
der isolirten Substanzen im w o l getrockneten Zustande;
Staphisain und Pseudoveratrin geben iiberdiefs keine festen Verbindungen ein.
Das Delphinin, obwohl eine Basis, worde ebenfalls
fur sich 'zerlegt, indefs das aus der Elementar-hnalyse
abgeleitete Atomgewiclit , welches nach der Formel
C,,N,H,a0,=2677,982
170
ist, init dem aus der Absorption von Chlorwasserstoffgas
durch dieses Alkali sich ergebenden verglichen. Letzteres war 2597, und zeigt also, dafs das Delphinin wenigstens in seinem trocknen salzsauren Salz kein Wasser
entlialt.
Das Veratrin, ebenfalls fur sich analysirt, hat nach
der Formel C, N, H, 0, das Atomgewicht 3644,25,
nach dirccter Zerlegung seines trocknen salzsaurcn Salzes: 3418,554. Uas schwefelsanre Veratrin enthalt, wie
angefiibrt, 2 At. Krystallwasser, die bei Erhitzung davon gehen.
Das Sabadillin, nach l'rocknung bei 180° C., bei
der cs 9,58 Procent ' oder 2 At. Krystallwasser verliert,
und das Atomgewicht
hat die Formel C,,N,H,,O,
2368,036. Die Zerlcgung dcs ( wahrscheinlich doch getrockneten) schwefelsauren Salzes fulirte zu dem Atomgewicht 2637,684 nalie gleich 2368,036+224,96=2592,996.
Das Sabadillin behalt also in diesem Salze sein Krystall:
wasser.
Das Sabadillin-Gummihan, wahrscheinlich auch fur
sich analysirt, hat eine solche Zusammcnsetzung, dafs es
sich als C Z O N 2 H , , O 5 + H z O , d. h. als eine Verbindung von 1 At. Sabadillin und 1 At. Wasser betrachten ISM.
Hr. C o u 2 r b e, der als Symbol fiir die Pflanzenbasen
die Anfangsbiichstabeu ihrer Namen mit dariiber gesctztem
Plus Zeichen vorschlligt, giebt demgemiifs die Formeln:
t
t
Sa+Aq2+SAq4=Sa+SAq6
f.d. schwefls.Sabadillin
t
Sa S Aq5 fiir d. schwefelsaur. Sabadillin Gummiharz,
i
wo Sa=C,,Pu',H,,
O,=trocknes Sabadillin. 4 Atome
Wasser in jeder dieser Formeln miissen wohl als Kry.
stallwasser betrachtet werden, indessen wird dariiber, wid
iiber manche andere wissenswerthe Punkte, keinc Auskunft in der Abhandlung gcgcben.
,
-
+
-
171
W a s die Metbode der Analyse betrifft, so befolgte
Hr. C. zur Bestimmung der Kohle und des Wasserstoffs
die von L i ebig, zur Bestimmung des Stickgases wandte
er aber eine ihm eigenthiimliche an. Er s a g dariiber
Folgcndes.
W i r sind darin einverstanden, d a t zur Bestimmung
des Kohlellstoffs das Verfahren des Hrn. L i e b i g wegen
seiner groken Einfachheit und leichten Ausfiihrbarkeit
die hbchste Vollkominenheit besitzt; ich habe also dasselbe beihehalten miissen, babe aber den Apparat so eiugerichtet, dafs Alles wahrcnd der Verbrennung gesammelt werden konnte. Zu dem Ende zog ich die Glasrahre an einem ihrer Enden in eine Spitze aus, schinalz
sie zu, bog sie aber nicht in die Hbhe, wie Hr. L i e b ig,
sondern lie& sie horizoutal und reinigte sie dann von
Feuchtigkeit auf die bckannten Weisen. Andererscits
mcngte ich die Substanz mit eincm compacten und gekiirnten Kupferoxyd, brachte grobkhniges Kupferoxyd
auf den Boden der Rbhre, schiittete das Genienge darauf und bedeckte es nun rnit reinem Oxyd und Etwas
gegliihter Kupferspahne. Dann zog ich das offene Ende
der Rirhre aus, in der vo; B e r z e l i u s vorgeschriebenen
Form, setzte das Rohr mit Chlorcalcium an, hierauf den
Apparat des Hrn. L i e b i g , gefiillt mit vollkommen farbloser Aetzkalilauge, und an das Ende dieses Apparats
eine RBlire mit Kugel zur Aufnahme der Gase. Diese
Rbhre fiihrte unter eine in Cubikcentimeter getheilte, mit
Quecksilber gefiillte Glockc. Nach Bekleidung der Rirhre
mit Rauschgold kann man die Zersctzung vornehmen;
zuvor setzte ich aber ein mit Quecksilber gefiilltcs G a y L u s s a c’sches Gasometer oder wenigstens seine Wanne
diclit an die Spitze der Rbhre, so d a t ich es wit dieser
dwch einen Kautschuclrstreif verbinden konnte.
Nach dieser Vorbereitung und gehiiriger Zurechtlegung der Rbhre auf den Rost verbrenne ich das Gemcnge unter Befolgung der in dieser Hinsicht gegebencu
172
Vorschriften. 1st die Verbrennting beendigt , nehme ich
eilig das Feuer auf dem Roste fort, und breche die
Schwanzspitze der Riihre nicht eher ab, als bis das Quccksilber in die Ableitungsrirhre des Stickgases zu steigen
droht. Im Moment, wo die Spitze geirffnet wird, fallen
die beiden Fliissigkeitcn zmiick , und die Luft durchstreicht den Apparat so lebhaft, dafs dadurch allein die
Kohlensaure Blase fur Blase in die erste KugeI des Recipienten tritt. Bei diesein Vorgang hat man keinen Gas.
verlust zu fiirchten. Man verbindet nun das Rohr des
Gasometers niit der Schwanzspitze der Verbrennungsriibre,
was leicht durch einen erwarmten Kautschuckstreif gescbieht, drtickt dann die Eprouvette vorsichtig nieder, urn
die zur Austreibung der Kohlenslure und des Stickgases
nirthige Luft hindurchzutreiben ; die Kohlensaure wird voni
Kali aufgefangen, das Stickgas begiebt sich mit dcr austreibenden Luft in die graduirte Eprouvette. Man lafst
iibrigens die Luft iiber Chlorcalcium gehen. Eine Eprour
vctte mit 180 Kubikcentiineter Luft reiclit irnmer hin, das
Gas bei allen Versuchen dieser Art fortzunehmen. So
weit gelangt, braucht man nur noch die Rirhre mit den1
Chlorcalciurn zu wsgen, uin das Wasser , und folglich
den Wasserstoff zu crhalten, das Gewicht des Kali’s zu
nehmen, um die Kohlensliure, und mithin die Kohle zu
bestimmen, u ~ dendlich die Luft im Eudiometer zu analysiren, urn die Menge des Stickgases zu finden.
zuweilen wandte Hr. C. zur Bestimmuog des Stickstoffes
auch das G a y - L u ss a c’sche Verfahren an, und erhielt
mit dernselben gleiche Kesultate *).
-
*) Schnerlich diirfte indefs das Verfahren des Hm. C. nach dent
weit eiofacheren von D u m a s (S. 92 dieses Heftes) noch Beifall finden.
P.
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