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Chemische Untersuchungen ber die Chlorinsure und ihre Verbindungen.

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E
295
3
.5-
LY 0 u
YAUQUELIN
in Paris.
t F r i bearbeiter w n Gilbert.) *)
.
a)
Bcrsitarnp
dcr!
Cblorinjaurr.
u n t e r Cblorinriure. verrteht man diejetiige
Vera
bindung von SauerltoR'mit Chloriue, welciie noch
vQrKurzern .uberosygenirte SalzEipre gen?ant wuyde, DPSVerfahren, rnittelfi dtpeii. man diel; Siure erhiilt, gehort Herrn C b e n e v i r , und ifi von
Herrn G a y - L u l T a c vervoilkommnet worden ** ).
* ) Nach zwei AutTii~zcn ii, den Annul. da Chint. t. 93 u. 94.,
welche unfvre bisber nock k k r man,gelhnfte Kenntnrfr voa
der C h l o r i n h r e ( iibernxygeuirtea +lzl'aurc)
und k e n
Salze bcdeutand erwritert , wenu gleich die Entderkiing der
osygenirten Chlorinfanre uud einer zwei ten ncneu VrrLin,der Clilorine mic Snuerfioff, die Herr ( h a t Frirdr.
Ton Stadiou in dem vorigcu Stiiclie (tiel: Ann.il. S. 197. hekanut
gemacht hat, hier n o c l m a l s ein rerchea Frld tu neuen und
6116.
bcricbtigeadcu Forfchuogeo zu offn -8 fcheint.
9) Annul. de Chim. t. 91. [ i n dieren h a d e n B.
-
48. S. 30.
Hsrrir G a y L u f f a c s Roclarpatiplr g e p d i d 9 Stelle bat
man oben S, 215. gefunden.
Gilb; 1
I:296 3
Man leitet Chlorin- lhmpf *) in ein GefiSs, worinBaryt i n Wall'w zerruhrt ill, bis fich der Boryt
viillig aufgelijlt hat, filtrirt dip Flultgkeit utid
kocht Ge dsun uber phosphorraurem Silber. UieI;s zerfetzt das Chlorjii Uaryum (hlzfauren Baryt)
urid 6s entltehea dqdurch zwei uuaul'losliche Salzc,
neinlich phosphorraurer Baryt iind Chlorin 7 Silbrr **). M'ird die FluIGgkeit voti l'nlpeterfaurem Silber i:ic*Jitgetruht, fo hat man genug phosphorl'aures Silhcr ganornmen; zuviel aber, wenn ChlorinWafl'dtoffliiure ( SalzEiure 2 lie fillt. Man thu t
-
* ) SO uennt Herr. Vauquselint yvahrf~lmiqlict) qaeh Analogia
-
-
mir dem Jodine Dampf, dae Cbelosygcairt C a l z h r e G.8, ,
vvrlcher jecloch mchr Anl'prucLa an die flenennung Gas alr
Darnpf zu haben fcbeint.
Gilb.
?*) Herrn C h e n 4 v i I Uaterruch. uber dia oxyg. and die uberQxySen. Salzfiure uud ibre chrmifclien Verhiudungen findet mau paeh meiuer fruiso Veberlerz. in diefen Annsl.
J, 1803. 13.42. S.416,,uud dort i l l s . 430. diefcs rein Verf.4;:en
unifiandlicb beCdiiieben.
Das Warw Gber dem Bary t
p u l j beib r e p , urid wshrend desDurehrtr6menr dpr Chlo-
rine heirs erbalten werdm.
Dab cblorinLore Baryt utid da8
und L l z L u r r r
B a r j t ] die fich d a b 4 bilderr , haban eine fali gleichr -4uflosliclrkeit urid En d durch Kqftallifatioq nicht zu treunen.
p a s phosphorhure Silber worliber die Aofliirung beider
-
Cltlorin' Bargum
1 ubarorygenirt -Glzlaurcr
-
,zerretzr blur das Chlorin Daryum ( falzfauren Baryt ,) uod z y a r Epci (lie beiden dadarch cntrtehentiee
Psodnctc, d r s Chluriu Silbsr und der p b o r p l i d u r e Baryt,
beide im WaITer un.~uflasl~iI;uitd f.llm zu Bodcn, wrhpekociit wir4
-
v p ~ c # dar ehlmi&u~r: R m y t untetfrtzt ond aufgeliifi bleibt,
Gilbert.
E
397
3
c
998 1
Will man die ChlorinGure 'einzdn und rein
darftellen, To mu& man, mie Herr Gay Luraa
auerfi gelehrt hat, dieCer AufEfung des chlorinl'aureii Baryt a l h i h l i g SchmefelEure zul'etzen, die zuuor mit dem 5 bis Gfachen ihres Gcwichts a n War+
1Br verdiinnt worden ift. Und da es Schwicrigkeit
macht, den Beitpunkt gensu zu treffen, wenn man
g a u g hinzugefugt hat, urn alleu Baryt nieder zu
-
,
dnem Kaall fo Rark als ein Flintenrchufs, welche den fehr
karken Platiuticgcl a n mcbreren Siellen unch einem Tfiril
feiner L i n g e z e d s j den platten Bodeu deKelLen nach Auk e n konibh bog, den Decket gegen das Gefirus eines
Xamiur mit rdcher Kraft fchlcudcrte, d a b fich die Gefialt
&dTebheu g r n z in ihm abilriickte, und vcrn der der Ofen
Mein ErEtauneu urbm ah, als ich wahrnahm, wie der auf diefe Art bcreitetc chloriofaure Baryt
fich auf eiuor gliihenden Kehla verhielt: er rerpuffie nicht,
wie das gewobnLich Lereitete chlorinfaure Kali , fondern detonirte fchnell uud laqt, -felbfi auf SleHcs der Kohle, die
nicht zu Brennen [chienen. U u d gerade b rerhielt fich chlorinfaures K i l i , das ich anmittelbar aus meiuer Clilorinfaure
urad a u i Kali zufarnrucnfetetztc. Die Orfach dsvon ifi eine
Beimengung yon &glurem Baryt. Die Wirkung der EllisBure iR nemlich niciit blos clarauf bekhrankt, das phoezerbruchea wurde.
pborfaure Silber aiifzuiiifen, fondern P e zerfe'etzt ruch einen
Tlreil dsr chlorinburen Baryt, indem 6 e Jia SPure delFelbeq
mustreibt oder zetlegt. Man darf dahcr keine EIFigfaure bei
der Bercitung der C h b r i n h i i r e anwenden ; denu die S u r e ,
welche man mittelk ihrer erhalt, ifi uieht rein, [enrkalt
l o wcnig End er die Verbindungeu , die
~ g r ~ u r] e sbcn
;
m a n mit derfeibea macht, and mit ihnen zo a r b i t e n i Q
gefililich.
t 999 1
Ccblagen, fo muk man etwas chlorinrauren Baryt
euruckbehalten, u m damit die ziu vie1 hinzu gel'etzc
te SchmefelTciure abfcheiden eu kiinnen, u n d To
wechfelsweiTe, W i r d die Fliirrigkeit nicht m e h r
getriiht, weder von &Aiwefell'iure, nach von dem
chlarinfauren Bsryt, 6 gie&t inan fie i n ein laqges
cylindrikhes 6 1 ~ und
s l&t fie Jariu'klar werden.
v a n n Iieht m a n fie mit einem Heber (pipette) ab,
giel'st auf den Hodenfatz WaKei-, fchuttelt ihn dqinit, hebt, nachdem e r fich gefetzt hat, dasW@'er
ivie zuvor ab, u n d f i h r t auf d i e k W e i f e fort, bis
i n dem B o d e n b e keine S i u r e mehr il.t "). Nacb
dem Trocknen des To erhaltenen fchwefelfcturen Baa
ryts 1Xst fich aus dem Gewirtit dellelben nu€ die.
Meoge der Chlorin&we fchliefsen, die in dem chlo,
rinrcturen Haryt enthalten war.
D e r kryltrrllifirte chlorinfaure Raryt eat.h$t
6% Procent Walfer,
.)~ r g e n f c h a f t e n d c r C h E o r i a f i i u r ~
Die vorziiglichften Eigenlbhaften der Chlorine
fiure find lchoti von Herrn G a y - L u ffa c i n Seiner
[chijneii Arbeit iiber die Jodine bekannt gemacht
worden.
Sie i R von weifser Farbe; fahmeckt G u e r u n d
aufsmmonziehend ; hat, wenn lie concentrirt und
heirs ill, einen etmas ftechenden Geruch ;riithet die
* ) DPSWareer, wornit man den Schwefel&yrca Baryt 617wafchen hat, @eGe man rqbrurpes und concentrire .tp
rincr Schale bci eiper Warme vvn SG his
9 C,
+
Lqckmustinktur "1; Eillt 'aber iwedcr dos Silber,
noch Jas Blei, nooh das Queckfilber aws ihren Auf1i;l'ungen i n Solpeterrisre; auch nicht den thierifiche11 Leim, wie das die Chlorine thut.
I n der W'$rme verflhchtigt fie fich; dabei zerM z t fich aber,ein kleiner T h e i l dcrl'elhen i n Chlos h e und in Sauerfioff, wie Herr Gay Lufhc gefunden hst; uud dann giebt fie mit f d p e t e r f w r e ~
Silber einen geringen Niederfchlag.
-
H e r r Gay-LuLTac h a t ferner i n l'einer Abhandlung gezeigt dafs die Chloriuf$ure VOIJ der Chlor.iq Wu~erltolTGure, der Sthwefel CValTicrTtoff,
liiyre und der fchweflichen SEure zerfbtzl' wird, AlIc drei entziehen ilrr SauerlioE und briagen fie itr
deli Zuliarid der Chloriue zuriick. Uic beiden erI'Etru werdcii daBei l'elhrt zu Chlorine oder Schwefel,
a i i d ihr WaEerfid€'bildet mit dem Sauerftoff, den
e r der Chlarinfiure enlzieht, WaKer. Die dritte
,
-
-
-
*) Herr Gay Lupdc ragt
%war, fie Piithe die Lackrpueliuktur
nicht 1 i h mau aber ein Lackmuspapier mchrere T . q e (und
,
nicht hlos eioige Stunden) laog in der Sauie, ro wird rnaq
fich iiberzeugen, dafs die Fnrbe deEelbeo giinzlicii terfi6rt
w i d , auch in einer Temperatur, w e l c h nielit fiber 13 his
15 O hinaurgeht und i~ einem Zirniner , in das dip Sonnc
picht anmittelbar h i s e k fcheint. A m Scluielllien mncht maq
die Fnrbe des Lackm;arpapiers verfchwindeo, wenn aiaii diefes iri die CIilorinGuie taucbt uad es d a m der Lnft ausletat. In dom Grade, als die Siare lick h r c h Vcrclanfien
conccntrirt, verrchwiadet die Farbe, uud das Papier wird
.rql$kvmmen weifi,
,
[
301
1.
verwandelt fich in Schmefelfa'are nnd machk die
Chlorine frei *).
Uie mit Sauerfioff gefa'ttigtenSauren hrrben Betne Einwirkung auf die Chlorinfa'nre.
3 ) D i e chtorinfaurcn A l k a l i c n
*a),
Chiorinfaurcs Kali. Die ChlorinEure zerretzt
kohlenlbures Kali unter Aufbraufen, und iR die
SSwe hinliinglich conccntrirt, So fallt das chloriw
hure Kali, To wie es fich bildet, zu Bodon, Macht
man die Verhindung in der Wiirrue, fo erhilt man
es beim Erkalten Tchon kryftallifirt in viereckigen
Bliittchen. L)as Salz Rirnmt mit dem rogenannten iiberoxygenirt h1zl;luren Kali welches maa
diirch das gewohnliche Verfihren erhilt, vollkommen uberein.
,
'>
Wenu man dcr Clilotinf'<ure getnde nor fo vie1 SchwefctWaEerIiolf odrr klwetli,-e Shnrc zufetzen kunttte, nls himreicbt , den init der Chlorise rerbundcnen S a u e r l t o f f tu
fittigeu, fo wurde unltreitig die Ch1or;nc frei werdeti.
Aber fall irnrner I;.ut man VOII iliaen zw vie1 hinzti, nnd
dnnn Infst fich die Ablcheid~rogder Chlorine nicbt wahmelimen ; denn kotnrnen Srhwefel und Chlorine rnit e i n n d e r
uud mit Wager ie Beriihriiug To rerfeiren fie diefer ,(larch
die Verwaiidtrchaft des erliern znm SauerliolF und dec Ietzteru zum WaalIhrfioff, nnd es bilden fie11 Schwcfelfiure und
Chlorin ~VaITcrlicifffiurc[ S a l z h r e . )
-
*')
Von dom clrlorinfuren Ka!ke, iiber den die Lefer
vorziiglich Belcbrnog wiinkheii diirften ( R . $9. S. 356.)
faat Ucrr Vauquclin i e Jider gaazen Arbeit niubts.
Oilb.
I
302
3
Cfdorinfaurer Stroontinn 1Xst lich abs ko hlen.
h r e m Strontian bereiten; diefer Zetztere brault
rnit Ghlarinfiure auf, dnd neutralilirt fie VdIlig.
D e r chlorinraure Sfxontian fchmeckt etwm rteche~\d
und zufainmenziehend, und ilt rehr aufloslich, fel b f i
zerflielbend, daher e r nzir kryltallifirt, wcun die Auflordng fehr conccntrirt in. lch habe davon zu ivvenig
gehaby, urn die Gefialt dcr KryRalle befiirnmes ed
kiinnen. Auf gliihentleii Kohlen verpufft er Tehf
lebbaft mit einer fchoncn purpurfarbnen Flamme.
Chkorinfaaures Amntondnb habe ich bereitel aus
Ohlotitlriure und aus bafifchem kohlen faurea Am.
moniak. Es kryltallifirt in feinenNadeln und fcheint
fluchtig zu b y n ; denn io'rheile des balifchcn kohr
lenrauren .Ammoniaks haben mir eiii Ma1 BTheile,
ein undres Jf a1 dngegen, als ich die Auflijlung niclit
abdolnpfeu fondern blos an der L u f t verdunlten
lie&, 10Theile chlorinrilures Ammoniak pcgeben.
Dieles S a h hat einen rehr ltechenden Gef'chniclck,
und a u f eincm heifsen KGrper blitzt es auf, wie das
f a l p e l e r h w e Ammoniek, doch mit rother Flam.
m e , und, wie es mir fcheint, i n einer niedrigerea
'l'emperatur. W e n n es in elner Ketorte alimahlig
erhitzt w i d , fo zerfetzt es lich plijtzlich, and e$
fteigt ein L)ampf auf, der zwar die Farbe drr falpetrigen &',re h a t , jcdoch chlorine ilt. Sclluttelt
man iliii mit 'CYslTer, fo verrchluckt diefes die
Chlorine uiid es hlcitt Stickgas, das mit eiiier gea
riiigcn Menge SauerRoffgas (odcr vielleicht m i t
nxydirtrm Stickgas) vcrineagt ill, zuruck, Der gea
[ 303 )
ringe kuckfiand der Retorte befieht a m faurenh
falzfaurern Ammoniak. Es Ccheint, als ziehe der
\Vaflerfiofl' des Arnmoniaks den SauerRoff d e r
ChlorinKiure mzchtiger a n , SIS dic Chlorine Celbh
da bei diefern Hergang fich vie1 Chlorine nnd n u r
entbiodet; doch vereiuigt fieh buch
w e ~ ~SauerltoE
ig
ein wenig M'aRerRoEmit Chlol-ine, denn man fin;
det such ein wetiig Chlorin-~~-affernoffr~ure
(Salzi
Fiure) und Chlorin -WaReri'tofffaures Ammoniah
(Saliuia k. )
Ctibrinfaures hatron hahe ich gleichfalls durch
Sfttigen der Clilorinfiure mit trocknem bafilchetri
kohlen~i1urc111Natrou bereitet ; 500 Tlieiie dea letztern haben mir 1100 Theile krjrtallilirtes chlorin;
Caurev Matron gegeben, Diefes Salz ilt Cchr auflos2
lich, uad kryhllifirt daher nicht eher, als bis die
Auflofiing frlR bis zur Syrnpsdicke abgeraucht ilt 3
dann nher lihielst es i n vicreckigen Bliittern an)
ganz wie das chloriilliure Kali. IVegen dierear grod
fseii Aufliislichkeit hirlt es Cchmer fvenn man eine
Natron- Anfiofung mit Chloririe fiittigt, dieCes Salz
You dein Chlorin Natronium ( K o c k ~ d z e )zu tren;
nen doch xerffiefst es nicht a u der Luft. Es verpuftt a i d gliihenden Kohlen Iebhaft, mit gelbli;
Them Lichtc, mobci es zu Kiigelchcn fchmilzt. Es
h a t einen frikhen etwos fiedimden GeCchnlackl In
der Dcliillation gieht es I'ehr vie1 Sauerfioffgas, das
init cin wenig Chlorine Vermengt in; der KiickA
Jiai111 clierer Ucl'tillation war fehr merklich a l k w
J irch obglcicli icli das Sale nicht 6hr fiark e r l i i w
,
-
E
304
3
h m e und es vor der Zerretzung vollkommen neuL
tral War.
Chlorinfaurer Bnry~kryI.taIIifirt itc 4feitigcr,
rech Iwinltligen Siulen die fich mit einer auf den
Kanten fchief (manclirnal auch fenkrecht) Red
henden Ebene endigen. Es rchmeckt Pcechend clnd
Ilreng ;erfordert bei 10 O Wirme ungefiihr 4 Theil e WalTer, urn aufgeloli: zu werden, und iR i n Alkohof uneuflb'dich. Eine von fremden Theilen reine Auflofuuog derelbeu in WaOTer wird meder von
f d p e t e r h n r c m Silber noch von Chorin Wsfl'erfiofflhre Salzfitire) getrubt. 1R. der chloridaure B a r y t recht trocketi fo verliert e r i n der Hitie
a u f 100 Theile 39 Theile an Gewicht; 10 vie1 enthalt er olfo an Saueriloff. Was bei diefer Zedeta
zung in derRetorte zuriick bleibt, liifi Iich in WaKer
D i C b t ganz auf, und giebt eine Auflofung die alka
l i k h ifi, und eineeRuckfiand, der nach Wafchen mit
vielem WoKer Von Salpeterfiiure unter Aufbraufen
aufgeliifi wird, und diefer dann die Eigenfchaft ertheiit voti 8chrrefelfiui.t und To auch von ralpeterfaurem Silber niedergefchlagen zu werden. Ein
T h e i l der Bafiu des Salzes wird olfo bei der Zerfctzung frei *).
,
<
,
-
,
,
*) Es fchtiut , dnlh dkfdbe Wirknng bei n l l m chloriehrtfi
Snlzen Statt fmdet , dcren metallifehe RaGs fich nicht nach
mehrerca VerhciItniptm mit' der Chlorine verbinden kann.
TVenigfieos nimmt man fie auch btim chlorinraurrn KaIi
wahr, da es (lurch Hitze zerfetzt , einen Rucktiand laCt,
welcher fehr merklich alkalirch ifi. Sofftc die Sittigungs-
c
305 3
Ich habe das Verh+&
des SauerRoEs im Bar y t e durch die Menge des chlorinraurea Baryts z u
bertimnien gefucht welche aus einer gegebenen
Menge d i e k Metalloxyds gebildet wird. AIIS60
Grammen in WeKer zerruhrtem Uaryt, durch die
lich hinlEnglich viel Chforine ha tte durchfieigen Iafd
Ten, urn fie ganz im VS'aKer verkhwinden zu machea,
habc ich 1 1 Gramme chloriulauren Baryt, und BUS
diekm durch Schwefelf4ure 5,962 Gramme Chlorinr h r e erhalten, die letztern nach der Menge des
fchwefelfauren Brlryts, welcher Iich dabei abktzt,
berechnet. Oielern zu Folge miinen 100 Gramme
chlorinianurer Baryt behehen aus 54 Gr. Siiure und
46 Gr. Bafis j eiri zweiter V e r h c h gab mir 53 Gr.
Chlorinraure und 47 Gr. Baryt.
Ferner habe
icli aus I I Gramme chlorinhurem Baryt, a h ichfiein
&e Hetorte durch Hitze zerretzle, 4,229 Gr. Sauer/to#,
oder auf 100 'i'heile ungefahr 3gTheile Sauer-
,
-
Capacital der Chlorine kleiner h y n als die der Chlorinhure, oder Collte Iich wiilrrencl iler Operation Clilorin -WaKer-
Iioffiiiure entbioden ? Da man jedocli aiioimmt, dafs die Chlorine irnmer a n eiuern Metall, die Cl~loritiranre aber an einern b.Isl;illo~~d
grhunden i l l , lo 1 d e n Gch die SattigungsCapacitateu heider nicLt mi; einmder vergleichm. VerPn-
derte in&& Iich uichr dic Natur dtr SalzliaGs wihrend d r r Zerfctznng der chlorinlauren Salze, fo wurde die CapaoiGt der
Chlorine fehr viel grBlber Lyn , als die der CLlorinfaure.
weil diere fich fall auf
r i h e s anfirtg~ichenGewichis
reducirt,
die BaEi aher nic in cinrm folchen VerhaltniKe
wird.
reducirt
knlinl. d . PhgGk. B:52.
2
St.3. J. 1816. St. 9.
F
2
[
306 3
lioff, d. i. i n deinfelben Vqrhiiltiiili, alu aus den1
chlorinl'aureii Kali, erhalten. Diefern zu Folge wviirdrii GO Gramme Bnryt nur 4,229 Gramme
Sauerlidll' in licli fchliersen *), oclcr nuf IOO 'l'heile
ungeGlir 7 'I'licile Sauerliofl', welches dem voii den
Chernikern il ngenom rnenezi Mifchungs -Verli5l la ilTe
cles Bary t s als Baryum Oxyd keineswegs entrpricht **), l c h habe diefelben Procell'e drei M a t
vorgeiioi:imcn; die Kefultate w h e n etwas von eiriander ab, hier ilt aber nach tlem gerechnet, welches die griifste Menge des SauerltoKs giebl. Die
C/'ot-inJ'iure
wiirde hiernach in 5,962 Grainnien
3,877 Gr. SiluerliolF und 2,095 Gr. Chlorine, oder in
100 Theilen 65 'i'h, SaucrltoH' und 35 Theile Chlorine enthallen, welches von Hcrrn Gay- L u l w s
Beftimmung hedeu Le ncl ab wejcht ***).
-
') Da bei Ycrwantllnng der 60 Gr. Baryt durcli Chlorine in
Clilorin -Baryiim und in I I Gramme cliloiinfaurrn b . 1 t,~ ~
iliefer 1Lizierr nllen im Bargt vmhnnilenen SaueifiofF in 11ch
khliefsen, und ilw Insgehnrnt in der H i t d e , in uelclter er
E ~ l wiedeiurn
i
in Chlorin -Baryurn verwrndelt, als SduerIioffgas entweiclien laITen mufm.
Ciib.
") Nsch den BeRimrnungen Jes Herrn Berrrlins find im Baryte
mit xoo Theilcu B a r p m 11,696 TIicile Saucrfioff veibunden ;
I i e f i r diere Annal. B. 38. S. 170.
Gilb.
'*')
Nacl~IIerrn Gay -LulTa'ac;'s Dcrechnung enthzh die Chlorinfiiure auf I ~ I Tli.
)
Chloriue 111,68 Tb. Sauerfioff, oder
belieht in
SaueifioIT.
100
Tliln.
-4niidl.
JUS
47,z6 Tli. Chlorine und .52,7C Tlr.
Gd&.
B. 49. S. 5zi.
c
307 I
4 ) D i e chZorinJauren
QueckJilier.
Erftes chlorinfaures QueckJlber, (im Minim0
der Oxydirung). I c h habe diel'es Sala aus Queckfiiberoxyd Lereitet, welches ich aus I'alpeterfaurem
Queckfilber i m h!iizimo, durch gtzendes K a l i nit+
dcrgefchlqen und mit heifsein Waffer gewafchen
hatte. Als dieresOxyd noch feucht war wurde allmahlig immer m e h r Chlorinfiure dariiber gegolkn,
To wie die Aufliil'ung vor fich ging; ehe jedoch die
SSLtigung voIIltSndig r r r e i c h t war, rchlug fich ein
gelber kriirnliger Kiirper nieder,. und a19 ich dann
Oxyd bis zuc volligen Sittigung d e r S i u r e hinzufiigte, To fie1 faIt die ganze Verbindung i n diefer
GeltaIt nieder. Uie FliiKigkeit war nun farberilos,
und es war n u r cine I'ehr geringe Menge von SaIz
i n ihr noch oufgeliilt. Die iiberIchiiEge Chlorinfiure fcheint auf die neue Verbindung in dem Augenl,licke, wean fie lich bildet, einzuwirken und
lie dndurch eiiie &it lang aufgeliift zu e r l i d t e n ;
hot die Verbii~dungeirimal e r a den felten Zufiand
aiigenommcti, To vermag die Same nicht lie d i e d e r
aufzuliifen.
Das To erhaltene cblorinraure Queckfilber hat
eine griinlich-gelbe Farbe, die der des phosphorh n r e n Silbers l'ehr iihnlich ilt; fchrneckt wie die
andern Quecklilber Aufiohngen, doch rninder
Rork uud liili fich in kocheiideru Waffer ein wenig auf, wie der Quack~lber-Gefclimsck und die
kliwarzen Niederi'chl5ge f d c h e n WaKttrs mit AI-
,
-
IT2
I 305 1
-
knlien , beweifen. Salpeterfaure Silber Aufliiruhg
triibt daII%lf~t?
nicht.
Urn den Sauerltoff-Gehslt d i e k s QueckGlherSakes zu bertiinmeii, wollte ich I G r a m m i n einer
nach Art einer Retorte gekriimmtcn Glasrohre
durch klitze zerretzen; ober immer wenn ich mit
d e m Erhitzeti itnfing erfolgte cine Explofion, welche den g r i i h e n Theil des Salzes uiizerfetzt BUS der
Rohre heraus warf: Ooch erliielt ich R U F diere-41-t
eiri wenig Sauerltulf, und i n der Iiiihrc einen wei&tI
Ueberzug dur nus iitzendcm Subliiiiat beliand.
Rls ich klrine hlengen des Salzes in einen Lcliwach
erhitzten Platinliitfcl warf, 1.21
ich fie Lilr dcutlicli
detoniren m i t rottier Flnmme uud uuter AuFlieigen
cines weifsen Ratichs, der ohuc- Zweifel irtzctider
Sublimat war; in dem Loffcl blieb ratlies Queckfilher-Osyd zuriick, das keine Salzl'iiure enttiielt,
da es in So lPete i*riiure a u fgelolt lilp e terra u r e SilberauilLiCung aicht triibte *).
Dick Seohacklung beweil't, dars, urn e h e Detonation hervorzubriiigeu, der Snuerltoll'nich t immer a n einem verbrennliclien Rijrper gcbu~ideuzu
I'eyn braucht; es reicliL hin, daU* e r Gcli I~i&uglich
lc'chnell entwichele, w i e das in diefeni Pall olfenbar
gelchieht.
,
,
,
@ Nach
)
dcr neuen Lehre gieLt cs zwei Cldoria -Qcecl,lilLer,
v i e zwci Qiieekfiller - Oxyde , init der einfacllen und niit
der dopprlten Menge Chlorine bei dcrfelben M m ~ evon
Qurckfilber ; das erftere ill verfiifstes Qurcklilher,
i t r e n d e r Siibllrnat.
d a b LZyettc
G~L':.
c
309 I
A b e r warurn bleibt nach der Zerretzung dieres
cIilorinLuren Queckfilbers Queckfilber Oxyd im
L%aximo zuruck, und warum elitfielit nicht verliirstes Queckfitber Ratt iitzenden Suhlimats? Da6 das
chlorinfaurc Queckfilber zu wenig Chlorine enthalte, a h dal's Gch alles Quecklilber mit Chlorine i u
kleinfier Menge verbinden konne, ilt eine nicht zul X i g e -4nnahme; denn vvarum, enthielte es QucckGlber i m U$:berl'chuTs (wenn auch QIS Oxyd
itzender Snblimat entfiehe, davon Iiclit man keinen
G r u n d ab. Man w.iii.de dann anoehmen miifleu,
dals Queckfilber Oxyd, welches eine gegebene
Menge von Chlorinlj'ure zu Citittigen hinreicht des
Metnlles mehr eiitbalte, als die in d e r S"
mrc enthallene Chlorine zu Gttigen vermag, urid d a L aus
d i e h i Grunde freies Queckfilber- Oxyd beim Zerletzen des chlorinrauren Queckfilber- Oxyds zuriick
bleibe. Wir werden aber weiter unten fehen, dafi
diefe Wirkung von einer andern Urlhche abhsngt.
IVenigftens il't To vie1 gewik, dars ein Theil des
Sauerfioffs der Chlorinfiiure, oder vielmehr des den
itzenden Sublima t bildenden Queckfilbers, von dem
Queckfilber-.Oxyd zuruckgelialten wird wcil er
lich mit Sauerl'toff gefaktigt findet welclies ZUVOL'
nicht war *).
Dagegen lalreo lich alle diefe W i r k u n g e n vie1
leichter f01gendermnCscn erklzren wobei man wei-
-
,)
-
,
,
,
,
') EJ war nemlirh in didem chlorinfauirn Quecklilber a l r
Oxyd in1 Miniino vorliaiiden , u ~ t lCP biubt 3 1 2 O x y d im
Gzlb.
Marirno (rothes Oxyd ) zuiiick.
I
310
3
t e r nichta annimmt, als defs die Zeifetznng deu
chloririfhuren Quecklilbers und die dabei vorgehende Verfluchtigung des atzenden Sublimats i n ein e r niedrigeren 'I'emperatur S h l t finden als die,
welche erforderlich i R , urn das Quecklilber- Oxyd
zu zerretzen. Iiidern die Hitze die C'hlorinfhre
zei-legt, entweicht ihr Sauerltoff, i h r e Chlorine
nber t r i t t an den 'l'heil des Queckfilber- Oxyds,
welcher den atzenden Sublimat bildat; dierer verfluchtigt lich, indem e r Gch erzeugt u n d tritt den
Sauerltoff, der a n dem Queckfilber delrelben gebunden war, dem iibsigen Quecklilber- Oxyde ah, welches lich dadurch in das hochRe Oxyd ( i m Maxin o ) verwaiidelt.
Blicbe liierbei der fflzende Sublimat m i t dcm
Quecklilbcr-OxycIe lange in Beruhrumg, To wiirde
er walirlcheinlich wieder zerrefzt und i n verldstes
Quecklilber verwandelt werden. TTiu dicres d u r c h
eincn Yerfuch zu pr;Ufeti e r h i b t e ich in einer m i t
einer Kugel verfehenen Rolire eine abgewogene
Mengurig von htzendem Sublirnat und rothem
Queckfiiber- Oxyd. U e r Sublimat Itieg fehr bald in
deli oberri T h c i l dcr Riihre herauf u u d das Oxyd
blirb iii der Kugel unveriindert, bis es fich bei TteL
gender IIitze zerfetztc; nun entwicll der Sauerfioff
dell'elben und das Queckfilber, das in Dampfgertalt
d u r c h den h e n d e n Sublilllat hindurch fiieg, virwandelte ihti gsnz in veff&tes QueckGiber. Diefer Vecruch rchien mir uber die Frage hinliriglich
vie1 L i c h t zu verbreiten,
,
,
,
,
c
311
3
Zweites chlorinfaures QueckJlGer (im Maxi.
mo der Oxydirang). Urn diefes Salz zu bilden, erhitzte ich Chlorinriure m&ig iiber rothes, durch
Feuer bereitetes Queckfilber- Oxyd. Die Verbindung beider geht leicht vor fich; ifi im WaITer ziemlich auflijslich; h a t einen fehr Rarkcn Gefciimack,
dem des Ztzenden Sublimats rihnlich; kryRallifirt
i n kleinen Nadcln; giebt mit den Alkalien einen
gelben NiederIchIag; und ift immer h e r , befonders wenn man fie ohne iIulfe d e r Wiirme
erzeugt,
Als ich eine kleine Menge dieres Saizes i n ein e r Glesrohre erhithtc, ging verhaltnifsmXsig zienilich vie1 SauerRoff uber und zwar in zwei deutlich
verfchiedenen Zeitriiumen ; anfangs rehr rchnell,
dann hiirte das Entbinden auf, und erfoigte erIt
wieder i n einer fehr vie1 hijheren Temperatur. In
der Glasrijhre blieb ein geIber Kijrper zuruck d e r
aus wenig rothemQueckGlber- O x y d , aus Xtzendem
Sublimat und aus verfufstem Queckfilber znfamniengefetzt war, wid nach dern erl'ten AufhSreR
der Gasentbindung wclhrfcheirrlich hlos a m atzendem Suhlimat utid*rothern Oxyd beliarid, l i s in
Celir erhiiheter Hitze das letztere ficli zu zerktzen
aiifing und einen 'l'heil des Sublimats i n verrulstes
Queckfilber uml'toltcte. \'t'eoigftens finden fich,
w e n n man die Operation beeodigt To bald das
Sauerftoffgas zum zweilen Ma1 erfcheint Stzender
Snhliinclt urid rolhes Oxyd getrennt, wenn man da-
,
,
,
c
312
1
gegen mit dern Erhitzen forifdirt, blos verftirstes
Queclcfilber Y).
5)
C ir1orin j’ au r.r
Zink.
Cxlorinfaure und Zink. Der Zink wird ohne
Aufbraufen und obne Gasenthinden voa der Cblorinli‘ure aufgelofi **). Entweder geht alfo dabei gar
keiiie Zerfetzung des Walrers vor fich, oder der
Walrerfioff des W a x e r s vereinigt hch mit dern
Sauedioff der Siiure. Das erfiere ift das Wahrfcheinlichere, da kein Grund abzukhen ill, warurn
der Waflerltoff den SauerfiokF des WaXers verldTen und lich mit dern der Saure verbinden Ibllte.
D i e Aufloring giebt mit falpeterfaurem Silber (womit ChloritiGure lich nicht trubt) einen reichlichen
Niederl’chlag. W i r d fie abgedampft, To erhiilt man
ein Salz, welches zufammenziehend ungefihr wie
die andern Zinkralze Cchmeckt ausnehmend aufloslich ifi und fich nur rehr fchwer kryfialliErt.
%Vie haben wir aber d i d e Verbindung zu betrachten? Belteht lie aus oxydirtem Zink und Chlorine? Dann miifste aller SauerRoff der SSure an
,
,
.)Waren die Mengeu, worin jede S u r e Gch mit den Oxyden
-
verbindet, der Sauerftoff Menge dider letztern proporiio-
ro
miirste das clilorinfaurc QueckGlber im Malimo,
wenn er durch Hitze zcrl’clzt wird, fich ganz in ttzenden
nd,
Sublimrt vcrwandelo ; dicres ifi abor ni’cht der Fall.
’*) Herr G a y - L LI Tf a c r a g , es entbinde fich dabei IValTerfioEgas ; wahrfcheinlich enthielt kine Cldorinfaure Spuren
v o 11 Schwefcllaure.
I: 313 1
den Zink getreten feyn, wogegen das folgcnde Verhalten zu l'prechen l'cheint. Das Salz detonirt auf
gliihenden Kohlen, wie die chlorinraurcn Salze,
und zwar mit einem rchiinen gelblich-griitieu Lichte, dem des verbrenuenden Zinks gleich. WSre
alfo aller Sauerftotf mit dem Zink verbutiden, Ib
miirste eiu Theil des Zinkoxyds i n einer rehr miibigen Hitze von denKohlen zerretzt werden; ein folches Ziukoxyd kennen wir nber nicht. Sollte Iich
daher niclit dieres Salz fur ein Doppe@k aus Chlorinriure, Chlorine und Zinkoxyd, oder iiir eine
Mengung zweier Salze, oder vielleicht f i r eine
Vereinigung von Zink m i t dem Chlorin Oxyde
[ Euchlorine] nehmen laxen?
Ich erhitzte ein wenig von der Auflofuung des
Ziuks i n ChlorinCurc, nachdem lie bis zur Syrupsdicke abgedampft worden, i n einem mit einer gekriimmten KGhre verfehenen fiolenartigen Medicinflschchen. Sie gab zicmlich vie1 Sauerfioffgas, das
init Chlorine vermengt w a r , und es blieb i n dein
Fllfchchen ein weifser Korper zuriick, von dem fich
nur ein Theil im WaKer auflafie. Das Auflosliche
war gewodnlicher Chlorin Zink falzfaurer Zink 1,
das Unaufliisliche balircher Chlorin- Zink, da es in
SalpeterGure aufgeliilt l'alyeterlaures Silber reichlich fiillete.
Dierer Verfuch bertiitigt ganz gut meine Meinung von dem Zuliande der Verbindung der ReRandtheile diefes Salzes. W a r u m entbindet Iich
ober unter diefen LJmRinden Chlorine, und waruin
-
-
,
t 314 I
nicllt 811s der Verbindung des Zinks mit Chlorine,
die m a n durcli Chlorin WaEerTtoEh.ire gemacht
-
hat.
CILZorcnfiiure und Zinboxyd. Kolilenfaurer
Zirik loll Iich iu ChlorinEiure unter Aufbrauren auf;
doch h d t cs rchwer, die Siiure i n niederer Temperatur mit Ziiikoxyd, berouders wenri es trocken
j"t zu Kltigen. Die RufliiIung l'chmeckt rehr zuLmnienziehend. Als ich fie his z u r Syrupsdicke
aldampfte, kryltallifirte fie, und zwar, wic es inif
l'chien i n Octaedern ( oclnddres&rbnziz$ ). Eine
Auflijfuiig diefees Salzes i n Wafler fillet das falpeterh r e Silber nicht, wie das die des Salzes t h u t , welciics BUS Zink und Chlorinfiure gebildet worden,
15s vcrpufft suf gliilienden Kohlen mit gelblichem
Lichte, ohoe Uetonotion oder Explofion, und 1Xst
einen gelblichen Riickfiond. Giclst man Schwefel1:iul.e auf diefes Salz, To wird es orougero:h und
brauR ein wenig a u f , wohei lich ein der falpetrigen S'iiure Zhnlicher Gerucb verbreitet; die To eutlinndene Mengung yon Schwel'elfiiure nnd chlorin!durorn Zink fillet, naclrdem inan fie mit W a R e r
verdiinnt h a t , den Llpeterfaurex %inknicht, weL
ches beweifi, daCs keine Chlorine frei gemorden,
I tnd alfo ChlorinGure dabei tlicht zerretztwordeu iR.
C'ltlorine rcnd Zinkoxyd. Nachdem ich 15 Gramme kolilenfauren Zink im W a g e r zerriihrt hatte,
!rieb ich Chlorin- D~iiipfbis zum Uebermaafs hintlir rch.
Sobald die Clilorine tiinliinglich im WaIIier
verdichtct w a r , liifte fich der Zink unter Aufbrau-
,
,
r
315
1
fen auf, und es blieben n u r einige Spuren von Eid
lenoxyd, welches dem kohlenfnuren Ziuk zufiiltig
beigemengt war, utiaufgeliX zuriick. Die filtrirte
und bis zur Honigdicke abgerauchte Auflofuiig war
ohne Farbe und ohne Geruch, lie& fich aber nicfit
bis z u r Trocknif's abdampfen, oline daG eio Theil
tfes Salzes fich zerretzte. Aus der eingedickten Aufliihuog foholIkn heim Erkalten fehr feinc Nadeln an,
die an der L n f t feline11 Feockligkeit eiafogen u n d
his znr U u1111flii Ili gke i t z e I'fl o Ken .
Ich habe die eingedickte AufliiTung in einer Ketorte erhitzt, yor welche eine Rohi-e znit einer Kugel vorgelegt war. Zuerlt ging eine helle, frrrbeulore Flufigkeit iiber, dann ein Gas, das aus gleichen
Raumtheilen Chlorine un3 Sauerfioffgcls befiand.
Die i n der Kugel'der Riihre verdichtete Fliifigkeit
enthielt Chlorine, Chlorin WafTerRofffiure u n d
eir, wenig Zink. In der Ketorte hlieb eine gelbe,
uIidurchliclitige MaEe zuruck, von d e r fich e i n
'I'heil unter Erhitzen i m Wafl'er aufIiiRe. Diefer
aufgeliifie Theil befiand aus gewohnlichem Chlorin-Zink. W a s Gch nicht nutlolie, war weirs, krumlich von wenig Gekhrnack machte gerothete
Lackmustinktur blau war abei. uicht vollkommen
irtiaufloslich, denn JVoKer, das daruber gekorlit
worden war triibte ldpeterlaures Silber und gab
mit Alkalien einen Niederkhlag; es rchienen mir
wenigftens 400 'I'heile WaIIkr uijthig zu ley11 urn
1 T h e i l ViiIlig aufzuliiren.
I n Sslpeterfiure zergclit
diere Mafl'e augenblicklich, iind die Aufliil'ung giebt
-
,
,
,
t
316
1
niit falpeterfaurem Silber u n d mit den kohlenfaur e n Alkalien reichlichen Nicderfchlag. Sie iR folg-
-
-
I ich bafikher Chlorine Zink ($ow
cfzlornte de
Zinc) *).
Dnfs bei dem Erhitzen d e r v e r b i n d u n g , welche
durch Einwirken von Chlorine auf Zinkoxyd entfiatiden war, Sauerliolfgas uberging, fchcint zu beweifen dafs&ch chlorinfaures Zinkoxyd und Ctiloriti - Z i n k gebildet haben. Beide Salze fiad'gleich
aufliislich und all'o nicht durch Krylialliliren von
einander zu trennen j dus Verhiiltnifs worin beide
vorhanden iind, liirst lich claher n u r a u s d e r Menge
des licli eritbindenden Seuerlioffs beltimmen. Wie
es lcheimt, verlabt ein Theil der Chlorine die Verhindung i n einer fehr miirsigen W s r m e , d e n n d i e
Clilorine, welche ich erhielt, war nicht frei, beroc d i e w a r m e auf die Verbindung einwirkte; und
wahrrcheinlich war diefes der Grund w a r u m d e r
Kiickliand bafirchen Chlorin Zink enthielt. Diefe
hh'irkungen finden bei Mengungen von chlorinfaur e n Alkalien und i h r e n Chlorin Metallen nicht
Statt. Die Erzeugung einer zicmlich bedeutenden
Meoge yon Chlorin Wall'erRoffEiure weirs ich mir
nicht zu erklaren, man wolle denn annehmen, es
fey W a f I e r aerl'etzt worden ; dann wiirde aber
,
,
,
,
-
-
-
') D. h. Ziok mit weniger Chlorine als in dem gaw6hulichen
Chlorine-Zink rerbunden, und Co genrnrir nach der Analogie ruit den balifkhen Salzen, welche im Verhaltnifs mit dcr
SalzbaIis weniger Saure, alr das neutrale S a l z , eirthalren.
Gilb.
I 3x7
3
nicht aller Sauerlioff, der fich in JernVerI'uche entband, de r Chlorinriure angehdren.
C'hlorin- Wafler-ofJZure und Zink. Urn z u
unterruchen, ob auch dasjenige Salz, welches man
durcli Auflofen von metallil'chem Zink i n ChlorinWall[erRof€Gureerh slt, in d er Hitze Chlorine enibinde und fich in balifchen Chlorin-Zink verwandl e , hnbe ich etwas yon d e r Auflofung rniiglichR
eingedickt und dann i n einem ~ ~ cb ic k lic h eAppan
rate erhitzt. Ich erhielt aber auch nicht ein A t o m
Chlorine, lbndern hlos Chlorin- Zink mit L7eherl'churs an Siiure, und a19 KiickRand bnfifclien Chlcr i n -Zink, der mit einer S p u r y o n Eifen vermeiigt
war.
Das durch Aufliiren von Zinkoxyd in Chlorin e , rind das durch AuflXen von rnetallii'chem Zink
i n Chlorin- WoITerAoIf~iiureentltehende Salz lind
crllb in einem verfchiedetien Zuftaiide. Und diefes
Lclieint anzuaeigen dafs iin erltern ein 'l'heil der
Chlorine geritdc.zu rnil dem Zinkoxyde, im zw-eiten
aber dus Zinkoxyd m i t Chlorin M'alk?rlioIll;riurc
verbundeii iR.
,
-
6) C h Z o r i n f a u r e a
Eifen.
Chloritfhure und Ezrert. Cldoritifciure lift Eifen fchnell auf, ohne l h t l h d e n von WoIlerlion'gns
utid unter l'ehr merklicliern Erwirmen. Die Aufliil u n g h a t nnfangs eine griinlictie Tarbe und eineii
zurammenzielienderi Gelchmack hald aber wird fie
rolh, auch ohne daL die Luft fie, beriihrt und o l -
,
1
[ 318
gleicll Eifeu i n ihr im Ueberfchufs vorfianden in,
welches dabei in den Zultand des rothen Oxyds
iibertritt und Ech Itark und feft a n die WEnde des
Gefilses anlegt, in wclcliem die Operation vor fich
geht Die Auflorurig wird gleich anfangs voii A L
kalien grun niedergerclilagen, uiid GallEpfeltinktur firbt lie kaum; wenn fie aber r o t h geworden
ili, li, geben Alkalien init i h r einen rothen Niederfchlag und wird Ge vori Gdliipfeltinktur und vori
bfaufanrem Kali griin gef2rbt. Sie f i l l e t fdpeterfaure Silber- Aufliilhng.
Beiin Abdampfen wird die Ruflijfung des chlorinfauren Eifens gallertartig dem geronnenen Blnte durch feine Farbe ahnlich, nach dem Trocknen aher halb durchlichtig, und Iiilt Gch dAnn nocii
irn Wafler, weriigfiens dem grijrsten 'lhcile nach,
a i d Das Salz verpufft nicht auf gliifienden Kohlen wie der ouf diefelbe We& bereitetc chlorinfaure Zink; welclies zu bemeil'en fcheint, dafs aller
Sauerlltoff an das W e n 5etreten iTt, u n d dars all"
diel'er Kvrper eiiie Verbindung VOII Chlorine rnit
oxygenirtem &/en ill.
In der Ilitze enibindet fich aus dieIem SaIze
kein SauerRoffgas, wohl clber Chlorine, die Iicli
durch den Goruch, a n d dndurch, Jars fie Lsckmust i n k t u r entfirbt, zu erkennen gielt. A u c h ent2Yickelt lich eine S i u r e yon einern fehr fieclienden
Gdchmack; ich hatte davon zu wenig, urn ZII bcftimmen ob es Chlorinriure, oder Clilorin- \VaL
I'erftoEGure a. Als Kiickfiand bei der Defiillation
,
,
,
t 319 3
hleibt feehr vie1 rolhes EiIenuxyd uad gewolitiliches
Chlorin- Eifeti.
I c h glaube hieraus folgern eu durfen : I ) dars
wenn man chloriiifaiires Eil'en in1 Il.linirno der Oxyd i r u n g trocken erhalten kiinnte, es auf gliihenden
Kohlen verpuf€en wurde. 9) Uttfs d e r nus dem Metall bereitele chlorinfaure Zink aus dem Grunde a u f
gliihenden Kohlen verpufft, m i l die Menge von
Ziiik, ivelche die Chlorine der C l i l o r i n h r e fittiget, uicht allen Stuerftoff derfdben zu fittiger1 verm!g, iudel's eine Menge von Eifeii, welche die
Chlorine dcr Chlorinl'iure Ij'LLig t allen Sauerlloff
derlelben eitifichliirfea knnn. 3) L)ofsirnAugenblick,
wetin dic Chlorinl'iure auf das Eifen eiiiwirkt, Gch
zwei Sahe bildeir wie bei dem Zink die licli nlmhnld zii einem reduciren, welches eine Verbiiidung
Ton Chlorine niit Ez$ketioxyd im Mnxiino ift.
Chh-iiftiure und E'$?noxyd. l c h liel's bber EiI;rloxyd im Maxirno, das ebcn erfi aus einer A i i f i i j Tu ii g ni cd erge I'cIll age n u n d ge W R L'ch e n wvo r de 11 war,
Chloringas in grof*.ein Ucberniaafs f o r h i g e n . l a l k
alles Eifen wurde auffi.eli;It, und es blicb niir wenig
ziiriick, welclies aber mehrere 'I'age lung dcr hlxrfchiifligen Chloriiie widerfiand. Die Aufliifung mar
griinlich gelb. Uci msl'sigern Ermiirmcn verlor fie
den Geriicli nach Clilorinr, riilhete d m n aber Lackm u s h k t u r . Beim allmohligen C'erdnmpfen d e r
iiberkhulTigen Clilorine triibte fich die Fldlligkeit,
und retzte eine anfehnliche Menge gelbesEifenoxyd
ab; als aber die Aufl6l'u~ghis auf einen gewifren
,
,
,
c
320 1
Grad concentrirt war? liiRe fich das E i k n o x y d in
i h r wieder auf, und die Plijfigkeit wurde Itark
brauorotl~. Ich t h a t die eingedickte &la& in ein
Medicinficifchchen, das ich mit einer E ~ l t b i i ~ d u n g s r o h r e verfah, u n d erhitzte fie dcrrin bis z u m Gluhen. Uabei ging anfangs WalIir uber; u n d dann
weder eine Spur
Ciilorin- W a l r e r f t o ~ l ~ u r eaber
,
von SauerRoffgas, noch von Chlorine. Diefer Erfolg zeigt dnl's entweder Jas Eilenoxyd, welches
ich zu diefern Verl'uche gcbrmclit hatte, nicht ganz
m i t SauerRoff ,geGttigt war, oder dafs fich SauerrtoE wiihrend der Operation entbunden hatte, welches letztere nicht wahrrcheinlich ift. A u c h bel e h r t er uns, d a 6 es Chloriri Wan'erfiofUaures EiTen giebt.
,
-
7 ) Chlorinjhurea Silbcr.
Die einfachfie A r t , diefes Salz z u bilden, ill,
wenn man Chlorinfiure auf Silberoxyd giefst, das
eben niedergekhlagen u n d gewakhen worden urid
noch nafs iR. Kaum beriihren lich beide, To lofi
Ech auch das Oxyd unter WSrme -Entbinden auf,
u n d giebt eine helle, farbenlore, vijllig neutrole
Flufigkeit aus der nach gehiirigern Abdampfen
fnrbige KryRalle ankhiersen welclie aus vierreitigen rechtwinkligen Siiulen beliehen, die a n den Enden fchief abgekhnitten find *). Zwar babe ich
die Aufliislichkeit des Salses nicht genau bcfiimmen
,
,
] U n prisme carre', trrmine'par uneJection oblique, d a m
Ie fern dca deuz angles Solides du prisme [mit znci ruf
[
321
3
kijnnen, doch bedarf daRelbe zuver1;ilIig nicht mehr
als 10 his 12 'I'heile kalten v\ aflers, urn aufgelijfi
zu ~ e r d e i i . Es hat einen iihnlicheu, viellcicht et1%-askhmichcrn Gefchmack, als das Lalpeterfaure
Silbcr. Aut Papier niit etwas VVaTTer gcothan , el-zeugt es bald einen brsunlich-gelben Fleck. &lit
Schwefel zuraamrnen gerieben, verbrennt es mit rehr
lebhafter Flamme und vielrr Hitze, mie das rchon
H e r r Chenevix heobachlet hat. Auf glilhruden
Kohlen verpuffet es init leblialtem Lichte und IXst
geLchmelzLes Chlorin- Silber zuruck.
Chlorine bewirkt in der Aufliifuung des chlorinlouren Silbers eirien Niederfchlag, und diel'es kann
ohne Entbinden des SauerlioEs des Silberoxyds niclit
Strttt finden. Aus diefer Wirkung erkliirt es fick,
w a r u m man beirn Behnndeln von Silberoxyd m i t
Chlorine kein chlorinraures Silber erhiilt. Denn
die Chlorine, welche hiiidurcli lieigt nachdem
Iich das Oxyd i n Chlorin-Silber und chloridaures
Silberoxyd verwandelt hat, mufs das letztere zerfetzen, den Sauerfioff des 0 ~ y d . saustreiben und d i e
Chlorinfiure frei mochen. Und dafs diefes wirklich der Hergang fey, beweift d e r folgende Verfuch. Silberoxyd wurde aus falprlerfdurer SilberAuflijfung durch Kali gefd let, gew"Schen und in IVaTTer zerriihrt, und dauri wurde Chlorin-Oiirnpfe hindurch getrieben. Sehr bald f i r b t lich derohere'l'heil
des Oxyds weirs und der uninittelbar daranter befindden gegeniiber fiehenden Kanten aufgekizten Eodflachcn
gefcharft? G I & 1
A n d . d. Phyfik. R , h . St. 5, J. a8iL St.3.
ZU-
-
c
32% I
liche bliulich grau. Urn die Beruhrung der Chlorine mit dem Oxyde zu begiinltigen, riihrte ich die
Eliilligkeit fleifsig um. W a s von der Chlorine
durchfiieg, ohne fich zu verbinden, wurde i n Glocken iiber Walk nufgefangen und hkiufig gefctiiittelt, darnit das Wall'er die Chlorine einl'chliirfeii,
und oh Sauerfioflgas ihr beigemertgt lky ausweirerl
mochte. Anfangs fand fich kein Ssucrfioifgas, w o h l
abcr fpster und nun wurde der Verfuch fbgleicli
beendigt und die Vliilligkeit umgeruhrt und filtrirl.
Sie war fauer, und enthielt SiIberoxyd aufgelcfi,
da Chlorin WaiI'erfiofiTa'ure i n ihr einen reichlichen Niederrchlag bildcte. Nachdern fie bei mifsiger M'iirrne eingedickt:worden war, gab fie Kryfialle den vorhin befchrielienen,~hnlich und cine
fehr laure Mutterlmge, deren S5ure von Chlorinriure herruhrte. So fand fich alfo meinc Vermnthung, wie Chlorine nuf Silberoxyd und chlorinlaures Silber einwirke bewihrt.
,
,
-
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Sollte die Chlorine nicht bei andern chlorinfanfen Salzen etwas Aehnliches bewirken ? Solite nicht
der SmerRaff, den Chenevis bei dcm Bilden des
chlorinfauren Kali fich entbinden fall, vpn der Zerfetzung eines Theils dieks Salzes diirch iiberflii1I;ge
Chlorine herriihren? fch habe den V e r f k h \viederholt, aber keinSauerfioffgas erhalten; doch wurde die Fliifigkeit h e r . Aus dem Angefuhrten crhellet dars man bei dern Verfuch mit Silberoryd
und Chlorine, j e nachdem man von d e r letztern
,
l 313 3
weniger oder mehr nimmt, chlorinfaures Sither
oder Chloriiifiure erhalteti kann.
8)
ChlorinJaurcs
33lei.
CIdoriifh-e und Hleioxyd. Gepulverte BIeigliitte lali Gcli k h r willig iu Chlorinl'iure auf, und
giebt eine farbenfole, fehr zuckrig und zurammenP1uIIigk e i t 11as c hiorin raure Blei ifi neutral, \Venn man hinlCnglich vie1 Bleigliitte geliommcn hat, urid kry ftallifirt dur.ch bloIses Verdunfisn i n g l h z e n d e BIiittchen. Ich hahe
voti 500 Theileti Bleigliitte 740 Tlieilc trockrics Salz
erhalten. Diefes verpufft auf gliitieridrn Kohlen
unter AufReigen cines weirsen Rouchs, utid l i L t auf
den Kohlen blos ciiiige kleine hotwcheri mat;lllifchen Bleies zuruck. A L ~0,7
S Grainmeti hshs ich
beiniErhitzen 1 i 1 KubikcentirneterSauerlioEgiis erhalten, nachdem ich eiii wetiig Chlorine, die demfelben beigemengt war, durrh W all'er abgel'chieden
hatte. An Gewicht betragt diefes etwa .j des Gewichts des Salzes. Schwefelliure u n d die Alkalien
Schlagen die Auflofung des chlori~ifaurenBleies
weilb nieder.
Chlorine rmd Bleioxyil. Nachdem ich d urch
150 Gramme feiu geriebener und in W n & r zcrriilirler Bleigliitte Chlorindampf, bis l a v o n tiichts
m e h r verfchluckt wiirde, hindurctr getrieben unrl
die zuruckhteibende hrdnne &la& To larlge mit
koclieiidein WaKer gewafchen hntte, ills Gch r:och
ctwas vou ihr aufldlte, blieb mir eiu dunkeibrauz i ch e n d fch ni eckc n d c
,
X2
[ 324
1
n e r Kuckfiand, der ungerihr 150 Gramme mog.
R u s dcrn WalI'er, wornit die braune AfalI'c g e m rclien worden war krifiallilirte Gcli Ileiin Abdaiupfen Chlorin Hlei, das nach dem 'i'rocknen i i r i der
Luft 180 Gramnie W O ~ ,mobei i n der weliigenMutterlauge nichts als einige Spureri von Kupfer und
von Eifen zuriick blieben. Man Geht aus dickui
Erfolg dafs obgleicli Chlorine i n grol'sem Uebermarse durch die UleiglZtte hindurchgeftiegen und
lange rnit i h r i n Neruhrung gebliebcri war, docli
blos Chlorin- Blei und nicht eiri Atotn chlorinfdures Bleioxyd entfisnden war. Der Sauerftoff, welcher a n dem Ulei, das mit der Chlorine i n Verbindung t r a t , gebunden gemeren w a r , hatte fich m i t
einem 'rheile des iibrigen Oxyds vereinigt, n n d
nicht m i t d e r Chlorine, wie dm bei den O s y d e n
derjenigen Metalle gefchieht, die ficti n u r i n einem
einzigen V erh5ltnille rnit dem Siruerltoft'zu verbind e n vermogen.
Ich wiederholte dicfexi Vcrfuch rnit kirfchbroun e m Bleioxyde doch hof€ie ich um1'onf.t Chlorin
Blei u n d chlorinraures Blei zugleich entfiehcn zu
leehen. Die Chloriiie fcheint gar keine Eiriwirkung
auf diefes O x y d zu SuGern.
I n den mehrrten Fillen verandert ind& nnbezweifelt die Chlorine die Jletalloxyde, m i t denen
lie i n Beriihrun'g gebrocht w i d , und erlcidet dabei
I'elbfi cine Ver5nderung. W e n n fie z. B. auf Kali
oder Boryt einwirkt, entreilst fie einem gri;kern
oder kleinern Thcil diefer Bnfen ( j e uachdem fie
,
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,
,
,
-
[
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inehr oder minder reich a n Sauerfioff find) einen
Theil dell'elben, I& die Verwandlfchaften des Metalls zur Chlorine und des unzerfetzten Rletalloxyds
zur Chloririfiure im Glcichgewichte find, To dafs
zwei S a k e entfiehen, fur jede Jjofis nach einem anderii aber befiPndigen Verhillnill'e. Doch findet
diefe W i r k u n g nicht mit allen Oxyden Statt, uiid
die hiichlten Oxyde des Bleics, d& illangan und des
Eil'ens, machen Ausnahiuen v o i ~diefer allgemeinen
Regel ; denn- ich habe bei ilirer Vereinigung init
Chlorine ous jedem n u r eirie einzige Art von Salz
erhalten, welclie beim Erhitzen iiur Chlorine und
nichl ein Theiichen Sauerfioff hergiebt,
Es rchien niir intereflant zu unterluchen, wie
fich das gewGhnliclie Chlorin S l e i beim Zufammenrchmelzen rnit Bleioxyd v e r h d t ; dcnn rollten
fich beide mit einander vereinigen InKen, ohne dafs
Gcli So.Aerfiof€' etitbindet, fo hstten wir einen nicht
zu widerlegenden Reweis, dars Sauerfioff und Chlorine zugleich i n diefer Verbindu ng vorhapden fey.
Icli verinengte tlafier 4 'I'heile kryftailifirtes, miiglichfi neutralcs Chloriii-Blei rnit i Theile gefchmolzener Bleigliitte, u n d erhitzte fie mit einander i n
einern rchicklichen Apparate bis zum kirrchrotlieti
Gliihen, erhielt aber auch nicht die lileinfte Menge
SauerftofFgns. Es Ring nichts uber als einige WafIertrGpfchen, die fich i n dem Holfe der Retorte anl'etzteu und lchwach I'nuer waren. Die Mdl'e in
der Ketorte war perlgrau, von blittrigem Bruch,
und fal't ohne allen Gefchmacb, Im WaKer loRe
,
-
-
fich davon n u r unendlich wenig auf, wurde fie
aber mit W a n k r zerrieben, To verl'chluckte lie
cine zicmlich g d i e Menge u n d bildete damit eine Art von rehr weilsem uiid rehr volurninorem
Brei.
Esleidet hiernach keinen ZweifeI, dofi l e i diefern
P r o d s das Jjleiosyd Gch init dein Chlorin-Rlei chem i k h rereinigt, uad dal's das entflandene Salz Chlorine u n d SauerfiofF zugleich enthalten habe. Das
TValI'er , welches ficti verfliichtigt hatte, w a r unfireitig i n dem kryfiallifirten Chlorine -Blei enthalt e n gewefen, uaci die Siiure w a r Chlorin- WaXerRoffriure, obgleicii ich das Sala mit Chlorine bereitet
hatte. W o l l t e man beliaupten, das Wall'er fey noch
wShrciid des ProceKes gebildel wordcn, To miirste
m a n aucli annelimen, dars Ctllorin-T~oll[.crTtoiur e i n dem BleiIjlz vorhanden fey.
-
Uebordem gicbt ous Chlorin W a l r e r l t o f l i u r e
n n d irietallifchem Kupfcr bereitetes Chlorin -Kupfeer
uns einen zuverlsfligen Beweis, dnfs einige diel'er
Sdze Sauerllofl' enthalreu. Denn wenn man das
weilse Chlorin -Kupfer wclchcs rnit Atkalien ein
gelbes Osyd giebt der Lnl'l nusfetzt , To vermind e r t es dicklbe und tvird ill kurzer Zeit grun, oh7
n e k i n e Gertolt zu 3ntlero j i n einer Retorte erhitzt
giebt es dann Sanerftoffgas, mit ein wenig Chlorine
verinengt, und A l k a l i e n i'clilagen es blau, und nicht
wie zuvor gelb nieder.
,
,
c
3
321
9 ) ChlorinJautes
Xupfer.
Uas hiichfie KupFeroxyd IGR fich willig in Clilorinriiurc auf; die Aufld'ung ifi von grunlich blauer
Farbe, fiets eiu menig lauer, menn beide Korper
auch noch To langc ,mit eiiinrider in Beruhrung gewefen find, und kryftallifirt bei longramen Abdampfen nur mit Schwierigkeit weil das clilorinloure
Kupfer zerfliebbar ill. Uic Farbe dieles Salzes ill
Sriin. A u f einer gliihenden Kotile verpufft es
fchwach und mit griinem Lichte. Taucht man ein
Popier i n die concentrirte AuKiSung und niihert es
dem Feuer, To entziindet es fich von relblt in einer
nicdrigern Temperatur als die, in welcher das Papier allcin lich entfhrnmen wurde und verbrennt
m i t einem prichLigen griinen Lichte. Die Chlorinfiure macht das Papier in der Hitze nicht verbrennen fondern blos verkohlen.
,
,
,
10)
Schlufsfolgen.
Rus den Verruchen mit den Metallen, von web
chen ich i n diefern Auffatze einen Bericht gegeben h a l e , glaube ich folgende SchliilTe ziehen z u
diirfen:
1 ) Die Metalle, welche das W a E e r zerfetzen,
zerlegen auch die ChloriiiCure und bilden mit i h r
oxygenirte Clilorin -Metnllc.
2) Die Chlorine kann 6ch mit einigen Metnlloxyden, ohne Sauerfioff aus ihnen zu entbinden,
vereinigen, uud es giebt folglidi oxygenirte Chloria- Metalle.
I: 328 3
3 ) Die Chlorin- WaIIiirfioffEiure kann Iich mit
gewilI'en Metalloxyden, ohne d a k fie zedetzt wer&ti,
vereinigen (denen, deren Metalle drts Walreer
zeriegen. )
4 ) Die mehrfien chlorinhanren Salze laflcn,
weno lie durch Hitze zcrlegt werden, eineri Kiickliand, rler entweder aus einer M e n g u n g von Chlorill Mi-tall mit eiiieni Aiitheil freier Bilfis, sder aus
e i n e u i bafif-henClilorin-Metoll befieht; welchcs z&
heveiren fcheint, daKs der Sniierfiotf irgend eiiiea
A n t h e i l ilti der Sittigung dcr Hafen hat.
5 1 Keim Zerl'ctzeti derjenigen clilorinhucen
S o l ~ e ,wt.lche aus Oxyden im Blininzo durch Hitae gebildat liiid, entfiehcn fret!; Chiorin Metalle,
W F l d I e mit kleinfier Menge von SGure ( i m Jlinimo) verhunden h i d ; dage-qeri gebeti die atis Osyct
im Iclemho erhaltenen chloriii~i~ureii
S n l z e nicht
imnier C'hioriu-JIetalle, welche Sliure nach dein
grXsern Vei-hSitnilTe (im 3lnximo) entkdIten; und
es fcheirien ilus dierein Gruiide die Jfengeri von
ChlorioGure, welche lich niit den Baferi verbinden,
detn Sauerfioffgehalte diel'er iiicht proportiotial
zii Ihyn.
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