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Cholinesterase.

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H a n s k c: C h o 1 i rI e s t F v a s e
Cholinesterase *)
V o n Llr. W E R N E R H A N S K E
d u s dew1 I i i s t i t u t j u r O r g a n i s c h e Clicjiite
d t r T . H., D r e s d e n .
I n h a l t : I. We physioloxische Stellung des Acetylcholins. - 11. Vorkotrinien
der Cholinesterase. - 111. Physiologische Bedeutung. - IV. BestinimungsItletlloderI. - V. Enzymatische Eigenschaften. - V I . Substratspezifitat. 1‘11. Die syntlietische Leistung der Cholinesterase.
D
ie Enzyrngruppe dcr Esterasen, zii der die Lipasen,
Lecithasen, die Pliosphatasen, Sulfatasen u. a. gehoren,
katalysiert die i. allg. trage verlaufende Keaktion :
Ester f Wasser
+ Saure
f
Alkohol
Die Natur bedient sich dieser Fermente also entweder,
um Ester hydrolytisch aufzuspalten oder aber um Ester aus
den Komponenten aufzubauen.
Die Cholinesterase ist, soweit wir heute wissen, in den
Organismen auf das naturlicbe Substrat Acetylcholin eingestellt, beschleunigt deninach die Reaktion :
!CH,.COO.CHz.CH,.N(CH,),]’ + HOH
+ CH,.COOH +
[HO . CHZ. CHZ. N(CH3)J +
In dieseni System ist Acetylcholin der physiologisch wichtigste Stoff und die Bedeutung der Cholinesterase eng niit
diesem Substrat verknupft.
I. Die physiologische Stellung des Acetylcholins.
Das seit 1862 bekannte Acetylcholin wurde zuerst physiologisch interessant, als 1899 Reid Hunt fand, daB es den Blutdruck in auaerordentlich kleinen Mengen herabzusetzen vermag. Noch 5.10-5mg zeigen an der Katze eine deutliche gefaBerweiternde Wirkung. Acetylcholin wird f erner dauernd
ixn Darm gebildet und regt diesen noch in einer Konzentration
1:108 an, so daR man es als Darmhornion bezeichnet. Ganz
auffallig ist auch die Eigenschaft, Muskeln noch in minimalsten
Dosen zur Kontraktion zu bringen. Der Blutegelmuskel, der
deshalb oft als Testobjekt benutzt wird, spricht noch auf
eine Acety1cholinl)-Konzentration von 1: 1 O 1 O an.
Am bedeutsamsten aber ist der Befund von 0. Lowi geworden, daB ACh auf das Herz denselben EinfluB hat wie eine
Vagusreizung. Nach Fiihner laBt es sich am Froschherzen noch
init 1: 2.109 nachweisen. Weitere Arbeiten stellten dann fest,
daR bei der Reizung des Vagusnerven tatsachlich ein chemischer
Stoff abgesondert wird, der nach seinem gesamten Verhalten
mit ACh identisch ist. Er tritt aber nicht nur im Herzvenenblut
nach Reizung des Nervus vagus auf, auch nach der Reizung
des Nervus lingualis oder der Chorda tympani entsteht ACh.
Alle Ergebnisse deuten darauf hin, daB beim gesamten parasympathischen Nervensystem die Wirkung durch ACh auf die
innervierten Erfolgsorgane iibertragen wird. Beim sympathischen Nervensystem dagegen spielt das Adrenalin diese Rolle
eines chemischen Vermittlers, so daB man heute oft von cholinergischen und adrenergischen Nerven spricht. Hat also z. B.
die elektrische Reizleitung eines parasympathiscben Nerven
die histologische Grenze gegen das innerrierte Erfolgsorgaii,
die sog. Endplatte, erreicht, dann gibt diese nach aul3en ACh
ab, dessen Molekule, nachdem sie an die Ar-griffsstellen des
Organs gelangt sind, wie ein Hormon auf eine noch unbekannte
Weise den Erfolg auslosen. Interessant ist dabei, daB durch
das ACh-Kation eine elektrische Ladung im Molekiil lokalisiert ist.
11. Vorkommen der Cholinesterase.
Der Gedanke, daR ein Ferment existieren miisse, welches
ACh im Organismus hydrolysiert, wurde zuerst von Dale2) ausgesprochen. 1925 wiesen Abderhalden u. Paffrath3) dann zum
ersten Male im Diinndarm von Pferd und Schwein ein Ferment
nach, das sowohl ACh verseift als auch aus Cholin und Essigsaure aufbaut. Spater entdeckten Plattner u. Mitarb.4-11),da13
~~~~~
1Zusammenfassende
L)arstelluligeii i i l w Choliiiesteraae:
dwmon, diese Ztschr. 47, 447 [10341.
d n m m , E r ~ e b t i .Enzymforsch. 4, 102 [19361.
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6,
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Angewandte Chemie
54.Sahrg.1941. Nr.3 1/32
durch Blut von Mensch und Saugetieren ACh in starkem
MaBe gespalten wird, und Loewi u. NavratiP2) stellten fest,
daR auch dem Herzextrakt das gleiche Vermogen zukommt.
Diese beiden Forscher f anden gleichzeitig die aderordentlich
starke und fur die Cholinesterase so wichtig gewordene Hemniung durch das Alkaloid Physostigmin (auch Eserin genannt) 13).
Nachdem sich allmahlich die Meinung durchgesetzt hatte,
da13 die Hydrolyse des ACh nicht einer Oberfla~henkatalyse~-~),
sondern einer Esterasewirkung zukommt, scblugen Stedman,
Stedman u. Easson14) den Namen Cholinesterasei5) fur dieses
Enzym vor, denn es hatte sich gezeigt, daR nicht nur ACh,
sondern auch Propionylcholin ( I ) l 6 9 17), Butyrylcholin (11)14)
und Pyruvylcholin (VI)
durch dieses Ferment gespalten
werden.
Die Untersuchungen nach dem Eingreifen des ACh in
pliysiologische Prozesse forderten gleichzeitig weitgehend die
Kenntnis vom Vorkommen der ChE in den verschiedenen Organen und Geweben. Man fand es in fast allen Kalt- und
Warmbliiteroiganen11), wahrend es in pflanzlichen Organismen
bisher niclit angetroffen wurdelg). Im Blut sind es bald die
Blutkorperchen (Mensch, Kaninchen, Rind20), Schaf, Ziegell)),
bald das Serum (Pferd, Hund20), Katze, Huhn, Ente21)),die
den grol3eren Gehalt aufweisen. Lymphe ist arm daranZ2),
deshalb nimmt die Aktivitat des Blutes nach groReren Blutverlusten ab, weil dann Lymphe zuflieat . Cerebrospinalfliissigkeit enthalt kein Enzym21), im RiickenmarkZ3) und
Gehirn24) ist die graue Substanz vie1 aktiver als die weiBe.
Fiir die physiologische Bedeutung der ChE ist der Befund
wichtig, daR nervenhaltige Froschmuskeln 3-5mal inehr davon enthalten als entnervte, u. zw. schatzen Marnay u. Nachmansohn25), daR die Nervenendplatten mehrere tausendmal
mehr ChE besitzen als das iibrige Muskelgewebe. Reich an
Ferment sind noch Blutegelmuskelextrakt26), Embryonalextraktz?), das Pankreas von Hund und MeerschweinchenZa)
und das Blut der Weinbergschnecke20). Am reichhaltigsten
aber ist das elektrische Organ vom Zitterrochen, das 3 Zehnerpotenzen aktiver ist als z. B. der F r o s c ~ u s k e l ~ Da,
~ ) . wie
man feststellte, dieses elektrische Organ auch durch ACh erregbar ist30), ergibt sich eine auffallige Beziehung zu der bereits obenerwahnten Entstehung von ACh im Zusarmnenhang
mit der elektrischen Reizleitung im Nerven.
111. Physiologische Bedeutung.
Sicherlich ist es eine der wichtigsten Aufgaben der ChE,
das dauernd in verschiedenen Organen gebildete ACh zu vernichten und eine Vergiftung des Korpers durch diesen Stoff
zu verhiiten, die Wirkung des A m damit gleichzeitig auf ganz
bestimmte Orte und eine gewisse Zeitdauer zu beschranken.
Die experimentellen Untersuchungen jedoch, wie das Ferment
im einzelnen in die physiologischen Vorgange eingreift, sind
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O)
3 57
tioch sparlich. DIP Anhaufung der ChE an den Nerren
endplatten kann man deuten als die Aufgabe, wie ein Schutzwall das umgebende Gewebe vor dem ACh zu bewahren3l),
das von seinem eigentlichen Wirkungsbereich fortdiffundiert.
Wahrscheinlicher aber ist es, daB die ChE das an den Endplatten der Nerven freigesetzte ACh sofort angreift und in
der refraktaren Phase wieder vernichtet. Jedenfalls wiirde
die an den motorischen Endplatten vorhandene Enzymmenge
dafiir vollig ausreichen. Martinz u. Torda32) zeigten, daB der
ChE-Gehalt des Musculus Gastrocnemius der Ratte abnimmt ,
wenn der Nervus ischiadicus durchschnitten wurde, ebenso die
aktivitat des Lumbarniarks, wenn man das Thoraxmark im
7.-9. Segment d u r ~ h t r e i i n t e ~ ~ ) .
Auch von der klinischen Seite her wurden no& keine
grundlegenden Ergebnisse gewonnen. Der giinstige EinfluB
von Physostigmin bei der Behandlung von Myasthenia gravis
legt den Gedanken nahe, daB diese Krankheit, die sich in
einer abnorm raschen Ermiidbarkeit der Muskeln auBert, auf
einer Storung des ACh-ChE-Systems
beruht . Die Blutuntersuchung zeigt zwar, daB die ChE-Werte bei Myasthenikern durchaus im Streubereich der normalen liege1i3~).Jedoch ist es wenig wahrscheinlich, daB das im Rlut enthaltene
Ferment an den cholinergischen Prozessen im Muskel beteiligt
ist. Erst eine Untersuchung an den Nevenendplatten selbst
kann wesentliche Erkenntnisse bringen.
lich wrd auch eine colpmetrische Bestlmmung dFr Essigsaure mit Ferrichlorid benutzt62). Mikrornethoden geben
G?icks3) und L?ndwstrdm-Lang u. Glick") an.
V . Enzymatische Eigenschaften.
Das Wirkungsoptirnuni der ChE liegt bei 37-40'' 6 5 . sR).
Uber 50 beginnt das Ferment seine Wirksamkeit allmahlich
einzubuBen56) und verliert sie ganz bei 70-750 3 ) . Als
p,-Optimum der ACh-Spaltung ermittelte GlickS3) pH= 8 , s .
Mit steigender Wasserstoffionenkonzentrationnimmt dann die
Aktivitat des Enzyms ab und verschwindet ganz bei pH= 657).
Versuche, die ChE zu reinigen und anzureichern,
sind bisher nur von Stedman u. Stedmans8) unternommen
worden. Da das Ferment nicht direkt aus Blutserum an
Aluminiumhydroxyd adsorbiert werden kann, miissen zunachst durch ihnmoniumsulfat die Regleitstoffe fraktioniert gefallt und durch Essigsaure denatmiert werden .
Durch ~Rdsorption an Bisen- oder Aluminiumhydroxyd in
essigsaurer Losung und nachfolgende Elution mit 0,025
n-Ammoniak erhalt man Praparate, in denen die ChE
50-100fach
angereichert ist.
Interessant ist, daB die Idsungen des Ferments. wenn
man sie durch Dialyse von Elektrolyten befreit, die Aktivitat.
verlierens9). Sie kehrt erst nach Zugabe von Metallionen zuriick,
Verringerte Aktivitat des Blutes fand man bei latenten
u. zw. nimmt die Wirkung in der Reihenfolge Ba.", Ca", Mg",
Allergikerr~~~),
bei fortgeschrittener 'ruberkulose und Carci- Mn" ab, wahrend die einwertigen Ionen erst in vie1 groReren
nomen36), bei Gallen- und Lebererkrank~ngen~')
. Erhohte Konzentrationen wirksam sind60). Eine Losung von Mn" mit
Werte fanden sich bei unbehandeltem Hyperthyreoidism~s~~)
1 y/cm3 erhoht z. B. die ACh-Spaltung von 0,08 m f 13 mg/h.
und schwerem Diabetes. Aber alle diese Angaben sind vor- Massart u. D ~ f a i t halten
~ ~ ) das Ca" fiir den physiologischen
sichtig zu bewerten, deiin systematische Untersuchungen er- Aktivator. p a die ChE von Stoffen, die mit SH-Gruppen
gaben, daB zwar der ChE-Gehalt im Blut eines Menschen reagieren, wie Jodessigsaure, oxydiertem Glutathion, Alloxari
wochenlang konstant bleibt39) und auch beim Hund durch u. a. inaktiviert wird, vermuten Nachmansohn u. Ledereral) eine
monatelange tagli&e ACh-Einspritzungen nicht verandert
SH-Gruppe in dem Ferment. Sie konnten zeigen, da13 durch
wird40). daB aber die Werte zwischen den einzelnen Menschen
Jod inaktiviertes Ferment durch reduziertes Gluta.thion reaktirechte Unterschiede aufweisen und irgendwelche Beziehungen viert wird .
zu Alter, Geschlecht, Diat41), zu Korpertemperatur, Fasten,
Muskelmasse3~)u. a. nicht erkennen lassen
Die Hydrolyse des ACh bei p, = 7 3 verlauft als Keaktion
1 . O r d n ~ n g ~ ~Temperaturkoeffizient62),
).
Dissoziationskonstante62) bzw. Michaelis-Konstantee3) werden angegeben. Ein
IV. Bestimmungsmethoden.
SubstratiiberschuB hemnit nichtes), wobl aber das ReaktionsZur Bestimmung der ChE in Organen werden diese zu- produkt Cholina4). Diese Verdrangung des ACh durch das
nachst mit Quarzsand zerrieben und dann mit R i n g e r - I , o s ~ l g ~ ~Cholinkation
)
ist sehr aufschluBreich fur die auffalligen Hemoder Glycerin43) extrahiert. Rei der Priifung des Blutserums mungen, die ChE durch viele N-haltige Verbindungen erfahrt.
verdiinnt man mit Riinger-Lo~ung~~).
Am bekanntesten ist wobl die aufierordentlich starke Hemmung
Zu quantitativen Vergleichen der Enzymmenge mifit man durch Physostigmin ( = Eserin) la), ein Alkaloid der Kalabarausschliefilich die Hydrolysegeschwindigkeit von zugesetztem bohne, geworden.
OH,
ACh. Die ersten Verfahren verfolgten dabei das Verschwinden
kleiner ACh-Mengen an seinen biologischen Wirkungen, durch
OH,. RH. oO.o-,"\
6 ---OR
die Kontraktionen, die am F r o s ~ h r e k t u s ~oder
~ ) am Blutcgell
i
C H OH:
rnu~kel~
auftraten
~)
oder den T3influ13 auf das Froschherz5 1 1 ) ,
\AN
AN
/
1 1
Heute bestinunt man fast ausschliel3lich die bei der Hydrolyse frei gewordene Essigsaure. Dies geschieht dmch Titrat.ion
mit Lauge unter Benutzung eines Farbstoffindicatorse. 46) oder,
Noch bequemer
moderner, mit Hilfe der Gla~elektrode~',
48).
ist es, die Verseifung in bicarbonathaltiger Losung vorzunetunen und das frei gewordene Kohlendioxyd in der WarburgB a r k r ~ f t -5 0~) ~oder
, vnn-Slyke-Apparatur5') zu messen. Sc?ilieB~
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sl)
az)
393
~
AH,
AH,
So ermittelten z. B. Ammon u. V O S S ~daB
~ ) , eine bestimmte
Enzymlosung noch durch 0,005 y des Alkaloids zu 50% gehemmt wird. Die Hemmung ist dabei reversibel, denn durch
Dialyse wird sie wieder aufgehoben18). Stark hemmen ferner
Ergotamin26s6 7 , Miotin 66), Prostigmin26.67,6*),Muskarin26),aber
auch Chininll. z6), CocainZ6),Strychninze). Interessantenveise
hemmt auch Methylenblau schon in
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a4)
.I ngewandts Ches,ir3
SS.Jzhrg.l94l.Nr.S2/32
festgestellt. daB sauer reagierende Farbstoffe nicht hemmen,
sondern nur basische, u. zw. d a m , wenn es sich um eine stark
dissoziierte quaternare Ammoniumbase handelt. Z. R . ist die
Wirkung von Methylenblau starker als die des Lauthscheti
Violetts und des Chrysoidins. Die Pseudobase des Kristallvioletts und die 1,eukobase des Methylenblaus hemmen nicht
mehr, weil bei ihnen kein quaternares Ammoniumion mehr vorliegt. Danach ist es also das Ammoniumion, das an die aktiven
Stellen der C h E angelagert wird. J e nach Art der Stickstoffverbindungen kann es dabei mit dem ACh in Wettbewerb
treten, dies mehr oder weniger verdrangen. Zisch, J a h n u.
RenshawB4)haben die relative Affinitat verschiedener Cholinverbindungen zur ChE durch den Grad der Hemmung enzymatischer ACh-Hydrolyse ermittelt. Er steigt in der Reihenfolge Cholinbromid (87), Acetylcholin (loo), Athoxycholinbromid (148). Butoxyformocholinbromid (11 10). Auch F-Ion
erweist sich als stark hemmendll) ,
Die Blockierung der ChE durch Physostigmin ist
sehr wichtig fur die physiologischen Untersuchungen geworden, da es auch in vivo seine Wirkung entfaltet und
gestattet, das ACh vor dem iiberall anwesenden Ferment
zu schiitzen, so daB die ACh-Wirkung erst dadmch richtig
sichthar wird .
.
VI Substratspezifitat
1st der Acylrest und die nachste Umgebung der Esterbriicke
fur die eigentliche Hydrolyse maBgebend, so bestimmt das
substituierte Ammoniumion offenbar das zunachst notwendige
Zustandekommen des Ferment-Substrat-Zwischenstoffs. Es
ist deshalb verstandlich, daR das Anion obne EinfluB ist, wie
der Austausch von C1’ gegen Br’, J’, ClO,’ ergeben hat71).
Aber schon die Trennung der Esterbriicke vom Stickstoff um
eine weitere CH2-Gruppe setzt, wie man bei einem Vergleich
zwischen ACh und Homoacetylcholin (X) findet, die Spaltbarkeit stark herab16). Doch auch Acetylaneurin (XI) wird noch
von ChE angegriffer17~). Die enzymatische Esterverseifung
verschwindet dagegen ganz, wenn die Methylgruppen am
Stickstoff fehlen wie im A~etylkolamin~~)
(XII). Dagegen konnen
die Methylgruppen durch CH,-Ringe kurzgeschlossen sein :
Piperidin- und Pyrrolidinanaloga der Cholinester werden, wenn
auch langsamer, gespalten72). Sehr interessant ist jedoch der
Ersatz von Stickstoff durch Phosphor und Arsen in den Verbindungen Acetylphospho- (XIII) und Acetylarsenocholin
(XIV). Auch diese Ester, die iibrigens, wenn auch schwacher,
121, 142 [19361.
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Passon u. Stedmun, Proc. Roy. SOC. [London], Ser. B.
‘I)
A ngewandte C h e m ie
G4.Jahrg.1941. Nr.31132
17m die ChE abzugrenzen gegen andere Esterasen des
Blutes, das ja auBerdem die Fahigkeit besitzt, Methylbutyrat
und Trihutyrin zu verseifen, hat man das Physostigmin herangezogen. Da es die Spaltung des ACh durch ChE schon in
y-Dosen vollig aufhebt, die Spaltung von Methylbutyrat und
Tributyriii dagegen erst durch mg-Dosen gehemmt wird, da
ferner die Wirkungen von den verschiedensten Fermentpraparaten auf die drei Substrate nie parallel gehen, ist der
Nachweis erbracht, daB die ChE nicht mit den iibrigen
Esterasen identisch ist26,76,7 7 ) . Stedman u. S t e d m a ~ ~be~)
wiesen dann no&, daR ihr angereichertes ChE-Praparat kein
Methylbutyrat verseift.
-
[RO.CH,CII,N(CH,),]+X
R=CH8CO- : Acetylcholinsala
R=CH3CH2CO- : Propionylcholinsa.la (11
R=CH&H,CH,CO-: n-Butyr~lcholinsaleiolins~l~
(11)
R = (CH,),CH. CO-: i-Butyrylcholinsalz (111)
R -CH,(CH,),,CO: Fnlmitylcholinsala (IT)
R=C,H,.GO-: Senzoylcholiiisala (V)
R=C€I&IO~CO- : Pyruvylcholinsals fF1)
R=EsN.CO-: Oarhaminoylcholinsalz K I I )
IR.S.Ca,uH,N(cn,),]+X‘I’hiocholinestersnle (VIIT)
.
Von vielen Enzymen wissen wir, daB sie streng auf ein
ganz bestimmtes Substrat eingestellt sind. Bei der ChE ist
dies aber nicht der Fall. Schon wenn man das ACh-Molekiil
dadurch variiert, daB man den Acetylrest durch den Propionyl- (I)oder den n-Butylrest (11)ersetzt, wird die enzymatische
Spaltbarkeit verstarkt, obgleich die nichtenzymatische in derselben Reihenfolge gerade abnimmt70). Erst d a m , wenn die
verlangerte Fettsaurekette den Ester wasserunloslich macht ,
wie beim Palmitylcholinchlorid (IV) 71), mu13 die Verseifung
durch ChE natiirlich verschwinden. Cholinester mit verzweigter Fettsaurekette werden langsamer gespalteii als solche
rnit gerader: der Isobutyrylester (111)weniger als der n-Butyrylester (11)70). Benzoylcholin (V) wird langsamer zersetzt als
ACh70). Baut man Halogen in die saure Komponente ein,
dann erhoht sich die S ~ a l t b a r k e i t ~Denselben
~).
Effekt erzielt
man, wenn man den Sauerstoff durch Schwefel ersetzt, also
Ester des Thiocholins (VIII) als Substrat verwendet72). Nach
Einfiihren von Methylgruppen in das Cholin greift die ChE,
besoiders wenn das Methyl in der a-Stellung steht, vie1
schlechter an. Hier beim Acetyl-p-methyl-cholin (IX) l a t
sich auch entscheiden, ob die ChE als ein auf optisch i ~ c h t
aktives Substrat eingestelltes Ferment eine stereochemische
Spezifitat besitzt. Dies ist nun in der Tat der Fall, denn
Glick71) konnte zeigen, daR nur die (+)-Form gespalten wird,
wahrend das Enzym die (-)-Form nicht angriff. Man sieht
daraus, da13 die Natur ihren Fermenten oft grooere Spezifitat
gibt, als esreigentlich notwendig ware.
)O)
Acetylcholinwirkung irn Organismiis aufweisen, werden \-on
ChE hydrolysiert ‘6).
CH*
T
[CH,CO.U.L!H.GH,N(G~,),
x-
$rrt~yl-~-n~ethyl-cholinsalz
(IX)
nH,.CO.U.CH~.UH,.(’II,.N(CH~I~J+~[C H,CO. 0.CH.GH,NH,]+XAr~tvlcholaminsnlz(XTT)
. i t rlyl,tiirori iibn Is (XI)
[cH,CO. 0. CH,I:H,F(CH,),]+X[CI€,CO’ O.CH,UH,A.$CHs)J+XAcetylpho~pliorholiiisal~(XITI)
Aret~lnrsenorholinsala(XIV)
Auch ein praktisches Interesse hat die Rage nach der
Substratspezifitat, u. zw. fur die Therapie. Da die ChE im
Blut sofort zugesetztes ACh hydrolysiert, miissen Cholinester
gefunden werden, die durch das Ferment nicht verseift werden,
aber doch ACh-Wirkung besitzen. Im Dory1 (auch 1,entin
genannt), einem Carbaminoylcholin (VII), istIein derartiger
Stoff geschaffen wordenZ6).
VII.
Die
synthetische
Leistung d e r
Cholinesterase.
Da ein Katalysator sowohl Reaktion als auch Gegenreaktion gleichnaig beeinflat, ist auch eine Beschleunigung der Veresterung von Cholin durch Essigsaure zu
envarten. Allerdings wird dabei infolge der Beziehungen
der H- bzw. OH-Ionen zu den Reaktionspartnern der
p,-Wert Gleichgewichtslage und Reaktionsgeschwindigkeit beeinflussen.
Schon Abderhalden 11. Paffrath3) stellten experimentell
fest, da13 in alkalischer Losung keine Synthese von ACh nachweisbar ist. Erst in neutralem und saurem Medium wird sie
merkbar. Die beiden Forscher fanden, daB in schwach essigNatriumacetat durch die im
saurer Losung von Cholin
Schweinediinndarm enthaltene Cholinesterase 0,2-0,8 yo Ausbeute erzielt wurden. Nach Hitzeinaktivierung des Enzyms
wurde das gebildete ACh bestimmt. A m m o n u. Kwiatkowski78)
wiederholten den Versuch mit Blutserum bei pH = 6 und
benutzten die einfache Ausschaltung der ChE durch
Physostigmin, um dann das gebildete ACh biologisch am
Blutegelmuskel zu ermitteln, eine Methode, die fiir die
Bestimmung von ACh neben Golin in kleinen Mengen am
geeignetsten ist.
+
An der biologischen Entstehung von ACb scheint die CbE
nicht beteiligt zu sein, denn Stedman u. S t e d m ~ n ~fanden,
~)
da13 die ACh-Bildung durch Gehirnbrei auch nach Zusatz von
Physostigmin vor sich geht, und da13 zugesetztes acetessigsaures Natrium die Ausbeute um 50% steigert.
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76)
’9 Easson
3 s9
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