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Colloquium des Kaiser Wilhelm-Instituts fr physikalische Chemie und Elektrochemie. 29. Mai 1933

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506
Versaiiimlungsberichte - Personal- u. Hochschulnachrichten
~
VERSAMMLUNGSBERICHTE
Metallgiefiereitechnische Hochschulvortraige.
Laboratoriuru fur JIetzllkunde an der Teehnischen Hoehsehule
Berlin.
Berlin, 12. Juni 1933.
Prof. Dr. b'. C; u e r t 1 e r : ,,Aufbau der deulschen Metalllechnik aus deulschen Werksloffen."
Vortr. priift die Fragc, inwieweit wir unsere Metallwirtschaft aufrechterhalten ltonnen, wenn wir ausschlieBlich auf
einheilnisches Material angewiesen sind, indem er die technisch
verwudeten Metalle nach Hauplmetallen und Zusatzen ordnet.
Er koiniiit zu einer Gliederung der Hauptnietalle in funf
Gruppen, denen etwa 30 Elenicnte als praktisch in Betracht
kommende Zusatzstoffe gegeniiberstehen.
Die Hauptinctalle gliedern sich in: 1. L e i c h t in e t a 11 e :
Al, Mg; 2. H a r t ni e t a 1 1 e : W, 310, Ta, von entscheidender
Wichtigkeit fur die Zukunft, die vielleicht als Zeitalter der
Hartinetallc zu bezeichnen sein wird; 3. h o c h s c 11 m e 1 z e n d e
S c h w e r m e t a 11 c : Fe, Ni, Cu, gekennzeichnet besonders
durch ihre Fiihigkeit, andere Elemente unter Mischkristallbildung aufzunehmen, also legierungstechnisch von hoher Bedeutung wegen dcr Fahigkeit, die che~nischenund physikalischen
Eigenschaften der liauptmetalle in weitem AusmaBe zu vcrandern; 4. n i e d r i g s c h m e 1 z e n d e S c h IV e r m e t a 11 e :
Zn, Sn; 5. E d e 1 in e t a 11e. Als Z u s a t z e sind einige quantitntiv besonders bevorzugt: Mn in Fe, Zn in Cu.
Eiu Vergleicli zwischen dem deutscheu Bedarf und der
Erzeugung nus eigenem Erz ergibt zunachst ein au13erordentlich
ungiinstigej Bild. Unter den Hauptmetallen k o m e n lediglich
drei jetzt oder in Zukunft den dcutscben Bedarf deckcn: All
Mg, Zn, wobei noch die Erzeugung von Al BUS Ton nach eincni
arbeitsfiihigen Verfahren vorausgesetzt wird, damit wir von der
Bausitcinfuhr freikommcn. Fcrner mu13 das R a ni m e 1s b e r g e r (Trcnnung von Cu-Zn-Pb-Erzen) und M e g g e n e r
(Zn-Gewinnung aus Kiesen) Problem gelost und die Zn-Elektrolyse weitgehend ausgebaiit werden. Nun tendieren wir zu einer
iinnier stlrkeren Bevorzugung der Leichtmetalle, fur deren
LagerstHtten gegenuber den Erzvorkommen der Schwermetalle
bisher keine Erschopfung vorauszusehen ist. Des weiteren
liegen beim Leichtmetall die Gestehungskosten wesentlich in
der Gewinnungsstufe und konnen durch Verbmerung der Veriahren gesenkt werden, wahrend beim Schwermetall das Erz
eelbst den groaten Teil der Unkosten verursacht. Es liegt also
durchnus in der Linie der natiirlichen Entwicklung, wenn
Deutschland sich inehr als bisher auf eigene metallische Rohstoffe konzentriert und den Bedarf an Schwcrinetallen auf das
Mininiurn herabzudrucken sucht.
Diese Betrachtungen sind teilweise nur vom theoretischen,
nicht abcr voni wirtschaftlichen Gesichtspunkt angestellt. Der
Ernst der Lage zwingt jedoch, nach praktischen Wegen zu
suchen, so da8 sich folgende Leitlinien ergeben: 1. Ersatz der
auslandischen Rohstoffe durch deutsche im Rahmen des Moglichen, 3. Ersatz ausliIndischer teuerer Rohstoffe durch ausIlndische billige, 3. systematische Fortentwicklung der Legierungtechnik, zu welchcm Endzweck eine Zusammeiiarbeit samtliclier in Frage kommender Stellen herbeigefuhrt werden mu13.
Grundsiitzlich konnen die Leichtmetalle S t a h 1 bei der Verwendung fur Konstruktionen und Gerate ersetzen. Der Restbedarf ati Werkzeugstahl, Edelstahl, korrosionsbestiindigem Stahl
und Magiietstahl ist verhaltnisrniil3ig gering, so daB er aus deutschen Rohstoffen bestritten werden kann. - Fur elektrische
Leitungen kann C u weitgehend durch Al ersetzt werden. Cu
als Zusnlz zu A l kann durch Zn, als Zusatz zu Ni und Pb durch
Mn und Fe ersetzt werden. - N i , dessen Verwendung an sich
vie1 verspricht, mu13 weitgehend durch Cu-Ni-Fe-Mn-MischIiristalle ersetzt werden. - C r , wertvoll wegen seiner Oxydationsfestigkeit, muB durch Si, gegebenenfah unter Hinzuziehung von V, Mo und W ersetzt werden. Fur die Slahlhartung
konnen ebcnfalls Mo und W verwendet werden. Diese beiden
ivletalle bilden zusamnien rnit Ta den Grundstock der Hartmetalle. Ihre Verwendungsmoglichkeit muI3 auf jeden Fall entwickelt werden, da sie eine au5erordentliche Bedeutung fur die
zukiinftige Metallwirtschaft haben. Unter diesem Gesichtspunkt
ware insbesondere eine giinslige Losung der Frage der Verwendung von Gottesberger W (wesentlich Wolframitvorkommen;
.-
I
Angewnndte Cbeniie
96. Jahrg. 1933 Nr. 30
diese schon lange bekannten Fundstatten scheinen nach neueren
Untersuchungen reichhaltiger zu sein, als bisher angenommen
wurde) zu begruaen. - A g kann im allgemeinen ersetzt
werderi; an Stelle von Legierungen, in deneu es den Hauptbestandteil bildet, kann h'eusilber treten. - A u bleibt uotwendig, von Schmuckgegenstanden abgesehcn, wegen seiiier
chemischen Bestaudigkeit, obwohl auch hier schon Legierungen
entwickelt sind, die der Bestindigkcit des Au gegenuber Konigswasser 1i;ilieliortinien. - S n ist weitgehend zu verdrlngen, SnLagermetalle sind durch Pb-Lagermelalle, Sn-Polien durch AlFolien, Sn in Bronzen gleichfalls durch All Zn, Si uiid anderc
Metalle, die Verzinnung durch Verzinkung und Lacke ersetzbar.
- P b - Legierungen konnen in vielen Fallen durch Zn-Legierungen, diese teilweise durch Al-Legierungen vertreten werden.
W r d zunachst von der Kostenfrage abgesehen, so diirfte
bei zielbewuI3ter ziiher Arbeit die Moglichkeit gegeben sein,
im Laufe dcr Jahre die deutsche Metallwirtschaft im wesentlichen auf die Verwendung deutscher Rohstoffe zu stellen.
Colloquium d e s Kaiser Wilhelm-Instituts
fur physikalische Chemie und Elektrochemie.
29. Mai 1933.
Dr. K r a t k y, Berlin-Dahlem: ,,%urn Deformalionsmechnnismus d e r Fasersloffe."
Ausgehend von zwei Grenzzustanden: 1. exlrem stark gequollenen Filmen und 2. Filmen rnit begrenzter Dehnung, versucht Vortr., zu einer quantitativen Behandlung der Deformation
von Filnien aus rcgenerierter Cellulose oder Cellulosederivaten
zu gelangen. Unter der Annahnie, d d unendlich dunne, langgestreckte Teilchen in einem amorphen, zahen Medium eingebettet sind, wobei die Kraft, rnit der die Stiibe voni Mediuni
gehalten werden, gro8 ist gegenuber ihrem Gewicht, und ferner
die Teilchen bei der Ihehung keine gegenseitige Behinderung
erleiden, wird fur die Ordnung der Stlbchen nach der Dehnungsriehtung eine Forniel abgeleitet, die die Verteilung auf die vertwhiedenen Richtungen. als Funlition des Winkels a rnit der
Dehnungsrichtung und der Verlangerung v angibtl). Die endliche Dicke der Stiibchen bedingt eine klcine Korrektur. Rontgenographische Priifung der Formel an gedehnten Celluloseaiiiyloxalatfilmen bestiitigten die Theorie. Vortr. entwickell
lerner einen Ausdruck fur den Zusarnmenhang zwischen Dehnung und Doppelbrechung
die mit csperimentell bestinimten
Z'-v-Kurven bei C'elluloseaniyloxalat-, Cellulosenitrat- und Cclluloseacetatfilmen befriedigend ubereinstirnmte. Das Verhalten
bei kombinierter Dehnung') nach zwei aufeinandcr senkrechlen
Richtungen ist auf Grund dcrselben Vorstellungen verslandlich.
Die Reversibilitit dcr Dehnung ist ein wesentliches Argument
gegen das Auflreten von Gittergleitung. - Fiir den 2. Grenzzustand rnit begrenzter D e h u n g (z. B. Cellophanfilme, in
Wasser gequollen) wird zur Erkliirung des plotzlichen Endes
der Dehnung ad hoc die Annahme gemacht, daB parallel gerichtete Micellen die Cielegenheit haben, rnit ihren aktiven
Gruppen ,,einzuschnappen"; wcnn einmal die Kette eingeschnappt
ist, so wirtl die zur Dehnung erforderliche Kraft vergroBert,
dndurch vergroOcrt sich auch das Einschnappen der anderen
Ketten usw. Eslerfilmc geben wegen der mehr oder minder
weitgehenden Abwesenheit von freien OH-Gruppen diesen
Effekt weniger deutlich. Rein1 Einschnappen findet Ausschwitzen
des Quellungsmediums etatt. -- zwischen beiden Grenzzustiinden
bestehen alle Arten von Ubergiingen.
r,
(RedaWonsschluE fUr ,,Angewandte" Mittrochs
fOr "Chern. Fabrik" Soanabends.1
Der Preuoische Minister fur Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat angeordnet, daI3 die auf Grund des Gesetzcs zur
Wiederherstellung des Bcruf~bentntentums vom 7. April I933
b e u r l a u b t e n D o z e n t e n in den Personal- und Vorlcsun~sverzeichnisseti fur das Wintersemester 1933/34 als
beurlaubt bei dem Lehrkorper zu fuhren sind. Ankundigungen
von k'orlesungen sind nicht aufzunehmen. In gleicher Weise
sind diejenigen nichtarisrheii Dozenten zu behandeln, die, ohne
formell beurlaubt zu seiu, schon im laufenden Semester die
venia legendi niclit mehr ausgeubt haben.
1)
Vgl. E c k h g u. Kratky, Naturwiss. 18, 461 119301.
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