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Darstellung eines neuen Verfahrens Abdrcke von Medaillen und hnlichen Gegenstnden in metallischem Kupfer durch Druck hervorzubringen.

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406
kann. Das Erstere ist ann3hernd bei P.ouillet’s Versucben I ) , in welchen der Leitungskreis 41,2 Centimeter
im Durchmesser, die in dessen Mittelpuukte aufgehlngte
Nadel aber our 6 bis 6 Centimeter in der L h g e hatte,
der Fall gewesen; das Letztere ist (in der Ausfiihrung
jedoch nicht ohne grofse Schwierigkeiten ) dadurch zu
bewerkstelligen, dak man einen geradlinigen Leitdraht
in der Mitte zerschdeidet, nnd die dadurch entstandenen
beiden Enden a und u’ (Taf. V Fig. 10) in mit Quecksilber gefiillten doppelt gebogenen Rinnen bb‘ und cc’
sich bewegen Idst. AIles erwogen, wird jedoch die Sinusbwsole vor der Tangentenbussole den Vorzug bebaupten *).
IV.
Darstellung eines neuen Yerjiahrens, Abdrucke von Medaillen und ahnlkhen Gegenstcinden in metalhchem Kupfer durch Druck
hervorzubringen; von G. 0 s a n n.
(Vorgetragen in der ersten allgemeinen Sitrung der achtrehnten Versammlung der deuuchen Naturforscher und Aerzte in Erlangen.)
E i n e zufillige Beobachtuog, welchc ich im Jabr 1830
bei ineiner Untersuchung liber die Atomgewichte ( Siehe
K a s t n e r ’ s Archiv, Bd. IV S.3) an, rnit Wasserstoffgas reducirtein Kupfer machte,. hat mich zur Erfindung
dieser neuen technischen Kunst gefuhrt. Ich hatte damals die Bemerkung gemacht, dafs Kupferoxyd mit Wasserstofftas reducirt ein lufserst feines, leicht zusammendruckbares Pulver giebt, und dafs diefs so erhaltene Kupferpulver durch Hitze so zusammensintert, dafs es die
1 ) D i m Annalen. Bd. XXXXII S. 283.
2) Vergl. Hm. P o g g e n d o r f f ’ s Bemerkungen, Ann. Bd. L S. 504.
407
Festigkeit des geschmolzenen Kupfen annimmt. Als ich
nun das neuerdings von J a c o b i bekannt gemachte.Verfahren, mittelst eines hydro elektrischen Stroms dergleichen Abdrlicke hervonubringen, wiederholte und fand,
dafs bei Anwendung einer einfachen Kette sechs bis
sieben Tage nUthig sind, urn Kupferabdriicke von der
Starke einer Linie zu erbalten, so fie1 mir meine fr&
here Bcobachtung ein, und ich versuchte durch Compression dergleichen Abdriicke zu crhalten. Nachdem
mir diefs gelungen war, macbte ich den 23. Juni vergangenen Jahres sowobl in der hiesigcn Wiirzburger Zeitung, a h im Frhkischen Courier eine Anzeige dieses Verfahrens bekannt.
Bei allen Opcrationen, wclche zum Zweck haben,
einen Gegcnstand iu eiuer gewissen kiinstlerischen VolE
kommenheit zu liefern, kommt es auf Beachtung einer
Mcnge von Eiuzelnbeiten an, welche unberiicksichtigt
gelassen werden ki)uuen, wenn es sich nur darum handelt, einen empirischen Bewcis zii liefern. Urn nun die
Leser in geharige Keuntnifs davon zu setzen, babe ich
die Bescbreibung des Verfahrens in vier Abschnitte eingetheilt.
-
1 ) V o n der Darstellong des hrlb-kohlensaaren Kopferoxyds.
Man sucht aus einer betrachtlichen Menge von Krystallen von Kupfervitriol die grufsten und blausten Stiicke
heraus. Hierauf fiillt man eine Porcellanschale fast ganz
mit Bruunenwasser , bringt so vie1 Kupfervitriol hinein,
als darin sich aufltist, setzt die Schale aufs Feuer und
erhitzt die Flqssigkeit zum Kochen. Nachdcm sie ungefahr eine halbe Stunde gekocht hat, Iiifst man sie erlialten. Diese Operation hat zuul Zweck das bei dem
Kupfervitriol befindliche schwcfelsaure Eisenoxydul vollkommen zu oxydiren. Es fallt beim Erkalten als fiinffach basisches schwefelsaures Eisenoxyd heraus, und kann
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aus der erkalteten Flfissigkeit durch Filtriren getrennt
werden. Nachdem diefs abfiltrirt worden ist, fiillt man
eine Porcellanscbale zur Hllfte mit der blauen Fliissigkeit. Sie wird zum Kocben gebracht und mit kleinen
Mengen von Sodapulver oder kohlensawem Natron, welches man in Pausen zusetzt, geflllt. Beim Hineinwerfen findet ein starkes Aufbrausen statt, in Folge der Zersetzung dieses durcb den Vitriol; die Hllfte der Kohlenssure entweicht, wzibrend die andere sich mit dem
Kupferoxyd zu balb - kohlensaurem Kupferoxyd vereinigt.
Erfolgt bei einem neuen Zusatz von Soda kein Aufbrausen mehr, so nimmt man die Scbale vom Feuer und
giefst sie bis an den Rand mit Brunnenwasser voll. Hierbei riibrt man mit einem Glasstab den Niederscblag auf,
und durcbmengt ibn so vie1 als mbglich mit der Fliissigkeit. Man lzifst nun die Fliissigkeit ungefiihr eine halbe
Stunde rubig steben. Wzibrend dieser Zeit setzt sich
das halb -koblensaure Kupferoxyd ab, und die dariiber
befindliche Fliissigkeit wird wasserklar. Hierauf giefst
man die iiber dem Niederschlag belindlicbe Fliissigkeit,
welche eine huflosung von schwefelsaurem Natron ist,
behutsam, d. b. ohne den Niederschlag aufzuriihren, ab,
und giefst dann von Neuem Brunnenwasser auf den Niederschlag. Dieser wird wieder mit dem Wasser gemengt,
und wie oben beschrieben verfabren.
Diefs Verfabren
wird so oft wiederholt, bis die fiber dem Niederscblag
befindliche Fltissigkeit keinen Salzgeschmack mehr bat.
1st dieser Punkt erreicht, so briugt man den Niederscblag auf ein doppeltes Filtrum und liifst die Fliissigkeit ablaufen. Nachdein diefs gescheben ist und der
Niederschlag mehrere Stunden darin gelassen worden
ist (ich babe ibn gewohnlich iiber Naclit im Filter gelassen), zieht man das Filter, indew man den oberen
Hand zusammenlegt, beraus. Hatte man ein doppeltes
Filter angewendet, so lefst es sicb recht gut herausnebmen, obne dafs ein ZerreiCsen Jesselben zu befiircbten
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wlre. W a r es hingegen nur ein einfaches, so ist es
schwierig es unverletzt aus dem Trichter hcrauszubekommen. Man. breitet es nun fiber mehrere iibereinandergelegte Bogen Fliefspapier aas. Der Kiederschlag wird
dadurch getrocknet, dafs man ihn entweder der Wirkung
der Sonnenstrablen aussetzt oder der warmen Luft einer geheitzlen Stube. Beiin Trockncn legt inan das Filter bfters mit dem Spate1 um, urn alle Theile der WirBung der erwiirmtcn Luft auszusetzen. Nach zwei bia
drei Tagen ist der R’iederschlag zum fcinstcn Pulver zerfallen, und bat jelzt die Beschaffenheit, in welcber er
reducirt werden kann. Bevor man es der Reduction
aussetzt, siebt inan es durch Flor, um die griiberen Stiicke
oder etwaige Unreiuigkeiten zuruckzuhalten.
2) R e d u c t i o n m i t t e l s t Warserstoffgas.
Kachdem das kohlensaure Kupferoxyd auf die angegebene Weise dargestellt worden ist , schreitet man
jetzt zur Reducrion dcsselben mittelst Wasserstoffgas.
Ich will diesen Abschnitt in zwei Abtheilungeu trennen.
u ) Darstellung des Wasserstoffgases. Um dieses zu
gewinnen schlage wan gegossenes Zinli in Stiicke von
4” bis 1” Gr6iLe. Diese bringe man in cine Flascbe
und giefse dann Wasser darauf, $0 dafs ungefihr die
Halfte der Flasche davon erfiillt wird. Dann fiigt man
auf die Oeffnung derselben einen Stapsel, welcber gut
schliefsen mufs. Durcli demelben gehen zwei Glasrbhren, die eine endet nach Aufsen mit eineiu Trichter. Ihre
Oeffnung in der Flasche befindet sich unter der Fliissigkeit ungefahr 1” ubkr dem Boden derselben. Die
zweite Rbhre endet in dem Glas iiber der Fliissigkeit,
aukerhalb des Stspsels ist sie gebogen, und in Verbindung
mit einer weiteren Rbhre. In dieser befinden sich zwei
Schichten von in Streifen geschnittcnen Filtrirpapiers, wovon die vordere, der Gasentbindungsflasche zugekehrte
Halfte, mit Kalilauge, die hintere mit einer Auflbsuug von .
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essigsaurem Bleioryd getrlnkt ist. Diese mit diesen Fliissigkeiten getraiikte Streifen dienen dazu, das Wasserstoffgas beiin Hindurchstrihnen zu reinigen, tbeils VOQ
dem anhangenden Oele durch die Kalilauge, theils VOQ
dem Schwefel-, Pbosphor- und Arsenik- Wasserstoffgas
durch das essigsaure Bleioxyd. Diese Riihre ist mittelst
eines Korks mit einer engeren verbunden, in welchcr
sich ein gedrehter Streifen Filtrirpapier befindet. DieCs
dient dazu, die' etwa durch das Gas mitgenommene Flussigkeit zu absorbiren. An diese Ri)hre wird mittelst eines Stiipsels diejenige befestigt, in welcher das Kupfer
reducirt werden soll. Zu dieser nimint man eine Glasrbbre von uogefahr 1: Furs Lange und
Zoll Breite.
Um das kolrlensaure Kupferoxyd recht gleichmiifsig
darin zu vertheilen, verfahrt inan folgcndermaken. Man
verschliefst die einc Oeffnuog der Rahre mit Kork, und
bringt so vie1 Pulver von Kupfersalz hiiein, daCs ungefshr 3 der Rohre dainit angefiillt ist. Hierauf halt mau
die ROhre horizontal und vertbeilt durch Drehen derselben das Pulver gleichmafsig. Es .wird nun ungefiihr die
Hiilfte der Riihre odcr etwas mebr einnehmeu.
Nacbdem nun durch Zugiefsen von Schwefelsaure
iu das Glasgefah Wasserstoffgas entwickelt worden ist,
stellt man eine einfache Weingeistlampe unter die Rahre
zu Anfaog derselben, da wo das Wasserstoffgas in dieselbe tritt. Bald nachdem die Flamme anschlsgt, wird
man bemerken, dafs sich das grune Kupfersalz brlunt.
Sobald es an der Stelle, an welcher sich die Lampe
befand, Kupferfarbe angenommen hat, riickt man sie
meiter, und Mst sie iiberall so lange stehen bis alles
Salz reducirt ist. O b das Salz riillig reducirt sey, erkennt inan aus dem Ergliiheu desselben; bei der Vereinigung des Wasserstoffgases mit dcm Sauerstoff des Oxydes findet nlinlich eine solche Temperatur Erhahung
statt, daCs das Salz ergluht. Sobald sich diefs Ergliihen
+
-
411
gezeigt hat, kann man annehmen, dafs das Salz reducirt sey.
Bei dieser Reduction bemerkt man bald einen stechenden Geruch nacli schwelliger Skire. Diese ruhrt
von eiuer geringen Menge vou SchwefclsBure her, welche aus dem Vitriol, selbst durch Fallung bei Siedhitze,
niclit entfttrnt werden kann; dicse wirkt auf die letzten
Mengen des dem nicht verschlosscnen Ende zngekehrten
kohlensauren Kupferoxyds ein. Es bekoinlnt eine gelblichc Farbe und zugleich sarnmelt sic11 Wasser daselbst
an. Da dieser letzte Theil des Salzes bei der Reduction
kein so feines Pulver giebt, sondern zusammenbackt, so
ist es besser man unterbricht die Reduction des Salzes
da, wo das Prilrer anfliugt feucht zu werden. Auch ist
es nicht r%hlich die Lampe bis an diese Stelle zu riikken, da die Glasrfihre, wegen der darin angesammeltcn
Feuchtigkeit daselbst leicht platzt. Mittelst eines Drahts,
den man an einem Ende gekrummt und breit geschlagen
hat, zieht man das nasse Pulver herans. Diefs wird besonders aufbewahrt. Hat man eine gewisse Quadtitat
von mehreren Reductionen gesammelt, so bringt man sie
in ein Glas mit Wasser, riihrt das Salz darin um und
filtrirt; das suf dem Filter Gebliebene wird ausgewaschen, getrocknet und hierauf wieder zur Reduction an.
gewendet.
Bci dieser Reduction ist es durchaus notbwendig
das Kupfersalz bei der infiglichst niedrigstcn Temperntur
zu reduciren. Scbon cine doppelt - zugige Lampe giebt
eine zu starke Hitze, und noch vie1 weniger ist Kohlenfeuer hiezu zu gebrauchen. Kiipfer, welches bei solcher Hitze reducirt worden ist, hat eine k i h i g e Beschaffenheit, und sintert nicht mehr durch Hitze zusammen; es ist vollkommen unbrimchbar zu diesem Zweck.
Das auf diese Weise reducirte Kupfer llifst man in
der R6hre erkalten. Man bringt es hierauf in ein cy-
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lindrisclies GIBschen und verschliefst diefs sogleich mit
einem Kork. Da diets so dargestellte Kupfer sich leicht
oxydirt, so ist zu rathen, daL noch an demselben Tag,
an welchem die Reduction vorgenomlnen worden ist, dic
Abdrucke ausgepragt und gebrannt werden.
Als Kenuzeichen der Giite des so reducirten Kupfers kann man folgende Eigenschaften anfuhren. Es
mufs den Aggregat -Zustand des Schwalnmplatins haben,
und seine Farbe m u t hell kupferroth seyn.
Wendet man eine GlasrUhre von 1: Fufs Lauge an,
so sind drei , nach angegebenen VerhYltnissen reducirte
Portionen Kupfersalz hinreichend, urn einen Munzabdruck
von 1; Zoll Durchmesser und von der Diclie von ungefahr $ Linie auzufertigen.
3) V o n d e m AusprPgen der Abdriicke durch Compression.
Um die Compression des Kupferpulvers zu bewirken, babe ich mich zweier Verfahren bedient.
1) Man 1aLt sich ein Rohr von Eisen oder Eisenblech von der Breite der Miinze und ungefahr 4" Hbhe
betragend anfertigen, dann eiuen kleinen massiven Cylinder von Eisen, 1 bis 14'' hocli , von der Breite der
Rtihre, und einen Stempel von gleichem Umfang und
demselben Metall, welcher, mit einem Griffe versehen,
von solcher Liinge ist, dafs er, auf den Cylinder in der
RUhre gesteckt, noch iiber dieselbe hinausragt.
Man bringt uun das reducirte Kupferpulver in ein
viereckiges Sttickchen Flor , halt die Enden desselben
zusammen, so dafs das Pulver sich darin wie in einem
Beutel befindct, und schliigt von unten nach oben mit
rinem Spate1 dagegen, um das Kupfer recht feiu durchzupudern. Das durchfallende Pulver fangt man auf einein Bogen Schreibpapier, oder, besser noch, farbigen ge'-gliitteten Papier auf. Von letzterem fallt das Pulver
leicht a b , ohne h;ingen zu bleiben. 1st SO vie1 durchgegnngen, d a b die crhaltene Mengc, auf die Miinze gc-
413
bracht, dieselbe ungehhr zu 4 Lin. bedeckt, so halt man
inne und legt das Papier, auf welchem das Piilver sich
befindet, seitwsrts.
Diefs Pulver ist von bester Qualitat, und mird gebraucht als erste Schicht, urn uninittelbar die Oberflache
der Miinze ZLI bedecken. VVir werden diese Pulvermenge mit n bczeichnen.
Auf ein zweitcs Papier mird nun die iibrige Menge
des Kupferpulvers durchgepudert und zuin Gebrauch aufgehoben. W i r bezeichnen sie init dein Buchstaben 6.
Die groberen Stiicke Kupfer, welche im Flor zuruckgeblieben siiid, werden in eine Reibschale gebracht
und zerrieben. Diese dritte Portion hat die geriugste
Qualitat. W i r bezeichnen sie mit c.
Nachdem diese drei Quantitaten Kupferpulver erbalten worden sind, fahrt inan aiif folgende Weise fort.
Der eiserne Cylinder wird mit Papier, gleicb einer Geldrolle, umwickelt, und in diese Hiille Pulver irgend eines anorganischen Kilrpers, z. B. Ziegelmehl, gebracht,
ungeftihr ron der Hilhe einer Linie und darliber. Auf
diese wird die MUnze gelegt und gegen das Pulver
stark angedruckt. Ilierauf wird das Papier hinweggenommen und die Rilhre von Eisen darubergeschoben,
nachdem das Innere derselben vorher etwas mit Talg
ausgestrichen worden ist. Man schuttet nun die beste
Sorte Kupferpulver (a) auf die Miinze, hierauf (6)
und zuletzt (c).
Die Menge des Kupferpulvers m&
dem Volumen nach vor der Zusammendrtickung ungefiihr
das Gfache der WUnze betragen.
Die eiserne R6hre wird nnn von Aufsen mit dem
Stempel etwas geklopft, damit das Pulver sich recht gleichmafsig setzt, dann steckt man den Stempel in die R6hre
und druckt stark gegen das Kupferpulver. Hierauf setzt
man die ganze Vorrichtung auf einen Ambofs und schkigt
mit einem Hammer oder der Keule eines M6rsers so
stark auf den Stempel als man vermag, und so laage,
414
als man noch eine Zusammendriickung des Pulvers bemcrkt. Hierbei mufs man in Obaclit nchmen, dafs die
SchlSge recht in die Mittc des Steinpels fallen damit,
der Druck glcichmlfsig ausfalle. Ob das Kupfer das
Maximum der Compression erhalten habe, erkennt man
aus dem in die Hlihe Springen des Stempels, melches
eintritt, wenn dieser Punkt erreicht ist.
1st die Compression geschelien, so spannt man das
Rohr in einem Scbraubstock und scliISgt auf den Stempel mit einem Stuck Holz, wrhrend inan die Hand untcr das Rohr halt, dainit der Inhalt der Rshre nicht suf
eininal herausfallt. 1st dicser verschiebhnr geworden, so
stellt man die Rahre auf einem Tisch, nachdcin man vorbcr einen Bogen Papicr dararif ausgebreitct hat, uiid zieht
das Rohr in die Hbhe. Man nilniiit jctzt den Steinpel
hinweg und findet nun eine Schicht Kupferpulver zu einer festen metallisclien Masse ziisammengedriickt; diese
lafst sich nun cntyeder mit Leiclitigkeit yon der Miinze
abhebcn, odcr sie haftet so fest siif dersclben, dare sich
ihrer Trenaung Schwierigkeiten entgegensetzen. 1st d i e t
der Fall, so erwlrmt wan ein Kripferblech mittelst einer doppelziigigrn Weingeistlampe. Nachdem diefs beinahc bis zur duukcln Rothgluhhitze erwlrmt worden ist,
legt man die Miinze init der daranf befindlichen Kupfermasse darauf, und Ilfst es so lange daselbst liegen, bis
die Masse erkaltet ist. Der Kupferabdruck wird sich
daiin mit Lcichtigkcit von der Miinze trennen lassen.
2) Ich babe mich zu dieseu Versuchen auch der
bekanntcn Kniepresse ( P o 81; e n d. Annal. Bd. XXXXI
S. 501) bedient, jedoch nicht in der daselbst beschriebenen Gestalt, sondern in einer durch eine Verbesserung veriiuderten. Die gewtihnliche Einrichtung , bei
welchcr der Hebelarm nach unten gedrnckt wird, ist
unbeqiiem und zrigleich nicht vortlieilhaft , weil bei dem
Wegdriicken voin Klirper mehr Kraft verloren geht, a h
bei dem Andriicken nach dem Kbrper zu. Ich habe da-
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her dem Hebelarm eine andere Form gegeben, und zugleich damit eine gabelfhnige Vorrichtung verbunden, in
deren oberen Tlieil sich cine Rolle beliiidet, wodurch, indem der Griff bewegt wird, der Hebelarm nach untcn
gedriickt wird. Unter den Stempel koinmen die Gegenstiinde, welche zusammcngepre€st werden sollcn.
Die Art der Zusammenpressung geschieht nun auf
folgende Weise. Utn einen Cylinder von Eisen, vom
Durchuiesser der Miinze, wird ein Rlech, ungefihhr 1;"
breit, gelegt, und mit seinen Enden an eiaander gel&
thet. Man erhalt hierdiirch eine cylindrische Hulie, welche iiber den festen Cylinder von Eisen hin- und hergesclioben werden kann. Naclidem sie so weit fiber den
Cylinder geschoben ist, dafs sic ungehhr niit 14"' Hahe
tiber diesen wegragt, komint eine Lsge Pulver irgend eines festen Kbrpers a h Fiillung fur die Munze binein;
auf diese wird jctzt die Miinze gelegt und stark dagegcn gedruckt. Nnchdein dicfs geschehen ist, bringt man
das Kupferpulvcr in der angegebenen Folge auf die Muoze
und fullt den grtnzen iniieren Raum damit an: oben dardarauf legt man eine Metallplatte, etwa eine Zink- oder
Eisenplatte, und nimmt dann die Prcesung vor.
Ich habe nicht finden kbnoen, dafs nach der Hartung durch's Feuer ein Unterschied zwischen den Kupferibdriickeu, auf die eine oder andere Weise erbalteu, stattfznde, doch habe ich bemerkt, dafs die Kupfcrabdruckc, welche durch Schlagen erhalten werden,
mehr metallischen Glanz haben, welcher jedoch keinen
Einfluh auf ihre Beschaffeuheit nach dem Gliihen hat.
4) H S r t o n g d e r e r h a l t e n c n A b d r i i c k e durch's Gliihen.
Die durch Compression erhaltenen Abdriicke haben
eine gewisse Festigkeit, und kbiinen in diesem Zustande
recht gut aufbewahrt werden; doch sind sie dem Zerbrechen beim Hinfallen unterworfen und ihre Oberflacbe
416
verliert ihren Glanz durch allmllige Oxydation. Es ist
daher zu rathen sie.zu harten, was auf folgende Weise
bewerkstelligt werden kann.
Man Iafst sich zwei Kapseln von Kupferblech machen, welche iu einander geschoben werden kiinncn, wie
die beiden Tbeile ciner Schachtel. In diese werdeii die
Abdriicke gelegt, um darin gegliiht zu werden. Ich habe
gefuoden, dafs es am zweckmafsigsten ist, zwei Abdriicke
zugleiclr zu gliihen, rind diese so hineinzulegen, dafs sie
mit ihren Vertiefungen aufeinanderliegen.
Um das Anbacken der AbdrUcke beim Gluhcn zu verhindern, mufs
man drei dunne Stiickchen Kupferblech auf den Rand
des unteren Abdrucks legen; oder man kann auch zuerst schwach gliihen, hierauf die Operation unterbrechen,
erkalten lassen und dann von Neiiein starker gluhen.
Die Kupferschachtel wird von aufsen mit Thon bestrichen, uin wo mirglichst den Zutritt der atmospharischeii
Luft zu erschweren.
Man gliiht bis zu anfangender Weifsgliihhitze, nirnmt
bierauf die Kapsel heraus, Iafst sie erkalten, und die
Operation ist beendet.
Sind slmmtliche in dieser Darlegung angegebenen
Bedingungen erfullt worden, so erhdt man zwei Kupferabdrticke von sch6n kupferrother Farbe, welche im
Innern, da wo die Zusammendruckung am starksten war,
Brouzglanz haben.
5 ) E i n i g e interersantc n e u e T h a t s a c h e n , w e l c h e rich b e i
dieser U n t e r s u c h o n g e r g e b e n hahen.
1) Das mit Wasserstoffgas rediicirte Kupfer ist ailfserordentlich elektrisch. Driickt man mit einer mit einem Glasstiel versehenen Messingplatte (dem Deckel eines Condensators) darauf, so wird diese so elektrisch,
dafs sie schon von Weitem das Goldblatt eines Elektrometers in Bewegung setzt. Diese Thatsache scheint
mir fur den theoretischen Theil der Chemie von grofser
Wich-
417
Wiclitigkeit zii seyn. Icb h d t c sic fiir einen schr wesciitlichen Beitrag zu den Bewciscu, dafs chemische Aflinitiit und 13lclitricitiit ein iind dicsclbc Kraft scy. I)as
Kiipfcr ist in dciii s o dnrgcslclltcn Zustnnd iiii hhhsten
Grad osydii I i i w und zuglcicli Iiiiclist elcktrisch; sollcn
wir Iiicriri riiclit cincu .Grund iiiideu anziinehmen, d a k
(lie Elektrici[Ht es sey, welche die Vcrbhidung des Kupfcrs init dein Saucrstoff hewirkt? Aftinitlit ist ein blofses W o r t , das iitir so lange Wertli hat, als es nicht
gelingt die Erschcinungcn dcr Aflinitrt einer bekannten
Kraft unterzuordiicn.
Gelingt diefs, SO kann man sie
init allem Reclit BIIS der Kcihe tler besondcren Krsfte
nusstreiclieo.
2 ) Bringt innn Etwns von diesciii mit WnsscrstofFgns
rediicirteii Kupfer i n Clilorgns, S O eiitziindet es sicli dariii
sclion bei ilcr gewiihnliclien Teinperatrir and verbrennt
iiiit wcifser Flainnie.
Es ist dicfs ein Vcrsiich, dcr sich
sclir gut e i p c t in dcn Vorlesuugen gezeigt zii werdcn.
Zugleich ist er eiu entscheideuder Beleg fiir den Satz,
&fs die Massc und clic ColiYrenz der Kilrper gegen die
clieiiiisclie Aflinitiit wirkt.
3) Es ist eine selir merkwiirdige Erscheinung, dafs
die Kupferabdruclie beim Gluheii sich SO bedeutend zusamineozicheu. Nacli ungcfiilirer Schatzuog mag das Maximuiri dcr Znsainincnziehung cin Funftel des Durcbmessers der Munze, voii wclclier der Abdruck geootnmen
war, betragcn. h i dicscr Ziisaiiiiiie~ziehuiil,perleidet die
Ztticlinung nicht die geringste Verscliiebuug. Man findet
genaii dasselbe wieder, nur in verkleiuerteu Maafsstab.
4 ) I)as so zusauimeugesiuterte Kupfer ist hlrter als
clas gcschniolzme.
Es ergiebt sich diese Eigenschaft
sclioii bciin Anflihlen, oorh inelir aber beim Feilen. Es
ist did's gerviCs cin recht interessanter Umstand, dafs
Knpfcr iin zusaiiiiiiengesiuterten Zustand, also einem, in
welclieui die Theile weuiger geualicrt siud, als im geI'oggendorfl'r P-nnaL Bd. LIL
21
418
scbmolzeuen, eine grbfsere HIrte und, wie mir scbeint,
auch Festigkeit hat, als i m geschmolzenen.
6 ) V e r s u c l i e m i t a n d e r e n M e t a l l e n derg1eiclir.n A b d r i i c k c
zu c r h a l t e n .
Es liefs sich erwarten, dars dergleichcn Abdructe
auch mit anderen Metalleu erhaltcn werden kbnnen. Bis
jetzt habe ich mit zwei Metallen, init Silber und Blci,
derartige Versuche gemacht. Das Silber wurde durch'
Fallung einer Auflllsung von salpetersarirem Silberoxyd
mittelst Kupfer erhalten. Ausgewaschen und getrocknet,
wurde es auf eine Munze inittelst der Kniqresse geprefst. Dnrch Erwiirinen konnte tler Abdruck von der
Miinze getrennt werden. Er hatte ein matt silberfarbiges Aussehen. In der beschriebenen Kapsel von Kupfer
wurde er gegluht. Man fand ibii nur uubetrlchtlich durch
die Hitze zusammengezogen , iibrigens von unverandertern Aussehen. Das Metall war fest zusainmeulihigend
geworden und hatte einen schllnen Glanz.
Blei wurde aus einer AuflOsung von essigsaurem
Bleioryd mittelst Zink gefdlt. Es m r d c gesaminclt, das
adbarirende Wasser mittelst Fliefspapier ausgedruckt und
das nun vom Wasser befreite Elei auf eiiier Muuze
zusammengeprefst. Der Abclruck lbste sicb leicht von
der iintergelegten Miiiize. Es war ein genauer Abclruck
derselben, der sich jedoch durch das matte Arissehen
des Bleis nicbt sehr empfnhl.
7 ) Vorziige, welclie diefs Verfahren
v o r rlem v n r a u s hat,
b e i w e l c h e m der hydro-elektrirche Strom a n g e n a n d e t
w i r d , u n d p r a c t i r c h e A n w e n d u n g clesrelben.
Als derartige Vorziige lassen sich hauptskhlich folgeode anfiihrcn:
1 ) Dafs es, nach eininal dargestelltem Kapferpulver,
nicht die geringste Schwierigkeit hat, Abdriicke von jeder beliebigen Dicke zu machen, welche eine noch grll-
419
&ere H W e bcsitzen, als selbst das geschinolzene Kupfer hat.
2 ) Dafs jcder K h p e r , gleichriel o b er Leiter der
Elektricitiit ist ocler nicht, als Untcrlage zu dieseu Kupferabdriicken angewendet werden kann. Diek Verfahre11 erhdt hierilurch eiue ganz allgemeine Anwendbarkeit, und kann sogar auf organische Kiirper ausgedebnt
werden. Ich babe versucht Steinplatten, aul welchen
lithographische Zeiclrnungeu sich befandeli, iu Kupfer
abzudriicken, wclche vollkomiiieu geliiogeii siiid. Eben
so wird man vou gellzlen Kupferplatteu Abdriicke nehmen kilnneti. Aiicli grlifsere Gegcnstlndc, selbst Statuen, lasseu sich auf dicse Weise in Kupfer abdriickeu.
U e s e Abdriicke kliiinen d a m als Formeii fur erliabene
Abdrucke in Kiipfer beoutzt werden.
3) Dak die Abdriicke eine ungeineiiie Scharfc haben. Uie Ursache dieser SchSrTt-, welche selbst die des
Originals iibertrifft, ist dariu zu suchcn, dafs der Abdruck sich beim Erbitzen ziisammeuzicht , folglicli das
Weitere in einein engeren Rauiii zusaminengcdriingt wird.
W e n n man einen durch Feuer gehlrtcten Abdruck mit
einein zuearnmenh&, mit welcheln diese Operation nicht
vorgenommen worden ist, so erscheint ersterer mie grayhirt. Da m a n dicse Abdriicke nun wieder gebrauchcn
kann als Formeu zu neueu erliabenen, so begreift man,
wie bei dcr Eigenschaft derselbcn, sich durch Hitze zusammeiizuzicben, vou eincr Miinze Abdrucke vom kleiusten Uinfaiig erhalten werdeu kiinuen.
4 ) Mittelst dieses Verfahrens kann man wirkliche
Copien von Medaillen mit zwei erhabenen Seiten nachmachen. Uiti dergleirhen anzufertigen riimmt man zwei
Holil - Abdrucke von beiden Seiten, bringt dazwischen
Kupferyulver und prcGt sie gegen einander. Die erhalteiic Copie mird nun durch Feuer gebartet, und giebt
die Medaille in scharfen Umrissen in etwas verkleinertern Maahtab.
27 *
420
Als practische Anwendungen dlirften vorlh.dig folgende aufgestellt wcrden:
1) Da sich die Hohl-Abdrlicke sehr sclibu in Siegellack abdriicken, so kanu man von einein erliabenen
Metallsticli jede bclicbige Anzahl r o o Abdrucken in Kupfer genomlnen werden, welchc als Pcttschaft gebraucht
werden k8nnen. Man wiirde auf diese Weise Stempel
sehr einfach und mit wenig Kosten vervielftiltigen ktinnen.
2) Es kann diefs Verfahren gebraucht werden, uln
Buchdrucker -Lettern anzufertigen. Zu dein Ende wurdc
man nur ntithig haben das reducirte Pulver in die Matricc zu drikken. Die erhaltenen Lctteru wurdcn ctwas
kleiner als die Matrizen, aber schSrfcr als gegossenc
seyo.
3) Man wird es sehr gut anwendcn kbnucn, um
Metallspiegel anzufertigen. ZII diesein Vorhaben wird
mau das redocirte Kiipfer 5ur auf ein geschliffenes convexes oder concaves Glas zii pressru haben. Diese durch
Compression crlialtene Masse w i d hierauf in einer Kupferkapsel gcbraiint , and je liaclideiii liiiin eiueii Sammlungs- oder Zerstreuuo~s-Spiegelliabcu will, die innere
oder lufsere Scite versilbert.
4) Da sich das mit Wasserstoffgas retliicirle und geprefste Kupfer so gleichidsig in der Hitze zusamine~1zieht, so wird man cs sehr gut 211 pyroinetrischen Messungen benutzen Irbnncn. M a n wurde es hierzu auf dieselbe Weise gebraurhen ktinnen, wie die Tbon - Cylinder in dein Wedgewood'schen Pgroineter.
Da die Munzen, von wclcheu Kupferabdrucke genominen werden, nicht beschiidigt werdcn, so mfirde Jemand, dem ein Munz Cabinet zur Dispositiou steht, die
beste Gelegcriheit haben von selteaen Rlunzeu ganz genaue Copien zu machcn. Diese wiirdeii aufser ihrer grok e n Schsrfe auch noch deu Vorzug vor denen v o n Gyps
und Schwefel haben, dafs sic nicht zerbreclilich sind.
4'21
Auch von snderen Kunstgegenstiindeii wiirde man treue
uud dauerhafte Copien anfertigen ki)nnen.
-
V.
Ueber die Bestiindigkeit der Warme - Absorption dcs ,KienruJses und der MetalZe, und
iiler tIas Dascyn einrs Dyfusionsuerrniigens,
welches durch seine F;iriinilrrungcn den W e r t h
rles Alsorptionsuerrn~~ens
hei den iibrigen
Kiiryern cerandert; oon 1%-n. M. Mell o n i.
(Ann. de chirn. ct de phy3.
T.LXXV p. 337.)
M a n weik gegenwgrtig, dafs die Fshigkeit einer gegebenen FlZche, stralilende W i r m e auszusenden und zu
vcrschlucken, nach der Natur der Wiirmefluth verschieden ist, und dafs die von L e s l i e und von R u m f o r d
fur diese Fahigkeiten aufgestellten Zahlenwerlhe zu sehr
irrigen Resultaten fuhren wurden, wenn man sie auf
Strahlen aus einer Warmequelle von einer iiber 300'
oder 400' C. steigenden Teinperatur anwenden wollte.
In der Tbat sehen wir Substanzen, die in ibrein Emissions - uiid Absorptionsvcrmiigen viillig gleich sind, unter der Wirkung der Strahlung von entflammten oder
gluhcnden Kiiryern dermafsen verschieden werden, dafs,
weun inau die von gewissen Mitteln durchgelassenen
Wlirinefluthen auwendet , die einen, unter gleichen Umstkiden, siclr zwei und selbst mebr Ma1 stzrker erliitzen
nls die audcru; uud solche Unterschiede kiinnen offenbar iiicht oline eine bedeutcude Aenderuug in der Intcusitlit des Absorptionsvermiigens entsteheii * ). Wenn
1) uicfs ist dic cinzlgc FoIgcrung, dio icL ilus nrcioen VersucIhcn
gemgen b a l c . N i u a l s lrabc ich belrauptet , die Kcsultatc dersclbcn
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