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Das Cyanjod eine neue Verbindung der Jode mit Stickstoff und Kohlenstoff.

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Dar eanjod, cine neue Vetbindung der lodr mit
StickJof
und Roh&nJof;
roo
H r n . S E ~ U L 3.
LA~
Dio Verbindirng der Jode mit dern Cyan gehart tu
denm, welche man bisher no31 niclit darltellen konnte. Ale G r u n d hieyon gloiibts icli rnfanglicli annelim e n zu miiCTen, d& Gch didelbe nur unter einem
lbhr liohcn Druck erzeugrn Inlfe, u n d urn dieG zu
priiien, verfuclite icli ilire Darfiellung in einem ithnlichen Apparat zu bewirken wie den, wclclien die
Hrn. D a v y und F a r a d a y u r n Condenfiren der
Gramten anwandten.
Es wurden daher 1 1 Grm.
Cyrnqueckfilber mit 6 Grrn. Jode, beide wolil getrocknet, in ein 4 bis 5 Decimeter langes und 15 bis 20
Millimeter weites Clasrohr gebraclit und zwar ro,
d r l j fie fich nicht beruhrten. Eine Biegung der Riilire
zwifchen beiden Stoffen follte diefe nocli mehr verliindern, d l e i n diircli die, beim ZiiTclimelzen der RBIire
vor der Lampe nijthisen, Bewegtin~en der RBlire
mifcliten fie ficli dennoch mit einander. Als ich darauf die RBlire an der Stella erliitzte, wo Ge dns Gemilch entliielt erfolgte eine Zerretzung des Cyanqueckfilbers nnter Yerfliichtigung cines grofses Tlieilr
,
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DR E N
METEOROLOGISCHES TAGEBUCH DER STERNWARTE ZU HALLE,
N O V E M B E R
1024; G E F ~ ~ H R VT O M O B S E R V A T O R D R .
M O N - A T
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C E M E R K U N G E N
i b r z
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1 b;e 8 h'orember.
A m I . riel Cirr, Str. u n d heitre Stellen wenig Reg. aus zielleiidem Nimbus. hlitlgs zii deli c i r r . 6 t r . in W u. 0 gcringe Cum., Pr'schmittgs
me h r heitre S t e ll e n, Abdr und [paler gleiche Decke und von 6 a b Reg. Heute kcliet
d e r Mond i n feiner Erdfcrnc. Am 3 - duuue weirse Decke 1i;fet gegen Mittg Gch i n
grofse Cirr. Str. a u f , obcn heit. G r u u d u n d rrnten Cum., Nchmiltgr w o k Decke,
lpiilcr gleichf. n o d von g a b Reg. Ain 5. I'ichts hark Reg., friih auf heit. G r u n d e
rings l o c k r e , rcrfirente Cirr. Str., M i t t p Neigung zu Cum. h'chrnittgr i n S diere
Loch u n d fchGn, h f i grorse Maren Cirr. Str. u u d Spt-Abds gleiche graue Decke;
N cloch hcirr. A m 4. Nchts l i ark, friih bis g bei gleicher Ilccke, gel. Reg., AIittgs
wolkig bed., Nclimittgs im Zenith offen, S grofse Cum., W heiter. ronfi Cirr. Slr.
\ Abds anfser einer G r o p p e Cirr. Str. oben i n SO, f e l r hciter u n d Spt-Abds gleiche
weifse nccke. A m 5. h u h u n d Nclimittgr oben hciter, rings hoch Grr. Str., Mittgs
U. Abds wolk. Decke u n d Spt- Abdf heitr.
A m 6. Morg. wie geitern, ba ld u n d
Jiis gegen Abds, herrrcht wolk. Bed., urn 1 wenig Reg. , Abds in 0 Cirr. Str. W a n d
ronfi, Tpiter g a n r , heiter. A m 7 u. 8. wolk., hald gleiche, bald oben wenig gehroclrene Decke. A m 7. eegen 4 Abdr wenig Reg., folgenlle Nacht filrker; A m 8.,
S U. 35' Ab d s, zeigt Gch der Mond im vollcn Lichte.
V o m CJ bis 1 4 . Am 9. Morg. i m Zenith k i n e Cirr. Cum., fonft viel, nnten dichte, Cirr.
Str., Mittgr U. Spt-Abtls gleiche, Nachmittgs wolk. Uecke; von 9 Abds a b Regen.
A m 10. Cirr. Str. wechfdn friih l o i t Coiitiiiuum, oben heitre Stelleu, unten gegen
Mitts cleiclle bisweilen w o k Decke, . r o i l 5 his Nclits heftig Reg. Am x i . wolkige
Decke die T a g s gleichf., i h friili iu iSW gcbrocheu, oben fiehet Cirror, in N a m
Horir. Drofse Cum. Von G ab Reg. Am 1 2 . Nchts heftig Reg. bis friih i ( i gel.;
T a p will wolk. Decke brcchen; r o n Abds ab aber, ili Ge wiedrr glcich; ge ge n. 8
hark Reg. Am 15. friili rings u n d hoch, Cirr. Str. ohen cinige kleinc auf hext.
G r u n d e , Mittgr i n BW noch Cnm. d a m ; bal d bildet fich inderr wolk. Decke d i e
Spt-Abds gleichf. iR. A m 14. gleicLc karke Dccke; Vormittgs fcin nod v o n - 3 bir
aaclr 5 heftig, Reg. Morg. I U. 11' batte das letzte &fond-Viertel 61att a n d zugleicb fichet heate der Mond in reiner Erd-R'abc.
i
3'om 15 bis 20. A m 15, Nchls fiark Reg. , Morg. ftarke wolk. Decke , :N'nuten offen,
Pzitys rinse Cum. obcn c h i g o Scringe Cirr, Str. aitf heit.'Grundo Abds heitcr nnd
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Spt-ALds wolkig bed. Am 1G. XhcLts Reg., f,hl, w01k. Bed. nnd Tiellender Nimbus, einz. Begtrpf.,' Tags,iiber hleiLt (lie Uecke und Spt-Abdr ifi fie gleichf. docli
' is
dunri, einz. Ste rne matt hindurcli. Am 17. w o k Bed. die nur Kchmittrgs in h
Cirr. Str. auf heit. G r u u d c aufgeloh. A m 18. Cirr. Str., die friili birweil. offeneStelle n liefsen, forrair.en bald wolk. Eed. Am 19. Morg. wolk., Tags u. ALds gleichf.
bed.; Reg. friih i n einz. Tropf., Mittgs Spriilireg. und dann gelinde Lis R'iichtr.
Am 20. bei walk. bed. bir 1 1 geriog. Rag. Urn 8 U. 55' Leute,Abd, frat der NeuMond eiu.
Vom 2 1 bis 28. A m 3 1 u. 22. wolk. u n d glciclrf. Decke weclifeln; den 2 1 . Abdc n o d
fpater ctws Reg., den 22. Vorm ittgr bis gegen 5 f e i n , v o u 5-7 l i i r k e r . Re;.
Ain
25. wolk. IJecke iR May. 11. Spt-Abds u u r , in SO etws geLrochcu. A m A.gleid i e grane Declie; fruli l i a r k ~KeL1 und dann der Hoiia, hie U. (la etwb liclit. A m
35. Nclits fiark, Morg. Sprfihreg. ; Tags wolk., von Abds ah gleiche Declhe, v o u 4:
bis 7 u n d urn lo, wenig Reg. -Am 26. dufiere walk. Bed., nach Mitt6 einz. Rgtrpf..
friih de r S-Horiz. etws licht. Am 27. Kchtc bark Rep., auch friili von 8-9
Lei
gleicher Decke; wolk. Declie bleibt herrrcbend u n d ilt n u r Abris in S W etwi SChroclen. Am 18. friih ohen heiter, unten belegt, rta1.k Reif U. Nadits Eis 2'" fiark.
Mittg6 oben Cirr. S p u r ; Nchmittgr Sleiclie Decke, Abds Cirrus-Sclllcicr m i t oIrueU'
Stellen u n d W licitr; Spt-Ahdb wieder w o k bed. U m 3 U. 4Yd Ahds Ircule,4tlnr
erfie Mond-Viertel.
Zurn aiitlerii Ma1 in dierem Monat, fiehet dcr hforid i n fein c r Erdfcrne.
Den 29 U. 30. Am 39. Cirr. Str. Led. ftreifig nntcn meifi k c h t ,-fclron T'ortnittg
fich wolk. Bed. die fortbefieht; Abds hark Nebl. A m 50. friih Iv 11. W grorse oITm
Ste lle u, ronlt wolk. bedcckt, Tags weniger Cirr; Str., l'ichrnitrgs ohcn liriter, e t w a g
Cirrus, p e r Jioriz. bel. und i n lY u. S kl. Cum. dariiber ; yon Abds a b gleicbe D e c k
,
,
i
5
Cirarattcrijiit des h'onals: trube, nafr, febr geliode, ehcr w a r m zu rienuen; behigo
Stiirme aus SW bringen fchuelle Bewegung dcr Barorneterr .rind tides Sinkon defEelben. Xur einnial f'rar Eis, nnr 3 Linien click.
c
335
I
,
d e r Jode. Ee bildete Gch rothee Jodqueckfilber eins
F l l i i g k e i t (fliiffiges Cyan (I?)) fammelte Gcli in geriiiger
M e n g e a n dam von der W E r m e entfernten E n d z der
R a h r e u n d ein wenis iiber dem Jodqueckfilber iind
dem kohligen (1119 der Zerfetzung des Cyanqueckfilbers
hervorgegangenen Rickliand, h t z t e Gcli eiiie weifse
ini Aeiirsern der Baumwolle rhnliclie Mdo a b , deren
M e n g e fo bedelitend war, dafs fie auf eino Strecke yon
S bis 4 Centimeter die ganze R6hre fullte.
Nach dem E r k d t e n ward die Rolire getiffnet, w o bei, diirch die rclinclle Verwandlung der Fliiffigkeit i n
Dampf, eineleiclite Verpuffiing fiittfand. Die lieratisgeiiommene Mare hatte e i n wcilies wollartigcs Aiilelien n n d zeigte niir durcli mitverfliichtiste Jode einiso
graiie Punkte. llir Gerucli war fiecliciid u n d Iiielt,
obgleicli eigentliiirnliciier Art, docli das Mittet z w i I'cfien dem der Jode iind dem des Cyans. Beim Kolten zeigte fie fich atzend und liefs nocli I i n s e hernach
ei 11en le I1r 11e r vo r fie t i end e I I Me t a I Ise rcli rna t k zurii ck.
D e r letzte Umfiand, im Verein mit d e m , dafs Cowohl
darcli Sliiren als diircli Alkalien die Gesenwort des'
JodqiieckGlbers diriii zii tntdecken w a r , l i c k micli
a n f ~ n g l i c l glaiiben,
i
dirs die neiie Siibfianz eine Verb i n d u n s von Cyan, Jode iind QiieckGlber fey. E i n e
genaiiere L:titerfiicliiing zeigte rnir aber , difs das
Cyanqiicckfilber eintJeniellgt war iind voii der iibrigcn
Verbindiing die n u r ails Jodc und Cyan b e h i d , getrennt werden koiinte.
Bei eincm diefer Verl'iiche hatte icli Gelegcnlieit
die adserordentliclie Kalte z i i bcobacliten \r.elclie
Fliiffigkeiten im Aiigcnbli~k ilirer Verwandliins tu
Gas erzeiigeri k8niien. Es liatte ficli n!~niliclc e i u e
,
,
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336 I
zismliche Menge fliifigen Cyme gebildet , deITen GRN,
a h ich eins Stelle der Rshre diwcli eive gliihende
Kohle emeichte, fich a n diefer eine Osffnung bahnto
unit mit Ztarkem Zifchen entwich. Das Awfirthnen
des Gdes hielt eine Zeitlang an, da die Oeffnung n u r
Plain war, u n d diefs erlaubte m i r den T h e i l der Riihre, welcher dae fliiffige Cyan entliielt, i n knltes Waf-.
Ikr zu tauchen. Kaum hntte ich abor diefon wieder
harausgezogen, als er Lich mit einer fehr harten u n d
d i d e n Schicht Yon Eis belegte. I c h f d i r e diefes n u r
Beifpiels h d b e r a n , da nichts Unerwortetes darin
lie@, feitdem wir durcli einen Verfucli des Hrn. GayLuITac wiflen, drfs das i n der Atniorplljre entlialteno
W d e r augenblicklich auf einer Glaekugel niedergefchlogen wird, auf die man einen Ichrnalen Strom
nark verdichtcter Luft M e t .
Icli habe aucli bemerkt, dare das f l i i i g e Cyan
oine gewiKo Menge Jode aiiflalt nnd dadiircli rotli gefgrbt w i d , docli bildet Gcli niclit die kryfiallinifclio
Mob, wis unter andern Urnkinden, wenn eriferer
die Gaeform annimmt.
Naclidem ich erkannt Iiatte, dafs fich das Cyan
mit der Jode verbindeii Isst ouch oline Hulfe eiq e s kGnffliclien Druckes, kellrto i c h zu den gevGhnlicliercn Verfalirungsarten zuriick uild wdilte
unter diereii dos fol3ende: Zwci Tlieile Cymqueckfilbor iind ein Tlicil Jode, beide vallig trocken, wiirden in einem Glasmiirfer niit eiilaiider zerrieben und
das Gcmense iii eine Pliiole nlit etwas weitem Hals
gebraclit. Daraiif ward daEe1be ollm~liligbie zur beginnenden Zerfetziing de9 Cyaiiqueckfilbers erliitrt,
von der eine Verknifierung das ErCclieineti blauer
,
I 351 I
Joddmpfe und die Verdichtung der weifsen M a r e an.
der Miindung des H a l h die Anzsigen gaben. Nun.
entfernte i h die Phiole vom Feuer und brachte fie in
geneigter Stellung mit ihrem Hals entweder unter eine auf Papier fiehende u n d a n einer Seite aufgehobene Glasglocke oder noch belTer unter eine g r o h
Glastafel. D i e zui. Phiole fehr rafcli liinaustretendan
weifsen Dltmpfe verdichten Iich alsdann a n der Glastafel, in Form von w o l l i p n u n d fehr leicliten Flokken, u n d wenn keine DItinpfe mehr ert'clieinen, 1'0
erhitrt man die Pliiole aufo Neue mid wiederholt dio
eben genannte Operation. Man kaiin das G e m e n p
w c h i n einer Glwretorte erliitzen, die mit eiiier Vorl a p verfeheii ifi, d l e i n die Heraiisfcliaffilng dee Produktes h a t cllsdaiin giil'sere Schwierigkeiten u n d
man ifi weit lxnger feinen bel'cliwerlicli fallenden Busd i i t i h n g e n artsgefetzt, Ifrilt man die Pltiole, wrlirend die Store aiif einaiider wirken, i n freier Luft,
ohne den Hals derfelben unter die Glocke oder Plotto
zu bringen, To wird die Atmorpllrre des Arbeitsortes,
augenblicklich mit einer grofsen Menge wollartiger.
Flocken angefiillt, die eine Zeitlang nocli freier i n .
derfelben lieriinifliegen wie das Zinkoxyd (Lana philofopI&x (P.)),
welcliesficli bildet, wenn man an offner
Luft das vollig gefclimolzene Zink yon einer gewiffen H6he lierab awgielst.
Bei Anwendung des Cyanqueckfilbcrs u n d der Jode i n dem angegebenen VerliKltiiiak, ifi man zwar der
Unbequemliclikeiten iiberhoben, die ein Ueberl'chufs
von Jode lierbeifiilirt, allein e, bleibt dennocll un~mganglicli, die Subftana einer n o c l i n i d i g e ~Subli~
mation zu uqierwerfen, urn fie von einem fiets ein-
,
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#emengten Antheile Jodqueckfilber zu befieien. D i e h
Bublimation mnlb bei rehr mafsigem Feuer betrieben
warden, rrn bellen bei der WErme' eines WaKerbadoe, wenn auch alsdenn eine lunge Zeit zu derfelben
erfordert wird. Zu diefern Ende f'chiittet man das u n mine Cyanjod in eine etwds weite unten verfchlolTene
Glasriihre, fo dilfs es n u r den Boden derlblban einnimmt, taucht dataiif den untern Theil der Riilirs
i n Gedendes WaITer, u n d erhdt i h n durch irgend eine
Vorrichturig To longe darin, bis n u r das rothe Jodqueckfilber welclies lich bei diefer Temperatur nicht
verfliichtigen kanii, drn Boden der GlasrBhre zrrriickbleibt. Die HZilire mi& aiifeerlidb des Wallerbader
eiii wenig gebogen r e p , domit fich das verfliichtigte
Cyanjod, a n diel'em Tlieile, welclier feiner Lage wegen
der kaltere ill, f e n anlegen kiinne. M a n uberzeugt fich
v a n der viilligen Abwefenlieit dce QueckGlbers im Cyanjod, wenn man diel'ee zuerrt rnit einer concentrirten
Aetzknliltifune und darauf mit einem UeberEhule von
S~lpeterT3urebehandelt, da alsdanii die 6trillglie Mengo
yon Queckfilber zu einem Nioderfchlag yon rotlienr
Jodquecklilber Anlafs giebt.
Da bei dcm To eben angewandten Verfalireu die
Stoffe Gcli i n unmittelbarer Beriiliriing befanden, fo
konnte das aiiSenblickliclie Freiwerden des Cyaiigilfes
auf das erlialtene Refultilt von Einflufs gewelbn I'eyn,
uiid deslialb war es nitiirlicli zii unterfuclien, ob Joddampfe mit dem fiir lich dargefiellten Cyangale i n Beriilirung gel'etzt, die Bilduiig von Cyanjod veranlalTen
wBrde. Hiezu wiirde Cyangas in eirien rnit Jod&nipfen angefiillten Bdlon geleitet. Naclidern Gch
dnroli dae Erkalten des Ballsne die dunkle~liiolelten
,
339 I
Dampfe niedergelclilageii liatten, fand Cich an den
W a n d e n eine gewiKe Menge von den wciCsen Kryltallen, geniil'clit mit etwas Jode mid am Boden eine
ziemlicli betrklitliclie Menge rothen JodqueckGlbers.
Das Dafeyn dee letzteren zeigt niclit n u r , d d s \Venn
Cyanqiieckfilber durch die Wttrtne zerletzt wird, ein
Tlieil deITelben Gch unzerretzt verfliichtjgt, rondern
auch, dal's es von dam frei wardenden Cyangare rnit
fortgeriren wird, denn die Rijlire, welclie das Cyan&lS in deli Ballon leitete, war 10 latig dd's die Temperatur miridelteiie aitf 3 Tlicil ilirer L h g e (largeiir)
nicht erliiilit word. Die geringe Meiige des Jodcyans
Zeigt nuch, dnt'3 diere nur durcli dns verfliiclitigte
Cyanqueckfilber entoanden i fi, welclies i n dern Ballon
durcli die Joddampfe zerl'etzt ward iind dafs folaliclr
die Bildiing des neirenK6rpers ntir i n dem Aiigenblicke
fiattfindet , i n welchem das Cyanaas frei wird. W e n n
m a n Cyanqueckfilber iind Jode zlil'amrnenreibt , 10
verrstli Iicli die gegenreitige Rcactiort derrelben durclr
den fehr llecheiiden Gerucli, i d Jiel's zeigt, d d s .
fchon bei dcr gew6linliclien Teniperdtiir eine gewiITe.
Menge des Cyaiijode gebildet wird.
Das bei einer Selinden Wttrme oder der gewiilinlichen Teiiiperaiur Cuhlimirte Cyanjod ifi feiir weire
u n d bietet Gcli i n Forni relir langer und aurserorclentlich zarterNndeln dar. Sein Geriicli ifi Lhlir liedlend,
greift die AiiSen f i n k an iind reizt zu TlirYneii; I'ein
Gefclirnack ifi Htzend und L;in rpezifiCcl1es Gewiclit
grijfser als das der Scliwefelfiiiire, da es i n diefer migenblicklicli untcrfinkt. Bei einer Tethperatur, die
vie1 niedriger ill 01s d i e des fiedenden WalTcrs, verduchtigt es Ech, unzerfetzt. Auf g l i i h e d e Kolilcn
,
I 340 I
ppworfen, nafrt ea reichlich violette Durnpfe .US.
In
W n f l e r a n h noch melir i n Alkohol ifi 0s I6rlich and
diela Liifungen, welche farblos Gnd u n d den Gerirch
und Gefchmaok dee Cynnjode befition, rothen weder
die Lackmustinkhir noclr braunen fie die Curcumarinktur. Das Cyanjod iR alfo wsder Saure noch Alk J i , noch zerfetzt es fiir Gcli dar W d e r ; mit Glpetorraurern Silber giebt 08 keinen Niedorfchlag. Dio
Andogie, weIc1~1dao Chlor und Jod bei ihren Verbindungen mit andern Korpern To hnufig zeigen findot alro Iiier niclit Statt, da dar Chlorcyan bekanntliclr die Eigenfcliaften einer Snure befitzt.
Durcli concenlrirte Aetzknlilaiige wird das Cyanjod zerfuoht u n d es bildet IicIi liydriodinfauree u n d
h y d r o c y d a u r e e K a l i Dic L;Gmg giebt einen felir
fchoncn griinen NiederTchlag wenn man anfangr
fccLwefelCnures Eifenorydul u n d darauf etwas Snlzfsure d e t z t . Die letztere Eigei&ldt wiirde naclr
Hrn. D 6 b e ro i n e r nuf Cyanhure, all0 auf ein cyanfjiires Salz deuten, allein ich habe erkanrlt dafs Joda
die Urfaclie der Farbenintenfitat war. Es muf3to
fich zwar gleiclizeitig nuch jodfaures Kali bilden, indefs konnte icli diefes i i i dern Riickffand diefer LSfungen, welclier in Alkohol von 400 unldrlich war,
nicllt entdecken. Schiittet man Aetzkali in eine Larung von Cyanjod, To bemerkt man im ernen Augenblick einen Geruch von Blaufsure.
Salpeterfaure fclieint keine Einwirkung auf dar
Cyonjod zu habcn, denn letzteres Ian Gch u n d die
Sfiure bleibt ungefarbt.
Concentrirte SclinefelfUuro
greift o r irn erfton Augcnblick ebenfalls niclit an aber
m c h einiger Zeit fdrbt tch dio Sauro rofenroth u n d
,
,
,
,
1 341 1
nach and nach fdlt Jode nierler. Durch Hydrochlorfame wird es zerfetzt Hydrocyanfuure gebildet and
Jode niedergefchlagen.
Fliillige fcliweflige M u r e hot unter aIIen Sturen
die merkwurdigfie W i r k u n g auf das Jodcyan, dentl
einige Tropfen derfelben auf die KryfiaHe des Ietzter e n gefcliiittet machen i~ugenblicklichJode frei, uiid
bei eincm klcinen Ueber~cliuf9dierer SYitre wird die
Lorung farblos ; es biIclen fich Schwefelfhiire, Hydrojod - und H y d r o c y a n h r e , welche letztere ficli fclioii
durcli iliren cliarakterifiifclien Gerucli verrxtli riiid
no& deiitliclier nacligeivieren werden kaiin wenn
man den Glasliafen, welcher die iMifcIiung cntlislt,
.mit einem von Aetzknlilaiige befencliteten Papiere bedeckt da dicfes Iich blau fsrbt, wenn man erfi einige
Tropfcn einer Lijf~113
voii fcliwefclfaureni Eifenoxydlil lind dann ein wenis Siiiire Iiinzuretzt. Jeiie L6rung giebt ebenfalls, iiaclidem Iie zur Vertreibung der
Hydrocynnriiure iind des UeberfchuTTes yon Ccliwefliaer Szure e i n i p Zeit liindurcli m&ig erwgrmt war,
noch einen f c l i h e n griinen Niederlchlag , wenn man
folgweife Aetzkali, rchwefclfaitres Eifenoxydnl iind eine
Siture dcrfelben hinziifetzt. Diets bewein, dafs der
griine Niederfchlag nicht von C y a n h r e erzeiigt wiirde, denn die Bildung dieter Saure ifi bei GeSenwart
von Cchwefliger Saure niclit Iehr ti-alirf‘chcinlich.
Trocknes rcIiwefligfmres Gas wirkt nicht auf das
Cyanjod, fobald man aber einige Tropfen Walk
hinzutreten lefst w i d Jode abgefchieden.
Trocknes Clilor hat aucli nach rnelireren T q e n
keine Wirkung auf das Cyanjod, Diefcs verfliiclitigt
G C ~ Aund kryfiallifrrt a n den W a n d e n des Gefril’ees.
,
,
,
,
,
c
343 I
Uni
Verbltnib der Befipndtheile augzumitteln wwden verfchiedens Mengen des CyanjodJ
,
,
durch gliihende Eifendrelil'ph~e zsrfetzt dae erh&
tune Jodeifen durch reines Kali zerlegt und atie dem
Gewichte dee erlialtenen Jodkaliums, nacli deIl'en bekannter Zufamrnenfetzung die Jode bereclinet ; nach
einem Mittel aus 5 Verfuclien belief Ech deren Menge
auf 0,8066 des angewandten Jodcyane.
Berechnet m a n diefs nacli Atomen, fo kann man
annehmen, dare i Gramm ded Cyanjode Leneht au8 :
rode
0,828
I Atom
Cyan
0,173
I Atom
Obgleich die gefundene Menge der Jode nets e t w d
geringer war, als fie nacli diefer Aechnung Ceyn mu&,
Fo kann man doch nicht aiinehrnen, d d s die Verbindung aua i Atom Jod und a Atomen Cyan befteht,
dann aides wiirde geben:
Jode
0,7061
I Atom
Cyan
0,2938
2 At.
nnd sin Fehler Co g d s ale diere torausfetzt, glrube i c h , ifi bei meinern Verfahren nicht begangen.
Naclidem was mir Hr. Gay -LulTac mitgetheilt lwt,
wiiide die Anwendung von Kupferoxyd in diefern
Falle ZLI einern geriauen Refulhte gefiilirt haben vor
Allern, wenn rvir erfi in Befit2 des finnreichen Apparates find, welclien derfelbe e r d a c h t ~ h a turn 410
bei dieler Art von Verfuclien httfindende UngewifsIleit zu entfernen.
,
Da3 Cyanjod mufs feinell Beltilndtlieilen
nach
pine aiqezeiclinete W i r k u n g auf die tliierifche OS-
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konomie ausiiben und die Heilkunde wahrfclieinlich irgend eino Anwendiiog yon demfelben machen
k h n e n . Es l'clieint iiidefs nicht To gefhrlicli zu
reyn als man es der Nainr Ceiner Elemente nacli vorniisfetzen kiinnte. Icli habe es oft gekofiet gleichwie
melirere Perlonen dcs Laboratoriums welclie mit
m i r , wslirrnd reiner Berehung, dcrn Einatlimen del:
lelben i n ziemlicli grofsen Qiiantittilen ausgel'etzt waren. Wir fpiirten indefs nur eine Kraftlofigkeit u n d
litten on 'cinen heftisen Reiz i n den Angen, welclier
aber nzch kiirzor Zeit voriibergins.
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cyanjod, der, verbindungen, kohlenstoff, stickstoff, eine, mit, das, neues, und, jode
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