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Das fnfzigjhrige Jubelfest der deutschen Portlandzementindustrie.

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Zeitschrift fur angewandte Chernie.
XYIlI. dnhrgang.
Heft 30.
28. Jwli 1Q05.
Alleinige Annahme von Inseraten bei den Annoncenexpeditionen von Angnst Scherl G. m. b. H.,
und Daube & Go., G. m:b. H., Berlin SW. 12, Zimmerstr. 37-41
sowie in deren Filialen: Breslau, Schweidnitzerstr. Ecke Karlstr. 1. Dresden, Seestr. 1. Elberfeld, Herzog
strahe 38. Frankfurt a. I&, Kaiserstr. 10. Hamburg Alter Wall 76. Hannover, Georgstr. 39. Kassel, Obere
Konigstr. 27. Kbln a. Rh., .H?hestr. 146. Leipei Petkrsstr. 19 I. lKagdebur Breiteweg 184, I. Manehen,
Kaufingerstrahe 26 (Domfreiheit). Ntirnberg %aiserstrr&e hcke Fleischbrilcg. Stuttgart Konigstr. 11, 1.
=ten 1. Graben 28.
Der Insertionspreis betrggt pro mm Hohe bei 45 mm Breite (3 gespalten) 16 Pfennige, auf den beiden
iiuheren Umschlagseiten 20 Pfennige. Bei Wiederholun en tritt entsprechender Rabatt ein. Beila en werden pro
1000 Stuck mit 8.- M ftir 5 Gramm Gewieht berechnet; %r schwere Beilagen tritt besondere Verein%ajarungein.
,
,
I N HALT:
M. D e n n s t e d t: Uber vereinfachte Elementaranalgse und ihre Verwendung ftir technische Zwecke (8. Heft 29) 1134.
Das fiinfaigjiibrige Jubelfest der deutschen Portland-Zementindustrie 1169.
H. 0 s t : Umwandlung der Dextrose in LLlvulose und Nachweis der LBvulose 1170.
F. R o c h u s s e n : Fortscbritte auf dem Gebiete der Btherischen Ole und Riechstoffe im Jahre 1904 (Schlub) 1174.
F e I' d. M. Me y e.7 : fiber die Prtifung des Zementes 1178.
F. W i n t e l e r : Uber Bleimeihfabrikation in Amerika 1179.
Der Eisenvorrat Schwedens im Vergleich mit dem anderer Lander 1179.
Referate:
Brenn- und Leuchtstoffe ; feste, fltissige und gasformige llS2.
Wirtschaftlich-gewerblicher Teil:
Tagesgeschichtliche und Handelsrundschau: Neu-York: Die Zukunft der Niagara-Fkllo ;
-
Wien: Hnndelsvertrag;
- Handelsnotizen 1103; - Dividenden; - Aus anderen Vereineu: Hauptversammlung des Vereins zur Wahruug der
Interessen der chemischen Industrie; - Personalnotizen 1194; - Neue Bhcher - Biicherbesprechungen; - Patentlisten 1195.
V e r e i n deutscher Chemiker:
Bezirksvn'ein Relgien: Vorfuhrung des ,,Epidiaskops" von Z e i 6 1199: - Bmirksverein Mittelfranken: Prof. Dr.
B u s c h : Uber stereoisomerc Hydrazone d e r Glyoxylsiiure; - Dr. G u t b i r r : Uber Palladium:
Ders.: Uber das
Atomgewicht des Wismuts 1200.
-
Das fiinfzigjahrige Jubelfest der deutschen Portlandzernentindustrie.
Am 19. Juni d. J. feierte die deutsche
chemische GroBindustrie einen wichtigen
Gedenktag, denn fiinfzig Jahre zuvor,
am 19. Juni 1855, unterzeichnete Konig
Friedrich Wilhelm IV. eine Kabinettsordre,
durch welche die erste S t e t t i n e r P o r t 1 a n d z e m e n t f a b r i k die Rechte einer
juristischen Person erhielt. Es war dies die
erste Portlandzementfabrik in Deutschland
nnd auf dem Kontinent iiberhaupt. Ein
Assistent von A. W. H o f f m a n n , der
Chemiker Dr. B l e i b t r e u , war, als er
rnit H off m a n n nach London an das Royal
College sich begab, von dem Kolner Dombaumeister Z w i r n e r darauf aufmerksam
gemacht worden, welch groWe Slimmen
schon damals fur Portlandzement von
Deutschland nach England gingen. Er beschaftigte sich infolgedessen bei H o f f m a n n rnit Analysen englischer Zementsorten und erlangte auch Kenntnis von dem
Wortlaute des A s p d i n schen Patentes
fur Portlandzement. In einer englischen
Zementfabrik ist B 1 e i b t r e u wahrscheinlich nie gewesen; vielmehr hat er, nachdem
er im Jahre 1852 nach Deutschland zuruckgekehrt war, in Ziillchow bei Stettin mit
Unterstiitzung des Konsuls P. G u t i c k e
solange Versuche zur Herstellung von Portlandzement rnit pommerscher Kreide und
Ch. 1905.
Stettiner Septarienton gemacht, bis es ihm
trotz der primitivsten Vorrichtungen gelang,
ein dem englischen mindestens gleichwertiges
Produkt herzustellen. B 1 e i b t r e u wurde
so der Betriebsleiter der ersten deutschen
Portlandzementfabrik A.-G., deren Direktor
Konsul G u t i c k e war.
Die ungemein grol3en Schwierigkeiten,
welche sich der Fabrikation im Anfange entgegenstellten - mul3ten doch alle Vorrichtungen, alle Apparate und Maschinen fur
diesen Zweck in Deutschland erst von
neuem erfunden werden - veranlaWten die
beiden Leiter der Fabrik im Jahre 1856
sich zuriickzuziehen. An Stelle von Dr.
B 1 e i b t r e u trat der chemisch durchgebildete Oberlehrer Dr. H u g o D e l b r u c k und a n SteUe von G u t i c k e
der Kaufmann W i l h e 1 m L o s s i u s.
Den unausgesetzten Bemiihungen dieser beiden hervorragenden Menschen gelang es im
Laufe der nachsten Jahre die Betriebskosten
der Fabrik soweit zu verringern, daW die
Fabrikation lohnend wurde. Das umstandliche Mischverfahren von B 1 e i b t r e u ,
welches darin bestand, daB in einen dicken
Kreidebrei trockener Ton hineingewalzt und
geriihrt wurde, ersetzte D e 1 b r u c k durch
ein Dunnschlemmverfahren, bei dem beide
Gemengteile zu gleicher Zeit mit Wasser anI
147
1170
Ost: Urnwandlung der Dextrose in Liivulose.
geruhrt und innig gemischt werden. Den
Koksverbrauch beim Brennen der Zementklinker, der ursprunglich 70 kg auf das FaB
Zement betrug, verringerte er, und an Stelle
der urspriinglich fast ausschlieBlichen Handarbeit wandte er immer mehr Maschinenarbeit an. Wenn auch das Vorurteil der
Kundschaft gegenuber dem d e u t s c h e n Erzeugnis erst gebrochen werden muBte, und
wenn dieunerwarteten Schwierigkeiten, die die
bisher unerklart gebliebene Umwandlung des
friiher schnell abbindenden Zementes in einen
,,Langsambinder" machte, erst uberwunden
werden muBte,sobluhte dochdasunternehmen
in den 6Oer Jahren machtig auf und gab Veranlassung dazu, daS a n vielenorten inDeutschland und auf dem Kontinent Zementfabriken
nach Stettiner Muster entstanden.
Die alteste Portlandzementfabrik ist aber
nicht miiBig geblieben, sondern ist in jeder
Beziehung bestrebt gewesen, die eigenen Erfahrungen und die verwandter Industrien
in ihrem Betriebe zu verwerten. Die Zementziegel wurden nicht mehr mit der Hand gestrichen, sondern mit Ziegelpressen; zum
Trocknen der Ziegel wurde die Abhitze der
Ofen verwendet. I m Jahre 1868 wurden
von H o f f m a n n die ersten Ringofen fur
Zement a n Stelle der alten Schachtofen in
Ziillchow gebaut und nach uberwindung
vieler Schwierigkeiten in Gang gesetzt. Die
Muhlenarbeit wurde erleichtert durch die
Einfuhrung von Steinbrechern, und in den
90er Jahren wurden schlieBlich die Mahlgange vollstandig ausgeschaltet und durch
Griffinmuhlen ersetzt. Auch die Ringofen
wurden in den 80er Jahren des vergangenen
Jahrhunderts verdrangt durch die Etagenijfen von D i e t z s c h , welche sich fur die
Erzeugung der hohen Zementbrenntemperatur geeigneter erwiesen. Vorbildlich ist
die Zullchower Fabrik gewesen durch Beseitigung des Staubes in der Muhle und im
Packraum. Der feine Zementstaub war in
den ersten Jahrzehnten der Fabrikation ein
Grund zu dauernder Belastigung und Schadigung der Arbeiter und zur Abnutzung der
Maschinenlager. Durch geschickt angelegte
Saugvorrichtungen gelang es, nicht nur in
den Miihlen, sondern, was noch erheblich
schwieriger war, bei dem Fullen der Passer
den Staub vollstandig abzufangen, anzusammeln und als wertvolles Material dem
Betriebe wieder zuzufuhren. I n grooherziger
Weise verzichtete die Fabrik auf die Patentierung der hierzu ersonnenen Vorrichtungen.
Sie machtc vielmehr ihre Erfindung zugunsten der Arbeiter in den Zementfabriken
der gesamten Konkurrenz zuganglich. Ein
besonderes Verdienst Dr. D e I b r u c k s
[
Zeitschrift fur
angewandte Chemie.
war es, daB er durchdenvon ihm ins Leben
gerufenen V e r e i n D e u t s c h e r P o r t 1 a n d z e m e n t f a b r i k a n t e n und die
von diesem Verein geschaffenen Normen fiir
eine gleichmaoige gute Qualitat des dentschen dPortlandzementes sorste; auch die Erfindung der ersten fur die Untersuchung von
Portlandzement geeigneten Vorrichtungen
und Apparate ist D e 1b r ii c k s Verdienst.
Die beiden Manner, welche in jahrzehntelanger Arbeit ihre eigene Fabrik und
die gesamte deutsche Industrie so machtig
gefordert haben, weilen nicht mehr unter
den Lebenden. L o s s i u s ist im Jahre
1886 durch J o n a s , und dieser im Jahre
1905 durch H. K i r s c h ersetzt worden.
An Stelle von D e l b r u c k trat im Jahre
1893 Dr. K. G o s 1 i c h , der in der Fabrik
seit dem Jahre 1876 als Betriebschemiker
wirkte. Der alte Geist aber ist trotz aller
durch die 'iiberproduktion in Zement erwachsenen Schwierigkeiten in der Zullchower Fabrik geblieben, ein Geist, der sich
auch dadurch kund gibt, daW in den 50
Jahren des Bestehens der Fabrik nur einma1 ein partieller Streik, und auch dieser
nur wegen gekrankten Ehrgefuhles der zunftmaBigen Bottcher, vorgekommen ist. Seit
dem Jahre 1890 hat die Fabrik einen
ArbeiterausschuB, mit welchem die Direktion alle wichiiigeren Angelegenheiten, die
die Arbeiter irgendwie betreffen, berat und
beschlieat. Gegenuber den Versuchen der
neueren Zeit, unter dem Namen Portlandzement andere Produkte in den Handel zu
bringen, halt die Fabrikleitung unerschutterlich fest an den letzten Worten, die Dr.
D e 1 b r ii c k zu dem 'jetzigon technischen
Direktor gesprochen hat : ,,L a s s e n S i e
sich nicht irre machen und
halten Sie mir unsere Qualitat
h o c h".
R.
Umwandlung der Dextrose in
L8vulose u. Nachweis der L8vulose.l)
Von H. OST, Hannover.
(Eingeg. d. 29.16. 1906.)
Wenn man Starke mit Malz verzuckert
und die entstandenen Maltosesirupe mit
starkem Alkohol auszieht, so findet man in
den leicht loslichen Fraktionen regelmaRig
Dextrose und Lavulose; letztere verrat sich
durch ihr niedriges Drehungsvermogen und
durch die Braunung und Sauerung beim
Eindampfen. Diese Lavulose kann, wie die
Dextrose, aus dem Malze stammen, denn
1) Vortrag, gehalten auf der Hauptversarnmlung des V. d. Ch. zu Brcmen am 17.16. 1905.
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