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Das Laboratorium fr angewandte Chemie der Universitt Leipzig in seiner Neugestaltung.

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Zeitsehrift fur angewandte Chemie
und
Z entr alblatt fur t echnisch e Ch emie.
XXII. Jahrgang.
Heft 7.
Das Laboratorium fiir angewandte
Chemie der UniversitIt Leipzig in
seiner Neugestaltung I).
Von Dr. P. W A E N T I G .
(Eingeg. d. 14.11, 1909.)
Xnr Ende des Jahres 1005war die Neugestaltung
des Laboratoriums fiir angewandte Chemie der Universitat Leipzig der Hauptsache nach vollendet. Tm
Anfang des laufenden Jahres erschien vom Dircktor
des Instituts eine Schrift, in der die hauptslchlicben
Neuerungen in Wort. und Bild zusammengefallt zur
Darstellung gelangten. Ausdriicklich betont der
Verf., daS jede derartige Schopfung die Eigcnart des
Institutsleiters erkennen lasse und lokalen Bediirfnissen angepallt sein niusse, also nicht fur alle
Zwecke als unbedingt mustcrgiiltig angesehen
werden kiinne. Er bedeutet aber andererseits, dali
dank einer langjahrigen Erfahrung und Bekanntschaft mit den Erfordernissen eines Laborntoriunisbetriebs Vermeidung neuer Fehler bei den Neuejnrichtungen zu erhoffen gcwesen sei. Ebenso biirgt
fiir die ZweckmlBigkeit der geschilderten Rinrichtungen die dreijahrige Frist, die der Verf. zwischen
der Beendigung der Neueinrichtungen und der Vcroffentlichung ihrer Reschreibung hat voriibergehcn
lassen. Es ist daher nicht sowohl eine Schilderung
ganzlich neuer, als vielmehr in mehrjahrigem Betriebe erprobtcr und dalier empfehlenswcrter Einrichtungen, auf die im folgenden etwas naher eingegangen werden soll.
Die Verknderungcn, dencn his zuni Jahre I005
das Laboratorium fur angewandte Chemie zu Leipzig,
das bis dahin nur in dem ErdgeschoB des an der
Ecke Stephan- und Briiderstralie gelegenen Universitatsgebaudes untergebracht war, nnterzogen
w r d e , bestehen einerseits in dem A n b a u eines Horsaals und einer Anzahl anschlieBendcr Ri.umlichkeiten, sowie der Anlagc einer Zentralheizung, die
den Bau eines Kesselhauses erforderliclr machte, und
andererseits in d e r U m k e s t a l t u n g der Riiume
dcs crsten und einer Hilfte des zweiten Stockes des
Gebiiudes fiir den Laborntoriumsbetrieb. Riiumlichkeiten, die fruher vom landwirtschaftlichen Institut
dcr Univcrsitat innegehabt worden warcn. Dicsrr
Umbau erforderte die Verlegung von Gas-, Wasserund Elektrizititsleitung und von der Kanalisation,
die Verbesserung der Lichtvcrhaltniuse im ganzen
Crebaude und die Neueinrichtung einer Ventilationsanlage.
D e r N e u b a u der Horsaalabteilung, die im
Westen dem bisherigen Institutsgebaude angefugt
worden ist, bcstpht aus folgenden Raumcn : GroBer
l) Vgl. die gleichnamige Schrift von Prof. Dr.
E r n s t B e c k m a n n , 1908, Verlag vou Quelle
& Meyer in Leipzig.
Ch. 1909.
12. Februar 1909.
Horsaal mit anschliclienden Garderobe- und Toiletteriiumen nnd Fahrradhallc, Sammlungsraumen,
Raum zur Vorbereitung der Vnrlesung und fur den
Vorlesungsassistenten, Mechnnikerwerkstatt, Raum
Eur die Vorlesungspraparatensammlung, eine Glashalle fur Destillationen und fur Arheiten mit- iibelriechenden und gefabrlichen Stoffen, und schlielilich
im Parterre unter dem Hiirsaal ein cheniischer
Arbeitsxnd fur Fortgeschrittenere, und ein Raum
fiir elektrochemische Arbeiten grokrcn St,ils.
Von dieven Riiumen soll hier nur die Einrichtung des Horsids und der Destillierhalle etwas
naher besprochen werden. (Siehe Fig. 1.)
Der Horsaal ist 13,2 m tief, 15,2 m brcit nnd
8,25 m hoch nnd faOt 253 auf mit Linoleum bedecktern Monierunterbau rnontierte Sitzplatzc. Gunstigen Lichtverhaltnissen insbesondere am Experimentiertisch ist durch Einbau eines groBen Oberlichts iibcr dem Tisch Rechnung gctragen, dn die
seiflichen Fenster. t,rotzdcm sie so groR wie moglich
angelegt wurden. wegen der nahen Nebengebaude
unzureichend Liclrt spendeten. (Siehe Fig. 2.)
Auch in der Anlage der kunstlichen Beleuchtungseinrichtungen ist dafur geuorgt. daS auf dem
Expcrimentiertisch die rebtiv grol3te Lichtfulle zur
Wirkung kornmt. Die akustischen VerhBltnisse sind
durch Anbringung brauner, gleichzcitig dekorativ
wirkender Friesbehange und durch Deckenholzverkleidung guustig gestaltet. Oberlicht wie Seitenfenster besitzen Verdunklungsvorrichtung mit
clektrischem Antrieb. Fur den Fall vollstiindiger
Vcrdunklung sind a m Experimentiertisch verdecktc Gluhhmpen angebracht, die ausschlieBlich
dcm Expcrimentator weiBes oder farbiges Licht
spcndon. (Siehe Fig. 4.)
Die breit,e Anla.gedes Raales, die durch den verfugbaren Rauplatz gcgeben war, ermoglichte den
Bau eine?; besonders langen (11,5 m) Experimentiertisches. (Siehe Pig. 3.)
Der 1 m breite, 95 cm hohe und 1,Q m von der
Hinterwand des Sanles cntfernte Experimentiertiscli besitzt an der dem Anditorium zugekehrten
Wand Skrnglasfullung zur Erhellung der unter dem
Tische befindlichen Abstellraume. Er ist mit durch
Kurbelvorrichtung bttweglichen, pneumatischen
Waunen fiir Wasser und Quecksilber, einem Experimentierschalttisch fiir Starkstrom, einer zehnzelligen Akkumulatorenhxtterie, mit zwei in den
Tisch verscnkten, 16 mm dicken Explosionsschutztafeln aus Glas, die sich nach Entfernung von
Riegeln selbsttiitig iiber den Tisch erheben, und mit
zwei groDen Saugschachten ausgcstattet, die das
Arbiten unter den Abzugskrapellen so gut wie unnotig machen. Natiirlich ist der Tisch in seinem
ganzen Verlituf rnit zahlreichen Abnahrnestellen fur
Leuchtgas, Wasser, Elektrizitiit und Druckluft und
mit dbsaugoffnungen versehen, ferner mit Fassungen zur Anbringung von Stativstangcn. Auch Entnalimestellen fur Sauerstoff, Stickstoff, Kohlensaure
3i
290
Waentig : Laboratorium fur angew. Chemie der Universitiit Leipsig. ( sn ~
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291
He~$xf2.~$~$~w9]
Waentig: Laborstorium fiir sngew. Chemie der Universitat Leipzig.
und Wasserstoff finden sich vor, die von den in
einem zuruckliegenden Zimmer befindlichen, mit
Reduzierventilen versehenen Bomben gespeiat werden. Fur die Erzeugung von Druckluft sorgt ein
elektrisch betriebencs Windkesselgeblase. Die Saug-
schiichte und die in der Harsaalriickwand eingelassenrn Abzdgskapellcn sind an einen Exhaustor angeschlossen. Erwahnt seien ferner noch die Vorrichtungcn zum Aufzichen von Tabellen, bei Felchen
die Aufhangebander sich selbsttiitig durch Federkraft auf eine Trommel aufwirkeln. Fiir die Venti-
lation dient ein elektrischer Ventilator, der erwarmte, bzw. abgrkuhlte Luft an der Ruckwand dea
Saales eingeprelt.
Fur Projektionszwecke ist ein auf leicht beweglichem Tisch montierter Projektionsapparat (Fig. 5 )
I
m i t BildaufrichtungdurchSpicgel in Gebrauch, dessen
Lampe samt Projektionskopf man durch einfaches
Niederdriicken so weit senken kann, daB sie nicht
mehr uber die Tischflache hinausragen, ohne daD
jedoch bei dieFer Manipulation das projizierte Bild
seine Lagewesentlich veriindert. Das Objektivistaus.
37j
wechselbar. AuDer rlen an der Oberseite versilberten, bzw. vergoldeten Spiegeln, die gegen die Laboratoriumsluft etwas empfindlich nind, aber die einwandfreiesten Bilder licfern, haben sieh gcwijhnliche,
an der Unterseite 1)clcgte Spiegel aus H t a r k e n i
Glas ziir Erzeugung scharfer Rilcler gut bewhhrt,.
werden konnen. Figur 6 vermschauliclit seine
Verwcndbarkeit.
Der in der Figur nadi oben gestellte Teil bes k h t ltus drei, wie die Bliitter eines Ruches zusammengelegten Fliichcn, die mit Reliigen &usSpiepl-,
Milch- und Schwnrzglas versehen sind.
Zu Projektionszwecken steht weiterhin dem Institut
eine Nernstlampp mit dreifach gekreuzten Gliihstabchen zur Verfiigung. Bur Demonstration von
Vorgangen in durchsiclitigen Schalen. Tiegeln,
Morsern usw. bsfindet sich auf einer auf Kugellager
drehbaren, nach vorn verschiebbaren l’latte des
Experimentiertisches ein Winkelspiegel, dessi.n
Platten gqpwinander vrrstellt und festgehalten
SchlieDlich findet sich im Hiirsaal ein Tisch zur
Denionstrat,ion von Spektralflamnien, der im Prinzip dem auf der St. Louiser Weltausstellung ausgestellten Apparate entspricht und an andereni Ort
bcrsits zur Damtellung gelangtez).
Al. Luftgeblase koinmt ein mit Hauptstrom-
I
2)
Z. f. chem. Apparatenkundc 2, 1.12. 1907.
He.F1iie
gEr2Fm,] Waentig
:
Laboratorium fur angew. C hemie der Universitbt L e l p a ~ g .
motor von 110 Volt betriebenes, verkleinertes Model1
des von der Firma Karl Enke hergestellten ,,Doppeldichten Prlizisions-Knpselgebl8ses" zur Anwondung, das
untcr Vorscbaltung eines kleinen Windkessels einen
ganz gleichmaBigen Luftstrom erzeugt.
Bei der Destillationshalle ist zum Bau hauptsiichlich
Eisen und Monierarbeit verwendet worden. (Siehe Fig. 8.)
Uber das Detail der Inneneinrichtung gibt die Abbildung AufschluR. Besonders bewihrt haben sich hier
die Arbeitstische mit Belap aus roten gebrannten Tonplatten, die auf einer Monierunterlage aus Eisendraht und
Zement ruhen. Fur diesen sowie die anderen technischen
Raume und Destillierriiurne des Instituts steht von der
ZentraIheizanlage aus Dampf fur das
Erwarmen von groI3eren Wasserbidern
sowie zur Drstillation mit Wasserdampf
zur Verfiigung. Sol1 Wasserdampf im
Kleinen erzeugt werden, so dienen
hierfur HeiOwas~rdampfapparatenach
C a r 1 B e c k . die ebenfalls bereits
anderwarts naher brschriebpn worden
sind3).
Kommen wir nun zu dem allgemeinen
Umbau des lnstituts, so sei hier ZUnachst auf einige Xeueinrichtungen
hingewiesen, die die Bewitigung empfindlicher allgemeiner Mingelzum Zweck
hatten. Der Lichthof, der die Korridore
des Instituts mit Licht zu versorgen hat,
wurde mit WeiBglasierten, durch Abspritzen leich t zu reinigenden Ziegeln
verkleidet und die Holzfiillungen der
nach den Korridoren fiihrenden Tiiren
durch geprefltes, sogen. Sternglas ersetzt. Schlieelich ist, wo es not tat,
durch Wanddurchbruche noch fur
weitere Lichtzufuhr gesorgt worden.
Durch weiBen Anstrich der Wande,
Tiiren und Fensterrahmen und durch
hellen, fugenlosen MagnesiafuBbodenbelag im ErdgeschoR, hellgelben Linoleumbelag im ersten Stock wurde endiich so vie1 Licht in die vorher auSerst
diirftig beleuchteten Korridore gebracht, daB das ganze GebLude dadurch
ein vollig verandertes Aussehen erhi&. Beziiglich der Heiz- und Ventilationsanlage im allgemeinen, bei
3)
Fig. 4.
Fig. 5.
Die se Z. 19, 758 (1906).
Fig. 6.
Fig. 7.
293
2 94
Wsentig : Lsboretorium fur angew. Ghemie der Univereitiit Leipeig.
Fig. 8. Destillieyhalle.
Fig. 9. Chemisches Praktikum fiir Medieiner.
[ an~$~~~~$+~fnie.
H e f ~ ~ ~ ~ i . Waentig:
~ ~ { ~ ~Laboratorium
~ ~ i w 9fur
]
angew. Chsmie der Universitat Leipsig.
Fig. 10. Arbeitstisch fur Fortgeschrittene.
Fig. 11. Analysenausgabe.
295
96Z
aefAx:\.
ktgsgiw9]
Weentig
:
der den lokalen Verhaltnissen in besonderer Wcise
Rechnung getragen werden muate, sei auf die
Originalschrift verwicsen. Nur auf dic Wirkungsweise der in Figur 7 dargestellten Ventilationsfenster
sei niit wenigen Worten eingegangen.
Diese sind oberhalb der Turen zwischen Korridoren und Arbeitsraumen angebracht und offnen
sicli selbsttatig nach den Arbeitsraumen, sobald die
Luft durch den die Ventilation der Abzugskapellen
besorgenden Exhaustor genugend verdiinnt ist,
schlieBen sich aber, sobald die Saugwirkung aufhort.
Da samtliche Turen mit SelbstschlieBern versehen
eind, so ist eine Verunreinigung der Korridorluft von
den Arbeitsraumen her ausgeschlossen. Unbequemcn Zugerscheinungen ist bei den sich nach
unten iiffnenden Ventilationsfenstern durch Schutzfenster bcgegnet, die den Luftstrom nach der Decke
zu ablenken (s. die Abbildung).
Von den gioBeren Arbeitssalen sol1 nur das
rhrmische Praktikum fur Mediziner
an der Hand der obenstehenden Abbildung etwas
naher besprochcn werden. (Siehe Fig. 9.)
Das Prinzip, nach dem die Einrichtung vorgenorumen wurde, war dies, dem Raume den Charakter eines Horsaals gleichzeitig zu wahren und den
Praktikanten die Moglichkeit zu geben, wahrend
ihrer praktischen Arbeit dem Vortrag eines Dozenten zu folgen. D a m war erforderlich, die Arbeitsplktzr dichter aneinander als sonst ublich und in der
Weise anzulegcn, daf3 jeder Praktikant, ohne die
eigene Arbeit unterbrechen zu mussen, dem erhohten
Esperimentiertisch des Vortragenden das Gesicht
zukehren kann. Ferner rnuBten die Platze mit allen
notwendigen Utensilien so vollkommen als moglich
ausgerustet werden, urn Storungen durch Umhergehen zu vermeiden. AuBer den erforderlichen
Chcmikalien iind den Gas- und Wasseranschlussen
und -nusgussen besitzt daher jeder Arbeitsplatz eine
fcste Stativvorrichtung, die Brennerhalter und
Heizring tragt, und eine daruber befindliche Abmgsliaube, die a n einen gemeinsamen Exhaustor
angeschlossen ist. (Siehe Fig. 12.)
Das Stativ gestattet, Brenner und Hcizring beliebig horizontal und vertikal gcgeneinander zu verschieben, aber auch beide gleichzeitig zu heben und
horizontal zu drehen. Die Abzngshauben bestehen
der griiBeren Leichtigkeit halber aus Eisenblech, das
allerdings ofter niit Asphaltlack gestrichen werden
muf3. Die Aufsatze f i r die Chemikalien sind, wie
die Abbildung eines Arbeitstisches fur Fortgeschrittenere (Fig. 10) erkennen la&, %us verzinktem Eisen und Glas hergestellt und haben sich als
bequem und haltbar erwiesen.
Waschen, die Siiuren und Laugen enthalten,
sind, urn eine Atzung der Tischplatten zu vermeiden, mit Bleiuntersetzern versehen, die an der
Flasche fest haften. Fur die Erzeugung von
Schwefelwasserstoff ist eine zentrale Anlage geschaffen, von der aus Leitungen nach den den
hrbeitssalen benachbart gelegenen Schwefelwasserstoffzimmern fuhren. Gas- und Wasserleitung sowie
WasserabfluBrohren sind an der Hinterwand der
leicht auseinanderziehbaren Teile des Doppelarbeitstisches monticrt und auch in ihram Verlauf
im FuBboden zwecks erforderlicher Reparaturen
leicht zuganglicli gemacht. Zur Vermeidung der
Verstopfung der AbfluBrohre durch feste GegrnCh. 1909.
297
Laboratorium fur angew. Chemie der Universitat Leipaig.
stande sind zwischen den AusguBbecken, die aus
gebranntem, braunem Ton hergestellt und mit Holzrost und Toneinsatz versehen sind, und den Abfludrohren sogen. Siebtopfe eingeschaltet, deren
nahere Konstruktion aus Figur 14 erhellt.
&/Fig. 16.
Sie sind mit einem Holzschutzdeckel verdeckt
und nach Entfernung desselben leicht zu offnen und
zu reinigen. Die Sieboffnungen sind so weit, daB
eine Stauung des Wassers auch beim stiirksten AbfluB ausgeschlossen ist. I m Destillierzimmer und
jedem Praktikantensaal befinden sich auBerdem fur
Sluren und iibelriechende Stoffe besondere Ausgusse.
:38
298
Waentig : Laboratorium fur angew. Chemis der Universitilt Leipzig.
[ angewandte
ZeItschFiftChemle.
fur
Hef~l~~."m]
299
Ilbassot: Fortschritte auf d. Gebiete der Faser- u. Spinnstoffe i. J. 1908.
Dies sind Sandsteintrijge mit AbfluB und dariiber
befindlichem Schwrnkhahn, die mit Paraffin01 impriigniert sind, um das Durchdringen von Sauren
zu verhindern, was durch einfachen Anstrich nicht
gelingt. Gut geolte Eichenholzplatten, die an der
Unterseite durch Anbringung von Eisenschienen
qner zur Faser am Aufbiegen und ReiSen verhindert
sind, haben sich als Belag fur die Arbeitstische am
besten bewahrt. Als FuBhodenhdag ist in den
stark frequentierten Arbeitsrauxnen und Korridoren wegen seiner leichten Sauberung und Geriiuschlosigkeit Linoleum rnit Vorteil im Gebrauch.
I n feuchten und kuhlen Kellerraumen muI3te Asphalt
als FuBbodenbelag gewahlt werden. Von der Ausstattung der Arbeitsraumc allgemeiner Art sei nur
noch der Geblisetisch enviihnt, der rnit den schon bei
der Beschreibung der Destillierhalle erwahnten roten
Kacheln belegt ist, die nicht nur feuersicher und
gegen chemische Agenzien unangreifbar sind, sondern auch eine leichte Reinhaltung des Tisches ermoglichen. Die Riickwand ist mit glasierten wei5en
Kacheln bedeckt und der Tisch mit Wasmrstrahlgeblase, Geblaselampe und Fischschwanzbrenner
ausgestattet. (Siehe Fig. 13.)
Ein Raum, der dem Laboratoriumsbetriebe ein
besonderes Geprkgc gegeben hat -- einen Blick in
diesen hietet Figur 11 -- ist die sogen. Analysenausgabe, eine Zentralstelle'fiir die Ausgabe und Kontrolle der Unterrichtsanalysen. Hier ist \-or allem
die Aufgabe der Aufstellung dauernd benutzbarer
Vorratsflaschen mit angeschlossenen Biiretten fiir
Normallosungen in befriedigender Wcise gelost.
Gummiverbindungen oder Schlauche sind dabei bis
auf eine einzige Verbindung, die erforderlich war,
urn das System nicht zu starr zu machen, ganzlich
vermieden. Die Buretten werden durch Hcberwirkung von unten her gefiillt, so da13 cin sofortiges
Ablesen des Volumens moglich ist. (Siehe F i g 15.)
Der Ausstattnng des gasanalytischen Zimmers
mit eincm Gasometerschrank4) nach L o c k e m a n n u n d R e c k l e b e n nndderimGebrauch
irn Laboratorium sehr bewahrten Einzelflaschengasomcterj) nach Konstruktion derselhen Autoren
mag hier noch einmal a,usdrucklichPrwahnung getan
werden. I n den V e r b r e 1'1n u n gs z iin m e r n (Fig. 16)
mul3te wegcn der Kleinheit der verfiigbaren Raume
und ihrer leicht daraus erfolgenden t!herhitzung
durch Anbringung besonderer Luftabzugsvorrichtungen iiber den Verbrennungsofen Rechnung getragen
werden. Sie sind mit schlechten Warmeleitern verkleidet, urn eine Abgabe der WLrme der heiDen Abgase an die Zimmerluft zu vermeiden. Die Vorderwand der Abzugshauben ist aufklappbar, um eine
bessere Hantierung in den Ofen zu crmoglichen,
und das Abzugsrohr bei Einstellung der Verbrcnnung
verschlieBbar, um zu verhindern, daD ein durch die
Saugwirkung der anderen im Betrieb befindlichen
Abzugsvorrichtungen entstehender kalter Luftskrom
das noch heiBe Verbrennungsrohr zu unvermittelt
trifft.
*) Z. f. chem. Apparatenkunde 1, 663 (1906).
5 ) Z. f . rhem. Apparatenkunde 1, 238 (1906).
Fortschritte auf dem Gebiete der
Faser- und Spinnstoffe im Jahre 1908.
Von W. MASSOT.
(Srliluh \ o n S. %2.)
(EingPg. d. 2.1. 1904.)
Verlassen wir damit das Gebiet der Baumwolle
und wenden wir uns den u b r i g e n dem P f l a n zenreiche cntnommenen Textilfas e r n z u , so sind zunachst folgende auf die Flachsgewinnung bezuglichen Einzelheiten zu verzeichnen.
Um die T r e n n u n g d e r F a s e r n v o n
d e n H o l z t e i l e n d e r S t e n g e l unter moglichster Erhaltung ihrer paturlichen Eigcnschaften
zu bewcrkstelligen, werden die lufttrockenen PflanZen 20-200 Stunden einer K&ltewirkung von -4
bis -18" ausgesetzt und nach dem Herausnehmen
aus den Gefrierraumen vor dem vollstindigen Auftauen in gcfrorenem oder gekiihltem Zustande entholzt. Die Entholzung geht in einer Putz- oder
Reinigungsmaschine vor sioh, in einem Raume, der
etwas warmer ist als dcr Gefrierraum. Dabei schlagb
sich eine fur die Verarbeitung zutriigliche Feuchtigkeitsmenge auf den kalten Fasern nieder").
Ein von R o s s i in P o r t i c i be1 Neap-l entdecktes R o 8 t v e r f a h r e n sol1 in folgender Weise
durohgefiihrt werden76): Der ganze ProzeS vollzieht
sich unter der Einwirkung kiinstlich gezuchteter
Mikrohen. Auch bei den seitherigen Rdstprozessen
ist ja mehr oder weniger die Fermentation das Resultat der Wirkung von Mikroorganismen. Die=
Erwagung fuhrte dazu, Reinkulturen dcr in Frage
kommenden Organismen anzulegen und dim- zu
ciner systematischen und beschleunigten RBstc des
Flachses zu verwerten. Das Rohmaterial g d mgt i n
groBe zementierte Tanks und w i d in d i m fest
eingepreBt. Die Stengel werden mit Wasver iibe deckt und dieses durch von unten eingeprefite Luft
in Bewegung gehalten. Man versetzt darauf m i t
einer entsprechenden Menge der Reinkultur deu
B a c i 11 u s C o m e s i i , der sich zu entwickeln
bcginnt und binnen 3 Tagen die den Bast mit dem
Holzteil verbindenden Leimteile in Lijsung fulirt,
entgegen dem sonst 8 Tage dauerndcn Verf ahren76).
Z u rn D c g u m m i e r e n und EntfLrben von
geschalten Pflanzenfascrn finden nach deni D. R. P.
199 042 Alkali und Seife nur als sekundarc Mittel
Verwendung. Die Beseitigung der Klehstoffe. welche
dem Verspinnen im Wege stehen, und der Farhstoffe
geschieht in der Hauptsache dadurch, daD die mechanisch entschiilten I'flanzenstenpel lost: und bewcglich der Druck- und Reibwirkung von durchstromendem Wasser unterworfen werden. Durch
Zusatz von etwas Alkaliborat oder Seifenlosung
kann der Vorgang gekiirzt werden.
E. 6 c h u 1t z 7 7 ) weist darauf hin, wie die i n
'4) B. S u m m e r s , D. R. P. 197 659, Gewisnung spinnbarer Fasern aus Flachs und Hanf.
75) Rostverfahren fur Flachs, Hanf und andere
veeetabilische Fasern. Osterr. WOK- u. Lein.-Ind28: -643.
76) Das D. R. P. 198 064 enthalt ein Verfahren
zum Verarbeiten von Werg- und Hedeabfallen zur
Herstellung von Garnen.
7 7 ) E. S c h u 1t z ,Die Flachskultur in Ungarn,
Monat.sschrift f. Textilind. t 3 , 7 1.
58*
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