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Das magnetische Verhalten der verschiedenen Glimmer und seine Beziehung zum optischen Verhalten derselben.

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397
I V . Dus magnctische Verhalten der cerschiedenen
Glimmer und seine Beziehung z u m optischen Verhalten derselben; uon Pliic ker.
Hr.
v o n S e n a r m o n t hat die interessante Thatsache beobachtet, dafs gewisse Salze, die isomorph und von analoger
chemisclier Zusarnmensctzung sind, sich in optischer Hinsicht
verschicdenartig verhalteo. W e o n zwei solche Salze, zum
Beispiel in geraden rhombischen SIulen krjstallisiren, SO
liegen die jcdcsmaligen beideu optischen Axen in zwei verschiedenen der drci auf eiiiander senkrechten Hauptschnitte.
Zwei solche Salze krystallisireii in allen lnijglicheu Proportiouen zusammcn, wobei die Krystallform immer dieselbe
bleibt. W e n n wir von einer L6sung cines der beiden Salze
ausgehcn und dieser immer neue Mengen des andern Salzes
zusetzen, so schiefsen Krystalle an, die, in analogen Proportionen als die Li)sungea, beide Salze geinengt cnthalten.
Die optischen Eigenscliaften dieser Salzgemeiige liegcn , in
Folge einer Art VOII Coinpensation, in dcr Mitte zwischeii
den optischcn Eigcnschaftcn des ersteii und des zweitcn
Salzes, so dafs, wahrend bei dem urspriinglichen Snlze, die
Axcn in eiuem der Hauptschnittc der Grundform eincn grijfsercli (spitzen oder stumpfen) Winkel bilden, dieser Winkel in Folge der zunehmenden Beimengung des zwciteii
Salzes, iminer inehr abnimmt, dann iiidem die beiden Axen
in ihre gerneinschaftliche Mittellinie zusammenfallen, verschwindet und endlich wieder sich in einer Ebeue, die auf
der fruhern senkrecht ist, ijffnet und in dieser Ebene, dem
Axenwinkel des zweiten Salzes sich annahernd, zu wnchsen
for!f:ihrt. Gerade dasselbe optische Verhalten, welches Hr.
v. S e n a r in o 11 t a n kiinstlicli dargestellten Krystallen nachvies, zeigen die verscbiedenen, in der Natur sich fertig vorfindendeli Glimmerarten. Er fand bestatigt, was Hr. S i I l i i n a n friiher schon beobachtet hatte, dafs beim Glimmer
die Ebene der beiden optischeu Axcn, die imrner auf der
398
Spaltungsflache senkrecht ist, bald durch die lange, bald
durch die kurze Diagonale der Grundform geht uud dafs,
in gewissen Uebergangsfallen, die beiden Axen wo nicht
ganz doch sehr nahe zusammenfallen. Hiernach gelangt er
zu dem Schlusse, dafs die verschiedenen Glimmer in verschiedenen Proportionen BUS zwei zusammenkrystallisirtell
Eormal- Glimmer gemengt sind. Fur diese Normal- Glimmer
sind d a m diejenigen zu nehmen, deren optische Axen in
den beiden verscbiedenen Hauptschnitten den gr8fsten W i n kel cinschlicfscn und wenn es wirklich ein-axigen Glimmer
giebt, so ist dieses blofs Folge einer zufalligen Proportiou
der relativen Mengen der beiden Normal-Glimmer.
Unter den 33 von Hrn. v o n S e n a r m o n t untersuchten Gliinmer, deren optische Axen mit den Zangen
Diagonalen der Basis in einerlei Ebene liegen, befiiideu
sich 5, bei welchen der scheinbare Winkel dieser Axen 4 O
nicht uhersteigt, d a m steigt dieser Axenwinkel pliitzlich auf
57 bis 5 8 O und wiichst dann stufenweise bis 76 bis 7 7 O .
Unter den 25 untersnchten Glimmer der andern Art, w o
die optischen Axen mit den kurzen Diagonalen der Basis
in derselben Ebene liegeii , befinden sich ebenfalls 5, in
welcheu der Winkel dieser Axeu 40 nicht iibersteigt; in
einem Fnlle bctragt er 15O und machst dann stufenweise
von 4dU bis 72
7 3 O *).
Sobald ich von der Abhandlung des Hrn. v. S e n a r m o n t Kenntnifs erhielt, schien es mir, Tom theoretischen
Standpunkte aus, von besonderem Interesse, durch den Versuch festzustellen, ob neben dem verschiedenen optischen
Verhalten der Glimmer auch ein verschiedeoes magnetisches
Verhalten derselben stattfindet, und in welcher Beziehung
das beiderseitige verschiedene Verhaltell zu einander steht.
Die Versuche, die icli zur Zeit uilserer gemeinschaftlichen niagnetisch- optischen Bestiminungen mit Prof. B e e r
macbte, erstreckten sich iiamentlich auch auf Seignette-Salz
-
1) Observations
sur les
propridfds optirjues drs micus et
ill.H. d e S e n u r m o n t . Annules
et Physique, Ser. II4 T. XXXIV. p . 150 (1852).
forme cristulline. Pur
sur leur
rle Chimic
399
und dem entsprechenden Salze, in welchem das Kali durch
Ammoniak vertreten ist, so wie insbesondere auch auf die
Gemenge beider Salze, fiihrten aber lediglich nur zur Beststigung der von Hrn. v. S e n a r i n o n t erhaltenen optischen
Resultate, so weit diese im Eingange dieser Abhandlung
festgcstellt worden sind. Bei diesen Salzen, deren optisches
Verhalten durch die starke Dispension der optischen Axcn
noch coinplicirt wird, ist die magnetische Axenwirkung sebr
schwach. Diese ist aber sehr ausgesprochen beim Glimmer,
der iu die Reihe derjenigen paramagnetischen KrystaIle gebilrt, bei welchen ich zuerst die eigentliumliche Einwirkong
des Magneten beobachtet hatte. Ich liatte namlich beobachtet, dafs eine kIeine Glimmerscheibe von beliebiger Begranzung, an einern Coconfaden horizontal zwischen den
beiden (hinlanglich von einander eutferntcn) Polspitzen cines
starken Elektromagneten aufgehangt, sich mit Entschiedenheit
so einstellte, dafs die Ebene der beiden optischen Axen
die aquatoriale Richtung aunahm, was ich bei ineiner damaligen, rein empirischen, Auffassungweise, als eine AbstoLung der bciden optischen Axen durch den Magneten bezeichnete. Der untersuchte Glimmer war aus schilnen durchScitenlange
sichtigen, quadratischen Tafeln von 2S bis 3OCtm
genommen und stammte, wahrscheinlich siberischen Ursprungs,
aus Wien, wo er im J a h r 1836 pfundweise zu kaufen war.
Diese Tafeln zeigten .keine Spur der Krystallfonn, uber
welche die Bestimmung der optischen Axen den einzigen
iinvollkommnen Auhaltspunkt gab. Durch den Magneten
Wst sich hiernach bei der fraglichen Giimrnerart die Ebene
der optischen Axen bestimmen aber es bleibt unbestimmt,
o b diesc Ebene durch die kurze oder lange Diagonale der
Grundform geht. Neuerdings erst erhielt ich durch dic
Freundlichkeit des Hrn. v. S e n a rui o 11t sieben verscliiedenartige, bereits optisch bestimmte Glimmer mit deutlich ausgesprochener Krystallform , die mir gestatteten die friihern
Untersuchungen wieder aufzunehmen. Zu diesen kamen
nachtraglich noch mehrere andere hinzu.
Das erste be; allen Glimmerarten (ich untersuchte zu-
400
n k h s t solche, deren optische Aren cinen griifseren Winkcl
bildeten) bestatigte Resultat bestand darin, dafs, hei horizontaler Aufhiingung einer Glimmerscheibe, die Ebeiie dcr
optischen Axen sich immer aquatorial stellt, gleicltoiel ob
diese Ebene durch die kurze oder lange Diagonale der Basis
der Grundform geht.
Einer der untcrsuchten Glimmer , braunlich gelb und
gut durchsiclitig, bildete eine rhoinbischc Tafel von 33"" Seitenlange, deren lange und kurze Diagonale mit deli bezuglichen Diagonalen der Grundform zusammenfielen. Der
Winkcl der beidcn opfischen Axen war ein griifserer iind
die Ebene derselben giug diirch die lunge Diagonale. Aus
dieser Tafel wurde ein kleineres Rechteck geschnitten, das
seine griifsere Dimension nach den langen Diagonalen hattc.
Dieses Rechteck wurde horizontal zwischen den Polspitmu
aufgehangt, es bewies sich, wie aller Glimmer, paramagnetiscli und stelltc sicli init seiner Liingenrichtung, also der
iiufscren Forin eutgegcn, iiquatorial. Also Abstofsung durcli
den Magnetell dcsjeuigen Hauptsclinittes, der auf der Spaltungsflache seukrecht stcht und die lange Diagonale enthalt.
Eine natiirliche, fur das Auge regelmafsige, sechsseitigc
Glimmertnfel yon
SciteuIange stellte sich, horizontal
zwischen den Polen aufgehangt, mit einer ihrer drei Diagonalen Pquatorial. Diese Diagonale war hiernach nolhwendig die kurze Diagonale der Grundform, weil eiiierseits
eine solche sechsscitige Platte BUS dem Verschwindcn der
spitzen Kanten der rhombischen Saule der Gruudform sich
ableitet und folglich die kurze Diagonale zwei gcgeniiberliegcnde Eckpunkte der sechsseitigeil Tafcl verbindet, wahrend die lange Diagonale, die auf ihr senkrecht steht, durch
die Mitten zweicr gegeiiiiberliegendel1 Seiten der Tafel geht;
und andrerseits, nach den Gesetzen der maglletischen Axenwirkung, bei Aufhangung nach der Saulenaxe, eine der beiden Diagonalen der Grundform sich aquatorial stellen miifs,
wahrend die jedesmalige andere sich axial stellt. Durch dieselbe Diagonale der sechsseitigen Tafel, die sich aquatorial
stellte, ging auch die, auf derselben senkrechte, Ebene der
40 1
optischen Axen eine neue Bestatigung, dafs diese DiagonaIe
die kurze Diagonale der Gruudform ist. Die Tafel in ihrer
ganzeii Dicke war undurchsichtig. Bei abgeliisten diinnen
Blattchen, die durchsichtig uiid im durchgehenden Lichte
schon hellroth waren, liefs sich das optische Verhalten mit
Sicherheit bestimmen. Es wird also der auf der Platte
senkrechte, durch die Zange Diagonale gehende Hauptschnitt
nicht, wie im vorigen Falle von dein Magneten abgestofsen,
sondern angezogen, dein entsprechend, dafs die Ebenc der
beiden optischen Axen nicht mehr in diesen Hauptschnitt
fillt, sondern auf demselben seukrecht steht.
Noch bei vier anderen der untcrsuchten Glimmer ging
die Ebene der optischeii Axen durch die kurze Diagonale
der Grundform; dieselbe Diagonale richtete sich, bei horizoiitaler Aufhiingung zwischeii den Polspitzeu, auch gegen
den Magnetismus der Form, aquatorial. Der erste derselben
VOII unhekannteln Urspruuge, war durchsichtig uiid griinlich.
Der zweite stammte vom Baical-See in Sibirien und die
beiden optischen Axen bildeten eineu Winkel von 3 2 O .
Der dritte Glimmer, in diinnern Blattchen schiin durchsicbtig
und von gelblicher Farbe, war aus Schottland. Er bildete
eine abgeleitcte rhoiiiboidische Saule, deren zwei Seitenflachen Spaltungsfliichen waren, wghrend die beiden iibrigen
gegeniiherstehende Randkanten der Grundform fortgenommen hatten. Die beidell Endflachen der abgeleiteten Saule
waren nicht vollstiindig ausgebildet, entsprachen aber denjenigen beiden Seiteuflschen der Gruudform, welche nach
der Eiitkantung noch iibrig geblieben waren. Die Ebene
der optischen Axen, senkrecht auf denjenigen Seitenflachen
der abgeleiteten Saule, welche Spaltungsflachen sind, bildete
mit den Seitenkanten dieser Siiule, die zugleich Randkanten
der Grundform sind, Winkel von 60° und geht darum durch
die b r z e Diagonale. Der vierte Glimmer bestand ails schonen Tafeln, mit einer in ihrer gauze; Lange vollsthudig
ausgebildeten Seitenflache; wenn es nicht selbst sibirischer
Glimmer war, so hatte er wenigstens ganz das Ansehen
desselben.
Poggendorff's Aooal. Bd. CX.
26
402
Ein Gliininer der audcrn Art, voo unbekanntem Fundortc, bei welchem dcr scheinbare Winkel der optischen
Axen 60° betrug, stcllte sich init der durch die lunge Diagonale gellenden Ebene dicser Axen, wie i n (kin friihern
Falle aquatorial. Ein entschiedeues Bestrebell, dieselbe
Stellung gegen die aukere Form und die Torsion aozunehmen, wurde bei einem zweiteii, von Hrn. v. S e n a r m o n t
bereits bestimmten, Glimmer dieser Art beobachtet, bei weIchein der Wiukcl der beiden optischen Axen sehr k k i n war.
Aus einer schbiieii durchsichtigeu Tafel optisch einazigen Glimmers von gelblicher Farbung wurde eioe Scheibe
von etwa 14"" Durchinesser uud 1"" Dicke hergestcllt und
an einem einzelnen Coconfaden zwischeii den Polspitzeii
horizontal aufgehiingt. Eiue Richtung der Scheibe wurde
nicbt bemerkt, sic folgte lediglich der Torsion des Fadens.
Optisch einaxiger Glimmer verhielt sich auch in naugnefis.cher Hinsicht einaxig.
Glimmerplattell stellen sich , oericul zwischen den Polspitzen aufgehsngt , in Folge ihres Paramaguetisinus immer
axial. Urn zu entscheiden, ob diese Stellurig lediglich von
der l u t e r n Form bediugt wird, oder ob dabei zugleich auch
die magnetische Axenwirkung im Spicle ist, mufste eine
Saule aufgefunden oder kiinstlich hergestellt werden, in
welcher die Diinensioii nach der Axe (der Grundform) die
vorherrschende war. Es gelang mir lange nur eine solche
sechsseitige Saule von undurchsichtigern Glimmer aufzufinden. Diese Saule 9 " hoch und 5"" dick wurde zuerst
vertical aufgehlngt wid stellle sich dabei mit einer Diagoriale der beiden sechsecbigen Begrgnzungsflgchen , also mit
den kurzeii Diagoiinlen der Grundform , entschieden axial.
Horizontal aufgehzngt stellte sic sich, bei jeder Drehung
urn ihre Axe, iiisbesondere auch wenn jede der beiden Diagonalen der Grundform nnch einander senkrecht war, mit
der Axe aquatorial und zwar gegen die aukere Form. Es
folgt hieraus, dafs die drei Axcn der grblsten, mittlern und
kleiustcn Induction beziiglich in die k u n e Diagonale, die
lange Diagonale uiid die SZulenaxe fallen und mithin die
beiden inagnetischen Ancii (nach welchcu aufgebangt der
403
Krystall sich wie eine ainorplie paramagnetische Masse verhiilt) in den durch die Saulenaxe und die kurze DiagonaIe
clcr Basis gehenden Hauptscbnitt. Ganz ebenso verhielt sich
eine grafsere S:iule vou norwegischem Maguesia - Glimmer.
W i r kilnliten uns vielleicht fur berechtigt halten, die optiscben Axen uiiseres undurchsichtigen Glimmers (das W o r t
verliert auch bei undurchsichtigen Ktirpcru seine Bedeutung
tiicht ganz) in der Ebene der laiigen Diagonalen, die sich
bei horizontaler Auflihgung der Ssule aquatorial steltt,
anzuuehmen. Danti wiirden, zugleich mit RUcksicht darauf,
dafs Glimmer ein negativer optisch-zweiaxiger Krystall ist,
die Ebenen dcr optischen und inagrietischen Axen auf einander senkrecht stehen, die Durchschnittslinie beider Ebenen
wurde die Axe dcr grilfsten optischen Elasticitat und dcr
lileinsten magnetiscbcn Induction seyn, die Axe der kleinsteii
optischen Elasticitst wiirde auf der Axe der mittleren magnetisclien Induction, und die Axe der mittleren optischen
Elasticitat auf der Axe der grdfsten magnetiscben Induction
senkrecht stehen.
Bei der verschiedenen chemischen Zusammensetzung der
Glimmer wiirde es aber jedenfalls mifslich seyn, das masnetische Verhalteu, so weit es sich aus der horizontalen
AufhYngung der undurchsichtigen Glimmerskde allein ergiebt, ohne Weiteres auf alle durchsichtigen Glimmer zu
iibertragen. Darum schieu es geboten, eine allgemeine Folgerung erst datln zu ziehen, nachdem auch durchsicbtiger
Gliuiiner derselben directen Prtifung unterworfen worden
war. Hierzu eignete sich der friiher schon erwlhnte Krystall schottisclien Ursprungs, der die Hufsere Form ciner
rbombo~dischenSaule hatte. Die Llnge dieser Saule betrug beilaufig 30mm,ihre I)ieke senkrecht gegen die Spaltungsflachen, die zugleich Seitenfliichen der naturlichen Saule
waren, smm und die Breite dieser Seitenflachen etwa das
Doppelte. Die Saule wurde senkrecbt gegen die Spaltuogsflachen in den Schraubstock eingeklemmt und es gelang
durch Feilstriche, die behutsam nach der Richtung der Seitenkanten gefiihrt wurden, aus ihr zuniichst eine rechtwink26 *
404
Iige SAuIe mit tmverSndertcr Kan tenrichlung Iierzastellen,
die fortwahrend durcli die friihcren SpaltungsflSche~~,
dcren
Abstand !3mmbetrug, bcgrsnzt wurde, w d ~ r e n dder hbstand
der beiden angefeilten neuen Seiteoflachea nur 6"",5 be\rug. Diese Siiide wurde, ihrer Laiige nach, vertical zwischeu den Polspitzen nufgehiingt nud stellte sich dabei sehr
entschieden mit der Spaltungsflache axial, also mit dcr darauf senkrechtcn SBuIenaxe der Grundfom aquatorial. Bei
dieser Aufhangung war kcine der drei Hauptaxen magoetischer Iiiduction vertical. die Aufhiinguugsaxe bildete mit
der langeu Diagonaleu der Basis der Grnndforin einell
Wiiikel von 30" init der kurzen Diagonalen eincn Winkel
von 60". Aus dieser Aufhangung folgte zunachst nur, dafs
die Induction nach der Saulenaxe der Grundfonn klciner
i s t , als nach der langen Diagonale, das beifst derjenigen
Diagonale der Basis, nach welchcr die inaguetische Induction
die @[sere ist. Dars diese Induction auch kleiner ist als
die Induction nach der kurzen Uiagonale, war nicht erwiesen, lids sich nber mit einiger Sicherlieit aus der Eotschiedenheit, ioit welcher der Krystall bei der letzteii Aufhangung sich einstellte, voraussehen. Bei einer (schiefen)
Aufhangung der Siiule nach der langen Diagonalen, richtete
sich dcr KrystalI mit der SIulenaxe der Grundform, wie
friiber, aquatorial, abet es blieb unentschieden, wicviel hierbei auf Rechnuiig der F o n i kam. Um jeden Zweilel za
heben, lnufste der Versuch gemacht werden, auch auf die
Gefahr hin, dab der Krysfall bei einer neuen Bearbeitung
in duunc! Bliittchen sicii spalten wiirde, ans der obigen Saule
eine Saulc von solchen relativeii Dimensionen herzustellen,
dak, bei einer hufhaogung nach der langen Diagonale
der Grundform, eine aiiale Richtung der kurzen Diagonale
init der aufseren Form iin Widerspruche seyn wiirde. Zu
diesem Ende wurden zwei gegen die Spaltungsfiache senkrechte Schnitte, die init den Seitenkanten der, bisherigen
Saule Winkel von 60" bildeten, so gefiihrt, dafs dadurch
eine geradc rhornhische Sgule entstand, die der Grundform
entsprnch. Diese gerade rbombische Saule wurde dann
405
durch Fortnehmeu der spitzeu Seiteiikaiiteii in cine regelmafsige sechsseitige SIulc umgestaltet, in welcher die Uimeusion uach der Axe, die auf deli Spaltungsfl~chensenkrecht stand, die iiberwiegeude war. Diese Saule, deren
Herstellung bci den genoa~uieuenVorsichtsmafsregelu vollstandig gelang, hatte die Form der friiher uutersuchten undurcbsichtigen SSule uud koiinte in gleicher Weise, wie
diese, deni Versuche untcrmorfen werdeu.
Es steht biernach fest, dafs beim zweiarigen Glilnmer
die Axe der rhombischen Siiule der Gruudfom immer Axe
der kleinoten magnetischen Znduction, so wie Axe der grofsten
Elasticitat ist. Beim ciuaxigen Gliminer falleii die beideu
magnetischen Asen, wie die beiden optischen Axen, in die
Are der rhombischen S h l e zusammen uud es war uicbt
ohne Interesse durch den Versuch direct festzustellen , ob
auch hier die magnetische Induction nach der Sgulenaxe
die kleinste, oder, was dasselbe heifst, ob auch in magnetischer Hinsicht der Krystall ein n e g a f k einaxiger ist. Da
keine Aussicht vorhanden war, eine natiirliche SBule einaxigen Glimmers mit vorherrschender Langendimension senkrecht gegen die Spaltungsflachen aufzufinden , wurde eine
solche SZule kiiustlicb dadurch hergestellt, dafs eiii sch6nes ziemlich dickes BIiittchen des oben schou erwahnten
einaxigen Gliuilners zu kleineii quadratischen Scheiben von
etwa 5"" Seitenliinge geschnitten wurde uud d a m diese
Scheibeu auf eiuander gelegt uud mit Terpentin zusammengekittet wurden. So wurde eine quadratische SBule vou
9"" Hohe liergcstellt, die, nach aller Analogie, bei der uumefsbareii Dicke des Bindungslnittels in inaguetischer Hinsiclit, sich wie ein homogener Krystall verhielt. Mit der
Axe horizontal aufgehiiugt, stellte sich die Siiule lnit dieser
Axe, der aufsern Form entgegen, mit grolser Entscbiedenheit, wie zu erwarten stand, aquatorial.
Indeni wir die von S e n a r m o n t'sche Anschauungsweise
zu Grunde legen, k8nnen wir die gewonnenen Resultatc
in folgender Weise znsammcnstelleu.
In deln ersteu der beideu Normal-Glimmer, wo die
40 6
Ebene dcr optischen Axen durch die Saulenaxe und die
b r s e Diagonale der Grundform geht und die Slulenaxe,
die zugleich Axe der grorsten optischen Elasticitlt ist, den
Winkel der beiden optisclieii Axen halbirt, geht die Ebeiie
der beidcii magnetischen Axen durch die Siiulenaxe und die
lunge Diagonale, und die S~ulenaxe,zugleich Axe der kleiasteii Induction, lialbirt den Winkel der beiden magnetischeii Axen. In dein zweiten der beiden Norma1 -Glimmer,
wo die Ebene der optischen Axeii durch die Saulennxe und
die lunge Diagonale geht und die den Winkel der optischcn -4xc halbircnde Saulenaxe Axe der grofsten Elasticitat
bleibt, gebt die Ebene der inagnetischen Axen durch die
Saulenaxe und die kurze Diagonale; die den Winkel der
maguetisclien Axen halbirende Saulenare ist, wie in den1
ersten Falle, Axe der kleinsten Induction. Es stehen also
in jedem der beiden Fiille die Ebeuen der optischen und
inagiietischen Axen auf einander senkrecht urid in beiden
Fallcu wird der Wiukel der beidcn magnetkchen Axen, wie
der beiden opischcn, von der Saulenaxe, die auf den SpaltungsflYclien scnkrecht ist, lialbirt. Sac11 Maafsgabe als in
ciuer interinedizren Gliinnicr- Species Glimmer der ersten
Art und Glimmer dcr zweiten Art gemengt ist; wird der
Wjnkcl der magnetkchen Axen kleiner his, bei einem gewissen Mcngungs Verhiltnisse , die beiden magnetischen
Axen - gleichzeitig oder nahe gleichzeilig mil den beiden
in der SPuleuaxe zusammenfallen, urn
oplischeu Axen
sich, bei irnmer mehr vorherrschendem Glimmer der zweiten Art, in dcrjenigen Ebene, die durch die Saulenaxe
gebt und auf der friihern Ebene seukrecht steht, wieder
von einander zu eutfernen und eiueri iminer grbbern Winkel zu bilden.
Es ist inir gestattet, zur Bestatigung der von S e n a r mout’schen Theorie, der schanen, noch nicht veriiffentlichten Versuche von N b r r e m b e r g ’ s , aus zweiaxigein Gliinmer einaxigen darzustelleu, hier ErmPhnung zu thun. Dieser Gelehrte spaltete bei einem seiner Versuche sibirischen
Glimmer, dessen optische Axen einen grtifsern Winkel ein-
-
407
scbh!fseU, zu Blattchen von eiuer solchen Feinheit, d a t in
denselben der eine der beiden polarisirten Strablell gegen
deu andern um Wellenlange verzfigert wurde. Er prufte
die Dicke dieser BlSttchen iu seinexn &Itern PolarisationsApparate, iiidein er dieselben auf den uotern Metallspiegel
legte, wobei die Verzijgerung bei dem zweifachen Wege
des Lichtes durch das Bliittchen sich verdoppelte und kittete dann 24 solchcr BISttchen vermittelst Terpentin in der
Weise auf einander, dafs das erste, dritte, fiinftc . . . Blattchen ihre gegeiiseitige urspriiiigliche Lage behielten, ebenso
das zmeite, vierte, sechste . ., aber die Blattchen der zweiten Reilie gegeri die Bkttchen der erstcn i n ihrer Ebeiie
um 90" gedrcht waren, wonach in je zwei auf einander
folgenden Blattchen die Ebeiien dcr optisclieu Axen auf
einander senkrecht standcn iiod das Verhaltiiifs ein ganz
gleicbes war, als ob diiiiiie Scliichten der beideu NormalGliininer in krystnllograpliiseh gleicher Lage (kurze Iliagogonnle mit kurzer, looge nit langer iibcreinstiiniiiend) mit
einander weclrselten. Diese zusaininengesctzte Glimmerplatte
zeigte im Polarisatioiis - Apparate das schijiiste scliwarze
Kreuz und sarnintliche Hinge vollkomineu kreisrund. Die
Erscheinung erhielt sich bei eiacr Drehung der Glimmerplatte in ihrer Ebene unvergndert ').
In eioer ahnlicli zusninmengesetzten Platte liatte Hr. v.
N b r r e m b e r g die Dicke der gleichgerichteten Bltittchen unter sich gleich genommen, aber verscbiedeu von der Dicke
der cntgegengesetzt gerichteten Blattchen und erhielt auf
diese Weise gcnnu dieselben Erscheiiiuogcn, wie sic solclier naturlichcr Glimmer zeigt, dessen optischc Axen einen
kleiilern Winkel init einandy bilden. Er liatte es, durch
geliiirige Bcstimmung der relativen Dicben in seiner Hand
+
.
1 ) Dar Kreuz erschien nur etwar weoiger schwara, wcno die Polarisatioos-Ebene eioen Wiakel von 4 j 0 mit den urspriioglichen Ebencn
der optirclrro Axen bildete. Aber auch diesc nur scl~wach hervortretendc Abweichun; von dem Verlidten eioariger Krystrlle scheiat durch
rndere Versuclre derselben Art ihre Erkliruog in der nicht ahsolut gleichen Dicke der verrcliiedencn Blittchen zu findeo.
408
den Winkel der bcideii rcsultirenden optischen Axen beliebig klein zti inachen. Dic Ebcoe dieser optischeu Axen
stiminte init der Ebene der optischen Axell fur die dickcren Bllttclien uberein.
Weiiii Licht senkrecfit auf eirie Glimmerplatte fdllt, SO
theilt es sich im Innern derselben in Liclit von gleicher Intensilzt, welchcs nach den beiden Diagonalen schwingt, verh i l t sich ahcr, wcil Schwingiingcn iinch ciner Diagonalen
st&rker absorbirt mcrdeii nfs Schwinguiigeo nach der 011dcrn, bci seinein Wiederaustritte aus der Platte uiclit inehr
wie gewiilinliclics Liclit. Eiii Theil des hinaiistretendell
Lichtes ist polarisirt, so c l a t eine solche Platte, wenn eine
ihrer Diagoiialeii in die Polarisations-Ebene fdlt, die andere darnuf senkrccht steht, eine TurmalinsYule des Polarisations-Apparates in unvollkommener Weise vertreteii kann.
Hieraul griindet sich eiiic Mcthode die Schwingungsriclitungen fur die stlirkste und schwzchste Absorption zu bestiinmen. Man ersetzt n h d i c h in einem gewfihnlichen Polarisations- Apparat deli analysireuden Spiegel durch die zu
prufende Glirninerplatte, die innn, bei senkrechtem Hindurclisehen, so lniige in ihrer Ebene dreht, bis ein auf dein
W e g e des polarisirteii Lichtes in die Entferiiung des deutlichen Seliens gcbrnchtcs, schnell abgekiihltes Glas, nach
einander, das duiikle und hellc Kreuz zeigt. In allen Fallen der friiher bereits erwahnten Glimmer, bei welcheii die
optischen Axen eiiien griifsern Winkel einschlieten, erscheint , gleiehviel in welchein Hauptschnitte diese Axen
liegen, das dunkle Kreuz dann, wenn die Ebene der optischen Axen mit der ursprunglichen Polarisations-Ebene
zusammenfdlt. HiernacIi werden die Schwingungen senkrecht g e ~ e ndie Ebene der optischen Axen (nach der mittlereii Elasticitats- Axe) in grBfserm Maafse absorbirt, als
die Schwingungen in der Ebene der optischen Axe nach
der kleiosten Elasticitiits- Axe. Ganz aoders aber verhslt
sich die Sachc, wenn der Axeiiwiokel ein kleiner ist. Dann
werden bald die Schwingungen in der Ebene der optiachen
Axen, bald die Schwingungen senkrecjlt darauf starker ab-
409
sorbirt. Auch der obige einaxige Glimmer (den ~ o a nnach
seinein Verhalten in der Turmaliuzange weiiigstens dafiir
halten wiirde) von dem aufsern Anseheu des grofsplattigen
sibirischen Gliinmers, zeigte in entgegengesetzten Lager]
das helle und dunkle Kreuz I).
Glimmer ist senkrecht gegcn die Saulenaxe am durchsichtigsten. Der mehrfach besprochene schottische Glimmer
war bei einer Dicke von mehr als eincm Ccutiineter sehr
durchsichtig und fast farblos. Die geringstc Absorption findet also statt, weiin die Schwingungen der Slulen-Axe parallel sind, nach melcher di’e optische Elasticitat am griifsten, die magiictische Induction am kleinstcii ist.
Die vorstclienden Resultate lassen einc Deutung zu,
welche der voii S enarmoiit’scheii Anschauungsweise iibcr
die Constitution der Glimmer giinstig ist. Die AbsorptionsVerhaltoisse sind zwar bediiigt durch die Krystallform, so
dafs zum Beispiel ein einariger Krystall nach der Richtung
der Axe nicbt dicbroidisch ieyn kaun; aber andererseits jst
es in vieien Fallen erst die fiirbeiide Beioiischung, welche
in den Krystallen den Dichroismus hervorruft. Das beweisen direct die scliiineii Versuclic, bei welclicn dcr genaniite Physikcr wasserlielle Krystnlle durcli Farbung dicbroi‘disch gemacht hat, wobei dcnn natiirlich die Intensitat des Dichroi’sinus voii dcr hitensitit des Fiirbungsinittels,
das der Krystall beim Uinkrystallisiren in sich aufnimmt,
abhangig ist. Daraus folgt, dafs, weiin die beiden NormalGlimmer einen verscliieden starken (mchr zuf2lligen) Dichroi‘smus zeigen, durch Zusammeukrgstallisiren einaxiger
Glimmer cntstehen k a n a , oliue dals der Dichroismus nach
der Axe aufgehoben wird und demnacli imincr uoch solcher
Glimmer eine Anomalie unter den einaxigen Krystallen
bleibt.
Es ist wohl kauin zweifelhaft, dafs auch das magnetische Verhalten des Glimmers, das durcb Beimenguug paramagnetischer Substanzen, welcbe die Krystallform der
Hauptmasse nicht stilren, hervorgebracht wird, hiermit ana1) Verglciche D o r c ’ s F;rbenlchre S. 262 und folgendc.
410
log ist. Es wiirde, weuu der specifische Maguetismus der
beiden zusammenkrystallisirten Normal- Glimmer nicht gleich
wzre odcr vielmehr in eineln vollkommen bestimmten Ver1i:iltnisse zu einander stiinde, ein optisch einaxiger Glimmer
iiicht zugleich magnetisch-einaxig sich verhalten I). Bei sehr
lilcinem Axenwiukel ist ES niclit wohl miiglicli, magnetisch
zweiaxigen Glimmer von inagiietisch einaxigcm zu unterscheiden. Darum befremdete es einig,ermaCsen in dem Falle
des friiher uiitersuchtcn Gliininers mil sehr kleinem Axenzcinkel, bei horizontaler Aufhiingung noch eiue merkliche
Richtkraft des Blattchens zu beobachten. Das Befremdcude
fiillt iiacb dcr obigen Belnerkung fort. Die magiietischen
Axen lagen, norlnaler Weise, in der Ebeue der kurzen
Diagonalen, wiibrcnd die optischen Asen in der Ebene der
langen Diagonalen lagen. Aber in demselben Glimmer war
bereits, anorinnler Weisc, die Absorption fur Schwiugungen senkreclit gegcn die Eheiic der optischen Axen
wenii
diese Ebcne init dcr ursprunglichcn l’olarisations- Ebene zusammenfiel, crscliicri das licllc Kreuz
am scliw~icl~ste~~.
Weiin abcr dennoch die v o n Scnarmont’sche Anschauungsweise definitiv keiiie Aufnahmc finden, ja sogar,
w n n die von ilim als Grundform dcs Glimmers augenommene gerade rhoitibische Siiule aus einem andern als dein
optischcu Gesiclitspuiikte erfolgreich angefocbten werdeii
sollte, sovicl steht fest, dafs dcrselbe Grund, welcher, beim
Ucbergangc voii eincr Glimmerart zur andern, ein anderes
optisches Verhalteii bcdingt , zuglcich auch eioc Aeuderung
dcs magnetischen Verfahrens hervorruft 2,
Bonn, den 20. Mai 1660,
-
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1) Es Cndet dicses aucli darin seine hoalog;e, d d s
NJO
dorcli ZUSJIQ-
meokrystallisiren yon weinrteinsanrern h’atron- Kali und weinrteinxaurern
Piatroo- I\rnrnoniak solclrr Krystallc, die fiir Lichf y o n j e d r r BrechLorkcit sicti wie einaxige H r p a l l e verhalten, niclir lirrstellen kaoo.
Fallen ziim Beispiel die optisclien Axen fiir grrines Liclit ziisarnmcn. so
bildrn einerseits die Axen f i r rotlirs, aodererseitj die Axen fir violetles Liclit, nanrliafie W i n k e l in Ebeoen die auf einander senkrectit stelicn.
2) W a s die Ttieorie der rnagnctischen Axenwirkung betrifft, kann ich
ciostweilcn our auf meioe Abhandlung uOn fhc illngnctic Induc/ion
of Crystals (Philos. Transoctions M I ) C c & L V I f l p. 543-537)a
vcrwcisen.
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