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Das neue Institut fr angewandte Chemie der Universitt Erlangen.

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533
Zeitschrift fur angewandte Chemx
38.Jahrgang S. 533-544
-
I
lnhaltsverzeichnis AnzeIgenteil3. VII.
I
11. Juni1925, Nr. 24
Das neue lnstitut fur angewandte Chemie der Universittit Erlangen.
Von M. BUSCH.
(Eingeg. 28.14. 1026.)
AnStelle des jetzt errichteten Instituts war ursprunglich Weise' erganzt wird. Endlich gewahrt das Institut einei
ein solches fur technischeChemie geplant; nachdem jedoch beschrankten Annahl von Chemikern Gelegenheit zur alldas alte pharmazeutisch-chemische Laboratorium sich gemeinen Ausbildung, vornehmlich solchen, die ihr Stusowohl hinsichtlich der Raumverhaltnisse wie der Einrich- dium rnit der ausgesprochenen Absicht beginnen, sich der
tung schon seit Jahren als unzulanglich erwiesen, fand der Technik zu widmen.
Bei der Ausarbeitung der Plane fur den Neubau war
Gedanke, die gesamte angewandte Chemie in einem Institut zu vereinigen, die Zustimmung der Unterrichtsver- demnach hinsichtlich der AusmaDe und der Verteilung der
waltung, und im Fruhjahr 1914 wurden die fur den Raume bestimmend, da5 Abteilungen fur pharmazeugroaeren Bau erforderlichen Mittel vom bayrischen Land- tische und Nahrungsmittelchemie sowie fur allgemeine und
technische Chemie zu schaftag bewilligt. Als i m Somfen waren; zugleich sollte
mer 1914 mit dem Bau bedie Anordnung ermoggonnen werden sollte, brach
lichen, ohne weitere bauder Krieg aus, der Vorliche Anderungen das Haus
stand des Universitatsbauin zwei Sanderinstitute zu
amts riickte sofort ins Feld
teilen, denen nur einzelne
und die Ausfiihrung des
Raume wie Horsaal, BiblioProjekts wurde auf unbethek usw. gemeinsam diestimmte Zeit verschoben.
nen wiirden. Die weitere
Die bereits im September
Entwicklung diirfte eine
auf vielen Gebieten des Erderartige Teilung mit diewerbslebens
einsetzende
ser oder jener Modifikakion
Arbeitslosigkeit veranlaijte
in absehbarer Zeit wohl
jedoch die schleunige Auferfordern. Aus den Grundnahme der Bauarbeiten,
rissen ist ersichtlich, wie
und i m November wurde
dieser Plan durchgefuhrt
der
Grundstein
gelegt.
worden ist, .&n.e den derDurch Einstellung einer
zeitigen Betrieb ungiinstig
sehr groQen Anzahl von
zu beeinflussen. Der MittelArbeitskraften schritt der
bau wurde im wesentlichen
Bau zunachst rilstig vordie Scheidelinie bilden.
warts; schon irn folgenden
Bezuglich der PlangeJahre wurden uns jedoch
staltung sei noch auf einige
infolge Einberufung zum
Heeresdienst und zu anderPunkte hingewiesen. In
den groDen Arbeitssalen im
weitiger Verwendung mehr
Nordflugel sind die Assistenund mehr Krafte entzogen,
tenzimmer so angeordnet,
immerhin gelang es, das
daD der Unterrichtsassistent
Gebaude im L a d e des
von seinem Arbeitstisch aus
Jahres 1916 fertigzustellen.
1.
den
Saal uberblicken kann.
Mittlerweile war der Mange1
ALb.
Diese Losung der oft eran geschulten Handwerkern und notwendigen Materialien aber so grol3 geworden, OrtertenFrageerscheint mir die beste; der Assistent muDaus
da5 auf die innere Einrichtung um so mehr verzichtet wer- mannigfachen Grunden einen abgesonderten Arbeitsraum
den muDte, als angesichts der geringen Zahl der noch an haben, anderseits aber doch in Kontakt mit den Praktikander Hochschule verbliebenen Studierenden die Bereitstel- ten bleiben. Abb. 3 g e w W einen Blick in den groDen
lung des Instituts nicht zu den dringenden Aufgaben ge- Arbeitssaal im I. Obergeschoi3 des Nordfliigels, links ist
horte. So kam es, daD erst im Fruhjahr 1919 die Arbeiten das Assistentenzimmer, rechts der toxikologische Dunkelwieder aufgenommen werden konnten. Unter Durchkosten raum, dahinter der Schwefelwasserstoffraum eingebaut;
der ganzen Schwierigkeiten der Nachkriegsperiode vollzog durch den Mittelgang blickt man auf den groDen,
sich die innere Einrichtung; in Jahresfrist war sie so allgemeinen Arbeitstisch des hinteren Saalteiles. An
weit fertig, daD das Institut mit Beginn des Winterseme- jeden groDeren Arbeitssaal ist eine Glasveranda ansters 1920/21 eroffnet werden konnte. Die technisch- geschlossen, die mit Arbeitstisch, Gas- und Wasserchemische Abteilung erhielt ihre Ausstattung in deli bei- Ieitung versehen und deren gro5e Fensterfliigel bequem
zu offnen sind; auDerdem haben die Veranden noch Abden folgenden Jahren.
Das Institut hat einerseits die Ausbildung der Phar- zuge mit kunstlicher Ventilation fur Arbeiten mit giftigen
mazeuten und Nahrungsmittelchemiker zu dienen, ander- Gasen.
Die Materialausgabe befindet sich, von allen Seiten
seits soll es den Chemikern die Moglichkeit geben, durch
Obungskurse und Untersuchungen auf Spezialgebieten bequem zugangig, im I. ObergeschoD des Mittelbaues; sie
technische Methoden kennenzulernen, so daB hierdurch
ist durch Personenaufzug mit den Vorratsraumen im
der Unterricht in chemischer Technologie in wertvollster
KellergeschoD verbunden.
Angew. Chemie 1926.
Nr. 24.
24
534
Busch: Dau neue Institut fur angewandte Chemie-der
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Universitat Erlangen~
~
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Abb. 2.
Das 11. ObergeschoB dieut i m wesentlichen den Arbeiten von Fortgeschrittenen und Doktoranden.
Im Horsaal ist die Unterrichtssammlung .in einern
Rauni unter den Sitzreihen aufgestellt, so daD sie jederzeit
leicht erreichbar ist. Von diesem Sarnrnlungsraurn filhr
eine 'Treppe in das ErdgeschoD des Hhaalbaues. in denf
die technologische Samrnlung, Karten und Zeichnungen'
untergebracht sind.
I n n e r e E i n r i c h t u n g . Das Institut ist rnit
Warmwasserheizung versehen, daneben ist eine kleine Darnpfanlage
(Niederdruck) vorhanden, die einerseits Gebrauchsdarnpf liefert, anderwits zur Gewinnung von destilliertern Wasser dient.
Zu letzterern
Zweck ist vor der Kiihlschlange ein
Tropfenscheider in die Darnpfleitung
geschaltet, wodurch ein Destillat gewomen wird, dessen Reinheit f i r
gewohnliche Zwecke vollkornrnen
ausreicht.
Die Entluftung der Arbeitsraurne
wie der Abziige erfolgt rnittels elektrisch angetriebener Ventilatoren.
Die abgesaugte Luft gelangt in kleine
Karnrnern im Dachboden, auf die
weite, iiber Dachfirst niiindende
Essen aufgesetzt sind. Hierdurch
wird erreicht, dai3 die Abziige wenigstens bei giinstigen Verhaltnissen in der Aui3enluft - weiter
funktionieren, nachdern der Motor
aufler Hetrieb gesetzt. Der Ver-
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...
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.
Zeitschrilt fur
t e p w a n d t e Chemie
~.
brauch elektrischer Energie halt sich auf diese Weise
in engen Grenzen urn so rnehr, als auf eine weitgehende Dezentralisatioii in der Liiftungsanlage Bedacht genornrnen wurde, und so die AusmaDe der Ventilatoren verhaltnisrnafiig klein gewahlt werden konnten.
Die von der Arbeitsstelle in Betrieb zu setzenden Motore
haben eine Leistung von '/,-2 PS; da sie aui3erdern init
geringer Tourenzahl laufen, so komrnt Gerausch oder Erschiitterung in den Arbeitsraumen in Fortfall. Es sind irn
ganzen elf Systerne vorhanden, bei denen nach Moglichkeit die Abziige aus den rnehr und den weniger stark benutzten Raurnen zusamniengefafit wurden. Die Abzugsrohre (Steinzeug) sind auf dem Boden des Dachraumes x u
der betreff enden Ventilatorkarnnier zusarnrnengefuhrt, die
ebenfalls auf dern Boden inontiert ist. Die maschinelle
Anlage ist also bequem zugangig.
Durch die zwangslaufige Entluftung der Arbeitsraume
konnten diese verhlltnismaDig niedrig (3,50 rn) gehalten
werden, was sich abgesehen von der Einsparung an Baukosten natiirlich auch bei der Beheizung vorteilhaft bernerkbar rnacht. Die Luftzufuhr erfolgt irn Winter aus den
ternperierten Korridoren, und zwar derart, dai3 die Luft
iiber der Eingangsture gegen die Decke des betreffenden
Raurnes strornt, urn Zugluft an den Arbeitstischen zu verrneiden. Im Somrner kann die Luft einer Luftkamrner irn
Kellergeschofl (siehe Plan) entnornmen werden.
Die Digestorien sind teils in den Fenstern, teils an
den Wanden angebracht rnit der MaDgabe, dai3 in den
gro5eren Salen niindestens zwei Fenster (gegeniiberliegend), in den kleineren Zirnmern eines zum Offnen frei
bleibt. Da geeignete Tonfliesen seinerzeit nicht zu erhalten
waren, haben wir fur die Arbeitsflache in den Digestorien
zurn Teil Betonplatten genoinrnen, die sich im Institut in
jeder G r o h billig herstellen lieaen, und die sich bisher gut
bewahrt haben. Das voii verschiedenen Seiten ernpfohlene ,,Steinholz" besticht zwar durch sein Aussehen, ist
aber hier wenig geeignet; auch fur die F d b o d e n chernischer Laboratorien ist dieses saureempfindliche Materia
nicht zu enipfehlen. Da Eichenrienien und Linoleum
seinerzeit unerschwinglich waren, habe ich als Bodenbelag fur die g r o h r e n Laboratorien Asphaltbeton gewahlt, der bisher zu keiner Beanstandung Veranlassung
gegeben hat.
Wie oben bereits angedeutet, befindet sich in den
g r o h r e n Salen aufler den den einzelnen Praktikanten
Abb. 3.
38. Jshrgang 19551
Busch: Das neue Institut fItr angewandte Chemie der Universitiit Erlangen
zugewiesenen Arbeitsplatzen je ein groaer, allgemeiner
Arbeitstisch, der reichliche Zuleitungen fur Gas, Wasser,
Dampf und elektrischen Strom hat; auf ihm ist ferner eine
durch Elektromotor angetriebene Welle zum Betriebe von
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535
--
meist in den Semestern nach Ablegung der Verbandspriifung besucht und erfreuen sich reger Beteiligung.
Die Einrichtung des Fabrikraumes verdanke ich zum
Teil der B a d. A n i 1i n - u n d S o d a - F a b r i k , die der
D
n
Riihr- nnd Schiittelwerken montiert. Diese Tische, sonderlich auch zum Aufbau groaerer Apparaturen bestimmt,
werden von den Praktikanten sehr geschatzt.
In der technischen Abteilung ist zunachst im ,,Fabrikraurn'' die Moglichkeit gegeben, mit grofieren Material-
niengen zu arbeiten, sowie im Erdgeschoi3 Gelegenheit,
Untersuchungen auf metallurgischem, keramischem oder
gasanalytischem Gebiet auszufiihren. Ferner werden zurzeit 3--4stiindige Kurse in der Farberei sowie in technischer Analyse, im besonderen technischer Gasanalyse
abgehalten I). Diese Kurse werden von den Studierenden
1)
Auch w e r d m regelmBig physikalisch-chemische bunge en
vorgenommen (siehe Nordff ugel des Erdgeschosses).
Farberei den F a r b e n f a b r i k e n v o r m. F r.
B a y e r & C 0. in Leverkusen, wahrend das reich ausgestattete keramische Laboratorium einer Stiftung der
M a x R o e s 1e r A.-G. in Rodach entstammt.
Hinsichtlich der Einrichtung technisch-chemischer
Institute, die dem Unterricht und der Forschung dienen
sollen, halte ich es fiir verfehlt, wenn man die Laboratorien, wie dies hier und da geschehen, von vornherein
mit grotier, kostspieliger Apparatur fur alle moglichen
Zwecke ausstattet, die selten oder nie wirkIich in Benutzung genommen wird, teils auch nicht genomrrien
werden kann'und so nur den h u m beengt. Gewisse
Apparate fur immer wiederkehrende Operationen miissen
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Busch: DRB neue lnstitut fur angewandte Chemie der Univereitilt Erlangen
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_ _ . .-._
Lcitschrifl flrr
angewandte Cbemle
.. -. .
naturlich bereitstehen, irn ubrigen sind die Raurne so mit
Zuleitungen und Ventilation zu bedenken, daD sie fur
chemische Arbeiten und die Aufstellung jeweils erforder-
dungen Einrichtung und wissenschaftliche Arbeit des Instituts gefordert und zum Teil erst ermoglicht haben; ihre
Narnen sind auf der Tabula donatorurn aus einheirnischem
licher Apparate und Maschinen sich eignen. Daniit ist
schon gesagt, dai3 eine gewisse Anzahl von Reserveraurneri
vorzusehen ist.
Ich miichte zum SchluD nicht unerwahnt lassen, dai3
ich rnich bei der Ausarbeitung der Bauplane der sach-
Marnior in dem schonen Treppenhause des Instituts verewigt. Einen seltenen Schmuck gewahrt den1 Mittelbau
auch das von dem bekannten Berliner Kiinstler Prof.
M. R a b e s gestiftete, groi3e Tryptichon ,,Chernie" ( 5 .
Abb. 2).
zotupsslc%ioss.
--%+a
kundigen Leitung des Univ.-Rauanitmanns Dr. F.
S c h ni i d t zu erfreuen hatte; der Hohbau wurde vom
Oberbauverwalter G. L i c h t e n e b e r init Energie und
Urnsicht aufgefuhrt, wahrend bei der inneren Einrichtung
Oberbauarntrnann Dr. J. G r o o seine Erfahrungen und
Kenntnisse zur Verfiigung stellte.
Zu groDem Dank bin ich Freunden und Gonnern aus
der Industrie verpflichtet, die durch erhebliche Zuwen-
Nicht zuletzt gebuhrt dem bayrischen Staatministerium fur Unterricht und Kultus, insbesondere Sr. Exz.
Staatsrninister a. D. Dr. von K n i 11i n g und dem gegenwartigen Kultusrninister Dr. M a t t aufrichtiger Dank fur
die tatkraftige Forderung, die sie jederzeit der Errichtung des neuen Instituts haben zuteil werden lassen.
[A. 70.1.
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