close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Das Spektrum des von den Strahlen des Radiotellurs erzeugten Stickstofflichtes.

код для вставкиСкачать
32 7
5. Bas Spektrum d e s von den StTahJen
des RaddotelZars erxeugten. Stic7cstofflichtes;
vom B. Wa I t e z * .
(Aierro Tap. 111, Figg. 1-4.)
Sir W i l l i a m und Lady H u g g i n s haben gefundenl), drtB
das Spektrum des vom Radiumbromid ausgehonden Lichtes
mit demjenigen der Umgebung des negativen Poles einer mit
verdfinnter Luft gefiillten GeiBlerschen Rohre, d. h. also mit
dem des neyativen Glimmlichtes des Stickstoffs ubereinstimmt ;
und spater haben dann F. H i m s t e d t und (3. MeyerZ), sowie
auch der Verfasser und R. Poh13) gezeigt, daS ein derartiges
Licht nicht bloB von den Radiumkornchen selbst, sondern
auch von der in weiterer Umgebung derselben befindlichen
Luft ausgesandt wird.
Aucb die Luft, welche eine mit Radiotellur (Polonium) iiberzogene Metallplatte umgibt, sendet, wie ich Anfang Februar
v. J. zuerst erkannte, ein Licht aus, das zwar nicht mehr wie.
das vom Radium erzeugte mit dem Auge beobachtet, jedoch
mit Hilfe einer photographischen Platte verhaltnisma6ig leicht
nachgewiesen werden kann. 3 Die emittierten Wellenlangen
1) Sir W i l l i a m u. Lady H u g g i n s , Proc. Roy. Soc. 72. p. 196 u.
409. 1903.
2) F. H i m s t e d t u. G. BIeyer, Ber. d. naturf. Gesellsch. zu Freiburg i. Br. 16. p. 13-17. 1905.
3) B. W a l t e r u. R. P o h l , Ann. d. Phys. 15. p.406. 1905.
4) B. W a l t e r , Ann. d. Phys. 17. p. 367. 1905. Diese Abbandlung
wurde der Redaktion der Annalen erst am 21. April 1905 augeschickt,
da sie eine groi3e Zahl ziemlich lilngwieriger Versuche enthalt. - Ich msche
diese genaueren Zeitangaben, weil die gleiche Entdeckung mit einigen
kurzdauernden Versuchen von den Herren W. M a r c k w a l d u. K. H e r r m a n n der Deutschen Physikalischen Gesellschaft e'st am 2. Juni desselbcn Jahres - nicht am 2. Blai, wie unter der nberschrift der Abhandlung gedruckt steht - vorgetragen wurde.
328
B. Walter.
lagen nach meinen damaligen , auf Absorptionsversuche begriindeten Bestimmungen so gut wie ausschlieI3lich im Ultraviolett, und zwar in der Hauptsache zwischen 350 und 200pp,
einem Spektralgebiet, in welchem auch die starksten Wellen
des vom Radiumbromid erzeugten Stickstofflichtes liegen, so
daB schon H i m s t e d t und Meyer am Schlusse ihrer angefiihrten
Abhandlung die Ansicht ausgesprochen haben, daB das Radiotellur den Stickstoff zur Emission derselben Wellenlangen veranlafit wie das Radiumbromid.
Zu derselben Ansicht war auch ich schon bald nach der
Veroffentlichung meiner erwahnten Abhandlung gekommen,
konnte dieselbe jedoch in Ermangelung eines Qunrzspektrographen zunachst nic,ht naher begriinden. Nach Beschaffung
eines solchen Apparates, der ahnlich wie diejenigen der genannten Beobachter ein Cornuprisma von 60° und zwei plankonvexe Linsen von 15 cm Brennweite besa6, wurde nach
einigen orientierenden Aufnahmen fur den genannten Zweck
der Spalt des Instrumentes 0,2mm weit geoffnet, und so das
letztere 1464 Stunden (zwei Monate) lang einer von Dr. Rich.
S t h a m e r , hierselbst, frisch bezogenen, besonders kraftigen
Radiotellurplatte von 4 cm Durchmesser gegeniibergeste1lt.l)
Die letztere befand sich dabei in einem mit getrocknetem
Stickstoff von Atmospharendruck gefiillten Messingge'faB, und
ihre aktivierte Flache war sowohl parallel der Richtung des
Spaltes als auch parallel der Achse des Kollimatorrohres des
Spektrographen gerichtet , lag jedoch einige Millimeter seitwarts von dieser Achse, urn das vor ihr im Stickstoff entstehende Licht in moglichst groBer Ausdehnung in den Spalt
hineinzubekommen. Dasselbe hatte zwischen Platte und Spalt
noch eine, an geeigneter Stelle auf dem MessinggefaB aufgekittete Quarzplatte von 2 mm Dicke zu durchsetzen.
Spektrograph und Lichtquelle befanden sich in einem die
ganze Zeit iiber nicht beriihrten lichtdichten Schrank , der
seinerseits in einem inzwischen hochstens hin und wieder durch
schwaches rotes Licht erhellten Zimmer stand.
)
1) Uer bei Anlegung von 110 Volt an dieselbe zwischen ihr und
einer gleich grolen, in 15mm Abstand davon aufgestellten und an Erde
gelegten Kupferplatte iibergehende Strom hatte vor der Exposition eine
GrijSe von 1,06,
AmpBre.
Spekirum des Stickstofflichtes.
329
Das erhaltene Spektrum ist in der Fig. 2, Taf. I11 in ungefhhr dreifacher VergriiSerung darges tellt.
Ein zweites Spektrum wurde auf einem anderen Teile
dersel hen Platte dadurch entworfen , daB nach dem Vorgange
von K i m s t e d t und Me y e r drei Kornchen G i es el schen Radiumbromids in einem gegenseitigen Abstand von je 1 mm in einer
Reihe auf einer Glasplatte und dann diese selbst auf zwei vorspringenden Leisten des Spaltendes des Spektrographen befestigt
wurden, so daB die Kornchen 3 mm weit vor dem Spalt lagen.
Die Kornchen zeigten dem Spalt Flachen von ziemlich verschiedener GroBe, namlich bez. von rund 1,0 x 0,4; 0,6 x 0,3 und
0,4 x 0,l mm, wobei die langere Ausdehnung stets in der Richtung des Spaltes lag. Die Exposition dauerte - bei derselben
Spaltweite wie oben - 261 Stunden. Das erhaltene Spektrum ist in gleicher VergroBerung wie das Radiotellurspektrum
in der Fig. 3 der Taf, 111 dargestellt.
Auf einem dritten Teile derselben Platte entwarf ich dann
noch bei derselben Spaltoffnung das Spektrum des negativen
Glimmlichtes einer mit verdiinnter Luft gefiillten GeiSlerschen Rohre bei 10 Sekunden Belichtungszeit und 1,0 Milliampere Stromstarke. Bei der Entwickeiung der Platte zeigte
sich jedoch dieses letztere Spektrum derartig uberexponiert,
da8 es hier nicht mit wiedergegeben wurde. Ferner sei noch
erwahnt, daB die beiden in den Figg. 2 und 3 abgebildeten
Spektra im Original nicht wie auf der Taf. 111 genau untereinander lagen, sondern daB das eine dort um etwa 1mm
gegen das andere verschoben war. Die Ursache dieser UnregelmaBigkeit glaube ich darin suchen zu miissen, daB die
Feder, welche die photographische Platte yon hinten her gegen
den Kassettenrahmen driickte, nicht kraftig genug war und
auch zu glatte Druckflachen hatte, so da8 sich die Platte bei
dem mehrfachen Umsetzen des ziemlich schweren Spektrographen, das zur Anbringung der Radiumkornchen notwenhg
war, in dem Rahmen verschoben haben diirfte. Tatsachlich
konnte eine in die Kassette gelegte Platte schon durch einen
leichten Schlag gegen die erstere von einem bis zum anderen
Ende des Rahmens derselben verschoben werden.
Urn deshalb diese Verschiebung der Spektra 2 und 3 des
Originalnegativs wieder gut zu machen, wurde zunachst das
330
B. Walter.
letztere naturgetreu auf Bromsilberpapier vergrtjBert, dann die
Spektra auf diesem durch einen passenden Schnitt voneinander
getrennt und dieselben schlieglich auf ein Stuck Pappe so
untereinander gekleb t , daB die entsprechenden Banden genau
untereinander lagen, wie dies auf der Taf. I11 der Fall ist.
Als Vergleichsspektra hahe ich dann noch auf einer besonderen Platte bei derselben Einstellung des Spektrographen
- jedoch mit einer Spaltweite von nur 0,02 mm - einmal das
Spektrum des roten Anodenlichtes (Fig. 1, Taf. 111) und dann
dasjenige des blauen Kathodenlichtes (Fig. 4, Taf. 111) einer
G e i s s 1e r when Rohre aufgenommen, die aus Uviolglas (ultraviolettdurchlssigem Glas von S c h o t t & Genossen in Jena)
bestand, eine Lange von 130 cm, einen inneren Durchmesser
von 3 c m und als Elektroden an ihrem einen Ende eine senkrecht zur A c h e stehende Aluminiumscheibe von 13 mm Durchmesser, am anderen Ende einen in der Achse verlnufenden
Aluminiumdraht von 2mm Dicke und 4cm Lange hatte. Die
Rohre war mit verdunnter, getrockneter Liift von 1,06 mm Druck
gefiillt und wurde fur den in Rede stehenden Zweck jedesmal
1 Minute lang mit einem Strome von 2,O Milliamp. Durchschnittswert beschickt, der von einem durch Deprezunterbrecher
betriebenen 5 cm-Induktor stammte. Rohre und Spektrograph
waren fur beide Aufuahmen in unveranderter Lage, und zwar
so aufgestellt, daB die Scheibenelektrode der ersteren sich in
30 cm Abstand vor dem Spalte des letzteren befand, wahrend
gleichzeitig die Achse der Rohre senkrecht zur Richtung dieses
Spaltes, sowie auch zu der A c h e des Kollimatorrohres stand.
Zwischen Spalt und Rohre stand ferner noch - in unmittelbarer Nahe der letzteren - ein groBer Pappschirm mit einem
2 mm breiten und 3 cm langen Spalte, der nur dasjenige Licht
zum Spektrographen gelangen lie5, welches unmittelbar vor
der Scheibenelektrode bis zu 2 mm Abstand von derselben in
dem ganzen Querschnitt der Rohre entstand, ein Licht, das
bei positiver Scheibe schon rot, nach Kommutation der Stromrichtung dagegen blauviolett erschien.
Die Spektra, die auf dem Originaliiegativ naturlich genau
untereinander paBten, sind hier zum besseren Vergleich mit
denjenigen der Figg. 2 und 3 in derselben Weise wie diese
voneinander getrennt, und dann das Spektrum des Anoden-
Spektrum dcs Sh%stofflicAtes.
331
lichtes in Fig. 1 uber dem Radiotellurspektrum der Fig. 2,
dasjenige des Kathodenlichtes dagegen in Fig. 4 unter dem
Radiumspektrum der Fig. 3 angebracht.
Tatsachlich lehrt namlich schon ein fluchtiger Blick auf
die Taf. 111, dab, wahrend die mittleren und rechts gelegenen
Banden von 380,5--297,7pp (vgl. die Zahlen uber der Fig. 1)
in allen vier Spektren nahezu vollkommen ubereinstimmen, dies
fur die links davon gelegenen .Banden nicht mehr gilt, sondern
daB hier das Radiumspektrum (Fig. 3), wie auch schon von
Hrn. und Frau H u g g i n s betont wurde, mit dem Spektrum
des negativen Qlimmlichtes (Fig. 4), das Radiotellurspektrum
(Fig. 2) dagegen mehr mit dem Spektrum des Anodenlichtes
(Fig. 1) ubereinstimmt.
Am besten sieht man den Unterschied der beiden Spektra
2 und 3, wenn man zunachst in dem letzteren die beiden dicht
nebeneinanderliegenden Banden 380,5 und 391,4 ins Auge fafit,
von denen der Ort der letztaren - als ,,negativer" Bnnde unterhalb der Fig. 4 angegeben ist. Man sieht dann, daB in
dem Spektrum 3, zumal wenn man die zwischen den beiden
griiBten Radiumkiirnchen gelegene Luftstrecke betrachtet , wo
das Stickstoffspektrum nicht durch das Phosphoreszenzspektrum
des Radiumbromids selbst (vgl. H i m s t e d t und Meyer 1. c.)
uberdeckt ist, die Bande 391,4 wenn nuch schmaler, so doch
eher heller ist als die Bande 380,5, wie dies ja auch nach
der genaueren Zusammensetzung dieser beiden Banden i n der
Fig. 4 nicht anders erwartet werden konnte. Demgegenuber
ist nun in der Fig. 2 die negative Bande 391,4 zwar ebenfalls
in schwacher Andeutung aber jedenfalls ganz auBerordentlich
vie1 schwacher zu sehen, als die Bande 380,5; und es scheint
mir daher das Resultat dieser und der von meinen Vorgangern
ausgefuhrten Versuche, wie bereits oben gesagt, am besten so
ausgedriickt werden zu konnen, dab das Spektrum des vom
R a d i u m erregten Stickstofflichtes mehr rnit dem Spektrum des
n e g a t i v e n , das Spektrum des vom P o l o n i u m erregten Stickstofflichtes dagegen mehr mit dem Spektrum des p o s i t i v e n Lichtes
einer mit verdiinnter Luft gefiillten G e i s s le rschen R o b e iibereinstimmt.
Uber die theoretische Bedeutung dieser Resnltate enthalte
ich mich vorlaufig jeder Bemerkung; vielmehr will ich nur noch
332
B. Falter. Spektrum
des Stickstofflichtes,
erwahnen, daB auch eine mit getrocknetem, aus Ammoniumnitrit
hergestelltem Stickstoff von 2,90 mm Druck gefiillte Rohre an
ihren Polen in dem fraglichen Spektralgebiete genau dieselben
Spektra ergab wie die oben betrachtete, mit Luft von 1,06 mm
Druck gefiillte, und daB ferner auch die Spektra des Lichtes
an den beiden Polen der zwischen zwei Platinspitzen iiberspringenden, nicht kondensierten Induktionsfunken in dem
fraglichen Spektralgebiete in allen wesentlichen Stucken mit denjenigen der Figg. 1 u. 4 der Taf. I11 iibereinstimmen.
H a m b u r g , Physik. Staatslaboratorium, im Febr. 1906.
(Eingegangen 11. Februar 1906.)
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
1
Размер файла
301 Кб
Теги
stickstofflichtes, radiotellurs, spektrum, strahlen, den, das, des, von, erzeugten
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа