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Das Totalreflectometer.

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124
C Puljiricli.
des Bergkrystalls ; wegen der hier vie1 complicirteren Verhgltnisse musste die Darstellung noch unvollsthdiger ausfallen als fir Beryll. Die Curven E, und E, geben den
Verlauf der Dehnungscoefficienten in der krystallographischen
Symmetrieebene und dem dazu normalen Hauptschnitt (der
Y Z - und XZ-Ebene). I n letzterem findet sich Symmetrie
in Bemg auf die Krystallaxe, im ersteren nicht. Die Curven
T, und T, geben das Verhalten des Drillungscoefficienten an,
wenn man die griissere oder kleinere Querdimension in eine
Nebenaxe (Xi legt und die Langsrichtung durch Drehung
um dieselbe in der Symmetrieebene verschiebt. Die Curve T,
gibt dann noch zugleich den Verlauf des Drillungscoefficienten
fur ein mit der LIngsrichtung in die X-Axe fallendes Prisma,
wenn die grassere Querdimension alle miiglichen Lagen annimmt; sie zeigt eine ganz unerwartet grosse Vergnderlichkeit von T mit der Orientirung.
Die zur Construction benutzten Zahlen finden sich p. 718
und 719.
Die Figur fur Beryll ist im doppelten Maasstab gezeichnet, wie die fur Bergkrystall.
Da die Biegungen (oder Dehnungen) und Drillungen mit
den Coefficienten E und T proportional sind, so geben die
mitgetheilten Curven auch direct Aufschluss uber das Verhalten dieser Grossen.
XI. Dccs Totalreflectometer; urn C. P u l f r6c?t.
(111. Mittheilung.)
(Hierzn Tar. V Fig. 90.)
I n zwei fruheren Mittheilungen l) habe ich nachweisen
konnen, dass ein Glascylinder, dessen Mantel und obere
Grundflache gedchliffen sind, mit grossem Vortheile zur Bestimmung von Brechungsexponenten verwendet werden kann.
Denn es hat sich herausgestellt, dass die Mantelflilche des
Cylinders auf die Grenzstrahlen der Totalreflexion denselben
l j P u l f r i c h , Wied. Ann. 30. p. 193 u. 487. 1887.
Totalrejectometer.
725
Einfluss auslibt, wie die plane Austrittsflache eines Prismas.
Infolge dessen besass das mit Fernrohr beobachtete Grenzcurvenstuck die ihm wirklich zukommende Kriimmung und
erschien mit grosser Scharfe. Nur fur stark gegen die
Horizontale geneigte Grenzcurven konnte ein wesentlicher
Unterschied constatirt werden. I n solchen Fallen war die
Grenze verschwommen und erschien erst wieder scharf nach
Anbringung einer Verticalspalte vor dem Objectiv des Fernrohrs.
Diese thatsachlichen Ergebnisse haben zwar keinen Zweifel an der praktischen Brauchbarkeit des Cylinders aufkommen lassen. Indessen ist die Anwendung eines Qlascylinders zu wissenschaftlichen Messinstrumenten etwas Ungewohntes und uber den Gang von Lichtstrahlen durch denselben noch wenig bekannt, sodass ich glaube, dass der
Cylinder mit einem gewissen Misstrauen betrachtet wird,
solange nicht nach dieser Seite hin alle Bedenken gehoben
sind. Ich will deshalb versuchen, diese Liicke, insofern sie
unseren Fall betrifit, auszufullen.
1) Soweit die durch den Versuch gegebene Thatsache
uberhanpt noch eines experimentellen Beweises bedarf, sol1
ein solcher zuerst gegeben werden.
Der auf dem Centrirapparat des Totalreflectometers aufruhende Cylinder werde durch ein Prisma von 90° ersetzt,
dessen eine Kathetenflache, entsprechend der Grundflilche des
Cylinders, genau senkrecht zur Drehungsaxe orientirt ist. E s
ist ersichtlich, dass dann beim Drehen der Verticalaxe die
zweite Kathetenilache successive alle diejenigen Lagen einnehmen wird, welche den. 'vbrticalen, unendlich schmalen
Fliichenelementen entsprechen, aus denen man sich den Cylindermantel bestehend denken kann. Letzterer bildet die
innere Beriihrungsflache der sich drehenden zweiten Prismenebene. Man hat es somit in der Hand, den bei Benutzung
des Cylinders beobachteten Gesammteflect durch Drehen des
Prismas in seine Bestandtheile continuirlich zu zerlegen.
Man stelle deshalb das Fadenkreuz des Pernrohrs auf
die Grenze ein und drehe die Verticalaxe nach rechts und
links, wiihrend das Auge bestindig durch das Fernrohr sieht.
726
C. Ailfrich.
Bei den Versuchen, welche ich in dieser Richtung ausflihrte l),
blieb die Grenze stets sichtbar, selbst als der Qesammtdrehungswinkel einen Werth von ungefahr 120° erreichte.
Die horizontal liegende Grenzcurve zeigte dabei
n i c h t die geringste Verschiebung gegen das F a d e n k r euz. Sie verschwand schliesslich, als die Drehung einen
durch die Form der Prismenflachen bedingten Winkel uberschritt; eine Verschiebung trat aber niemals ein. Dieses
traf zu fur isotrope Medien sowohl wie fiir den ordentlichen
Strahl doppeltbrechender Krystalle. - Was den verhderlichen Strahl anbetrifft, beispielsweise fiir Quarz oder K d k spath, so war die schriig liegende Grenzcurve zwar scharf,
zeigte aber wie friiher eine der Azimuthalanderung entsprechende Wanderung. Um also zu einem Urtheil iiber den
Einfluse der Mantelflache zu gelangen, musste die Krystallplatte an dieser Bemvegung behindcrt werden. Geschah dies,
etwa durch Ankleben der Krystallplatte an einen Halter,
und wurde nun das Prisma vorsichtig darunter gedreht, so
tret bei Quarz eine zwar noch geringe, aber immerhin merkliche, bei Kalkspath schon eine bedeutende Verschiebung
ein. Die Burke derselben nahm zii mit der wachsenden
Neigung der Qrenzlinie gegen die Horizontale und entsprach
genau der Breite des verschwommenen Bandes bei Benutzung
des Cylinders.
2) Um zu einer Erklarung dieses verschiedenartigen Verhsltens des Cylindermantels den Grenzcurven gegeniiber zu
gelangen, habe ich das trigonometrische Verfahrcn eingeschlagen, welches auch schnell und ausreichend zum Ziele
gefiihrt hat. (Vergl. Fig. 20 Taf. V.)
Wir gehen von derjenigen Tangentialebene A 0 B des
Cylinders als Normalebene aus, welche senkrecht steht zu
der Einfallsebene VV des Apparates, und wollen versuchen,
die Brechung der Grenzstrahlen an einer beliebig gegen die
Normalebene geneigten zweiten Tangentialebene AOB’ zu bestimmen. Bus den Ergebnissen liisst sich dsnn leicht auf den
__
. _ 1) Benutzt wurde ein Prisma von 90°, wie aolche bei den einfachercn,
spcciell ftir chemische Zwecke gebauten Totalreflectometern verwendet
werden. Vgl. Wied. Ann. 80. p. 205. Anm. 1. (I. Mittli.) 1887.
TotalwfEectorneter.
727
Einfluss des Neigungswinkels 6 der beiden Ebenen schliessen.
Wie man sieht, reiht sich der eingeschlagene Weg direct an
die unter 1) besprochenen Versuche an.
F u r e i n S y s t e m u n e n d l i c h e r S t r a h l e n , wie es j a
bei den Grenzstrahlen der Totalreflexion vorliegt , i s t e s
gleichgltltig, w e l c h e n P u n k t d e r b r e c h e n d e n F l a c h e
m a n als A u s t r i t t s p u n k t a n s i e h t ; e s k o m m t n u r auf
d i e R i c h t u n g d e r S t r a h l e n an. W i r wahlen deshalb
einen der Schnittlinie beider Ebenen angehorigen Punkt,
etwa 0 in Fig. 22.
Mit Rucksiclit auf unser Experiment (p. 725) wollen wir
unter O C den mit der optischen Axe des Fernrohrs zusammenfallenden Grenzstrahl verstehen. Suchen wir nun fur
jede einzelne brechende Tangentialebene den Weg desjenigen
Lichtstrahles zu bestimnien , welcher nach seiner Brechung
den Strahl O C hildet. Es wird da.bei von besonderem Interesse sein, zu wissen, welchen Winkel die Strahlen mit
der Horizoutalebene bilden.
Tn der obigen Figur sei N N das Einfallsloth zur Normalebene A O B , und es moge sich dem ausseren Winkel i
der innere r = 900- e zuordnen. N’N’ sei die Normale 2ur
zweiten, unter dem beliebiqen Winkel 6 gegen die erste geneigten Tangentialebene AOB’. Legen wir durch Strahl und
Loth die Einfallsebene OCN’, so muss der Strahl O D einma1 in dieser Ebene liegen und mit der Normale ON’ den
Winkel T’ bilden, der mit dem Einfallswinkel i’ durch die
Beziuhung :
sini’
sin i - N
. .-_-sin T ’ - sin P
verkntipft ist. Es ist also:
sinr .
sin 1.‘ = sin % * s1n if.
Die entstandenen Rugeldreiecke C N ” und D’FN’ besitzen
je einen rechten Winkel, und es ist deshalb:
sin i
-=
SlIl 2’
siny,
und
sin x
=s h y ,
sm sr
7-7
sofern wir den gesuchten Winkel D O F mit x, und den Neigungswinkel der Einfalla- und Horizontalebene mit q be.
zeichnen.
728
c. Pulfrich.
Bus diesen Beziehungen ergibt sich aber leicht :
s i n s = sinr,
x = r = 90°- e.
Bei dieser Betrachtung kommt, wie wir sehen, die Grosse
des Neigungswinkels 6 ganz ausser Betracht, und es ergibt
sich das einfache Resultat, d a s s f u r siimmtliche T a n g e n t i a l e b e n e n d i e S t r a h l e n OD' auf dem M a n t e l e i n e s
K r e i s k e g e l s m i t d e r S p i t z e i n 0 l i e g e n miissen.
W e verhalt sich aber die Srtche, wenn wir nicht von
einem bestimmten Strahl ausserhalb des Glases ausgehen,
sondern umgekehrt die Brechung des gefundenen Kreiskegels
an einer beliebigen Verticalflache betrachten? Es lasst sich
nun ebenso leicht beweisen, dam, soweit der Kegel uberhaupt
zum Austritt gelangt, d i e g e b r o c h e n e n S t r a h l e n a u c h i n
L u f t d e n M a n t e l e i n e s K r e i s k e g e l s b i l d e n miissen.
In allen Fallen ist die Neigung eines jeden Strahles gegen
die Horizontalebene dem Austrittswinlcel i gleich, der mit
dem Einfallswinkel r = 90° - e durch das Brechungsgesetz
verbunden ist. Die Verticalebenen unterscheiden sich in ihrer
Wirkungsweise nur dadurch voneinander , dass die verschiedenen Kegel um ihre Axe A 0 gedreht erscheinen; ein Hervor.
treten eines Strahles aus der Mantelflache h d e t aber nicht statt.
Wesentlich anders muss sich die Brechung gestalten,
wenn wir nicht von einem Kreiskegel, sondern yon einem
beliehigen, etwa einem Kegel mit elliptischer Grundfliche
ausgehen. Denn da der der Hauptaxe der Ellipse entsprechende Grenzstrshl eine Verschiebung nach rechts oder links
erleidet , so kBnnen die von den verschiedenen brechenden
Flachen herriihrenden Kegelmantel nicht mehr zusarnmenfallen, wie das bei dem Kreiskegel der Fall war.
3) Sehen wir nun zu, mit welchen Strahlenkegeln man
es bei der Totalreflexionsmethode zu thun hat. Denken wir
uns nach dem Vorgange von d e S b n a r m o n t ' ) in 0, d. h.
im Glase befindlich, ein auf grosse Entfernungen accomodirtes Auge, und es werde das auf dem Cylinder aufliegende
Object ringsum streifend beleuchtet. Die Grenzstrahlen,
welche unter dem Winkel e die obere Planfliche verlassen
und
in 0 zusammentreffen, bilden den Mantel eines Kegels,
-1) de S B n a r m o n t , Pogg. Ann. 97. p. 456. 1856.
Totalr@ectometer.
129
dessen Grundflache dem Auge entweder als ein Kreis, eine
Ellipse oder Hyperbel um den Fusspunkt von 0 als Mittelpunkt erscheint. l) Diese sogenannten. Grenzlinien sind als
die Schnittcurven vom Grenzkegel mit der ebenen Qrundflache
des Cylinders zu betrachten. Fur alle isotropen KGrper und
fur den ordentlichen Strahl doppeltbrechender Krystalle Bind
die Grenzcurven vollkommene Kreise, und werden hier die
im vorigen Abschnitt entwickelten Beziehungen passen. Anders ist es hingegen fur den vergnderlichen Strahl der Krystalle. Die Form der Grenzcurven hangt hier wesentlich
von dem Charakter des Krystalls, insbesondere von dem
VerhBltniss des Brechungsexponenten ( N ) des Cylinders zu
den Hauptbrechungsexponenten des Krystalls ab.
4) Stellen wir dies mit den Ergebnissen des Abschnitts
2) zusammen, so sieht man, dass es in ersterem Falle
gleichgultig ist, ob wir durch die PlanflLche eines Prismas
oder durch die Mrtntelfliiche eines Cylinders hindurch die
Qrenzcurve der Totalreflexion betrachten. F u r den v e r b
derlichen Strahl aber muss eine um so grossere Verwaschung
des Grenzcurvenstiicks eintreten, je mehr der Grenzkegel
von der Form eines Kreiskegels abweicht, oder wie wir fruher
gesagt haben, je starker die Grenzlinie gegen die Horizontale
geneigt erscheint. Wir haben ferner gesehen, dass diejenigen
Qrenzcurvenstucke , welche den Hauptbrechungsexponenten
der Krystalle entsprechen, durch das Maximum der Scharfe
sich auszeichnen; und es 18sst sich dies ebenfalls mit den
Resultnten der gegenwartigen Deduction in Einlrlang bringen,
1) Das Experiment Iisst aich natiirlich nicht realisiren. Man kann
wolil den vollen Halbkreis des g e b r o chene n Strahlenkegels iiberschauen,
w e n n man d a s A u g e ttn d i e A u s t r i t t s f l i i c h e d i c h t h e r a n b r i n g t .
Als besonders geeignet zu diesem Versuche ernpfiehlt sich ein sogenanntes Fkflexionsprisnia, welches man mit seiner Hypothenusenfliiche cntweder auf ein Stuck weisses Papier legt (vgl. das Experinlent mit der planconyeren Lime Wied, Ann. 30. p. 194. 1887. Ann. 1) oder so gegen
das helle Fenster hi&, dass die Lichtstrahlen streifend eintreten. Die
A b b e ’ ychen DoppelprGmen mit Flussigkeitstropfen drtzwischen aind in
gleicher Weise verwendbar. - Diese Versuche sind auch insofern instructiv, als sie zur Erkliirtmg der Krummung der Frauuhofer’schen Linien
beitragcn.
730
C. Puprich.
da man praktisch die Curvenstacke in diesen Lagen als
Kreistheile ansehen kann.
Konnte somit nachgewiesen werden, dass der Mantel des
Cylinders die inneren Grenzkegelstrahlen gleichsam trichterformig vereinigt, so leuchtet einmal die Nothwendigkeit der
von mir angewandten Beleuchtungsart ein; andererseits findet
die grosse Helligkeit und Deutlichkeit , mit welcher die
Qrenzcurve erscheint, auch in diesem ITmstande eine Erklgrung, wenn auch der Hauptgrund anderswo zu suchen ist. l)
5) Aus den vorstehenden Resultat.en lassen sich far
unseren Cylinder einige nicht unwesentliche Schltisse ziehen,
die awh fur das Schleifen desselben von Belang sind. Zunachst ist ersichtlich, dass der Querschnitt ohne Bedenken
von der genauen Kreisform abweichen darf. Das schliesst
denn auch ein, dass bezilglich der Orientirung des Cylinders
dessen Axe nicht strenge mit der Verticalaxe des Apparates
zusammenzufallen braucht. Unbedingt nothwendig ist .nur
die Forderung, dass alle an den Mantel angelegten Tangentialebenen parallel zur Drehungsaxe des Apparates odcr des
Cylinders verlaufen, d. h. der Mantel muss vollkommen gerade
sein und darf keine Wellen zeigen. z)
Um die Glascylinder diesem Zustmde miiglichst nahe
zu bringen, werden dieselben mittelst eines von Ern. Mechaniker Wolz eigens zu dem Zwecke construirten und sehr
1) Vgl. P u l f r i c h , Wied. Ann. YO. p. 500. 1887.
2) Die fruher (Wied. Ann. YO. p. 202. 1887) beschriebene optische
Untersuchungsmethode mittelst eines kleinen Probegkechene liess die
Fehler eines noch nicht fertig polirten ,Cylinders deutlich hervortreten.
Zuni Schutz der Cylinderflachen empfiehlt es sich, statt einer Verschiebung das Gllschen excentrisch aufmlcgen und die Verticalaxe urn 180°
zu drehen. Die seitwarts hei7rortretende Fliissigkeit nehme man mit
Fliesspapier fort. Ich benutze diese Gelegenhcit , urn nochrnals auf die
Nothwendigkeit einer peinlichsten Sorgfalt bei der Behandlung der Flhchen hinznwcisen. Sonst hat die Methode keinen Werth. Um die Flussigkeiten vor Staub und Verunreinigungen zu schiitzen, habe ich Hrn.
G e r h a r d t in Bonn zur Anfertigung von Schutzglaschen veranlasst, deren
eingeschliffener Stopsel nls dunner Glasstab bis auf den Boden hinunt.erreicht iind sich am oberen Ende kappenartig uber den Hals des FliLechehens ausbreitet. Die beim Abheben des Stijpsels am Glasstabe haftende
Fliissigkeit ist fiir den vorlicgenden Zweck mehr als ausreichend.
Totalr$ecfometer.
731
empfindlichen Fiihlhcbels untersucht. Letzterer wird auf
den Support der Drehbank aufgesetzt und functionirt unabhangig von der Geschicklichkeit des Beobachters. Kann man
schon mit einem gewohnlichen Taster, den man auf den
Fingerspitzen balanciren liisst, bei einiger Geschicklichkeit
zu einem grossen Grade der Genauigkeit gelangen, so durfte
doch letztere Priifungsmethode hei einer Dickendifferenz von
ungefahr i/2 Hundertstelmillimeter ihre Dienste auch bei dem
geschicktesten Beobachter versagen. Ein ebensolcher Unterschied liisst den Zeiger des Fiihlhebels, der eine fast 2000fache Vergrosserung besitzt, noch urn nahezu 10 mm ausschlagen. Da die Cylinder so lange polirt wcrden, bis der
Zeiger kaum noch 1 inm Ausschlag anzeigt, so diirften die
Dickendifierenzen wohl auf 0,0005 mm ausgeglichen sein.
Setzen wir den Fall, die Dickenanderung erfolge stetig vom
oheren zum iintereu Ende des Cylinders, so wiirde fiir den
Oeffnungswinkel des Kegels der geringe Betrag von 3,6” sich
ergelen. Dieser Winkel mag sich verdreifachen und selbst
vervierfachen, wenn die Aenderungen nicht stetig verlaufen ;
einen messbaren Einfluss vermag diese geringe Wellenform
nicht auszuiiben. Denn da nur die Halfte des Oeflnungswinkels als Abweichung 6 vom brechenden Winkel 90° in
Die BeFrage kommt, YO betragt diese hochstens 8-10”.
rechnung der Brechungsexponenten nach der allgenieinen
Formel (cp = 90°f 3):
-n = sin cp 1/N2- sin’i - sin i. cos cp,
welche mit Riicksicht auf den vorliegenden Werth q sich
auch schreiben lasst:
n = VNT- sin2i f sin i . sin 8,
liisst aber erkennen, dass kaum die fiinfte Decimale des Brechungsexponenten beeinflusst wird. - Hiermit diirften denn
auch die Bedenken heseitigt sein, welche gegen die Moglichkeit der Herstellung eines Cylinders mit optisch guten Fliiichen vielleicht in manchem Leser entstanden sind. Denn
stellt man die erhaltenen Resultate den Beobachtungen insbesondere des Hrn. S i e b en1) gegeniiber, welcher gerade mit
~
1) Sieben, Untersuchungen uber anomale Dispersion, Bonn 1879.
732
C. Pulfiieh.
Rticksicht auf die Beeinflussung des Brechungsexponenten
durch Fehler im Schliff der Fltichen eine griissere Anzahl
Prismen untersucht hat: D e r Vergleich wird gewiss nicht
zu Ungunsten des Cylinders ausfal1en.I c h schliesse mit einer Zusammenstellung derjenigen
Anfgeben der Krystalloptik , fiir welche das Verfahren praktisch verwerthet werden kann.]) Die Anwendung des Apparates als Refractometer tritt dabei natiirlich in den Vordergrund.
Parallel zu den folgenden Anwendungen liluft das Studium der
die Totalreflexion begleitenden Polarisationsverh8ltnisse.
a) O p t i s c h e i n a x i g e K r y s t a l l e .
1) Messung der beiden Hauptbrechnngsexponenten an
einer beliebig gelegenen Schnittflache des Krystalls.
2) Experimentelle Prlifung der aus den Fresnel’schen
Gesetzen abgeleiteten Beziehungen fur die Erscheinungen
der Totalreflexion; desgleichen fur zweiaxige Krystalle.
3) Prufung der Lage einer Grenzebene, welche zur optitischen Axe parallel oder senkrecht sein soll.
4) Bestimmnng der Neigung einer Grenzebene ztir optischen Axe.
h) O p t i s c h z w e i a x i g e K r y s t a l l e .
5) Messung der drei Hauptbrecliungsexponenten an Grenzebenen, welchs wenigstens xu einer optischen Symmetrieaxe
parallel sein miissen.
6) Directe Bestimmung des Winkels der optischen Axen,
einschliesslich Dispersion derselben, an einer Qrenzebene
parallel z u der optischen Axenebene durch Einstellung auf
dep Durchschnitt der Grenzcurven , sowie Berechnung der
fraglichen Winkel aus den Hauptbrechungsexponenten.
7) Bestimmung des Winkels, welchen eine zu einer optiwhen Symmetrieaxe parallele Qrenzebene mit einer der beiden
anderen Axen macht.
8) Prufung der Lage einer Grenzebene, welche z u einer
optischen Symlnetrieebene parallel sein soll.
-_ __ __
p. 44; Verh. der Oberhessischen Ges. fur Natur- und Heilkunde. 18.
11. 149. 1884. Wied. Ann. 23. p. 316. 1684.
1) Nenerdings babe ich da.9 Totalreflectometer durch Anbringung
einer Vorstec*klupeauch zu directen s t a n r o s k o p i s c h e n Messungen verwendbar gemaeht.
Totalrejlectometcr.
733
Die Art und Weise, wie das Totalreflectometer die einzelnen Aufgaben zu losen vermag, ist nach den friiheren
Mittheilungen, in welchen dieselben zum Theil beriihrt worden sind, leicht verstandlich. Sieht man von den unter 2)
und 6) erwahnten Messungen ab, so gentigt fur alle anderen
Aufgaben die Einstellung auf die Maximal- und Minimallagen der Grenzcurven. Dieselben werden erreicht, wenn die
Einfallsebene eine optische Symmetrieebene, oder die Schnittgerade von Einfallsebene und Grenzebene eine optische Symmetrieaxe ist. 1) Diese Lagen, in welchen die veranderliche
Grenzcurve ihre Bewegung umkehrt , zeichnen sich gleichzeitig durch die grosste Schiirfe Bus. Man ist dabei lteinen
Augenblick xweifelhaft, ob man es mit den Extremgrenzcurven wirklich zu thun hat. Zudein wiederholen sich die
Erscheinungen nach jeder halben Umdrehung des Cylinders,
und ist man durch Mittelbildung im Stando, das Resultat
von dem Einfluss einer etwa vorhandenen fehlerhaften Lage
der Krystallflache zu befreien.
Gerade in die$er charakteristischen Wirkungsweise des
Cylinders bin ich geneigt, den Hauptvorzug des Totalreflectometers, insbesondere dem F u e s B - L i e b i s c h'schen gegeniiber,
zu erblicken. Es ist das ein Vorzug, gegen den die Busseren
Vortheile der Bequemlichkeit gering zu erachten sind, und
dem man gern die mehr oder weniger eintretende Triibung der
mittleren Curventheile nachsieht , welche fiir die Aufgaben
2) und 6) die Anwendung des Verticalspaltes nothig macht.2)
Der Vollstandigkeit halber erwahne ich zum Schluss
noch die Verwendbarkeit des Instrumentes zur Priifung planparalleler Glasplntten, bezw. Bestimmung der "eigung der
beiden Flachen mit Hiilfe des G a u s s'schen Oculars; seine
Verwendbarkeit zur Bestimmung des brechenden Winkel8 von
Prismen, und endlich zur Messung der Brechungsexponenten
von Prismen, welche das Licht starker brechen als der Cylinder,
nach der Methode des streifend eintretenden Lichtes.
B o n n , im Marz 1887.
_ _-
1) Vgl. Th. Liebiscli, Neues Jahrb. fur Min. etc. 2. p. 209 u.
203. 1885.
2) Vgl. Mittli. 1. 11. 198; Mitth. 2. p. 493.
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