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Das Verhalten des Calciumcarbids gegenber freiem Halogen und Schwefel.

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720
-
ZePsehr. far anger.
[ Chcmie.
41. J. 1928
Biesalski u. van Eck: Verhalten dea Calciumcarbids gegentber freiem Halogen u w .
wand gegen vorstehende statistische Zahlen vorwegzunehmen, sei betont, dai3 der Anteil der einzelnen Alterskategorien sich selbstverstandlich bei zunehmendem Andrang zu einem Studienfach in Richtung der jiingeren
Kategorien, bei abnehmendem Andrang in Richtung der
alteren Kategorien verschiebt. Fur das Fach der Chemie
ist ebenso wie fur das des Maschinenbaus das letztere
der Fall. Wenn dadurch also auch die hbheren Altersund Semesterstufen uber die Norm hinaus erhbht sind,
so behalten die Ziffern doch auf jeden Fall ihre Beweiskraft fur das, was hier in Frage kommt. Sie zeigen auch
im Vergleich zu den anderen Studienfhchern, dai3 das
Chemiestudium durchschnittlich heute liingere Zeit erfordert als irgendein anders Fach, mindestens so vie1
mehr, daD das praktische Jahr, das sich bei den Medi-
zinern und der Vorbereitungsdienst, der sich bei Juristen,
Philologen ww. an das Studium anschliefit, dadurch ausgeglichen werden. Es kommt noch hinzu, dai3 heute ein
sehr erheblicher Teil der jungen Chemiker nach der
Promotion, um uberhaupt Aussicht auf Stellung in der
Praxis zu haben, durch eine Hochschulassistentenstellung
hindurchgehen mui3, die auch als eine Art Vorbereitungsdienst aufzufassen ist. Wenn wir also aus den vorstehenden Betrachtungen eine Lehre von dauerndem Werte
ziehen wollen, so ist es die, daS der Chemiker auf Grund
seiner Ausbildung beanspruchen dad, im Staatsdienst
nicht hinter Juristen, Philologen usw. eingereiht 211
werden, nur etwa aus dem formalen Grunde, weil er
nicht durch eine oder mehrere Staatsprillungen abge[A. 113.1
stempelt ht.
Das Verhalten des Calciumcarbids gegeniiber freiem Halogen und Schwefel.
Von Dr. ERNSTBIESALSKI
und Dr. HENDRIE
v . 4 ~ECR.
Anorgnnisches Laboratorium der Technischen Hochschule Berlin.
(Eingeg. 21. Mai 1928.)
Nachdem wir in einer vor kurzem in dieser Zeitsclirift') erschienenen Abhandlung gezeigt haben, dai3 der
Kohlenstoff des Calciurncarbids auch mit andereln
Wasserstoff ala dem des Wassers in zum Teil grofierem
Umfange Acelylen, also organische Verbindungen bilden
kann, suchten wir durch Einwirkung von freiem Chlor,
Brom, Jod und Schwefel auf das Carbid einen analogen
Reaktionsablauf zu erreichen.
I. E i n w i r k u n g v o n C h l o r a u f C a r b i d .
Nach M o i s s a n 2 ) reagiert trockenes Chlor bei 231°
unter Ergliihen des Carbids und Bildung von Calciumchlorid und Kohlenstoff. Nach seinen Angaben sind aber
die Mengen des letzteren kleiner als die des Carbides,
und daraus laflt sich wohl trotz aller Kiirze die Bildung
einer organischen Substanz vermuten.
Wir lieDen zuerst gasfBrmiges Chlor bei gewBhnlichem Druck auf Calciumcarbid in einer Versuchsanordnung einwirken, die ganz aus Glas bestand und
mit Glasschliffen versehen war. Das ReaktionsgefaS in
Gestalt eines U-Rohres glich dem in unserer schon erwiihnten ersten Arbeit, in dem wir Wasserdampf auf
Carbid einwirken lieaen, nur befand sich im unteren
Raume des breiten Schenkels eine Lage Porzellankugelchen in Hohe von 2 cm, die mit zwei passenden
Porzellnnsiebchen bedeckt waren. Alle Teile wareii
sorgfaltig von Feuchtigkeit befreit, dann wurde scharf getrocknetes Chlor eine Stunde lang durch die ganze Versuchsordnung geleitet; jetzt erst wurde Calciumcarbid,
das wie friiher die gleiche Zusammensetzung, namlich
85,3% Calciumcarbid, 11,2% Calciumoxyd, 2,26!% in Salzsaure unl. Riickstand und 1,24% nicht bestimmte Anteile aufwies, auf die Siebchen geschtittet und neue
Chlormengen langsam durchgeleitet.
Erst bei dreitiigiger Erhitzung auf !Noin einem
Wasser-, spaterhin in einem Paraffinbad, waren weiI3e
Kristallchen in einem hinter dem ReaktionsgefaD angeschmolzenen Kiihlrohr, das in eine lange Kiihlschlange
auslief, zu bemerken, desgl. vorne im Reaktionsrohr,
wenn auf loo0 erhitzt wurde. Sie gabQn sich durch ihren
kampferartigen Geruch als Hexachloraethan zu erkennen.
Hohere Temperaturen, beispielsweise eine dreitatige Einwirkung bei 1600, bewirkte nur, dai3 eine
immer groaer werdende Kohlenstoffausscheidung eintrat, die, wie folgend& Analysenbeispiel zeigt, bis zu
51% steigen konnte.
--
1)
41, 278ff.
2)
Compt. rend. Acad. Sciences 118, 601.
Angewendetes CaC, . . . . . . . . 1,5530 g
Ausgeschiedenes C . . . . . . . . 0,2540 g
In noch unzers. Carbid vorh. C . . . . 0,2220 g
Sa.:
0,4760 g
In angew. Carbid vorh. C der Theorie . 0,4970 g
Bei diesen Verhaltnissen erfolgt also zwar die Einwirkung von Chlor auf das Carbid weit unter 250°, doch
bewegt sich der Reaktionsablauf sehr langsam und in
Richtung einer starken Kohlenstoffabscheidung, so dai3
fiir die organische Kohlenstoffverbindung nur ein geringes AusmaD iibrig bleibt, das sich auch nicht bemerkenswert andert, wenn flussiges Chlor aut Carbid be\
gew6hnlichemDruck einwirkt,was wir in einer entsprechenden abgeanderten Versuchsanordnung vornahmen.
Bessere Resultate aber ergaben sich wiederum erst,
wenn wir das v e r d i c h t e t e C h l o r u n t e r D r u c k
m i t d e m C a r b i d in kleinen, dickwandigen Glasrbhrchen z u r R e a k t i o n b r a c h t e n .
T a b e l l e 1.
Einwirkung von flhsigem Chlor auf Calciumcarbid unter Druck.
_
I
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C, CI. I Oew.-ol. Oew.-010
Ver- , Carbld- Gewlcht Elnwlr- Tempe- unzer- Ir\unbeu.I abge- Caln
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Carbld Oew.-O/o ner C Verb.
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In
1
2
3
4
5
, 0,7915
I 0,8740
0,3735
1,0060
0,3242 0,4030 30
~
I
aer.-o/.l
1000
I 40,5
1.1
58.4
'
1,8
Wie die Tabelle I lehrt, ist die Einwirkung auch hier
eine sehr langsame; bei hoherer Temperatur verlauft
sie zwar etwas schneller (vergl Spalte 5), doch wird die
Ausbeute an Hexachlorathan dann geringer (vergl.
Spalte 6 u. 8), d. h. es wird ein immer kleiner werdender
Prozentsatz von Kohlenstoff an der Bildung von Hexachloriithan beteiligt; auch bei gewohnlicher Temperatur
lai3t sich ein teilweises Ausscheiden von Kohlenstoff
nicht verhindern. Hexachlorathan lbst sich in fliissigen
Chlor, und da es selber verhaltnismaflig Ieicht verdampft, sind geringe Mengen Hexachloriithan sehr
schwer aus der Losung zu isolieren; doch gelang die
Bestimmung des Schmelzpunktes zu 186O (statt 187O
theoretisch), im tibrigen war unter dem Mikroskop die
Ausbildung rhombischer Tafeln zu erkennen, weiterhin
war der charakteristische campherartige Oeruch stark
und deutlich.
Lbschr.faranger*
Chde. ~LJ.QJ
Biesalski u. van Eck: Verhalten dea Calc:iumcarbide gegentlber freiem Halogen
11. E i n w i r k u n g v o n B r o m a u f C a r b i d .
Nach dem Verhalten des Chlors und, wie wir
gleich voraussetzen wollen, des Jods, sollte man eine
mittlere Stilrke der Reaktion beim Brom erwarten und
einen Verlauf, der zwar eine bessere Ausbeute an organischer Halogenverbindung erwarten lafit, jedoch die
Kohlenstoffabscheidung nicht unterdrucken wird. Aber
schon E. B a r n e s 3, fand etwas ganz anderes, namlich,
dafi schon bei gewohnlicher Temperatur Brom aus dem
Carbid fast quantitativ Hexabromathan bildet und
keinen Kohlenstoff abscheidet.
Wir brachten Brom bei gewohnlicher Temperatur
und gewohnlicheni Druck mil dem Carbid in verschlossenen Kolbchen zusammen, die zeitweise geschuttelt wurden. Die Vermutung, daD die gebrauchlichen Bromubertrager Kupfer, Aluminium, Eisen und
Jod eine Reaktionsverbesserung hervorrufen kljnnten,
bestatigte sich, wie die Tab. I1 lehrt, im allgemeinen nicht.
Fur die Analyse wurde nnch der Reaktion zunachst
in einem mit Xtzkali gefullten Exsikkator langsam Broin
evakuiert, darauf der Ruckstand im Soxhlet mil frisch
destillierlem Schwefelkohlenstoff ausgezogen,
was
immerhin erst nach mehr als neun Stunden mit zuletzt
frischen Mengen des Extraktionsmittels beendet werden
konnte. So ergaben sich schliefilich rhombische Prismen
von Hexabromathan, die gegen 2000 Zersetzung unter
Bromabgabe erlitten. Nach Absaugen des Schwefel-,
kohlenstoffs wurde dann das unzersetzte Carbid in der
schon friiher geschilderten Weise bestimmt, ebenso das
gebildete Calciumbromid, das mit dem der Theorie im
Prinzip iibereinstimmte.
Es ergibt sich also eine zwar sehr langsame Einwirkung des Broms, die aber doch bei gewohnlicher
Temperatur eine fast vollige Bindung des Carbidkohlenstoffs an Brom unter Bildung entsprechender Mengen
von Hexabromathan bewirkt; bemerkenswert erscheint
der Umstand, daD k e i n freier Kohlenstoff auftritt. Erst
durch die Einwirkung hoherer Temperatur im Bombenrohr andern sich diese Verhaltnisse. Die damit verbundene Abktirzung der Reaktionszeit erscheint ganzlich
bedeutungslos gegentiber dem bereits vblligen Verschwinden des Hexabromathans zugunsten grof3er
Kohlenstoffabscheidungen. Wiewohl Tetrabromiithylen
sich aus Silberacetylid und Brom bildet, konnte es bei
der Einwirkung von Brom auf Calciumcarbid niemals
beobachtet werden, was wohl eine Folge des groilen
Bromiiberschusses sein dtirfte.
E i n w i r k u n g v o n J o d a u f Carbid.
Da Versuche, das Calciumcarbid mit Jod bei gewbhnlicher Temperatur, u. a, durch Verreiben, zur Reaktion
zu bringen, erfolglos blieben, nahmen wir die Einwirkung von Jod in zugeschmolzenen Schiebrbhren vor
bei Temperaturen von 500 an (9. Tabelle 111).
3)
721
USW.
-
Chem. News 119, 281 [lQlQ].
Beim Offnen der Rbhren Nr. 1 und 2 gab sich ein
stark reizender Geruch zu erkennen, den wir auf Dijodacetylen zuriickfiihrten, das bei diesen Temperaturen
noch bestlndig ist und erst iiber 80° unter Druck rnit
starker Explosion in seine Bestandteile zerfallen kann.
Da von anderen organischen Jodverbindungen auch die
Bildung von Tetrajodathylen zu vermuten war, analysierten wir nach der Reaktion, soweit auch Dijodacetylen
vorlag, nicht durch Extrahieren mil siedendem Toluol,
in dem Dijodacetylen mit Jod Tetrajodathylen gibt, sondern schnell mit absolutem Xther. Nach vorsichtigeni
Verdampfen des Xthers bleibt ein Gemisch der schon
erwahnten Jodverbindungen iibrig, aus dem man durch
Umkristallisieren mit Eisessig das Tetrajodathylen in
gelben, glanzenden Blattchen erhalt'), dem nach Einengen der Mutterlauge weitere Mengen folgen.
Im Destillat is1 das Dijodacetylen, das durch Wasser
ausgefallt und durch Schiitteln zusammengeballt, filtriert
und abgepreijt werden k a n a Bei den geringen Mengen,
die wir an dieser Jodverbindung erhielten, konnte ein
nochmaliges Umkristallisieren aus Ligroin nicht vorgenommen werden, so daD der Schmelzpunkt zu 7 5 O den
der Theorie - 'iso - nicht ganz erreichte. Doch ist der
Geruch von Dijodacetylen so charakteristisch, daD schon
hierdurch die nahere Identifizierung moglich war.
Beim Offnen der Rohren, die bei loo0 und hoherer
Temperatur erhitzt waren, blieb dieser Geruch aus, und
hier extrahierten wir mit Toluol im Soxhlet, filtrierten
den Ruckstand, wuschen zur Entfernung des Toluols rnit
Xther, verdampften denselben und bestimmten das noch
vorhandene Carbid und in einigen Stichproben auch das
gebildete Calciumjodid, was zu zufriedenstellenden
Analysenresullaten fiihrte.
Die Toluollihung, die den Auszug enthielt, wurde
zur Entfernung von Jod nunmehr mit lO%iger Natronlbsung behandelt, im Scheidetrichter getrennt und zum
Auskristallisieren gebracht. Die Umkristallisierung aus
Xther ergab grofie, gelbe Prismen mit einem Schmelzpunkt von 1 8 8 O (Tetrajodathylen: 187O). B i 1 t z (1. c.),
der Jod und Calciumcarbid im Schiefirohr sechs Stunden
au? 170-20O0 erhitzte, zerlegte das uberschiissige Carbid
nach der Reaktion mit Wasser und bestimmte nunmehr
erst das Tetrajodathylen. Es ist dabei nicht ausgeschlossen, daD ein Teil des so gefundenen Tetrajodathylens sich erst sekundar bilden konnte, darum haben
wir die Entfernung der Jodverbindung in der geschilderten Weise vorgenommen. Die Tatsache, daf3 wir trotz
der dreifach langeren Erhitzungsdauer knapp dieselbe
Ausbeute wie B i 1t z erhielten, spricht nicht gegen
unsere Vermutung.
T a b e l l e 3.
Einwirkung von Jod auf Carbid.
4
I 0,4580 I 3,205
5
1,0420 110,715
4)
'30 sa.
115O 32,4
I
0
31,2
ig
160° 1 36,6
0
4,2
I
H. B i l t r , Ber. Dtech. chem. Oee. 30, 1200.
23,8
44
722
Bi+ki
u. van Eck: Verhalten des Calciumcarbida gegenllber freiem Halogen
UBW.
ZieRachr. tOr-w.
[chanla 4L J.
tm
verwirklichen. Wie der eine von uns mit einer derartigen Versuchsanlage spliterhin feststellte, erhUbt sich
dabei der Clewinn an Schwefelkohlenstoff auf 28,8 Gewichtsprozent der Theorie. Eine betrachtliche Ausscheidung von Kohlenstoff labt sich aber mch in dieseni
Falle nicht verhindern.
Z u s a m in e 11 f ;I s s u n g.
Die gesuchte Bildung einer organischen Verbindung
gelingt beim Einwirken der Halogene auf Calciumcarbid
im Htkhstmabe, d. h. nahezu quantitativ, und unter Ausschaltung jeglicher Kohlenstoffabscheidung nur beitii
B r o m (Hexabromathan), und zwar schon bei gewohnlicher l'emperalur, was zu einer Bestatigung der Versuche von B a r n e s (1. c.) fiihrt. Niedrige Temperatur
ist auch fur die Reaktionswirkung des Chlors gbstig,
aber es werden nur ungefahr 5% Hexachlorkohlenstoff
als Maximum erreicht, wesentliche Mengen von Kohlenstoff werden ungenutzt abgeschieden, die Hauptmasse
des Carbids aber bleibt unangegriffen; der Reaktionsverlauf bei Brom und Chlor ist so triige, dafl e r 3% bzw.
6 Monate beansprucht.
Wahrend in beiden Fallen hohere Temperatur fiir
die Erhaltung und Bildung von Kohlenstoffhalogenverbindungen durchaus schiidlich ist, bilden sich aus Jod
und Carbid erst bei 100-1600 unter erhbhtem Druck bemerkenswerte Mengen von Tetrajodathylen, die 34,7 bzw.
36,6% betragen, aber schon von reichlichen Mengen
freien Kohlenstoffs begleitet sind. Die Reaktionsdauer
ist bis auf 19 Stunden herabgesetzt.
Die M o i s s a n sche Angabe, dab Schwefelkohlenstoff sich beim Einwirken von Schwefel auf Carbid bei
500° bildet, kann sich nur auf Spuren dieser Verbindung
beziehen. Nur, wenn man bei niedrigerer Temperatur
arbeitet, bilden sich, wie wir zeigen konnten, Mengen von
Schwefelkohlenstoff, die bis zu 29% betragen.
Eine ErkMrung fur das verschiedene Verhalteti der
niit dem Calciumcarbid zur Einwirkung gebrachten
Agentien laDt sich allgemein auf folgende Weise geben':
1. Das betreffende Agens mufl adsorbiert werdeii,
uin an der Oberflache des Carbids zu wirken.
2. Das Agens dart durch die bei der Reaktion gebildeten Stoffe nicht verhindert werden, ins Innere des
Carbids zu gelangen, so daD die Masse auch an Stelleii
tieferer Durchdringung sich umsetzen kann.
Wenn das Gas oder die Fliissigkeit auf die OberT a b e l l e 4.
flache des Carbids trifft bzw. dort adsorbiert wird, wird
Eirrwirkug von Schwefel auf Carbid.
CaX, und C, gebildet. Dies C, kann a) sich zu schwarzeni
C t , polymerisieren; b) sich mit HI,CL, Br,, J,, S, verbinden. a verlauft viel schneller ale b, so dafl bei
grUt3erer Reaktionsgeschwindigkeit von Carbid mit deni
adsorbierten Agens die Reaktion nC, +Ct, weitaus liberwiegt. Durch dieses CS, wird die Oberflache des Carbids bedeckt und dieses gegen weiteren Angriff geschiitzt; vergleiche hierzu die Einwirkung von H,O bei
3000, von Chlor, von gasfurmigem HC1 bei hbherer Tenlperatur, d. h. der Umsatz kommt bald zum Stillstand.
Wenn aber die Reaktionsgeschwindigkeit von Carbid niit
Geniesseu an der gbstigsten Schwefelkohlenstoff- dem Agens klein ist, dann wird C, riiumlich und zeitlicli
ausbeute - siehe Versuch 3 der Tabelle IV - zeigt sich so verdiinnt auftreten, dat3 a langsam verliiuft und die
hier wie fast iiberall bei unseren Untersuchungen, dafi riiumlich voneinander getrennten CI-Teilchen mit dem
bei hoherer Temperatur und liingerer Erhitzungsdauer Agens bzw. mit dem H,, CIS usw. nach b reagieren
die Zerfallsgeschwindigkeit der gebildeten organischen kbnnen zu C-Verbindungen; siehe Br,, J,. Weil hierVerbindung eine Holle spielt. Gelingt es weiterhin, durch bei C, weggenommen wird, bleibt dementsprechend die
geeignete Kiihlung die Schwefelkohlenstoffdmpfe abzu- Oberflache des Carbids reaktionsfiihig zu weitergehenfangen und sie dem Reaktionsbereich zu entziehen, so dem Umsatz.
sollte sich auch ihre Ausbeute erhohen. Wenn man beiDie zeitliche und raumliche Anhaufung von CS bespielsweise das oben beschriebene Reaktionsrohr so urn- fordert also die Bildung von C,, und hindert damit in1
biegt, dat3 ein langerer Reaktions- und ein kiirzerer allgemeinen den weiteren Angriff der durch C,,, beKuhlungsschenkel entsteht, llflt sich das oben Vermutete deckten und geschiitzten Oberflllche.
wie der von 38,696 Tetrajod-iithylen kommt, mithin also
der Carbidkohlenstoff zu einem sehr wesentlichen Teil
mit dem Halogen die Bildung einer organischen Jodverbindung eingegangen ist. Gleichzeitig gelingt es, die
Reaktionszeitdauer auf nur I9 Stunden herunterzudrjicken.
Die E i n w i r k u n g von Schwefel auf Carbid.
Bei den vielerlei chemischen Einwirkungen auf Calciumcarbid, die schon fruher einmal untersucht wurden,
fehlt wohl selten die Angabe: M o i s s a n . So gibt es
denn auch bei der Schwefeleinwirkung eine Feststellung
von ihm (1. c.), daD das Carbid bei W im Schwefeldampf erglllht und S c h w e f e l k o h l e n s t o f f sowie
Calciumsulfid sich bilden.
Wir fanden, da0 bei 500° in heftiger Reaktion Calciumsulfid neben Kohlenstoff entsteht. Schwefelkohlenstoff jedoch konnten wir nur in kleinsten Mengen erhalten. Dagegen entsteht dieser bei 2600 reichlich.
Carbid und uberschiissiger Schwefel werden in ein
gegen Feuchtigkeit sorgfaltig geschiitztes, schmelzbares
Olasrohr von 30 cm Llnge eingewogen, das man an der
offenen Seite in eine dickwandige Capillare auszieht,
die nach den1 Evakuieren bei 13 mm Druck abgeschmo!Zen wird. Nach langsamem Erhitzen im Sandbad auf %Oo
scheint die Reaktion zu beginnen, bei 350° ist danii
schoR verdichteter Schwefelkohlenstoff oben in der Capillare zu sehen, so dat3 der eigentliche Reaktionsablauf
wie Tabelle IV lehrt, zwischen 270 und 3800 zu setzen
sein wird, also viel tiefer liegt, als bei der von M o i s s a n
nngegebenen Temperatur. So fanden wir bei 360°
und nur 1%stllndiger Erhitzungsdauer eine Ausbeute an Schwefelkohlenstoff von 19,8%. Nach dem
Erkalten wird das Rohr vorsichtig in fliissige Luft getaucht, gebffnet und der Schwefelkohlenstoff durch gelindes Erwarmen quantitativ in alkoholische Kalilauge
ubergetrieben. Das gebildete Xanthogenat wird nach
dem Neutralisieren durch Essigslure mit einer bekannten Kupfersulfatlosung (12,5 g CuSO. .5H,O i n
lo00 ccm Wasser) titriert und der Endpunkt durch
Tilpfeln mit Kaliumferrocyanid festgestellt. Die Bestimmung des unzersetzten Carbids und des ausgeschiedenen Kohlenstoffs, der hier, wie auch sonst, immer
amorpher Natur war, ergibt sich aus dem friiher Mitgeteilten :
L i r h r . fir mmw.
W e . 41. J. L9B1
Friedlaender:
723
Dae koxnmende Arzneimittelgeaetz usw.
Aber auch feste Produkte wie Calciumhalogenid
kUnnten eine tiefere Durchdringung dee Calciumcarbids
mit dem Agens verhindern. Hier werden die Halogenide
CaCl,, CaBr?, CaJ? in dieser Reihe zunehmend befahigt
sein, Halogen zu 1Usen; z. B. kann dies in Form von Perhalogenid eriolgen, so da9 auf diese Weise der Weg filr
das tiefer dringende Halogen nicht versperrt zu
werden braucht. Denn Brom und Jod, die einen
weit grofieren Umsatz an entsprechenden Kohlenstoffverbindungen liefern als Chlor, konnen beispielsweise mit Kalium Perhalogenid bilden, nicht
aber das Chlor.
[A. 92.1
Das kommende Arzneimittelgesetz hat mit
,,KurpfusCherei" nichts zu tun.
Wenn nach der Ansicht von R o j a h n nur Spezialititen in
den Handel gebracht werden dilrften, die ein neues A m e i mittel darstellen, eo hat dies mit der Volksqesundheit gar
nichts zu tun. Es ist dies lediglich der Wunsch extremer Kreine
der Xrzte und der Apothekerschaft, die i n dem Oberhandnehmen der Sh+zialitaten eine wirtschaftliche Konkurrenz erblicken und sich von einer Einschrhkung derselben eine
bessere Frequeuz ihrer Sprechstunden, die anderen eine
kviederbelebung der eintriiglicheren Hezeptur erhoffen. Ob
jedoch selbst dieae Erwartungen erfllllt wtirden, wird von
anderen stark bezweifelt.
Die vom Verfasser ausgespxchene Ansicht, da9 sich eine
llegistrierung ohne komplizierten Apparat schwer durchiiihren
IiePe, hat sich inzwischen durch die Erfahrungen der Praxis
als richtig erwiesen. Selbst in kleinen L h d e r n , in denen es
sich darum haudelt, eine ganz geringe Anzahl von Arznelmittelu nach den dortigen Bestimmungen zu registrieren, liegen
darauf hinzielende Antrlge voh mir bekannten Industriefirmen bereits seit zwei Jahren unerledigt da.
Die UnmSglichkeit der Durchfiihrung einer klinischen Erprobung der Anne4nittel-Speziali~tenist allseitig h g e t erkannt. Wie sollte a u k r d e m diese Bestimmung bei den bereits im Handel befindlichen Spezialitllten durchgefiihrt werden,
wenn man auch deren Zahl nur a d loo00 annehmen woUte?
Sollten diese bereits als erprobt gelten, so w i r e fllr sie im
Gegensatz zu den Neukommenden, die eine vielleicht jahrelange Karenveit durchmachen milBten, ein Monopol geschaffen. AuSerdem M r d e jeder Fortachritt und jede Verbesserung aufgehalten. Ee sind schon die Erfahrungen, welche
man k i der Auswahl von Spezialitllten zur Aufnahme in das
Vprordnungsbuch der Krankenkassen gemacht hat, nicht
ermutigend. Wird doch von vielen Seiten bestimmt behauptet,
dabei werde eine grab Interessenpolitik getrieben, und
pekunillre Zuwendungen und perebnliche EinflUsee spielten
eine grobe Rolle. Ea diirfie diee weiterhin eine Oeeetzesbestimmung sein, die ea der Grobinduetrie bedeutend leichter
und schneller ermUglichen wflrde, das schon lang ereehnte
Amt dea Totengrllbere filr die Klein- und Mittelinduettie auszullben. FIir die GroSinduetrie mit ihrem EinfluD und ihrer
Kapitalsmacht ware es jedenfalls leicht m(lglich, eine sofortige
und glatte Behandlung ihrer Praparate zu enielen. Kleinere
Betriebe hatten wahrecheinlich die grUBten Schwierigkeiten zu
llberwinden, M nur Uberhaupt die Annahme h e r Mittel zur
PrIlfung zu erreichen, n+h dazu mllbten sie eventuell w e r e
V e d g e r u n g e n und sonstige Behinderungen befiirchten.
Waa die chemische Nachprllfung der Bestandteile von
Anneimitteln betrifft, 80 wird jeder auf diesem Gebiet TPtige
wissen. dab manch eine Untersuchung nur e i n e s einzelnen,
vielseitig zusammengesetzten Prllparatea eine Doktorarbeit vnn
monatelanger Dauer wllre. In solchen F U e n , wo keine besonderen charakteriatiwhen und ieoIierbaren Bestandteile vorliegen, ist sie bisweisen Uberhaupt ein Ding der Unmbglichkeit.
Von Dr. Alb. F r i e d l a e n d e r .
In Nr. 17 der Zeitschrift fir angewandte Chemie bringt
Prof. Dr. R o j a h n , HaUe, lllngere Ausfiihrungen Uber Kurp h m h e r e i llnd Arzneimittelgesetz. Ich m k h t e dabei zunllchst
feststellen, daD R o j a h n sich insofern in einem lrrtum
befindet, als das in Vorbereitung befindliche Rahmengesetz Uber
den Verkehr mit Anneimittelu und Giften mit Kurpfuscherei
gar nichts zu tun hat. R o j a h n bezeichnet ja als solche ganz
richtig lediglich d i e Ausiibung der Heikunde durch Laien, sofern diese unter 8chwindeQaften und betruerischen Umstllnden
vor sich geht.
Auch die Regelung des Spezialitlltenwesens ist wieder eine
Angelegenheit fur sich, und daa erwllhnte Rundschreiben des
Reichsministeriums des lnnern vom 5. Juli 19'26 sol1 nicht etwa
als Unterlage fur das obenerwilhnte Rahmengesetz dienen.
Ehe aul Einzelheiten eingegangen wird, sei gesagt, daB
R o j a h n bei der Ausarbeitung des Artikels anscheinend nur
sehr einseiliges Material zur Verfllgung gestanden hat.
Andere seiner Angaben sind durch Ubereinstimmende VerUffentlichungen der a n der Arzneimittelversorgung interessierten Kreiee bereits iiberholt. Ich wilrde R o j a h n und ebenso
allen anderen, die sich fllr dieses Gebiet intereenieren, als eine
sehr sachliche Materialsammlung das vom Zentralverband
der chemisch-technischen Industrie herausgegebene Sonderheft
,,Pharmazeutik" empfehlen. In einer Anzahl sehr eingehender
und sechlich ausgefuhrter Abhandlungen ist darin dos ganze
Gebiet der Anneimittelversorgung und besonders des Spezialitatenwesens von allen Seiten beleuchtet.
R o j a h n erwllhnt unter anderem wieder einmal die
Fabriken oder Werke, deren Gesemteinrichtung aue einer
Badewanne beateht. Wer eine derartige Behauptung aufstellt,
dem mllbten doch wohl, wie man von seinem Verantwortungsgefllhl erwarten eollte, wenigstens e i n i g e b e 8 t i m m t e
derartige Flllle bekannt sein. Der Verfasser des Artikels
mUge also doch einmal auch nui einige unter den WOO0 im
Codex ,,Gehe" aufgefUhrten Mitteln aufzllhlen, auf welche seine
Behauptung zutritft. Es ware wirklich Wnachenswert, dab
dieses Marchen von der Fabrik rnit der Badewanne einmal
verschwindet und nicht mehr kritiklos und ohne jede Beweiserbringung von einem Aufeatz in den anderen Ilbernommen wird.
Wenn der Verfasser die Zurlickverlegung der ganzen
Anneimittelherstellung in die Apotheke ale ideal bezeichnet,
so ignoriert e r dabei die grofien Vorteile der modernen fabrikatorischen Herstellung in bezug auf Exaktheit der Mischung,
Genauigkeit in der Dosierung, praktische Einnehmeform, Verbesserung des Geschmackes, Haltbarkeit und besonders auch
Wirtschaftlichkeit.
Dab eine g r o h Anzahl von Spezialitaten weit unter dem
taxmllDig errechneten Preise geliefert wird, scheint lhm auch
nicht bekannt zu seinl).
Bei der Anfllhrung der Tatsache, daD andere Staaten bereits
Spezialitatengesetze geschaffen haben, miibte eigentlich auch
gesagt werden, zu welchem Zwecke diese erlassen wurden.
Ea haodelt sich namlich dabei bekanntermakn entweder um
die Enielung hoher Verwsltungsgebtihren, also um Geldbeschaffung, oder um U n d e r , welche eine schwach entwickelte
eigene pharmazeutische Industrie haben und diese durch Erschwerung der Einfuhr schlltzen wollen.
1) Bei den erst kllnlich am 19. April stattgefundenen Verhandlungen Uber Taxlnderungen trug Apotheker B o c k , der
Reraptrevisor filr Krankenkasfien tlltig ist, vor: .,Es wiirden
dellach our noch solche Spezialitllten von den Krankenkassen
m g e l a w n , deren Abgabepreis 20% unter dem einer gleichcutigen oder gleichwertigen Apothekeramei Illge."
*
*
*
Die Schriftleilung haf Herrn Qeh. B.t Prof. Dr. Thorns gebelen, sich zur Snche zu diupern. Herr T h o r n s schreibl uns
daraqhin lolgendes:
,,Die Einsendung von Dr. F r i e d 1 a e n d e r charakterisiert
den Standpunkt vieler mittlerer und kleinerer Betriebe, die sich
rnit der Darstellung von ArzneispezialiWen befassen, ist aber
anfechtbar. Zwar diirften auch einmlne Forderungen des
Prof. R o j a h n wohl kaum auf eine Erfiillung rechnen k6nnen.
Dab der schrankenlosen HerstellungsmUglichkeit von
Spezialitlten durch Nichtsachverstllndige ein Einhalt geboten
werden mub, ist die Ansicht aller einsichtsvollen Beurteiler
dieser Frage. Die Argumentation, dab durch die Einschrlnkung der Spezialitlllenherstellung die Existenz mittlerer und
kleiner Betriebe g e a d e t eei, und daS deshalb bei den
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