close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Das Weltgebude im Lichte der neueren Forschung. Von Dr. W. Nernst o. . Prof. an der Universitt Berlin. Verlag von Julius Springer Berlin 1921

код для вставкиСкачать
Kunstdtinger und Saaten ungemein crschwert. Die liltere Form der
Moorkultuf, die Fehnkultur nach hollandis~-hemMuster, beruht auf
dem Abbau des Torfes, der Vermisrhung des Untergrundsandes rnit
den obersten Schic-hten des Torfes, und bietet der Landwirtschatt
einen hervorragenden Kulturboden. In friiheren Zeiten hemmte der
geringe Torfabsatz den Forfschritt dieser Kultur, der jetzige Brennstoffmange1 gibt ihr einen ne,uen Impuls. Torfverwertung ist also
nicht Endzweck, sondern nur Ubergangsstadium.
Der A b b a u d e s T o r f e s kann von Hand (Handstich) und rnit
maschinellen Hilfsmitteln (Maschinentorf) gewhehen. Nur bei weitgehender Meclianisierung ist die maschinelle Gewinnung billiger als
der Stichtorf. Maschinentorf ist aber gleichmaaiger in der Zusammensetzung und vie1 divhter.
Storend bei diesen Methoden ist der hohe Wassergehalt des Rohtorfs (83-95"j0), der niir durc-h Lufttrocknung herabgesetzt werden
kann (auf 20-30°,',). M e Arbeit unzahliger ErFinder, die Beseitigung
dieses Wassers auf kiinstlichein Wege zu erreichen, ist bis jetzt erfolglos gehlieben. Vielleicht gibt fiir Gegenden, die fern von den
Kohlenvorkommen liegen, das Verfahren der ,,Ma?ruck' bessere
Erfolge, jedoch ist dies noch nicht erwiesen. Die vielfarh von den
dem tiegenstand Fernerstehenden gefoi derte Brikettierung ist. schon
in den funfziger Jahren, 20 Jahre vor der Braunkohlenbrikettierung,
technisch gelBst, aber bis jetzt niclit wirtschaftlich wegen zu hoher
Kosten des lufttroeknen Torfes.
Der T o r f a l s B r e n n s t o f F , besonders der aus dem Hochmoor
stammende aschearme Mawhinentorf hat sich vorziiglich bewiihrt.
Bei einem Heizwert von 3500 Kal. gibt er sowohl fiir sich sehr gute
Nuteeffekte, wie er schwer verwertbare Brennstoffe, mulmige Hohbraunkohle und kurzflammige Magerkohle, mit bestem Wirkungsgrad
leichter verwenden 1a5t. Sehr gute Ergebnisse sind mit der V e rw e n d u n g i m G a s e r z e u g e r erzielt, besonders i n der Glasindustrie
und auch i n der Eisenindustrie; in beiden Fallen wird die reine
Flamme gesrh3tzt. Auch hier ist der Zusatz von Torf bei dcr Ver
gasung von Rohbraunkohle oder von stark schlackcnder Steinkohle
wegen der Erleivhterung der Schiirarbeit geschltzt. Die Ve r g a s u n g
m i t N e b e n p r o d u k t e n befindet siiah noch im Anfangsstadium. Die
Gewinnung von T o r f k o k s geschieht im Meiler und in Retorten.
Torfkoks ist wegen der Schwefela mut, die ihn auszeichnet, bei der
Metallbearbeitung gein verwandt. Seine Erzeugung ist aber noch
gering und damit auch die der Nebenprodukte. Dieses Gebiet bedarf
noch griindlicher Bearbeitung. Ebenso ist es notwendig, durch Verbesserung der Gewinnungsme hoden den Torf zu verbilligen.
Zukunftsaussichten bietet auch das nahere Studium der chemischen Baustoffe des Torfes. In dieser Beziehung ist namentlicli die
Verwertung der ungeheuren Massen des w e n i g z e r s e t z t e n j i i n g e r e n M o o s t o r f e s wichtig, die im Hochmoor den eigentlichen Brenntorf iiberlagern. Sie finden schon jetzt Verwendung als T o r f s t r e u
und T o r f m u l l . Aber die Tat~ac~lie,dal3 in diesen Schichten ein
grofier Prozentsatz der urspriinglichen Ptlanzenstoffe noch erhalten ist,
bietet auch die Moglichkeit, durch chemische oder biologische Verfahren sie mehr oder weniger mittelbai, der Ernahrung des Menschen
zuzufiihren. Biolngische Versuche auf diesem Gebiete scheinen aussichisrcich, jedoch ist es notwendig, fur die praktische Verwertung
die i n Ersrheinung tretenden Voi gange noch besser zu beherrschen.
Bei all diesen Verwertungen bleibt aber immer das Hauptziel
und der H a u p t w e r t d i e S c h a f r u n g v o n l a n d w i r t s c h a f t l i c h
n u t z b a r e n i L a n d , das u n s f u r d en Wegfall der Kolonien als Siedlungsland entsch2digt und mit seinen Ertragen unsere Ernahrungsverhaltnisse zu bessern gestattet !
Kolloidchemische Gesellschaft.
Zur Grlindung einer ,,Kolloidcbemischen Gesellschaft" ist von
etwa 40 Vertretern der wissenst.haftlia.hen und technischen Kolloidchemie ein Aufruf unterzeichnet worden. Die Griindung soll gleichzeitig oder kurz vor der H u n d e r t j a h r f e i e r d e r G e s e l l s c h a f t
d e u t s c h e r N a t u r f o r s c h e r u n d A r z t e in Leipzig stattfinden. Anfragen sind zu richten a n die Schriftleitung der Kolloidzeitschrift
oder a n Prof. Wo. Ostwald, Leipzig, Brandvorwerkstr. 77. Nlhere Mitteilungen erfolgen i n der Kolloidzeitschrift.
Rundschau.
I
.Die W i i r m e "- A u s s t el l u n g f i i r T e c h n i k u n d W i r t s c h a f t
d e r W a r m e i n I n d u s t r i e , G e w e r b e u n d H a u s h a l t , Essen 1922,
vom 17. Ju n i a b vier Wochen.
Die Ausstellung umfaBt vier Abteilungen: Allgemeine Warmewirtschaft, Warrnewirtschaft in einzelnen Industrien, Wgrmewirtschaft im
Haushalt und Kleingewerbe, Betriebsiiberwachung und MeBwesen und
soll dem Fachmann und der Alleemeinheit einen uberblick Uber den
heutigen Stand der Warmewirtschaft gehen. Eine B e t e i l i g u n g a l l e r
I n d u s t r i e k r e i s e an d e r A u s s t e l l u n g ist i n hohemMat3eerwanseht.
Wegen der starken Nacbfrage und des verhlltnismM3ig beschrlnkten
Raumes rnuDte ein Zulassungsausschufl gebildet werden zur Au-wahl
bewahrter Veranschaulichungen und Ausfiihrungen in neuester Form.
Samtliches Ausstellungsmaterial ist bei diesem ZulassungsausschuD
durch schriftliche Anmeldung i n Vorschlag zu bringen. Anmeldungen
sind zu richten an die Ausstellung ,,Die Wkrne", E s s e n 1922, Norbertstr. 2.
on.
Das Rektorat der Montanisfischen Hochschule Leoben gibt uns
Kenntnis von einem Aufruf, dem wir folgendes entnebmen:
Die schwere wirtschaftliche Lage der Bsterreichischen Industrie
erfordert einen Ausbau und eine Vertiefung der Beziehungen zwiwhen
Praxis, Unterricht und Forschung. Die verantwortlichen Vertreter des
Unterrichts und der Forschung a n der Montanistischen Hochschule in
Leoben sehen mit schwerem Kummer, dai3 die Ausbiidung des Nachwuchses sowie die Pflege und Durchfiihrung von Anregungen, die sich
aus dem Verkehr zwischen Unterricht und Praxis ereeben, immer
schwieriger werden. Zu grofl ist der Mangel und die Notlage bereits
geworden, unter der die Institute der Montanistischen Hochschule
Leoben seit 1914 leideq. Den drohenden, zum Teil leider bereits
wirksam werdenden Gefahren zu steuern, erscheint es geboten, alle
jene Krafte, die an der Ausbildung des Ingenieurnachwuchses und
an der Pflege techrlischer Forschung Interesse und Anteil haben, zu
einer G e s e l l s c h a f t d e r F r e u n d e d e r M o n t a n i s t i s c h e n H o c h s c h u l e i n L e o b e n znsammenzufassen. Zweck einer solchen Gesellschaft sol1 sein, die Bediirfnisse kennenzulernen und jene unentbehrlichsten Mittel aufbringen zu helfen, die bei der UnmBglichkeit einer
befriedigenden staatlichen Ftirsorge beigestellt werden miissen. Deshalb
sieht sich der vorlaufig gebildete vorbereitende AusschuS in Anlehnung a n die bereits erfolgreich durchgeriihrtcn Bestrebungen a n
deutschen Hochschulen gleicher Richtung veraolafit, alle beteiligten
Kreise hierdurch dringend einzuladen, a n der griindenden Versammlung am 17. Juni 1. *J. 3 Uhr nachm. in1 Hochschulhauptgeblude in
Leoben teilnehrnen zu wollen.
Der Aufruf ist unterzeichnet von einer groDen Anzahl fiihrender
bsterreichischer Namen ferner von Dr. 0. P e t e r s e n (Verein deutscher
Eisenhiittenleute, Dlisseldorf), Generaldfektor Dr. A. V Bgler (Dortniund), Geh. Rdt Prof. Dr. F. W i i s t (Aachen).
ErhiJhte Analysenpreise. Die Mitglieder der Vereinigung selbstflndigerMetaUanalytiker Deutschlands haben infolge der weiter forlsehreitenden Veiteuerung aller Laboratoriumshilfsmittel vom 1. J u n i 1922
a b a u f i h r e n T a r i f v o m 1. N o v e m b e r 1921 einen A u f s c h l a g
v o n 150°1, e r h o b e n .
Neue Biicher.
I
Probenahme und Analyse von Eisen und Stahl. Hand- und Hilfsbuch
ftir Eisenhiittenlaboratorien. Von Prof. Dip1.-Ing. 0. B a u e r und
Piof. DipLIng. E. Deifl. Zweite, vermehrte und veibesserte Auflage. 312 Seiten mit 176 Abbild. und 140 Tabellen im Text. Verlag
Jul. Springer, Berlin. 1922.
Preis geb. M 118
Es gibt wenigstens ein halbes Dutzend gute Leitfaden zur Ausftihrung von Eisen- und Stahlanalysen. Das vorliegende Buch unterscheidet sich von den andern in der Hauptsache dadurch, das dem eigentlichen analytischen, von D e iB verfal3ten TeiIe ein solcher fiber die
Probenahme von Eisen und Stah1 von B a u e r vorausgeschirkt ist.
Beide Verfasser stUtzen ihre Ausfiihrungen auf ihre langen Erfiihrungen
im staatlichen Materialpriifungsamt in Berlin-Dahlem. Gerade den 1. Teil
mochte der Referent analytisch Etigen Chemikern zum Studium warm
empfehlen; weil hier der Cherniker nicht nur eine Anleitung zur Ausfiihrung metallographischer Untersuchungen el halt, sondern besonders
auch deshalb, weil er hier ganz zwanglaufig von der grol3en Wichtigkeit der richtigen, und zwar e i g n e n Probenahme tiberzeugt wird,
ohne welche die gauze Analyse wertlos sein kann. Auch der
analytische Teil bringt, wie die Durchsicht zeigt, eingehend alles
Notwendige far die verschiedenen vorkomnienden Untersuchungen
und ist durch einige Erweiterungen wieder auf zeitgemlfie Hi)he
gebracht. Auf Seite 289f. vermisse ich allerdings neben der angefuhrten L e d e b u r s c h e n Sauerstoffbestimmung einen Hinweis auf daa
wesentlich vollkornmenere 0 b e r h o f fe rsc he Vakuumverfahren und
irgendeine Bemerkung Uber den nur bedingten Wert des Verfahreos
von L e d e b u r . nberhaupt wiirde eine kritische Bewertung der verschiedenen Verfahren bei der Bestimmung mantaher Klirper dem Leser
sehr niitzlich sein. Sicherlich wird auch die zweite Auflage wieder
die frcundliche Aufnahme in Analytikerkreisen finden wie die erste.
Hervorgehoben werden m u6 noch die hervorragende Ausstattung des
Buches in bezng auf Papier, Druck, Lichtbildmaterial.
[BB. 31.1
B. Neurnann.
Das Weltgebliude im Lichte de r neueren Forschung. Von Dr.
W. N e r n s t , 0. 6. Prof. an der UniversitSt Berlin. Verlag von
Julius Springer, Berlin 1921. 68 8eiten.
geh. M 12
Die Schrift gibt im wesentlichen den Inhalt eines Vortrags wieder,
den der Verfasser in der Reihe der a n der preuhlischen Akademie
der Wissenschatten veranstalteten popularen Vortrlge und auhlerdem
im Wiener Ingenieurverein gehalten hat, und bildet die ausftihrlichere
Begriiudung und weitere Anwendung einer vorn Verfasser bereits auf
der Naturforscberversammlung in Munster 1912 vorgetragenen kosmischen Hypothese. E s handelt sich mit kurzen Worten darum, die
Welt vor dem ihr durch die klassische Thermodynamik erbarmungslos
zudiktierten Warmetod zu erretten. Die Erforschung der radioaktiven
Erscheinungen hat dem Warmetod gar noch die Aussicht auf einen
Materietod zugesellt. Jedoch erwachst a us anderen naturwissenschaftlichen Fortschritten der neuesten Zeit Cie ersehnte Hilfe.
Der E i n s t e i n s c h e n Ansicht folgend, dahl das Wesen der Masse
lediglicb durch Energieanhaufung bedingt ist, macht Ner n s t die
288
.. .
~~~
__
.
Annahrne, die gcsanite Mnterie bestehe aus ,,Nullpunktsenergie' (inneratomistische Bewegungen beim absoluten Kullpunkt), die sich mit
der Energie des Lichtaihers iln Gleichgrwicht befindet. Durch gelegentliche Schwankungen des Energirinhalts des I,icht#thers werden die
A t o m chemixher Elemente. und zwar hochatominer. eebildet die
dann unigekehrt durch d m kidioaktiven Zerfall wiider 'in die Nullpunktsenergie des Lichtsthers zurllckverwandelt werden. Das alles
natilrlicli in unvorstellbar groBen Zeitraumen. Somit w lre im Weltall
ein dauerndes Konimcn und Gehen der Materie anzunehmen; wlhrend
die olten Fixsterne allmahlich vergehen, bilden sich ircendwo in der
unendlichen Welt neue.
Es handclt sich im Grunde um das uralte Problem, das die
griechische Philosophie in den beiden Anlithesen der Eleaten und
Heraklits nufs schfirlsle zum Ausdruck brachle und durch Demokrits
Atomistik gelUst glaubte. Nun halten auch die Atome nicht mehr
stand; sie sind in den Strudel des L7drv.r~ ()et mit hineingezogen, und
nur die Gesnnitenergie behllt ihr zwar wandelbares, aber der Gesamtmengc nach unzersttii bares ,,Sein".
Die geistvollen Ausflihrungen, die nattirlich noch viele Einzelheiten
bringen, sind trotz der Schwierigkeit der behandelten Fragen SO allgemein verstiindlich gehalten, daf3 ein jeder Gebildete das Bilchlein
Lockemann. [BR. 2.1
nur mit hijchsteni GenuB lesen kann.
Natur d e r chemiscben Valenzkrilfte. Von J o h a n n e s S t a r k . Leipzig,
S. H i r ~ e l ,1932. 27 S., 4 Figuren.
geh. M 10
Das Schriftchen gibt einen i n den Siemens & Halske- und SiemensSchuckert-Werken gehaltenen Vortrag wieder. Es beschrlnkt sich
nicht auf einen blofien nericht, sondern bringt neue Gedanken und
Anregungen.
Der Verfiisser wendet sich, wie schon Mlrzlich in seinem NobelVortrag, geocn die allzu optimistische Beurteilung und Verbreitung
der R u t h e r f o r d - B o h r s c h e n Atomtheorie, die zu einer Art Modesache geworden sei. ,Um so mebr ist es im lnteresse einer gcsunden
Entwicklung der physikalischen und chemischen Forschung notwendig,
daB ouch Stimmen laut werden, welche auf ihro theoretischen
SchwEchen und auf ihre Unhaltbarkeit gegentlher der Erfahrung
hinweiscn." Sie versage i n wichtigen Punkten. So sei es ein ungeliistes I<litsel, warrim die urn den positiven Atomkern krelsenden
Elektronen nicbt durch Ausstrahlung elektromaenetischer Energie,
\vie auch durch Enerpieaustiiusch mit anderen Atomen infolge thermischer Zris;itnIllc.nstiific dauernd Energic einbul3tcn. Die chemische
Ilinduug weide von der I t u t h e r f o r d - l ~ o h r s c h e n Thcorie nur im
rinf;lclistcn Falle, beim Rasscrstoffmolekiil - und auch da nicht voll
bcfriedigend -, erkliirt. Andcrcn Problemen gegcnubcr, z. B. ails der
org:inischen Cheinio, sei die Theorie hilflos. So l a s e sie hei der
doppeltcn Bindung zweier Kohlenstoffatome freie Reweglichkeit dieser
Atome urn d i r \'crbindungs;ichse erwarten, wiihrend doch alle Erfahrungeu auf einc gcwisce Starrheit hindeuteo.
Herr S t a r k verlritt die Ansicht, da13 seine Bltere ValcnzelcktronenIlypothese, dic ja iibrigens in ihrer GIundll+ge von den Anhiingern
dcr R u t h e r f o r d - B o h t s c h t n Theorie fibernommen sei, auch heute
noch den Ikdiirfnisseii dcr Chemiker besser geniige. Hekanntlich
fiihrt sic: die Verltniipfung zweier chemiseher Atome nuf r u h e n d e
Valcuzelelitronen zuruclc, deren Kraftlinienfelder sich an positive
Stcllen des eigcnen uod des fremden Atoms heften und dadurch die
AtombintlunLr bcwirken.
Allerdinps maclit es Schwieriekeiten zu
erltlsren, wTeso sich d a s Valenzeiektron an der AuRcnflache des
Alomrirumes hiilt, ;inst;itt unter der Wirknng der entgegengcsetzten
elc1;trisehen Ladungen in den positiven Atomkern hineinzustiirzen.
h1;lri mulS eine unbekannte Kreft voraussetzen, welche bei den kleinen
hier in Fr:ige kommenden Enlfernungen dcr elektrischen Anziehungskralt cnigr,gcnwiikt. H e r r S t a r k hatte cs friiher vermieden, Annahmen iibcr diese ratsclliafte Kraft zu machen. Jetzt lufiert er nun
die Yerrnutung, delJ im Innern der Elektronen und der positiven
Element:irteilctien, infolgedesscn auch in deren niichster Umgebung,
dauerude kreiscude Bencgungen von Energie stattfinden. Bei groBer
Annaherung erfuhren die Energiestromungen im Elektron und positiven Atomrest Veviinderungen, welche einc ,,innerkinetische Abstol~rrngskraft" verursacheo. Die ubstofienden Kriifte uaren also arich
hier kinelischer Art, jedoch nicht wie bcirn I l u t h e r f o r d - B o h r s r h e n
Atommodell durch Hewegung des ganzen, starr gedachteo Elektrons,
sondern durch eine innere Uewegung der Elektronen und positiven
Hcstandteile hervorgerufen, wobei die Gesanitfigur des Atoms iiu8erl i t - l r in Huhe bleibe. .?,ollte d,as Ventiindnis der Pla nc ksc be n
Qriantenbeziehung fiir die Anderung dcr Energie eJenientarer Strahlung
i h r e Deutung finden i n der inneten zyklischen Bewegung der elektrischen Quanten u n d der festen VerkoIipfuog ihrer inneren Eigenfrequonz mit dcr nn ibnen sitzeuden Energie'?"
Herr S t a r k nieint sclbst, daB es sich hier n u r urn eine erste
,kliiglichkeit zur Aufklarung einer f u r das Valenz-Kraflgleic-bgewicht
grundlegendcn Eigcnschztft der elektrischen Quanten' handelt. Es
bleibt abruwarten, oh dieser Keirn entwicklnngsfihig ist, ob iusbesondere die S t a r k s c h e Hypothese Vorziige vor der R u t h e r f o r d I(ohrsclien hat. Wenn diese zwar auch i n der Behandlung der chemischen I%indungneuerdings nicht recht vorangekommen ist, so darf
man doch nivht vergessen, daB sie auf anderen Gebieten, z. B. der
Spcktrendcutung und Elektronenabspaltung, tiberiaschcnde und unbestreitbare Erfolgc erzielt hat.
Alfred Stock. [BB. 77.1
Verlag Cbemie 0. m. b. H., Lelpzig.
[
Ncuc Apparatc - Verein deutscher Chemiker
.
.
~.
-.__.
. -. .. .-. .-..-
- Verantworllicher
.
..
Zeiischrift fnr
angewandle
- Chemio
- .
~
~~~~~~
Neue Apparate.
~
-I
Eistopfe fUr den Laboratoriumsgebrauch.
Von I l e i n r - i c h B i l t z .
(Eingeg. 19 15. 1912.)
In den Iahoratorien wurden als EistUpfe friiher GcflDe aus Papiermasse verwendet. Diese fehlen jetzt im Haodel. Ich habe deshalb
die D e u t s c h e n T o n - u n d S t e i n z e u g - W e r k e A.-G., Berlin-Charlottenburg, Berliner StraBe 23, veranlafit, entsprechende G e f a e aus
Steinzeug zu fertigen; und zwar 1) Geflfie von etwa 5 1 Inhalt, innen
20 cm Durchmesser und 15 cm H6he bei 1 cm Wandstarlce (Preis
zuneit etwa 25 M) und 2) GefaBe von etwa 3 I Inhalt, innen 2 0 c m
Durchmesser und 9'1% cm HUhe bei 1 cm Wandstlrke (Preis zurzeit
etwa 20 M). Der Rand dieser Gefllle ist verstlirkt.
Diese G e M e sind sehr widerstmdsfahig, haben sich bei Iangerem
Gebrauche vortrefflich bewahrt und kSnnen empfohlen werdcn.
Soffittenbeleuchtung 'fur Analysenwagen nach Strohlein
.
Beim Aufstellen von Analysenwagen ist die Wahl des Platzes
oftmals schwierig, weil RUcksicht genommen werden mu0 auf giinstige
Licbtverhiiltnisse. Meistens ist 1,ichtmangel zu Uberwinden. sei er
hervorgerufen dorch ungunstige Hauart des Laboratoriums oder durch
Hcreinbrechen der friihen Abendstrinden in den Winlemonaten.
Die S t r t i h l e i n s c h e Soffittenbeleuchtungbeseitigtderartige Miingel.
Sie besteht aus einem pnrabolischen Gehause, welvhes mit zwei lichtstarken elektrischen Riihrenlarnpen a u q x l l s t e t ist, die durch eine
seitliche Schalierdose nach Relieben ern- und ausgesebaltet werden
ktlnnen. Ein geeigneter Spezialliickuberzug bewirlit, dab die Lichtrnenge nach unten rcflektiert wird, so daB Reitetlineal und Skala
genugend erhellt werden, urn ein sicheres, u i beeintt
~
Ichtigtes Ablesen
zu eriniiglichen. Die neue Soffittenbeleuchtung, die an jede vorhandene Lichtleitung angeschlossen a e r d e n kann, niacht den Arbeitenden also vollstlndig unabhIngig voni Tngeslicht.
I
,
;,
I
I
Verein deutscher Chemiker.
Bezirksverein Frankfurt a. M. Sitzung vom 29. 4 19'22. (GenieinSam mit der Chemischen Gesellschaft.) Vors. .J. v. Braun, Schriftf.
E'. Hahn. Anwesend etwa 100 hlitglieder und Glste. Nach Vtroffentlichung der Einladung in der Zeitschr. f. angew. Chem. wurde Herr
Yopp zu einer Schn.i1r~eIichtsverhaiidlringnavh Kassel gerufen, nach
Versendung der Einzeleinladungen erkr.tnkte Herr l'illnianns, so daW
ftir beide Vortrage Ersatz besc-hafft werden rtiuDle; die Herren Speyer
und Hahn sprangen ein.
Gcschaltliches: 1. Der Antrag auf Anderung der Eatzung (betr.
rechtzeitige Festsetzung des ~Jahresbeitrages) wird erst im Vorstand
beraten und sntzungsgemafi nach zwei Monalen zur Abstimmung gebracht werden. - 2. Zur Aufnahme in den Bezirksverein haben sich
folgende Mitplieder des Hauptvereins gemeldet: Dr. P. Hartrnuth,
Mainkur; Dr. Ci. Milnch, W. Dcderichs, E. Kaiser, F. Nachreiner, Dipl.Ing. W. Hendrich in Griesheim, Dr. H. Popp zur Xufnahme in H;iuptund Bezirksverein.
Vortrage: E. S p e y e r : .,Studien in der Oxykodeinonreihe" (wird
auch in Hamburg vorgetragen werden). F. H a h n : ,,Eine eigenartige
katalytische Reaktion als Nachweis und Besfimmung kleinster
Hahn.
Kupfermengen'
I.
Bezirksverein Braunschweig. Am 26. Mai d. J. wurde auf Antrag von I)r. K ra riss dcr Bezirksverein R r a u n s c h w e i g des Vercins
deutscher Chemiker gegrifndet. Anwesend waren 32 Milglieder.
Dr. S e r g e r befhrwortet den Antrag und bctont, daS die Hraunschweigisehe Chemische Gesellschaft (vgl. S. 2483 keineswegs im Gegensitz
zu dem neuen Rezirksverein sllnde, sondern sich an diesen eng anlehnen wird. Die Sitzungen werden gemeinsam abgehalleti, der Vorstand ist fur den Rezii ksvcrcin und die Cheniische C;esellschaft der
gleiche. Die vol gelegten Satzungen werden gutgeheiiien. ErgehniJ
der Vorstandnwablan: Dr. F. K r a u ss, Vorsitzender; Dr. S e r g e r, Fabrikdirektor, stellvertretender Vorsitzender und Schriftftihrer; Dr. K ti t t n i t z , Kassenwart; Beisitzer: stud. chem., Kukenthal; Vertreter im
Vorstandsrat: Dr. K r a u s s ; Stellvertreter: Dr. S e r g e r . SchluB der
Sitzung 9 Uhr.
Dr. K r a u s s .
Gchriltleiter Prof. Dr. A. B i n z . Berlin.
- Druck
-
YOU
J. B. Hirschfeld (A. Pries) in Leipzig.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
2
Размер файла
417 Кб
Теги
forschungen, prof, neueren, der, university, julius, nernst, weltgebude, springer, verlag, das, von, 1921, berlin, lichte
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа