close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Der bergang der Arzneimittel in die Milch und des Nahrungsfettes in das Krperfett.

код для вставкиСкачать
asit
XXIII.
28. Jahrgang.
Juli 1910.]
1347
Weeenberg: abergang der Arweimittel in die Miloh.
dinpten EngleirhmLBigkeiten unabhangig. Die bisher erhaltenen Zahlen depten, wie W 0. 0 s t w a 1 d
gezeigt hat, auf reine A d s o r p t i o n s v e r b i n d u n g e n hin. Jedoch kann erst die weitere Priifung'zeigen, oh nicht au5erdem noch die Bildnng
bestiminter chemischer Verbindungen anzunehmen ist.
Die Auffassung der Vulkanisationsvorgange
vom Standpunkte der Gleichgewichtslehre fiihrt zu
der Vorstellung, daD die Reaktion zwischen Kautschuk und Schwefel auch bereits bei n i e d r i g e r e n W ii r m e g r a d e n als dem Schmelzpunkte
des Schwefels wenn auch mit geringerer Reaktionsgeachwindigkeit erfolgen miisse. I n der Tat deuten
einige auf V e r a n l m n g von M a r t e n B angeatellte
Dauerversuche darauf hin, daI3 die Reaktion tereits
bei etwa 70" nach einigen Tagen in merklichem
MaBe stattfindet.
Andereraeits liegt die Annahme nahe, daB es
auch moglich sein miisse, die Reaktion unter bstimmten Bedingungen umzukehren, d. h. dem
vulkanisierten Kautschuk auch den gebundenen
Schwefel wieder zu entziehen. Auch hierfiir haben
sich Anhalbpunkte ergeben, die viclleicht fur die
"heorie der R e g e n e r a t i o n s p r o z e a s e von
Altgummi von Bedeutung werden konnen.
[A. 133.)
Der Ubergang der Arzneimittel in die
Milch und des Nahrungsfettes in das
Kiirperfett.
Von G. WESENBERG,
Elberfeld 1).
M. H.! Infolge der groBen Bedeutung, welche
dem n e r g a n g e der Arzneimittel in die Milch zukommt, und besonders im Hinblick darauf, daB die
verschiedenen Filcher (Medizin, Veterinarmedizin,
Hygiene, Physiologische Chemie, Nahrungsmittelchemie und Landwirtschaft) a n dem Ausbau unserer
Kenntnisse dieses Gebietas mitgearbeitet haben,
miichte ich Ihnen eine zusammenfessende h r s i c h t
iiber den Stand unserer diesbeziiglichen Kenntnisse
bringen, um dabei auch einige eigene Beobachtungen zu erwiihnen.
Wenden wir uns zuerst den n o r m a 1 e n B e s t a n d t e i l e n d e r M i l c h a s c h e z u , so ist
zu betonen, daB man dieaer bis vor kurzem, obwohl
gerade ihr eine besondere Bedeutung fiir den Aufbau dea kindlichen Organismus zukommt, nur verhdtnismiiI3ig geringe Beachtung geschenkt hat; besonders ist ea der Gehalt an K a 1 k und E i s e n ,
der hierfiir so ungeheuer wichtig ist.
Jiingst hat H u n ii u s 2) nachgewieaen, daB
der K a l k g e h a l t der Frauenmilch nicht unwesentlichen Schwankungen unterliegt - er ermittelte 0,0333--0,0518% CaO bei verschiedenen
Frauen; der Gehalt bei dem einzelnen Individuum
ist aber eine konstante GroBe und kann durch
kiinstliche Kalkzufuhr nicht wesentlich beeinfluBt
1) Vortrag gehalten auf der Hauptversammlung des Vereins deutacher Chemiker zu Miinchen
am %./5. 1910.
2) Biochem. Z. 22, 442 (1909).
werden. H u n ii u s iiuBert sich dahin, daB durch
die Kalkarmut mancher Frauenmilch die Entatehung
der englischen Krankheit bei dem Kinde verursacht
oder begiinstigt werden konnte. Die Frauenmilch
enthalt zwar weniger Kalk als die Kuhmilch nach B u n g e 3), weil das Kind langsamer wiichst
als das Kalb -; der Kalk der Frauenmilch wird
aber vom Kinde besser ausgenutzt, als derjenige
der Kuhmilch4). hnlichiwie beim Kalk liegen die
Verhaltnisse beziiglich des E i s e n g e h a 1 t e s ;
der gleichfalls nicht willkiirlich durch F'iitterung
mit Eisensalzen erhoht werden kann, wie - in Bestiitigung alterer Versuche von K u n k e l h ) neuerdings wieder C. M a i a), sowie F e n d 1 e r ,
F r a n k und S t ii b e r 7 ) durch Versuche mit
Eisenpriiparaten a n Kiihen nachgewieaen haben.
Dagegen kann bei Kiihen durch Verfiitterung von
p h o s p h o r s a u r e m K a l k ( 5 0 g pro Tag)
die P,O,-Menge in der Milch, wenn auch nicht wesentlich, erhoht werden (H e D und S c h a e f f e rs).
Von den A r z n e i m i t t e l n ist wohl am
meisten der Ubergang der J o d s a 1 z e in die Milch
studiert, da deren Nachweis ein verhiiltnismiiDig
einfacher ist. Schon nach Eingabe von kleinen
Dosen Jodkalium ist d i m s in der Milch nachzuweisen; die Mengen konnen derartig groB a&, daD
sie beim Kinde Jodschnupfeng) verursachen und
im Harn'O) nachweisbar sein konnen. A. R e i j s t
S c h a f f e i l l ) fand nach Darreichung von 2 x log
Jodkalium in der Kuhmilch 0,0037~0J in anorganischer Form, nur das Casein enthielt Spuren von
Jod, wiihrend das Fett jodfrei war. Ich darf vielleicht einen eigenen Versuch erwahnen: Eine Ziege
erhielt einee Morgens 0,7 g Jodkalium, ebenso a m
Abend desselhen Tagea; bereits in der Abendmilch
war J reichlich vorhanden, und zwar 14,6 mg K J ,
am anderen Morgen 16,2 mg (0,oOZS bzw. 0,00254%
J in der Milch), so daB also innerhalb 24 Stunden
2,2% des verabreichten Jods in die Milch iibergegangen waren; in den niichstfolgenden Gemelken
war noch Jod vorhanden, wurde aber nicht mehr
h t i m m t . Die Zahlenangaben von M. S t u m p f *e)
geatatten infolge ungenauer Bestimmungsmethoden
keinen sicheren RiickschluR auf die in die Frauenmilch iibergegangenen - sicher 211 niedrig gefundenen - Jodmengen nach Jodkaliumderreichung.
Auch die Angabe desselben Autors, daI3 das Jod in
der Milch zum gr6Bten Teil a n das Casein gebunden sei, ist nicht zutreffend. Auch nach J o d s t a r k e und J o d e i w e i B p r ii p a r a t e n ,
die vom Korper vollig abgebaut werden, so daB
also Jodalkali entsteht, finden wir J in der Milch
-
3) Lehrbuch der Physiologie der Menschen,
1901, 92.
4) S c h a b a d . Arch. f. Kinderheilkunde 52,
47 (1909). Ref. Riochem. Zentralblatt 9, 814 (1910).
6 ) Toxikologie 1901, 72.
6) Z. Enters. Nahr.- u. CenuBm. 19, 21 (1910).
7 ) Z. Unters. Nahr.- u. GenuDm. 19,369 (1910).
8 ) Ref. Vierteljahrsschrift iiber die Fortschritte
d. Nahrungsmittel T, G (1892).
9) P 1 a n c h u u. R e n d u , Lyon. med. 1908.
Ref. Klin.-Therap. Wochenschr. 1908, 367.
10) W e 1 a II d e r , Ref. Schmitta Jahrbiicher,
167.
11)
1'2)
Ar. d. Pharnimie 246, 593 (190s).
Deutsches Arch. f. klin. Med. 30,201 (1882).
169.
1348
(P a r a s c h t s c h u k
Wenenberg: Obergnng der Anneimittel in d i e Miloh.
13).
Ganz analog verhalt
sich natiirlich auch das durch die Haut eindringende
und dann infolge Verseifung zur Spaltung kommende J o t h i o n (Dijodhydroxypropan), nach
dessen einmaliger Einreibung (von 3 g) ich in der
Ziegenmilch in den ersten beiden Gemelken 8,6 bzw.
10,6 mg J (davon einen kleinen Teil - 1,7 bzw.
0,6 mg - in organischer, fettloslicher Form) fand.
Auch S a 1 i c y l s a u r e14) Is), A n t i p y r i n
gehen in-die Milch iiber. Nach Verabreichung von
A t r o p i n konnte mitunter, aber nicht immer
deutliche Pupillenerweiterung bei dem von der
Amme genahrten Kinde beobachtet werden. Eine
Amme versuchte sich mit S t r y c h n i n l a ) zu
vergiften; das von ihr gestillte Kind ging unter
Strychninvergiftungserscheinungen ein, wahrend
die Amme selbst a m Leben blieb. A l k o h o l
ist verschiedentlich17) in der Milch in kleinen
Mengen nachgewiesen worden. W e 1 1 e r 18) fand
in der Milch von mit 5,9% Alkohol enthaltender
Schlempe gefiitterten Kiihen bis 0,96% Alkohol;
allgemein bekannt ist den k z t e n , daB die Milch
von derartig gefiitterten Kiihen fiir Kinder hiiufig
schlecht bekommlich ist. A t h e r und X: h 1 o r o f o r m sollen ebenfalls in die Milch iibergehen. B u c u r a19), der die Frage des Uberganges der Arzneimittel in die F r a u e n m i 1 c h in Gemeinschaft mit
Prof. P a n z e r eingehend untersuchte, k o n n b
auBerdem den ubergang des R r o m k , den iibrigens vorher schon R o s e n h a u p t 2O) einwandfrei nachgewiesen hatte, feststellen, ebenso den des
Q u e c k s i 1 b e r s nach interner Darreichung von
Kalomel, nicht aber nach Quecksilberverreibung
bzw. nach subcutaner Einspritzung von Quecksilberoxycyanid oder -chlorid. Zweifelhaft war der
Ubergangvon F o r m a l d e h y d nach U r o t r o p i n ;
ich selbst konnte nach 2 g H e 1 m i t o 1 (Anhydromethylencitronensaures Hexamethylentetrarnin) bei
einer Ziege in den beiden folgenden Gemelken im
Destillate von je 40 ccni Milch geringe Mengen
Formaldehyd einwandfrei nachweisen. N e g a t i v
fielen die - inimer an Frauen angastellten - Versuche B u c u r a s aus mit E i s e n , W i s r n u t ,
K o l l a r g o l , Lithium, Sulfaten, Schwefelsalbe, Chinin, Kodein, Phenacetins1), P y r a m i d o n , S a l o l , P - N a p h t h o l ,
P h e n o l p h t h a l e i n , Rhaberber, Senna,
S a n t o n i n usw. Nach L. v. I t a 1 1 i e 2 2 ) er13) Ref. Chem. Zentralbl. 1003, I, 731.
l-1) T h i e m i c h , Monatsschr. f. Geburtshilfe
u. Gynaekol. 10, 500 (1899) (Literaturzusammenstellung).
15) In der Ziegenmilch konnte ich nach Verabreichung von 2 Y 2 g A s p i r i n nur Spuren von
Salicylsaure nachweisen.
1 6 ) H a r I e y u. L e w i s.
Ref. Chern. Zentralbl. 1870, 789.
1 7 ) Z. B. von R o s e rn a n n , Pfliigers Ar.
78, 493(1900). T e i c h e r t , Milch-Ztg. 1901,148.
- Ref. Z. Unters. Nahr.- u. GenuDm. 4,890 (1901).
1 8 ) Ref. Vierteljahrsschrift iiber die Fortschr.
d. Nahrgsm. 11, 354 (1897).
Z. f. esp. Path. u. Ther. 1, 398 (1907).
20) Ar. f. Rinderheilkunde 40. Separat.
2 1 ) P h e n a c e t i n soll nach L e w i n ,,Nebenwirkungen der Arzneirnittel" 111. Aufl. (1899)
S. 489, als solches oder in Form von Spaltungsprodukten in die Milch iibergehen.
22) Ar. d. Pharmacic $46, 593 (1908).
Lnge%h~2?2ie.
scheint F 1u o r e s c e i n in sehr geringer Menge in
der 1Milch23).
I n der M i 1 c h d e r T i e r e , denen ja verhaltnismaBig vie1 groDere Arzneidosen"gegeben werden
konnen, als dem Menschen, wurden derartige Stoffe
haufiger nachgewiesen, z. B.' die verschiedenen
Metallsalze: Q u e c k s i 1 b e r , W i s m u t , K u p f e r , B 1 e i , Z i n k und Z i n n ; davon K u p f e r
und B 1 e i 34) allerdings nur in den minimalen Mengen von O.OOO9 bis 0,002%; die anderen Metalle
meist sogar nur in qualitativ nachweisbarer
Menge. Des ferneren25) sind erkrankt Tiere,
welche Milch bekamen von rnit A r sen26) bzw.
B r e c h w e i n s t e i n behandelten Tieren, ebenso von mit K o r n r a d e enthaltendem Mehl27)
oder mit R i c i n u s k u c h e n gefiitterten Tieren.
Auch bei Menschen sind Vergiftungserscheinungen beobachtet worden nach den1 Genusse
der Milch von Tieren, welche G i f t p f 1 a n z e n
(Helleboru.6, B e l l a d o n n a , B i l s e n kra.ut., S t e c h a p f e l , C o l c h i c u m , K o r n rade,Schirling,Veratrum,Euphorbium)bzw. Morphin28), N i c o t i n , S t r y c h n i n oder dgl. bekommen.hatten. Aus der Milch
von mit A r t i s c h o c k e n b 1 ii t t e r n gefiitterten Kiihen konnte eine Base isoliert werden,
die beim Menschen Erbrechen und Diarrhoe hervorrief29). Die Milch von Ziegen, welche (in Dalmatien) C y t i s u s .W a 1 d e n i abgeweidet haben,
ist giftig30).
Durch den G e r u c h verraten sich a18 galaktophan: A n i s , F e n c h e l , K n o b l a u c h ,
Z w i e b e 1 n , K a m i 11 e n , T e r p c n t i n ,
A s a f o e d i t a , C a m p h e r und C a r b o l s i i u r e; von' der letzteren soll sogar nur kurzes
23) Die von T h i e m i c h (1. c. S. 504) geebene Zusammenstellung der Literatur 1aBt den
kbergang des w i r k s a m e n P r i n z i p s d e r
S c h i l d d r u s e (und auch des J o d o t h y r i n s )
in die Milch kaum noch zweifelhaft erscheinen.
24) B a II m u. S e e 1i g e r , Milchztg. 1R'JG.
Ref. Chem. Zentralbl. 1996, I, 825 bzw. 1111.
S t u m p f (1. c.)
2s) Zitiert nach F r 6 h n e r , Toxikol. f. Tierarzte 1901,21. F r i e d b e r g e r und F r 6 h n e r ,
Lehrbuch d. spez. Path. u. Ther. der Hanstiere I,
(1904), F o t h , Ber. d. Hygienekongr., Berlin, 4,
746 (1907). Ausfiihrliche Lit.-Zusammenstelliing S.
bei S t u n i p f , Deutsch. Ar. f. klin. Med. 90, 201
(1882), som-ie auch G 1a g e , in: Die Milch und ihre
Bedeutung fur Volkswirtschaft, Hamburg 1903, 81.
2 6 ) B 1 o e m e n d a h 1 (Ar. d. Pharmncie 246,
fiO9 [1908]) fand nur Spuren von Arsen in der Milch
con Frauen und Ziegen. Auch in der Milch einer
Kuh, welche 4 x 0,25 g AsZ03 prr: die crhalten
hatte, waren ebenfalls nur Spuren von Arsen nachweisbar. Saugende Katzchen, deren Mutter wochenlang h e n bekomrnen hatte, erwiesen sich bei der
Analyse als vollkomrnen arsenfrei.
27) H a g e m a n n. Ref. Z. Untersuch. Nahr.u. GenuBm. 9, 31 (1005).
2 8 ) F u b i n i (Ref. Vierteljahrsschrift iiher die
Fortschritte der Nahrungsm. 6, 312 [l892]) konnte
nach subcut.aner Injektion bei der Ziege Morphin in
der Milch mit D r a _e e n d o r f f schem Reagens
nachweisen.
ZB) Ref. Vierteljahrsschrift
iiber die Fortschritte d. Nahrungsm. 6, 166 (1892).
3") Zitiert nach R a d z i w i 1 1 o w i c z (Arb. a.
d. Pharmakol. Institut Dorpat 1, 188).
Heft
XXIII
m.' 22
Jahrgan
;uli fi,,,.]
Weabnberg: Ubergang der Arzneimittal in die Milah.
Einntmen der damit geachwangerten Luft geniigen,
urn der Milch (und auch dem E'leisch) diesen Ge-
ruch zuzuteilen31).
-4 1 o e rnacht die Milch bitter; F i s c h e geben
Trangeschmack. R h a b a r b e r und C h r y s o p h a n s a u r e bedingen Gelbfiirbung, wie iiberhaupt Farbstoffe aus den Futterpflanzen (z. B.
Krapp) leicht in die Milch iibergehen.
Fur den Nahrungsmittelchemiker ist wichtig,
daB verfiitterter S a 1 p e t e r in der Milch n i c h t
erscheint32) ; in dieser gefundene Salpetersiiure
mu13 also aus zugesetztem Waaser stammen, womit
also bei positivem Ausfall der Reaktion ein sichereres Kriteriuni fiir eine Milchfalschung mit Waaser
gegeben ist; und die meisten Brunnenwasser von
Bauernhofen enthalten reichlich Salpetersaure.
DaB die Milch von Tieren, welche mit Giften
behandelt sind, vom Verkehr auszuschlieBen ist,
erscheint nach dem Gesagten wohl als selbstverstindlich33). Hierbei ist aber noch besonders zu
beriicksichtigen, daB die vorliegenden experimentellen Untersuchungen in der Regel mit gesunden
a e r e n a n p t e l l t wurden, wahrend in praxi Medikamente nur kranken Tieren verabreicht werden,
bei denen unter dem EinfluB verschiedener krankhafter Prozesse im Organismus der Ubergang von
Arzneimitteln in die Milch wohl bedeutend erleichtert wird34)36).
Hier muR ich auch gleich kurz erwiihnen, da5 die
gegen d i e B a k t e r i e n u n d T o x i n e gebild e t e n S c h u t z s t o f f e , z. B. T e t a n u s ant i toxin,
Diph th erieantitoxin,
T y p h u s a g g l u t i n i n , S n t i r i c i n usw. ebenfalls mit der Milch ausgeschieden werden konnen36).
31) V i e t h.
(Ref. Chem. Zentralbl. 1897, I,
480.) Es ist iibrigem eine bekannte Tatsache,
daI3 Schlachttiere in den letzten Tagen viir der
Schlachtung nicht, in Stillen gehalten werden diirfen,
welche mit Carbolsiiure oder Carbolineum desinfiziert
bzw. gestrichcn sind, da sonst das Fleisch infolge
Annahme des typisclien Geruches ungenieBbar w i d
32) Neuerdings aieder bewiesen durch Vntersuchungen von R o t h e n f u 13 c r (2. Unters. Nahr.u. GenuBm. 18, 353 [1909]), sowie von M a i (Z.
Unters. Xahr.- u. GenuDm. 19, 25 [1910]).
33) N e u f e 1 d , Der Nahrungschemiker als
Sachverstiindiger. Berlin 1907, S. 90. P u s c h ,
Kinderrnilchnrdoktion. Berlin 1908. S. 38. G 1 a e e
Die Milch, 1: c.
341 F r o h n e r
Monatsh. f. Tierheilkunde
1, 428: (1891) F o t h , 1. c.
35) Als Analogie sei hier angefiihrt, da8 Salicylsaure in den von Gicht usw. ergriffenen Gelenken
besonders reirhlich abgelagert wird. ( B o n d i und
J a c o b y , H o f m e i s t e r s BeitrLge z. chem.
Physiol. u. Patbol. 7, 514[ 19061). Da5 Jod in erkrankten Organen in groBerer Menge zur Aufspeicherung kornrnt als in gesunden Organen, haben
L o e b u. M i c h a u d (Riorheni. Z. 3. 307 [1907]),
sowie v. d. V e l d e n (Riochem. Z. 9, 54 [1908])
nac hgewiesen.
39) R a u d n i t z , Rrgebnisse der Physiolog.
2, Aht. 1,288 u. 291 (19n3). $1. J a c o b y ,lmmunit a t und Disposition. Wiesbaden 1906, 43 u. 99.
P. R o m e r , Sitzungsberichte d. Ges. f. h-aturwiss.
Marburg 1908, vr. 6. Ref. Hyg. Rundschau 1909,
1224. P f a u n d 1 e r , Ar. f. Rinderheilk. 41. Ref.
Hyg. Rundschau 1909, 1223. S o h ni a , Jlonatsschrift f. Geb. 11. Gyn. 1909. Ref. Berl. klin.
Wochenschr. 1909, 2027.
.
-
1349
Wie verhiilt sich nun das N a h r p n g s f e t t
beziiglich eines ev. fiberganges in des Korperfett
und in das Milchfett? Wird ein Tier mit einer grohren Menge eines beatimmten von dem natiirlichen
Fett des Tieres stiirker abweichenden Fettes gefiittert, so tritt bald- eine Veriinderung des Korpperfettes und des Milchfettes ein, indem diese in ihrer
chemischen Beschaffenheit dern verfiitterten Fette
sich mehr oder weniger nahern.
Wird z. B. ein Hund nach vorhergehendem
Hungern, um dm Korperfett moglichst . herahzumindern, darauf mit grol3en Dosen H a m m e 1 f e t t gefiittert, so setzt er dasselbe zum groBten
Teil als solches an, man erzielt also einen Hund
mit Hammelfett als Korperiett, ,,Hammelfetthund" nach R o s e n f e I d 37). S. G o g i t i d s e s 8 )
fand, da5 bei Ziegen nach reichlicher L e i n 6 1 fiitterung bis zu 33% des Milchfettes aus Leino1 bestehen kann; aurh bei Frauen konstatierte es nach
Leinol-, sowie nach H a n f ij 1 darreichungSB) eine
entsprechende Veranderung des Milchfettes. Nach
Verfiitterung von S e s a rn ii 1gelang es ~ i e d e r h o l t ~ ~ ) ,
neben dieser Anderung der chemischen Beachaffenheit des Fettes auch die fiir diesea 61 charaktcristische Farbreaktion in der betreffenden Butter XU
erzielen, und zwar nanientlich dann, wenn das 01
in fein verteilter ,,emulgierter" Form dem Futter
zugesetzt wurde. E n g e 141) lie5 drei Ammen
einige Tage regelma5ig morgens je 1 0 0 g S e s a m 6 1 mit Salat nehmen; nach 1-11/2 Stunden bereita
zeigte die abgedriickte Milch die fiir Sesamol charakteristische Farbreaktion, welche mindestens acht
Stunden lang anhaltend positiv blieb; die Jodzahl
des Milchfettes (Frauenrnilchfett etwa 42, Sesamol
105) stieg regelrnaBig erst spater (nach UStunden) an. Auch das B a u m w o 1 1 s a m e n o 1
( C o t t o n o l ) geht leicht in das Milchfett und
Korperfett iiber - dort die charakteristischen
Farbenreaktionen verursachend - ebenso daa
M a n d e l i j l , C o c o s f e t t u. dgl.
Die derartig gewonnenen Fette zeigen dann
meist eine solch starke chemische Veriinderung,
daR sie als Mischungen des natiirlichen Korperfettes mit dem Nahrungsfett betrachtet werden
miissen. B a u m e r t C F a 1 k e 4 2 ) bezeichneten
daher 1898 die Fettfiitterung der Milchkiihe als
,.eine Fiilschung der Butter innerhalb des Tierkorpers". Damit ware ja nun den Falschungen von
seiten der Butter- oder Fetthandler scheinbar 'h
und Tor geoffnet - indem diese die gefilschten
Fette als durch entsprechende Fiitterung entstanden bezeichnen konnten - wenn wir nicht in der
recht empfindlichen P h y t o s t e r i n p r o b e ein
SO zuverlbsiges Mittel zum Nachweis eines Zusatzes von pflanzlichen Fatten zum fertig gebildeten
tierischen Fett besaBen. Daa in den F'flanzenfetten
37)
Ergebnisse der Physiolog. I, Abt. 1, (373
(1901).
38)
39)
Z. f. Bid. 15, 353 (1904).
Hanfnl set,zte die Milchsekretion stark
herab.
40) Literatunusammenstellung Lziiglich uberganges des Nahrungsfeth in das Milch- und Korperfet,t, s. bei R o t t g e r , Lehrbuch der Nahrungsmittelchemie 1907, 229 u. 291.
41) Chem.-Ztg. 1905, 363 und diese Z. 19, 282.
42) Z. Unters. Kahr.- u. GenuRm. 1, 665 (1898).
1360
Wesenberg: nbergang der Areneimittel in die Xiloh.
vorhandene P h y t o s t e r i n , welches dem Cholesterin der tierischen Fette entspricht, geht namlich
n i c h t in daa Korperfett iiber; selbst nach Verfiitterung von verhiiltnismalig groDen Mengen ist
dieser Korper bisher niemals im Tierfett nachweisbar gewesen43).
Am interessantesten scheinen mir nun fiir uns
d i e F e t t e zu sein, denen man, urn sie fiir a r z n e i 1 i c h e Z w c c k e zu verwenden, bestimmte
Korper einverleibt hat, die den natiirlichen Fetten
fehlen; es sind vor allem J o d und B r o m , die hierfur in Frage kommen. W i n t e r n i t z 44) fand
nach Verfiitterung von mit C h 1 o r j o d b e h a n d e l t e m S c h w e i n e f e t t und S e s a m o l im
Korperfett und im Milchfett sowohl Chlor wie
Jod, ein Zeichen, daB die Chlor-Jodfettsiiuren
zum Teil als solche zur Ausscheidung im Milchfett oder zur Anlagerung im Korperfett gekommen waren. DaD der Organismus nicht in
der Lage ist, &us dargereichten Jodalkalien oder
freiem J o d (Jod-Jodkalium) Jodfettkorper aufzubauen, geht aus dem verschiedentlich von
W i n t e r n i t z , sowie von P a r a s c h t s c h u k 4 6 )
angestellten, ferner auch RUS meinen vorher erwiihnten Versuchen mit Jodkalium hervor. Ein
Hund mit groDen Mengen (476 g) eines 5,56y0 J
enthaltenden Fettes liingere Zeit gefiittert, lieferte
z. B. ein Korperfett mit 0,48% J , ein Leberfett mit
0,16y0 J. Eine Ziege, welche an einem Tage 2 x 60 g
eines Jodfettes bekommen hatte, schied etwa 57;
des Jods im hlilchfett wieder w s (W i n t e r n i t z).
Auch vom J o d i v a I (Jodisovalerianylharnstoff) sind geringe lipotrope Eigenscheften nachgewiesen worden46).
Ich selbst hatte Gelegenheit, einige Tierversuche n ~ zmei
t
neuerdings vie1 verwendeten Jodbzw. Brom-Fettsaurepraparaten anzustellen, namlich mit S a j o d i n ( C a l c i u m s a l z d e r M o n o j o d b e h c n s a u r e ) und rnit S a h r o m i n
(C a 1 c i u m s a 1 z d e r Il i h r o in b e h e r i s Lu r e ) .
Eine Ziege erhielt von mir einige Tage lanp tiiglich
2 x 2 g S a j o d i n ( = 1g J o d taglich ), im ganzen
26 g ( = ca. 6 3 g J). 24 Stunden nach der ersten
Darreichung bereits enthielt die Milch dcutlich Jod;
im ganzen wurden in der Milch (ca. 2000 ccm taglich)
200-240 mg Jod pro die ausgeschieden, davon
durchschnittlich 145 mg als Jodfett; mit anderen
Worten: 2%24y0 des verfiitterten Jods gehen
iiberhaupt in die Milch iiber, 14,5y0 als Jodfett
( = etwa 0,75% des Gesamtmilchfettes), das iibrige
als Jodkalium im Serum pelost; im Casein konnte
J nur in quantitativ nicht bestimmbaren Spuren
ermittelt werden.
Uber B r o m f e t t ablagerungen konnte ich Angaben in der Literatur nicht finden; ich darf daher
vielleicht einige eigene Versuche kurz erwiihnen.
Etwa 5 Monate nach der Sajodinfiitterung erhielt
dieselbe Ziege 4 g S a b r o ni i n ( = ca. 1,2 g Br)
tiiglich; die Milch enthielt dann 60-194 mg Ge43)
C. Y i r c h o w , Z. Cnters. Nnhr.- 11.
GenuBm. 12, 559 (1899). Ts. P o l e n s k e. Arb.
a. d. ICais. Ges'undh.-Amt 22, 557 (1905).
la)
Z. physiol. Chem. 24, 425 (1898). W i n t e rn i t z und c a s p a r i ,
f. Biol. 49, 558 (1907).
,Is) Ref. Chem. Zentralbl. 1903, I , 731.
4 8 ) v. d. V e 1 d e n uBiochem. Z. 11, 123 (1910).
h1 e 11 n e , Dissert., Bonn 1909.
z.
sarntbrom ( = bis ca. 16;:
der verfiitterten Brommengr) taglich, nahrend als Bromfett etwa 50 rng
( = ca. 4,5% der verfiitterten Menge) iru Durchsclinitt der Tage vorhanden war. Die aus der
Mischmilch von mehreren Tagen gewonnene ,,S a
b r o m i n b u t t e r" enthielt 149 mg Br in 100 g;
die , , S a j o d i n b u t t e r " 182mg J in 100g.
Auch in den verschiedenen 0 r g a n e n v o n
K a t z e n , welche mit S a j o d i n und entsprechend mit S a b r o m i n g e f i i t t e r t waren,
konnte ich Jod sowohl, wie auch Brom nachweisen.
und zwar auBer in anorganischer Form -entstanden
durch Verbrennung des Fettes im Organismus auch in atherloslicher Form als Jod- oder Bromfett.
Das s i c h t b a r e K 6 r p e r f e t t enthielt z. B.
in dem einen Fall 13,4 mg Jod, in dem anderen Fall
172 mg Brom in 100 g.
Charakteristisch ist das verschiedene Verhalten
des Jods und Brorns auch beziiglich der A b 1 a g e
rung im Gehirn und Riickenmark;
Jod ist dort nur in Spuren, Brom dagegen in Mengen bis zu mehreren Milligrammen, und zwar
groflenteils ebenfalls als Bromfett abgelagert. Wir
sehen also hier eine besondere AffinitSt des Broms
zu den Nervenzellen, wodurch die typische Wirkung
des Broms und im besonderen des Sabrornins wohl
eine Erkliirung findet. Weitere Zahlen hier anzugeben, wiirde zu neit fiihren.
Ich hatte, wie erwahnt, zu meinen Versuchen
die Calciumsalze der Fettsauren benutzt und nicht
etwa daa fertig gebildete Fett, d. h. die Glycerinverbindung der Fettsauren. Sowohl im Korperfett.
wie auch im Milchfett meiner Versuchstiere waren
nach dcr ganzcn Beschaffenheit und dem chemischen
Verhalten freie F e t t s a u r e n nicht vorhanden,
die verfiitterten Fettsauren waren also - und dies
geht auch aus den Versuchen anderer Untersucher
hervor - synthetisch vom Korper wieder zu Fett
aufgebaut, d. h. an Glycerin chemisch gebunden
aortlen.4').
hi. H.! Meine Ausfuhrung will icli - mit
Riicksicht auf die Zeit - hiermit abchliel3en. ohne
auf die zurzeit wenigstens teilweise immer noch
strittigen Ansichten iiber die Resorption der Fette
und im besonderen die Entstehung des Milchfettes
einzugehen. Sicher festgestellt ist, daD das Nahrungsfett die Beschaffenheit und Zusammensetzung
des Milch- und Korperfettes wesentlich zu beeinflussen vermag. Zweifellos mu0 aber das Nahrungsfett odcr das bereits abgelagerte Korperfett beim
Ubergang in die Miich Veriinderungen unterworfen
sein, d a aus dem Milchfett niedere, fliichtige Fettsiiuren abgeschieden werden konnen, die weder im
Nahrungsfett, noch im Korperfett rorhanden sind.
Infolge einer Anfrage gelegentlich der D i s Ir u s s i o n zu meinem vorstehenden Vortrage, ob
mir authentische Versuche betr. den b e r g a n g
v o n E o s i n i n d a s K o r p e r f e t t bekannt
seien, stellte ich, da mir w i s s e n s c h a f t . 1 i c h e
Verofientlichungen hieriiber nicht zu Gesicht gekommen sind, einige Versuche mit Eosin an.
-
-
u
47) Vgl. hierzu z. B. die Versuche von G o g i t i d s e (Z. f. Biolog. 46, 411 [1905]), welcher nach
Verfiitterung von Walrat (im wesentlichen Palmitinsaurecetylester) wohl die Palmitinsaure ah Fett,
nicht aber den Cetylalkohol ini Milchfett wiederfand.
XXIIL J a h r p g .
Heh29. 21. Juh 1910.1
Hahn: Die Novelle
5ur
Eine Z i e g e erhielt 2 g E o s i n G. F. G. n e u ;
die Milch der folgenden Gemelke war vollig ungefiirbt und l i d auch nach dem vomichtigen
Zusatz von Ammoniak Rotfiirbung nicht erkennen,
wahrend eine Kontrolprobe auf Zusatz eines
Tmpfens einer ganz verdiinnten Eosinlosung deutliche Rotfiirbung zeigte.
Eine K a t z e von etwa 2 kg Gewicht erhielt
mit der Schlundsonde an den beiden ersten Tagen
1,0 bzw. 0,B g, dann an 6 Tagen je 0,25 g Eosin.
Bei der nach dem Verbluten i n Athernarkom erfolgenden Sektion war das Fett von vollig normaler , rein wei5er und stellenweise gelblicher
Fiirbung. I m F e t t k o m m t a l s o d a s E o s i n ,
s e l b s t n a c h s o u n g e w o h n l i c h g r o f 3 en
D o s e n , n i c h t z u r A b l a g e r u n g . Das Tier
erwies sich bei der Sektion iiberhaupt ah vollig
normal. Der Ham war steta eiweiOfrei gewesen,
natiirlich aber - ebenso wie auch der Kot intensiv gefiirbt.
Bereits kurze Zeit nach der jedesmaligen
Darreichung dea Eosins (einmal erfolgte etwa
2 Stunden spiiter Erbrechen) war die Haut, die
Ohren, die Augenbindehaut usw. - namentlich
bei den anfanglichen Dosen von 1,0 und 0,5 g deutlich rot gefiirbt, welche Erscheinung aber
regelmiiBig in wenigen Stunden wieder verschwand.
[A. 119.1
Die Novelle zur StrafprozeDordnung
und deren EinfluD auf den gewerblichen Rechtsschutz.')
Von Dr. WILLYH m ,
Rechtsanwalt und Notar, Berlin.
(Eingeg. d. 14.16. 1910.)
Die ?Xovel!e zur StrafprozeBordniing hestinimt
in dem 8377, Ziff. 7 und 8:
,,Im Wege der Privatklage konnen verfolgt
werden
7. alle nach dem Gesetx gegeu den unlauteren
Wettbea erb strafbaren Vergehen,
8. alle Verletzungen des literarischen, kiinstlerischen und gewerblichen Urheberrechts,
soweit sie als Vergehen strafbar sind.
Wegen dieser Vergehen wird die offentliche Klage
nur erhoben, wenn es im offentlichen Interesse
liegt. ''
Die Xovelle zum Gerichtsverfassungsgesetz bestirnmt weiter, daS fiir alle Vergehen, die im Wege
der Privatklage verfolgt werden, die Zustandigkeit
der ,4mbgerichte gegeben ist (3 23 Ahs. 1, Ziff. 8).
Die Motive zum Gesetz fiihren hierzu am, daD
im Jahre 1907 nur 187 Personen w-egen der hier in
Betracht kornmenden Strafvorschriften verurteilt
seien. Bei diesen Deliken werde fast immer eine
Aufldarung schwieriger technischer Fragen oder
eipenartiger gwchaftlicher Verhiiltnke erforderlich, die dem Verletzten selhst viel naher llge als
der Stmtsanwalhchaft.
1) Vortrag fi&
die Hauptversamrulung des
Vereins deutscher Chemiker zu Miinchen 1910.
StrafprozeDordnung.
1351
Die Erfalirung hahe fernsr bewiesen, daB die
Strafanzeige oft nur rleshalb eratattet werde, urn
auf Kosten der Rtaatskasse den Sachverhalt feststellen zn lassen und, um so Unterlagen fiir eine
Zivilklage ZII gewinnen, oder urn eine Ahfindung
von dern Schuldigen zn erhalt-en. E n offentliches
Intermhe liege in den meisten Fiillen nicht vor.
Anf Grund der Xovelle ergibt, sich daher folgende Begelung der Zustandigkeit:
Fiir die Verurteilung der Vergehen gegen 8 14
des Gesetzes vom ll.!l. 1876 betreffend d & Ur~
heberrrcht an Muetern und Modellen, gegen 8 36
des Patentgesetzes %-om7./4. 1891, gegen 0 10 deS
Gesetzes vom l./& 1591 hetreffend den Schutz von
Gebrauchsmustern, g e p n 3%14 und 15 des Gesetzes zum Schutze der Warenbezeichnungen vom
12./5. 1894, gegen 3 38 und 39 des Gesetzes vom
19.,16. 1901 betreffend das Urheherrecht an Werken
der Literatur und der Tonkunst, gegen $5 32-34
des Geset.zes vonl 9./1. 1907 betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Kiinste und
dcr Photographie, sowie w-egen der Vergehen gegen
$3 4, 8./12, 15, 17. 18 und 20 des Gesetzes gegen
den unlaiiteren Wettbewerb vom 7./6. 1909 in
I. I n s t a n z d a s A m t s g e r i c h t in der
Hesetzung von einem A m t s r i c h t e r u n d
2 S c h o f f e n , i n 11. 1 n . s t . a n z d i e B e r u f u n g s k a r n m e r des Landegrichts in der Besetzumg von 3 g e 1 e h r t, e n Richtern, in 111. I n s t a n z d e r S t r R f s e n a t des Oherlandesgerichts.
Es fragt sich, ob dime Begelung der Zustiindigkeit, den eigenart.igen Rechtsverhaltnissen des gewerhlichen Rechtsschutzea entspricht. Das Privatklageverfahren bat. im Gegeasatz zu dem Offizialverfahren irn wesentlichen folgeude Nachteile:
1. daO der Verletzte als Zeuge ausacheidet., und
damit ein wicht.iges Beweismittel in Wegfall kommt;
2. detl der Privat.klager auf die der Staatsanwaltschaft zustehenden Aufklarungsmittel der sofortigen Beschlagnahme und Durchsuchung verzichten muD;
3. daD die nach dern Ent.wm-fedem Amtsrichter
zugewiesenen Ermittlungen vom A n t r D g e d e r
P a r t e i abhaflgen, und daO ihre Ausfiihrung viel
schwerfialliger erfolgen wird, als dies im heut.igen
Offizialverfahren geachieht ;
4. daO bei tatsachlich oder rechtlich schwierigen Fiillen die Miiglichkeit einer gerichtlichen Vuruntersuchnng fortfallt ;
5. da13 die Zustindigkeit. in I. Instanz f i r die
Schoffengerichte begriindet wird.
Der Beschrankung des Legelitiitsprinzips, welcheR die Xovelle einfiihrt, kann daher n u dann zugestimmt werden, wenn das Privatklageverfahren
so gestaltet. wird, daB damit auch ein geniigender
Rechtsschutz fur diese wicht.igen in Betracht kommenden Rechte strafrechtlich garantiert wird. Zunachst mu5 R1s p r i n z i p i e l l e P o r d e r u n g die
aufgestellt werden, daD die wichtigen Vergehen gegen
den gewerblichen Recht,sschutz n i c h t d u r c h
d i e S c h iif f e n g e r i c h t e , sandern durch die
8 t r a f Ii a m me r II in I. Instanz abgeurteilt werden. Die Sovelle sieht fur die Ptrafkammern in der
Hauptverhandlung erster Instttnz eine Besebzung
von 2 richterlichen Mitgliedern (einschlieBlich das
Vomitzenden) und 3 Schoffen vor. I)ie Berufung
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
0
Размер файла
570 Кб
Теги
bergang, die, arzneimittel, der, milch, das, des, krperfett, nahrungsfettes, und
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа