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Der Daguerreotyp.

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rite von Achmatowsk uod vom Zillerthale den Namen
Zlr'pidolith beizulegen, und Prof. G. R o s e schhgt daher vor, dcn Namen Chlon't den Abjinderungen von
Achmatowsk und vom Zillerthale zu lassen, und den Namen Hipidolith den von K o b e 1 1 uud mir aoalgsirten
Varietjiten vom Zillerthole, von Rauris und vom Gottbardt zu geben.
XI. Der Daguerreotyp.
(Bei
dem allgemeinen, und man trnn wobl Irinzusetzen, iibertricbenen
Interuse, welrlw die AnrGga von Mrn. Daguerre's Entdcckung irn
Publicurn gerunden hat, glauben wir den Lesern eincn Dienst 211 erweisen, wenn wir I&
Hrn. Aragn's nericht iiber diesclbc, so, wie
cr in clern so cben erscliienenen Compt. rend, rom 19. Aug. d. J.
entllelten ist, unverkiirzc mittheilen. P.)
G i o r a n o i B a t t i s t a P o r t a , ein neapolitanisclier ~ ~ i y siker, fnnd vor ungefibr zwei Jahrhonderteo, dafs, W V C I I U
mau in den Fcnsterladeu eines gut verschlosscnen Xiinmers, odcr, besser noch, in einc in diesem Lntlei! angebraclitc dunue Metallplatte ein kleines Loch mache,
dann alle Hufseren Gegenstlnde, deren StrahIeu dns Loch
zu erreichen vem8gen, sich auf der gegentiberskhenden
U7and des Zilnmcrs abmaleo, in verkleioertern odcr vergriil'sertem Maal'sstabe, je nach den Abstgndeo, in relativ
genaueu Gestalten und Lagen, wenigstens auf eiuer grofsen Ausdchnuog des GemHldes, und mit den naturlichcii
Farben. Kurze Zeit darauf entdeckte P o r t a , d a k das
Loch iiiclit nolhweudig klein zu seyn brauche, d a t inan
ihm vielmelir eiue beliebige Grdfse geben kiione, sobald
man es nur mit einem jeuer polirten Gllscr verschlierse,
.
die man, wegen ihrer Gestalt, Linsen ne:mt.
L)ie mittelst eines Loclis geinacliteu gilder habeii
uur geringe Iutensitjit. Die andero aber hesitzen eine
PiJggcndorfl's Annnl. Bd. XXXXVIII.
13
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Lebhaftigkeit, die der Fl2cbengrbte der sie eneugenden
I h s e proportional ist. Die ersteren sind niemals frei
von verworrenen Stellen. Die Liosen Bilder dagcgeu
baben, wenn man sie genau irn Brennpunkt auft+ngt, sehr
scharfe Umrisse. Diese Schiirfe ist wahrliaft erstaunlich
geworden, scitdeni mau statt einfacher Linsen, die aus
einer einzigen Glassorte bestehen, und demnach eben so
vide besondere Brcnapunkte haben , als verschiedene
Strahlen im weirsen Lichte vorhanden sind, achromatisclie Liiiseu anwenden kann, Linsen, die alle mUgliclren
Strnhleri in cinem cinzigen Brennpunkt vcreinigeii , seitdern man sie aiich in periskopischer Form angewandt hat.
P o r t a liefs tragbare dunkle Karninern verfertigen.
Jcde derselben bestand aus eiuem rnehr oder wenigcr
langen Rohr, das mit einer Linse versebeu war. Ein
weiber Schirm von Papier oder Pappe, auf welchein die
Bilder sich abinalen mufsten, uahm den Breunpunkt ein.
Der neapolitauische Physiker bestiinmle seine kleineu
Apparnte fiir Personen, die nicht zu zeichnen verstehen.
Uin vollkoinmen getreue Bilder von den verwickeltstcn
Gegenstauden zu erbalten, brauclite man, nach ihm, deu
Umrissen des Bildes im Brennpunkte nur mit der Spitzc
eiues Bleistifts zu folgeu.
Diese Voraussichten P o r t a's haben sich niclrt ganz
verwirklicbt. Maler und Zeichner, besonders diejenigen,
melche die ungeheureo Bilder zu Panoramen uod Dioramen ausfihren, haben zwar bisweilen zur Camera obscurn gegriffen, allein blofs urn in Masse die Unrrissc
der Gegenstlnde anzugeben, urn sie in ihren wahren
Verl15ltnissen von GrbCse und Lage darzustellen, um sic
allen Erfordernissen der Linearperspecfive anznpassen.
Hinsichts der Wirkvqgen, welche yon der unvo1lst;indigen Durchsichtigkeit unserer Atmosphere abhnageu und
mit dein zienrlich unpassenden Ausdruck Lilflperspecfioe
bezeiclinet worden siod, so bofften selbst die geiibtestcn
Maler nicht, dafs ihnen, urn dicse wiedenugeben, die
-
195
Camera obscura von irgcnd einem Nutzcn seyn k8nue.
Andererseits hat wobl Keiner, der die SchYrfe der Umrisse, die Richtigkeit der Gestalten und Farben, so wie
deren Abstufungen, a n den Bildern dieses Instruments gesehen, nicht mit Lebbaftigkeit bedauert, dafs dieselben
sicb nicht von selbst consemirten, und gewunscht, dafs
ein Mittel zu ihrer Befestigung auf dem Schirm entdeckt
werden m6cbte. In Aller Augen, man mu& es gestehen,
war diels ein Traum, der unter die abenteuerlicben Gedankeii eincs W i l k i n s oder eines Cyrnno d e B e r g e r a c versetzt zu werden verdiente. Dennocb bat sicb
der Traum so eben serwirklicht. Betrachten wir die Erfindung in ilirem Keime und gebcn sorgsam ihre Fortschritte an.
Den Alchemisten schon gelang es Silber mit S a l t
siiure zu vereinigen. Das Product dieser Verbindung
war eiu weikes Salz, welches sic Lwzo cornea oder
Iiornsilber uannten I ) .
Dieses Salz hat die merkdirdige Eigenscbaft, sich am Lichte zu schwarzeu, desto
sclineller als die dasselbe treffende Strahlen lebhafter
sind. Ueberzieht man ein Blatt Papier mit eiuer Scbicht
Hornsilber, oder, wie mau jetzt sagt, Chlorsilber, bildet auf derselben mittelst einer Linse das Bild eines Gegeustandes, so werden die dunkeln Theile des Ilildes,
die von dcm Lichte nicht getroffenen Stellen, wcifs bleiben , dagegen die stark erleucliteten vollsrandig schwarz
werden, und die Mitteltinten durcb ein inehr oder weniger dunkles Grau angegeben.
Legt man einen Kupfersticb auf ein mit Chlorsilber
von F a b r i c i u s ( D e rebw metolIicis, 1566) ist
sclioo w e i d 8 3 g die Rede von einem SiLberer:, Hvrnsilber genannt,
dar die Farbe und Durchsichtigkeit des Horns,neben der Sclimelzbarkeit und Weichireit der Wachrer besitzc. Dicse Substnqz, dem
Lichte ausguetzt, ging YOU Ceibgruu in F’ioLcff iiber, und. durcli
cine lingere W i r h n g in Schmor:. Dids war nrtiirliches Hornsilber.
1 ) In dern Werkc
13 *
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,
iibenogenes Papier und setzt das Ganze dem Sonnenlichtc aus, den Kupferstich oben, so werden die schattirten Stellen die Strahlen auffangen, die daruntcr liegenden Theile dcs Ueberzugs also ihre ursprungliclie
Weifse behalteu. Dagegen wird an den Stellen, entsprechend denen der Kupferplatte, wo das Scheidewasser, der Grabstichel, nicht wirkte, wo also das Papier
seine Halbdurchsichtigkcit behielt, das Sounenlicht durchdringen und die Chlorsilber-Schicht schwarzen. Dadurch
entsteht dann nothwendig ein Bild, welcbes an Gestalt
dem Kupferstich Zhnlich, an Farbe aber entgegengesetzt
ist. Das Helle ist in Schwan wiedergegeben uud umgekehrt.
Diese Anwendungen der von den altcn Alcliemislcn
entdeckten , so sonderbaren Eigenschaft des Chlorsilbers scheinen sich von selbst und schon sehr friih haben darbieten mussen; allein das ist nicht der Gans des
menschlichen Geistes. W i r mussen bis zu den letzten
Jahren des 19ten Jahrhunderts binabsteigen, iim die ersten Spuren der photographischen Kunst aufzufindcn.
Damals bediente sich C h a r 1e s , unser Landsmano,
in seinen Vorlesungcn eines iiberzogenen Papiers, um
Silhouette3 mittelst der Wirkung des Lichts zu zcichnen. C h a r l e s starb, ohne das von ibm angewandle
Prlparat zu beschreiben, und da der Geschiclitschreibcr
der Wissenschaften, wenn er nicht in einen ganz unaufliislichen Wirrwarr fallen will, sich nur auf gedruckte autbentische Documente stutzen kann, so hat man kein Recht
die ersten Zuge der neuen Kunst weiter als bis zu einet' Abhandlung von W e d g e w o o d zuriiclizufiihren, diesem Fabrikanten, der durch die Vervollkommnung der
Tspferkunst und die Erfindung eiues zur Messung seLr
hoher Temperaturen dienenden Pyrometers so beruhmt
in der gewerblichen Welt geworden ist.
Die Abhandlung von W e d 6 e w o o d erschicn i. J.
197
1502 im Juniheft des Journal of the Royal Institution of
Great Bn'tmk Der Verfasser will mit Leder oder Papier, das mit Chlorsilber oder salpetersaurem Silberoxyd
iibenogen ist, Glasinalereien der Kirchenfenster und Kupferstiche copiren.
The images formed by means of
a camera obscwa, heirst es wsrtlich darin, have been
found to be too faint to produce, in any moderate time,
an eflect upon the nitrate of silver.
Der Commentator von W e d g e w o o d , dcr beriihmte
I I u m p h r g D a v y , widersprach nicht der Acufserung in
Betreff der Camera obscura. Er fiigt blofs hinzu, dak
es ihm seinerseits mittelst eines Sonnenmikroskops, aber
blofs in kleinem Abstande von der Linse gelungen sey,
sehr klciuc Gegenstande zu copiren.
Uebrigens fand weder W e d g e w o o d noch H u m p h r p D a v p ein Mittel auf, nacb beendigter Operation,
ihrem Uebenuge (weon ich so sagen darf) oder deln
Grunde ihrer Gemslde die Eigenschaft der Schwznuog
am Liclit zu nehmcn. Und diefs hatte zur Folge, daL
die von ihnen erhaltenen Copien nicht im helleu Tageslicht besehen werden konnteo; denn dabei wiirde Allcs,
iu sehr kurzer Zeit, ein gleichfiirmiges Schwan geworden segn. W a s wollte es deinnach sagen, Rilder hervorzubringen, auf die man nur verstohlen eineu Blick
merlen konnte, selbst uur bei Lampenlicht, Bilder, die
in wenig Augcnblicken verschwanden, wenn man sic bei
'rage befrachtete.
Nach den unvollkommenen, unbedeutenden Versucben, deren wir eben erwlhnt, gelangen wir, ohne auf
utiserem Wege E t m s dazwischen anzutreffen, zu deli
Untersuchungen der HH. N i d p c e und D n g u e r r e .
Der verstorbeiie N i 6 p c e war ein Pdvatinanii in
der Gegend von Chilons-sur-Sadne, der seine Mrite wissenscbaf~licbenUntersuclmngen widmete. Eine derselbeu, liixisichtlich eincr gewissen Maschinc, in welcher
19s
dic Spannkraft der plbtzlich erliitztcn Luft dic Wirkung
dcs Dampfs ersetzen sollte, bestand, niit ziemlichein Erfolg, eiher sehr empfindlichen Probe: der Priifung scitcns der Academie der Wissenschaften. Brn. N i d p c c's
photographische Versuche scheineu bis zum J. 1814 hinaufzhreichen. Seioc crsten Verbindungen mit Hrn. I) ag u e r r e fallen iu den Januar 1826. Die Indiscretion eines Pariser Optikers verrieth ibm damals, d a h Hr. D a g u e r r e sich mit Versuchen befafstc, welche die Fixirung der Bilder der Camera obscura zum Zweck batten.
Diefs ersiebt sich aus Briefen, die wir vor Augen batten. Im Fall eines Streites wurde also das sichere Datum der ersten photograpbischen Versuche des Hrn. D ag u e r r e in das Jahr 1826 zu sctzcn seya.
Im J. 1827 begab sich Hr. Nie'pce nacli England.
Im December desselben Jahres iibergab er cler Kanigl.
Gescllschaft zu London eine hbhandlung iiher seine photographischen Arbeiten. . Sie war begleitet von mehreu
Probcn aid Metall, Eneuguissen der schon damals vou
unsercm Lnndsmann cntdeckteu Methoden. Bei Gelegeiilicit cines PrioritYtsstreits siud dicse Proben onlSogst
in1 guten Zustande redlicli aus den Samlnlungen cnglischcr Gelehrten wieder zum Vorscheiu gekommen. Sie
beweisen ohne Widerrede, dafs Hr. N i e ' p c c schon im
J. 1827 dic Mittel kanntc fur diephotograpfiche Copie
vori Kupferstichen, so wie fur die Anfertigung von Kupferslccher- Arbeiten im halbfertigen Zustande ( p o w la
.formation, dr lusngc des graveurs, de planches cj, tdat
dchuches ouance'es), die Schatten den Scbatten, die Mittelliuteii den Mitteltinten, und die Lichter dcu Lichtern
cnty'r~chend zu machen; dnfs er verstand, die einolal an;;t:fcrtigtcn Copien uncmpfiudlich zu luachen gegen die ferI:CX
schcw;incndv Wirkuiig der Sonneustrahlen. Mit andlercii Wortcn, der siniirciclie Expcrimentotor von ChAlons
!ijs[e scl~on 1827 diirch dic M."Iil seiner Uebenuge ein
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Problem, uclches dem hohen Scharfsinn eines W e d g e w o o d iind eines H u m p h r y D a v y Trotz geboten hatte.
Der gerichtlichc Contract zwischen Hrn. N i dp ce
und €lrn. D a i; u c r r c zur gemeinschaftlichen AusUbung
der photographisclen Methodcn ist voui 14. Dec. 1829.
Die spateren Contracte zwiscben Hrn. ' I s i d o r N i i p c e
jun., als Erben seines Vaters, imd Hrn. D a g u e r r e ,
erwahiien erstlich der Vervollkommnungen der Methoden des Plrysikers von ChAlons durch deu Pariser Ma
ler, und zneitens der ganz neuen Verfahrungsarten, die .
von Hrn. D a g u c r r e entdeckt wordeu, und dcn Vorzug besitzeu, ~8 die Bilder init secliszig bis achtzig Ma1
grfilserer Scbuelligkeit zii l i e f c r n , ~ als
~ die alten Methoden.
In dew, was wir so ebcn yon Hrn. Nidpce's Ar
beilcn gesagt, wird man ohne Zweifcl die beschrlnkenden Worte: fur die phofographische Copie der &Met-&he beiiierkt liabcii. In der That hatte auch Herr
N i 8p c e uacb eiuer hlasse fruchtlosrr Versuche fast darauf \erzichtet, Bildcr wit dcr Camera obscura licrvorzubrinsen; denn die ton ihm angewnntlten Prlparatc verSuderten sich nicht gescliwintl geuug iiii Lichte; cr bedurfte zehu bis z w d f Stnudeu zur Abbildung eines Gcgenstandcs, und wiilirend ciner so betrlchtlichen Zeit
verschoben sicli dic Sctiatten bedcutend, von der Linkeu
zur Rechten der Gegenstandc, und durch diese Bewegung entstanden matte, gleichfOrmige Farbeu. In den
Eneugnissen einer so mangelhaiten Methode gingen alle
Gegensltze vou Schatleii iind Liclit verloren, und trotz
dicser ungelieuren Ucbelstande war iunn doch niclit ipiner eiues glucklichen Erfolges sicher, iudem, unch iiucndlichen Vorsichtsmaisregelii, durch unangebbare, zufiill i g ~Ursacheu bold eiii leidliclies Hild eiitstand, bald ciii
i~nvollsliiudiges odcr eins, wclcfics hie uud da grofse Liih.
kcll halte; eudlich gcsclah cs auch , dais die Uebcrzugc,
auf welche die Bilder sich abzeichneten, wenn sic sich
auch nicht schw%nteu., doch Risse bekamen, und sich
in Schiippchen abl6sten I).
1) Folgendes ist in Rline das Verfahren des Hrn. N i a p c e nnd die
von Hm.D a g u e r r e daran angebrachten Verbmerungen.
Hr. N i Cp c e Iciste Asphuft in Lavcndelcil auf. Rlittelst Abdampfnog entstand daraus &I dicker Firnifs, den er durch Tupfen auf
cine polute Metallplattc, z. B. auf eine mit Silber plattirtc KuphrS
platte. aultrug. Nachdem alsdann die Platte gelinde erwsrmt wswden, blieb darauf eine weibliche Schicht haften: das war das Bitum& (Bittime see de ludic ) in Pulver.
Die so iiherzogene Platte wurde i n den Brennpunkt der Camera
obrcnra gebracht. Nach einiger Zeit gewahrte man a d ' dem Pulver
die schwachen Ziige &nu Bildu. Br. N i C p c e hatte den sinneichen Gedanken, dars diese wenig wrhrnehmbrren Ziige verstirkt werden rncichten. In der That, als er seine Platte in ein Gcmisch Ton
Lavendeliil und Sicincil tauchte, fand cr, dafs diejenigen Stcllcn dcs
Uebcnugs, mefche denr Lichte nusgesetzt wuren, fast nnangetastet
blieben, wllirend die anderen rich rasch lcisten und dann das blmke
Mctall znriickliefsen. Nach Abwasclrung seiner Platte mit Wisrer
batte cr dcmnacl cin mit der Camera ubscura hwvorgebraclrtes Bild,
worin die Lichter den Lichtcrn, die Sclratten den Schrtten ensprachen. Die Licliter wurdeo durch das zerstreute Licht ans der weifslichen und glanzlosen RIasse des Bitumens gelildct, die Scbattm dngegen von den entbliisten und polirten Theilen dm I&talls, woll
vcrstanden, sobald diese Theile sich in dunkeln Gegcnstfnden spie&ten, sobald man sic also in solche Lage gebraclrt, dafs sic: kcin
etwas lehliaftes Liclit spiegelnd in dm huge fiihren konnten. W e n n
RIitteltintm vorhandcn waren, so entstanden sic aus dent Thcil drs
Firnisses, den eine tlieilweise Durchdringung des LiiscmitteL wenigcr matt a h die iibrigcn unnngetastctcn Stellen gcrnacht hatta
Das zu eineru unfiillbaren I'ulver wrwandrltc Asplinlt ist niclit
rccht iveifs, man kiinnte es elrcr grau nennen. Der Gegenratz zwisclien Hell und Dunkel trat demnrclr in den Zeichnungen des Hrn.
N i 6 p c e nicht reclrt hervor. Um den EfTcct zii verrtiirken, hatte
er also daran gedacht die entllijfsten Stellen des JIctalls Irernoch zu
schwfrren, sie entweder durclr Schwefelkalium uder Jurrh Jod angrcifen zu lassen; allcin er sclreint nicht bedaclit zu InaLcn, dafs d i e s
letztere Substanz im Tageslicht fortwSlrrcnde Vcrfndcrungen erlittcn
liaben niirde. Jdenfalls sidrt man, dnfs Ilr. NiGpcc nicht vorpb,
das Jod als e h e ( f i r das Liclrt) eiiipJndIiche Substauz anzuwenden, daTs cr dasselbe nur als cin schwirremdcs 3litrcl pcbr~ucl.cn
201
Nimmt man das Gegentheil aller dieser Unvollkommcnheiten, so bat man eine fast vollstgndige AulzShluog
der Verdienste des Verfabrens, welches Hr. D ague r r e
wolltr., nod bloL nach d a Enenyng d u Bildu in der Camerr obscnn, nacb der Versta'rkung, oder, w m n man lieber will, nach der
Enthiillung diesu Bildu durch Wirkung d u L&mitteIs. W a s werde
bJ ciner rolcben Operation aus den Mitteltinten gewordm s e p ?
Z u den Hauptubelstinden der Methode des Km. N i C p c e m d s
man den d h l m , d& ein zu starku Likemittel zuweileo den Fmifs
stcllenweis fast ginzlich fortnahm, und ein t n scbwaches L8semittcl
Jar Bild niclit gcnnssam entbiillte. Der Erfolg war &emah sicher.
Hr. D a g n e r r e crdachte eine l e l h o d e , welchc er die rwuollXunimfs N i 6 p ce'sche Methode nannte.
Er nahm zuviirderst statt
dcc Asphalts den Riickstmd von der Destillation des Lavendcl8ls, weg m seiner gdseren W e i t e nnd grijfseren Empfindlichkeit
DieJer
Riickstand wurde in Alkoliol oder Aether gelost. Diese Flrissigkeit,
in ciner dinnen und horizontalen Schicht auf dar Metall gebracht,
setzte nach dem Verdampfcn cinen pulrerigen gleichformigen Ueberrug J, was man durch Anfiupfen nicht erlangte.
Nadidem er dic so tubereitete Platte dem Brennpunkt dcr Camera obscura ausgcsetzt, brachte IIr. D a g u e r r e dieselbe horizontal
und in einigem Abrtand iiber ein Gcfifs, welches ein erwlrmtes 5tlieiisclies Oel cniliiclt. Zwischen gehiirigen Grsnten gclialten, die iibrigens mit dcm blofssm Angc leiclrt zu butimmen waren, liefs bei dieser Operation der Dampf des Oels diejcnigen Tlieilchen des pulverfirmigen Uebenugs unangetastet, welche die Wirkung eines lebhaften Lichter erfahrcn hatten; er drmg mehr oder weniger def in diejenigcn Stellcn des Ueberzugs ein, welche in der Camera obsenra den
RIi'Iiueltintcn entsprachen, und durclrclrang endkh dicjenigen rollstindig, welclie im Scliatten gcblieben waren.
Iliebei zcigte sicli das Metal1 a n kciner Stcllc dcr Zeiclinung entb13bt, die Lieliter waren gebildet durcli cine Anhlufung weifrer uad
sehr matter Tlieilchen, die Mitteltiutcn durch ebenfalls verdiclitrtc,
aber in ihrer Wcifse und ilirem Marten mehr oder weniger vom Dainpf
gesdlwieliten Tlieile, die Scliattcn cndlich durch eben so viele, aber
g5uzlidr durchsichtig gewordene Tlicile.
GrijLerc Lcbbaftigkeit, griifsere &Iannigfaltigkcit dcr S c h a t h n gm, griifserc I\egelmiif~iglieit, und die Gewifhheit des Gelingen~dcr
3hnipulatiun und des niernaligcn Vedustcs eincs Thcilr dcr Zeiclriiirngen, das warm dic Vor~iigc, welclie die von Ilrn. 1)a g u e r r c
nbgehIerte Metliodc tor der dcs t1m. N i G p c c voraus lraiic UnSlilcklichcrwcise ist der Kickstaucl des Lavendcl~ls,obgleidt cmpf'd-
202
iiacli eioer Uozahl feiner , miihsamcr ond kostspieliger
Versuche entdeckt hat.
Die schw3cbsten Strahlen vertiodern die Substanz
Iicher gqco das Licht, ah Asphalt, doch ooch so trSsc; dah die Bilder daraof erst oach ciner schr Iangen Zeit zu eotstehen anfangen.
Was fir cine Vcrinderung der Riickstand des LavendrlBL durclr
die Einwirkung dw Licliw crleidc; damit dic D h p b des iitlirrisclien
Oels densclben mehr d e r weniger scliwisrig durclidringen, ist uns
nocli unbekannt. Vielleiclit hat man sia nur rL une blofse Austrocknung d u Theilc zu betrachten, vielleicht aoch a h cine neuc Anordnun; der Molcciile. Bride IIypotlicsen wiirdrn e r k l k n , wie dic
Modification, selbst in dcr vollkommcnsten Dunkelheit, allrnilig schwiclicr wird ond ruletzt gaoz rcrschwindet.
D e r Dagucrreotyp.
Bci dem Ycrfahren, welcliem das dankbarc Publicurn den Kamco Dnguerreotyp gcgeben, ist Jet Ueberzug der Platte, der Grcund
des Grmiildes (fu toile du tnbkuu yui retoif Ies images) cine
g o l d p f b e Schicht, mit wclclicr sicli die Plattc (die plattirte BupferP.) beklcidet, wenn man sic cinc Zcit Iang, dos Silbcr
platte
iiach unten gckclirt, horizontal in eincn Kazten legt, r u t dcsscn Boden einigc Stiidrchcn Jod der freiwiffigen Vcrdampfung iibcrlasscn
werdcn.
W e n n diwc Platte die Camera obseura verliifst, sieht ma0 nicht
( h i grrings/cn Strich.
Die gelbliche Schiclrt vnn Jodsilber, welclic das Dild cmpfangen hat, sclieint in ihrcr ganren ilusdchnung
noch von einem vollkomnieo gleiclifi,imigm Farbentoo.
So wie man indeG die Platte in einem zweiten Kasteo dem aufstcigenden Strom von Qurcksifbcrdiimpfen aussctzt, der sich aus eiucr Scliale erlrebt, in der die Fliissigkrit mittclst eioer Weingaistlampe bis i s 0 C. rrlritzt worden ist, so iibt dieser Dampf sogleirlr
die sooclerbamtc Wirkung aus. Er lieftet sich an die von einem IrLh f / r r r L i c h t gctroffenm Stellen der Oberfliclie reichlich an, und
lXst dagegen die im Schatteo gehliebcneo unangetastet; eodlicli scliliigr
cr sich auf die Stellen, welche dic Mitteltinten eionelimen, in melir
odrr wenigcr grober Menge nicdcr, ic nachdun dirte Nittcltintco sirlr
durcli ilire Intcnsidt melir odcr wenigcr den lichtco oder den scliwarzcn Stcllen niihern.
Mit IJiilfe des scliwaclien Lidrts ciuw Kerse
hano man Schritt Tur Scliritt die allriiiilige Bildung d u Cemiildcs
\ d o l g e n , inan kann d e n , wie drr Qiiccksilbcrdamyf, glicli eineni
Piasel vun Sufserstcr Zartlieit, jedcm 'I'hcil dcr Platte dio gclriirigc
Schattirung giebt.
-
203
des Daguerreotyp. Ihre Wirkting ist vollbracht ehe die
Sonncnschatten Zeit haben sicli merkbar zu verscbieben.
Die Resultate sind sichcr, wenn man die sebr einfrrchen
Ist sonacb L s Bild der Camera obscura f e d g , so hat man zu
veriiindern, dars dsr Tageslicht d w l b e zerstan. Dahin gelangt Hr.
D a g u e r r e indem er die Phtte in (ciner L&ung von (P.))untrrschwrfli,osauremNatron IierumGht, und daraul mit Aer;/sem destillirtrm Wusscr wiacht.
Nach Urn. D a g u e r r e bildct sich das Bild Lesser aof eincr platt h e n Plalte (mit Silber belcgten Kupfcrplatte), ah auf drier P h t t c
von b l o k m Silber. 1st die T L m d i e richtig, so wiirde sie bewcisen, dals die Elektricitit eine Rollc bei diesen sunderbaren Erscheinungcn spielt.
Die plaltine Plattc mufs zuvor abgeschlitTen (poncie, gebimset )
und darauf mit rdiinnter Salpctcr&we gercinigt (decuph) worden
scjn. Die hier so niitzliclre Wirkung der Shure konnte, wie IIr.
P c l o u z e rueint, darauf beruhen, dafs sie d u Obcrlliehe d u Silbwr die letzten Kuphnlieilchen ewzielit.
Wicwolil die Dicke dcr gelben JodschichL, nach vvscliiedenen
M'Sgungen dw Hrn. D u t u a s , sicli niclit auf ein iTIiilliontrl einrs
flIillirnrterr sclieint belaufeo zu cliirfen, so ist er doclr wicldg k r
die rullkomtuene AbstuLing d v Scliatten und Licliter, dafs diese Dicke
iiberall genau dieselbe scy. €Ir. D a g u e r r e verliiitet, dars sich n i c h
Jod auf die Rhnder als auf die Mitie absetzt, dedorcli, Jars cr ringsurn
die P h n e eincn 2011 breiten Strcifen (hnguette) durelben BIetrlls
anbriugt, den e r a d d u n €Iolzralimen (tublettc en bois), dcr das
Ganze trigt , mit Nigelo berestigt. Die ptrysische Wirkungsweirc
diuer Streifem we& man nocli nicht geniigmd zu erkliren.
Eiu andcrer, niclit ruinder gelieimnifsroller Urusiand ist der:
W i l l man, dab das Bild in der gewiilinlichen Stellung der Gcmiilde
(in senkreclrter Stellung) den grorstm Elrect hworbringe, so ist ('s
ncthig, Jars die Platta unter der Keigung 45" gegen dcn senkrcclit
aufstcigendm Sworn von Quecksilberdarupf aufgertellt werde. Lhge die
€'he
i d Moment der Fjllung dcs Quecksilbers, im Moment J e r
Entsteliung dw Bildes, horizontal, so wiirde man cs unter dcm W i u kel van 45" betrachten miuscn, um das Maximum der EITecu zu er11alten.
W e n n man das sondehare Vrrfnlrren der L a . D a g u e r r e m i
crhlhren siiclrt, so bietat sich utimittelbar der Gedanke dar, dars das
I.iclit hi dcr Caiiicra obscura iiberall, wu cs die guldfarbenc Scliicht
triNt. dic Ycrdaniplirng dcs JoJs vcranlasw, Jars dort das RIcull entbliifst wudc, dds, Lei dcr zwcitcn Operation, dcr Quecksilbwdarupl'
204
Vorschriften befolgt. Endlich oerbdern sicb die einma1 eneugten Bilder, selbst Jahre Iang den Sonnenstrahauf die entblcifsten Theile einwirke, darclbst ein w e i b s und matte,
Amalgam bildend, dafs die Waschung mit untersdiwefligsaurcm Natron den Zweck habc, die durch das Licht nicht entfernten Jodtlreilc
fortzunebmen, und so die spiegelnden Theile, welchc das Schwarz
gcben miissen, zu entbliilen.
A k i n was w k c n nach dieser Tbeorie die zabllosen und so bewuademwiirdig abgestuften Mitteltinten, welche sieh in den Zeiehnungen dcr IIm. D a g u e r r e darbieten? Eine einzige Thaluclre wird
iibrigens beweisen, dafs die Sachen nicht so einfacb sind.
Die plattirte Platte rermelirt bei der Ueberziehung mit der goldfarbenen Jodsctiiclrt ihr Gewiclit nielit merklicb.
Dage,.cn findet
bci der Einwirkung der QueeksilbedCmpfe eine selir merkbarc Gewich.wermrhrung statt. Nun hat IIr. P e l o u z e sich iibcneugt, dafs
die Platte, nach der Waschung mit unterschwetligsaurcrn Natron, ungcactitet der Gegenwart von ctwas Amalgam auf der Oberflkhe, wcnigcr wiegt nis vur B r g i n n der Operution. Das untersclrwcfligsaurc Salz nimmt also Silbrr fort, was auch die chemische Untcrsucliung dcr Fliissigkeit berthtigt hat.
Um die Lichtwirkungeii, wclche sich bei den Dagu erre’schen
Bildern teigen, zu erklSren, scheint die Annahme zu geniigen, dafa
die Silberplatte sich wIlircnd der Wirkung der Quecksilberd~mpfs
rnit Amalgam-Kiigelchen bekleide, d o t d i e s Kiigclclien in den Liclitern selir diclit liegen, in den Mitteltinten wenigcr dicht, und in
d e m Schwarzcn ganz fehlen.
D i m Muthmdsung dcr Physikers hat sich bestztigt. IIr. D u m a s hat unter dem RIikroskop erkannt, dafs die Lichter und Mitteltinten wirklich aus Kiigelchen batelien, die ilrm, wie 1Irn. A do I plr
B r o gn i a r t , selrr regelmCLig eincn Durchmetser von eincrn AcRfh u n r i r r t r i cines Jlillirneters zu haben schiencn. Allein wozii denn
die R’otliwendigkcit eincr Ncigung der Platte von 45’ im nIoiiient
der Fillung dcs Quecksilbcrdampfs? Diese Xeigung, mit IIm. D a g u cr c e als unumg~ngliclr angenommen, rniiclite wolil auf die Dazwischenkunft von Krystallnidclchcn odcr Fascrn druten, wrlclrc in
cincr vollkoniiucnen oder Iralbfliissigen Fliissigkeit immcr sczrhrecht cntstsndcn, sicli vcrfestctcn iind zirs:ininit.ngnippirten, und sonacli gegcrt
die Platte cine voir tlvren K e i p n g abliiingigc Lngc bctiirsen.
Viellciclit, ilafs man Taiisende von scliiincu Zeiclrnungen niit tlciii
L)ag~icrrcotypn r d r t , ehc inan seine Wirkuirgswehc rcelrt vulhGirdig
rrklirt Iiat.
205
len ausgesetzt, weder in Reinheit, noch Lebhaftigkeit,
noch Harmonie.
Beim Anblick mehrer der Ihnen vorgelegten Bilder
wird Jeder gefuhlt haben, welch ungeheurer Vortheil
bei der Igyptischen Expedition aas einer so genauen und
schnellen Abzeicbnungsmethode zu zieben gewesen ware;
Jeder wird von der Betrachtung ergriffen worden seyn,
dafs wir gegenwartig , wenn die Photographie schon
im Jahre 1798 bekaiiut gewesen, von einer guten Zahl
cmblematischer Gemalde, welche die Neugierde der Araber und der Vandalismus gewisser Reisenden fiir iinmer
der gelebrten Welt geraubt haben, getreue Abbildungen
haben wurden.
Zum Copiren der Millionen von Hieroglyphen, welche, selbst auswendig, die grofsen Monumente von Theben Memphis, Krrrnak u. s. w. bekleiden, bediirfte es
Zmanziger von Jahren und Legionen von Malero. Mit
dem Daguerreotyp wurde ein einziger Mensch in kurzer Zeit diese iinermefsliche Arbeit ausfiihren kbnnen.
Verseht das agyptische Institut mit zwei oder drei Daguerrc’schen Apparaten, und auf mehren der grohen Kupferplatten des berlihmten Werks, der Frucht unseres
unsterblichen Feldzui;s, werden grofse Massen wirklicber
Hieroglyphen die fingirten oder b l o t conventio~~ellen
ersetzen; und die Zeichnungen werden an Treue, an Localfarben die Werke der gescbicktesten Maler iibertreffen; und die photographischen Bilder, weil sie nacb den
Regeln der Geometric entstehen, werden, mittelst einiger
weoigen Angaben erlauben, auf die wahren Dimensionen der bilcbsten, der unzugtinglichsten Theile der Gebaude zuriickzuschlielsen.
Diese Erinnerungen, worin die der Arinee des Orients
bcigegebenen , so eifrigen und so beriitilnten Gelehrten
und Kiinstler, ohne sich gewaltig zu h e n , nicbt den
Schalten eines Tadels werden finden kilnnen, lenken
ohne Zweifel die Gedanken auf die Arbeiten, welche ge-
206
genwHrtig unter der Controlc der Commission fEr geschichtliche DenkmYler in unserem eigenen Landc ausgefiihrt werden. Auf Einem Blick wird Jeder einselicn,
welch unermefsliche Rollc die photogrnphiscben Methoden bei dieser grofsen National - Unteruehmung zu spicIen bestimmt sind. Jeder wird auch begreifen, dafs die
neuen Verfahrungsarten sich durch Wohlfeilheit auszeicbnen, ein Verdiensf, welches, beilZuGg gesagt, in den Kunsten selten Schritt hslt mit der Vervollkommnung der
Eneugnisse.
Fragt man endlich, o b die Kunst, far sich betrachtet, aus dem Studium dieser, von dem Fcinsten und Zartesten, was die Eatur darbietet, von dcn Lichtskahlen
gezeiclmeten Bilder einige Fortschritte erwarten dtirfe, so
h6re man was Hr. P a u 1 z) e l a r o c h e darauf antwortet.
In einer auf unsere Bittc abgefafsten Notiz erklart
dieser berlihmte Maler, dafs die Mcthoden des Hrn. D a g u e r r e ngewisse wesentliche Bedingungen der Kiinst zu
solcher Vollkommenheit bringen, dafs sie ftir die Maler,
selbst die geschicktesten, ein Gegenstand der Beobachtungen und der Studien wcrden.,, W a s in den photographischen Zeichnungen am mcisteu auffzllt, ist: dafs
das Vollendete eines kiistlichen Unbegreiflichen die
Ruhe der Massen in Nichts sttirt, in keiner Weisc dem allgemeinen Eindruck scbadet. n Die Ricbtigkeit der Liuien,
sagt Hr. D el a r o c h e liberdiek, die Genauigkcit dcr Formen ist in den Zeichuungen des Hrn. D a g u e r r e 80
vollkommen wic m&iglich, and man erkennt darin zugleich
sowohl eine grofse, krlftige Adage, als eiu ebcn so
reiches Ensemble von Ton und Effect .
Der Maler
h d e t in diesem Verfabren ein rasches Mittel, sich eine
Sammlung von Studien zu verschaffen, die er sonst nur
mit vieler Zcit und Miihe, und atif eine unvollkommene
Weise erhalten kann, wie groL auch sein Talent seyn
mag. Nachdem er mit vortrelflichen GrIinden die Meinung Dercr niedergeschlagen, welche geglaubt, die Pho-
. .
207
tographie schade unseren KUnstlern , besooders unseren
Kupferstechern, endet Hr. D e 1a r o c h e seine Note mit
folgender Bemerkung:
R u n , die bewundernswurdigc
Entdeckung dcs Hrn. D a g u e r r e ist ein deu KIinsten
geleisteter ungeheurer Dienst. n
Wir werden nicht den Fehler begehen einem solchen Zeugnifs irgend Etwas hinzuznfiigen.
Zu den Fragen, die wir uns gestellt, gebart nothmendig auch die: O b die photographischen Methoden
allgemein gebrhchlich werden kilnnen?
Ohne zu verrathen, worin sie besteben, was bis zur
Bekanntmachung des Gesetzes geheim bleiben muG ),
kiinuen wir sagen, dafs die Platten, auf welcben das I.icht
die bewundernswiirdigen Zeicbnungen des Herrn D a
g u e r r e ausfiihrt, aus Kupfertafeln besteben, die auf einer
Seite mit einem diinnen Silberblatt belegt sind. Fur die
Beqriemlichkeit der Heisenden und unter ilkonomischein
Gesichtspunkt wYre es ohne Zwcifcl besser, wenn man
Papier anwenden kilnnte. In der That war Papier, imprsgnirt mit Chlorsilber oder salpetersaurem Silber, das
crste Mittel, von dem Hr. D a g u e r r e Gebrauch machte;
allein dcr Mangel an Einpfindlichkeit, das Verworrene
der Bilder, die geringe Sicherbeit der Resultate, das oftinalige Mifsralfien der Operation, durch welche die hellen Parthien in dunkle und die dunkeln in helle verwandelt werden, mukte nothwendig einen so geschickten
Kiinstler entmutbigen. WYre er auf diesem ersten Wege
slelien geblieben, so wiirden die photographischen Zeichnungen wohl in Sammlungen als Producte cines soiiderbaren physikalischen Versuchs zu finden gewesen seyn,
aber nieinals wIirden sich die Kammern Frankreichs lnit
-
1) Man mufr n5mlich wisscn, deL dieser Bericht, bis euf die Anmerkungcn, die splter Iriuzu~cfiigtwurdcn, dcrselbe ist, Jcn Hr. A r a g o
vor der Drputirtenkammcr hiclt, urn Iirn. D a g u e r r e fur seine Entcleckung einc Pension auszuwvirkcn. Diescr Zweck wird such des Prablerisclie mendier Phruen, wenn niclit cnrschuldigen, doe11 erklsren. P.
208
ihncn beschaftigt haben. W e n n iibrigens drei oder vier
Franken, so vie1 kostet eine Platte, wie Hr. D a gu c r r e
sie anwendet, ein hoher Preis zu seyn scheinen, so murs
inan auch sagen, dafs eine iind dieselbe Platte nacli
einander hundert verschiedene Zeichnungen aufnehmen
kann.
Der uuerh6rte Erfolg der gegenwsrtigen Methodc
des Hrn; D a g u e r r c rlihrt zuin Theil daher, dafs er mit
einer aufserordentlich diinnen Schiclit von Materie, rnit
einern wahren Hlutchen operirt. W i r brauchen uns also
nicht mit dem Preise der Ingredienzien, aus denen dasselbe besteht, zu bcfasscn. Dieser Preis w h d e , wcgen
seiner Geringfiigigkeit , wahrhaft unangebbar seyn.
Der Daguerrcotyp fiihrt tiicht eine einzige Manipnlatiou niit sich, die nicht Jedermann bcgriffe. Sie sctzt Leinc
Kenutnit der Zeiclinung voraus, erfordcrt keiue Handgeschicklichkeit. Bei piiiiktlicher Bcfolgung gcmisser, sclir
einfacher und nicht zahlreicher Vorschriften wird es h i nen geben, dcm nicht die Sache eben so-gewifs und cben
SO gut wie Hrn. L)ngucrre sclbst gcliiigen wird.
Dic Schnelligkeit dcr Mcthodc ist viellciclit das, was
das Publicum am mcistcn in Erstaunen setzt. In dcr
That sind in dcu triibstcu Wintertagen .kaurn zebu bis
zw6lf Minuten erforderlicli, uin ein Monument, ein Stadtviertel , einc Laudschaft abzunchmen.
Im Sominer, bei Sonuenschcin, kann diese Zeit auf
die Hdfte verliilnt merden. In siidlichen Klimateii werden gewifs zwei bis drei Minuten liinreichen. Allcin es
ist wichtig zu bemerken, dafs dicse zehn bis z d f Minuten im Winter, diese fiinf bis sechs 'hlinutcn im Sommer, diese zwci bis drei Minutcn iu sudliclicn Iiliuiateu
blofs die Zcit ausdriiclieii, welche die plattirte l'lnttc zur
Auffanguog des Liirsen- Bildcs niithig hat. Hiezu hat
man hinzuzufiigeii die Zeit dcr huspckung und dcr Auordnung der Camera obscura, die Zeit per Zuberci[uiig
dcr Platte, die Zeit der kleineu Operation, welchc das
einI
209
einmal geschaffene Dild gegen die Wirkung des Lichtev
uncmpGndlich macht. hlle diese Operationen zusammen
kfinnen die Zeit auf dreifsig bis fiinf und vienig Minuten erheben. Diejenigen tluschten sich also, welche unlangst, beim Antritt einer Reise, erkllrten, jeden Augenblick, wo der Postwagen langsam bergauf fahre, benutzen
zu wollen, um Ansicliten vom Lande aufzunehmen. Nicht
weniger bat man sich geirrt, wenn man, betroffen VOII
den sonderbaren Resultaten des Uindrucks von Biicbern
und von Kupferstichen alter Werke, von der Reproduction und Verviellaltiguug photographischer Zeichnungen durch lithograpbischen Uindruck getrluint hat. Es
ist uicht b l o t die lnoralische W e l t , welche ihre Mangel hat; dasselbc gilt auch oft von den Kiinsten. Aus
der vollkommeiien Politur , der unberechenbaren Diinnbeit der Schicht , mit . welcher Hr. D a g u e r r e operirt,
entspringt das Vollendete , das Sammtartige, die Harmonie iu den photograpbischen Bildern. Durch Keiben,
Betupfen, Behaudeln mit der Presse oder Walze wiirde
man sic uiiwiederlierstellbar zerst6reu. Keiner wird auch
auf den Eiiifall gerathcn, an einem Spitzenband stark zu
zerren oder die Fliigel eiues Schmclterlings zu biirsten I ) .
1) Die Nothwendigkeit, die mit dem Daguerreotyp erlialtenen Zeichnungen gegen jeden Druck zu bewalrren, erschien mir als ein ernstlralies Hindernifs grgen die Verbreitung der Methode. W & e n d der
Verlandluog der Karnmeru rerlangte ich auclr mit Ungwtim, LU persuchen, welche W'irkungen ein Fitmils auf diete Zeiclrnungen haben
wiirde. Da Hr. D a g u e r r e werrig geneigt war, Etwas anzuwenden,
was auch nur im Geringsten dcn Kunst-EigenschaCtrn seiner Erzeugnisse scladen konnte, so wandte ich miclr mit meiner Bitte an Hm.
D u m a s ; dieser beriihmte Chemiker hat gefunden, dah die Zcichnungen des Daguerreotyps gtfirnilt werdcn k h n e n . Es reiclrt hin,
die Metallplatte in eine kocliende Lijsitng von tinun Tlieil Dextrin
in f i n f Tlrcilen Vl'asser zu tauclien. Wenn man findct, dab dies~ F i r n i t
die LBnge nicht auf die Queckrilberverbindung, a m
der das Bild buteht, einwirkt, so wird dar Problcm gclijst seyn. In
der That, da dieser F i r n i t bei Eintauclrung der Platte in tocliendes
VVauer verschwindet, so ist man im Stande All- so wieder I ~ e n u -
../
PoggendorlPs Annal. Bd. XXXXVIII.
14
210
D e r Academiker, der schon seit einigen Monaten
die Priiparate ksnnte, auf welchen so scliiiue Zeichnungen entstehen, glaubte noch nicht einen Vortheil aus
dein Geheimnifs zu ziehen, welclies er dein elirenvolleu
Zutrauen des Hrn. D a g u e r r e verdankt. E r hat cs flir
eine Dclicatcsse gehalten, vor dem Eintritt in das weite
Feld voii Untersuchungen, welche die photographisclien
den Pliysikern iiffuen, abzuwarten, dafs cine Nationalbelohnung dieselbcu Mittel zur Forschung in die Hiinde
alter Beobachter gebe. Indem wir also von dcm wissenschnftlichcn Nutzen dcr Erfindung unseres Landsiiianns
spreclien , kiinneu wir liauin auders als Muthnrafsungen
aufsern. Die Tliatsachcn iibrigens siiid klar und handgreiflich, und wir haben wenig zu lurchtea, dafs die Zukunlt uns Lugen slrafen werde.
I)as Priparat, mit wclclien Hr. D a g u e r r e operirt,
ist ein weit einpfindlichcres Reagenz auf die Wirkuiigen
des Lichts als alle, dereu man sich bisher bedient. Nielnals liaben bisher nocb die Mondsstrahlea, wir sagen
nicht im naturlicheu Ziistande, sondern verdichtet im
Brennpunkt dcr griifsten Linse, im Brennpunkt des griifsten Hohlspiegels, eine wahrnehmbare pliysische Wirkuug
ausgeiibt. Dic von Hru. D a g u e r r e zubereiteten Metallplatten bleichen dagegen unter der V\'irkung derselben Strahlen und der folgcudcu Operationen bis zu dein
Grade, dafs es zu hoffen erlaubt ist, uian werde photographische Karten vbn unserein Satelliten eiitwcrfen kuunen; das will sagen: man werde in weiiigen Minuten
eine der langweiligsten, kleinliclisten und zartesten Arbeiten der Astronomic ausfuhren.
Eine michtige Erfahrungs - und Rechnungs- Wissenschaft, die, welche von der Intensitzt des Lichtes hanstellen, wie Hr. D a g u e r r e es will, und andercrseits hat man auf
einer Reire nicht LU firchten s.&c Sammlungen LU vcrdcrben. IIc
D u m a s hat iibrigens nicht gerunden, daL seia Firoifs der Harmonie der Bilder merklich schade.
211
delt, die Photometric, bat bisher wenig Fortschritte gemacht. Der Physiker verlnag wohl ziemlich gut die relativen Intensitsten zweier benachbarten und gleichzeitig
wahrgenommcnen Lichter mit einander zu vergleichen;
allein er besitzt nur unvollkommene Mittel diesen Vergleich zu bewerkstelligen, wenn die Bedingung der Gleichzeitigkcit fehlt, wenn eins der Lichter jetzt sicbtbar ist,
und das zweite erst sp%ter, nach Verschwiudung des ersten, ersclieint.
Die klinstlichen Vcrgleichungs- Licbter, zu welclien,
im besprochenen Fall, der Beobachter seine Zuflucht
nchmen mufs, besitzen selten die erforderliche Dauer
und Besttindigkeit; selten, und vor allem, weun es sich
nm den Vergleich von Steruen handelt, besitzen unsere
klinstlichen Lichter die erfordcrliche WeiLe.
Daher
denn die groken Unterschiede zwischen den von gleichgeschickten Pbysikern gelicferten Beslimmungen der cornparativen Intensitsten der Sonne und des Mondes, der
Sonne und der Stcrne; daher siud denn auch die aus
diesen letzteren Vergleichungen gezogenen sublimen Folgeruugen liber den bescheidenen Platz, den unsere Sonne
unter den Milliarden der am Himmel bcfindlichen Sonnen einnchme, selbst in den Werken vou sotist nicht
gerade furchtsalnen Schriftstellern, in cinen gewissen Vorbehalt eingehUllt.
Die von Hrn. D a g u e r r e entdeckten Reagenzien,
mir stehen nicht an es zu sagen, werdeu eine der Wisscnschaften, die dem mcnschlichen Geist am meisten Ehre
machen, in ihren Fortschritten beschleunigen. Mit Hulfe
ibrer wird der Physiker kiidtig mit absoluten Intensitsten operiren kbnneu; er wird die Lichter durch ihre
Wirkungen vergleichen. Findet er es niitzlich, wirJ
ibm dasselbc Gcmdde Abdriicke gcben von den blendenden Sonneustrahlen, den drei hundert tausend Ma1
schwzcheren Mondsstrahlen und den Sternenstrahlen.
Diese Abdriickc wird er eiuander gleich machcn, ent14 *
212
weder indem er durch eins der vortrefflicben Htilfsmittel,
die man neueren Entdeckungen verdaukt , das starkere
Licbt schwlcht, oder indem er die lebhaltereii Strahlcn
2. B. nur cine Secuude lang wirkeu lafst, und die anderu erforderlicbenfalls eiue halbc Gtuude. Ucbrigens
weirs inau, wenn Beobachter ein neues Instrument zum
Studiuin der Natur anwenden, ist das, was sie erwarten,
imuier geringfiigig gegen das, was sic mi t diesem Instrument in der Folge entdecken. I n diesen Dingen mufs
man besonders auf das Urioorhergesehenezghlen I). W e n n
dieser Gedanke paradox crsclieinen sollte, niligeu folgende
Betraclituugen seine Richtigkeit erweisen.
Kinder befestigen zufiilligerweise zwei Glaslinscn voii
verschiedener Brennweite a n den bciden Eiiden einer
RBhre. Sie erschaffen dadurcli ein Instruinciit, welches
ferne Gegenstande vergrbfsert, sie darstellt, wic wenn sie
gendiert wzren. Dic Beobachter bemeistern sich dcsselben mit der einzigen, mit der bescheidenen Holfnung,
Sterue, die seit Alters tier bekannt, aber bis diibiu iiur
uuvollkommen untersuclit warcn, etwas b a s e r zu sebeii.
Kaum hat inau es aber gegen das Firinamelit gerichtet,
als man auch sclion Myriaden neuer VI'elten eutdeckt,
als wan, in die Bcschaffenheit der sechs Plaiietcn dcr
1) Hier eine niitzliche Anwcndung
cles Daguemotyp, die mir setir
beaclrtenrwertli ersclreint: Die Beobaclitung hat gelolirt, dafs das Snnnenspectrum niclit coitinuirlich ist, dafs es in der Quere UnterbrecIiun,.cn, vollkommen schwane Strictbe entldt. Giebt cs ilinliclic
Unterbrecliungen zwischen den dunkeln Strahlen , welclie die M'irmewirkuogen heworsubringen schcincn? Und wenn dem so ht, entsprecLcn sie den dunkeln Linien irn Lichtrpectrum?
Da mehrcrc der Qiierlinicn des Spectrums mit blofsem Augc
siclitbar sind, oder WCM sie sich ohne rllc,VergrBkrung auf die
Nctzhaut abmalen, so wird das ron mir gertellte Problem leicht zu
loren sepn. Man mache ein kiinstlichu Auge, indcm man zwixhcn
dem Prisma nnd dem zur Aufnalime des Spectrums bestimmtcn Scliirm
eine Linse aufstellt, und suclie daraiif, wenn aircli Nit .&er Lupr,
wie die dunkelo Linien cles Wsrmespectrums gegen die dunkeln I.;nien des Lielitspectrums liegen.
213
Alteu eindringend, dieselbe der unserer Erde analog findet, durch Berge, deren Hehen man mifst, durch Atmosphlren, deren S t r h u n g e n man verfolgt, durch Erscbeinungen der Bildung und Schmelzung von Polareis,
analog dein an den Polen dcr Erde, durch Rotationsbemegungen, ahnlich dcnen, welche hienieden die Abwechslung vou Tag und Nncht bemirken. Auf den Saturn gerichtet, entfaltet das Rohr der Kinder des Middelborger
Brillcnmacliers cine Erscheinung, deren Seltsanikeit Al!es
iibertrifft, was die’ feurigste Einbildungskraft batte ersinnen kijnnen. W i r rneincn jenen Riug, oder, wenn man
lieber will, jene nriicke ohne Pleiler, von 71000 Lieues
Durchmesser und 11000 Lieues Breite, welcbe die Kugel dcs Planeten allseitig umgiebt, ohne sich irgendwo
inehr als 9000 lieues zu nlhern. W e r bltte vorausgesehcn, dafs das Fcrnrohr, angewandt auf die Beobachtung der vier Jupitersmonde, zeigen wtirde, die Lichtstralileu bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von
80000 Lieues in der Secunde; dafs es, befestigt an getheilte Instrumcnte, zum .Beweise dienen wiirde, es gebe
keine Sterne, deren Licht in weuiger als drei Jahreu zu
uns gelaugt; dafs man ferner, mit Hiilfe gewisser Beobachtuiigen uud hnalogien bis zu dem uberwiegend wabrscheinlichen Schlufs kommen wiirde, derselbe Strahl, mittelst dessen wir in einem gegebenen Zeitpunkt gewisse
Nebelsterne erblicken, sey von ihneu vor vielen Millionen Jahren ausgegaiigen, oder anders gesagt, diese h’ebelsterne wtirden, megen der allmaligen Fortpflanzung
des Lichts, noch mehre Millionen Jalire nach itirer giiuzlichen Vernichtung ron der Erde aus sichtbar sepn.
Das Fcrnrohr fiir nnhe Gegenstande, das Mikroskop, wiirde zu iihulichen Bemerkungen Anlafs geben ;
denn die Natur ist nicht minder bewundernswertb, uicht
minder mannigfaltig im Kleinen wie im Grofsen. Anfangs iiur zur Betrachtung ciniger Insecten gebrauclit,
dcren Gestalten die Nalurbistoriker blot zu vergrfifsern
214
wfinschten, um sie besser im Kupferstich wieder geben
zu kdiinen, bat spiiterhin das Mikroskop unverhofft in
der Luft, im Wasser, in allen Fliissigkeiten jeoe Thierchen, jene Infusorien entschleiert, jene wunderlichen W e sen, durch welche man hoffen darf, dereiust die erstcn
Grundzuge zu .einer. rationellen Erkllruiig der Lebenserschcinungen aufzufinclen. Gerichtet auf Brockcn verschiedener Steine, die zu deu hlrtesten und diclitesten gehdreu, aus welchen die Erdkruste zusammengeselzt ist, hat
neuerlicli das Mikroskop dem' erstaunten Auge der Beobachtcr bewiesen, dafs diese Steine einst lebten, d a t sie
ein Teig waren, gebildet aus tausend und aber tausend
zilsaininengekneteten mikroskopischen Thierchen.
Diese Abschwcifung sollte die Persolien bekehren,
welche, mit Unrecht , die wissenschaftlichcn Anwendungen der Methoden des Hrn. D a g u e r r e auf die jetzt
vorauszusehenden und vorhin angedeuteten Falle besclirankt wisseu wollten ; und wirklich rechtfertigen dic
Thatsachen sclion unsere Hoffnungen. W i r kdnnten z. B.
v o n einigen Ideen reden, die man Iibcr die raschen Mittel der Untersuchung gehabt , welche die Topographie
von der Photographie entlehiien kiiunte. Docli verfolgen
wir gerader unseren Zweck, wenn wir liier eine sonderbare Beobachtung augeben, die Hr. D a g u e r r e uns vor
Kurzem erz8hlt: Nach ilim sind die Morgen- und Abendstunden, die gleich weit voin Mittage abstehen, also gleichen Htihen der Sonne fiber dem Horizont enlsprechen,
dennoch nicht gleich giinstig ziir Hervorbringung photograpbiscber Bilder. So formt sich in alleu Jalireszeiten
und unter auscheinend genau denselhen atmosph2rischen
Umstliiden das Bild etwas schneller z. B. uin 7 Uhr Morgens als urn 5 Uhr Nachinitlags, uin 8 Uhr schneller als
urn 4 Ulir, urn 9 Uhr schneller als urn 3. Dick Resultat als richtig angenommen, und der Meteorolog hat ein
Element mehr in seinen Tafeln anzugeben; zu den bisherigen Beobachtungeu dcs Thermometers, des Baroine-
215
ters, des Hygroinetere, der Diirchsichtigkeit der Luft wird
man ein neues Eleineut hinzufligen miissen, welcbes jene
Instriiinente nicht eogeben; man wird eine eigenthiimliclie Absorption in Rechnutig ziehen iniissen, die nicht
oboe Einflufs auf viele andcre Erscbeiuuugen seyii kann,
selbst auf solche, die zum Rereich der Physiologic und
dcr Medicin geh6ren I ) .
W i r liaben so ebeu vcrsucbt, Alles hervonuheben,
was die Entdeckung des Hro. D a g u e r r c unter den] vierfnchcn Gesichtspunkt der Neuheit, des arlistisclien Batzens,
dcr Schnelligkeit der Ausfuhrung uiid der kostbarcn Hullsinitlel, welche dic Wissuuscliaft von ibr enrlelineu wird,
hitcressantes darbietct. Wir sind gezwungeu, Itinen unsere Ueberzeugungen aufzudriingen, >veil sic lcbendig und
aufrichtig sind, weil wir uit cinein religiiisen Skrupel
Alles gepriift, Alles studirt liaben, weil, w e m es miig1) Die Bemerkung des Elm. D a g u e r r e hber die comparative und
con-
Venelriedenheit der Wirkiingen d u Sonnenlieh zu Stunden
des '[ages, wo alas Gertirn glciclie Hiilie hber dem IIorizont hat,
sclreint, man N u t cs gutelren, rnelrr als eine Sclrwierigkeit in die
Airwendung des Daguerrrotyp zu plrotometrischen Untersuclriingen einzufilrren.
Jm hllgemeinun zeigt man siclr wenig zu dem Glauben geneigt,
d d s dasrelbe Instrument werde zum Portritiren dienen k6nnen. In
der That scliliefst dicse Aufgabe zwai anscheinend iinvertrSgliclre Bedingungen ein. Sol1 das Uild rascli erscheinen, d. 11. innerlralb der
vier odcr Gnf Minuten, die man in Unbewegliclrkeit EU sitren von
einer Persnn envartcn kann, so mufs diese dcro vollen Soonenschein
ausguctzt seyn; alltin im vollen Sonnensclrein wiirde auch die gedulcligste Person butandig blioreln und das Gesiclt rerziehen, jeder
Zug darin also verhdert werden.
Gliicklirlrerweire lrat IIr. D a g u e r r e gerunden, d d s die Stralrlen, wclclie durcli gewisse bl.irie G l k r gegengen sind, airf das dic
Platten hberzirliendo Jodsilber, fa5t die vollen photogenischen M'irkungrn ausiilt.
Rringt man abo eins dieser G l h r zwischen dio
S o m e und der sitzenden Person, so erhilt.man fast ebcu so sclrnell
rin phngenisches Bild, wic wenn das GI* nitlit da w k , und da
alrdann das beleuclitende Licht sehr sanft ist, su finden die Grimassen uncl das zu hiufige Blinzeln niclit mclir statt.
sfnnte
216
lich wIre, die Wichtigkeit des Daguerreotyp und die
Stelle desselben untcr den Verdiensten des Menschen
zu mifskennen, alle unsere Zweifel aufhiiren wtirden vor
dcm Eifer, mit welchem fremde Nationeu ein falsches
Datum, eiue zweifelhafte Thatsache, den leisesten Vorwand ergriffen haben, UIU Prioritatsfragen zu erheben,
iiin zu vcrsuchen, die glanzcndc Blume, welche die Photogrephie fur i n n e r bilden wird, der Krone von Eutdeckungen cinzuflecliten, mit welcher jede von ihneu
sich schmiickt. Vergessen wir nicht fcierlich zu erkliiren, dafs jede Eriirterung fiber dieseu Piiukt verstumint
ist, wcuigcr noch vor den unzweifelhaften, authentischeu Belegen der Erstheit, auf welche die HH. N i k p c e
und D a g i i e r r e sich stiitzen, als vor der unglaublichcii
Vollkommenhcit, welche Rr. D a g u e r r e erreiclit hat.
W i r kiiinen in Verlegenheit, sollten wir Zeugnisse der
arisgezeichnetsten Manner Englands und Deutschlands anfiihren , Zeuguissc, vor welchen hlles, was wir Schmeichclhaftes iibcr die Eutdeckung unseres Landsmanns gesagt liaben, vollkoinmen erblassen miifste. Frankreich
hat diese Entdeckiing adoptirt; voin ersteu Moment an
hat es seiuen Stolz dariu gesetzt, die gnnze W e l t damit
liberal dotireu zii kiiuuen I ) !
1) Man hat gcfragt, ob man nicht mit dem Daperreotpp, nachdem
man dic bcwundenuwiirdigrten Scliattirungen erhaltcn , aucli Farben
wercle hen-orbringen k h n e n , mit eincm Wort, Gemilde, statt der
Art von Aqrra-Tintr-Zciclrnungen, die man ietrt erliilt.
Diese Aufgabe wird dann gelast seyn, wenn man Eine und diesclbe Substanx entdeckt, die siclr durch die rothen Stralrlcn rotli, durch
die gelben gelb, die blaucn blau d c . firbt. Sclron IIr. N i 6 p c c
cleutctc Wirkirngen dieser Art a n , bei denen, nacli mir, das PIiBnomen der k’arbenringe cine Rolle spielt. Viellcitlrt verhilt es sic11
cben so mit dern Ruth und Fiolrtt, weleher S e r b c c k zuglrich an
den boiden Endtn dca Spectrums erliielt. Hr. Q u c t c l e t tlieilt mir
so cben einen Brief mit. in welcliem. Sir J o h n Herrclrel meldct.
d d s scin crnpfndliclres Papier, nach Beslrah~ung von einrm sehr
I r 4 l r o/ten Sunnmspectrum, alle prismatischen Parben reigte , rnit
Aosiiabruc dcs Roth.
Bsi dicscn Thatsrclrea wiirdc a siclrcr ciir
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