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Der finnlndische Labrador.

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kU1. Der Jinnliindz'sche Labrador; von J. Senff:
D a s Farbenspiel des Labrador hat von je her dem Physiker einen reichen Stoff zu Untersucliungcn und Hypothcsen gegeben. Eine tieiie Anregung werden diese Bemuhungen darch die besondern Eigenschaften des neu
entdeckten finn1;indisclien Labrador gewinnen. Zwei iiui
die Minerdogie verdiente Miinner, der Graf S t e i n h e i 1
und der Bcrgitite~~dant
v. N o r d e n s k j i i l d , habcn bci illrein
fleifssigen Forschen und Sanimeln finiiliindischer Mincralie11 cine bedeulende Colleclion dicscs m u entdccltteil
Fossils zusainmcngebracht ; und die Jahrbucher der Stockholiner Academie werden n2clisteiis cincn intcressantciz
und ausfiihrlicheil Aufsatz voui Hr. v. N o r d e n s k j ii 1d
uber diesen finnllindischen Labrador enthalten. . Es kann
nicht dic Absicht dieses Arlikels seyn, jenem Aufsatze
vorzugreifen oder ihn unniitz zii machen, sondcrn vielmelir die Aufmerksarnlseit dcs Pnblilsums darauf zii lenken. Durch die Gcfiilligkcit obbcnannter Herren ward
Referent mit diesein Fossilc bclsannt, und kilt es fur
Pficht, eine so in'teressante Entdeckung vodaufig belsannt
zu machen.
Auker der Eigenschaft iiberhaupt, Farben zu spielen, lassen sicli am Labrador noch drei besondere PhZnomene wahrnehmen:
1) Im Labrador findet man (bei der Stellung des
Steiiies gegen das Licht, in welcher inan das Farbenspiel deutlich sieht) in der Riclitung dcs Hauptdurchgangs
farblose dunlsle Streifen; dreht man jetzt den Stein urn
die Axe der schiliernden Flache urn lSOo, so ersclieinen
die friiher gef5rbten SLreifen jetzt ungefirbf, und die friiher ungefiirbtcn jetzt gefiirbt. Diese Erscheinung hat man
auch am Labrador von andern Fundorten bemerkt.
2) Dreht man einen Labrador \vie oben urn seine Axe,
SO
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so sieht man bei einer DrcIiung van 90° cin neues Farbenspiel, bei 1800 ein drittes, das dem ersten entgegengesetzt zu seyii scheint; bei 270" endlich ein viertes, das
dem zweiteii in eben dem Sinne eiitge;;engesetzt ist. Die
einfachen &genbiIder V O I ~ 0" und 180' bemeikt man
in jedem ainerilianischell Labrador , die doppelten habe
jch aber nur an weiiigcn finn~lindischcnExemplaren bemcrkt, wo diese Erschcinung dann jedesmal mit der ersteii , den abwechselnden Streifen, gepaart mar.
3) Die dritte un3 bis jetzt dcn finnlLiiidisc'nen Labradoren auescliliefslich angch6rige Eigenschaft sind die Farbenkrystalle, das lieifst: die Farbcn sind scharf von einander getrelint, untl jede cinzelne bildet eiii geradliuiges
Polygon, dcsscn Scilcn init clcn T~rrrchg~ingcn
des Krystalls uiid mehrern secundzreu Fliiclieii parallel laden;
dime Farbenpolygone stehen concciitriscli a n und uln
einaiider. Die Reihenfolgc dcr Farbcn ist constant? nicht
aber die Breite oder das Breitenverlialtnifs der einzelnen
Streifen; denn bald sind sic von der Breite von 1 bis 4
Linien, bald so scbmal, dafs man niir durcli die L u p
die einzelnen Farben getrennt sieht. Die Anzahl der secundaren Flachen, die liier als Abstumpfuug einer Dolggonecke erschcinen, wechsclt in den einzelnen Farben.
In dieser Art gicbt cs Zwillingskrystalle, die in einem
der Bufsern Farbenpolygone aiifhiiren Zwillinge zu seyn,
und daiin als einfache Krystalle fortsetzeo.
Die sehr natiirIiche Verinuthung, d a t die Reihenfolge dieser Farbenpolygoiie niit dcn Farbenringen ziisaininengeprefster Platten iibereinstininien vverde, fand sich
keinesvvegs bestatigt ; von der Mitte angefangen, ist sie
folgende:
1.Farbloser Kern 6. Blau
11. Violet
2. Griingelb
7. Weirs
12. Blau
3. Gelb
8. Farblos
13. Braun
4. Braun
9. VC'eifs
14. Gelb
6. Violet
10. Blau
15. Griinlichgelb
-
A n d d. Pllysik. Bd.93. St.2. J. 1829. St. 10.
7,
3.5 4
16. Gelb
30. Gelb
44, Griin
45. Farblos
17. Orange
31. Orange
18. Brauii
32. Rraiin
46. Griin
33. Violet
47. Blau
19. Violet
33. Purpm
48. Violet
20. Blau
35. Violet
49. I'urpiir
21. Violet
36. Purpur
50. Violet
22. Braun
23. Orange
37. Violet
51. noth
24. Gelb
38. Purpur
52. l'urpur
23. Gelbgriin
39. Roll>
53. Orange
26. Ulaiigrun
40. Purpur
84. Gelb
27. (;run
41. Blau
55. Grun
28. Ulaugriin
12: Violet.
56. Blaugriin
29. Gelbgriin
~ 1 3 .1:lau
57. l h u
Uie von 33 bis 4 3 aufgcz%lilten Farben siud nicht
wie die anderii scharf gescliietfen, sondern schwinimeu
uiibestiuiint in einander.
Die beiden weiCsen Streifen 7 uiid 9 scheinen bei
Sonnenlicht riitlilich, bei Kerzenliclit hiiigegen schiin grun.
Merkwiirdig war noch bci ciiieiii selir schiincn Exernplare cine irn 45. Streifen vorbouimende regelmiifsige
Verbreiterung, wie aucb , dafs in clemselbeii Exeinplar
der Kern eiii Zwillingskrystall war, der sicb erst im 10.
Streifen zu eiiiem einfachen Krystall verband.
Die Farbenreihe ist mit dein 57. Streifen sicher niclit
zu Ende, indessen ist mir kein vollst%idigeres Exemplar
bekannt geworden
Die Labradore uberhaupt spiclen in jeder Flliche,
aufser der des Hauptdiirchganges, Farbe, bald stgrker,
bald schwkher ; am starksten sclieint das Farbenspiel in
der Flache des zweiten Durchganges zn seyn (welcher
etwa YO" mit dern Hauptdurchgange bildet )
Die grofse Regelrniifsiglreit der Form errreckte die
Vermuthung, dafs sich leicht eiiie Regel fur den Winkel
auflinden lassen musse, unter welchcm das Bild in grsfster Deutlichkeit erschiene. Referent inachte in dieser
-
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Absicht eine kleine Reihe von Versuchen, die, trotz ihrer
Uugenaoigkeit, doc11 eiii ziemlich sicheres Resultat gaben.
Eiiie HauI't"l~\7;ieriC;keit bei diesen Messungen liegt dario,
dafs der Punkt, in welchem das Bild am deutlichsten ist,
gar zu wenig bestiinint ist; eine Drehung von 3 O bis 4 O
macht kauin einen inerklicheii Unterschied; urn also zu
einiger (;euauigkeit ZCI gelangen , iiiufste inan mehrere
von eiliander unabhlingige Mcssungen machen, atis wel&en man ein illittel ZOg.
An einein Krystall, der in der Flache des zweiten
Durchgaoges geschliffen war, wurde beobachtet:
1 ) Wenn Licht nnd Augc in der Ebene des Hauptdurchganges standen, der W-inliel, den das Licht mit der
I)urchscliiiitt~li~iicder beiden Iltirchgiinge machte, uud der
Winkel, wclchen bei dieser Stellung des Liclrts das Auge
mit selbiger Linie machLe, in dem Augeublick, wo das
Bild am deiitlichstcn erschicn.
Fur 50 verschiedenc Stellungen des Lichts wurden
126 Beobachtungen gemacht , in welchen die Differenz
der beiden obhenannlen Winkel beinahe gleich ausfiel,
woraus Keferent schlieten zu kiirinen glaubt, dafs die
Meinen Abweichuugen , die geringer als der miigliche
Fehler der Beobachtung waren, wirklich nur Beobachtungsfehler waren, mid dafs dns Mittel aus 126 Beobachtungen der eigentlichen constanten Differenz sehr nahe
koiniiicn mlisse. Dieses Mittel war 22" 29' 39", also nahezu 2240.
2) Wenn Licht und Auge in der Ebene des schwachsten dritten Ihrchgnnges stehen, wurden dieselben Wiokel beobachtet, welche Licht und ,4uge mit der Durchschuittslinie dieses dritten und des ~ e ~ c h f o s ~ ezweiten
l~e~l
Diirchgangs bildeten im Augenblick, wo das Bild fur jeden Liclitwinkel respective a111 deutlichsteo war. Diese
Beobachtungen reichten VOUI Lichtwinkel = l o o bis 100°
Die Differenz der beiden beobachteten Winkel zeigten
eine Reihe, die von 62" (bei dem Lichtwinkel =loo
22
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und dein Augenwinkel ='i2O) retardirt abuahm bis zu
dem Punkte, YFO man durch die Flamme des Lichts hindurch das Bild in seiner grofsen Deutlicbkeit sah; dieses
geschah bei dem Lichtwinkel =70*,also Augenwinkel
-]loo, wo dann diese Differenz =40° ihr Minimum
erreicht hatte, und' von nun an wieder accelerirt zunahm. Das Gesetz dieser Ab- und Zuiiahine konnte wegen der Uugenauigkeit der einzelneu Messungen nicht
ausfindig gemacht werden.
W e n n man eine solclie Untersuchung nur zu einiger Genauigkeit bringen wollte, so miifste man eine grofse
Menge einzelner unabhiingiger Beobachlungen sammeln,
damit das Mittel zuverliissiger wiirde.
In eben dieser Art mufste inan den Krystnll in schr
verschiedeuen Richtunsen gegen die Ebene des Lichts
and Auges einer Messung mlterwerfen, und man wiirde
gewifs einen erfreulichen Blick in das riithselhafte W e sen dieses Farbenspiels thun, Resultate erbalten, die fiir
die Optik von grofsem Interesse wliven, und die Natur
dieses Steins erst recht kenncn lernen.
Da bei einer Drehung von 180" fast imlner ein entgegengesetztes Bild entsteht, d. h. die farbloseu Streifen
gefirbt erscheinen und das ganze Farbcnbild sich ill ein
neues umwandelt (das aber meistens undeutlich ist), so lids
sich vermuthen, dafs bei eiuer Spaltung des Krystalls die
beiden Spaltungsfllichen ebenfalls einander auf irgend eiiie
Art widersprechen wiirden; dieses war aber keineswegs
der Fall, sondern das Rild war vsllig glcich, nnd durch
eineu Versuch dieser Art, bei welchein ein starker Krystall in mehrere Lainellen zerschnitten wurde, zeigte sich,
dafs diese concentrisrhen Polygone nicht nur an ebenen
Spaltungsflachen stattfanden, sondern dafs es concentrische Farbenhiillen waren, die einen farblosen Kiirper
umschlossen, und deren Flachen mit denen des Krystalls
tibereinstimrnten, so dafs bei den Durchschnitten, die den
farblosen Kern nicbt eher trafen, ein gcfarbtes Polygon
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den Kern bildete, vrelches sehr deutlich auf das Fortwachsen des Krystalls hindeutet.
Referent theilt diese wenigen eigenen Beobachtungen
mit, uin das Interesse fur diesen Gegenstand anzuregen,
iind verweist nochmals auf den vielleicht schon erschienenen Anfsatz des Hrn. v. N o r d e n s k j 61d in den Stockholmer Jahrbiicbern.
Leider wird es seine grofsen Schmierigkeiten haben,
Labradore dieser Art zu erhalten, da im Ganzen nur
wenige Exemplare gefunden sind, und trotz alles Suchens jetzt keine mehr gefunden werden.
XIII. Bericht iiber die Anwendung der K n a l yulver nls Ziindkraut be; Feuergewehren; con
dem Obersten Hrn. A u b e r t und den HH.
Pe'lissier und G a y - L u s s a c .
(Ann. de chim. et de physique.
T.XAlX p. 5.) ')
M a n kennt eine grofse Anzahl von Pulvern, welche
durch den Schlag verpuffen; allein, in Bezug auf den
Gebrauch bei Feuergewehren, verdiencn nur die rnit
chlorsaurem Kali und mit Knallquecksilber eine besondere
Beachtung; die iibrigen bieten bei ihrer Fabrication oder
ihrer Anwendung zu viele Unbequemlichkeiten oder Gefahren dar.
S c h i e f s p u l v e r rnit c h l o r s a u r e m K a l i .
Dieses Pulver besteht aus einem innigem Gemenge
von Schwefel, Kohle und chlorsaurem Kali. Man kann
auch den Schwefel und die Kohle durch andere brenn*) D i e nachfolgende Untersuclrung verdankt ihre W s t e h u n g einern
mittelbaren Auftrage des franz&ischcn Kriegsrninisterr, dern der
Capitain B e r g n a u d eine seiner Percussionsflinten iibersandt
hattc.
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