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Der grosse intermittirende Wassersprudel zu Bad Neuenahr an der Ahr.

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aus diesen durch Aminoniak der Diglycolamid- urid Triglycola-
inidszure aiialoge Verbinduugeu werden dargestellt werden.
So ist durch diese Untersuchui~g der W c g zur Entdeckung gauzer Reihen neuer interessanter Kiirper croffiiet.
XIII. Der grofsse ir~ti~rnii~~irrndse
Whssersprudel
z u Eatl Neueltcrhr an rler Ahr.
(Eine Mittheilung des Geli. Ober-Rergmths NT6ggeratli in dtlr Iiolnisclren
Zeitung.)
z u r Verinehrung der Miiieralwasserquelieu und in der
Hoffuung, eitie solche voii noch hiiherer Teinperatur zu
erhalten, als die bisber bei diesem ]Bade vorliaiideneir, hatte
inail ein Bohrloch von 286 Ffs. Tiefe niedergestofsen. Dainit waren Wasserzuflusse von nach der Tiefe iminer haherer Teiiiperatur erreicht worden ; die hiicbste Teinperatur
betrug iiacli den Bohrregistern 35'' K. Das Bohrloch stelit
in einem 12 Ffs. im Gevierte inessenden gezimmertcn Schachte
VOII 16 Ffs, Ticfe, auf desseii Grunde noch eiii rundes Bassin
von 4 Ffs. Tiefe urid 6 Ffs innerer W e i t e eiogemauert ist.
Das Mundloch ist also in senkrecbter Richtung 20 Ffs. ~ o n i
Tagesniveau entfernt. Das Bohrloch ist oben, bis zu 90 Fk.
Tiefe, mit einer Rolirentour VOII 16 Zoll lichter W e i t c a u s gefiittert; hierauf liatte inan eiiic zweite T o u r von 11 Zoll
innerer W e i t e bis zur Tiefe von 2.20 Ffs. eingesenkt. I)ann
war mit demselbeii Durchinesser von I 1 Zoll das Loch lloch
20 Ffs. tiefer d i n e Rohreo niedergebohr t, und endlich die
letzten 46 Ffs. ebenfalls ohne P d i r e n , rnit einer W e i t e v o n
8 Zoll.
Vom 10. December IS60 bis Anifaiigs Februar 1861
ruhte die Arbeit. N u n wollte inan, uin die aufseren Wasser,
welche durch die Nieten dcr Kolireu und am unterii E n d e
der zweiten T o u r eindraagen, zuriick zu halten, den oberen
The11 des Bobrlochs mit Reton auskleideli. und w w l des-
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lialb zun5clist, um fur den Beton eine feste Unterlage zu
bekommen, Sand hiiiein, bis derselbe 110 FEs. boch iiber
deiii Tiefsten stand. Der Sand inu€ste, als die Verdichtuug
bewerkstelligt war, naturlich wieder herausgeholt werden,
ehe irian die Bohrarbeiten fortsetzcn konnte. Bis zuin 10.
September 1861 waren 89 Ffs. hcrausgeschafft, also iioch
ein Sandkegel von 21 Ffs. Hohe iin Tiefsten des Loches.
Hier ward die Arbeit wieder sistirt, weil zunachst der Abflufscanal fur die Quelle gebaut werden sollte. Dieser war
ebeii fertig, a l s inan gedachte, Moiitag den 7. October die
Arbciten am Bohrloche wieder aufzunehinen, als plotzlich
Donnerstag den 3. October, Morgens gegen 9 Uhr, die unterirdischen I W f t e sich selber Luft inachten. Die herbei
eileiiden Zuschauer fanden die Eruption, welche wahrscheinlich schon vor einiger Zeit begonnen, urn 9 Uhr bereits im
volleii Gange. Das Wasser iin Schachte stieg fortwlhrend
linter bedeutendein sprudelndein Wellenwerfen, und unmittelbar uber dein Bolirloche erhoben sich unregelinafsig, bis
zu eiiier Hiihe von 3 F€s. uber dein Schachte, machtige,
Spriiigbruimen ahnliche Strahlen. Der Sand wurde naturlich zunachst mit aus den] Bohrloche in die Hohe geworfen,
aber anch grBEsere und his faustdicke Stucke von Grauwackeiisaiidstein, welche wahrscheinlich in den unterirdischen Hohlen durch die Gewalt der drangendeii Wasserund Gasinassen losgerissen waren, flogen bis iiber den Rand
des Schachtes. Ungefahr iioch eine Stunde lang beobachteteii die iiberraschten Zuschauer das neue grofsartige Phanoinen, als cs pliitzlich, wie mit eiiiein Zauberschlage, aufhorte.
Aber schon uin 1 1 Ulir zeigten sich die Vorboten einer
neuen Eruption, niclit ininder heftig als die erste, uiid seitdein haben sich d a m bis zur Stunde in nicht gain gleichen
Perioden dieselben Erscheinriiigen wiederholt. Die Eruptionen selbst dauerteii anderthnlb bis zwei, die Zeiten der
Rahe zwei bis drei Stundcn.
Als ich zur Stelle kain, am 8. October gegeii 12; Uhr
Rlittags, hatte die letzte Eruption vor kauin eiiier halbeii
Stunde geetidet. Kuhig uiid klar staiid das Wasser in deln
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gelnauerten Bassin auf dein Grunde des Scliachtes. Ein
Kreis voii kleineii Gasbkisclien, die a n den Wlinden der
R o h r e emporstiegen, bezeiclinete die Lage derselben auf
dem Wasserspiegel des Bassins, 13 F'fs. iiber dessen Gruude,
uud war die einzige Audeutung der in der Tiefe schlunimernden Krafte. Die Teinperatur des Wassers im Bassiii
betrug 31", 12 Ffs. tief im Bohrloche a h e r 32" R. Die Luft
im Schachte war ganz ertrsglich, kauin inerklich init Kohlensaure geschw~ngert. Urn l; Uhr zeigte sich Verinelirung
der aufsteigenden Gasblasen und die erste -Bewegung auf
dein Wasser. E s entstaud ein sch-cvacher Sprudel voni Centrum nacli der Peripherie des Bassins, worin der Wasserspiegel ziierst n u r Sufserst langsani in die Hijhe stieg. Uin
2; Ulir war e r 3 Zoll gewachsen, und die Bewegung des
Wassers war ungefahr so stark, wie die d e r zunachst dein
Kurhause gelegenen Quelle, welche den Namen n der grofse
Sprudel fuhrt. Zwischen ihr und der neuerbohrten Quelle
liegen noch drei andere ; eine derselben, der Marieiisprudel,
zwanzig Schtitt von der neuerbohrten gelegeii, hat seit der
ersten Eruption der letzteren ihre sonst heftig sprudelnde
Thatiglieit eingestellt, die andereii beiden, die Trinkquellen
Victoria und Augusta, zeigen sich auf cine inerkwurdige
W e i s e n u r wahrend der eigentlichen jedesnialigen Eruption
von dem neueu Rivalen beherrscht. Sie liegen in gerader
Richtung, ungefahr 70 Schritte entferrat, sind bei 83 resp.
86 Ffs. Tiefe erbohrt, haben a b e r eine niedrigere Temperatur, von 20 resp. 22" R. und n u r geringen Sprudel. Beide
waren noch in voller Thgtigkcit, als der neue Sprudel schon
gewaltig tobte. Nach 2; Uhr wurden die Bewegungen lieftiger, der G a s - und Wasserzudraug inerklich stzrker. Uer
Wasserspiegel stieg mit zunehniender Geschwindigkeit. Uni
2 Uhr 39 Min. stand e r 30; Zoll hoch im Bassin, urn 2 U h r
42 Min. 34 Zoll, 2 U h r 44 Min. 38 Zoll; das Wasser hatte
32;" R. Um 2 Uhr 50 Min. inufste ich den Gruud des
Schachtes verlasseii, weil das Wasser uber Rand des Bassius trat; auch merkte inan schou eine starke Aiisamuilung
von kohlensaurern Gas. Von nun an iiahiiieii die ErscheiC(
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iiuiigen eineii immer grofsartigeren Charakter an. Der weite
Schacht, 12 E'fs. iin Quadrat, fiillte sich trotz seiiier mangelliafteii Verschalung uiid des 4 Ffs. hoheii uiid 3 Fls. breiten Abflufscaiiales ixniner Inehr init W a s s e r an, das mit heftigen Stofsen aus der Mitte liervorbraclr und in schaunieiider
W u t h an den W a n d e u des Schachtes einporscblug. P u n k t
3 Uhr versiegteii pliitzlich jeiie beiden Quellen, Victoria
rind Augusta. Uin 3 Uhr 8 Min. staiid das W7asser 4 Ffs.
hoch im Scliacht; es hatte eine Temperatur voii 33:" 8.
Sieben Miiiuten spzter, uin 3; Ulir mar der Wasserstaiid
schon 4 Ffs. hoher uiid die Gewalt der Eruption hatte, wie
es schieii, ihreii Hiilrepurict erreiclit. Der ganze obere Tllcil
des Schachtes war init Kohlensaure angefullt, dcreo Teinperatur init 29" R. gemessen wurde. Auch iiber dein Erdbodcn erhielt sich in der Nahe nocli eiiie niedrige Schicht
des schweren Gases iind eiii rrngliickliches W e s e n war seiner lebenerstickenden Kraft bei ciner der letzteii Eruptiotioneii bereits zum Opfer gefallen. Es war eiii kleiner Huiid,
der zu Aiifang der Eruption in der Nahe auf dein Boden
eiiigeschlriiiiinert, aber iiaclilier niclit inehr iiis Leben zuruckzubringen war. Die entfernteste Quelle, der grofse Sprudel<c, in einer Tiefe von 268 Ffs. erbohrt, zeigte, wie bei
alleii fruheren Eruptionen, keinerlei Veranderung, auch als
die eigeiitliclie Katastrophe eingetreten war. Diese dauerte
uiigcfahr eine halbe Stunde. In uugeheuren Massen stieg
das heirse W a s s e r voii der nlitte aus einpor, es fie1 zuruck,
und schauinende Brandung peitschte die Welleu des Schachtes. D a m folgte wobl ein kiirzer Augenblick der Ruhc,
a b e r wieder und wieder spritzke der daiiipfende Gisclit
o f t uber deli Schacbt hiiiaiis einpor. Pliitzlicb, iiin 3 U h r
55 Miii., war das gewaltige Schauspiel voriiber.
W i e ein
Traumbild zerrinnt beirn Erwacheii des Morgens (c sagt S a r t o r i u s v o i i W a l t e r s h a u s e n voii der Bcendiguiig der
Eruptionen des Geisers auf Island, uiid wirklich stiinint in
alleii Erscheinungen diese neue Quelle dcs Alwttiales init
keiner aiideru vielleicht inehr iiberein, als lnit jeiier altbekaiinteii iin 1 auben Norden. D e r Wasserspiegel sank znerst
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plotzlich uin 3 Ffs., dann allm;ihlig bis zuin alten Standc
im Bassin. W a h r e n d dessen stiegen allenthalben a n den
WT:inden des Schachtes Gasbl%chen empor; es w a r die zuruckkehrende iiberschiissige Kohlensaure , die wahrend der
Eruption mit dem W a s s e r in das Gebirge gedrringen war.
Um das pliitzliche Sinken des Niveaus nach den Eruptionen zu erkl;iren, mufs man bedenken, dafs wahrend dersclben inindesteus eben so viele Raumtheile freien Gases
wie Wassers emporgesclileudert werden. D e r untere Theil
des Bohrloches ist alsdaun nur theilweise mit W a s s e r erfiillt , irn iibrigen Kaume halt das stkts zustromende Gas
der darauf lastenden Wassersaule das Gleichgewicht. Mit
dein Schlusse der Katastrophe aber hort dieser untere Gasdruck auf, und n u n sinkt pliitzlich das W a s s e r in den ganzen Raum des Bohrloches und der unterirdischen Spalten
miruck.
Um 4 TJhr 2 Min. kehrten die Victoria und Augusta
wieder. Eine halbe Stuude nachher war bei der neuen
Quelle der Wasserspiegel bis in das gemauerte Bassin zuriickgetreten. Auf dem Grunde des Schaclites war keine
Anhiiufung von Sand oder Steinen zu bemerken, und das
Empordringen solch’ fester Massen scheint somit, nachdem
die ersten Eruptionen einmal die unterirdischen Spalten und
das Bolirloch gesaubert haben , vorliiufig eingestellt, vielleicht fur immer bcendigt zu seyn.
Ob alle die angefuhrten Erscheiuungen in ihrer jetzigen
Grofsartigheit verbleibell werden , wenn die Fassung his
iiber Tage fortgefiihrt ist, und so die W a s s e r auch bei
temporzr starkerein Zudrang stets einen freien Abflufs
haben, o b , init anderen W o r t e n , die Heftigkeit der Ernptionen nicht jetzt durch den Druck der Wassermassc im
Bassin und Schachte s r h r versizrkt werde, das bleibt der
Erfahrung nschster Zeiteii uberlassen. Jedenfalls inufs aber
wahrend der Katastrophe der Wasserzudrang ein ganz bedentend starkerer seyn, da jetzt bei dem sehr weiten Abflufscanal, i n dem geraumigen, undicht verschalten Schachte
norh eiii so rasches Steigen der Fluth stattfindet. Von
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wissc~iscliaftlicticni Interesse ist aufser der inerkwiirdipe~~
Einwirkung auf die benachbarten Quellen besonders das
lnterinittiren des Sprudels , welches aufser am Geiser a u f
Island nur nocli bei wenigen Quelleii des Continents zu
bemerken ist. Zur Erklarung dieser selteuen Erscheinung
hat man besonders zwei Theorieii aufgestellt. Nach der
einea soll, ~ e n nsich in uuterirdischel~ Reservoirs iiber
dem Wasserspiegel die Spannang der Gase so weit vermehrt hat, dafs sie starker ist, als der Drrick der gegenlastenden Wassersaule, d a m die letztere bis znr Ausgleichung des Druckes einporgehoben werden; es ist die Theorie
dcs Heronsballs oder der Feuerspritze. Die andere Theorie
ist in neuerer Zeit von B u n s e n z u r Erklarung der Geiser-Eriiptioiieii aufgestellt worden. Er lafst voii Zeit zn
Zeit in den Canalen cine Wassersaule erwarmt werdcn,
die sich d a m durch ihre grofsere specifische Leiclitigkeit
hebt, w i d so erst dem untercii W a s s e r ('relegenlieit zur
Uampfentwickluiig und zu Explosionen giebt , welcbe bis
dahiii wegen des Druckes der Wassersiiule trotz der hoheii
Temperatur nicht iniiglich waren. Eine genauere Erklsrung oder die Ai~wendring dcr Theorien arif den vorliegenden Fall kanii nicht i n d r r hbsiclit dieser Zt.ilcn liegeo.
Bei der Unbekanntschaft init dcm Laufe und dein Zusainmenhangc dcr Minernlwasserquelleu und den Gasaufsteigungen in den Spaltcn und Holilungen der Tiefe wurdeii
speciellere Deutungen der sichercn Basis entbeliren mussen.
Es braucht wohl liautn e r w ~ t i n t zu werden, voii wie
grol'ser Wichtigkeit dicser neue Quellenfund fur den Aufschwung des juogen Bades ist. D e r grofse Wasserreichtbum rind vor Allem die liohe Temperatur der neuen Quelle,
die alle bislierigen uiii 2 bis 3" iibertrifft, sind Momente,
welche der Gesellschaft fur die Grundung und Errichtunp
des Bades Neuenahr die giinstigsten Aussichten eriiffnen,
iind das neue seltene Naturschauspiel wird die Anziehungskraft verstarken , die auch bisber schon manchen gesunden
Touristen zu dern sclionen, reizend gelegenen Knrhaiisc gefuhrt hat.
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---.Qc-
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