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Der Hydrolith.

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XIX. Jnhrgang.
Heft 27. 6. Juli 1%
1
stehendes, mit Wasser gefiilltes GefaB tropfen. Der
Betrieb ist kontinuierlich, indem durch einen Einfiilltrichter aus Schamotte stets ncue Mcngen des
Versatzes eingefiihrt werden konnen. Die Erhitzung
ist eine gleichmabigere als bei Kohlefeuerung, bei
der meist die eine Seite des Schmelztiegels zu sehr
beansprucht wird; auch kann in der gleicheii Zeit
eine bedeutend groI3ere Menge geschmolzen werden,
als wie bei der gebrkuchlichen Kohlefeuerung moglich ist, da man durch Steigerung der Temperatur
ein schnelleres Schmelzen und Austropfen der
Schmelze herbeifuhren kann. Auch bei diesem Ofen
bestanden die Elektroden aus 3 mm dickem Schmiedeeisen, und die Dicke der Heizmasseschicht betrug
5 cm, ihre Lange etwa 80 cm.
Wir konstruierten ferner auch eine Muffel mit
etwa 10 cbdm Heizraum, doch wurden hierbei die
Dimensionen so groB, daS wir rnit StrGmen von
200 Amp. arbeiten mubten, und die Temperaturerhohung nur langsam vor sich ging; auch trat bei
dieser Konstruktion bei unglasierter Heizmuffel
wieder Kohlenoxyd in groBerer Menge auf, ca. 10
bis 15%. Bequemer in der Handhabung und sparsamer im Elektrizitatsverbrauch ist auf jeden Fall
der oben beschriebene Ofen mit vertikalem Heizrohr.
Ebenso bauten wir einen Ofen mit kleinerem
Heizraum fur hohe Temperaturen, bei denen die
untere Elektrode aus einer Graphitplatte, die obere
bei erweiterteni Querschnitt der Kohleschicht aus
Eisen bestand. Man spart auf diese Weise an Heizmame, da der Querschnitt derselben an der unteren
Elektrode nicht vergroSert zu werden braucht.
Auch bei den hochsten Temperaturen, also iiber
Segerkegel 35, bewahrte sich hierbei die Eisenelektrode, die nicht einmal gliihend wurde. Bei diesen
hohen Temperaturen machten wir noch eine eigenartige Beobachtung, die wir nicht unerwahnt lassen
wollen. Wahrend namlich bei Temperaturen von
Segerkegel 10-20 ein Beobachten des Ofeninhaltes
mit bloBem Auge nahezu unmiiglich ist und nur
unter Benutzung einer ziemlich intensiv gefarbten
Glasscheibe vorgenommen werden kann, iindert sich
das bei Temperaturen iiber Segerkegel20, und zwar
bis zu der hiichsten von uns erreichten Temperatur
von Kegel 39 (ca. 1770"); bei diesen Temperaturen
kann man, ohne daB das Auge sehr geblendet oder
belastigt wurde, bequem das weiBgliihende Innere
des Ofens beobachten.
Versuche. die bisher aus Schamotts verfertigten
Heizrohre fur die hochsten Temperatmen durch
solche aus Magnesia, Tonerde, Carborund usw. zu
ersetzen, sind schon begonnen, haben jedoch bisher
noch nicht zu cinem in jeder Beziehung zufriedenstellenden Resultat gefiihrt.
Die Ergebnisse unserer Versuche mogen zum
SchluB noch einmal kurz zusammengefaBt
werden :
Nach dem B r o n n schen Prinzip der elektrischen Erhitzung mit kleinstiickiger Kohlewiderstandsmasse gebaute Ofen sind zur Erreichung jeder
beliebigen Temperatur geeignet. Die Hohe der erreichbaren Temperatur ist nur durch die Schmelzbarkeit des Ofenmaterials begrenzt. Ofen mit vertikalem Heizrohr bewahren sich besser als solche rnit
horizontalem; die Reduktion durch Kohlenoxyd ist
hierbei auf ein Minimum herabgesetzt. Als untere
Ch. 1908.
1233
Krull : Der Hydrolith.
Elektrode, die vor Luftzntritt vollig geschiitzt ist,
laBt sich Graphit verwcnden; die obere stellt man
besser aus Schmiedeeisen her und vergroBert hier
den Querschnitt der Heizmasse etwa UDJ das Zehnfache. Die Elektrode liegt beweglich auf der Heizmasse auf, so dab stets eine innige Beriihrung erhalten bleibt. Der Vorteil gegeniiber den bisher in
der Keramik angewandten Ofen liegt klar auf der
Hand : mit dem allgemein gebrauchlichen SegerHeineckeofen kann man ohne iibennabige Beanspruchung des Ofens hochstens Temperaturen von
Segerkegel 16-17 erhalten und das auch nur unter
giinstigen Umstanden; in dem D e v i 11 e schen
Geblaseofen dagegen ist es schwierig, Temperaturen
zwischen Segerkegel 17 und 26 einigermaBen genau
abzupassen. AuBerdem bekommen wir bei letzterem
stets nur das Endprodukt jedes Brandes zu Gesicht,
wahrend wir den Schmelzvorgang selbst nicht beobachten konnen. Diese Nachteile kommen bei den
elektrischen Versuchsofen gar nicht in Frage, ganz
abgesehen von der vie1 bequemeren Handhabung
und Regulierung.
Der Hydrolith.
Von
FRITZ
KRULL,Ingenieur-Chemiker, Paris.
H e n r i M o i s s a n hat der Pariser Akademie
der Wissenschaften einen Bericht iiber ein neues,
von G e o r g e F. J a u b e r t hergestelltes Produkt, Hydrolith genannt, vorgelegt, welches von
groaer praktischer Bedeutung zu sein scheint.
Der Hydrolith ist eine Verbindung von Wasserstoff mit Calcium und wird gewonnen durch die
Einwirkung von metallischem Calcium auf ein Metallsalz; alles iibrige wird bis jetzt geheim gehalten.
Was den Hydrolith so wertvoll erscheinen laat,
ist daB aus ibm durch bloBes Znsetzen von
Wasser in derselben Weise Wasserstoff sich entwickelt, wie aus dem Calciumcarbid durch Zusetzen
von Wasser das Acetylen sich bildet, oder aus dem
Oxylith durch Wasserzusatz Sauerstoff frei wird.
Die Ausgiebigkeit des Hydroliths ist eine sehr bedeutende : 1 kg Hydrolith (Handelsware) gibt
1000 Liter = 1 cbm Wasserstoff, und 1 kg chemisch
reiner Hydrolith 1150 Liter Wasserstoff.
Hauptsachlich durfte der Hydrolith wohl zunaebst zur Erzeugung von Wasserstoff fur die Biillung von Luftballons fur militarische Zwecke in
Betracht kommen. Ein Feldballon hat etwa 500 cbm
Fassungsraum und benotigt zu seiner Fiillung
3 Apparatewagen mit je 8-10, den fur 180 cbm
Fiillung ausreichenden, auf 135 Atm. komprimierten,
Wasserstoff enthaltenden Flaschen. Jeder Wagen
wiegt 3500 kg und erfordert 6 Pferde fur seinen Transport. Zum Transport der fiir die Fiillung eines Feldballons notigen Wasserstoffes sind also drei schwere
Wagen und 18 Pferde notig, ganz abgesehen davon,
daB nach erfolgter Fiillung des Ballons die Wagen
zur Wasserstofferzeugungsstelle zuriickgefiihrt werden miissen, um die Flaschen fur den nachsten Gebrauch wieder zu fiillen. Mit dem Hydrolith sind
diese schwerwiegenden Ubelstiinde vollkommen verschwunden. 500 cbm Fiillung erfordern 500 kg
Hydrolith, eine Last, die 2 Pferde auf jedem Ter161
1234
Referste. - Explosivstoffe.
rain bequem fortbewegen konnen; das zur Wasserstoffbereitung notige Wasser findet sich abcr iiberall.
Damit ist alles fur die Fiillung des Ballons Notige
gegeben. Aber noch mehrl An Stelle eines Teiles
des im Ballon mitzufiihrenden Ballastes wird man
jetzt Hydrolith und Wasser mitnehmen und, wenn
der Ballon wahrend der Fahrt eine Wasserstoffnachfiillung erfordert, dieselbe ohne weiteres vor-
[
Zeitschrift fur
angewandte Chemie.
nehmen kiinnen, und den als Endprodukt sich bildenden Kalk iiber Bord wcrfen, wie man heute den
Sand entleert.
Wenn das Produkt zu einem entsprechenden
Preise herzustellen ist und verkauft wird, und mit
seiner Handhabung nicht irgendwelche uniiberwindliche Bedenken und Schwierigkeiten verbunden
sind, so scheint, dasselbe eine Zukunft 211 habcn.
Referate.
11. 6. Explosivstoffe, Ziindstoffe.
A. W. Cronquist. Alte und neue Studien uber Pulver
und Sprengstoffc. (Z. f. das ges. SchieB- und
Sprengstoffwesen 1906, 106-107.)
Verf. hat niit einem in der Abhandlung naher
beschriebencri Apparate Untersuchungen iiber die
Entziindungsgeschwindigkeit verschiedener Pulversorten sngestellt und dabei folgcndc Rcsiiltatc mit
guten Pulversorten erhalten :
a) S c h w a r z - u n d B r a u n p u l v e r .
Entzfindungsgesehwindiglr.
i n lllDD Sek.
deutsch . . . . . 736-900
deutsch . . . . . 600-ti50
belgisch. . . . . . 540-600
norwcgisch . ,
450
,, criglisch . . . . . 400-420
,, deutsch . . . . . . 360
,, schwedisch . . . . 320-380
Jagdp., englisch, hartpolirt . . . . . 400
norwegisch . . . . 020
,,
schwedisch . . . . 190--220
Sog. Bauernp. J. 1774, schwedisch . . . GG
Sprcngpulver,
schwedisch . . . . 50
b) R a u c h s c h w a c h e N i t r o z e 11 u 1 o s e p u l v c r fiir H a n d f e u e r w a f f e n .
Deutsch ni/90. . . . . . . . . . . . 218
Deutsch m / 9 2 . . . . . . .
56
Apyrit m/91, schwcdisch, graphitiert . 328
Apyrit m/91, schwcdisch, nicht graph. . 328
Normalpulver m/95 schwedisch . . . . 196
Grakrut m/89 schwedisch . . . . . . 88
Belgisch m/W . . . . . . . . . .
88
Schweizer m/93 . . . . . . . . . . . 48
Franzosisch m/90 . . . . . . . . . . 54
Schwedisch m/96 . . . . . . . . .
44
Prisma, schwarz
,,
braun
,, braun
Geschiitzp. kleink.,
..
.....
.
.
c,) G e s c h i i t z u n d G e w e h r p u l v c r a u s
N i t r o z e 1 1 u 1 o s e u. N i t r o g 1 y c e r i n.
Nobelpulver verschiedener Sorten . . . 24-44
Ballistit . . . . . . . . . . . . . . 16-40
Cordit. . . . . . . . . . . . . . . . 16-30
Es zeigt sich, da13 hart.gepre0tes SaIpcterpulver
wie Prismapulver also ti-9 Seliunden in Beriihrung
mit Feuer braucht, u m entziindet zu werden, gewohnliches Gescliiitzpulver 3-41/,
Sek., Jagdpulver 2-4 Sek. Die rauchschwnchen Pulver sind
vicl leichter Feuer fangend, namentlich die Nitroglycerin haltigen, die nicht mehr als l/s-1/2
Sek.
gcbrauchen. Die Graphitierung spielt eine groSe
Rolle, wie bei Apyrit ersichtlich (9//10-31/4 Sck.)
CI .
Neuerung an Sprengstoffen.
(U. K.P. 172 327.
Voni 28./6. 1900. Firma C. H. o t h , Wicn.)
Sprcngstoff, bestehend aus Ammoniaksalpetor und
Aluminium, mit oder ohne Zusatz eines Kohlenstofftragers.
Beispiel : 72% Animoniaksnlpeter, 23,5% Aiuniiniumpulver, 4,5% Rotkohle.
CI.
V. Watteyne und S. Stassart. Xeue Proben fur
Sieherheitsevplosivstoffen in der FrameriesProbierstation. (Annales des Mines de Belgique
Nr. 4. Nach Mining Magazine 13, 41-43.
Januar 1906.)
Verff. berichten iiber Experirnente, welchc von
ihnen auf der von der belgischen Regierung zu
Framerics eingerichteten Priifungsststion zu dem
Zweck ausgefiihrt werden, die relative Sicherheit
der sog. Sicherheitsexplosivstoffe festzustellen,
insbesondere, welche Maxinialniengen davon benutzt
werden kijnnen, ohne eine Grubcngasmischung zu
entziinden. Die dazu verwendcte Anlnge besteht in
einer 30 ni langen hijlzerncn Rolirc mit einem
elliptischcn Durchschnitt von 2 qm, dercn Wiinde
aus 3, auBen und innen durch eiserne Rcifen
zrisammengehnltenen Holzlagen bestehen. Das cine
Endc ist offen, wiihrend das anderc durch eine
Steinwand verschlosscn ist, in wclchcn der zum
Entziinden dcr Explosivstoffc bcnutztc Mijrser
eingesetzt wird. Letztere vermijgen je nach der
Dichte des Stoffes 500-900 g aufzunehmen. Die
Explosionskammer wird durch einen durch Papier
abgetrennten Teil der Riihre gebildet. Uas Grubengas, welches direkt aus einer Nine kommt, wird
sorgfaltig mit Luft gemischt und vor dem Eintritte
in die Explosionskammer mittels eines Me r t c n schen und L e C h a t e 1 i e r schen Apparates
analysiert, iini den Prozentsatz des Grubengascs
auf 8% Methan zu halten. Die Temperatur der
Mischung betragt 20-25 '. Gegeniiber der Rijhre
befindet sich ein Beobachtungsgebaude, welches
das Gasometer und den elektrischen Explosionsa p p r a t enthRlt.. Die Explosivkraft. wurde iiach der
Blei bombenmethode geinessen , wobei 81s Norm
eine Beschickung von 10 g Dynarriit. rnit 7596 Nitroglycerin angenommen wurde. Die Vcrsuche wurdcn
teilweise in der Art ausgefuhrt, da0 die Ladung einfach in den Morse, eingefiihrt und sodann entziindet
wurde, teils wurde die Ladung eingestampft, was
den wirklichen Verhaltnissen in der Mine jedenfalla
mehr entspricht. Das Stampfniaterial bestand z u
aus Sand und zu 2 / $ aus Ton, dcr durch
ein 21/, mm Sieb durchgesicbt worden war;
hiermit wurde einc Papierpztronc von 100 mm
Lange und 52 mm Durchmesser angefiillt, und diese
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